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Eisenbahnforum Ulrich Walluhn
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Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Ulrich Walluhn

Mein einunddreißigstes neues Eisenbahnbild

Startbeitrag von Ulrich Walluhn am 31.07.2016 15:54

Mein nun 31-stes Eisenbahnbild zeigt den inneren Werkhof der Firma Hagans in Erfurt am ersten Standort zwischen Dalbergsweg und Kartäuser Straße.
Im Bildmitte die fast fertiggestellte Lok Fabriknummer 351 (Kessel Nummer 438), die am 01.07.1897 über Firma Tietjens in Flensburg an die Westprignitzer Kreiskleinbahn Perleberg-Kyritz geliefert wurde. Sie trägt die Nummero 2. Das Namensschild WESTPRIGINTZ am Langkessel fehlt noch. Sie ist in Spurweite 750 Millimeter in einfacher Ausführung hergestellt. Über der ersten Kuppelachse sehen wir das Wassereinfüllrohr für den Rahmenwasserkasten und die beiden seitlichen Wasserbehälter. Auf dem ersten Kesselschuß sitzt der große Dampfdom, dahinter der Sandkasten zum Besanden der zweiten Kuppelachse. Die Bremse ist wiederum als Seilbremse Bauart Heberlein ausgeführt, deren Rollen und Seil sich über die Lok erhebt. Die Lok ist angeheizt und wird in Kürze der Werkabnahme durch Werkmeister Bauße unterzogen. Die Lok selbst wird leider nicht alt: 1910 trennt sich die Kleinbahn von ihr. Vermutlich wird sie verkauft und weiter verwendet, denn mit 13 Betriebsjahren zählt eine solche Maschine keinesfalls zum alten Eisen. Über den Verbleib wissen wir leider überhaupt nichts.
Links hinter der Lok 351 steht ein loser Kessel für eine der später gelieferten Maschinen. Er wird gerade angeheizt und der Warmdruckprobe unterzogen. Die gesamte Verkleidung fehlt noch. Auch ihn wird der Werkmeister genauestens inspizieren.
Im Werkhof selbst ist sehr wenig Platz. Die Probefahrten der Lok finden auf lose verlegten Gleisen (sogenannten fliegenden Geleisen) statt. Vorn im Bild ein fest eingelegtes Gleis 1000 mm Spurweite, das noch vor 1900 aus unbekannten Gründen ausgebaut wurde. Es könnte zeitweise Verbidnung zur städtischen Straßenbahn in Erfurt am Dalbergsweg gehabt haben.
Ganz links im Bild sehen wir das große Gebäude, das im 30-ten Eisenbahnbild ganz hinten in Bildmitte steht. Wir schauen in die entgegengesetzte Richtung. Hinten liegt die Kartäuser Straße, am rechten Bildrand der Dalbergsweg. Rechts im Bild ist das alte Wohnhaus der Familie Hagans mit Anbau und Gartenanlage zu sehen, durch einen Bretterzaumn vom Werkhof abgetrennt. Hinter dem Haus befand sich bis etwa 1895/96 ein Wehrturm und weiter westlich die Pförtchenbrücke (Neubau von 1897 - also dem Jahr dieses Bildes. Die Brücke ist noch heute vorhanden). In Bildmitte hinten die Neben- und Lagergebäude an der Kartäuser Straße. Vorn rechts eine Hebehilfsvorrichtung sowie das klassische Dreibein zum Anheben und Bewegen großer Lasten und schwerer Anbauteile. Daneben eine Schubkarre mit Dienstkoks für die Öfen der Werkstätten. Am linken Gebäude ist die klassische Laterne zu erkennen, die wir auch auf Werkfotos von Hagans-Lokomotiven immer wieder finden. Ob sie noch mit Gas oder bereits elektrisch betrieben wurde, ist unklar. Rechts vor dem Bretterzaun liegt ein Haufen Lokomotivkohle, die zum Anheizen und Probefahren benötigt wird.



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