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Eisenbahnforum Ulrich Walluhn
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Erster Beitrag:
vor 10 Monaten, 1 Woche
Beteiligte Autoren:
Ulrich Walluhn

Mein dreiunddreißigstes neues Eisenbahnbild

Startbeitrag von Ulrich Walluhn am 13.10.2016 09:32

Mein nun 33-tes Eisenbahnbild zeigt eine Werkhalle der Firma Christian Hagans zu Erfurt. Nach hier wurde der lose und noch unfertige Kessel der Lok CÖLN rechtsrheinisch 1790 mit Fabrik-Nummer 185 gefahren. Es ist Anfang August 1885. Der Kessel erhält die sogenannte kalte Wasserdruckprobe.
Zunächst zur Werkhalle selbst. Diese befindet sich in Höhe Kartäuser Straße. Ganz links im Bild ist die angeschlossene Montagehalle angedeutet, in der später Kessel und Fahrwerk miteinander verbunden werden. Oben unter dem Dach sehen wir die Transmissionsanlage, die von einer Dampfmaschine angetrieben wird. Auf der großen durchgehenden Welle, die über Lager mit zugehörigen Schmiergefäßen an der Decke gehalten wird, befinden sich viele Transmissionscheiben, über die mittels Riemen aus Leder die Arbeitsmaschinen angetrieben werden. Eine damals im ganzen Lande gängige Praxis. Ganz links ist über ein Winkelgetriebe und zwei weitere Riemenscheiben die fahrbare Wasserdruckanlage angeschlossen. Ich habe bewusst darauf verzichtet, andere Maschinen an die Transmission anzuschließen und auch die Vielzahl der dort eigentlich vorhandenen Maschinen und Anlagen in das Bild einzuzeichnen. Es wäre total überladen und vollkommen unüberlichtlich ausgefallen. So habe ich mich auf die Darstellung einiger weniger Maschinen um den Kessel herum beschränkt. In der Arbeitshalle stehen Fräs-, Säge- und Hobel-, Stoß- sowie Bohrmaschinen zur Herstellung der Lokomotivteile. Richt- und Abkantbänke zur Blechbearbeitung - etwa für die Kessel - sowie Meßlineale und Bohr- und Frässchablonen ergänzen die Ausrüstung.
Die Wasserdurckproben-Vorrichtung links neben dem Kessel besteht aus einem Wasserbehälter und einer Druckpumpvorrichtung, die das Wasser auf den nötigen Prüfdruck (der erheblich über dem Betriebsdurck des Kessels liegt) anspannt. Ein entsprechender Druckschlauch führt zum Speiseventil des Kessel am ersten Langkesselschuß.
Der Kessel selbst ist noch unverkleidet und unvollständig. Rauchkammertür und seitliche Verkleidungsbleche der Rauchkammer fehlen. Wir blicken in die Rauchkammer hinein auf die vordere Rohrwand mit dem Rohrsatz. Am kleinen Speiskopf auf dem Langkessel vorn ist das Zuführungsrohr zu den Zylindern (man vergleiche mit dem 32-ten Eisenbahnbild) noch nicht montiert und durch einen Blindflansch ersetzt. Auf dem zweiten Kesselschluß fehlt der Sandkasten. Das doppelte Kesselsicherheitsventil auf dem Stehkessel ist ebenfalls noch abgeflanscht und trägt auf seinem Untersatz den Prüfdruckmesser.
Während der Wasserdruckprobe wird der Kessel auf Dichtheit geprüft und gleichzeitig darauf, ob sich Kesselteile unzulässig verformen. Verläuft die Wasserdruckprobe positiv, wird hierzu eine Urkunde angefertigt. Erst dann darf der Kessel - nach Komplettierung - probeweise angeheizt und auf Dampfdruck gebracht werden. Ist auch diese Dampfdruckprobe positiv, kann der Kessel auf das Fahrwerk gebaut werden. Die anschließend komplett montierte Lokomotive wird einer Probefahrt auf dem Werkhof unterzogen (vergleiche 30-tes und 31-tes Eisenbahnbild).

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