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Eisenbahnforum Ulrich Walluhn
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vor 3 Jahren, 2 Monaten
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Ulrich Walluhn

Ulrich Walluhn - ich möchte mich allen vorstellen

Startbeitrag von Ulrich Walluhn am 30.03.2015 18:16

Ulrich Walluhn ab 07.06.2015 auch auf Google plus mit reichlicher Bebilderung:

Ulrich Walluhn (Seit November 2016 ist Google Plus ohne Anmeldung leider nur noch eingeschränkt einsehbar. Auch die Zahl der Seitenaufrufe bleibt verborgen.)


Mein Name ist Ulrich Walluhn, und ich bin in der Eisenbahnszene kein Unbekannter, kein unbeschriebenes Blatt wie der Volksmund sagt. Über mich kursieren seit mehr als zwei Jahrzehnten etliche teils abenteuerliche und aberwitzige Legenden und Gerüchte. Ich finde, es ist die Zeit gekommen, alle interessierten Leser und auch die Forenteilnehmer aus erster Hand zu informieren und auch mit zahlreichem Unsinn aufzuräumen, der wieder und wieder über mich behauptet wird.





Ich habe mehr als 40 Jahre zum Thema Lokomotivgeschichte intensiv geforscht. Meine Sammlung umfasst heute mehr als 500.000 Blatt Kopien und andere Unterlagen. Allein 240 Aktenordner füllt die Betriebsbuch-Abschriften-Sammlung von mehr als 45.000 deutschen Lokomotiven. Das gesamte Material ist auf 4 Zimmer verteilt und droht schon wieder aus allen Nähten zu platzen. Die Lokomotivgeschichte ist schon sehr lange kein Hobby mehr, sondern Berufung, Lebenswerk, Lebensaufgabe. Während andere Menschen in der Familie und mit Freunden feierten oder den Urlaub genossen, habe ich gearbeitet, geforscht, Akten ausgewertet oder fotografiert. Jahrzehnte lang. Zwei Ehen sind darüber recht rasch zerbrochen, und nicht selten gab es auch Streit mit den Eltern. Du und deine Sch... Eisenbahn. Nun sind meine Eltern verstorben, und zum Glück sind wir nicht im Streit, sondern versöhnt auseinander gegangen. Aus zwei ehelichen Bindungen sind noch vor der „Wende“ 1989 insgesamt 3 Kinder hervorgegangen, die heute erwachsen sind und längst eigene Wege gehen. Lokomotivgeschichte interessiert sie allesamt nicht. Meine dritte Frau, der ich sehr viel im Leben zu verdanken habe, bat mich, sie nur am Rande zu erwähnen. Sie hält große Distanz zu den sogenannten Eisenbahnfreunden, unter denen sich nicht selten sehr exzentrische und schwierige Charaktere verborgen halten. Ohne sie und ihre Unterstützung wäre meine Forschungsarbeit in dieser Form ab 1991 gar nicht möglich gewesen.

Ich wurde am 02. Februar 1959 um 05.35 Uhr in Erfurt geboren. Meiner Heimatstadt bin ich das ganze Leben treu geblieben, auch wenn mein Hauptwohnsitz nicht immer dort lag oder liegt. Obwohl auch ich 1989 Fluchtgedanken aus der DDR hatte, blieb ich. Und es war gut so.

Mein Vater war Eisenbahner, Karl Heinz Walluhn, geboren am 02.01.1923 in Insterburg (Ostpreußen), Fernmeldetechniker bei der Reichsbahndirektion Erfurt. Am 07.04.2006 schlief er nach längerer Krankheit in seinem kleinen Haus in der Erfurter Südstadt mit 83 Jahren friedlich ein.

Meine Mutter, Lilli Walluhn (geborene Buch), geboren am 11.08.1926 in Rittersdorf bei Kranichfeld in Thüringen, blieb seit meiner Geburt Hausfrau. Sie verstarb ganz plötzlich und unerwartet am 01.10.2012 mit 86 Jahren nach einer Krankenhauseinweisung.

Ich wuchs in Erfurt geschwisterlos auf. Dies hat Nachteile aber auch viele Vorteile. Als ungeteilter Herrscher über mein Zimmer, mein Reich, konnte ich mich als Techniker (Bau von Radio- und Tonbandgeräten) und Modelleisenbahnbauer ungehindert entfalten. Wir wohnten in der Hochheimer Straße Nummer 5 direkt an einer Straßenbahnhaltestelle. Bis Mitte der 1960-er Jahre befand sich hier die Endkuppelstelle der Linie 1, bis eine Wendeschleife gebaut wurde. Mein Hang zur Erfurter Straßenbahngeschichte scheint aus dieser Zeit zu stammen. Konnte ich doch tagtäglich die Fahrzeuge beobachten und mit ihnen die Veränderungen über 17 Jahre, in denen wir im ersten Stock dieses Hauses Baujahr 1891 wohnten.

Gern wird heute behauptet, die DDR sei ein Unrechtsstaat gewesen, in dem die Menschen sehr zu leiden hatten. Nein, das stimmt so nicht. Meine Kindheit war ungestört und sorgenfrei. Mein Vater brachte genügend Einkommen nach Hause um uns zu ernähren. Wir fuhren oft in Urlaub und besaßen in Urbich (heute Ortsteil von Erfurt) einen stattlichen Garten mit großer und kleiner Gartenlaube. Junge Pioniere und später Freie Deutsche Jugend (FDJ) empfand ich allenfalls als lästiges aber kurzes Übel. Man ging hin und schaute auf die Uhr bis es wieder vorbei war und Ende.

Von 1965 bis 1973 besuchte ich in Erfurt die 11. Polytechnische Oberschule, das ehemalige Königin Elisabeth Gymnasium in der Melanchthonstraße. Im September 1973 wechselte ich zur Erweiterten Oberschule, der EOS Humboldt am Juri-Gagarin-Ring. Dies war ein schmuckloses Restgebäude eines im Krieg erheblich beschädigten großen Gymnasiums mit Sternwarte, das immer einen provisorischen Eindruck machte, keine Turnhalle und keine Aula besaß und dem irgendwie jede Strahlkraft fehlte. Heute findet man hier eine unzugänglich umzäunte Grundschule ebenso ohne jeden Glanz. Meine Oberschulzeit 1973 bis 1977 (vergleichbar heute mit dem Gymnasium) war rückblickend gesehen wohl die schönste meines Lebens. Die „Verbeugungen“ vor dem DDR-Staat hielten sich in Grenzen und blieben marginal hinsichtlich der Erlebnisse jener Jahre, die nicht anders waren, als bei Abiturienten etwa in Köln oder München. Die Ereignisse der Jugendjahre haben mich dauerhaft und bis heute stark geprägt. Richtige Probleme gab es nicht, dafür Schlüsselerlebnisse wie die erste große Liebe oder das Einserabitur. Schule und Freizeit standen in gesundem Verhältnis zueinander. Nein von DDR-Diktatur habe ich damals wirklich fast nichts bemerkt.

Dies änderte sich allerdings im Herbst 1977 mit meiner Einberufung zur Nationalen Volksarmee. Wenige Monate zuvor war ich mit den Eltern aus der Hocheimer Straße in die Grimmstraße nahe des Steigerwaldes umgezogen. Hier hatte mein Vater ein kleines Einfamilienhaus erworben. Anfang November 1977 musste ich meinen Dienst bei der Armee antreten. Ich hatte mich wie fast alle Abiturienten in der DDR auf 3 Jahre verpflichten müssen, allerdings nur mit der Maßgabe im technischen Dienst der rückwärtigen Einheiten tätig zu werden. Von einer Stunde auf die andere war meine unbeschwerte Jugend zu Ende. Der Dienstort hieß Prora auf Rügen. Die nächtliche Anfahrt am Einberufungstag war wie eine Reise zur Hölle. Drei ganze Jahre verbrachte ich dort: Ein Jahr als Unteroffiziersschüler und zwei weitere als Werkstattleiter und Lehrausbilder für Nachrichtentechnik. An sich sehr schön und „halbzivil“ mit erstaunlich vielen persönlichen Freiheiten. Kein richtiger Armeedienst. Salonsoldat in Pantoffeln sagte ich immer. Mit einem Pferdefuß: 1978 interessierte sich das Ministerium für Staatssicherheit für mich. Eigentlich unverständlich. Meine Eltern standen dem DDR-Staat kritisch gegenüber und waren für jeden erkennbar pro-westlich eingestellt. Ein Bruder meines Vaters war 1952 aus der DDR abgehauen und lebte bei Karlsruhe. Zu ihm bestand Besuchskontakt. Andere nahe Verwandte wohnten in Hamburg und Lübeck. Alles was Walluhn heißt ist in Deutschland miteinander verwandt. Das Ministerium suchte einen fähigen Nachrichtentechniker für seine Zentrale in Straußberg bei Berlin. Und sie hatten mich im Visier. Mit viel Vorsicht und Klugheit gelang es mir, das Ansinnen abzuwenden. Ich stellte mich für konspirative Arbeit einfach zu dumm an.

Ende 1980 trat ich mein technisches Studium an der Ingenieurhochschule Ilmenau an. Obwohl ich rasch zum sogenannten Beststudenten mit Leistungsstipendium aufstieg, ging es nicht lange gut. Im Sommer 1981 stand des Ministerium wieder auf der Matte: Zusammenarbeit. Ich lehnte ab. Unter einem Vorwand flog ich im November 1981 von der Hochschule. Produktionsbewährung nannte man das. Man machte einfach eine Stubenbesichtigung und fand an einer Wand ein großes Eisenbahnbild von 1912. Königlich Bayerisches Eisenbahn-Regiment. Das genügte! Revanchismus und Verherrlichung des imperialistischen Kaiserreiches sind unwürdig für einen Studenten des sozialistischen Arbeiter- und Bauern-Staates. Draußen war ich.

Im September 1982 durfte ich in Ilmenau wieder zum Studium antreten. Zuvor verbrachte ich ein Jahr als Techniker im VEB Funkwerk Erfurt. Reparatur von rechnergesteuerten Maschinen. Und was passierte nun? Genau das gleiche wie Ende 1981. Das Ministerium stand wieder auf der Matte. Ich vermied jede Diskussion und reichte aus „persönlichen Gründen“ die Exmatrikulation selbst ein. Und ging zum VEB Funkwerk Erfurt zurück. In einem Kurzsatz: Ich hatte den Kanal restlos voll.

Aber auch hier konnte ich nicht lange ungestört sein. Ich hatte inzwischen zahlreiche Kontakte in den Westen zu Eisenbahnfreunden, einer unter ihnen sehr hochkarätig und allbekannt. Man wollte mich nicht weiter im Funkwerk beschäftigen. Ich sei ein Sicherheitsrisiko. Mitte 1984 wechselte ich zur Deutschen Reichsbahn, wo es immer an Arbeitskräften mangelte. Hier waren die Arbeitsbedingungen allerdings miserabel, ja sprichwörtlich unter aller Kanone. 1985 bemühte ich mich deshalb um Wiederaufnahme des Studiums. Entgegen aller Befürchtungen durfte ich im Herbst 1985 wieder eine Hochschule betreten. Zwar nicht Ilmenau, aber die Verkehrshochschule Dresden. Zuvor musste ich allerdings eine üble Kröte schlucken: Die Mitgliedschaft in der SED – bei der Eisenbahn damals ortsüblich.

Und was geschah nun? Ganz genau, Mitte 1986 stand das Ministerium in Dresden erneut auf der Matte. Ich wich zunächst aus. Anfang 1987 folg ich auch von dieser Hochschule und erhielt DDR-weites unbefristetes Studienverbot. Begründung: Illegale Einreise im Sommer 1986 in das Sperrgebiet von Lwow (Lemberg) zu meinen Freund Konstantin Smironow. Wie ich heute aus Moskauer Akten des KGB weiß, einzig und allein von der Staatssicherheit hochgespielt und zum Elefanten aufgeblasen. Den KGB kümmerte meine Reise nicht. Begründung: Harmloser Eisenbahnfreund aus der DDR, interessiert sich nur für Lokomotiven.

Anfang 1987 kehrte ich zur Deutschen Reichsbahn in Erfurt zurück und wurde als ungelernter Hilfsarbeiter auf den Güterbahnhof verfrachtet. Hier bestand meine Aufgabe nun darin, in einer schmutzigen verfallenen Werkstatt zu hausen und Rangierfunkgeräte von den Lok ab- und auf die Lok aufzubauen. Nun gut, dies hatte unzweifelhaft auch seine Vorteile. Ich konnte den Fotoapparat mitnehmen und frei und ungestört auf dem Bahnhof fotografieren. Beruflich freilich war dies alles keine Perspektive.

Ich tat das, was damals viele Menschen taten: Ich suchte Rat und Hilfe unter dem Dach der Evangelischen Kirche, sprich in der Erfurter Thomasgemeinde und der Stadtmission. Noch heute ziehe ich den Hut vor der Unerschrockenheit von Pfarrer Capraro und Hartmann gegenüber den Staatsorganen. Wir drohten mutig mit einem Ausreisantrag. Dies half. Im Herbst 1987 wurde ich als Techniker zum Rechenzentrum der Reichsbahn in Erfurt Geibelstraße versetzt. Das war ein Sieg auf ganzer Linie. Hier nun wollte ich mich bis zur Rente einnisten und endlich Ruhe haben vor Stasi und Partei. Das Studium schrieb ich endgültig ab. Wozu denn noch? Im Rechenzentrum war es warm, sauber, trocken, wir hatten nette Kollegen und das Geld stimmte. Wozu also neue Verbeugungen vor den Machthabern machen? Außerdem hatte ich unbegrenzte Freifahrt und durch den Schichtbetrieb freie Wochentage. Ich konnte kostenlos im Lande herumfahren, fotografieren und Archive und Freunde besuchen. Und ich hatte 42 Tage Urlaub im Jahr. Die DDR-Welt schien in Ordnung.

Im April 1989 bekam ich die Möglichkeit zu einer Reise in den „Westen“. Warum man mich überhaupt fahren ließ ist bis heute nicht ganz ergründet, zumal ich nicht dorthin fuhr, wo ich eigentlich hin musste, nämlich zu meinem Onkel nach Karlsruhe. Ich rechnete mit einer Reiseablehnung, die mir den Vorwand zum Austritt aus der SED geliefert hätte. Nun ließ man mich fahren. Ich blieb nicht im Westen und kehrte nach Erfurt zurück. Und im Anschluß warf ich den verblüfften Genossen trotzdem das Parteibuch hin. Ich war weder bereit, mitverantwortlich für die (gefälschte) letzte Kommunalwahl in der DDR zu werden, noch der Betriebskampfgruppe beizutreten. Beides war mit dem Parteiaustritt automatisch vom Tisch. Ich war auch nicht bereit, passiv weiter mitzuschwimmen. Der Verfall der DDR war unübersehbar.

Ich weiß nicht was geschehen, wenn die „Wende“ vom Herbst 1989 nicht gekommen wäre. Vermutlich hätte man mich abermals rausgeworfen, diesmal aus dem Rechenzentrum. Entsprechende Ansätze gab es seit Mai 1989. Sie gingen in den Wendewirren wirkungslos unter. Trotzdem, die alten Genossen und Kader blieben und machten den kleinen Mitarbeitern bis 1992 hinein das Leben weiter schwer.

1991/1992 vollzogen sich in meinem Leben erhebliche private Veränderungen. Ich zog Anfang 1991 aus meinem Elternhaus aus, wo ich die ganzen Jahre seit 1977 leben musste, da es in Erfurt keine Wohnungen gab. Zeitgleich brach die zweite Ehe auseinander. Für längere Zeit verließ ich Erfurt gänzlich. Bei der Deutschen Reichsbahn kündigte ich 1992 auf eigenen Wunsch den Dienst, da es keine Perspektiven mehr gab und mein Lebensmittelpunkt auch nicht mehr in Thüringen lag.

Inzwischen sind 24 Jahre vergangen. Heute verbindet mich wieder sehr viel mit meiner Geburtsstadt Erfurt. Viele Jahre bin ich nicht berufstätig gewesen und konnte mich ganz meiner Forschungsarbeit widmen. Heute arbeite ich wieder ein paar Stunden, einzig aus Interesse an der Sache. Es scheint, als verändere sich diese Situation nun nicht mehr grundlegend. Es ist Ruhe eingekehrt in meinen Lebenslauf. Und manchmal gibt es Stunden, da schalte ich meine große Musikanlage mit 24 (!) Lautsprechern ein und höre die Musik meiner Jugendjahre, die mich noch immer fasziniert wie damals. Nur ist sie technisch viel besser geworden als einst in der Erfurter Hochheimer Straße.

Mein Leben ist fast vollständig der Lokomotivgeschichte gewidmet. Ich hatte und habe immer Freunde, die auch in schwieriger Stunde zu mir standen und zu mir stehen. Aber es gibt auch Gegner und Neider. Viel Feind, viel Ehr’ sagen die alten Rittersleut. Seit meinem „großen“ Lebenslauf-Wandel von 1991/1992 sind Personen auf dem Plan, die nicht verstummen wollen und ständig neue Gerüchte und Latrinenparolen in die Welt streuen. Über das warum kann man stundenlang sinnieren, es ist wohl ein Gemisch aus mehreren Gründen. Ich will es hier und heute nicht tun. Es würde zu nichts führen.

Anreißen möchte ich aber die 4 (neuerdings 5) Hauptpunkte bzw. Hauptvorwürfe gegen mich, da sie immer und immer wieder hochgekocht werden.

1. Ich sei Mitarbeiter des Ministeriums der Staatssicherheit der DDR gewesen.
Das ist falsch. Ich habe dem MfS nicht zugearbeitet und auch nie eine Verpflichtungserklärung unterschrieben. Im Rahmen meiner Tätigkeit als Werkstattleiter bei der Nationalen Volksarmee in Prora auf Rügen 1978 bis 1980 habe ich befehlsgemäß auch Funkstationen des MfS reparieren müssen. Nicht mehr, nicht weniger.

2. Ich habe 1982 im Archiv der Reichsbahndirektion Erfurt einen Diebstahl begangen.
Das ist falsch. Ich habe kein Archivgut gestohlen. Wäre dem so, hätte es einen Rechtsprozess gegeben und ein Urteil. Das geschah nicht. Das Ministerium für Staatssicherheit hat damals eine Art Falle aufgebaut. Und nicht nur bei mir. Ein ähnlicher Fall geschah fast zeitgleich bei der Reichsbahndirektion Cottbus. Ein Archivmitarbeiter schob mir Aktenstücke und Material zu, dass angeblich vernichtet werden sollte. Ich nahm das Material mit nach Hause. Vier Wochen später erschien die Stasi bei mir, ich musste das Material wieder herausgeben. Anschließend zog man einen Popanz auf und startete hinter meinem Rücken eine Verleumdungsaktion. Juristisch wurde die Angelegenheit nie gefasst, ansonsten wäre der ganze Schwindel aufgeflogen.

3. Ich habe Betriebsbuchabschriften und andere Unterlagen gefälscht und in Umlauf gebracht.
Dieser immer wieder und hartnäckig vorgebrachte Hauptvorwurf entbehrt jeder Grundlage. Ich habe im Zeitraum 1983 bis 1990 sehr viele Betriebsbücher und Akten selbst ausgewertet und stand zugleich im regen Austausch mit anderen Eisenbahnfreunden. Abschriften aus deren Fundus habe ich natürlich wie alle weitergeleitet. Kopiergeräte gab es bis 1989 nicht und waren privat sogar verboten. Man musste alles abschreiben. Mit dem Wissens- und Forschungsstand von heute lasst sich nachweisen, dass etwa 25 bis 30 dieser Betriebsbuchabschriften in der Tat Fälschungen sind (aber nicht 700 wie eine Quelle vorgibt zu wissen), hergestellt von einem Herrn S. aus Görlitz, inzwischen ermittelt als Stasi-IM Neisse. Schon 1986 machte er bei der Bezirksverwaltung der Staatssicherheit Cottbus den „Neuerervorschlag“, durch gefälschte Betriebsbuch- und Unterlagenabschriften die Szene der Eisenbahnfreunde zu zersetzen um großflächige Abschriften solcher Dokumente zu unterbinden. Der DDR-Staat erkannte in diesen Unterlagen eine Devisenquelle und wollte keine vorzeitigen Auswertungen sondern den Verkauf der Originale gegen Westgeld organisieren.

4. Ich stehe rechtsradikalen Kreisen nahe oder sei selbst ein sogenannter Nazi.
Auch dies ist völliger Unfug. Dieser Vorwurf wird in den letzten Jahren praktiziert, da die Punkte 1. bis 3. mittlerweile so abgegriffen sind, dass sie kaum noch jemand glaubt. Ich habe weder für extremistische politische Kräfte (gleichgültig ob rechts oder links) gearbeitet, noch war ich Mitglied einer solchen Organisation. Im Zeitraum Mitte 2007 bis Anfang 2008 habe ich mich auf Bitten Erfurter Bürger an die Spitze einer Bürgerbewegung gegen den Massenabriss preiswerter Sozialwohnungen gestellt. Diese Bürgerbewegung haben wir Erfurter Bürgerrat getauft. Mitarbeiten konnten alle Bürger unabhängig ihrer politischen und weltanschaulichen Gesinnung. Der Bürgerrat sprach eine deutliche Sprache und kollidierte dabei mit allen im Erfurter Stadtrat vertretenen Parteien. Da man sachlich-fachliche Argumente gegen uns nicht hatte, stellte man uns in die rechte Ecke. Hierzu genügte bereits, dass der damalige NPD-Kreisvorsitzende Trinkaus als passiver Gast (!) auf einer unserer Demonstrationen anwesend war. Ein enthülltes Plakat mit der Aufschrift „Kapitalis-Mus schmeckt uns nicht“ genügte schließlich für eine „Einordnung“ ganz rechts, auch durch Teile der anwesenden Presse. Ein von mir dem Mitteldeutschen Rundfunk gegebenes Interview wurde damals nicht gesendet. Warum wohl? Zensur. Stattdessen publizierte der Deutschlandfunk wenig später über meinen Kopf hinweg Halb- und Unwahrheiten, die man sogar heute noch im Internet ansehen kann. Wie abstrus die Nazi-Vorwürfe sind, beweisen allein zwei Dinge: Mein Großvater Willi Buch (1900 bis 1950) war im Dritten Reich im aktiven Widerstand der KPD, mein Elternhaus war immer demokratisch. Meine Frau hat italienisch-jüdische Wurzeln und ihre Familie verlor 1943/1944 dutzendweise Angehörige in Auschwitz und anderswo.

5. Zeitgleich mit meiner Sperrung bei Drehscheibe-Online (DSO) Mitte April 2014 kursieren neue Legenden. Ob dies nun schlicht Zufall ist oder gezielt vom Kommerz gesteuert wurde, bleibt unsicher. Ich vermute aufgrund von neuen Informationen wieder einmal den allbekannten süddeutschen Kommerz. Die alten Gebetsmühlen Nummer 1 bis 4 funktionieren nicht mehr, also ersinnt man neue.
a) Ich hätte gefälschte (!) Kopien von Lok der Baureihe 17 und 38 in Umlauf gebracht. Dies ist schlicht Blödsinn. Wer sollte unter großem technischen Aufwand Kopien fälschen? Und wozu? Man kann mit solchen Kopien keinen Cent verdienen.
b) Ich hätte einem Herrn T. aus Thüringen vor mehreren Jahren ein Original-Betriebsbuch gestohlen. Dieser Vorwurf ist unwahr und erfüllt bereits einen Straftatbestand. Herr T, mit dem ich fast 19 Jahre lang ständig im Austausch stand, konfrontierte mich im Herbst 2013 erstmals mit diesem haltlosen Vorwurf. Inzwischen verdichten sich die Indizien, dass Herr T. vom Kommerz in Stellung gebracht wurde. Welchen Judaslohn er für sein schändliches Tun bezogen hat weiß ich nicht. Es erhebt sich sofort die Frage wieso bemerkt Herr T. den angeblichen Verlust erst viele Jahre später? In einer persönlichen Aussprache fing Herr T. an zu "rudern". Es sei gar nicht sein Buch sondern das eines Freundes. Dem Freund fehle das Buch nun und der Freund habe den Verlust erst jetzt festgestellt. Aha! Schließlich gab Herr T. zu, gar nicht mehr genau zu wissen, wann er das Buch von einem Freund ausgeliehen und wann zurückgegeben hatte. Wie man zur Schlussfolgerung kommen kann, ich habe das Buch gestohlen, welches ich nie im Leben selbst zu Gesicht bekam, diese Frage blieb unbeantwortet. Lügen haben mitunter sehr kurze Beine.


Ich hoffe es ist mir gelungen, viele Dinge aufzuhellen und neuer Legendenbildung vorzubeugen.





Zum Abschluß noch ein paar Dinge aus meinem Lokomotiv-Forscherleben. Den Virus Eisenbahn habe ich mir wohl bei meinem Vater geholt, obwohl er gar kein Eisenbahnfreund war und mich stets zu „bremsen“ versucht hat. Schon als Vorschulkind kam ich 1964/1965 mit den damals noch weitverbreiteten Dampflokomotiven in Berührung. Ich hatte mehrmals die Möglichkeit, beide Erfurter Bahnbetriebswerke zu besichtigen. Ein bleibender Eindruck. 1968 (mit 9 Lebensjahren) begann ich Lokomotivzeichnungen herzustellen. Während eines Sommerurlaubes zur Ostsee im August 1968 (mitten hinein platzte der Einmarsch der sowjetischen Armee in Prag) sah ich erstmals Lok der Baureihen 52 und 42 die in Erfurt nie vorkamen, aber auch Elna-91 des Bw Barth, 03.10 von Stralsund, 23.10 von Pasewalk und immer wieder auch P8 sowie die 99 der Mecklenburg-Pommerschen Schmalspurbahn. Es war eine Zeit, die man sich heute kaum mehr vorstellen kann. Leider verbot mir mein Vater wohl aus Angst vor negativen Folgen das Fotografieren von Lok mit seinem Apparat. Dies holte ich ein Jahr später erstmals und heimlich auf dem Bahnhof Erfurt-West nach, wo einige G12 und 22 kalt hinterstellt waren.

1970 muss es gewesen sein, als ich mehrere hundert alte Eisenbahnpostkarten geschenkt bekam. Heute ein Vermögen! Akribisch zeichnete ich auch diese Lokomotiven ab. Schließlich bekam ich die ersten Lokverzeichnisse in die Hand, wenig später auch Übersichten über preußische Länderbahnlok. Mein Forscherdrang war jetzt richtig geweckt. Immer neue Literatur musste her.

1976 lernte ich den Erfurter Fachbuchautor Günter Barthel persönlich kennen und konnte erstmals das Archiv der Reichsbahndirektion Erfurt betreten. Eine ganz neue Welt tat sich auf.

1977 kurz vor Beginn des Armeedienstes trat ich dem Modelleisenbahn-Verband bei. Neue Menschen traten in mein Leben, wieder neue Horizonte taten sich auf. Ich bemerkte, dass ich mich einem endlos großen Gebiet verschrieben hatte.

1980 schließlich begann mein intensiver Kontakt zum sehr bekannten Werner Umlauft in Erfurt, einem Mann mit riesiger Bildersammlung und endlosen Schätzen an Büchern aus dem Westen.

Werner Umlauft folgte kurz darauf Günter Fromm, damals ein Arbeitskollege meines Vaters. Es kamen weitere, immer neue Gesichter und neue interessante Menschen. 1985 erreichte die Zahl der Kontakte einen Höchststand. Seit 1982 befand sich auch ein Mann darunter, den ich hier und heute nicht erwähnen möchte. Es war ein Mann aus dem Westen, dem ich Vertrauen schenkte, uneingeschränkt und fast blind. Das war ein Fehler. Aus einem vermeintlichen Freund wurde 1992 der Hauptgegner. Hat dies sein müssen? Ich sage nein, dies hätte nie sein müssen. Und genau hier sind wir an der Stelle, wo Ehrenamt mit Kommerz gnadenlos kollidiert.

1991 schließlich begann auch bei mir das Kopierzeitalter und damit das Auftürmen von Papier ist bisher unbekannten Größenordnungen. Ein Zimmer nach dem anderen füllte sich. Ob ein Menschenleben ausreichen wird, je alles zu bearbeiten – ich habe Zweifel.

Man kann geteilter Meinung sein über Menschen wie mich. Wenn ich heute zurückblicke, dann bin ich zufrieden. Ich weiß aber auch, dass es noch viel Arbeit für die Zukunft gibt. Sehr viel Arbeit.


Ulrich Walluhn am 06. Mai 2014.

Antworten:

Hexenjagd 2007 bis 2008 (Teil 1)

Wenn der Leser glaubt, Hexenjagd und Inquisition gäbe es nur im (finsteren) Mittelalter, so irrt er gewaltig. So musste ich in den Jahren 2007 und 2008 erheben, höchstselbst ein zeittypisches Opfer eben solcher moderner Hexenjagd zu werden.

Mitte 2007 sprachen mich besorgte Bürger des Erfurter Wohngebietes "Wiesenhügel" an. Herr Walluhn, Sie müssen uns helfen. Sie können doch reden, Sie sind doch mutig. Hier soll alles abgerissen werden. Wir alle verlieren unsere Heimat und unsere Wohnungen. Die wollen uns hier vertreiben, das ist die Grundstücksmafia. Einfamilienhäuser wollen die hier bauen. Das ist doch allerbeste Südstadt-Hanglage.

Ich zögerte nicht lange und half. Alten und jungen Menschen, Behinderten, Schwerkranken, Arbeitslosen, Familien mit vielen Kindern. Ich sah (erstmals) das wahre Ausmaß des offiziell vertuschten sozialen Elends hinter mancher Wohnungstür. Ich nahm die Sache in die Hand. Doch dies sollte am Ende eine bittere Pille für mich werden. Warum, erzählt diese Geschichte.

Mit ein paar mutigen Mitstreitern gründeten wir zunächst einen Bürgerrat. Den ersten in Erfurt und wohl auch den ersten in ganz Thüringen. Ziviler Widerstand war angesagt. Und Mut. Den jedenfalls hatten wir.

Der Offene Brief.

Der Bürgerrat gab am 16.September 2007 einen von mir verfassten Offenen Brief an die Stadtverwaltung und viele andere Stellen, die ich mit dem Abstand von heute gar nicht mehr aufzählen kann. Diesen Brief kann man noch heute im Netz lesen, etwa hier:

Offener Brief des Erfurter Bürgerrates

Den vollständigen Inhalt möchte ich auch hier wiedergeben:


Bürgerrat "Rettet das Neubaugebiet Erfurt-Wiesenhügel"
Ulrich Walluhn Erfurt, den 16.09.2007
Seidelbastweg 41
99097 ERFURT

Offener Brief an alle Stadtratsfraktionen der Stadtgemeinde Erfurt

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich nehme Bezug auf den offenen und unverschämten Angriff der etablierten Presse (TLZ und TA) vom 15.09.2007 und die dortigen Darstellungen einiger Stadtratsmitglieder. Der Bürgerrat ist ganz eindeutig für die Printmedien als auch umindest Teile des Erfurter Stadtrates ein unangenehmes, unliebsames Gremium, dass es mit Hilfe der ,,Nazi-Keule" aus dem Weg zu räumen gilt, da die ,,Stasi-Keule" keinen Erfolg verspricht. Hierbei ist jedes Mittel, auch das des de facto Rufmordes recht. Am Ende offenbart sich die schlimmste Befürchtung nicht nur der Mitglieder des Bürgerrates, sondern auch vieler Bürger am Wiesenhügel und anderswo: Das berühmt-berüchtigte Stadtumbauprogramm Ost ist nichts weiter als ein Generalangriff auf den preiswerten Sozialwohnraum der großen Städte Mitteldeutschlands mit dem Ziel, Sozialwohnraum zu vernichten und die Mieten insgesamt nach oben zu treiben. Dass hierbei hunderte, am Ende tausende und abertausende Familien am Existenzminimum in die Obdachlosigkeit gedrängt werden, interessiert von den etablierten Damen und Herren Stadträten schlichtweg niemand. Warum am Ende auch, es ist ja keiner persönlich betroffen, jeder gut versorgt, jeder mit komfortablem Heim ausgestattet und so weiter. Das Verhalten der Stadtratsfraktionen auf alle unsere Schreiben beweist in Tateinheit mit dem jetzigen Vorgehen gegen uns eindeutig, dass die Abrisspläne am Wiesenhügel offenbar mit brutaler Gewalt umgesetzt werden sollen. Man verspricht sich von der Diffamierung und Ausschaltung des Bürgerrates die Beseitigung der letzten und einzigen Hürde auf dem Weg zum profitablen Kahlschlag (Altlastenentschuldung, Abrissfördermittel). Die von der Politik leicht zu handhabende Bürgerinitiative der von mir hochgeschätzten Frau Barbara Langen wird allemal auszuschalten sein mit dem Argument: ,,Tut uns leid, wir haben alles versucht, aber der Abriss ist nicht aufzuhalten, weil gottgewollt."

Meine Damen und Herren, Sie haben immer noch nicht begriffen, dass diese Diffamierungskampagne nicht dem Bürgerrat, sondern den hunderten betroffenen Familien schadet. Alle, ich betone alle Stadtratsmitglieder haben 2005 dem berüchtigten Masterplan II unisono zugestimmt. Jetzt spielt man die Feuerwehr, den Heilsbringer und probt auf den Knochen der Betroffenen den Vorwahlkampf für 2009. Am Ende redet man sich damit heraus, nichts haben tun zu können, weil der Abriss eben ,,gesetzmäßig" nötig gewesen sei und Alternativen nicht vorhanden gewesen wären. Üble Parallelen zur 2004 durchgepeitschten Hartz4-Gesetzgebung tun sich auf.

Da es offenbar in die Schädel einfach nicht hinein will, nochmals für alle gebetsmühlenartig:

1. Der Bürgerrat vertritt keine Parteiinteressen und lässt sich von Parteien weder bevormunden noch vereinnahmen. Der Bürgerrat sucht das Gespräch mit Menschen, unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit, Religion, Rasse oder Herkunft. Die NPD ist keine verbotene Partei. Ihre Mitglieder sind keine frei herumlaufenden Straftäter, mit denen ein Gespräch per Gesetz verboten ist. Der Kontakt zur NPD ist deshalb sinnvoll und notwendig, einer Auseinandersetzung zwischen "Rechts" und "Links" auf den Straßen und Plätzen der Stadt Erfurt vorzubeugen. Die Demonstration vor dem Kaufhaus Römischer Kaiser Anger 1 am 13.09.2007 hat bewiesen, dass Ruhe und Frieden herrschen kann, dass Menschen unterschiedlicher politischer Auffassung friedlich und gewaltfrei auf einem Platz nebeneinander stehen können. Der Bürgerrat hat durch seinen Einfluss maßgeblich beigetragen, den Frieden auf dem Anger, aber auch auf dem Wiesenhügel zu wahren. Wir lassen nicht zu, dass geistige Brandstifter nun behaupten, wir seien die "Rechtsradikalen"
und "Rechtsextremisten", die unterwandert wären und selbst unterwandern und die soziale Ruhe und Ordnung in der Stadt gefährden. Sollten sich dergestalt diffamierende und rufmörderische Äußerungen gegen uns weitern, werden wir uns gezwungen sehen, von Rechtsmitteln Gebrauch zu machen.

2. Der Verein ,,Schöner Leben in Erfurt e. V." ist ein im Vereinsregister eingetragener Verein und kein Anhangsorgan der NPD. Herr Patrick Paul ist ein unbescholtener, nicht vorbestrafter Bürger der Bundesrepublik Deutschland. Niemand hat das Recht, in Selbstjustiz Herrn Paul grundgesetzfeindliche Aktivitäten und ihm damit quasi Straftaten bzw. verbrecherische Handlungen zu unterstellen. Derartige Straffeststellungen und Verurteilungen obliegen ausschließlich den Amtsgerichten. Wir leben in einem Rechtsstaat, meine Damen und Herren! Es obliegt der freien Entscheidung des Bürgerrates, in Kooperation mit Vereinen eine Zeitung, ein Faltblatt, ein Informationsblatt oder anderes herauszugeben. Wenn die Bürgerstimme des Vereins Schöner Leben in Erfurt jetzt als "in Manier eines antisemitischen Hetzblattes der 20-er Jahre" dargestellt wird, erscheint dies mehr als nur höchst bedenklich, was das fundamentale Funktionieren des bundesdeutschen Rechtsstaates betrifft. An dieser Stelle muss ich eindeutig von geistiger Brandstiftung, ja sogar schon von praktizierter Volksverhetzung seitens der Printmedien gegen Herrn Paul und uns sprechen. Gestatten Sie mir die Bemerkung, dass in der sehr nationalen Schweiz in vielen Vereinen nur Mitglied werden darf, wer ein Schweizer ist. Niemand käme auch nur ansatzweise auf die Idee, diese Vereine als rechtsextrem zu bezeichnen! Welche Perversion wird hier eigentlich betrieben?

Gestatten Sie mir ein paar Ausführungen zu einigen Stadtratsmitgliedern:

1. Während der ,,Informationsveranstaltung" der SPD auf dem Wiesenhügel - Carsten Schneider glänzte durch Abwesenheit - kam es zu keinen Ausschreitungen vorgeblich Rechtsextremer. Es standen eine Vielzahl Bürger auf dem Platz. Nicht mehr und nicht weniger. Fraktionsvorsitzender Metz ließ plötzlich verlauten, es seien Nazis auf dem Platz, die entfernt werden müssen. Die Polizei wurde unnötigerweise gerufen. Es bestand keinerlei Anlass, eine Notrufsituation lag nicht vor. Verfassungsfeindliche Symbole waren auf dem Platz keine erkennbar. Alle Bürger verhielten sich ruhig. Niemand übte Gewalt aus. Die Darstellung der Thüringer Allgemeinen vom 15.09.2007 ist glattweg und frech gelogen. Herr Metz führte im Anschluss an die Veranstaltung ein persönliches Gespräch mit mir. Hier sprach er einen höchst markant-makaberen Satz aus, der zu denken geben sollte: ,,Wer zieht denn schon in ein Haus, in dem Hartz4-Empfänger wohnen." Zweimal lesen! Ein Kommentar erübrigt sich!
2. Herr Schwäblein der CDU-Fraktion versteigt sich zur These, die ,,Braunen" würden den ,,verzweifelten Kampf" der Bürger am Wiesenhügel erkennen und für sich ausnutzen. Man beachte die Doppelbödigkeit! Am Wiesenhügel sind keine ,,Braunen" aktiv, es sei denn Herr Schwäblein meint in vorsätzlich rufschädigender Weise den Bürgerrat. Offenbar
wäre ihm dann nicht bewusst, dass Rufmord einen Straftatbestand darstellt, der auch für ein Ratsmitglied unter Umständen schnell strafrechtliche Konsequenzen hat. Wenn Herr Schwäblein schon vorab vom verzweifelten Kampf der Bürger am Wiesenhügel spricht, gibt er damit zu verstehen, dass für ihn der Abriss von vorn herein feststeht und durchgepeitscht werden wird. Auch hierzu erübrigt sich ein Kommentar.
3. Herr Przewosnik der Fraktion der Linke, ex. PDS. ex. SED ist der Auffassung, Herrn Patrick Paul auf dem Erfurter Anger bedrängen und nötigen und Platzverweis aussprechen zu dürfen. Man spricht hier auch von Selbstjustiz. Die herbeigerufene Polizei wurde anschließend von Herrn Przewosnik angepöbelt und mit Dienstaufsichtsbeschwerde bedroht, weil sie nicht das durchsetzte, was Herr Prz. wollte. Die geistigen "Ergüsse" des Herrn Prz. gegen Herrn Paul und den Bürgerrat via Internet und Zeitungen möchte ich anstandshalber gar nicht erwähnen, geschweige denn kommentieren. Sie sind gelinde ausgedrückt übel und lassen jeden Anstand vermissen. Herr Prz. ist Aufsichtsratsmitglied der Kowo. Was für ein Bild bietet sich dem Bürger dar!

Ich erkenne, dass es mit der Rechtsstaatlichkeit in diesem unserem Lande sehr zu wünschen übrig lässt. Ich gebe der Hoffung Ausdruck, dass die mit Sicherheit im Stadtrat durchgepeitscht werdenden Abrisspläne Wiesenhügel vielen Bürgern die Augen öffnen werden, wo die geistigen Brandstifter und Handlanger gegen die Lebensinteressen der meist wehrlosen Menschen zu suchen sind. Ich gebe weiterhin der Hoffnung Ausdruck, dass die Kowo mbH sich nicht zum Handlanger der Abrisspläne in Form von Abrissherausklagen machen wird. Ich hoffe weiterhin, dass die betroffenen Familien am Wiesenhügel standhaft in ihren Wohnungen verbleiben und ihre liebevoll ausgestalteten Heime nicht preisgeben werden!

Liebes Deutschland - wo sind wir hin gekommen?
Freiheit ist immer auch die Freiheit der Andersdenkenden. Rosa Luxemburg im Januar 1919.

Ohne Grüße

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Ulrich Walluhn
Vorsitzender des Bürgerrates

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Was war das Ergebnis unseres Kampfes im Jahre 2008? Die zuständige Wohnungsgesllschaft KoWo GmbH Erfurt kam mit uns, dem Bürgerrat, also den angeblich verfassungs- und staatsfeindlichen Nazis, ins konstruktive Gespräch. Es kam zu einem Kompromiss über einen sozialverträglichen Teilrückbau. Das Wohngebiet Wiesenhügel blieb erhalten und wurde in den Jahren 2010 bis 2012 vollständig saniert. Es präsentiert sich heute in der Südstadt als lebens- und liebenswertes Kleinod der Thüringischen Landeshauptstadt. Flankiert wurden unsere Bemühungen von den ortansässigen Altanwohnern und der Evangelischen Kirche in Melchendorf. Keinem dieser Personenkreise kam auch nur ansatzweise in den Sinn, uns als (gewaltbereite) Nazis, also als (potentielle) Verbrecher zu verleumden.

Dieser Offene Brief war für die Herrschenden der Landeshauptstadt einfach zu viel. Majestätsbeleidigung, Gotteslästerung, Blasphemie und schlimmeres. Was hatte sich der "Wurm" Walluhn da erlaubt? Ich wurde öffentlich zum Ketzer erklärt, zum zweibeinigen Freiwild, auf das nun Jagd gemacht werden durfte. Was folgte, passt eher in ein schlechtes, drittklassiges Buch, eine üble Kriminalkomödie oder die DDR der 1980-er Jahre, als man mit Umwelt- und Kirchengruppen nach dem gleichen Strickmuster rüde umsprang. Mit Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit hatte all dies absolut nichts mehr gemein. Man könnte meinen, alles entsprang einem shizophren-faschistoiden Hirn. Leider nicht. Es war 2007 und 2008 die bittere und kaum begreifbare Lebensrealität.

Und die Jagd auf mich begann.


Der Deutschlandfunk.

Den Deutschlandfunk kannte ich schon als Kind. Und naiv wie eben so ein Kild ist, habe ich diesen Funk für eine "Freie Stimme der Freien Welt" gehalten, ganz so wie er es im Schulterschluß mit Rias Berlin jahrzehntelang im sogenannten Kalten Krieg propagierte. Doch ich musste mit Erstaunen erkennen, dass dieser Funk zu einem Propaganda-Organ dubioser linker Kräfte mutierte. Der Deutschlandfunk sendete (wohl Ende 2007 oder Anfang 2008) nachfolgende Radiobotschaft, die auch heute noch im Netz zu finden ist. Man schaue nach hier:

Deutschlandfunk

Auch diesen Inhalt möchte ich hier wiedergeben:

Der nette Nachbar von nebenan
Wie sich die NPD auf die thüringischen Kommunalwahlen vorbereitet
Von Thilo Schmidt

Ganz klares Ziel der NPD in Thüringen ist der Einzug in die Rathäuser 2009. Um das zu erreichen, gibt sie sich bieder. Viel Widerstand gibt es nicht. Die Bevölkerung reagiert eher mit einer gefährlichen Gleichgültigkeit. "Ich denke, seit gut zwei Jahren werden die Aktivitäten der NPD in Erfurt viel intensiver. Das wird darin sichtbar, dass sie erstens ganz massiv mit Infoständen sich in der Stadt präsent gemacht haben." "Also die NPD setzt zur Zeit auf eine Gewöhnung der Öffentlichkeit. Das machen sie sehr massiv, und eine andere Strategie ist natürlich auch die Mitarbeit in politischen Bündnissen, wo sie sich versuchen, als Einzelpersonen auch zu engagieren und sich zu etablieren." Der Erfurter Anger, ein zentraler Platz in der Fußgängerzone. Hier protestiert seit Jahren ein Bündnis aus Gewerkschaften, Verbänden und Parteien gegen Sozialabbau. Neuerdings mischen sich Neonazis und NPD-Funktionäre unter die Demonstranten. "Was heißt seit kürzerem, seit gut einem Jahr haben wir hier regelmäßigen Besuch von bekannten Neonazis. Es gab da auch schon mehr oder weniger Auseinandersetzungen, die kommen regelmäßig. Und mitunter provozieren sie auch."

"Liebe Erfurterinnen und Erfurter, auch von uns möchte ich dem Bündnis…" Heute bleibt alles friedlich auf dem Anger. Und doch, man musste sich an die Neonazis gewöhnen, jeden Donnerstag, immer mit ihrer Präsenz rechnen. Mitorganisatorin Karola Stange von der Linkspartei: "Also jeder hat da immer irgendwie ein Transparent in der Jackentasche, was er aufziehen kann, was er zeigen kann, wir machen immer laut und deutlich, dass wir mit Nazis zu diesen Demonstrationen nichts zu tun haben wollen. Aber es gelingt uns nicht immer, das muss man einfach sagen."

"Die NPD will ihr Bürgerschreck-Image loswerden. Und punktet mit sozialen Themen, gibt vor, antikapitalistisch und gegen Hartz IV zu sein. Und schleicht sich in bestehende Strukturen ein. Erfurter Innenstadt. Protest gegen den Abriss von Plattenbauwohnungen am Erfurter Stadtrand. Eine Demo des ‘Bürgerrates‘, einer Interessengemeinschaft betroffener Anwohner. Den Bürgerrat haben NPD und Freie Kameradschaften regelrecht gekapert."

"Der Beweis dafür war eine Demo, die war am Fischmarkt, vor dem Rathaus, das war eindeutig, der Sprecher des Bürgerrates, der Herr Walluhn, der hat sich da produziert." "Und deswegen haben wir die Allianz für Erfurt 2009 gebildet, und wir schmieden diese Allianz, und da kann der politische Gegner machen was er will, diese Allianz wird kommen und diese Allianz wird zur Wahl antreten."

Ulrich Walluhn, der Sprecher des Bürgerrates, spricht. Seine Rede findet sich im Internet wieder – in einer Videobotschaft der NPD. Nationaler Bürgerprotest. "Und fängt an die Bürger in diesem Land im höchsten Maße zu bevormunden in diesem Land. Und dagegen verwahren wir uns! Sozial geht nur national! Anders geht es nicht!"

"Die NPD hat die Technik bereitgestellt, und irgend so ein Klampfensänger der NPD hat da volkstümliche Weisen gesungen, im Umfeld war Herr Trinkaus, Herr Paul, also ist es eine eindeutige Linie."

Patrick Paul ist einer der führenden freien Nationalisten Erfurts. Vorsitzender des rechtsextremen Vereins "Schöner leben in Erfurt", der – wie die NPD - den Bürgerrat offen unterstützt. Gespräch mit Paul in einem Erfurter Café. Ins Mikrofon reden will er nicht. Thilo Schmidt: "Na gut, dann schalt ich jetzt mal aus…" Erzählt, wie er zusammen mit dem NPD-Bezirkschef auf den Sprecher des "Bürgerrates" zuging und Unterstützung angeboten hat. Die auch umgehend angenommen wurde von Ulrich Walluhn, der, so sagt es Paul, ganz genau wusste, mit wem er es zu tun hatte. Patrick Paul ist eben ein "adrett aussehender, selbstbewusst auftretender, gebildeter, junger Mann mit Sitte und Benehmen", so schreibt es Bürgerratssprecher Walluhn im Internet.

Erfurt, Wohngebiet Wiesenhügel. Schöner Blick über die Stadt. Hier stehen die Fünfgeschosser, die abgerissen werden sollen. Dass der Bürgerrat, der das verhindern will, von Neonazis übernommen wurde, wissen die Anwohner hier.

"Von der Bürgerinitiative… ich weiß nich, bin ich nicht so überzeugt …ich bin da nie hingegangen, oder wir, mit meinem Mann. S‘ liegt mir nich, die Bürgerinitiative. Ach, die bringt‘s ja sowieso nicht, wenn man sieht, wer da so drinne is, ach … nee!" Den Namen Ulrich Walluhn kennt hier jeder. Schmidt: "Was hat den denn geritten, dass er sich da mit der NPD einlässt?" "Weil mich das gar nich so, der Mann interessiert oder irgendwas, gä? Ich sage: Is ja mehr de Polizei da hier wegen dem Walluhn da hier, ge? Dass der oben immer ausrastet. Aber sonst stört mich das nicht, da machen mer halt de Düren zu und gut is." Andere dagegen finden, dass der Bürgerrat noch nicht genug tut. "Find ich okay. Aber sie setzen sich meines Erachtens nicht genug ein. Sie könnten schon mehr tun." Schmidt: "Und dass sich jetzt die NPD noch an diese Initiative rangeklebt hat?" "Möcht ich mich nicht zu äußern." Schmidt: "Warum nicht?" "Möchte ich mich nicht zu äußern." Schmidt: "Ein Problem haben Sie damit aber nicht jetzt, oder?" "Ich hab nich direkt ein Problem damit, aber ich möchte mich nicht wirklich dazu äußern. Dass se sich jetz da mit drangehängt ham."

Im nächsten Jahr sind Kommunalwahlen in Thüringen, und die NPD will in die Parlamente. Gibt sich bürgerlich und kümmert sich um die Alltagssorgen der Menschen. Stefan Heerdegen von Mobit, der "Mobilen Beratung für Demokratie - gegen Rechtsextremismus":

"Die NPD sehe ich in einem Spagat, also wirklich dem Bedienen extremer Rechter, also Neonazis, die sich in der NPD wiederfinden sollen, um zum Beispiel aus dem Spektrum der Freien Kameradschaften für die auch Wahlwerbung zu machen und andererseits eben der Notwendigkeit, einen Normalbürger auch dazu zu animieren, die NPD zu wählen. Und dann müssen sie natürlich kommunalpolitische Themen besetzen. Dann müssen sie versuchen, eine große Bandbreite an Themen zu haben. Ob das eine neue Qualität ist? In der Intensität auf alle Fälle."

Und ausgerechnet die thüringische Landesregierung ist die einzige Ostdeutschlands, die sich einer strukturellen Förderung von Beratungsstellen gegen Rechtsextremismus verweigert. Noch lebt Mobit, nachdem die Förderung des Bundesprogrammes "Civitas" ausgelaufen ist, von Übergangsgeldern des Bundes. Wie lange noch? Zu tun gibt es genug, nicht nur in den Städten, weiß auch Peter Metz, der Landeschef der Jungsozialisten. "Es ist so, dass in Gemeinden führende Neonazi-Kader auf Fotos gemeinschaftlich mit der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort zu sehen sind mit schön einer Feuerwehrkluft, und dann noch ein T-Shirt anhaben mit Aufschrift ‘Freiheit für Lunikoff‘ und solche Geschichten, es ist so, dass viele Sportvereine unterwandert werden, es ist so, dass viele Fußballspieler sich die ‘88‘ hinten drauf malen und das erst mal nicht beachtet wurde. Also das bürgerliche Lager wird von den Nazis unterwandert, und die Nazis bilden auch selber ein bürgerliches Lager, indem sie halt Hausaufgaben-Hilfe, Fahrdienste und so weiter anbieten." Hinter "Lunikoff" verbirgt sich Michael Regener, der wohl populärste Neonazi-Musiker Deutschlands, und die "88" codiert im Alphabet sind die Buchstaben "HH". 88 - "Heil Hitler".

"Rechtsextremen wird es mittlerweile sehr einfach gemacht, im ländlichen Bereich Jugendliche abzufischen. Wenn ich höre, dass es da Jugendpfleger, Jugendpflegerinnen gibt, die mehrere Dörfer abzudecken haben und maximal einmal pro Woche so einen Dorfjugendclub aufsuchen können, weil sie mehr Zeit und Ressourcen gar nicht haben, dann kann ich mir gut vorstellen, was in den anderen vier Tagen der Woche dort passiert." Neonazi-Kameradschaften in der Provinz spielen der NPD in die Hände, versuchen, Jugendklubs, Herzen und Köpfe zu erobern. Ist der Deutschlandpakt, den DVU und NPD 2005 geschlossen haben, um sich nicht gegenseitig Wählerstimmen zu klauen, am Ende? Laut Deutschlandpakt ist Thüringen, wo im nächsten Jahr neben Kommunal- auch Landtagswahlen stattfinden, Terrain der DVU. Die aber ist kaum präsent im Land.

"Also sie haben kaum flächendeckende Strukturen, kaum Protagonisten, die man öffentlich vorzeigen kann, die NPD hingegen arbeitet massiv an Mitgliederzahlen, arbeitet massiv an kommunaler Verankerung, ich kann mir nur vorstellen, dass die NPD antritt. Freie Kräfte haben auch ganz eindeutig gesagt, dass sie für die DVU keinen Wahlkampf machen würden. Und es war in Mecklenburg-Vorpommern so und auch in Sachsen so, dass der Wahlkampf der NPD auch sehr massiv von den Freien Kräften unterstützt werden musste. Irgendjemand muss die Plakate hängen, ja."

Ein Café im Stadtzentrum. Der Erfurter NPD-Chef Kai-Uwe Trinkaus gibt Auskunft. Ins Mikrofon zu sprechen lehnt er ab, weil ihm das nicht "genehmigt" worden sei. Also bleibt das Mikro unter dem Tisch liegen. Dass der Deutschlandpakt aufgekündigt sei, dürfe er nicht verkünden, das käme gegebenenfalls von ganz oben. Fünf Minuten später erzählt er, die NPD habe bereits die Listen für die Kommunalwahl erstellt. Im Kampf um Macht und Aufmerksamkeit scheut Trinkaus nicht einmal Stasi-Methoden. Er schleuste einen der seinen über eine Schnuppermitgliedschaft in SPD und Jusos ein. Dort arbeitete Andy Freitag, der eingeschleuste "Kamerad", überall mit, wo es um Gegenaktionen gegen die Rechten ging. Juso-Landeschef Peter Metz: "Also es war ganz klar ein Angriff insofern, als dass die Strukturen von uns ausgekundschaftet werden sollten, um zu gucken, wie findet antifaschistische Arbeit auch bei den Jusos statt, also er hat alle unsere Namen, hat wahrscheinlich auch viele Adressen von uns und auch viele Telefonnummern, und das war ein ganz klarer Angriff. Den hat man nicht erkannt. Der hat sich nicht irgendwie nationalistisch angezogen, sondern sah einfach nur total normal aus. So wie der nette Nachbar von nebenan, ich hab ihn jetzt schon lange nicht mehr gesehen, vielleicht hat er sich ja mittlerweile anders angezogen." Hat er nicht. Andy Freitag sieht immer noch aus wie der nette Nachbar, ist Schatzmeister im NPD-nahen Erfurter Verein "Alleinerziehende in Not", der Vorsitzende dort ist NPD-Bezirkschef Trinkaus. Die NPD räumt offen ein, ihre Leute gezielt in Parteien einzuschleusen. Der Linkspartei-Landtagsabgeordnete Frank Kuschel war bereits zwei mal Opfer eines NPD-Maulwurfs. Zuletzt schleuste sich im August 2007 ebenfalls der 21-jährige Andy Freitag als Praktikant bei den Parlamentariern ein: "Ja, es ist ein Versuch sicherlich, herauszubekommen, wie die Linke funktioniert. Wie wir also die Arbeit mit dem Bürger organisieren, wie wir also unsere Mitglieder aktivieren, und zum Glück ist das nicht aufgegangen, weil es eben in beiden Fällen zu einer Enttarnung kam."
Nach der Enttarnung von Andy Freitag versuchte die NPD noch einen letzten Triumph aus der perfiden Aktion zu ziehen und bezichtigte den Abgeordneten der sexuellen Belästigung an dem 21-jährigen Freitag: "Zuerst war es ja eine Straftat, zum Schluss war es eine Affäre, auch damit muss man leben. Da hatten sie sich jetzt den Falschen ausgesucht, da hätten sie jemanden nehmen müssen, der vielleicht nicht so konfliktfähig ist, da waren sie bei mir an der richtigen Adresse, dass man damit relativ souverän umgeht, wobei ich sagen muss, das hat mich doch schon innerlich ein bisschen aufgewühlt, weil ich nicht gedacht hätte, dass es so sehr in die persönliche Auseinandersetzung geht."
NPD-Chef Trinkaus behauptet, neben dem bereits enttarnten Andy Freitag noch ein weiteres, bislang nicht enttarntes U-Boot im Landtag installiert zu haben. "Also Herr Trinkaus hat gesagt, dass das eine Strategie ist, und dass die NPD noch viel, viel mehr Leute hat, und dass die Jusos und die Linkspartei sich auf was gefasst machen können." Allerdings zweifelt manch ein Erfurter an der Zurechnungsfähigkeit von Trinkaus und glaubt an Säbelgerassel. Unbestritten ist aber, Trinkaus, der bis Anfang der Neunziger beim Erfurter Ordnungsamt beschäftigt war, hat bis heute gute Kontakte in die Behörde. So ist zu vermuten, dass er aus einem Ermittlungsverfahren an Namen und Adressen von Antifa-Aktivisten gekommen ist, die er sodann im Internet veröffentlichte. "Wenn man früher in der Stadtverwaltung gearbeitet hat, dann ist es auch logisch, dass da die Kontakte nicht völlig abbrechen, und dass da man sich früher vielleicht mal Freunde gemacht hat, die möglicherweise auch heute noch Herrn Trinkaus bestimme Fakten stecken."

Trinkaus - noch ohne Maulkorb – im ARD-Magazin Kontraste:
Reporter: "Wie sind die Namen und Adressen zu Ihnen gelangt?"
Trinkaus: "Das möchte ich an dieser Stelle nicht kommentieren."
Reporter: "Warum nicht?"
Trinkaus: "Weil ich…eh…gute Beziehungen in dieser…eh…Stadt hinsichtlich der…Schneiden! Das müssen wir rausschneiden!"

Doch nicht nur in Erfurts Ordnungsamt werden Trinkaus gute Kontakte nachgesagt, sondern auch ins gewaltbereite Neonazi- und Hooligan-Milieu. Vermehrt wurden in Erfurt Personen aus dem linken Spektrum zusammengeschlagen. Dagegen wirken Winkelzüge wie die Unterwanderung und anschließende völlige Übernahme des Bundes der Vertriebenen in Erfurt fast harmlos. Einer, der sich schon lange gegen Neonazis in Erfurt engagiert, ist der Verdi-Sekretär Angelo Lucifero. Lange schon ist sein Auto, seine Wohnung und er selbst das Ziel rechtsextremer Gewalt.

"Nazis von der Montagsdemo in Eisenach wollten mich angreifen, Polizei stand nebendran – nichts gemacht. Anfang Juni 2007 in Erfurt: Viele Jugendliche, die sich gegen eine Nazi-Kundgebung gewehrt haben, aber keine Gewalt gemacht haben, sondern mit Plakate, Transparente und so, wurden von der Polizei niedergeschlagen, und drei Nazis haben mich niedergeschlagen, die Polizei stand nebendran – nichts gemacht." Lucifero stattete sich mit einer – wie er sagt – harmlosen Gaspistole aus, um sich gegen Übergriffe zu wehren. Der nächste Übergriff ließ nicht lange auf sich warten, und erst nach Luciferos Warnschüssen ließen die Neonazis von ihm ab. Verdi Thüringen spricht dem engagierten Gewerkschafter daraufhin die Kündigung aus. Die Neonazis feiern den Sieg über einen, wie sie sagen, "gewerkschaftlichen Kleinkriminellen", reden vom "Tauwetter" bei Verdi und rufen die Gesinnungsgenossen zum massenweisen Eintritt auf. "Der Chef der NPD Erfurt ist ins Verdi-Haus, wollte eintreten. Eine engagierte Sekretärin, die hat ihn zum Glück erkannt, hat das abgelehnt und hat gleich angeordnet: ‘Ey raus hier, hier ham Sie nichts zu suchen!‘"
Bei Verdi haben die Neonazis ihr Ziel verfehlt. Und auch Angelo Lucifero bleibt bei Verdi beschäftigt – nach einer Einigung mit dem Bundesverband. In Thüringen darf er aber nicht mehr für Verdi arbeiten. Also doch ein kleiner Etappensieg der Rechten. Lucifero ist krank geworden über die Ereignisse, seine Ausspracheprobleme eine Folge des Tinnitus. Steffen Dittes von den "Gewerkschaftern gegen Rechts": "Hier hat es eben kein solidarisches Verhalten mit einem Kollegen gegeben, der Opfer Rechtsextremer geworden ist. Das heißt nicht, dass Solidarität immer unkritisch sein muss, es hätte sicherlich genug Platz auch für eine kritische Solidarität gegeben, aber auch dazu war Verdi nicht bereit."

Erfurt, Friedrich-Ebert-Straße, in Sichtweite des Landtags. Eine schlichte Sporthalle. Hier trainiert der "SV Vorwärts Erfurt". Ein Sportverein, gegründet von Rechtsextremen. "Beschäftigt sich hauptsächlich mit Badminton, aber es ist offiziell mit Fotos belegt worden, dass sie tatsächlich Kampfsport betreiben. Und das Problematische ist, dass sie das eben in einer städtischen Turnhalle machen. Nachdem diese Fotos aufgetaucht sind, wurde leider nicht mit Kündigung reagiert, sondern es wurde ihnen eine andere Turnhalle zugewiesen, wo es einen Hausmeister gibt, der dann gelegentlich mal nach denen gucken sollte. Find ich nicht die beste Umgehensweise damit. Klüger wär wohl gewesen, sie einfach rauszuschmeißen, denn das hatten sie nicht angemeldet." Der Hausmeister allerdings, der gelegentlich mal nach den Rechten sehen soll, scheint seine Aufgabe eher darin zu sehen, die Sportler gegen kritische Presse zu verteidigen.

"Nach der Fernsehsendung hat wohl ooch die Lust n bissel nachgelassen, dass nich mehr so viele kommen. Weil es muss ja wohl auch ne Hetzsendung gewesen sein, und sowas in einem sogenannten demokratischen Staat."
Schmidt: "Aber rechtsextrem zu sein ist jetzt auch nicht gerade ein Kavaliersdelikt." "Also wenn man sich mal so die letzten Jahre anguckt, dann kann man wohl davon ausgehen, dass mit der rechtsextremen Gewalt nicht mehr allzu viel Staat zu machen ist, das sind jetzt wohl eher die Punker, die die Gewalt ausüben." Die "Punker", die Gewalt ausüben – Im Kleinen funktioniert die Propaganda schon. Langsam trudeln die ersten Sportler ein. Schmidt: "Sind sie vom SV Vorwärts? Hmm? Kommen die heute gar nicht?" Neonazi: "Ich red mit Ihnen nicht!" Auch der Vorsitzende des SV Vorwärts gibt sich wortkarg. Es ist Andy Freitag. Jener Andy Freitag, der für die NPD die Jusos und die Linke bespitzelte.
Schmidt: "Hallo Herr Freitag, was wird denn heut gespielt? Federball?" Freitag: "Selbstverständlich!" Schmidt: "Sagen Sie, Sie sind doch ein eingetragener Verein. Da kann man doch ein bisschen Öffentlichkeitsarbeit machen, oder?"
Schmidt: "Na ja, dann viel Spaß, ne? Bei den Leibesübungen…"

Die extremen Rechten in Thüringen geben sich extrem bürgerlich. Und mimen mit biederer Miene die Kümmerer in den Fragen des Alltags. Es gilt, 2009 in die Rathäuser einzuziehen. "Wenn die Nazis so weitermachen und es keinen organisierten Widerstand gibt, dann werden wir 2009 auf jeden Fall erschrocken sein, ja."


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Dies ist Propaganda der übelsten und primitivsten Art. So dumm haben sich nicht mal Karl Eduard von Schnitzler (DDR-Sendung "Der Schwarze Kanal" ) oder Jupp Goebbels angestellt. Man kann es auch als ideologische Diversion bezeichnen. Mit der Lebensrealität 2007/2008 hat dieses Machwerk freilich gar nichts gemein. Verdrehungen, Entstellungen, Halbwahrheiten, Unwahrheiten. Eine krude üble Mischung aus an den Haaren herbeigezogenen themenfremde Textbausteinen, gefertigt nach dem Motto: "Ein dummes Volk regiert sich leichter". Die "Aktuelle Kamera" der DDR von 1989 lässt grüßen! Pressefreiheit und Presseverantwortung in einem Rechtsstaat sehen anders aus.
Und wenn ich heute Dresdener, Leipziger oder Suhler Wutbürger sehe, die "Lügenpresse" scandieren, dann stellt sich mir unverzüglich die Frage, ob die Bürger nicht doch Recht haben könnten mit der Lügenpresse. Den Lügen-Deutschlandfunk jedenfalls konnte ich live erleben.


Die Zeitungen.

Die große "Thüringische Landeszeitung" (TLZ) und die noch größere "Thüringer Allgemeine" (TA) schossen sofort in das gleiche Horn. Gleichgeschaltete Presse. Man kann es hier lesen:

TLZ und TA

Gefunden in der TLZ:

Bürgerrat disqualifiziert sich - Rechtsextrem unterwandert
Erfurt. (tlz) Dringend jede Zusammenarbeit aufkündigen mit dem selbsternannten "Bürgerrat", der sich gegen Abrisspläne der KoWo amWiesenhügel wendet - diese Empfehlung gibt der Kreisverband von Die Linke an Stadtverwaltung, KoWo und alle anderen Demokraten. Grund: In Ausgabe 1 des Bürgerrat Informationsblattes wird spätestens deutlich, dass sich das Gremium im vollen Wissen um die rechtsextremistische Herkunft und Einstellung des NPD-Vereins "Schöner leben in Erfurt" von diesem unterstützen lässt und mit dessen Protagonisten Patrick Paul und dem NPD-Kreisvorsitzenden Kai-Uwe Trinkaus Gespräche führe. Alle zuvor gegebenen Hinweise und Warnungen seien von Vertretern des Bürgerrates abgewiegelt worden, sagt Falk Przewosnik, stellvertretender Vorsitzender des Stadtverbandes Die Linke: "Der selbsternannte Bürgerrat verlässt mit der Zusammenarbeit mit Rechtsextremisten demokratischen Boden und verliert seine Legitimität." Vertreter der berechtigen Bürgerinteressen sei nurmehr die Bürgerinitiative "Der Wiesenhügel muss leben!"
Auf Nachfrage der TLZ bestätigte Ulrich Walluhn, Vorsitzender des selbsternannten Bürgerrates, die Gespräche und Hilfe beim Druck des Infoblattes durch den Verein "Schöner leben in Erfurt". Er sehe "kein Problem" im Verweis auf den NPD-Verein als Unterstützer und eine Anzeige mit Kontaktadresse der "Bürgerstimme" im Bürgerrat-Infoblatt, wie er der TLZ sagte. Er habe sich schließlich umfänglich über beide informiert und sei zum Schluss gekommen, dass es sich bei Paul lediglich um einen "national-konservativ-patriotisch" gesinnten Mann handele, "und keinen Rechtsextremen", so Walluhn. Er teile nicht alle seiner oder Trinkaus´ Positionen, müsse dies aber auch nicht. So lange im Blatt oder Verein gegen Mitglieder oder Mitwirkende keine Straftatbestände vorzufinden seien, wäre gegen eine Zusammenarbeit nichts einzuwenden.
Im Infoblatt des Bürgerrats darf Paul, führender Kopf der so genannten Freien Kräfte in Erfurt, indes über die "bundesrepublikanische Rumpfgemeinschaft" und einen "besseren Staat" schwadronieren. Das Unterwandern von Vereinen durch Rechtsextreme ist keine neue Masche: So hat unlängst der Verein zum Wiederaufbau des westlichen
Wachhäuschens am Hirschgarten Kai-Uwe Trinkaus aus dem Verein geworfen (TLZ berichtete). Als bekannt geworden war, dass der NPD-Kreisvorsitzende Mitglied ist, waren Spenden ausgeblieben. Und auch unter die Teilnehmer der Donnerstagsdemo mischten sich jetzt wieder Rechtsextreme, was das Bündnis für soziale Gerechtigkeit nicht länger
hinnehmen will: Es wende sich klar gegen Rechtsextremismus, so Dr. Reinhard Duddek im Namen des Bündnisses, was am Donnerstag, 20.September, um 17 Uhr Thema der Demonstration sei. Demokraten seien aufgefordert, sich solidarisch zu zeigen. Das Bündnis fordere soziale Gerechtigkeit für alle Menschen - die Rechtsextremisten im Unterschied
dazu nur für die von ihnen propagierte "deutsche Volksgemeinschaft".
14.09.2007 Von Frank Karmeyer


Gefunden in der TA:

Bürgerrat stützt sich auf Rechtsextreme
WIESENHÜGEL.Erfurter Neonazis versuchen, sich als Interessenvertreter der Wiesenhügel-Bewohner zu etablieren. Unterstützung kommt ausgerechnet von jenem Bürgerrat, der sich unabhängig nennt. Am Ende konnte nur noch die Polizei weiterhelfen. Als dieser Tage die SPD einen Infostand in dem vom Abriss bedrohten Wohngebiet aufgebaut hatte, versuchten Rechtsextreme, die Veranstaltung zu okkupieren. Einer derer, die für den Notruf kein Verständnis hatten, war Ulrich Walluhn. "Wir reden mit jedem!", sagt der Chef des Bürgerrats vom Wiesenhügel. Auch mit der NPD? "Auch mit der NPD." Hitleristen seien das auf keinen Fall. Ansonsten wäre bei ihm "Schluss mit lustig!"
Weniger lustig finden engagierte Bürger indes, dass sich der Bürgerrat ausgerechnet von einem gewissen Patrick Paul protegieren lässt. Der sich im Dunstkreis der Nazis bewegende Paul steht dem Verein "Schöner Leben in Erfurt" vor. In diesem darf nur Mitglied werden, wer ein Deutscher ist. Nachfragen dazu wiegelt der Bürgerratsvorsitzende ab.
Die Gesinnung des Herrn Paul sei dessen Privatvergnügen. Gerade erst wurde vom Bürgerrat ein Faltblatt verteilt, zu dem der Schöner-Leben-Chef einen größeren Text beisteuern durfte. Zudem wird in dem Flugblatt für eine Postille geworben, die in der Manier antisemitischer Hetzblätter der 20er Jahre gehalten ist. Offiziell heißt es, man gebe doch nur dem kleinen Mann eine Stimme. Was auch sonst . . .
"Der Bürgerrat sehnt sich nach Anerkennung", meint Jörg Schwäblein, Ratsherr der CDU. Er unterhält im Wohngebiet ein Bürgerbüro und weiß sehr wohl um den mitunter verzweifelten Kampf gegen die Abrisspläne. "Das haben die Braunen erkannt und nutzen es aus." Wolfgang Metz von der SPD-Fraktion sieht das ähnlich. Er spricht von einer Wortergreifungsstrategie. Der Stadtverband der Linken hat die Stadtverwaltung und die Kowo aufgefordert, alle Kontakte zum Bürgerrat abzubrechen. Er habe den demokratischen Boden verlassen. Mirko KRÜGER
PS: Der Bürgerrat ist nicht identisch mit der ebenfalls aktiven Bürgerinitiative.
14.09.2007

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Also liebe Leute, liebe Leser. Auch im Abstand von 7 Jahren kann ich nur mit dem Kopfe schütteln, was in dieser Demokratischen Republik unter Pressefreiheit verstanden wurde und verstanden wird. Hier fällt mir nur ein geflügelter Satz ein: Ein kluges Wort - schon ist man Kommunist. Ein offenes Wort - schon ist man Nazi. Wer hier nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes stand, entlarvt sich beim Lesen der Texte von selbst.


Die linksextreme Antifa.

Noch "einen drauf" setzte dann die linksextreme und in der Tat grundgesetzfeindliche und gewaltbereite, militante, extremistische Antifa, die über viele Jahre jeden Donnerstag Hand in Hand mit der Linkspartei, alias PDS, alias SED-PDS, alias SED auf dem Erfurter Anger gegen Hartz 4 demonstrierte. Man lese im Netz hier:

Anitifa Erfurt

In diesem "Artikel" sind mehrere Fotos von mir zu sehen, die zu einer Bildfälschung umgearbeitet wurden. Wie dort dargestellt sah ich niemals aus. Haarschnitt und Bart stimmen nicht. Es wurde eine Hitlerparodie erzeugt. Und auch NPD-Parteifahnen hat es auf den Demonstrationen des Bürgerrates nicht gegeben.


Bürgerrat - Rettet den Wiesenhügel" & NPD Hand in Hand
Am 19.09.2007 kam es vor dem Erfurter Rathaus auf dem Fischmarkt zu einer ungewöhnlichen Kundgebung. Scheinbar normale Bürger gaben sich dort ein Stelldichein mit fein herausgeputzten altbekannten Neonazis wie Kai-Uwe-Trinkaus (NPD) nebst seinem ewigen Begleiter Hanjo Wegmann, außerdem Patrick Paul, Dominik Weinlich (JN) sowie dem "Sicherheitsexperten" Patrick Panser.
Die Deutschlandfahne hing brav am Tisch. Die "Bürger" halfen auch mal der NPD, ihr pseudoantikapitalistisches Transparent zu halten. Ein Nazibarde gab etwas von Heimatgefühlen und Deutschland zum Besten.
Die Reden waren auch aufschlussreich wie unappetitlich. Es wurden alle Register der Opfermythen gezogen: von der "Vertreibung aus dem Osten", der "DDR-Diktatur" bis hin zur "Wende", gerierten sich die Anwesenden zu Opfern von Kommunistischer Diktatur und "Abzockern" aus dem Westen. Kein Wort wurde darüber verloren, dass der sogenannten "Vertreibung" ein Angriffskrieg der Deutschen und der Holocaust vorausgingen sowie ZwangsarbeiterInnen verschleppt wurden. Dass in der DDR sich die Wenigsten wirklich dissident verhielten, und dass nach der Wende rassistische Gewalt auch auf dem zu "rettenden" Wiesenhügel an der Tagesordnung ist, wurde auch nicht beachtet. Eher waren Verschwörungstheorien zu hören und wurde die "Volksgemeinschaft" angerufen.
Was sich hier zusammenbraut, ist eine Melange aus rechtem Volksmob und politischen Emporkömmlingen aus der rechtsextremistischen Ecke. Dies alles firmiert unter dem Deckmantel des "gewaltfreien Bürgerprotestes". Neonazikader in Erfurt versuchen schon in letzter Zeit durch rege Vereinstätigkeiten, wie z.B. "Schöner Leben in Erfurt e.V." sowie "Alleinerziehende in Not e.V.", und der Unterwanderung des "Bundes der Vertriebenen", sich ein bürgerliches Image zu geben. Dabei wurde auch an diesem Tag versucht, politische GegnerInnen mit Bemerkungen wie: "Wir wissen alles über euch!", einzuschüchtern.

Da der "Bürgerrat" vom Wiesenhügel sich offen zur NPD bekennt und darüber hinaus kritikresistent zu sein scheint, sich gar rechtsextremer Argumentationsmuster bedient, ist er als rechtsextremistische Gruppierung einzustufen und gehört politisch bekämpft.

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Dem ist nun wirklich nichts hinzuzufügen. Es liest sich wie das Dossier der DDR-Staatssicherheit über eine Erfurter Kirchengruppe 1985.


Hexenjagd und unheilige Inquisition 2007 bis 2008.

von Ulrich Walluhn - am 31.03.2015 15:30

Hexenjagd 2015 bis ? (2.Teil)

Im März 2008 zog ich mich nach einem üblen Vorfall - Überfall auf meine Erfurter Wohnung durch vermummte Kräfte - aus aller Öffentlichkeit und der aktiven Politik zurück. Es galt auch meine Familie zu schützen. Ich habe mich auf meine Eisenbahngeschichte und Sachfotografie konzentriert.

Doch die Inquisitoren und Hexenjäger von 2008 geben keine Ruhe. Mit der Gründung des "Kritischen Eisenbahnforums" im April 2015 trat ich erneut an die Öffentlichkeit. Diesmal nicht mit Themen der Tagespolitik, sondern neben fachbezogenen Texten auch mit den Machenschaften und (fast) mafiösen Sturkturen des sogenannten Eisenbahn-Kommerzes. Alles muss ans Licht, so dachte ich richtig. Und so denke ich auch heute noch.

Kurz nach der Umwandlung des "Kritischen Eisenbahnforums" in ein moderiertes Forum hat sich ein Schreiberling bei Wikipedia gegen mich in Stellung gebracht. Offenbar aus Wut, nicht mehr am alten Ort trollen, mobben und hetzen zu können.

Die Wikipedia.

Über Wikipedia und Co. habe ich mir in der Vergangenheit keine großen Gedanken gemacht. Ab und zu schaute ich nach Einzelbegriffen, nicht mehr, nicht weniger. Wikipedia eben.

Und nun finde ich mich selbst bei Wikipedia. Leider in sehr unrealistischer und teilweise gar ehrabschneidender Weise. Die Entferung eines solchen Machwerkes dürfte nur mit Rechtsanwälten zu bewerkstelligen sein. Über mehrere Tage hinweg hat Wikipedia - in den USA ansässig - mit mir Katz und Maus gespielt. Lange Rede, kurzer Sinn. Schon ganz weit oben bei Google auf der ersten Seite erscheint nachfolgendes:

Wikipedia Ulrich Walluhn

Ulrich Walluhn (* 2. Februar 1959 in Erfurt) ist ein deutscher Autor, der sich in seinen Schriften mit Themen des Eisenbahnwesens beschäftigt.

Walluhn studierte nach eigenen Angaben nach dem Besuch der Erweiterten Oberschule und dem Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee ab 1980 an der Technischen Hochschule Ilmenau und an der Hochschule für Verkehrswesen in Dresden, allerdings ohne einen akademischen Abschluss zu erreichen. Zudem arbeitete er bei der Deutschen Reichsbahn, zunächst als ungelernter Hilfsarbeiter, später als EDV-Techniker.
Seit den 1990er Jahren ist Walluhn schriftstellerisch tätig. Er gibt an, sich für seine Schriften zur Eisenbahngeschichte vorwiegend auf Archivalien zu stützen, etwa auf Unterlagen der Sowjetskaja Wojennaja Administrazija Transporta (SWAT), der sowjetischen Militärtransportverwaltung.[1] Sein bisher letztes Buch, das sich den Lokomotiven und Triebwagen im Gebiet der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands widmet, erschien 2004. Es wurde von der Fachpresse im Tenor positiv besprochen und von dem Magazin Drehscheibe als „wertvolle Bereicherung“ bezeichnet.[2] Aus Walluhns eigenem Archiv stammt ein Umzeichnungsplan der Polnischen Staatsbahnen (PKP), der von 1928 herrühren soll und den Walluhn in den 1980er Jahren der Fachwelt präsentierte, die sich davon zunächst wichtige Erkenntnisse versprach. Nachdem nach 1990 osteuropäische Archive zugänglich wurden, wurden jedoch Zweifel an dem Plan laut. Dieser gilt nach heutigem Kenntnisstand als nicht authentisch. Der österreichische Ingenieur und Autor Reimar Holzinger bezeichnet ihn als „total unseriöses Machwerk“ und stellt auch die Authentizität weiterer Dokumente aus dem Archiv Walluhns in Frage.[3]
Walluhn war von 1985 bis 1989 Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Für Aufsehen sorgte seine Tätigkeit als Vorsitzender einer Erfurter lokalpolitischen Initiative, die 2007 und 2008 vor der anstehenden Thüringer Kommunalwahl eng mit der rechtsextremen Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) zusammenarbeitete.[4][5][6][7]

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Nur wenige Menschen werden sich die Mühe machen, auch die Seite Diskussion anzusehen und meine Gegendarstellung lesen. Man schaue nach hier:

Diskussion Ulrich Walluhn

Gegendarstellung!
Liebe Leute, wenn hier schon über mich als Person geschrieben wird, dann bitte sachlich und fachlich richtig und bitte nicht in Form von Halb-, Teil- und Unwahrheiten. Wikipedia erhebt einen wissenschaftlichen Anspruch. Wir sind hier nicht im Steinzeitkommunismus 1989. Wikipedia kann nicht als Plattform für Rachefeldzüge gewisser "verrückter" Eisenbahnfans missbraucht werden.
SED: Ich war von Mitte 1985 bis Mai 1989 als junger Mann zähneknirschend Mitglied dieser Partei, weil ich zu Ende studieren wollte. Ohne Parteimitgliedschaft hätte ich von der Deutschen Reichsbahn keine Delegierung bekommen. 1986 erhielt ich die erste Parteistrafe, 1987 die zweite. Am 10.Mai 1989 trat ich aus, da ich a) mich nicht zur Wahlfälschung missbrauchen lassen wollte und b) nicht bereit war den Kampfgruppen beizutreten um ggf. auf das eigene Volk zu schießen.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Walluhn

Also meine Damen und Herren. Ich beobachte seit Stunden eine gewisse Betonkopfmentalität. Offenbar will man nicht begreifen, dass hier Persönlichkeitsrecht verletzt wird. Also müssen wir die Sache wohl leider doch auf anderem Wege klären.
Ulrich Walluhn

Da ich nicht weiß wie lange eine Versionsgeschichte hier im Netz bleibt, stelle ich eben meinen Text (der mit eselshafter Störrigkeit immer wieder zurückgeschaltet wird) hier hinein. Damit wird der Wahrheit ein Stück näher kommen und die Leser nicht einer Desinformation aufsitzen müssen. Also:
Walluhn studierte nach eigenen Angaben nach dem Besuch der Erweiterten Oberschule und dem Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee ab 1980 an der Technischen Hochschule Ilmenau und an der Hochschule für Verkehrswesen in Dresden, allerdings ohne einen akademischen Abschluss zu erreichen, da er zweifach aus politischen Gründen exmatrikuliert wurde. Zudem arbeitete er bei der Deutschen Reichsbahn, zeitweise als ungelernter Hilfsarbeiter, später als EDV-Techniker.
Seit den 1980er Jahren ist Walluhn schriftstellerisch tätig. Er gibt an, sich für seine Schriften zur Eisenbahngeschichte vorwiegend auf Archivalien zu stützen, in Einzelfällen auch auf Unterlagen im Zusammenhang mit der Sowjetskaja Wojennaja Administrazija Transporta (SWAT), der sowjetischen Militärtransportverwaltung.[1] Sein bisher letztes Buch, das sich den Lokomotiven und Triebwagen im Gebiet der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands widmet, erschien 2004. Es wurde von der Fachpresse im Tenor positiv besprochen und von dem Magazin Drehscheibe als „wertvolle Bereicherung“ bezeichnet.[2] Aus Walluhns eigenem Archiv stammt ein Umzeichnungsplan der Polnischen Staatsbahnen, der von 1928 herrühren soll und den Walluhn in den 1980er Jahren einer Einzelperson präsentierte, die sich davon zunächst wichtige Erkenntnisse versprach. Nachdem nach 1990 osteuropäische Archive zugänglich waren, wurden jedoch Zweifel an dem Plan laut. Dieser gilt nach heutiger Auffassung einer Gruppe Eisenbahnfreunde als nicht authentisch. Der österreichische Ingenieur und Autor Reimar Holzinger bezeichnet ihn ohne Gegenkontrolle als „total unseriöses Machwerk“ und stellt auch die Authentizität weiterer Dokumente aus dem Archiv Walluhns in Frage.[3]
Walluhn lebt heute zeitweise in der Erfurter Siedlung Wiesenhügel.
Walluhn war von Mitte 1985 bis Mai 1989 Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) und trat dann dort aus. Für Aufsehen sorgte seine Tätigkeit als Vorsitzender einer Erfurter lokalpolitischen Initiative (Bürgerrat), die 2007 und 2008 vor der anstehenden Thüringer Kommunalwahl mit Bürgern unterschiedlichster politischer Heimat zusammenarbeitete, von denen einige seitens der Stadtverwaltung Erfurt als poltisch rechts eingestuft wurden.[4][5][6][7] Walluhn ist seit April 2008 politisch nicht mehr aktiv.

Ich muss einschreiten. Was soll der Unsinn? Ich arbeite mit keiner NPD zusammen und habe dies auch nie getan. Ich bin kein politischer Aktivist (und hätte auch gar keine Zeit für solche Spielchen). Seit 2008 habe ich mich aus politisch-öffentlichen Dingen zurückgezogen.


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Nun kann jeder Leser beide Textversionen vergleichen und sehen, wie "ausgezeichnet" sich die deutsche Sprache zur Tatsachenverdrehung eignet. Manchnal genügt ein entferntes oder hinzugefügtes Wort.

Und schon wird aus dem Bürgerprotest des Bürgerrates von 2007/2008 eine NPD-Initiative zur Thüringer Kommunalwahl 2009. Wer hat besser gelogen? Eine neue Show im reißerisch-schrillen und plump-primitiven Privatfernsehen: Wer lügt besser? Wikipedia oder Antifa?


Der Herr Pospichal.

Ebenso wie die Herren Reimar Holzinger (unter Umständen bereits verstorben) und Roland Beier aus Wien kenne ich den Österreicher Josef Pospichal nicht, und diese 3 Herren kennen auch mich nicht. Nun kann man sarkastisch die Show im Privatfernsehen "Wer lügt besser" auch auf den Punkt bringen "Wikipedia oder Pospichal". Jener äußert sich auf seiner Heimseite nicht gerade charmant über mich, sondern ein wenig rüde:

Pospichal

Achtung: Aufzeichnungen und Listen der Herren Walluhn und Nurminen sind durch die neueren und gesicherten Angaben von Dipl.-Ing. Reimar Holzinger und Roland Beier widerlegt. Aus diesem Grund lesen Sie bitte hier die von R. Holzinger verfasste Darstellung:

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Als nun in der Zeit nach 1980 von einem Herrn U.Walluhn aus Erfurt ein anscheinend vollständiger Umzeichnungsplan der PKP vom 17.4.1928 verbreitet wurde, schienen die bisher nicht zu klärenden Fragen gelöst zu sein, denn dieser Plan enthielt detaillierte Angaben, wie frühere Bezeichnungen, Erzeugerfirma, Baujahre und Werksnummern für praktisch sämtliche Lokomotiven, die ab 1918 in den Bestand der PKP-A gekommen waren. Bei näherer Überprüfung erhoben sich jedoch einige Zweifel an der Authentizität dieser Listen:

a. Es ist niemals ein Originaldokument oder auch nur ein Teil davon vorgelegt worden, was bei den vorerwähnten Verhältnissen zur Zeit ihres Erscheinen noch verständlich wäre;
b. Die vom Autor vorgebrachten Umstände der Entstehung (durch Abschreiben in einem Kellerraum der Direktion Lwów/Lemberg der sowjetischen Eisenbahnen) erschienen aus den gleichen Gründen aber wenig plausibel;
c. Es fanden sich eine Reihe von offenkundigen Fehlinformationen, wie z.B. die Eintragung mehrerer Lokomotiven der Reihe Pf 12 (ex kkStB 308), die nachweislich immer in Österreich und niemals in Polen waren.

Da nach 1990 neue amtliche und daher authentische Informationen zugänglich geworden sind, wie das Kesselbuch der PKP von 1936, und durch Kopier- und Computertechnik neue und effizientere Arbeitsmethoden verfügbar waren, wurde es möglich, die vorhandenen Dokumentationen neu auszuwerten. Dabei sollten alle bisherigen von privater Seite gelieferten Informationen weitgehend vernachlässigt und nur amtliche Dokumente als Quellen benützt werden. Dipl.-Ing. Ingo Hütter (Celle, Deutschland) hat dazu die bei den Arbeiten der für die Übergabe von Lokomotiven aus dem Deutschen Reich verantwortlichen internationalen Kommission (Tanaka-Kommission) verwendeten Papiere sowie die Übergabeprotokolle der von der preussischen Eisenbahnverwaltung nach Polen abgetretenen Lokomotiven kopiert und bearbeitet. Mag. Jerzy Wasilewski (Warszawa, Polen) erstellte aus dem erwähnten Kesselbuch der PKP und verschiedenen anderen Informationen eine Computerliste des Lokomotivparks der PKP zwischen 1936 und 1938. Dipl.-Ing. Reimar Holzinger (Wien, Österreich) konnte im Staatsarchiv Wien Dokumente der Vorgänge anlässlich der Aufteilung des rollende Materials der österreichisch-ungarischen Monarchie hinsichtlich der Übergabe österreichischer und ungarischer Lokomotiven an Polen auswerten und kopieren. Diese zuletzt angeführte Arbeit soll nun beschrieben und eine Zusammenfassung ihrer Ergebnisse vorgelegt werden.

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Eine Bewertung der "Umzeichnungsliste 1928"
An Hand der hier angeführten Tatsachen und der Ergebnisse der Nachforschungen über die Umstände der Übernahme deutscher Lokomotiven durch PKP lässt sich eine Bewertung der vorgeblichen "Umzeichnungsliste 1928" vornehmen.
Wenn sie zwar eine große Anzahl auch anderweitig überlieferter und dokumentarisch gesicherter Daten enthält, so haben die Erhebungen in den Archiven schwerste Mängel und Fehlinformationen aufgedeckt und grundsätzliche Fragen aufgeworfen:
1. es sind Daten für zahlreiche kkStB- und KPEV-Lokomotiven (in einigen Fällen, wie Oc1, von ganzen Baureihen) angeführt, die nachweislich niemals in Polen waren;
2. von einer größeren Anzahl älterer kkStB-Reihen sind PKP-Nummern nach dem Schema von 1922 angegeben, obwohl diese Reihen zur Zeit dessen tatsächlicher Anwendung schon zur Gänze nicht mehr im Bestand der PKP gewesen sind;
3. vor allem erscheint es absolut fraglich, welches Interesse die Generaldirektion der PKP bewegen konnte, im Jahre 1928 - ein Jahr nach dem sie in den "Charakterystyka" nur mehr Angaben über noch bestehende Lokomotiv-Reihen veröffentlichte - eine komplette Liste der detaillierten Lokomotiv-Identitäten (frühere Nummer, Hersteller, Baujahr, Werksnummer) zu verfassen und an ihr untergebene Dienststellen zu versenden, unter Einbeziehung von Lokomotiven, die vielfach schon seit einem halben Jahrzehnt nicht mehr im Dienst der Bahn standen oder gar nicht mehr existierten.
4. ebenso fraglich ist es, ob mit den täglichen Aufgaben der Administration einer Eisenbahn befasste Beamte jene Motivation eines Erforschers von Details der Eisenbahngeschichte haben konnten, sich der Mühe und dem Aufwand einer solchen, für ihr Tagesgeschäft völlig nutzlosen Arbeit zu unterziehen.
Es muss daher mit Bedauern abschließend festgestellt werden, dass bis zur Vorlage von unter normalen Umständen überprüfbaren Beweisdokumenten die "Umzeichnungsliste der PKP 1928" als total unseriöses Machwerk anzusehen ist und von jeder Benützung von Angaben daraus nur dringend gewarnt werden kann. Das gleiche gilt übrigens auch für die Listen der Lokomotiven der lettischen (LVD) und litauischen (LG) Staatsbahnen 1918-1940 des selben Urhebers.

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Liebwerther Herr Josef Pospichal. Ich möchte an dieser Stelle nicht auf die fachlichen Einzelheiten dieser Ihrer Ausführungen eingehen. Es geht um prinzipielle Dinge.
1. Ich habe nach 1980 (richtiger nach 1986) keinen solchen Plan verbreitet, sondern eine Abschrift eines Freundes an eine einzige Person in der damaligen Bundesrepublik übergeben. In Form der Abschrift der Abschrift, weil es technisch in der DDR nicht anders ging. Und diese Person hat sie - ohne mein Wissen und ohne meine Erlaubnis - weiter verbreitet. Dies ist ein gewaltiger Unterschied.
2. Alle von Ihnen genannten Unterlagen im Zusammenhang mit meiner Person sind nicht "in einem Kellerraum in Lemberg" abgeschrieben, sondern liegen einem Freund von mir im Original vor. Im Original. Auch das ist ein gewaltiger Unterschied. Diese Originale lagen lange Jahre in einem Keller. Richtig.

Das ist wie stille Post. Aus "Heute haben wir 10.00 Uhr eine Sonnenfinsternis. Wir versammeln uns mit dem Direktor auf dem Schulhof." wird am Ende: "Um 10.00 Uhr wird der Direktor hinter der Sonne verschwinden."

Ich möchte mich nicht in die gleichen sprachlichen Niederungen begeben, das heißt von Machwerken sprechen. Ich möchte nur auf einen Tatbestand hinweisen. Schauen wir uns einmal auf Ihrer Heimseite um. Etwa hier:

Heimseite Pospichal

Wenn man ganz links anklickt, kommt man auf Seiten mit Listen österreichischer Dampflokomotiven. Alles soweit ehrenwert. Eine ausgezeichnete Fleißarbeit. Aber ohne jede Wissenschaftlichkeit. Diese ist nicht einmal ansatzweise erkennbar. Es sind, wenn ich mir gestatten darf es respektos auszudrücken, Lokfan-Listen, also Listen eines oder mehrerer Lokfans, unter Spöttern auch "Pufferküsser" oder "Nietenzähler" genannt. Zu den Loklisten finden sich keinerlei Quellen. Das ist mehr als schade. Ab und an findet man ganz unten die Anmerkung: Handschriftliche Aufzeichnungen Schmeiser (und andere). Lieber Herr Pospichal, schon diese handschriftlichen Aufzeichnungen sind nur Quellen dritter Ordnung ohne jeden Herkunftshinweis, also Tertiärquellen, und deren Umbarbeitungen bei Ihnen sind dann allerdings gar keine Quellen mehr. Zu einer wirklich fundierten Ausarbeitung würde die Nennung von Archivalien gehören, etwa so: "Gedrucktes Lokomotivverzeichnis der KKStB vom ......... Aktenzeichen xyz, ergänzt um die Ausmusterungsdaten aus den Quellen...... lagernd dortunddort"

Lieber Herr Pospichal, bitte etwas leisere Töne. Der Zusammenbruch des christlichen Abendlandes steht nicht zu befürchten, auch wenn der Walluhn Ihnen keine "Unschuldsbeweise" liefert.


Der Major Krolikowksi.

Major Krolikowski, Ministerium für Staatssicherheit Bezirksverwaltung Erfurt Hauptabteilung XX wird erst nach Abschluß des laufenden Procederes Würdigung finden. Noch geistert er auf einem schwarzen Fahrrad, mit schwarzem Hut, großer dunkler Sonnenbrille, schwarzem Ledermantel, schwarzer Hose und schwarzen Halbschuhen, aussehend wie ein Mafiosi aus einem schlechten Film, furchteinflößend und mit drohender sonoriger Stimme, durch die Erfurter Landschaft. Herr Krolikowski, ich habe keine Angst vor Ihnen. Da hilft auch der Genosse Makarow nicht.


Die IM Heimbach, Neisse und Wartburg.

Und auch diese drei Stasi-Genossen der unsichtbaren Front werden erst Würdigung finden, wenn das Procedere vorüber ist. Die sehr hilfreiche Rosenholz-Datei hat inzwischen alle überführt, fast jedenfalls.

von Ulrich Walluhn - am 31.03.2015 15:57

Nazikeule, Bürgerrat und Patrick Paul

Die Nazikeule.

Die Nazikeule ist ein politisch-verbales Totschlaginstrument gegen Organisationen und Menschen, die in dieser unserer Gesellschaft – die sich frei, tolerant, fortschrittlich, weltoffen und wasweißichnoch alles selbstdarstellt, aber in praxi alles andere als dies ist – missliebig wurden und aus dem Wege geräumt werden sollen. Zur Durchsetzung der sogenannten Mainstream-Meinung (früher Generallinie der Partei genannt) und des Political-Correctness (der Politischen Korrektheit) versagen meist andere Mittel, wie die Stasi-Keule oder die Kriminal-Keule (Straftaten-Keule). Es bietet sich geradezu an, nach der Nazi-Keule, besser gesagt Antisemitismus- und Hitler-Keule zu greifen und damit kräftig zuzulangen. Hierbei wird die Wahrheit passend gedreht, ganz so wie eine Achswelle auf einer Drehbank. Unsere heutige sehr komplexe Alltagswelt wird von vielen Zeitgenossen, den sogenannten „Otto-Normalverbrauchern“ nicht mehr vollständig durchschaut, weil sie einfach undurchschaubar schwierig geworden ist und eine wirklich tiefe Analyse ausgeprägtes komplexes Denkvermögen voraussetzt, welches vielen Menschen einfach nicht in die Wiege gelegt bzw. im Leben nicht beigebracht worden ist. Hier nun setzt der Nazi-Keulen-Schwinger gezielt und raffiniert an.

Die einfachsten Mechanismen der Nazi-Keule nutzen Begriffe wie Vaterland, Nation, Nationalstolz, Heimatgefühl, gesunden Menschenverstand oder auch schon Deutscher Schäferhund, Negerkuss oder Mohrenkopf, dem Schreiber oder Sprecher von Satzgruppen rechtsradikales Gedankengut zu unterstellen. Komplexere Mechanismen sind freilich nicht so einfach darstell- und erkennbar. Hier werden Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen von Menschen gezielt gefiltert und anschließend komprimiert und mit ebenfalls gefilterten, komprimierten und unzulässig versimpelten Ereignissen verknüpft, bis sich für den Außenstehenden, den Leser, den Hörer, den Seher ein Bild ergibt, dass mit der Ausgangs-Wirklichkeit nichts oder fast nichts mehr gemein hat. Ein Bild das mehr oder minder braun ist wie ein schlecht fixiertes und vergilbtes altes Foto. Anschließend folgen meist Pseudo-Beweise, die ebenso für die meisten Zeitgenossen, denen tiefes Hintergrundwissen zum entsprechenden Vorgang oder Ereignis fehlt, eben nicht als bewusste Irreführung sondern als echten Beweise wahrgenommen werden. Und schon feiert die Nazi-Keule Erfolg.

Ein solches Vorgehen wurde in der DDR einst als ideologische Diversion bezeichnet.

In ganz ähnlicher Weise, nur weitaus radikaler und brutaler, agiert die sogenannte Scientology-Kirche, die keine Kirche bzw. Religion sondern eine kriminelle Organisation darstellt, die ausgeklügelte, raffinierte und schlagende Gehirnwäschepraktiken gegen ihre Opfer in Anwendung bringt.

Kräfte und Gruppen, aber auch Einzelpersonen, die sich der Nazi-Keule bedienen, stehen nicht selten mit reorganisierten Kräften der Staatssicherheit der DDR in Verbindung oder haben von jenen gelernt, wie zersetzt, desinformiert, verfälscht, gelogen und Lufthoheit über Stimmungen und Meinungen erworben wird. Besonders aggressiv sind jene, die Methoden der Staatssicherheit geschickt mit solchen der Scientology und-oder der italienischen Mafia-Clans verbinden.

Die gezielte Anwendung der Nazi-Keule soll dazu führen, dass die Opfer in der Gesellschaft unglaubwürdig und geächtet werden. Man betreibt eine "mediale öffentliche Hinrichtung". Man will ihnen gesellschaftliche als auch persönliche Kontakte zerstören und sie damit in die Isolation treiben. Oftmals gelingt dies auch, vor allem dann, wenn das Opfer nicht sozial tief verwurzelt ist und nicht über ausreichende Kampfkraft und Gegenstrategien oder guten Intellekt verfügt.

Ein prominentes Beispiel für Anwendung und Wirkung der Nazi-Keule war vor Jahren die Fernsehmoderatorin Eva Herrmann. Ihr gesamte berufliche Karriere wurde zerstört.

Die Nazi-Keule ist ein Instrument der Volksverhetzung, ihre Anwendung also ein Straftatbestand. Staatliche Organe sehen fast immer großzügig darüber hinweg und ermitteln nicht oder nur lasch. Die zu erwartende Nichtverfolgung und Straffreiheit ermuntert nicht selten die Täter und befeuert ihre Handlungen.

Die Nazi-Keule hat noch eine weitere, weit hässlichere Wirkung. Sie verhöhnt die Millionen Opfer des Faschismus, des Hitlerismus, des Nationalsozialismus, die von 1933 bis 1945 Opfer staatlicher Gewalt und staatlicher Schwer- und Schwerstverbrechen wurden. Durch die Reihen der noch lebenden Opfer jener Zeit, aber auch ihrer Nachkommen müsste eigentlich ständig ein Schrei des Entsetzens und der Verachtung gehen. Dies tut er aber nicht. Es bleibt mir vollkommen unklar, warum sich diese Menschengruppe von verantwortungslosen Zeitgenossen erneut missbrauchen lässt und zu den Vorgängen eisern schweigt, anstatt das Wort zu ergreifen.


Der Bürgerrat von 2007.

Der Erfurter Bürgerrat von 2007 wurde von einer keinen Zahl mutiger unerschrockener Erfurter Bürger gegründet. Ich war sein Vorsitzender. Sein Ziel war, den geplanten Massenabriss von Sozialwohnraum in der Landeshauptstadt und dessen desaströse Folgen zu verhindern. Im Grunde ist dieses Ziel auch erreicht worden, wenn auch hinsichtlich der abzureißenden Wohngebäude Kompromisse eingegangen werden mussten.

Der Bürgerrat war ein Zusammenschluß parteiloser Bürger und zu keiner Zeit ein Anhängsel irgendeiner politischen Formation, Partei oder Gruppierung. Schon gar nicht war er Bestandteil der NPD oder der sogenannten Freien Kameradschaften bzw. Freien Kräfte, und er wurde von jenen auch nicht unterwandert, wie die Systempresse nimmermüde per drehender Gebetsmühle behauptete.

Der Bürgerrat fand zu keiner Zeit Unterstützung bei den sogenannten etablierten Parteien. Die CDU und FDP ignorierten ihn weitgehend. SPD und Grüne kreischten und schnatterten wie die Rohrspatzen und schwangen wild herumtanzend die Nazi-Keule. Schlimmer noch verhielt sich die Linkspartei. Sie brachte nicht nur die Keule, sondern auch die verfassungsfeindliche Antifa als ihre Hilfstruppe in Stellung. Die Antifa war und ist ein Zusammenschluß meist junger Menschen ohne jede Toleranz gegen Andersdenkende, eine linksradikale unbelehrbare und nicht selten auch gewalttätige Gruppierung. Der Begriff „rotlackierte Faschisten“ beschreibt das Wesen der Antifa trefflich in zwei Worten. Überhaupt feierten in den Zeiten der damals hoch schlagenden Wogen bei der Linkspartei stalinistische Ansichten fröhliche Urständ.

Der Bürgerrat hat ohne Ansehen der Parteizugehörigkeit, der Weltanschauung, der Religion oder der sozialen und rassischen Herkunft mit allen Menschen den Dialog gesucht. Er hat bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu Ruhe, Ordnung, Gewaltfreiheit und wirklicher Toleranz zwischen den Menschen, als auch zur Einhaltung der unteilbaren Menschenrechte aufgerufen. Ausländische und jüdische Bürger standen unter dem besonderen Schutz des Bürgerrates. Alle Demonstrationen des Bürgerrates in Erfurt verliefen gewaltfrei, die Polizei bildete dabei den (untätigen) Zuschauer und hat mehrfach die vorbildliche Durchführung gelobt. Ähnlich verhielt sich das Erfurter Ordnungsamt. Beiden, Polizei als auch Ordnungsamt, möchte ich noch heute großen Dank aussprechen. Die Zusammenarbeit war ausgezeichnet.

Der Bürgerrat hat die persönliche Unterstützung von Herrn Patrick Paul angenommen, weil Herr Paul eben nicht ein rechtsextremer Verbrecher, sondern ein unbescholtener freier Bürger dieses Landes war und ist. Hierbei spielt keine Rolle, mit wem Herr Paul persönlich in Verbindung stand und schon gar nicht warum er diese Verbindungen unterhielt. Hierzu öffentlich Wertungen anzustellen verbot alleine die Tatsache, dass allen Beteiligten diese Zusammenhänge unbekannt waren und auch immer unbekannt blieben.

Wer die Doppelbödigkeit des Bürgerrates vor allem zu Beginn des Jahres 2008 nicht verstanden hat, war entweder dumm, uninformiert oder wollte bewußt Unwahrheiten verbreiten. Es gab Dinge, die absolut nicht zu rechtsextremem Verhalten und rechter Unterwanderung passten, diese waren:

1. Die Fahne des Bürgerrates bestand aus den alten deutschen Nationalfarben schwarz-weiß-rot. In der Mitte befand sich ein Emblem in schwarz-rot-gold, das wie die DDR-Fahne Hammer, Zirkel und Ährenkranz zeigte. Die Fahne sollte zum Ausdruck bringen, dass sich der Bürgerrat auf die mannigfaltigen positiven Traditionen des Deutschen Kaiserreiches 1871 bis 1914 ebenso stützte, wie auf die Traditionen von 1848 (bürgerliche Märzrevolution) und den wirklich fortschrittlichen Elementen des Sozialismus-Versuches in der DDR. Hammer, Zirkel und Ährenkranz zeigten den großen Respekt – unseren großen Respekt – vor den Leistungen des werktätigen Volkes, also der Arbeiter, der Intelligenz und der Bauernschaft auf.

2. Der Inhalt der Erfurter Erklärung des Bürgerrates beschrieb auch eine Alternative zum unsozialen Raubtierkapitalismus unserer Tage. Diese Haltung kam selbstredend auch in unseren Großtransparent „Kapitalis-Mus schmeckt uns nicht!“ zutage, wobei dieses Transparent eben nicht der NDP oder der Freien Kräfte, sondern uns gehörte.

3. Auf den Demonstrationen des Erfurter Bürgerrates gab es ein Offenes Mikrofon, dass auch von linken Kräften genutzt wurde, deren Meinungen von uns ernst genommen aber teilweise durch Fachargumentation anstatt flacher plumper Parolen wiederlegt wurden. Wir spielten Lieder wie „Bau auf bau auf Freie Deutsche Jugend bau auf“ oder „Heimat das sind nicht nur die Städte und Dörfer“ aber auch die Nationalhymne der DDR mit Text, aber auch alte deutsche Volksweisen ab.

Deutlicher lässt sich gar nicht zum Ausdruck bringen, wer und was wir waren. Und wer dies nicht erkannt hat, der ist entweder dumm oder zu intelligent, um so dumm zu sein, aber wiederum doch zu dumm, so klug zu sein, die Nazikeule in der Effektenkammer zu lassen.

Der Erfurter Bürgerrat kommt in den Verfassungsschutzberichten 2007 und 2008 mit keiner Silbe vor. Dies sollte Anlaß zum Nachdenken geben und ist schlagender Beweis, dass es zwischen dem Bürgerrat und der NPD bzw. sogenannten Freien Kräften keine Zusammenarbeit gab.


Patrick Paul.

Partick Paul war zur damaligen Zeit ein junger Mann, ein Student der Staats- und Rechtswissenschaften an der Erfurter Universität Er stammte aus dem mittelhessischen Gießen und aus gutbürgerlichem Hause. Seine Gesamthaltung ist als bürgerlich-konservativ-nationalbewusst einzuordnen. Ein Nazi war er zu keiner Zeit. Dafür ein disziplinierter kritischer Geist, der mit seiner Meinung nicht hinter den berühmten Busch hielt. Sein Verhalten aber auch sein resolutes Auftreten erinnerten mich stark an Klaus Graf Schenk von Stauffenberg. Paul war eine Persönlichkeit, wie man sie bei Menschen seiner Alterklasse nur sehr selten findet. Doch er scheiterte und verließ Erfurt noch 2008, um in Warschau weiter zu studieren. Weitergehende Ausführungen über sein Wirken in Erfurt verbieten sich mir in Rücksicht auf den Schutz seiner Persönlichkeitsrechte.

Das mutige und unerschrockene Bündnis Paul-Walluhn von 2007 bis 2008 ließen in den etablierten politischen Kreisen die Alarmglocken läuten. Die Folgen blieben nicht aus. Eine Nazi-Keule genügte gar nicht, uns ausschalten zu wollen. Es war eine ganze Keulen-Batterie.


Die Nationaldemokratische Partei NPD Erfurt 2007 bis 2008.

Eine Analyse der Parteigruppierung im Zeitraum Herbst 2007 bis Frühjahr 2008 zeigt auf, dass insbesondere von linken Kräften wie die Partei Die Linke, natürlich besonders der Antifa, aber auch der SPD und den Grünen, aber auch der sogenannten Mobit (Beratungshilfe gegen Rechts) sowie Gewerkschaftsgruppen im Kreise des höchst umstrittenen Funktionärs Angelo Lucifero (italienisch - übersetzt der Teufel), aus einer Mücke ein großer brauner Elefant aufgeblasen wurde. Man maß und misst der NPD Erfurt eine Bedeutung zu, die sie niemals auch nur ansatzweise hatte. Man überhöht die NPD zu einer Gefahrenquelle und einer politischen Kraft, die sie nicht war.

Die NPD Erfurt bestand zu jener Zeit aus 20 bis 30 Mitgliedern, davon der überwiegende Teil passiv und eher der Bierflasche denn dem Diskutieren zugeneigt. Bei 200.000 Einwohnern macht dies einen Anteil von nicht einmal einem Promille (ein Promille wären 200 Mitglieder) sondern etwa einem Zehntel Promille. Gewalt und Gewaltbereitschaft gingen von dieser Gruppierung nicht aus. Sie bestand auch höchst unterschiedlichen Charakteren. Ihr Vorsitzender Kai Uwe Trinkaus verhielt sich äußerst passiv, trat mit Reden niemals hervor und blieb weitgehend im Hintergrund. Heute wissen wir, dass er V-Mann (Verbindungsmann) des Thüringer Verfassungsschutzes war und seinen Lebensunterhalt in Geldform von dort bekam. Ich wunderte mich damals, wovon dieser Mann eigentlich lebte, der keiner Erwerbsarbeit nachging aber auch kein Arbeitslosengeld bzw. keine Sozialhilfe bezog. Trinkaus Atjudant war nicht ein "Hanjo Wegmann" sondern stets der allbekannte Konrad Förster, der immerhin Abitur besaß aber ebenfalls in keinem geregelten Arbeitsverhältnis stand (wie man auch im Internet lesen konnte). Trinkaus und Förster gerieten 2008 mit dem Thüringer Parteivorstand in Fehde und wurden aus der NPD ausgeschlossen. Offenbar hatten sie an einem Königsmord geprobt, der gründlich daneben ging. Sie versuchten sich anschließend beide im Verein Pro Erfurt, aus dem sie später wieder austraten oder abermals ausgeschlossen wurden (glaubt man Quellen aus dem Internet).

In der Partei befanden sich damals mindestens ein weiterer V-Mann des Thüringer Verfassungsschutzes und ein Undercover-Mitarbeiter des Staatsschutzes. Diese Namen zu nennen verbietet der Persönlichkeitsschutz. Patrick Paul war kein Mitglied der NPD, ebensowenig wie der Erfurter Heimatforscher und Historiker Hans-Peter Brachmanski (gegen den auch fleißig die Nazi-Keule geschwungen wird).

Die Verbindungen zu anderen Gruppierungen der NPD, etwa Eisenach, Jena oder Rudolstadt waren nur schwach ausgeprägt. Der Thüringer Landesvorstand litt unter erheblicher Führungs- und Organisationsschwäche.

Die Finanzlage der NPD Erfurt war zu aller Zeit katastrophal. Im März 2008 war die Gruppierung praktisch pleite und handlungsunfähig. Sponsoren in national gesonnenen Kreisen fand man nicht. Im Gothaer Umland beispielsweise vertraten dergestalt Personen aus der bürgerlichen Mittelschicht die Auffassung, die NPD habe weder die richtige Programmatik, noch die richtigen Leute. Mit Herren wie Patrick Panser, Patrick Wieschke (vorbestraft), Dominik Weinlich (Junge Nationalisten), Ralf Wohlleben (vorbestraft), Frank Schwerdt, Tino Brandt (vorbestraft), Torsten Heise (vorbestraft), Hendrik Heller und ähnlichen sei kein Staat zu machen.

Die NPD Erfurt entsandte ab und an eine Art Abordnung zu (geheimen) Treffen mit anderen Parteigruppen, wie etwa der NPD Weimar, Gera oder Meiningen, wobei Vorsitzender Trinkaus stets fern blieb. Diese Treffen fanden in abgelegenen Landgasthäusern statt, sind aber keinesfalls in ihrer Bedeutung überzubewerten. Sie waren im Grunde bedeutungslos. Mehr als Flauseln wurden nicht ausgetauscht, wirksame politische Arbeit nicht geleistet. Statt dessen wandte man sich überwiegend dem Alkohol und Diskussionen über Fußball zu.

Gleiche Aussagen können über Zusammentreffen der NPD Erfurt mit den sogenannten Freien Kräften und Freien Kameradschaften, etwa Zella-Mehlis, Gotha oder Jena getroffen werden. Gemeinsame Veranstaltungen im damaligen Quartier der NPD Erfurt in der Rosa-Luxemburg-Straße waren eher laute Saufgelage, denn politsch-strategische Treffen.

Alles in allem kann gesagt werden, dass die NPD Erfurt nichts anderes als ein Haufen Einzelpersonen gewesen ist, die zu koordinierten Handlungen kaum oder gar nicht fähig waren. Verschwörungen oder Staatsstreiche plante man dort nicht. Wie auch. Geist war nicht erkennbar.

von Ulrich Walluhn - am 02.04.2015 15:49

Die Fabel Lummerland (1)

Kurz nach den Ereignissen vom 11. September 2001 in New York schrieb ich die Fabel Lummerland. Erst kürzlich entdeckte ich sie auf dem Hauptrechner unter "Politik" wieder. Ich erschrak über mich selbst. War ich 2001 ein Prophet, ein Hellseher? Jahre nachfolgende Ereignisse wie Hartz 4 oder Kriege sind beinahme messerscharf voraus erkannt. Oder bin ich doch kein Hellseher, sondern nur ein ganz normaler Mensch, der einigermaßen klar im Kopf ist und logisch denken kann. Letzteres wird der Fall sein.


Lummerland
Erster Teil.
Eine messerscharf-bissige Satire aus der real existierenden Märchenwelt
Von Ulrich Walluhn, Erfurt – aus der Denkfabrik Thüringen

Einst, als die Spatzen noch Gamaschen trugen und als Tür, Tor und Not noch mit „Ha“ nach dem „Te“ geschrieben wurden, war Lummerland eine große Industrienation inmitten des Kontinentes Atlantis, umgeben von überwiegend neidischen, streitsüchtigen Nachbarn. Da lag im Westen das Franzenland, was erst kürzlich von Lummerlands Armeen tüchtig „Dresche“ bezogen hatte. Da lag im Osten das große, weitläufige Mussland mit seinem grimmigen Zaren an der Spitze, im Süden das befreundete Austerlitz-Garn und schließlich gab es noch einige Zwergenstaaten, die der Erwähnung jetzt nicht wert sind. Lummerland wurde vom mächtigen Kaiser Wilhelm regiert, seine vielen Millionen Bewohner, die Lemminge, gingen ihrem Tagwerk nach - kaisertreu, lummer und doof. Oder waren sie doch gar nicht so doof, wie man heute glauben machen will? Jedenfalls leisteten sie damals keinen Job, sondern echte lummerländische Wertarbeit.

Schließlich suchte ein großer Krieg das Lummerland heim. Der Krieg war verloren, der Kaiser dankte ab und ein großes Chaos brach über die Lemminge herein. Es herrschte Not und Orientierungslosigkeit, ein Teil der Lemminge erhob sich gegen einen anderen, verschiedene hingegen blieben einfach passiv. Die neue Lummer-Regierung rief im Jahre 19 eine wackelige Republik aus, die nicht einmal mehr Lummer hieß, sondern den Namen einer Kleinstadt trug. Die ebenso wackelige Regierung ließ endlos Geld drucken, so dass bald kein Lemming mehr über Vermögen verfügte und ein Brot schließlich Milliarden Lummer-Mark kostete. Noch größer wurde die Not, weil die siegreichen Nachbarn endlos Kriegsentschädigungen - sie sagten vornehm Kontributionen dazu - verlangten und weite Gebiete von Lummerland abtrennten.

Armes Lummerland!

Sein östlichster Zipfel war nun eine Insel inmitten des neu geschaffenen Polaniums unter Führung des berüchtigten Diktators Tilsuzki. Nach ein paar Jahren der Erholung wurde Lummerland um so mehr gebeutelt. Börsenkrach, Wirtschaftskrise, Straßenschlachten und ständig zurücktretende Regierungen gaben ihm den Rest. Millionen Lemminge wurden arbeitslos, Hoffnungslosigkeit, Hunger und Elend machten sich abermals breit.

Die Lemminge wussten weder aus noch ein. Alles, aber auch alles drohte zusammenzubrechen. So riefen sie die Schildbürger um Rat. Aber auch die kannten keinen Ausweg oder laberten nur wichtigtuend-dumm herum. Da meldete sich wie ein Schuljunge im Klassenzimmer ein kleiner Weltkriegsgefreiter aus Austerlitz mit dem unaussprechlichen Namen Schlickelgrübner zu Wort. Und die Lemminge - noch immer kaiserteu, lummer und doof – jubeltem ihm zu, zogen braune Hemden an, banden sich Lederkoppel um den Bauch und stiegen in schwarze Knobelbecher. Eine seltsame Verwandlung vollzog sich nicht nur an, sondern auch in ihnen. Immer mehr übten den abgewandelten Gruß des Römerkaisers Nero und begannen „Sieg-Heil-Lummerland“ (SHL) zu rufen. Ihren kleinen Gefreiten aus Austerlitz nannten sie alsbald Hinkel. Und sie feierten ihn wie einen Befreier ganz so, als sei er in einem Raumschiff Außerirdischer vom Himmel gekommen.

Seltsames Lummerland!

Hinkel ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen und riß - die Gunst der Stunde nutzend - den seit Jahren leeren Kaiserthron an sich. Dabei war er so klein, dass er ohne Leiter kaum das Sitzpolster erreichte! Er verlegte auch ein seltsames, in verquaster Sprache verfasstes Buch, das „Mein Krampf“ hieß und plötzlich in allen Stuben der Lemminge zu finden war. Dabei las es eigentlich überhaupt niemand, nicht einmal der sonst so wissbegierige Schildbürger. Hinkel haßte die Schildbürger und ließ es sie auch bald spüren. „Kauft nicht beim Schildbürger“, „Der Schildbüger ist unser Verderben“ oder „Der ewige Schildbürger“, heiß es auf Transparenten, die in den Straßen der Städte hingen. Und aus Schildau, der Hauptstadt der Schildbürger, machte Hinkel kurzerhand Wehrwolf-Stadt. Still und leise ließ er die Schildbürger verschwinden, nachdem er Lummerland in Lummergaue gegliedert hatte. Und ein Lummergauleiter nach dem anderen vermeldete lauthals dem Hinkel seinen Gau als „schildbürgerfrei“. Noch heute, viele Jahrzehnte nach jenen Ereignissen, behaupten viele Nachkömmlinge der alten Lemminge, nicht zu wissen, wo denn die Schildbürger damals abgeblieben sind, auch wenn Wehrwolf-Stadt längst wieder Schildau heißt und sich kaum jemand an den „Wolfsnamen“ erinnert.

Blamables Lummerland!

Hinkel war ein ganz schlauer Fuchs und wurde von allen Nachbarn Lummerlands weit unterschätzt. Kaum an der Macht, entsann er sich der Herren Färber und Feder, die als geniale Wirtschafstheoretiker von sich Reden gemacht hatten und die Theorie eines zinsfreien ergokratischen Geldwesens entdeckten. Nicht übel, dachte sich Hinkel und er handelte auch. Binnen weniger Jahre holte er Millionen arbeitsloser Lemminge, die er nun Wolkgenossen nannte, nach dieser Theorie von der Straße. Noch immer kaisertreu, lummer und doof wurde aus Jubel um den Großen Führer Hinkel (zu dem er vom Lummervolk hinaufstilisiert wurde) nun wahrer Fanatismus. Zum immer lauter grölenden Hinkel und seiner gleichgeschalteten Nationalsozialistischen Lummerländischen Arbeiterpartei (NSLAP) gesellten sich die immer lauter grölenden Lemming-Wolkgenossen. Es war ein einziges Grölen, Marschieren und Braunhemd-Zur-Schau-Stellen. Berühmte Lemminge, wie Heinrich Tann und Albert Zweistein kehrten Lummerland mit Grausen den Rücken. Und eines Tages brannten die Häuser der Schildbürger, die noch im Lande waren.

Angsteinflößendes Lummerland.

Den Großen Führer Hinkel (Grof H) mit seiner NSLAP befiel alsbald der Größenwahn: Aus ihm wurde zunächst der Gröfaz (Größter Führer aller Zeiten) und schließlich der Gröfez (Größter Feldherr aller Zeiten). Er holte Austerlitz heim ins Lummer-Reich, wie es jetzt hieß und warf - so ganz nebenbei ohne dass es ein Lemming merkte - Färber und Feder mitsamt aller Ergokratie wieder aus dem Boot. Ganz klever hatte er sich der ergokratischen Wirtschafslehre in seinem Sinne bedient, bis sie ihm selbst hinderlich wurde. Und keines hat’s gemerkt! Noch immer kaisertreu, lummer und doof...

Auf Austerlitz folgte das Studentenland. Und im Jahr 39 war Polanium an der Reihe, auf das er seit 5 Uhr 45 zurückschoss. Wenig später fraß er Franzenland und die im Text ganz oben nicht der Erwähnung werten Zwergenstaaten. Dummerweise legte er sich hierbei mit Engelreich an, einem Inselstaat nahe dem Kontinent Atlantis, mit einer eigenwillig-bockbeinigen Bevölkerung, den Engeln. Das sollte Hinkel übel zu stehen kommen! Hatten doch die Engel einen fetten Onkel in Übersee auf dem Kontinent Ameristan, der ihnen bald zu Hilfe eilte. Der neue große Weltenkrieg jedenfalls war jetzt perfekt. Und das bekamen auch die Lemminge immer stärker zu spüren, als nämlich Ameristan und Engelreich zunehmend ihre Bomben aus der Luft auf die Betriebe und Häuser der Lemminge abwarfen. Hinkels Propagandaminister Bappels hieß fortan Meyer. Inzwischen hatte Gröfez Hinkel ein neues Husarenstück vom Stapel gelassen. In völliger Verkennung der Weltrealitäten überfiel er doch tatsächlich wie einst Franzenlandmann Napaleon der Erste das mächtige Mussland. Was anfangs wie ein glänzender Erfolg aussah, wurde schnell zum Desaster, als General Winter mit grimmiger Kälte und Schneesturm zuschlug und Mussland auch noch massive Wirtschaftshilfe aus Ameristan erhielt. Die Lage wurde zunehmend aussichtsloser. Lummerland in der Zwickmühle. Die Lemminge, noch immer kaiserteu, lummer und doof, schrien lauthals jaaaaaa, als Meyer, vormals Bappels im Sportpalast der lummerländischen Hauptstadt Germania frage „Wollt ihr den totalen Krieg?!“.

Lummerland total!

Lummerland ist abgebrannt. Im Jahr 45 lag alles in rauchenden Trümmern. Hinkel hatte sich in seinem Hinkelbunker am Spee-Bogen der Hauptstadt Germania wie Bappels feige das Leben genommen. Die Lemminge draußen, nun keine Wolkgenossen mehr, litten mehrheitlich an Gedächtnisschwund. Sie kannten plötzlich einen Hinkel genauso wenig wie eine NSLAP und nicht wenige handelten schnurstracks westwärts ziehend nach dem Motto: „Ich komme aus dem Osten und suche einen Posten. Papiere all’ verbrannt, Hinkel nie gekannt.“

Alzheimerkrankes Lummerland.

Einst, als die Spatzen noch Gamaschen trugen und als Tür, Tor und Not noch mit „Ha“ nach dem „Te“ geschrieben wurden, war Lummerland eine große Industrienation inmitten des Kontinentes Atlantis, umgeben von überwiegend neidischen, streitsüchtigen Nachbarn. Nun war die Stunde gekommen, Lummerland in handliche kleine Stücke zu zerlegen. Die große Industrienation war immer schon unerwünschte Konkurrenz, und was bot sich besser an, als ein zweiter großer verlorener Krieg, es endlich wirksam zurückzustutzen. Aus Lemmingen wurden fast ausnahmslos böse Kriegsverbrecher, die man eiligst westwärts auf Reisen schickte, um die östlichen Gebiete Lummerlands lemmingfrei zu bekommen, fast so wie Hinkel einst Lummerland schildbürgerfrei machte. Wer bitte waren gleich die Schildbürger? Nein, die hatte man längst vergessen. Und auch die Siegerstaaten Ameristan, Mussland, Engelreich und Franzenland waren klammheimlich froh, dass Hinkel das Problem mit den Schildbürgern aus der Welt gebracht hatte, denn die Schildbürger konnte eigentlich keiner so richtig leiden, wenn es auch niemals irgendwer öffentlich zugab. Das schickte sich einfach nicht. Polanium errichtete man flugs neu und verschob es dabei nach Westen, indem man ihm die lummerländischen Ostgebiete zuschlug und andererseits die ehemaligen polanischen Ostgebiete, die im Jahre 39 Hinkel dem mussländischen Diktator Walin in einem geheimen Zusatzprotokoll zugestand, einfach bei Mussland beließ. Immer gemäß dem Motto: „Das macht ja nichts, das merkt ja keiner.“ Stimmt. Die Lemminge jedenfalls konnten es diesmal wirklich nicht merken, hatten ihnen doch die Besatzungsbehörden alle Radios weggenommen.

Lautsprecherloses Lummerland.

Walin war es auch, der die Gunst der Stunde nutzte, sein Machtgebiet bedeutsam ins Innere von Atlantis zu erweitern. Polanium rückte er wie gesagt nach Westen und installierte hier eine Marionettenregierung. Den östlichen Zipfel Lummerlands in Insellage sprach der großzügig zur Hälfte Polanuim zu. Den nördlichen Teil allerdings, das sogenannte Krolewgrader Gebiet behielt er als Aufmarschraum seiner Grünen Armee, denn es hatte einen eisfreien Winterhafen. Die dort heimischen Lemminge ließ Walin entweder ins Innere Musslands zur Zwangsarbeit verschwinden oder er warf sie kurzerhand hinaus. In den Ostgebieten Lummerlands herrschten Chaos und Gewalt. Polanische und mussische Truppen vergingen sich an den Lemmingen und trieben sie mit teils rohen Methoden aus ihrer Heimat. Im mittleren Teil Lummerlands, der mussischen Zone, wie es jetzt hieß, installierte Walin ebenso wie in Polanium seine Marionettenregierung. Der „Rest“ Lummerlands geriet unter Vorherrschaft Ameristans, Engelreichs und Franzenlands, so dass Lummerland nunmehr aus 6 Zonen und der in 4 Zonen geteilten Hauptstadt Germania bestand.

Geschundenes Lummerland. Zerteiltes Lummerland.

Wieso 6 Zonen, na ganz einfach:
1. ameristanische Zone
2. engelreichische Zone
3. franzenländische Zone
4. mussische Zone in Mittel-Lummerland
5. polanische Zone in Ost-Lummerland
6. mussische Zone im Krolewgrader Gebiet

Da staunt selbst der heutige Lemming! Jaja, so ist es. 6 Zonen, nicht 4! Doch nicht mehr so ganz kaisertreu, lummer und doof.....? Oder?

Die alte Hauptstadt Germania, in der einst Kaiser Wilhelm mit viel Tschingterassa-Bum den Sedan-Tag feierte, wurde also auch in 4 Zonen, nämlich die ameristanische, die engelreichische, die franzenländische und die mussische zerteilt, wobei für spätere Zeiten ganz übler Lemming-Ärger vorprogrammiert war.

Ganz ähnlich ging es - nebenbei bemerkt - Austerlitz, das vom Lummer-Reich unverzüglich abgetrennt und wie seine Hauptstadt Fien in bloß 4 Zonen aufgeteilt war. Nur waren die Austerlitzer etwas schlauer: Sie schworen geistesgegenwärtig alsbald immerwährende Neutralität und konnten sich dauerhafter Spaltung entziehen.

Die Lemminge, nun keine Wolkgenossen mehr, den Gröfaz und Gröfez Hinkel längst negiert, taten das nicht und hatten darum fortan endlos zu büßen und Abbitte zu tun. Ameristan, Franzenland, Engelreich und Mussland wachten mit Argusaugen über das arme Volk der Lemminge, die viele Jahre hungerten und froren. Nun aber geschah etwas, das kein Lemming vorausgesehen hätte. Diktator Walin aus Mussland geriet in heftigen Zwist mit dreien der anderen Besatzungsmächte. Und so kam, was kommen musste. Ganz im Stile Hinkels im Umgang mit seinen Nachbarn hatte man schon im Jahr 45 das lummerländische Reich für aufgelöst erklärt und die lummerländische Reichsregierung verhaftet. Einfach so, ohne jede Rechtsgrundlage, nach Siegermentalität eben, oder dem Motto: „Es ist so, weil es eben so ist. Basta.“ Die Lemminge waren halt alle böse Kriegsverbrecher. Schluß und fertig. So einfach „macht“ man Weltgeschichte.

Aufgelöst und eingesperrt. Böse Zungen behaupteten seither immer wieder, alles hätte nur dazu gedient, einen wirtschaftlichen Konkurrenten am Weltmarkt auszuschalten und - so nebenbei - die geniale ergokratische Wirtschaftslehre von Färber und Feder bis in alle Ewigkeit mundtot zu machen. Nichts trefflicheres bot sich an, als den multinationalen Stinkefinger auf das böse Lummerland zu richten, um von eigener Schandtat abzulenken. Wie war das doch damals mit den Schildbürgern? Hinkel hat sie verschwinden lassen und alle anderen haben weggeschaut. Ergokratie, um Gottes Willen, das ist kommunistisch-faschistoides Teufelszeug. Wie von der Tarantel gestochen schreckt schon beim bloßen Nennen dieses Wortes ganz Ameristan auf. Im Mutterland des Maximalprofites und des Hochfinanzadels darf doch ein solches Wort nicht einmal gedacht, geschweige denn ausgesprochen werden. Wer Zins auf Geld verbietet und nur den Anschein eines Ergokraten erweckt, wird zum Schurkenstaat erklärt und mit dem Abwurf von Fliegerbomben „beschenkt“.

Aufgelöst und eingesperrt. Nur gut, dass Färber und Feder im Jahr 45 längst tot waren! Kaum auszudenken, welche Scherereien diese beiden Herren den neuen Machthabern hätten machen können und umgekehrt. Nur gut auch, dass die Lemminge immer noch so kaiserteu, lummer und doof blieben und sich der beiden Namen Färber und Feder längst nicht mehr erinnerten, so denn sie sie überhaupt je kannten.

Zurück zum Hauptthema, wir waren hier stehen geblieben: Und so kam, was kommen musste. Lummerland wurde auf lange, lange Zeit viergeteilt. Ja, viergeteilt. Wie? Ja, ganz einfach: 1., 2. und 3. werden zur Trizone und später zum Separatstaat Bundesrepublik Lummerland (BRL) 4. wird zur Lummerländischen Demokratischen Republik (LDR), 5. zum Teil der Volksrepublik Polanium, einem Vasallenstaat Musslands und 6. zum Krolewgrader militärischen Sperrgebiet Musslands. Und alles ohne jede staats- und völkerrechtliche Grundlage gemäß dem uralten Prinzip „teile und herrsche“. Denn: Wer die Macht hat, ist das Recht. Basta! Man hatte gut aufgepasst beim kleinen Weltkriegsgefreiten Hinkel und viel, viel von ihm gelernt.

Geteiltes Lummerland, halbes Lummerland. Oder viertel Lummerland???

Die Lemminge in der BRL hatten Glück im Unglück. Ameristan, nun in Fede mit Mussland, ließ ihnen einen warmen Regen angedeihen. Nämlich den Märstall-Plan. Ein neues Geld hineingepumpt und schon ist es da: Das Wirtschaftswunder. Gehen’se mit der Konjunktur, sehn’se her wir schaffen’s nur... Neues Geld? Ergokratisches Geld? Nein um Gottes Willen, bloß das nicht. Das Wort Ergokratie ist ja bis in alle Zeiten verboten. Es hat es nie gegeben. Basta! Lemminge, merkt es euch: Bleibt kaiserteu, lummer und doof. Unter Kanzler Konrad Edeneuer und Wirtschaftsminister Ludwig Ichhardt geht es nämlich aufwärts. Wer was leistet, ist wer und kann sich was leisten. Wohlstand und Reichtum. Böse Zungen (die ewigen Schlechtmacher unter den Lemmingen) behaupten allerdings, dass Wirtschaftswunder sei nur ein Strohfeuer basierend auf dem Geld des Märstall-Planes gewesen und hätte somit den Effekt einer ergokratischen Freiwirtschaft nur zeitweise vorgetäuscht. Ach Quatsch sagen die Machthaber in aller Welt, und drohen dabei: „Lemminge! Vergesst ganz schnell solche ketzerischen Thesen...! Sonst müssen wir euer Land wieder vierteilen!“

Die Lemminge in der LDR hatten Unglück im Unglück. Mussland mit seinem Diktator Walin (der ganz heimlich den Hinkel noch immer unheimlich verehrte) ließ ihnen nämlich keinen warmen Regen, statt dessen aber Reparationsleistungen ohne Ende angedeihen. Arme Lemminge Ost. Haben sich krumm gearbeitet und geschuftet. Und alles für die Katz’. Nichts blieb ihnen in ihrer kleinen LDR, alles fuhr per Eisenbahn ins große, große gefräßige Mussland.

Über die anderen beiden Zonen Lummerlands brauchen wir nicht weiter zu sprechen. Nach 1950 hat es hier Lemminge nur mehr als Marginalie gegeben. Oder? Gab es dort je überhaupt welche? Waren diese Zonen nicht Ur-Polanische und Ur-Mussische Gebiete? Hieß Presslau nicht immer und ewig schon Protzlaff?

Todgelogenes Lummerland!

Und dann im Jahr 89 geschah etwas ganz seltsames. Die Lemminge in der LDR, die Ost-Lemminge, wie man auch zu ihnen sagte, muckten plötzlich lauthals auf. Sie stießen ihren vergreisten, weltfremden, zu spät kommenden Halb-Kaiser Erich Hornickel vom Thorn und scheuchten seine einhundertfünfzigprozentigen Parteigenossen-Untertanen unter die Küchentische (von dort sie allerdings wenig später still und leise wieder hervorkrochen, um neues Unheil anzurichten). Sie rissen die Zäune und Mauern hernieder, die sie lange lange Zeit von ihren brüderlich-und-schwesterlichen West-Lemmingen trennten. Es ward ein großer Jubel, vor allem in Germania. Und da Mussland über die Zeit sehr schwach geworden war, ließ es seinen Vasallen, die LDR einfach fallen. Und die LDR fiel tief. Mitten hinein in die große, starke BRL mit ihrem Wirtschaftswunder, das aber auch schon in die Jahre gekommen war. Mit großer Hektik schusterten die Lemminge im Jahre 90 einen Vertrag und glaubten nun, das glücklichste Volk der Welt zu sein. Dabei waren sie immer noch kaiserteu, lummer und doof. Auf die Feierlaune folgte der Tag-Danach-Kater und dann die Halli-Galli Spaßgesellschaft. Sie merkten nicht, wie ihre immer noch neidischen Nachbarn neue, böse und hinterlistige Intrigen sponnen. Sie merkten nicht, wie sie vor allem von Ameristan über den Tisch gezogen wurden. Manche Lemminge wurden fauler und fauler und fanden „arbeiten gehen für mittelmäßig Geld“ doof und „viel viel Geld ohne Arbeit“ ganz Klasse. Lieber klopften sie ab jetzt dicke Sprüche und kassierten dafür fette Diäten oder kräftige Gewinne. Vorsichtshalber kauften sie sich auch ein Mäntelchen, auf dem in großen Buchstaben Globalisierungszwang stand und hängten es sich um.

Lummer einig Lummerland. Lummer, Lummer, Lummer, Lummer über alles in der Welt!

Aus Lummerland-Ost und Lummerland-West wurde nun Lummerland-West, dass die Lemminge aber fälschlich nur Lummerland nennen. Und plötzlich waren auch die Schildbürger wieder da, ewige Bedenken anmeldend, dass es mit dem Neuen Lummerland nicht gut gehen werde und die Lemminge wieder einen bösen großen Krieg machen wollen. Und mit den Schildbürgern kamen auch viele andere sehr eigenartige Gestalten ins Lummerland, die ganz seltsame Laute von sich gaben, anstatt lummerländisch zu sprechen. Ihre alte Hauptstadt Germania tauften die Lemminge unverständlicherweise jetzt auf den zuvor nie gehörten Namen BERLIN um. Wissenschaftler meinen, dies könnte eine geheimgehaltene Abkürzung für „Besserverdiener, Einkommensmillionäre, Rentiers und börsenspekulierende Lungerlemminge In Neu-Lummerland“ sein. Wir wissen es nicht.

Multi-Kulti-Lummerland?

Einst, als die Spatzen noch Gamaschen trugen und als Tür, Tor und Not noch mit „Ha“ nach dem „Te“ geschrieben wurden, war Lummerland eine große Industrienation. Doch was ist geblieben vom Lummerland mit Kaiserkrone und Zepter? Der Putz ist ab, der Glanz jener Tage vergangen. Wo einst durchsetzungskräftige und fähige Fachmänner lummerten, lemmern heute Pappnäsinnen und Pappnasen. Ein Pappnasenland der mäßig-mittelmäßigen Clowns also. Permanente Faschingsmentalität im Freizeitpark Lummerland einer spießig-muffigen Spaßgesellschaft der Lemminge. Der Weihnachtsmann, einst Respektsperson ist zum Hampelmann geworden, der auch Ostern über die Fernsehschirme flimmert. Die einst geschliffene lummerländische Hochsprache ist zu engelreichisch-ameristanistischem Gekäu oder undefiniertem Etwas („Waas guggst Duuu??“ „Hier wärden Sie gehollfän!“ „Isch nix deitsch, isch Auß-Lendär“) verkommen. Der lummerländische Bundos-Adler hat je nach Belieben mal 5, mal 6, mal 9 Schwingen, die mal am Staatsvogel anliegen und mal abspreizen. Er repräsentiert die Grundhaltung der heutigen lummerländischen Politiker: Heute so, morgen ahso, übermorgen soso. Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern. Gestern war heute morgen und morgen übermorgen. Morgen ist heute gestern und gestern vorgestern. Wer nicht klever kungelt wie ein Hütchenspieler, ist selbst dran schuld. Der Anständige ist der Dumme. Wer nicht abzockt, wird nicht reich. Arbeit ist keine Leistung, sondern persönliche Dummheit. Wer keine Connections hat, bleibt „arbeitslos“ und wird zum neuen Schildbürger. Wie war das noch mal mit den Schildbürgern? Ach nee, das interessiert doch heute kein Schwein mehr. Wer überhaupt weiß noch, wo Schildau liegt. Im Ostzonen-Lummerland, ausgerechnet dort! Im Land des großen Aufschwungs, der als Rohrkrepierer in der Kanone (des Ost-Beauftragten des Kanzlers Gerhard I.) stecken blieb. Im Land der blühenden Landschaften. Ja richtig, im LAND der blühenden LANDSCHAFTEN. Oft ist Löwenzahn das einzige, was blüht. Wer nicht faustdick lügt, kommt nicht weit. Wer nicht weit kommt, gilt als Versager. Wer richtig lügt und optimal trickst, ist ein Supermensch. Super ist lateinisch und heißt „über“. Ein Übermensch also. Der Versager ist folgerichtig ein Untermensch. Untermensch? Nee, daran erinnern wir uns lieber nicht.

Lummerland, Lügenland. Lummerland, Zockerland.

Lemminge zeichnen sich allgemein dadurch aus, dass sie kollektiv-gedankenlos in den Abgrund springen, wenn ihnen eine Leitfigur den Befehl hierzu gibt. Dieses Axiom scheint für lummerländische Lemminge in besonderer Weise zuzutreffen. Wenn ihnen - den Lemmingen - eine Pappnasen-Leitfigur einredet, es gäbe keine Lösungen, keine Patentrezepte gegen Massenarbeitslosigkeit und Staatsverschuldung, dann nicken sie diesen bodenlos-dummdreist-frechen Unfug auch millionenfach synchronisiert ab. Kaisertreu, lummer und doof. Dumm geboren und nix dazu gelernt. Denken und hinterfragen verboten. Hingegen ist das Lesen der Wild-Zeitung – das Zentralorgan des schlechten Geschmacks, der dummdreisten industriellen Meinungsmanipulation und der Multi-Kulti-Umerziehung – nicht nur erwünscht, sondern bundos-lummerländische Pflicht. Und wiiiie die Lemminge diese Pflicht erfüllen. Ganz so wie einst beim Hinkel.

Hinkelpflichtbewusstes Lummerland.

Pappnasen-Leitfiguren hat Neu-Lummerland in großer Vielzahl aus sich selbst heraus geschöpft, wie staatliches Falschgeld. Es sind Figuren besonderer Art, die den altehrwürdigen Kaiser Wilhelm vor Neid erblassen lassen würden, könnte er aus seinem Grab steigen. Da ist zum Beispiel der Kanzler, nicht der Eiserne, sondern der mit der ruhigen Hand. Vermutlich hat er nur eine, aber das haben Wissenschaftler noch nicht exakt ergründen können. Gerhard der Erste mit den vier Ringen und seiner ....... Gattin Doris der Vierten. Mediengeil und kamerageübt. Trefflicher auch als die Große Rote Flasche bezeichnet, die sich an irgendwelchen Zahlen messen lassen wollte. Die Arbeitslosenzahlen waren es wohl. Sein Vorgänger (Helmut der Erste mit der großen Bundos-Birne und dem flachen, extradicken Hintern, mit dem sich alles aussitzen ließ. Helmut, der unauffällig-schwarze Geldkoffer durch die Gegend trug.) wollte die Arbeitslosenzahl halbieren. Zum Glück hat er dies Kraft seines Amtes unterlassen, sonst würde diese Zahl heute „Osenzahl“ heißen. Ein solches Wort wäre vielleicht „trändie“, klänge aber irgendwie ein wenig dusselig. Man könnte es mit Ochsenzahl verwechseln. Letztere auch eine statistische Größe, die sich nicht genau ermitteln lässt, gewiß aber auch wesentlich höher liegt, als offiziell in Amtsblättern zugegeben. Da gibt es auch den Meenzer Ministerpräsidenten Roland Joch mit den charakteristischen Schmissen im Gesicht aus seiner Zeit studentischer schlagender Verbindungen, der sich in dummfrecher Manier an den sozial schwachen Lemmingen vergeht und ihnen nur zu gern lieber heute als morgen mit zynischem Grinsen ameristanische Repressionen nach Wisconsin-Modell überstülpen will. Ein noch trefflicherer Vertreter der Pappnasengarde ist Guido Gesterwelle, staatlich geprüfter Oberschwätzer der Freien Lummerland Partei (FLP), auf dem körperlichen und vermutlich auch geistigem Stadium eines Unterprimaners stehen geblieben, pubertär-schwatzhaft mit jungfräulichem Rühr-Mich-Nicht-An-Blick und dem penetrant gackerndem Lachen einer lebenslang männerlos gebliebenen alten Frau. Eine solche ist im Parlament der sogenannten BRL (Bundes-Republik Lummerland) natürlich auch leibhaftig und mit dem unverwechselbaren Charme eines abgebrochenen Besenstils präsent und nennt sich Angela Merklin. Sie ist nicht zu verwechseln mit dem Hersteller von Modelleisenbahnen, der sich Märklin schreibt und im Gegensatz zu Angela nicht Blech redet, sondern solches sinnvoll zu Spielzeug verarbeitet. Von den heutigen Zeitgeist-Lemmingen vermutlich schon vergessen ist beispielsweise die abgehalfterte Familienministerin aus der Regierung Helmut des Ersten, der Bundos-Birne. Ich meine Claudia Holte aus dem Provinzkaff Ülmenau, im Ostzonen-Lummerland Süringen gelegen, wo die Berge des umliegenden Waldes auf den Kopf des Lemmings drücken. Clauda war von Jedermann dadurch erkennbar, dass auf der Heckscheibe ihres für ihren Status viel zu popligen Kleinwagens ein Aufkleber mit der Inschrift „Mein Vogel heißt Bernhard“ prangte. Leider fehlte daneben ein Bundos-Adler, am besten mit 13 Schwingen und 10 Tassen an den Krallen, die genannter Dame im häuslichen Schrank abhanden gekommen waren. Die Tassen meine ich. Allein die Pietät verbietet, an dieser Stelle tiefer zu bohren.

Lummerland – Dummerland.

Hochinteressant auch Gregor Tisy von der PJD, der Partei des Lummerländischen Sozialismus. Nix am Hut mit dem Humanistisch-Ergokratischen Sozialismus (er hatte einmal im Jahre 98 Kontakt damit und ging im Anschluß unverzüglich im Laufschritt zum katholischen Pfarrer, sich die Beichte abnehmen zu lassen angesichts des angeblich unverdünnten Teufelszeuges aus der rechtsradikalen Ecke), genetisch ein Halb-Schildbürger (darf man das heute überhaupt so sagen?) und mental ein Voll-Schildbürger. Denktechnisch gewissermaßen auf dem Niveau der Schwatzbude eines runden Tisches von 1990 stehen geblieben, muß man ihm wenigstens zugestehen, die Schwerkraft noch zu empfinden. Immerhin weiß er sehr genau zwischen „Unten“ und „Oben“ zu unterscheiden und er hat auch Mut, denn er spricht die Wortgruppe „Umverteilung nach oben“ laut im Bundos-Tag der Stadt Germania (neuerdings wie gesagt als BERLIN bezeichnet) aus. Eines jedoch hat auch Tisy nicht geschnallt: Ein Standpunkt ist ein Horizont mit dem Radius Null! Nicht vergessen dürfen wir auch den Schniegelmann mit der Silberlocke aus dem bajuwarischen Münchdorf. Edmund der Stauber. Kaiserteu und lummer in jedem Fall, doch doof garantiert nicht. Klever, parkettsicher, durchtrieben, dreigeschwänzt, ein Möchtegerne- und Siegegesicht allererster Güte. Typ väterlicher Freund, der keinen Sonntag den Kirchgang verpasst. Unzweifelhaft ein Vertreter der Hochadelfinanz, die in Münchdorf seit Jahren fröhliche Urständ feiert und ihre Spaßgesellschaft organisiert. Es lebe der Maximalprofit aus der Brüstungsindustrie! Wo Lemminge angeblich zu teuer sind, holt man sich Romänlinge, Polanlinge, Albanlinge, Türklinge und andere Nicht-Super-Menschen, so die „Denke“ des Vordenkers Stauber. Heil dir dem Siegerkranz! Ein rechtes-rechtes Führertier mit lummerländischer Leitkultur für Lemminge, die alles kollektiv abnicken und ohnehin große Affinitäten zu latenen Gröfazen haben. Mit einem Novum allerdings: Sie (die Arbeitnehmer-Lemminge) müssen endlich einsehen, an den Arbeitsplatz noch Geld mitzubringen, anstatt solches in Form von Lohn oder Gehalt zu fordern. Eine Spende für die armen, bedürftigen und bedauernswerten, notleidenden Unternehmer-Lemminge!

Lummerland – Lummer befiel, wir folgen dir.

Lummerländische Politiker - so haben Wissenschaftler festgestellt - sind immer auch Partisanen des sinnfreien Satzes. Sie tragen die Worthülsen am Patronengurt der Hosenschnalle. Und zwar ausnahmslos alle.

Und aber nun wird die ganze Angelegenheit so richtig interessant. Ein Floh kann einem Löwen nämlich mehr zusetzen, als ein Löwe einem Floh. Ein Floh „pisackt“, viele Flöhe gar können tödlich sein. Da gibt es doch tatsächlich in jüngster Zeit Lemminge, die aus der Reihe tanzen und begonnen haben, selbständig zu denken. Ich weiß, ich weiß, eigentlich ist das ja verboten. Aber verboten ist so vieles, was richtig Spaß macht.... Und ganz besonders Spaß macht das sogenannte Quer-Denken.

Einige, es müssen wohl Rechts- und Linksanwälte gewesen sein, haben irgendwann, irgendwie herausgefunden, dass die Schriften von Färber und Feder noch existieren. Sie waren jedenfalls versehentlich allen Bücherverbrennungen (auch den geistigen!) entronnen. Ergokratische Freiwirtschaftslehre heißt das Stichwort. Die Erde ist rund und keine Scheibe. Das ruft in Neu-Lummerland die moderne Inquisition auf den Plan. Die Erde hat bitteschön eine Scheibe zu sein, wenn die Pappnasen-Leitfiguren es befohlen haben! Basta! Denn: „Es kann nicht sein, was nicht sein darf.“ Ergokratie - Ein alter Hut in neuen Schläuchen? Oder Lösung der brennenden Probleme in Lummerland und anderswo? Das muß wohl zukünftig jeder Lemming selbst herausfinden. So denn er fähig und willens ist, seinen geistigen Hintern vom Sessel zu erheben.

Und die lummerländischen Rechts- und Linksanwälte haben auch noch mehr herausgefunden, was mächtig zum Himmel stinkt, wenn man den Deckel aufmacht.

Und Lummerland selbst? Es geht den Bach herunter. Der Karren, erst entgleist im Dreck gelandet, rollt jetzt immer schneller werdend führerlos (Nein, dieser Führer ist nicht gemeint, den Gröfaz bitteschön wollen wir nie wieder!) den Hang hinunter. Die Deichsel streng hangabwärts zeigend. Auf dem Wagen nur noch Plunder liegend, an der Seite ein Schild: „Aufschwung Ost“. Lummerland – Abwärtsland. Die Klugen sind längst abgesprungen. Zu ihrer Ehrenrettung muss man erwähnen, dass sie nach dem Sprung noch riefen: „Rette sich, wer kann!“

Und wie sieht die Zukunft aus? Das wollen wir im zweiten Teil lesen. Wird nun aus Lummerland eine einzige große Denkfabrik?

Lassen wir uns überraschen.

von Ulrich Walluhn - am 02.04.2015 21:39

Die Fabel Lummerland (2)

Lummerland
Zweiter Teil.
Eine messerscharf-bissige Satire aus der real existierenden Märchenwelt
Von Ulrich Walluhn, Erfurt – aus der Denkfabrik Thüringen

Einst, als die Spatzen noch Gamaschen trugen und als Tür, Tor und Not noch mit „Ha“ nach dem „Te“ geschrieben wurden, war Lummerland eine große Industrienation inmitten des Kontinentes Atlantis, umgeben von überwiegend neidischen, streitsüchtigen Nachbarn. Aber die Jahre danach hatten viel verändert. Aus Lummerland Ost und Lummerland West wurde im Jahr 90 Neu-Lummerland unter Kanzler Helmut dem Ersten, der berühmten Bundos-Birne. Lummerland Ost wurde dabei völlig untergebuttert. Clevere West-Lemminge hatten die Treufuß-Anstalt unter Leitung von Birgit Greuel gegründet. Frau Greuel hatte nämlich einen Meisterbrief im Geldverschleudern, mit dem sie auch die Atlantis’sche Ausstellung IXPO 2000 in Bonnover in den Abgrund riß und dabei viele Lemminge anstatt an den Arbeitsplatz nun zum Arbeitslosenverwaltungsamt schickte, wie sie das schon zuvor in Ost-Lummerland ausgiebigst geübt hatte. Bravo! Frau Greuel ließ einfach nix aus. Sie schickte windige Geschäftemacher in den Osten, die in Anzug, Schlips und mit Köfferchen im dicken Daimler daherkommend allerlei Unheil anrichteten. Zuvor hatten diese sich selbst Manager nennenden undurchsichtigen Gestalten eine Hühnerschule besucht: Gackern, ein Ei ins Nest legen, tüchtig herumfuchteln, viel Wind machen, alles durcheinander wirbeln, hinkacken und dann abhauen. Alle Betriebe, die sogenannten LVB (Lummerländische Volks-Betriebe), wurden ganz schnell platt gemacht. Des Volkes Eigentum ward anschließend heimlich, still und leise einkassiert, die Spuren allen Teufelswerkes schnell vertuscht. Fast zwei Millionen Lemminge blieben zurück ohne Arbeit und guckten fortan dumm und langzeit aus ihrer volkeseigenen Wäsche. Lummerland Ost war seitdem ein Entwicklungsland wie Nigeristan. Nur ein paar Inseln der Glückseeligkeit erhoben sich wie Phönix aus der Asche: Resden, Wena und das Lemming-Volkswagenwerk Wickau-Cosel. Und diese Inseln waren es auch, um die alle Pappnasen-Leitfiguren laut grölend tanzten, wie geschminkte Indianer mit der Trommel um den Weihnachtsbaum. Dabei beweihräucherten sie sich immer wieder selbst und merkten überhaupt nicht, wie sehr sie sich in aller Welt lächerlich machten.

Lummerland – Weihnachtsbaumland.

Doch die Zahl der Weihnachtsbäume blieb klein, man konnte es drehen und wenden wie man wollte. Daran änderte auch Kanzler Gerhard der Erste (die Große Rote Flasche) nichts, der im Jahr 98 den Thron bestieg. Ganz im Gegenteil, er verdreifachte das Chaos in Lummerland Ost nur, indem er dem Lummervolk immer mehr Steuern und Abgaben abpresste. Und ein sinnloses Gesetz jagte das nächste noch sinnlosere. Was machte er nur falsch? Am 12. Februar des Jahres 102 gab ganz versehentlich eine Ministerin, nämlich Brigitte Grünast das Geheimnis im Fernsehen Preis. Wohl nur aus Dummheit, kommt doch Brigitte selbst nicht einmal auf einen grünen Zweig, geschweige denn grünen Ast. Sie hatte im Biologieunterricht nicht aufgepasst und war vermutlich wie Silberlocke Edmund der Stauber in der Grundschule sitzen geblieben. Brigitte jedenfalls gab ihr Geheimwissen dem Volke bekannt: „Nur wenn man von Kindesbeinen an Müsli isst, wird man ein Minister, so wie ich.“ Aha, da haben wir es. Des Pudels Kern! Die große Rote Flasche hat nie Müsli gegessen.

Lummerland – Müsliland.

Bei allem Dummsabbel um Müsli, Weihrauch, Weihnachtsbaum, Inseln des Aufschwungs, Reformstau, Wohlstandsmüll, Rentnerschwemme, Gotteskriegern, Nullwachstum und anderem zivilisierten Menschen unverständlichem Zeug rollte der alte Karren Lummerland unbemerkt und steuerlos den Abhang hinunter. Und als die Pappnasen aufhörten zu streiten und zu sabbeln, war der Karren schon aus ihrem Sichtwinkel verschwunden. Sie rannten plötzlich kollektiv an den Rand des Abgrundes und schauten mit großen, geweiteten Kinderaugen ungläubig hinunter, ganz so, als sei ihr Spielzeug entfleucht. Der Karren, eine dicke Staubspur hinterlassend, war schon ganz da unten, klein wie eine Streichholzschachtel und er raste und raste unaufhörlich weiter...


März im Jahre 102:
Arbeitslose: 6,0 Millionen
Sozialhilfeempfänger: 2,8 Millionen
Staatsverschuldung: 2.850 Milliarden Teuro
Die Regierung Gerhard des Ersten muss die Zahl 6 Millionen offen zugeben. Das Wirtschaftswachstum kommt zum Stillstand. Die Zahl der Firmenpleiten erreicht Höchststand seit Gründung des Lummerlandes West.

April im Jahre 102:
Arbeitslose: 6,5 Millionen
Sozialhilfeempfänger: 2,9 Millionen
Staatsverschuldung: 2.990 Milliarden Teuro
Die Regierung Gerhard des Ersten hält sich die ruhige Hand (fest). Gerhard wird von der Opposition zum Arbeitslosenvernichtungskanzler ernannt.

Mai im Jahre 102:
Arbeitslose: 7,2 Millionen
Sozialhilfeempfänger: 3,0 Millionen
Staatsverschuldung: 3.100 Milliarden Teuro
Die Regierung Gerhard des Ersten spricht noch immer von einer Art Endsieg (wie einst der Hinkel, als Walin mit seiner Grünen Armee kurz vor Germania stand) und den großen, großen Erfolgen ihres „genialen“ Job-Passiv-Programmes, dass sie durch eine Reform der Arbeitslosenverwaltungsämter flankiert hat.

Juni im Jahre 102:
Arbeitslose: 7,6 Millionen
Sozialhilfeempfänger: 3,1 Millionen
Staatsverschuldung: 3.350 Milliarden Teuro
Die Regierung Gerhard des Ersten steckt den Kopf in den Sand und macht auf „Vogel Strauß“. Die Opposition bekommt statt dessen kollektives Fracksausen.

Juli im Jahre 102:
Arbeitslose: 7,8 Millionen
Sozialhilfeempfänger: 3,5 Millionen
Staatsverschuldung: 3.650 Milliarden Teuro
Die Regierung Gerhard des Ersten tritt nach heftigen Disputen im Bundos-Tag komplett zurück. Es kommt zu vorzeitigen Neuwahlen im Lummerland mit dem Ergebnis:
31 % CLU (Edmund der Stauber der biedere Großpapa von nebenan)
25 % SPL (Gerhard der I. die Große Rote Flasche)
8 % PLS (Gregor Tisy der Halbschildbürger ohne Wagenknecht)
6 % NPL (namenlose Hinkelfreunde)
6 % FLP (Guido Gesterwelle mit seiner Truppe der Besserverdienenden)
6 % Gröll-P (Roland Barnabas Gröll der Sicherheitsexperte)
6 % Blaue (Joschi Wischer der gewendete Pazifist)
5 % LVU (Dr. DR. Bley der dreigefuchste Medien-Republikaner)
7 % sonst. über 150 Splitterparteien, alle unter 5 % bleibend
Es wird eine Große Koalition von CLU, SPL, FPL und Blauen unter Edmund dem Stauber gebildet. Man verspricht den Lemmingen rasche Wirtschafsreformen, viele neue Arbeitsplätze und allerlei mehr.

August im Jahre 102:
Arbeitslose: 8,1 Millionen
Sozialhilfeempfänger: 3,9 Millionen
Staatsverschuldung: 3.900 Milliarden Teuro
Die Regierung Stauber denkt nach.


September im Jahre 102:
Arbeitslose: 8,4 Millionen
Sozialhilfeempfänger: 4,1 Millionen
Staatsverschuldung: 4.050 Milliarden Teuro
Die Regierung Stauber denkt nach.
In Ameristan ereignet sich ein neuer, schrecklicher Terroranschlag. Ben Luden lässt nahe Chicago Flugzeuge in ein Atomkraftwerk rasen. Es gibt zehntausende Tote, weite Gebiete müssen wegen Strahlenschäden evakuiert werden. Ameristan droht 23 sogenannten Schurkenstaaten mit Krieg und Vergeltung.

Oktober im Jahre 102:
Arbeitslose: 9,2 Millionen
Sozialhilfeempfänger: 4,5 Millionen
Staatsverschuldung: 4.130 Milliarden Teuro
Die Regierung Stauber denkt immer noch nach. Man könnte fast meinen, alle seien eingeschlafen.
In der ameristanischen Großstadt Alt Jork kommt es an der Tall-Street zum Börsenkrach. Der Handel mit tausenden Aktienpapieren wird ausgesetzt. Der Index Fuchs fällt innerhalb weniger Stunden von 6230 auf 1820. Alle anderen Börsen stürzen nach. Der weltweite Finanzhandel wird ausgesetzt. In Ameristan gründet sich eine Exilregierung der seit Jahrhunderten in Lager weggesperrten Ureinwohner.

November im Jahre 102:
Arbeitslose; 9,7 Millionen
Sozialhilfeempfänger: 4,6 Millionen
Staatsverschuldung: 4.180 Milliarden Teuro
Die Regierung Stauber hat aufgehört, nachzudenken.
Die Große Koalition Lummerlands tritt nach schweren Auseinandersetzungen im Bundos-Tag, die teils zu Handgreiflichkeiten auswachsen, komplett zurück. Es kommt abermals zu Neuwahlen mit dem Ergebnis:
38 % SPL
26 % CLU
11 % PLS
10 % NPL
9 % Grill-Partei
6 % LVU
10 % sonstige als Konglomerat aus 231 Splitterparteien, von denen keine 5 % erreicht
Abermals wird eine Große Koalition aus SPL und CLU aber unter Tolerierung der PLS gebildet. Kanzler wird überraschenderweise erneut Gerhard der Erste. Es handelt sich jedoch nur um ein Notkabinett.

Dezember im Jahre 102:
Arbeitslose: 9,9 Millionen
Sozialhilfeempfänger: 4,7 Millionen
Staatsverschuldung: 4.280 Milliarden Teuro
Es beginnt ein schwerer, harter Winter, der härteste seit 150 Jahren, zudem ununterbrochen bis Ende Februar 103 anhaltend. Über Wochen herrschen minus 35 Grad Celsius, eine Schneekatastrophe bricht über weiter Teile Lummerlands herein. Eisenbahn, Straßenverkehr und Energieversorgung brechen fast völlig zusammen. Hunger und Not vor allem in den Großstädten führen zu ersten Bevölkerungsaufständen. Die kommunalen Sozialämter haben keine Finanzmittel mehr zur Auszahlung der immensen Summen an Sozialhilfe. Es werden daher teilweise Lebensmittelgutscheine anstatt Bargeld ausgegeben.


Januar im Jahre 103:
Arbeitslose: 10,8 Millionen
Sozialhilfeempfänger: 4,9 Millionen
Staatsverschuldung: 4.400 Milliarden Teuro
Die Regierung unter Kanzler Gerhard dem Ersten tritt - kaum an der Macht - vollständig zurück. NPL, LVU und Grill-Partei blockieren laufend den Bundos-Tag, die PLS hat ihre Tolerierung zurückgezogen. Lummerland ist unregierbar. In Germania (BERLIN) tritt erstmals eine sogenannte Lummerländische Exilregierung in die Öffentlichkeit, die ihre Solidarität mit der ameristanischen Exilregierung erklärt. Abermals werden Neuwahlen zum Bundos-Tag durchgeführt:
18 % SPL
16 % CLU
14 % PLS
14 % NPL
10 % LVU
19 % sonstige als Konglomerat aus 238 Splitterparteien, von denen keine 5 % erreicht
Es kommt abermals zu einer Großen Koalition, diesmal aber von SPL, CLU, PLS und LVU unter Kanzler Edmund dem Stauber. Nur mit größter Mühe konstituiert sich ein neuer Bundos-Tag. Die Differenzen zwischen PLS und LVU sind abgrundtief. Gerhard der Erste war als Kanzlerkandidat überhaupt nicht mehr angetreten. Die Regering erlässt zahlreiche Notverordnungen, die teils einander völlig widersprechen und in der Praxis überhaupt nicht umsetzbar sind.

Februar im Jahre 103:
Arbeitslose: 11,2 Millionen
Sozialhilfeempfänger: 5,1 Millionen
Staatsverschuldung: 4.700 Milliarden Teuro (alt)
Es kommt zum Zusammenbruch des Teuro im atlantis’schen Währungsgebiet. Notgeld, der Hilfs-Teuro wird in Lummerland ausgegeben, die Währungsunion des alten Teuro zerbricht. Neue Notstandsgesetze treten in Kraft. Das Bundos-Verfassungsgericht in Marlsruhe wird kurzerhand aufgelöst, als es den kritischen Zeigefinger erheben will. Strom gibt es nur noch stundenweise. Das Internet wird abgeschaltet, da sich in ihm zunehmend regierungsunfreundliche, politisch-revolutionäre Tendenzen ausbreiten. Hunger, Not und Obdachlosigkeit grassieren in allen Städten Lummerlands. Öffentlicher Nahverkehr findet kaum mehr statt. Benzinabgabe an Privatpersonen wird verboten. Alle privaten PKW werden zwangsstillgelegt. Privatreisen mit der Eisenbahn sind untersagt. 23 % der Stadtbevölkerung kann die eigene Wohnung nicht mehr bezahlen. Die Sozialämter geben nur noch Bezugsscheine für Lebensmittel und Bekleidung anstelle von Geld aus. Zeitungen dürfen nicht mehr erscheinen. Private Fernsehstationen werden geschlossen, es existiert nur noch ein Programm des Staatsfernsehens.
Die Lummerländische Exilregierung fordert das lummerländische Volk zum Durchhalten auf und veröffentlicht mehrere Deklarationen zur Nationalen Rettung, meist per Flugblätter oder auf Klebezetteln. Wenig später wird die gesamte Exilregierung in Germania verhaftet und ihr Eigentum beschlagnahmt.

März im Jahre 103:
Arbeitslose: 12,4 Millionen
Sozialhilfeempfänger: 5,4 Millionen
Staatsverschuldung: 1500,88 Milliarden Hilfs-Teuro (alter Hilfs-I-Teuro)
Das lummerländische Grundgesetz aus dem Jahre 49 wird vollständig außer Kraft gesetzt. Freie Meinungsäußerung, Presse- und Versammlungsfreiheit werden verboten. Die allgemeine Arbeitspflicht wird eingeführt, obwohl freie Arbeitsplätze überhaupt nicht vorhanden sind! Es kommt zum Bankenzusammenbruch: Lummerländische Bank, Resdner Bank und Schmerz Bank gehen in Konkurs. Der Hilfs-Teuro als Währung bricht zusammen. An seiner Stelle wird der Hilfs-II-Teuro als neuerliches Notgeld ausgegeben. Ein Brot kostet 25.000 Hilfs-II-Teuro. Das Durchschnittseinkommen eines Arbeiters liegt bei 1200,50 Hilfs-II-Teuro pro Stunde brutto. Seit erstem Januar 103 hat es 75.814 neue Firmenzusammenbrüche gegeben. In großen Städten kommt es zu Hungerrevolten und grenzenlosem Chaos.
Die Lummerländische Exilregierung verkündet aus der Untersuchungshaft in Germania-Plötzenteich ihr Humanistisch-Ergokratisches Rettungsprogramm über das Fernsehen. Infolge eines Fehlers des aufsichtsführenden Justizbeamten während des Freiganges auf den Gefängnishof (er hatte nach Abschluß der Hofpause die Türen verwechselt!) konnten 3 Regierungsmitglieder entfliehen und einen benachbarten Studioraum erreichen. Die Übertragung wird allerdings nach 15 Minuten unterbrochen. In einer Gegenerklärung der Regierung Edmund des Staubers wird die Exilregierung als Gruppe geisteskranker, krimineller Spinner bezeichnet und lächerlich gemacht. Nachahmern droht man zugleich empfindliche Strafen an.

April im Jahre 103:
Arbeitslose: 12,8 Millionen
Sozialhilfeempfänger: 5,6 Millionen
Staatsverschuldung: 366.582,69 Milliarden Hilfs-II-Teuro
In Ameristan ereignet sich ein weiterer Terroranschlag der Gruppe Ben Luden: Ein Giftgasangriff mit Sprühflugzeugen zur Unkrautvernichtung fordert in Philadelphia 150.000 Opfer. Daraufhin bombardiert Ameristan 23 Staaten auf dem Kontinent Alasien massiv und ohne Kriegserklärung aus der Luft. Kina und Mussland drohen im Falle weiterer Angriffe mit atomaren Gegenschlägen. Die Weltbank bricht zusammen. Auf den Kontinenten Süd-Ameristan und Afrisanien brechen 30 lokale Kriege aus. Die Situation in Lummerland ist schier ausweglos.

Mai im Jahre 103:
Arbeitslose: 13,1 Millionen
Sozialhilfeempfänger: 5,8 Millionen
Staatsverschuldung: 2.857.444,74 Milliarden Hilfs-II-Teuro
Seit dem ersten März 103 haben sich weitere 27.818 Firmenpleiten im Lummerland ereignet. Ganze Branchen, wie die Textilindustrie oder das Buchverlagswesen, sind restlos zusammengebrochen. Der Nahverkehr ist in 76 Städten vollständig ausgesetzt. Wer noch Arbeit hat, muss zu Fuß in seine Firma gehen. In 55 Städten gibt es keinen Strom mehr, weil dieser unbezahlbar wurde oder die Stadtwerke Konkurs anmelden mussten. En Brot kostet jetzt 136.000,- Hilfs-II-Teuro.

Juni im Jahre 103:
Arbeitslose: 13,2 Millionen
Sozialhilfeempfänger: 5,8 Millionen
Staatsverschuldung: 733.608.345,25 Milliarden Hilfs-II-Teuro
Die Regierung Stauber tritt zurück. Die breitmaulig angekündigten weitreichenden Wirtschafts- und Arbeitsmarktreformen konnten nicht einmal mehr im Kabinett verabschiedet werden. Abermals kommt es zu Neuwahlen mit folgendem Ergebnis:
21 % CLU
20 % NPL
15 % LVU
15 % PLS
11 % SPL
5 % Grill-Partei
13 % sonstige, von denen keine 5 % erreicht
Als Kanzler der Großen Not-Koalition bestehend aus allen genannten Parteien (ein völliges Novum!) tritt erneut Edmund der Stauber an. Die Hälfte aller Ministerposten wird allerdings von der NPL, den Hinkelfreunden besetzt. Diese proben pausenlos den Aufstand im Bundos-Tag und organisieren unter ständigem Zeigen des SHL-Grußes (siehe erster Teil, Sieg-Heil-Lummerland-Gruß) fortwährend Tumult. Die NPL-Funktionäre sind auf ihren Posten als Minister und einfache Abgeordnete jedoch völlig unfähig, sie beherrschen kaum die lummerländische Schriftsprache und verstehen keinerlei Fachtermini des Hohen Hauses. Sie grölen in ihren Braunhemden einfach nur herum. Das Haus ist arbeitsunfähig.
Die Lummerländische Exilregierung war kurz vor der Wahl vom inzwischen extra zu diesem Zweck neu in Germania installierten Verfassungsgericht ohne Anhörung und ohne Prozeß durch einfachen, unanfechtbaren Verwaltungsakt als „verfassungsfeindlich“ im Sinne des Parteiengesetzes erklärt worden, obwohl sie überhaupt keine Partei darstellt, sondern eine immer noch in U-Haft sitzende Gruppe Parteiloser. Sie konnte als überparteiliche Initiative daher nicht zu dieser Bundos-Tags-Wahl antreten. In heimlich von Sympathiesanten aus der Haftanstalt Germania-Plötzenteich geschmuggelten Flugblättern stellt sie mutig ihr Programm eines Humanistisch-Ergokratischen Sozialismus und ein Rettungsprogramm für Lummerland vor, das schnell großen Anklang in der notleidenden Bevölkerung findet und sich in Windeseile verbreitet.

Juli im Jahre 103:
Arbeitslose: 13,3 Millionen
Sozialhilfeempfänger: 6,1 Millionen
Staatsverschuldung: 14.456.342.133,00 Hilfs-II-Teuro
Die Arbeitslosenquote ist auf 49,2 % angestiegen. Ihre weitere Veröffentlichung im einzig verbliebenen staatlichen Fernsehprogramm ist ab sofort streng verboten. Erneut werden straffe Notstandsgesetze verkündet. Unter anderem: Das Niedriglohngesetz, welches alle Lemminge verpflichtet, nur noch zu Niedriglöhnen zwangszuarbeiten, das Gewerkschaftsverbotsgesetz, das Gesetz zum Verbot privaten Post- und Fernmeldeverkehrs, das Gesetz zum Verbot privater Treffen von mehr als 4 Personen in Wohnstätten, usw. Der Hilfs-II-Teuro wird aus dem Verkehr gezogen und durch den Hilfs-III-Teuro ersetzt. Sämtliche Ersparnisse der Bevölkerung einschließlich Lebensversicherungen und Pfister-Rente werden entschädigungslos liquidiert. Ein Brot kostet jetzt 280.000 Hilfs-III-Teuro. 53 % aller Wohnungen in den großen Städten stehen leer und sind nicht mehr heizbar. Fast alle Stadtwerke und privaten Nahverkehrsbetreiber sind nach Konkursen handlungsunfähig. Es kommt zu massenweisen Plünderungen von Lagern und Geschäften mit Nahrungsmitteln und Bekleidung. Die Polizei ist dagegen machtlos, da für ihre Dienstwaffen keinerlei Munition mehr existiert.

August im Jahre 103:
Arbeitslose: 13,7 Millionen
Sozialhilfeempfänger: 6,3 Millionen
Staatsverschuldung: 188.450.980.344.738.455,00 Hilfs-III-Teuro
Die Regierung Stauber erklärt offen den Staatsbankrott. Stauber wird durch revoltierende Abgeordnete der NPL in sogenannte „Schutzhaft“ genommen. Auf dem Bundos-Tag wird die Hinkel-Flagge gehisst. Die Lemminge beginnen Selbsthilfe zu organisieren und führen eine Tauschwirtschaft nach Punktesystem ohne Geld ein. Der Unternehmerverband Lummerlands löst sich auf. 59 % aller Unternehmen im Lande sind konkurs. Es fahren keine Züge mehr.

September im Jahre 103:
Arbeitslose: 14,2 Millionen
Sozialhilfeempfänger: 6,6 Millionen
Staatsverschuldung: keine Angaben in Hilfs-III-Teuro mehr!
Nur noch 22 % aller Betriebe in Lummerland sind handlungsfähig, die meisten arbeiten ohne Geld weiter. Auch Brot kostet kein Geld mehr, man erhält es nur noch über Tauschpunkte. Der Bundos-Tag wird von den Abgeordneten der NPL mit aus dem Ausland eingeschmuggelten Maschinengewehren belagert. Die Mitglieder aller anderen Parteien hat man des Hauses verwiesen oder in Schutzhaft genommen. Die NPL regiert de facto als Diktatur allein. Sie zieht das völlig wertlose Geld ersatzlos ein. An der Börse werden alle Aktien und Wertpapiere für wertlos erklärt. Der Besitz von derartigen Papieren wird unter Strafe gestellt. Alle Banken werden geschlossen. In allen Städten des Lummerlandes kommt es zu Massenaufständen und Barrikadenbau. 18 Arbeitsämter sind bereits durch plündernde Demonstranten restlos verwüstet worden. Aus rein wirtschaftlichen werden jetzt politische Forderungen nach Zerschlagung des herrschenden Gesellschaftssystems. Täglich finden Straßenschlachten mit der munitionslosen Polizei statt. Es fällt kein Schuss. Auch fehlen der Polizei überall Gummiknüppel. Die Armee kann infolge Benzinmangels nicht ausrücken. Massenweise sind Wehrpflichtige aus den Kasernen desertiert. Häuser und Paläste des Hochfinanzadels brennen und werden verwüstet. Nicht wenige ehemalige Einkommensmillionäre und Personen des öffentlichen Lebens, die sich in den Jahren zuvor durch besonderen Dummsabbel hervorgetan hatten, werden jetzt Opfer blinder Lünchjustiz. In Lummerland herrscht Bürgerkrieg, der sich wie ein Flächenbrand ausbreitet und nicht gelöscht werden kann, weil selbst das Löschwasser fehlt.

Oktober im Jahre 103:
Arbeitslose: keine Angaben mehr!
Sozialhilfeempfänger: keine Angaben mehr!
Staatsverschuldung: keine Angaben mehr!
Der Bundos-Tag ist teilweise verwüstet und wird immer noch von bewaffnetem NPL-Pöbel belagert.
Die Exilregierung Lummerlands kann aus der Haftanstalt entfliehen und erkämpft mit Hilfe der örtlichen Bevölkerung und plötzlich von irgendwo her kommenden Waffen die Hoheit über das staatliche Fernsehen, wo sie erstmals auch auftritt. Sie besteht aus nur 6 durchweg parteilosen Mitgliedern. Ihr Generalbevollmächtigter Dr. Tenk von Tauffenberg übernimmt mit seinem Stellvertreter Dr. Albrecht Lammer kommissarisch die Regierungsgewalt über Lummerland. Er hält eine 45-minütige Fernsehansprache in völlig freier Rede. Teile der Armee laufen zur Exilregierung über und schützen mit Panzern das Fernsehgebäude.

Lummerland – was wird aus dir?

von Ulrich Walluhn - am 02.04.2015 21:40

Die Fabel Lummerland (3)

Lummerland
Dritter Teil.
Eine messerscharf-bissige Satire aus der real existierenden Märchenwelt
Von Ulrich Walluhn, Erfurt – aus der Denkfabrik Thüringen

Einst, als die Spatzen noch Gamaschen trugen und als Tür, Tor und Not noch mit „Ha“ nach dem „Te“ geschrieben wurden, war Lummerland eine große Industrienation inmitten des Kontinentes Atlantis, umgeben von überwiegend neidischen, streitsüchtigen Nachbarn. Doch inzwischen steht Lummerland dank jahrzehntelanger politischer Unfähigkeit Kopf. Das öffentliche und Wirtschaftsleben ist zusammengebrochen. Die wie aus dem Nichts aufgetauchte Exilregierung Parteiloser sitzt im Gebäude des Staatsfernsehens von Germania. Große Teile der Lummerland-Armee laufen jetzt zu ihr über. Plötzlich rollen in Germaina weitere Panzer auf (wo mag nur das Benzin jetzt hergekommen sein?) und machen den Weg zum Bundos-Tag frei. Ein mutiger General mit dem Namen von Kreisau stürmt mit seiner kleinen Truppe das von NPL-Pöbel besetzte Hohe Haus am Spree-Bogen.

November des Jahres 103:
Die Lummerländische Exilregierung übernimmt kommissarisch die Macht in Lummerland. Sie besteht zunächst aus nur 6 allesamt parteilosen Mitgliedern und ruft die Republik Lummerreich aus:
1. Reichspräsident und Generalbevollmächtigter Dr. Tenk von Tauffenberg
2. dessen Stellverterter Dr. Albrecht Lammer
3. Minister für Wirtschaft, Landwirtschaft, Arbeit und Sozialordnung Dr. Tino Schlenz
4. Minister für Verkehr, Energie und Ökologie Dr. Julius Lummermöller
5. Minister für Medien, Bildung und Kultur Dr. Gisela Leitzmann
6. Minster für Verteidigung, innere und auswärtige Angelegenheiten General Heinrich von Kreisau
Die Regierung - nunmehr Lummerländische Reichsregierung - stellt binnen weniger Tage ein Nationales Notprogramm auf. Lummerland tritt aus der Atlantis’schen Union aus, die ohnehin nur noch auf dem Papier bestand, da inzwischen alle Mitgliedsländer staatsbankrott gingen. Lummerland verlässt die Rato, den ameristanischen Militärpakt und erklärt seine Neutralität. General Heinrich von Kreisau bildet einen Lummerländischen Generalstab, schafft die allgemeine Wehrpflicht ab und formiert eine defensive Berufsarmee.
Die inzwischen einberufene Senfer Menschenrechtskonferenz der UMO erkennt das Lummerländische Reich als rechtsstaatlich existent an.

Dezember des Jahres 103:
Die Lummerländische Regierung führt das ergokratische referente Tauschgeld anstelle des überall praktizierten Punktesystems ein: 1 Lummerländische Mark (LM) = 100 Lummerländische Pfennige. Das neue Geld wird von der Lummerländischen Notenbank ausgegeben, seine Geldmenge über die Finanzämter geregelt. Zahlreiche Fachausschüsse werden einberufen. Einer dieser Ausschüsse erarbeitet die neue Verfassung, bestehend aus Teilen der alten Verfassung Lummerlands vom Jahre 19 sowie dem Grundgesetz des Jahres 49. Sie enthält (weltweit erstmalig!) das Grundrecht eines Jeden auf angemessene Erwerbsarbeit. Innerhalb weniger Wochen werden eine Reihe Gesetze verabschiedet, so beispielsweise:
Das Gesetz zur Beseitigung von Hunger, Elend und Not im Lummerland.
Das Gesetz zum Verbot des Geldhandels und der Geldspekulation.
Das Gesetz zum Verbot erwerbslosen Einkommens.
Das Gesetz zur Verstaatlichung der Privatbanken.
Das Gesetz zur Verstaatlichung der Versicherungswirtschaft.
Das Gesetz zur Rückverstaatlichung von Post, Bahn und Luftverkehr.
Das Gesetz zur strengen Kontrolle von Dienstleistungsunternehmen (u.a. Partnervermittlungen).
Das Mittelstandsförderungsgesetz.
Das Existenzgründergesetz.
Das Gesetz zur Bereinigung der lummerländischen Sprache.
Das Gesetz zur Begrenzung von Überstunden in der gewerblichen Wirtschaft.
Das Gesetz zur Durchsetzung humaner Arbeitsbeziehungen (Anti-Mobbing-Gesetz).
Das Gesetz gegen Lohndumping und Lohnwucher.
Das Mutterschaftsgesetz zur Erhöhung der Geburtenrate.
Das Herkules-Gesetz zur Zerschlagung von Staats- und Wirtschaftsfilz.
Das Gesetz zur Umstellung von Fahrzeugen mit Otto- und Dieselmotor auf alternative Technologien.
Das Gesetz über das Patentwesen und die wirtschaftliche Umsetzung von Patenten.

Januar des Jahres 104:
78,3 % der stimmberechtigten Lemminge sagen „Ja“ zur neuen Lummerländischen Reichsverfassung.
Die Regierung führt ein wichtiges Notprogramm ein, das Ergokratische Nationale Aufbauwerk und Arbeitsbeschaffungsprogramm zur Beseitigung der Massenarbeitslosigkeit innerhalb von 3 Jahren. Im Gesetz zur Neuregelung der Steuern und Abgaben werden sämtliche bisher erhobenen Steuern abgeschafft und durch die automatische ergokratische Geldsteuer ersetzt. Auch die Mehrwertsteuer entfällt. Eingeführt werden jedoch 3 Sondersteuern, nämlich: Luxussteuer (50%), Tabaksteuer (20%) und Branntweinsteuer (20%).

Februar des Jahres 104:
Die Lummerländische Regierung proklamiert den Humanistisch-Ergokratischen Sozialismus im Lummerland und sieht Neuwahlen für Ende 104 vor. Das Nationale Aufbauwerk und Arbeitsbeschaffungsprogramm greift, die Arbeitslosenzahl sinkt auf 11,8 Millionen. Per Gesetz werden Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe abgeschafft und durch existenzsicherndes Bürgergeld ersetzt, dass an Bedürftige zunächst bis Ende 104 angesichts der hohen Arbeitslosenzahlen ohne Nachweis einer Arbeitssuche gezahlt wird.

März des Jahres 104:
Infolge Abschaffung der Sozialhilfe beträgt die Zahl der Arbeitslosen jetzt 17,9 Millionen.
Die ergokratische Eröffnungsbilanz legt erstmals die umlaufende Geldmenge fest. Die von Phantomschulden bereinigte alte Staatsverschuldung erweist sich nach einer Tiefenprüfung als derart gering, dass sie innerhalb der automatischen Geldsteuer sofort ausgeglichen werden kann. Die Atlantis’sche Union wird aufgelöst. Seine ehemaligen Mitgliedsstaaten sind sämtlich staatsbankrott. In der Stadt Maßtrichter entsteht eine provisorische Regierung (Atlantis-Bündnis), die sich aus Vertretern aller dieser Staaten zusammensetzt. Lummerland entsendet einen Beobachter.
Eine internationale wissenschaftliche Kommission arbeitet die Staatsvergangenheit Lummerlands auf und deckt dabei skandalöse Völkerrechtsbrüche auf. Die Ergebnisse werden im lummerländischen Bildungsfernsehen populärwissenschaftlich dargelegt, das Volk ist allerorten entsetzt, so betrogen worden zu sein:
Das Lummerländische Reich, dessen Armeen am 9. Mai des Jahres 45 gesamtkapitulierten, wurde zu keiner Zeit für aufgelöst erklärt und hätte auch überhaupt nicht aufgelöst werden können, da Saager Landkriegsordnung und Senfer Konvention die Liquidation besetzter Staaten völkerrechtlich verbieten. Es bestand also de jure uneingeschränkt fort. Die jedoch am 25.02. des Jahres 47 durch den alliierten Kontrollrat (Kontrollratsgesetz Nr.46) vollzogene Auflösung des Staates Pruzzen als Teil des Lummerländischen Reiches war eindeutig ein völkerrechtswidriger Akt und blieb daher rechtsunwirksam.
Im Vorfeld zur Vereinigung von Lummerland Ost und Lummerland West hat am 17. Juli 90 der Außenminister Musslands (Stefanaze) kraft seiner Besatzermacht Verfassung und Staatsbürgerschaft der vorgeblich vollständig aber de jure als auch de facto nie souveränen LDR (Lummerländische Demokratische Republik) außer Kraft gesetzt. Die LDR war somit ab dem 17.07.90 staatsrechtlich wieder mussische Besatzungszone des alten lummerländischen Reiches. Am genau gleichen Tag hat der ameristanische Außenminister (Quaker) kraft seiner Besatzermacht Artikel 23 des Grundgesetzes der BRL (Bundesrepublik Lummerland) einfach gestrichen! Auch die BRL war also de jure und de facto nie souverän. Mit dieser Streichung hatte das Grundgesetz aber seit diesem Tag keinen Geltungsbereich mehr! Das bedeutet, das Grundgesetz an sich hat nun auch nicht mehr existiert. Daher kann auch die BRL an sich nicht mehr existiert haben, sondern ihr Gebiet war logischerweise wieder die Trizone des alten lummerländischen Reiches. Demzufolge war auch der „Zwei-und-Vier“-Vertrag vom 12. September 90, der die Vereinigung zweier souveräner lummerländischer Staaten regeln sollte, staats- und völkerrechtlich zu keiner Zeit gültig. Denn es gab ja eindeutig zwei derartige Staaten überhaupt nicht. Folgerichtig hat es ab dem 3. Oktober 90 auch kein Neu-Lummerland gegeben. Völkerrecht bricht Länderrecht! Ab dem 17.07.90 (und damit bis ins Jahr 104!) war Lummerland ohne rechtlichen Status und auch ohne Verfassung. Es war - wie zuvor - weiterhin Besatzungsgebiet mit einer zivilen Selbstverwaltung! Einen auf der Dotzdamer Konferenz im Jahre 45 zwingend vorgesehenen späteren Friedensvertrag hat es nie gegeben. Demzufolge handelt es sich beim Lummerland um ein Besatzungsgebiet in ziviler Selbstverwaltung unter Status des bloßen Waffenstillstandes. Da es auch keinen Friedensvertrag gab, in dem die endgültige Zugehörigkeit der abgetrennten Ostgebiete Lummerlands geregelt werden sollte, sind auch diese Gebiete staats- und völkerrechtlich eindeutig noch immer Teil des alten Lummerländischen Reiches, völlig gleichgültig der Tatsache, dass hier die lummerländische Bevölkerung vertrieben und die Gebiete längst polanisch besiedelt wurden. (Genau diese Rechtslage ist es auch, die die Senfer Menschenrechtskonferenz im Mai des Jahres 104 Lummerland in den Grenzen vom 31.12.37 wieder herstellen lässt!) Dies alles zu erfahren war ein harter Schlag für viele Lemminge, aber auch für viele Polanlinge. Sie konnten es kaum fassen.

April des Jahres 104:
Die Arbeitslosenzahl sinkt auf 13,6 Millionen.
Das Nationale Aufbauwerk und Arbeitsbeschaffungsprogramm ist in seiner ersten Stufe vollständig angelaufen. Über die zwischen 7 und 22 Uhr täglich geöffneten Arbeitsämter wird massenweise Personal in staatlichen und privaten Betrieben eingestellt.
Die Ergokratische Weltbank wird in Germania gegründet. Die umlaufende Geldmenge wird aufgrund sehr starken Wirtschaftswachstums laufend erhöht und jetzt monatlich anstatt jährlich überprüft.
Austerlitz - ebenfalls durch einen Staatsbankrott gebeutelt - erklärt in freier Selbstbestimmung seinen Beitritt zu Lummerland. Es wird Freistaat Austerlitz und führt die lummerländische Währung ein.

Mai des Jahres 104:
Die Arbeitslosenzahl sinkt auf 10,9 Millionen.
In Lummerland sind Ruhe und Ordnung wieder eingekehrt. Seit Januar konnten 38.655 in Konkurs gegangene Betriebe per Mittelstandsgesetz gerettet werden, 243.707 neue Unternehmungen sind seither gegründet worden. Die Lummerländische Staatsbahn erhält den Status einer gemeinnützigen Stiftung.
Unter Leitung der Senfer Menschenrechtskonferenz (231 teilnehmende Staaten) wird ein Friedensvertrag für Lummerland mit seinen ehemaligen Besatzungsstaaten Mussland, Engelreich und Frankenland geschlossen. Einbezogen wird auch Polanien. Ameristan verweigert die Teilnahme und erklärt sich in Fragen Lummerlands für nicht mehr zuständig. Lummerland wird Reichsrepublik, bleibt jedoch weitgehend bundosstaatlich organisiert. Es besteht aus Freitstaaten und Bundosländern. Seine Grenzen vom 31. Dezember 37 werden als völkerrechtlich gültig (unter Vorbehalt einer Volksabstimmung) wiederhergestellt. Die Senfer Konferenz erklärt das Dotzdamer Abkommen von 45 für ungültig. Unwirksam erklärt werden ferner sämtliche mit der Vereinigung von Lummerland Ost und Lummerland West im Jahre 90 geschlossenen Verträge und insbesondere der sogenannte Vier-und-Zwei-Vertrag der Bestzungsmächte.
Lummerland gliedert sich jetzt in die folgenden Länder: Schließlich-Vollstein, Niedersaxonia, Hansestadt Premmen, Hansestadt Humberg, Nordstein-Westfalia, Feinland-Palz, Laarland, Faden-Bürttemburg, Jessen, Freistaat Bajuwarien, Freistaat Thuringia (vormals Süringen), Freistaat Saxonia, Saxonia-Anhaltinien, Brandenberg, Germania, Tecklenburg-Vorpomerania sowie Freistaat Austerlitz.
Über den Beitritt aller anderen von der Senfter Konferenz Lummerland zugesprochenen Gebiete wird per Volksabstimmmung entschieden. Der Status des Mummellandes soll gesondert beraten werden.
Weitere vor allem notleidende Staaten erwägen ihren Beitritt zu Lummerland. In Germania wird deshalb der Ergokratische Staatenbund gegründet. Erstes Mitglied wird die Exilregierung der ameristanischen Ureinwohner. Der Beitritt Ameristans kann jedoch nur als symbolischer Akt vollzogen werden. Ameristan selbst droht unter Hinweis auf den „Schurkenstaaten“-Paragraphen den ergokratischen Ländern massive Luftschläge an.

Juni des Jahres 104:
Die Arbeitslosenzahl sinkt auf 8,3 Millionen.
Das Volk der Lemminge erklärt in einem Plebiszit, nicht länger „Lemminge“, sondern „Lummerländer“ zu heißen. Das Plebiszit ist Ausdruck des neuen Sebstbewußtseins. Von Parteien haben die Lummerländer allerdings die Schnauze voll. Trotz neuem Parteiengesetz kommt es nach Auflösung der Altparteien kaum zu Neugründungen.
Lummerland entsendet eine Schutz- und Friedenstruppe nach Israelien, um den Völkerkonflikt mit Palestinensien ausräumen zu helfen. Das immer noch notleidende Afganistanien tritt dem Ergokratischen Staatenbund bei. Kurz darauf folgen Pakistanien, Usbekistanien, Turkmenistanien, Tadschikistanien, Irakien, Iranien und Bangladeschien. In allen genannten Ländern wird das referente Tauschgeld, die lummerländische Mark eingeführt. Die umlaufende Geldmenge erhöht sich darum stark. Bangladeschien zählt zu den ärmsten Ländern der Erde und erhält ein Soforthilfe-Notprogramm. Ameristan droht erneut mit – diesmal sogar atomaren - Luftschlägen und setzt Lummerland ein Ultimatum zur Auflösung des Ergokratischen Staatenbundes.

Juli des Jahres 104:
Die Arbeitslosenzahl sinkt auf 6,6 Millionen.
Lummerland schließt einen Freundschafts- und Beistandspakt mit Mussland. Die Atommacht Indianien mit fast einer Milliarde Einwohnern tritt dem Ergokratischen Staatenbund bei. Es folgen noch im gleichen Monat Kubanien (vor den Toren Ameristans gelegen), Vietnamesien, Laotien und das soeben proklamierte Palästinensien. Ameristan rudert anschließend aufgeschreckt zurück, das gestellte Ultimatum wird hinfällig.

August des Jahres 104:
Die Arbeitslosenzahl sinkt auf 4,8 Millionen.
Im neuen Mutterland der Schildbürger, Israelien wird die Regierung durch Militär und Polizei gestürzt. Die neue kommissarische Regierung dieses Landes schließt einen Friedensvertrag mit Palästinensien ab.
Die Abstimmungsgebiete gemäß Senfer Konferenz haben sämtlich ihre neue Zugehörigkeit zu Lummerland erklärt. Die Abstimmung fiel allerorten mit überwältigender Mehrheit zu Gunsten Lummerlands aus, lediglich im Raum Rosen stimmte die überwiegend alt-polanische Bevölkerung knapp ab.
Lummerland verändert demgemäß seine Länderstruktur. Tecklenburg wird eigenständiges Land. Zum Freistaat Pruzzen schließen sich die Länder Saxonia-Anhaltinien, Niedersaxiona, Brandenberg und Vorpomerania zusammen, während Rosen-Westpruzzen, Ostpruzzen, Hinterpomerania, Lesien und Oberlesien zu diesem hinzutreten. Die einzelnen Länder bleiben jedoch als Provinzen Pruzzens erhalten. Dunzig wird Freie- und Hansestadt. Die neu hinzugetretenen Gebiete werden fortan in doppelter Amtssprache verwaltet.
Die Abstimmung in Mummelland ergab den Verbleib bei Litanien. Das verbliebene und nun allein kaum lebensfähige Rest-Polanien wird wunschgemäß gleichzeitig Mitglied des Ergokratischen Staatenbundes und kann so seine Stellung in Atlantis erheblich verbessern. Ergokratische Währung und Freiwirtschaft sorgen auch hier für einen ruckartigen Aufschwung.

September des Jahres 104:
Die Arbeitslosenzahl sinkt auf 3,3 Millionen.
Der Staatenbund beschließt ein Not- und Soforthilfeprogramm für die immer noch hungernden Völker auf den Kontinenten Afrisanien und Alasien. Die sogenannten Baltesischen Staaten Litanien, Lettien und Estien erklären ihren Beitritt zum Ergokratischen Staatenbund.


Oktober des Jahres 104:
Die Arbeitslosenzahl sinkt auf 2,7 Millionen.
In der Hauptstadt Germania wird ein Denkmal am Anhaltinischen Bahnhof enthüllt. Es zeigt die beiden Nationalökonomen Heinrich Färber (1864 bis 1941) und Gottfried Feder (1883 bis 1942).
Die Ergokratische Weltbank verlegt ihren Sitz symbolträchtig nach Carbul in Afganistanien. Der Ergokratische Staatenbund beschließt in Germania den Aufbau eines Eisenbahn- und Straßenwesens in den beigetretenen Entwicklungsländern unter Leitung Lummerlands. Kina schließt einen Freundschaftsvertrag mit dem Ergokratischen Staatenbund ab.

November des Jahres 104:
Die Arbeitslosenzahl sinkt auf 1,6 Millionen.
Das lummerländische Volk erklärt in einem Plebiszit (82,6% Ja-Stimmen) die bisherige Lummerländische Reichsregierung zur legitimen Regierung Lummerlands und wählt im Direktverfahren die Abgeordneten zur Nationalversammlung. Es treten keine Parteien, sondern nur Personen zur Wahl an.

Dezember des Jahres 104:
Die Arbeitslosenzahl sinkt auf 0,8 Millionen.
Seit Inkrafttreten des Nationalen Aufbauwerkes wurden bei der Lummerländischen Staatsbahn insgesamt 663.580 neue Arbeitskräfte in 738 Berufen eingestellt.
Der Ergokratische Staatenbund und befreundete Staaten beschließen den Bau einer doppelspurigen Magnetschwebebahn (Transrapid) Parisia-Germanina-Warsawa-Moskwa-Pekinesien.

Januar des Jahres 105:
Die Arbeitslosenzahl sinkt auf 0,2 Millionen.
In Lummerland tritt eine Verknappung von Arbeitskräften ein. Über das Arbeitsministerium werden daher Arbeiter und Angestellte aus anderen Mitgliedsstaaten des Ergokratischen Staatenbundes angeworben.
73 weitere Staaten erklären ihren Beitritt zum Ergokratischen Staatenbund. Auch hier wird das referente Tauschgeld, die lummerländische Mark eingeführt. Das ergokratische Wirtschafts- und Währungsgebiet wird damit zum größten der Welt. Das sich gerade erst mühsam erholte ameristanische Wirtschafssystem beginnt zusammenzubrechen, wie einst das lummerländische. Die ameristanische Exilregierung mit Sitz in Germania ruft das ameristanische Volk auf, die überlebte, unbrauchbar gewordene ameristanische Gesellschaft friedlich zu überwinden.



Ja, lieber Leser. Das war das Märchen vom Lummerland. Und wenn die Lummerländer nicht gestorben sind, dann gehen sie noch heute ihrem Tagwerk nach und verrichten lummerländische Wertarbeit. Ganz so wie in jener Zeit, als die Spatzen noch Gamaschen trugen und als Tür, Tor und Not noch mit „Ha“ nach dem „Te“ geschrieben wurden. Die streitsüchtigen Nachbarn von damals allerdings waren längst Freunde geworden und hatten ihre jahrtausende alten Gebietsstreitigkeiten endlich begraben.

von Ulrich Walluhn - am 02.04.2015 21:40

Wir klären Begriffe (Vorsicht beißende Satire!)

Olotisch und die Olotie. Nölofonie und Walluhnismus.

Olotisch beschreibt einen Zustand, einen Vorgang, einen Ablauf der sich durch die Eigenschaften chaotisch, unlogisch, durcheinanderlaufend, teilweise auch verlogen, sinnentstellend, teilweise auch irrsinng (gaga), blödsinnig, sinnentleert auszeichnet. Es kann sich hierbei auch um schriftliche Ausführungen handeln.

Das zugehörige Substantiv ist die OLOTIE.

Zur Olotie neigen im allgemeinen Machtpolitiker aller Art und Fraktion. Aber auch die Darlegungen von "Peter König" im Kritischen Eisenbahnforum sind ein Lehrbuchbeispiel für Olotie oder olotisches Verhalten.

Neben der OLOTIE ist in dieser Gesellschaft auch die NÖLOFONIE (Nölophonie, Noelofonie) weit verbreitet. Die Nölofonie beschreibt Zustand und Grad (in Prozent) unsinniger, blödsinniger, schwachsinniger Sätze und Satzkonstrukte. Nölofonie in Sprachform wird meist am Pult, dem sogenannten Nölodrom praktiziert. Das zugehörige Tätigkeitswort heißt nölen. Das nölende Subjekt ist der Nölofonist. Der Grad an Nölofonie in einem Satz oder Text wird als Nölkoeffzient bezeichnet und in Prozent ausgedrückt. 0 bis 30 Prozent bezeichnet mal als niedrig oder neudeutsch als Low-Level-Noeling. 31 bis 70 Prozent als mittelmäßig oder Middle-Level-Noeling, und ab 71 Prozent spricht man von hoch bzw. extem hoch (ab 91), also High-Level-Noeling und Ulta-High-Level-Noeling. In russischer Übersetzung heißt es Nelofonija und Nelodrom und Nelofonist (weiblich Nelofonista), die Tätigkeit heißt nelowatch. Ja neluju, tyi nelojesch, on neoljet usw. usw.

Daneben existiert auch der WALLUHNISMUS (russisch: Wallunism). Unter Walluhnismus im engeren Sinne fasst man alle Verbiegungen und Entartungen und Entstellungen meiner Schriftwerke, einschließlich der Betriebsbuchauszüge und meiner Privatbriefe zusammen, die dazu dienen sollen, meine Arbeit zielgerichtet zu verunglimpfen und verbal gesellschaftsunfähig zu bombardieren. Walluhnisumus im erweiterten Sinne umfast auch alle Gegenstrategien, etwa die Schaffung des Kritischen Eisenbahnforums oder dieses Forums oder meine vor etlichen Jahren erschienenen Bücher zur Baureihe 95 oder 03.10, die gründlich mit den unausrottbaren Märchen von der T20, die aus der Tierklasse entstand, sowie der zur Unzeit erschienenen 03.10, die zudem aus der 03.0 entstanden sein soll, abrechneten.

Quellen und Bestandteile des Kern-Walluhnismus sind: Walluhnerfindung, Walluhnfälschung, Walluhnmärchen, Walluhnlüge, Walluhnlügenmärchen, Walluhnmüll, Walluhnmist, Walluhnunsinn, Walluhnkäse oder auch Walluhnhirngespinst.


Der Forentroll.

Das Wesen eines Forentrolles besteht darin, dass er für seine (freie) Zeit keine wirkliche, keine richtige Verwendung hat. Es mangelt ihm an Ideen und Fähigkeiten, an Aufgaben, ja vor allem an Lebensaufgaben und unter Umständen auch an echten Freunden. Er leidet an mentalen und spirituellen Defiziten, die er - der Troll - durch das Herumtrollen in Internetforen zu kompensieren versucht. Im Troll selbst herrscht ein gewisses geistiges Vakuum, das ständig dazu führt, dass unter leichtem Zischen Luft einströmt. Die Erscheinungsformen des Trolls sind mannigfaltig. Sie reichen vom galanten Schmeichler bis zum hartnäckigen Stänkerer und sind entsprechend den (zumeist nur wenigen vorhandenen) Fähigkeiten des Trolls mehr oder minder stark ausgeprägt. Der Troll neigt ständig dazu, seine eigene Persönlichkeit (sodenn überhaupt eine solche vorhanden ist) zu übersteigern, zu überhöhen und zu zentrieren. Sein Standpunkt ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Horizont mit dem Radius Null. Setzt man sich verbal mit einem Troll auseinander, so ist er rasch entzaubert. Nach wenigen Textabschnitten fehlen ihm jegliche Argumente, er ergeht sich dann in ständigen Wiederholungen und Tautologien. Setzt man die verbale Auseinandersetzung weiter fort, neigen nicht wenige Trolle zu verbalen und nonverbalen Ausfällen, zu Ausschreitungen in Form von Beschimpfungen des Gegenübers zum Beispiel, im schlimmsten Falle zu körperlicher Gewalt bei persönlichem Zusammentreffen. Wenn Forentrolle nicht richtig zentriert sind, neigen sie zu Unwucht ähnlich einer Trommelwaschmaschine. Trolle bedienen sich häufig der Olotie, der Nölofonie aber auch der Deformareligotonie, um ihren Gegner zu täuschen und zu verwirren. Deformarelingotonie setzt ein Troll immer dann ein, wenn fachbezogene Argumente - in meinem Fall Fachwissen zum Betriebs- und Werkstättendienst - fehlen. Und was passiert mit der einströmenden Luft, wenn der Troll voll ist? Ganz einfach: Wenn im Troll das Vakuum infolge der einströmenden Luft aufgehoben ist, dann stößt der Troll die Luft schlagartig mit lautem Getöse wieder aus. Wie bei einem Nilpferd. Und der Vorgang beginnt erneut.



Deformareligotonisch und Deformareligotonie.

Es bedeutet verdrehen, entstellen, verfälschen von Wörtern, Wortguppen, Sätzen, Satzgruppen oder ganzen Texten. Dies dient dazu, einen Sachverhalt, einen Zustand, einen Zusammenhäng gezielt zu verändern oder-und Personen in ein gezielt negatives oder auch positives Licht zu rücken. Es geht um die Manipulation der Leser oder Hörer.

Ich möchte 3 Beispiele für Deformareligotonie aufzeigen:

1. Irrelavant wird zu irre-levant. Aus unwichtig, unbedeutend wird etwas "Verrücktes". Irre eben.

2. Ich zitiere unseren Troll-König aus dem Kritischen Eisenbahnforum: "Namaste, Genosse, Sie waren ja immerhin lange einer." Nein falsch. Hier soll dem Leser suggeriert werden ich sei lange Zeit Mitglied der SED gewesen. Ich war 1985/86 Kandidat und 1986 bis 10.05.1989 Mitglied. Warum kann man unter "Ich möchte mich allen vorstellen...." nachlesen. Der Zeitraum von fast 3 bzw. 4 Jahren ist kein langer. Ich trat im Mai 1989 aus, als solch ein Austritt nicht selten die berufliche Position kostete.

3. Ich zitiere nochmals unseren Troll-König: "Und damit spiele ich nicht auf sein Erfurter Engagement an, sondern auf seine sachfremden, beschämenden Äußerungen gegenüber einem DSO-Nutzer, den er für einen Juden hielt." Hier wird mir zumindest latent Antisemitismus unterstellt. Bis heute ist Trollkönig den Quellen- und Zitiernachweis schuldig geblieben. Wo und in welchem Zusammenhang habe ich mich angeblich sachfremd und beschämend über einen Bürger und DSO-Nutzer geäußert, den ich zudem für einen Juden hielt? Die Frage jüdischer Herkuft und jüdischen Glaubens habe ich bei DSO niemals auch nur angeschnitten, geschweige denn diskutiert. Die Andeutung des Trolles zeigt aber deutlich, dass er in Kenntnis eines vollkommen privaten Mailwechsels mit Herrn Andreas K. sein muss. Trollkönig benutzt sein Wissen, um mich in deformarelingotonischer Weise in der Öffentlichkeit als judenfeindlichen Verbalrowdy einordnen zu wollen.

Freundschaft und revolutionäre Klassenwachsamkeit Genossen!
Keine Handbreit Boden dem Klassenfeind im Kampf für Frieden und Sozialismus!
Ulrich Walluhn

von Ulrich Walluhn - am 09.04.2015 12:30

Die Gerichtsverhandlung im Lummerland

Die Gerichtsverhandlung im Lummerland
Eine scharf-bissige Satire auf die Unzulänglichkeiten der Menschlein. Alle Ereignisse sind frei erfunden. Ähnlichkeiten zum wirklichen Leben sind wirklich nur rein zufällig.

Im Jahr 105 des Lummerländischen Kalenders ereignete sich in der Stadt Konflanz im Bundos-Land Scheinland-Malz nachfolgendes Ereignis im dortigen Amtsgerichte. Es sollte uns zum Nachdenken anregen. Doch liebe Bürger höret und leset selbst:

Die handelnden Personen:

1. Der Angeklagte: Ich, also Ulrich Walluhn (der Esel nennt sich natürlich immer zuerst!).
2. Der Kläger: Staat Lummerland und Heinzjörg Wänkel, Richter außer Dienst am Amtsgericht Konflanz.
3. Der Verteidiger: Rechtsanwalt (RA) Dr. Manfred Häckler der Kanzlei Lauber, Häckler & Partner aus Erfordia.
4. Der Richter: Amtsrichter Adolf Freiseler-Dollfuß am Amtsgericht Konflanz.
5. Der Zeuge 1: Peter Heddergott, Mitarbeiter der geheimen Staatspolizei außer Dienst.
6. Der Zeuge 2: Regine Klawitter, Mitarbeiterin der ehemaligen Eisenbahn-Direktion Erfordia.
7. Der Zeuge 3: Alfred Kippich, Rechtsanwalt in Munnich und Freund vom Wänkel.
8. Der Staatsanwalt: Den gibt es nicht in Lummerland!

Die Handlung an sich:

Richter (trägt die Anklageschrift vor):
„Herr Wall-Huhn, Hannes-Ulrich, geboren am zwotenzwoten Neunzehn-Neunundfünfzich in Erfordia.... Ja wo is denn das überhaupt? Erfordia. Muss so ein Kaff in der Ostzone sein. Kenn ich nich. Also... (er wiederholt den ganzen Text) ... ist angeklagt wegen Fälschung, Erfindung, Totalfälschung, Totalerfindung, Walluhnfälschung, Walluhnerfindung, Walluhnmist, Walluhnmüll, Walluhnlügen, Walluhnbastelei von Daten zu Dampflokomotiven Lummerlands in besonders schweren Fällen, in 783 nachgewiesenen Fällen und unzähligen bisher nicht nachgewiesenen Fällen in Tateinheit mit Verleumdung und Verunglimpfung von Amtspersonen und Verächtlichmachung der Lummerländischen Staatsordnung in besonders schweren Fällen, in 238 bisher nachgewiesenen Fällen. Paragraph 1176, 1178, 1385, 1722, 1723, 1724, 1804, 1816, 1818, 1822, 2015, 2017, 2026 und 2029 des Lummerländischen Strafgesetzbuches. Anjeklachter, was sachen Sie dazu?“

RA Häckler:
„Mein Mandant ist unschuldig. Die gesamten Vorwürfe sind haltlos und abstrus. Hier wird von Herrn Wänkel ein großer Elefant aufgeblasen. Herr Wänkel will einen kritischen Konkurrenten aus dem Weg räumen. Nicht mehr und nicht weniger. Mein Mandant hat als junger Mann vor 23 bis 30 Jahren Daten zu Lokomotiven an Herrn Heinzjörg Wänkel weitergegeben. Und zwar nach bestem Wissen und Gewissen, nach Treu und Glauben. Mein Mandant war damals außerstande, diese Daten zu prüfen, zu beurteilen oder gar zu wichten. Niemand hat ihm Geschichtswissenschaft beigebracht. Er war und ist noch heute Autodidakt. Mein Mandant arbeitete und arbeitet ehrenamtlich. Wenn tatsächlich Daten falsch waren, konnte mein Mandat dies weder wissen noch überprüfen. Die Sach- und Rechtslage liegt klar auf dem Tisch. Mein Mandant hat sich mit seinem Tun keine Leistungen erschlichen oder vorsätzlich Dritte geschädigt. Er ist selbstredend freizusprechen.“

Wänkel:
„Ach Quatsch! Der Walluhn ist ein Fälscher und Erfinder, was weiß doch jeder! Das muss man nicht beweisen. Alles andere kann nicht sein. Wäre das so, dann wüsste ich das.“

RA Häckler:
„Herr Wänkel, ich bitte mir mehr Sachlichkeit vor diesem Gericht aus.“

Wänkel (wütend):
„Ich höre mir diesen Unsinn nicht mehr an! Walluhn, also der Weh, ist ein Fälscher und Erfinder und basta! Und den Schmironow aus Lehmberg, den angeblichen Freund des Weh, den gibt es gar nicht. Wenn es den gäbe, dann wüsste ich das! Basta! Schluß jetzt! Und gebremst wird nicht mit den Füßen, sondern mit Konterdampf. Auch klar! Und wenn das nicht so wäre, dann wüsste ich das.“

RA Häckler:
„So, und den Herrn Sigismund aus Gorlitze, den IM Neisse, den gibt es dann natürlich auch nicht? Stimmt es, Herr Wänkel, dass Sie bis zum Jahre 89 IM Heimbach waren?“

Richter:
„Nu iss aber jut! Det jehört alles nit hierher! Es geht um den Wall-Huhn. Um den jeht es hier. Nix anderes.“

RA Häckler:
„Mein Mandant heißt Walluhn, Ulrich Walluhn, nicht Wall-Huhn. Herr Richter Freiseler-Dollfuß.“

Richter:
„Det is doch ejal wie der Kerl heißt. Alle wissen doch wer jemeint is. Net wahr?
(Wänkel, Heddergott, Klawitter und Kippich nicken.)“

Wänkel (wütend):
„Ich verbitte mir diese Verleumdungen! Ich war niemals IM! Wenn ich das gewesen wäre, dann wüsste ich das! Der Weh ist und bleibt ein Fälscher und Erfinder! Und ein Rabulist! Hier gibt es überhaupt nichts zu debattieren! Schnell ein Urteil her und fertig! Meine Zeit ist knapp! Basta! Ich muss ein neues Buch schreiben.“

Richter:
„Herr Wall-Huhn nu sagen Sie doch auch mal wat.“

RA Häckler:
„Zu den schriftlichen Aussagen meines Mandanten, die dem Gericht vorliegen, ist nichts hinzuzufügen. Und außerdem – warum hat hier Herr Wänkel ständig ungefragt das laute Wort? Genießt er eine Sonderstellung?“

Richter:
„Herr Wänkel hat die Ehrenmann-Urkunde mit kupfernem Kreuz Erster Kasse am Bande (er hält die Urkunde hoch). Verliehen von unserem hochjeschätzten Bundos-Präsident Pastor Prof. Dr. Dr. Dr. Ephraim Gauckel im Jahre 101. Det wissen se doch. Und damit brauch Herr Wänkel hier nix beweisen. Seine Worte an sich sind Beweis jenuch. Sie sind der Beweis in Persona. Und nix anderes. Herr Wall-Huhn nu sagen Sie doch auch mal wat.“

RA Häckler:
„Sehr geehrter Herr Richter. Ich erlaube mir Ihnen ein Beweismittel vorzulegen, das Betriebsbuch der mussischen 03 1018, genannt TS-1018. (Tritt ans Richterpult und legt das Buch vor den Richter). Sie erkennen, dass es sich keinesfalls um eine angebliche Fälschung meines Mandanten, sondern ein Originalstück handelt, welches aus Mussland stammt.“

Wänkel (sehr wütend):
„Ach Quatsch. Das ist doch auch wieder eine der Fälschungen vom Thüringer Kujau! Ein Betriebsbuch TS-1018 gibt es nicht. Wenn es das gäbe, dann wüsste ich das! (Entnimmt seiner Mappe auf dem Tisch einen dicken Papierstapel und hält diesen hoch). Hier habe ich 783 vom Weh gefälschte Betriebsbücherabschriften. 783! 783!!!! 783!!!!!!!!! Das ist ungeheuerlich. Der Schaden ist nicht wieder gut zu machen. Der Schaden für mich, die Eisenbahngeschichte und für den Eisenbahn-Kunst-Verlag in Frommburg! Einfach nie wieder gut zu machen. Der Weh das ist ein Schwerverbrecher! Und das ist glockenklar Fakt! Fakt ist das! (Knallt den Stapel lautstark wieder auf den Tisch). Ein Rabulist und Schwerverbrecher. Auf einer Stufe mit einem Kinderschänder! So und nich’ anders! Der Weh braucht sich gar nicht rauszureden. Was der behauptet, gibt es alles nicht. Und wenn es das gäbe, dann wüsste ich das! In Kehnigsberg, in Lehmberg, in Peterburg und Moostau sind keine Betriebsbücher. Wären dort welche, dann wüsste ich das. Und in Workkutta und Karragunda sind keine lummerländischen Elektrolok. Wenn das so wäre, dann wüsste ich das!“

Richter:
„Herr Rechtsanwalt, nehmen Sie das besagte Stück wieder von meinem Tisch. Wenn Herr Wänkel sagt, det taucht nich als Beweisstück, dann taucht det nich. Janz einfach. Und außerdem, ich habe Hunger. Es ist bald Mittag. Ich brauche jetzt ein großes Schnitzel (klopft sich dabei auf seinen fetten Bauch).“

RA Häckler:
„Ich protestiere energisch! Wo bleibt bitte hier die Rechtsstaatlichkeit? Dies ist ein Beweismittel, dass die Unschuld meines Mandanten beweist. Schlimm genug, dass man heutzutage schon wieder Unschuld beweisen muss anstatt Schuld. Wo sind wir in Lummerland hingekommen?“

Richter:
„Ach pappala-papp! Ich mache jetzt Mittach. Jenuch der Reden. Ich verbiete dem Weh ganz einfach, sich weiterhin mit Eisenbahnjeschichte zu beschäftjen. Der soll jefälligst arbeiten gehen, wie alle anständigen Bürcher in Lummerland auch. Der kann doch nich de janzen Tag rumschmarotzen und Betriebsbücher erfinden. Det jeht doch nit! Und außerdem, in unserem Lummerland gilt das Lebensprinzip MKG. Das MKG-Prinzip. Und dat jeht bekanntlich so: Maloche, Konsumiere, Gehorche. Also. Auch der Weh hat sich jefälligst dran zu halte. Er hat zu malochen, zu konsumieren und zu jehorchen und nich rumzufälschen und nich zu rabulieren.“

Zeuge 1 Heddergott:
„Na schaut Euch doch mal den Weh an. Schon die langen ungeschnittenen Haare. Ein Skandal ist das! Wo gibt es denn sowas. Das ist ja ein Gammler. Ein subversives staatsfeindliches arbeitsscheues Element.“

Richter:
„Jenau, det is ein Skandal. Herr Wall-Huhn wat hamse uns dazu zu sachen? Nu sachen se doch auch mal wat.“

Ich (Walluhn):
„Herr Richter, gestatten Sie mir die Anmerkung, dass ich mich äußerlich, das heißt bezüglich des nicht mehr stattgefundenen Haarschnittes von Rechtsradikalen, also den berühmten Nazis und von Ultra-Nationalisten abgrenzen will. Ich lasse mich nicht ständig als Nazi bezeichnen. Außerdem leben wir doch in einem bunten und toleranten Land. In einem freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat. So heißt es doch jeden Tag und allerorten. Da können doch meine Haare aussehen, wie es mir gefällt....“

Wänkel (sehr wütend mit hochrotem Kopf, er fällt lauthals ins Wort):
„Ach Quatsch! Der Weh war immer ein Nazi und ist auch heute einer. Früher war der in der SED. Das ist ein Querfront-Stratege, das ist ein gefährlicher Extremist! Vor dem kann ich nur alle warnen!“

Richter:
„Ein Nazi mit langen Haaren? Also wat? Ein Tarnkappen-Nazi. Hahahaha..... (Lacht lauthals und haut sich auf den dicken Bauch dabei).“

Zeuge 2 Klatwitter:
„Der Weh hat 1982 unser kostbares Archiv bestohlen. Das muss auch endlich mal wieder gesagt werden!“

Zeuge 3 Kippich:
„Der Weh hetzt gegen meine Person im Internet. Schauen Sie sich doch mal das perverse Forum an. Kritisches Eisenbahnforum nennt der das. Das ist eine einzige Hetze gegen Ehrenbürger und Männer mit endlos vielen Verdiensten, also gegen Männer wie ich und meinen alten Freund Wänkel. Ein Skandal einfach nur. Ja einfach nur. Ein Skandal. Eben! Damit muss jetzt endlich Schluss sein.“

RA Häckler:
„Ich protestiere entschieden. Das ist ja wie ein Schauprozess am Reichsgericht Leipzig 1942 unter Hitler. Ich werde in Berufung gehen und einen Befangenheitsantrag stellen. Herr Richter Freiseler-Dollfuß ist doch gegen meinen Mandanten befangen. Das sieht doch jeder Blinde mit dem Krückstock.“

Richter:
„Herr Rechtsanwalt. Nu mäßigen Se sich aber ma. So wat will ich hier im Saal jar nich hören. Oder muss ich ein Ordungsjeld jejen Sie verhängen? Ich kann Se auch vom Prozess ausschließen lassen. Kann ich auch.“

Wänkel:
„Der Weh ist ein hinterlistiger Rabulist. Und sein Anwalt anscheinend auch!“

RA Häckler:
„Herr Wänkel, Sie sollten sich mit Ihren Äußerungen zurückhalten. Wenn Lenin heute leben würde und hier säße, er würde auch nur mit dem Kopf schütteln. Und zwei seiner berühmten Bücher, die würde er neu und anders schreiben. Statt „Staat und Revolution“ (Gosudarastwo i Revoljuzii) würde er „P8 Harry und Walluhnismus“ (Pe Wosjem Charri i Wallunism) schreiben und statt „Materialismus und Impiriokritizismus“ (Materialsim i Impiriokritizsm) „Wänkelismus und Rabulismus“ (Wenkelism i Rabulism)....“

Richter (RA Häckler lauthals ins Wort fallend):
„ Nu is aber wirklisch jut! Jetzt reicht et mir. Schluss, Schluss, Schluss!!!! Ich spreche jetzt das Urteil. Und alle stehen jetzt mal uff dabei. Also: Ich verurteile den Wall-Huhn wegen Fälschung und Erfindung in 738 Fällen und wegen 238 Fällen der Verächtlichmachung der Lummerländischen Staatsordnung sowie wegen Boykotthetze, Verunglimpfung von Personen mit besonderen Verdiensten sowie wegen Schmarotzertum und feindlich-negativem Elemententum zu 15 Jahren Zwangsarbeit. Die Arbeit ist abzuleisten im Straflager Semipalatinsk in Mussland. Das Eigentum des Wall-Huhn wird entschädigungslos eingezogen und verfällt dem Lummerländischen Staat. Berufung ist nicht zugelassen. Das Urteil wird sofort rechtskräftig. Und jetzt brauche ich mein Schnitzel. Ich habe Hunger. Es iss Mittag. Die Sitzung ist geschlossen. Wegtreten!“

Plötzlich wachte ich schweißgebadet auf. Alles nur ein Traum? Alles nur ein Traum. Was für ein Glück....

von Ulrich Walluhn - am 14.05.2015 15:31

Die Wänkel'sche Hitliste (Vorsicht - neue scharfe Satire!)

Jetzt neu im gut sortierten Fachhandel als MC, LP und CD und Blue Ray, für nur 15,99 Euro ohne Versandgebühr. Jetzt zugreifen solange der Vorrat reicht! Einmaliges Angebot! Kommt nie wieder! Ergänzen Sie Ihre wertvolle Sammlung.

Die Wänkel'sche Hitliste:
In Reihenfolge der Hit-Quoten in den letzten 10 Jahren.

A-Seite:

Titel 1 "Nach mir ist in Prag ein Platz benannt."
Titel 2 "Das gibt es nicht. Wenn es das gäbe dann wüsste ich das."
Titel 3 "Gebremst wird nicht mit den Füßen sondern mit Konterdampf."
Titel 4 "Die Baureihe 43 - der ungeliebte Riesenzwilling."
Titel 5 "Die Baureihe 62 - der Bubikopf" *)

*) mit dem Zusatz: Nicht die Baureihe 64 sondern die Baureihe 62 ist der Bubikopf, und alle die Gegenteiliges behaupten werde ich fortan einen Fälscher und Erfinder nennen.

B-Seite:

Titel 1 "Juristen wissen - die 03.10 hat nix getaugt."
Titel 2 "Die Baureihe 56.1 - der ungeliebte Kohlenfresser."
Titel 3 "Die Baureihe 56.2 - der Kriegsverbrecher." *)
Titel 4 "Renter-Dönkes und die lostobenden Sicherheitsventile im Spitzführerhaus der ersten P8."
Titel 5 "Die Betriebsbücher schweigen"

*) mit dem Zusatz: Weil unmittelbar am Kriegsausbruch 1939 beteiligt. Was auch für ein Bösewicht.

Das muss man sich nun folgendermaßen vorstellen. Titel 1 der A-Seite zum Beispiel. C-Dur im 3/4 Walzertakt. "Nach mir, nach mir nach mir. Nach mir ist in Prag ein Platz benannt (bum bum), ein Platz benannt (bum bum), ein Platz benannt (bum bum). Ich bin in der ganzen Welt bekannt, Welt bekannt, Welt bekannt (bum bum). Und so weiter. Dies ist ähnlich wie in einer alten Getränkewerbung. Sinalco, Nalco, Nalco schmeckt. Ich fürchte allerdings, die oder der Liederschreiber haben nicht nachgedacht. Denn Nalco ist ein Kesselsteingegenmittel für Dampflok. Ob das wohl scheckt? Ich habe erhebliche Zweifel.

Freundschaft Genonssen.

von Ulrich Walluhn - am 20.06.2015 12:22

Ulrich Walluhn - ich möchte mich allen vorstellen

.......

von Ulrich Walluhn - am 25.06.2015 14:54
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