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Eisenbahnforum Ulrich Walluhn
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vor 2 Jahren, 10 Monaten
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vor 2 Jahren, 10 Monaten
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Ulrich Walluhn

Keine deutschen Ellok in Perm und Tscheljabinsk

Startbeitrag von Ulrich Walluhn am 02.04.2015 18:59

Erst heute stieß ich bei Drehscheibe-Online auf dieses Thema:

Deutsche Ellok in Perm [www.drehscheibe-online.de]

Nein, dies ist fast alles fachlicher Unsinn. Es gab zu Zeiten der Sowjetunion keine deutschen Ellok in Perm oder Tscheljabinsk. Ich weiß nun nicht, was es mit den Frachtbriefen der Güterabfertigung (GA) Dessau auf sich hat, habe aber den Eindruck, dass sich daraus in der DDR schlicht und einfach eine (unausrottbare) Legende entsponn. Die inzwischen aufgefundenen Akten in russischen Werkarchiven sprechen eine deutliche und klare Sprache: Deutsche Ellok waren ausschließlich in Workuta und Mineralnaja Woda im Betrieb. Eine Ausnahme spielen lediglich 2 Lok der Reihe E44.

Alle in die Sowjetunion abgefahrenen Ellok gelangten zunächst nach Brest und wurden teilweise dort hinterstellt (unter Umständen gar bis zu ihrer Rückgabe 1952), teilweise in der Werkstatt Brest umgespurt und dann in die oben genannten Depots verbracht. Wie die Umsprung auf 1524 mm technisch genau vor sich ging, ist nach wie vor nicht geklärt. Dass sie aber funktionierte beweisen die Betriebsbücher der ab 1946 in Dienst gestellten Lok.

Nachfolgende russische Betriebsbücher sind inzwischen für zwei (vier) Betriebsorte bekannt:

1. Depot Workuta der Petschoras Eisenbahn 15 KV 16 2/3 Hertz Wechselstrom
2. Depot Mineralnaja Woda der Orshonikidse Eisenbahn 1,5 KV Gleichstrom

Für Depot Workuta:
E 18 19, 40.
E44 046, 051, 052, 053, 068, 069, 073,102, 103, 108, 112, 114, 123, 130, 146.
E94 bisher noch nicht ausgewertet.

Für Depot Mineralnaja Woda Elektritschnaja:
E06 04, 08, 09, 11.
E42 16, 19.
E44 030, 031, 042, 045, 048, 063, 092, 109, 125, 128, 132, 133, 135, 148.
E 77 24.

Versuchslok in Moskau und später in Baku 1,5 KV Gleichstrom:
E44 046, 106.

In allen genannten Büchern finden sich detailllierte Angaben nicht nur zu den Ausbesserungen, sondern auch zu zahllosen Bauartänderungen an ihnen. Einzelheiten jetzt und hier darzulegen, würde den zeitlichen und thematischen Rahmen sprengen.

E44 051 zum Beispiel ist für die Jahre 1948 bis 1949 in Workuta im Betrieb nachgewiesen, danach stand sie ungenutzt. In Perm war sie zu keiner Zeit. Sie gelangte 1952 schließlich nach Brest zurück, wo auch ihr russisches Betriebsbuch verblieb.

Es mag richtig sein, dass die Demonage des Bahnstromwerkes Muldenstein äußerst unfachmännisch erfolgte und die gewonnenen Bauteile und Einrichtungen anschließend unbrauchbar waren. Daraus aber zu schließen, in der damaligen Sowjetunion seit man kurz nach 1945 nicht in der Lage gewesen, Bahnstrom 15 Kilovolt 16 2/3 Hertz Frequenz herzustellen, ist äußerst vermessen, wenn nicht arrogant. Sowjetische Spezialisten haben schon 1930 Großkraftwerke in Dimensionen erbaut, von denen damals in Deutschland kein Ingenieur träumte. Sie werden ganz sicher und problemlos in der Lage gewesen sein, auch ein Bahnstromkraftwerk in Kotlas oder Workuta aufzurichten.

Nun fehlt es den wenigen Menschen, die sich intensiv mit der Eisenbahngeschichte der Sowjetunion heute befassen, einfach an Zeit, die unüberschaubar große Zahl an Akten und Unterlagen in den vielen Archiven zu sichten. Ganz sicher finden sich in den kommenden Jahren auch Antworten auf die Fragen des elektrischen Versuchsbetriebes nach 1945, wenn ja wenn es zeitlich und logistisch gelingt, alle diese Unterlagen systematisch durchzuarbeiten.

Antworten:

Eisenbahnfans und ihre Ansichten

Bei einer "Nachkontrolle" der Drehscheibe-Online zum oben genannten Thema stelle ich einen neuen Beitrag (ich sollte wohl besser "Beitrag" schreiben) fest. Ein User "dtlwinkler" meldet sich zu Wort. Ich zitiere ihn vollständig:

"Hallo, wieder mal regt sich hier [26232.foren.mysnip.de] Widerspruch. Über das Geschriebene kann man allerdings nur lachen, schreibt Herr W. aus E. doch allen Ernstes, dass E18 19 und E18 40 in Workuta waren. Dabei haben die beiden das Land gar nicht verlassen und standen z. T. schwer beschädigt in Hennigsdorf bzw. Velten. Die Bilder sind ja nun schon mehrfach veröffentlicht worden. Woher sollen dann angeblich russische Betriebsbücher kommen? Auch ist kaum vorstellbar, wie E06, E 42 oder E77 auf Breitspur umgespurt worden sein sollen, ohne dass man das bei ihrer Rückkehr gemerkt hätte. Das wird dann wohl genauso erfunden sein, wie die angebliche (länger währende) Stationierung von E77 in Schlesien. Übrigens: ein Hinweis für "Scherri": E42 19 war im Depot Mineralnaja Woda Elektritschnaja (steht auch dort...)"

Der User ist mir aus alten Zeiten um 1984/85 bekannt. Wir standen damals im Briefwechsel, der in der Nachwendezeit einschlief. Ich habe ihn eigentlich als netten Zeitgenossen in Erinnerung. Auch er scheint ein Beispiel dafür zu sein, wie diese neue angeblich so tolerante und bunte Gesellschaft die Menschen zu Ellbogengesellen verbogen hat. Muss man sich so abgehoben und herablassend ausdrücken? Schon gar dann, wenn man die Zusammenhänge gar nicht kennt und auch hier (wieder) Fachwissen fehlt? Eisenbahnfans und ihre nicht selten wirklich hirnlose Schwatzhaftigkeit... Darüber ließe sich auch ein dickes Buch schreiben.

Es ist zunächst unbestritten und richtig, dass ab 1945 einige E18 schwer beschädigt im Großraum Berlin standen. Die Fan-Literatur nennt auch Nummern, unter ihnen auch E18 19 und E18 40, die vorgeblich 1945 bis 1952/53 in Velten bei Hennigsdorf gestanden haben sollen. Dazu gäbe es auch Bilder. Ja es gibt Bilder, und diese Bilder zeigen mehr oder minder beschädigte E18 in jämmerlichem Zustand ohne Nummern. Aber welche Lok verbergen sich dahinter? Wo gibt es dazu wirklich gesicherte Erkenntnisse? Soweit mir bekannt nirgendwo. Man belehre mich eines besseren anhand von Primärquellen.

Schauen wir uns die beiden Fälle genauer an:

Von E18 19 gibt es ein (altes) deutsches Betriebsbuch. Es nennt als Hersteller des mechanischen Teiles AEG Berlin Baujahr 1936 Fabriknummer 4940. Das russische Betriebsbuch der TEL 18-19 nennt als Hersteller A.E.G. Berlin Germanija und die Fabriknummer 4997. 4997! Man bedenke. Hier stellt sich die Frage, ist denn TEL 18-19 überhaupt E18 19 oder gar eine andere E18? Auf diese Frage gibt es keine Antwort. Das spätere Reichsbahn-Betriebsbuch der E18 19 nennt als Hersteller AEG Berlin Baujahr 1938 und die Fabriknummer 4937. Noch Fragen Kienzle? Nein Hauser. Spätestens an dieser Stelle würde ich es vorziehen, mein Mundwerk schwer zu drosseln. Dreimal die gleiche Nummer aber unter Garantie drei verschiedene Lok (rahmen).

Von E18 40 gibt es nur ein russisches und ein späteres Reichsbahn-Betriebsbuch. Während das Reichsbahnbuch richtig die Fabriknummer AEG 5047 nennt, steht im russichschen Buch als Hersteller des mechanischen Teiles "Germanija 1936 god Nomer 4011" Also Deutschland Jahr 1936 Nummer 4011. 4011 - was zu keiner Lieferliste passt. Ist TEL 18-40 denn wirklich E18 40? Mit Wahrscheinlichkeit nicht. Eben. Und auch hier - noch Fragen Kienzle....

Unser User dtlwinkler hätte mich gern anschreiben können. Ich wäre der letzte Mohikaner gewesen, der ihm auf eine anständige Frage auch eine anständige Antwort gegeben hätte. Nun gut, der User hat den "Hau-Drauf-Weg" gewählt. Ganz so wie es in unserer "wundervollen" Gesellschaftsordnung heute üblich geworden ist. Ellbogen ausfahren und gegen den Mitmenschen einfach ohne nachzudenken zukeilen.

"Angebliche russische Betriebsbücher" sind real vorhandene sowjetische Betriebsbücher, die nicht vom Mond gefallen sind, sondern in Werkstätten und Archiven lagern. Und zum Glück eben nicht vernichtet wurden. Die sowjetischen Bücher sind bei Rückgabe der Ellok an die DR 1952 in der Werkstatt Brest gelagert und auf irgendeinen uns bisher unbekannten Befehl hin nicht an die DR übergeben worden, sondern in Brest selbst liegen geblieben. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann liegen sie dort noch heute....

Wenn man bezüglich technischer Fragen keine Kenntnisse hat, sollte man besser ebenfalls schweigen und nicht Latrinenparolen hinausrufen (hinausschreiben). Ich komme zum Thema Umspurung.

Die sowjetischen Eisenbahner waren Meister in Bezug auf Umsprung von Fahrzeugen von 1435 auf 1524 mm. Der Spurunterschied beträgt ganze 89 mm, das heißt, auf jeder Lokseite in etwa 45 mm. Während der Umbau von Außenrahmenlokomotiven wie E44, E94 oder auch anderer auf erhebliche Probleme stieß (ich will hierzu jetzt keine langen Ausführungen machen, es würde seitenlanger Darstellungen bedürfen), war der Umbau aller Innenrahmen-Lokomotiven relativ einfach. Man presste zunächst alle Radsterne auf den Achswellen 45 mm nach außen. Jetzt saßen zwar die Achswellenbünde nicht mehr plan zu den Radnaben, aber das machte nichts. Die Aufpressung der Radsterne auf den Achswellen blieb so kräftig, dass ein Verdrehen der Radsterne auf den Achswellen praktisch nicht vorkam. Man kann diesen Zustand sehr gut auf Fotos von Lok der Baureihe 52 (TE) erkennen, insofern sie keine neuen Radsätze bzw. neuen Achswellen bekommen hatten. Genau wie die Radsterne wurden - wie etwa an den E06 - auch die Blindwellenkörper auf ihren Achsen nach außen gepresst. Und zwar einschließlich des Blindwellenkörpers auf der Motorwelle. Was an Bauteilen oder Blechen (etwa beim Umlaufblech) hinderlich war, wurde umgebaut bzw. zurückgeschnitten. Die Blindwellen an E42 und E77 blieben unverändert und erhielten neue (längere) Kurbelzapfen aufgepresst. Der schwierigste Teil waren die Bremsgestänge. Hierzu gab es an Dampflok mehrere Lösungen. Meist zersägte man die Querstreben in der Mitte und fügte Muffen ein (angeschraubt oder angeschweißt) oder baute neue Gestängeteile (wie bei Reihe 52) an.

Große Umspurwerkstätten gab es in der Sowjetunion mehrere. Das Thema Umspurung wurde bereits Ende 1939 mit der Übernahme der Eisenbahnen in Ostpolen wichtig. In diesen Werkstätten standen leistungsstarke Radsatzpressen, die das nach Außen-Drücken der Radsterne millimetergenau und verdrehungsfrei ermöglichten. Die größte dieser Werkstätten befand sich ab etwa 1945/46 in Uschgorod, weitere finden wir in Brest, Unetscha, Kaunas, Riga, Stanislawow (ab 01.04.1950 Iwano-Frankowsk) oder Lwow (Lemberg). Umspurungen in kleinerem Maßstab wurden jedoch auch in anderen Werkstätten im Inneren der Sowjetunion ausgeführt, etwa bei im Donbass 1943/44 erbeuteten deutschen Lok.

Und wie die E77 und andere 1952 wirklich im Detail aussahen, das könnten nur gute Detailfotos aufzeigen. Diese aber haben wir alle nicht. Was also sollen Spektulationen über den Zustand der Lok beim Wiedereintreffen in Frankfurt/Oder bzw. Dessau?

Und Lok E42 19 hat seine russichen Betriebsunterlagen im Archiv der Maschinenhauptverwaltung Moskau hinterlassen. Wie halt vieles in russischen Archiven liegt, vom dem der deutsche Michel bis heute nichts gehört hat.

Mea culpa. Zurückhaltung ist angesagt. Marktschreier haben wir schon zu viele.

von Ulrich Walluhn - am 02.04.2015 19:00

Als Gott die Menschheit schuf....

... muss er irgend etwas falsch gemacht haben. Verzeihen wir ihm, denn er war ja auch nur ein Mensch. Und Menschen machen eben Fehler. Und er hatte damals noch keinen Vorgesetzten so wie heute.

Da ich brisante Themen bei Drehscheibe-Online immer wieder nachkontrolliere, stieß ich soeben auf unser altes Thema

Deutsche Ellok in Perm [www.drehscheibe-online.de]

Hier schrieb gestern, also am 07.03.2015 ein gewisser Markus H., ich zitiere:

"Mit Herrn Walluhn hatte ich schon mehrere an sich erfreuliche Kontakte, nur stellt sich jetzt endgültig heraus, dass seine Angaben aus ex-sowjetischen Archiven gefälscht sind. Zur fraglichen Zeit befanden sich E 18 19 und 40 in Hennigsdorf bzw. Velten, die E 42 19 in der CSR.Walluhn schreibt aber auch Eisenbahnbücher für den transpress-Verlag, diese sind in Ordnung."

Na wie fein. Zur Information an die geneigten Leser. Ich habe Herrn H. über viele Jahre mit unzähligen Abschriften deutscher Ellok-Betriebsbücher aber auch mit Kopien beliefert. In Gegenleistung kam außer ein paar wenigen Blättern Papier nichts. Meine Bitte um die Beschaffung fehlender Buchkopien von E44 der DB, die in seinem Bekanntenkreis vorhanden sind, kam die ausweichende Antwort "ich muss mich zunächst um meine eigenen Themen kümmern". Das gewünschte Material bekam ich nicht zu sehen. Ich erkenne jetzt, Herr H. ist vom sogenannten "Stamme Nimm". Zum Stamme Nimm, der einem gemanischem Stamme entspringt, gehören Stammesmitglieder, die gern und viel die Hand aufhalten, aber es nicht so mit dem Geben, dem Zurückgeben haben. Deutlicher möchte ich an dieser Stelle nicht werden.

Langsam aber sicher gewinne ich den Eindruck, dass ein Teil (zum Glück nur ein kleiner) der Eisenbahnfans, besser gesagt der Lokfans, von einer Art Virus befallen sein muss. Diesen Virus nennt man Fakermania. Bisher kannte ich nur Abbamania oder Beatlemania. So lernt auch ein alter Esel (56) wie ich noch dazu. Dabei fällt mir ein Witz ein, den ich vor Wochen hörte: Warum können gewisse Eisenbahnfans keine Midlife-Krisis bekommen? Weil sie nie aus der Pubertät herauskamen.

Pause.

Wie bitte kann man Angaben aus ex-sowjetischen Archiven fälschen? Wie bitte ist dies zu verstehen? Sind nun Angaben, die aus diesen Archiven stammen bewusst verändert, manipuliert worden, oder handelt es sich, wie der Vorgesetzte Gottes immer meint, um sogenannte Totalfälschungen? Was für eine Wortschöpfung! Totalfälschung, totaler Krieg, totaler Untergang, Totalboykott, Totalblockade. Die Sprache der Superlative. Totalfälschungen oder auch Kompletterfindungen genannt. Darauf muss man erst mal kommen.

Ich frage mich bei aller Ernsthaftigkeit, was in manchen Köpfen von Menschen vorgeht, die bereits das sechzigste Lebensjahr überschritten haben. Vielleicht sollte sich mit diesen Zeitgenossen einmal das Fraunhofer-Institut beschäftigen. Wir wissen dank des Institutes inzwischen, dass es das Phänomen des Caesarenwahns (vergleiche ZDF-Info Der Caesarenwahn) gibt. Vielleicht gibt es ja auch den ferrophilen Eisenbahnfälschungswahn. Wer weiß.

Nebenbei: Es heißt CSSR und nicht CSR.

Herr H. war weder selbst in sowjetischen noch in tschechoslowakischen Archiven. Es ist der beiden Sprachen nicht mächtig. Außer einem lapidaren Mitteilungsblatt aus Prag kenne ich aus seiner Sammlung nicht ein einziges Stück Papier aus beiden Ländern. Ich wäre gespannt zu erfahren auf welche Quellen erster Ordnung sich seine Erkenntnisse zu E42 19 stützen. Oder zu den beiden Lokomotiven E18 (TEL-18). Ich denke aber, es wird wie immer Schweigen herrschen.

Humor ist wenn man trotzdem lacht. Herzhaft. Oder nicht trotzdem sondern gerade deswegen.

Hoch leben die Loko-Fans. Sie leben dreimal hoch. Sie leben so hoch, das keiner mehr an sie drankommt.

von Ulrich Walluhn - am 02.04.2015 19:01

Weitere Anmerkungen

Ich möchte heute zum Montag, dem 09.03.2015 doch noch ein wenig ergänzen und mich am oben genannten Beitrag von Herr Markus H. abarbeiten. Es ist mir einfach heute danach. Nachdem sich nun doch Konstantin Smirowow gestern hier erstmals selbst zu Wort gemeldet hat, möchte ich einige fachkritische Bemerkungen nachschieben.

Nehmen wir zunächst das Buch "Ellok-Archiv" (Dieter Bäzold, Günther Fiebig) 5.Auflage VEB Transpress-Verlag Berlin 1971 zur Hand. Hier lesen wir auf Seite 98, ich zitiere: "Von 1945 bis 1953 waren in Velten bei Berlin die Schadlokomotiven E18 04, E18 19, E18 23, E18 40 und E18 43 abgestellt." Jeglicher Quellennachweise zu dieser Aussage fehlt. Sie lässt sich nicht verifizieren. Nichts desto trotz haben dutzendweise andere Autoren in der Folgezeit hier einfach abgeschrieben und diesen Text unkritisch übernommen. Man schaue sich die Publikationen des EK-Verlages, des Geranova-Verlages, des Verlages Merker und vieler anderer an. Überall die gleiche Aussage. Aber stimmt sie wirklich? Ich zweifle erheblich. Heute gilt diese Aussage als der Weisheit letzter Schluß, ebeso wie der Unsinn, die preußische T20 stamme von der Tierklasse der Halberstadt-Blankenburger Eienbahn ab. Unausrottbar.

Wie ich bereits weiter oben ausführte, dürften die russischen TEL18-19 und 18-40 bezüglich des Hauptrahmens nicht die Ursprungslok E18 19 bzw. E18 40 sein.

Die beiden deutschen Betriebsbücher der E18 19 liegen mir als Kopie und sehr gute Fremdabschrift vor, das russische Buch der TEL18-19 hat Konstantin Smironow am 01.12.2001 in der Werkstatt Brest ausgewertet, wo ein nicht unerheblicher Teil der russischen Ellokbücher 1952 einfach liegen blieb. TEL18-19 ist ohne Zweifel zwischen 1947 und 1950 auf der Petschoras-Eisenbahn in Workuta im Betrieb gewesen. Man beachte vor allem die Bauartänderungen in der Werkstatt Workuta. Man achte vor allem auch auf die unterschiedlichen Rahmen-Fabriknummern in den Betriebsbüchern.



Betriebsbuchauszug der Elektrolokomotive E18 19/218 019/204 819-7:
==================================================================
mechan.Teil: AEG Berlin 1936/4940
elektr.Teil: AEG Berlin 1936/....

Anlieferung: 10.09.1936
vorl.Abnahme: 16.09.1936 Raw München-Freimann
endg.Abnahme: 09.12.1936 Raw München-Freimann
Vertrag: 53.214/20.016 vom 21./24.02.1936
Beschaffungspreis: 116.690,- RM mechanischer Teil
280.700,- RM elektrischer Teil
397.390,- RM insgesamt

Erstes deutsches Betriebsbuch:

........ – 03.11.39 Raw München-Freimann E 3
04.11.39 - ........ Bw München Hbf.
08.10.40 – 18.11.40 Raw München-Freimann E 2 (144.264 Km)
........ - ........ Bw München Hbf.
17.02.41 – 26.02.41 Raw München-Freimann E 0
........ - ........ Bw München Hbf.
08.04.42 – 20.05.42 Raw München-Freimann E 4 (284.841 Km)
........ - ........ Bw München Hbf.
08.01.43 - 17.01.43 Bw München Hbf E 0
........ - ........ Bw München Hbf.
17.03.43 – 17.03.43 Bw München Hbf E 0
........ - ........ Bw München Hbf.
24.03.43 - 24.03.43 Bw München Hbf E 0
........ - ........ Bw München Hbf.
14.04.43 - 14.04.43 Bw München Hbf E 1
........ - ........ Bw München Hbf.
12.05.43 - 12.05.43 Bw München Hbf E 0
........ - ........ Bw München Hbf.
10.06.43 - 10.06.43 Bw München Hbf E 1
........ - ........ Bw München Hbf.
09.07.43 - 09.07.43 Bw München Hbf E 1
........ - ........ Bw München Hbf.
09.08.43 - 09.08.43 Bw München Hbf E 1
........ - ........ Bw München Hbf.
26.08.43 - 26.08.43 Bw München Hbf E 1
........ - 07.11.43 Bw München Hbf.
08.11.43 – 17.12.43 Raw München-Freimann E 3 (845.794 Km)
18.12.43 – 24.02.44 Bw München Hbf.
25.02.44 – 10.03.44 Raw München-Freimann E 0 Entgleisung (877.589 Km)
11.03.44 - 19.06.44 Bw München Hbf.
20.06.44 – 13.08.44 Raw München-Freimann Babt.München Hbf. E 0 x)
14.08.44 - 29.05.46 Bw München Hbf.

Laufleistung bis 16.03.1045: 128.300 Km (!). Lok mit Kriegsschäden über Raw Dessau an AEG
Hennigsdorf. Lok an die russische Zone abgegeben und gemäß Schreiben Rbd München C3 Mü
vom 07.09.1945 aus dem Bestand des Bw München Hbf. gestrichen.

x) Unfall (Entgleisung) (985.168 Km)

Russisches Betriebsbuch:
Rahmen: A.E.G. Berlin Germanii 1936 god Nomer 4997
Kessel: ohne Eintrag

Auf Buchdeckel: Brest-Litowsker Eisenbahn gestrichen und unleserliche Radierungen. TEL 18-19.

25.10.46 – 02.12.46 Werkstatt Brest H.U.

15.01.47 – 04.06.47 Werkstatt Workuta H.U. (TEL 18-19)
05.06.47 - ........ Depot Workuta
18.10.47 – 28.10.47 Depot Workuta Ausbesserung
........ - ........ Depot Workuta
15.02.48 – 22.02.48 Depot Workuta Ausbesserung
........ - ........ Depot Workuta
07.07.48 – 15.07.48 Depot Workuta Ausbesserung
........ - ........ Depot Workuta
12.10.48 – 18.10.48 Depot Workuta Ausbesserung
........ - ........ Depot Workuta
26.02.49 – 04.04.49 Werkstatt Workuta Z.U. (TEL 18-19)
06.04.49 - ........ Depot Workuta
30.07.49 – 08.08.49 Depot Workuta Ausbesserung
........ - ........ Depot Workuta
17.11.49 – 28.11.49 Depot Workuta Ausbesserung
........ - ........ Depot Workuta
23.01.50 – 24.02.50 Depot Workuta Z.Ausbesserung
........ - ........ Depot Workuta

Zweites deutsches Betriebsbuch:
mechan.Teil: AEG Berlin 1938/4937 genannt!
elektr.Teil: AEG Berlin 1937/ohne Nummer

Haupttransformator Bauart BLT 104, Fahrmotore Bauart EKB 860, Nockenschaltwerk Bauart ENW
5, Hauptschalter Bauart APB 102 (später DAT 1), Kompressor Bauart VV 224, Stromabnehmer
Bauart RBS 58, Batterie Typ 5 Ky 225.

......52 – 04.08.59 Raw Dessau GR
05.08.59 – 23.09.59 Bw Leipzig-West
24.09.59 – 05.12.59 Raw Dessau Garantiearbeiten
06.12.59 – 07.04.61 Bw Leipzig-West
08.04.61 – 31.05.61 Raw Dessau L 2 (180.059 Km)
31.05.61 – 20.10.61 Bw Leipzig-West
20.10.61 – 13.11.61 Raw Dessau L 0 (232.367 Km)
14.11.61 – 23.03.62 Bw Leipzig-West
24.03.62 – 10.04.62 Raw Dessau L 0 (264.256 Km)
11.04.62 – 02.08.62 Bw Leipzig-West
02.08.62 – 10.09.62 Raw Dessau L 3 (312.771 Km)
11.09.62 – 20.02.63 Bw Leipzig-West
21.02.63 – 27.02.63 Raw Dessau L 0 (375.036 Km)
28.02.63 – 28.05.63 Bw Leipzig-West

01.06.63 – 19.12.63 Bw Leipzig-West
20.12.63 – 24.01.64 Raw Dessau L 2 (472.325 Km)
24.01.64 – 08.03.64 Bw Leipzig-West
11.03.64 – 25.03.64 Raw Dessau L 0 Garantiearbeiten (483.851 Km)
26.03.64 – 12.08.64 Bw Leipzig-West
12.08.64 – 12.08.64 Bw Leipzig-West L 0
12.08.64 – 16.03.65 Bw Leipzig-West
16.03.65 – 16.03.65 Bw Leipzig-West L 0
17.03.65 – 04.10.65 Bw Leipzig-West
05.10.65 – 26.11.65 Raw Dessau L 4 (662.487 Km)
26.11.65 – 12.10.66 Bw Leipzig-West
13.10.66 – 28.04.67 Bw Halle-P
29.04.67 – 29.05.67 Raw Dessau L 2 (794.835 km)
30.05.67 – 15.10.68 Bw Halle-P
16.10.68 – 19.10.68 Raw Dessau L 0 Unfall (961.409 Km)
20.10.68 – 27.01.69 Bw Halle-P
28.01.69 – 28.01.69 Bw Erfurt E 0 URD (1.001.433 Km)
29.01.69 – 12.03.69 Bw Halle-P
13.03.69 – 31.05.69 Raw Dessau L 3 (1.034.908 Km)
01.06.69 – 23.10.69 Bw Halle-P
24.10.69 – 24.10.69 Bw Halle-P E 0 (1.109.597 Km)
25.10.69 – 24.02.70 Bw Halle-P
25.02.70 – 25.02.70 Bw Halle-P E 0 (1.164.219 Km)
26.02.70 – 04.06.70 Bw Halle-P
05.06.70 – 05.06.70 Bw Halle-P E 0 (1.207.258 Km)
06.06.70 – 17.06.70 Bw Halle-P
18.06.70 – 18.06.70 Bw Halle-P E 0
19.06.70 – 23.06.70 Bw Halle-P
24.06.70 – 10.08.70 Raw Dessau L 2 (1.220.508 Km)
11.08.70 – 11.11.70 Bw Halle-P
12.11.70 – 17.11.70 Raw Dessau L 0 (1.267.015 Km)
17.11.70 – 20.12.70 Bw Halle-P
21.12.70 – 21.12.70 Bw Halle-P E 0
22.12.70 – 02.08.71 Bw Halle-P
03.08.71 – 16.08.71 Raw Dessau E 0 (1.385.744 Km)
17.08.71 – 19.08.71 Bw Halle-P
20.08.71 – 20.08.71 Bw Halle-P E 0 (1.404.023 Km)
21.08.71 – 20.09.71 Bw Halle-P
21.09.71 – 21.09.71 Bw Halle-P E 0 (1.412.898 Km)
22.09.71 – 28.11.71 Bw Halle-P
29.11.71 – 24.12.71 Raw Dessau E 0 (1.452.278 Km)
25.12.71 – 16.02.72 Bw Halle-P
17.02.72 – 28.03.72 Raw Dessau E 6 (1.486.828 Km)
29.03.72 – 11.06.72 Bw Halle-P
12.06.72 – 14.06.72 Raw Dessau Garantiearbeiten (1.520.347 Km)
15.06.72 – 13.06.73 Bw Halle-P
14.06.73 – 15.06.73 Bw Halle-P E 0 (1.675.358 Km)
16.06.73 – 21.06.73 Bw Halle-P
22.06.73 – 22.06.73 Bw Halle-P E 0
23.06.73 - 16.09.73 Bw Halle-P
17.09.73 – 03.05.74 Raw Dessau E 6 (1.728.373 Km)
04.05.74 – 15.05.74 Bw Halle-P
16.05.74 – 25.05.74 Raw Dessau Garantiearbeiten (1.731.833 Km)
25.05.74 – 28.10.74 Bw Halle-P
29.10.74 – 30.11.74 Raw Dessau Garantiearbeiten (1.807.264 Km)
01.12.74 – 14.07.75 Bw Halle-P
15.07.75 – 12.08.75 Bw Leipzig-West E 0 (1.830.179 Km)
13.08.75 – 24.08.79 Bw Halle-P
25.08.79 – 10.09.79 Raw Dessau E 0
11.09.79 – 25.07.80 Bw Halle-P
26.07.80 – 27.07.80 Bw Erfurt E 0 URD
28.07.80 – 17.11.80 Bw Halle-P
18.11.80 – 08.12.80 Bw Leipzig-West E 0
09.12.80 – 01.02.82 Bw Halle-P
02.02.82 – 15.02.82 Raw Dessau E 0
16.02.82 – 29.03.83 Bw Halle-P
30.03.83 – 30.11.83 Raw Dessau E 6 (1.948.546 Km)
01.12.83 - ........ Bw Halle-P

10.03.88 abgestellt
01.12.91 Z-Lok
31.12.91 abgesetzt vom Bestand
21.02.92 verkauft an AEG Hennigsdorf

23.03.92 - 20.08.92 Raw Dessau E 6 (1.975.546 Km)

09.08.93 – 24.08.93 Raw Dessau E 0

Bauartänderungen:

17.12.43 Raw M-Freimann Leitern verlängert, Rutschkupplung geändert,
Tetra-Feuerlöscher eingebaut
02.12.46 W.Brest Umbau auf 1524 mm Spurweite
04.06.47 W.Workuta Speisetransformator geändert, Lüftung für Trans-
formator und Fahrmotore geändert, Drehgestelle ge-
ändert, automatische Mittelpufferkupplung ange-
baut, Matrossow-Bremse angebaut, Doppelton-Signal-
pfeife angebaut, Führerstandsheizung geändert und
verstärkt, Kälteschutzeinrichtungen angebaut,
Stromabnehmer geändert, Schmieranlage geändert,
Schaltung zur Ansteuerung der Fahrmotore geändert
04.04.49 W.Workuta Beleuchtungsanlage geändert und dritte Streckenla-
terne angebaut, Schmiereinrichtung geändert
25.11.65 Raw Dessau Hauptschalter DAT 1 eingebaut
31.05.69 Raw Dessau SA 39 Nullspannungsauslösung für Hauptschalter
angebaut
SA 51 Umbau auf Schnellfahrlok 180 Km/h
10.08.70 Raw Dessau SA 51 kompletter Umbau auf 180 Km/h
03.05.74 Raw Dessau SA 41 NH-Sicherungen eingebaut
SA 05 Hauptschaltersteuerung und Relais umgebaut
Laufachslager mit WM 80 versehen, Bolzen und Buch-
sen der Bremse gehärtet, Hilfsgerätegerüst haltbar
befestigt, Halterung für weiteres Abdeckblech für
Lüfteransaugöffnungen angebaut, Ziehbänder am
Heißwasserspeicher angebaut, Rückschlagventile mit
Frostschutzeinrichtung versehen
20.08.92 Raw Dessau Indusi-Anlage Bauart E 60 angebaut, Vorrüsten zum
Einbau Zugfunk Mesa
24.08.93 Raw Dessau Zugfunkanlage Bauart Mesa angebaut

Betriebsbögen und Anlagenteil und Aktenstücke:

04.11.39 - ........ Bw München Hbf.
01.06.46 - ........ Bw München Hbf. (so!)
01.08.59 – 12.10.66 Bw Leipzig-West
13.10.66 - ........ Bw Halle-P

30.01.41 – 16.02.41 abgestellt warten Raw
21.01.42 – 07.04.42 abgestellt warten Raw
08.10.43 – 07.11.43 abgestellt warten Raw x)
12.10.44 – 31.12.44 abgestellt warten Raw
01.01.45 – 16.03.45 Ausbesserung im Raw!
17.03.45 – 31.08.45 Ausbesserung im Raw!
01.09.45 – 30.11.45 Ausbesserung im Raw!
01.12.45 – 31.01.46 Ausbesserung im Raw!
01.02.46 – 31.05.46 abgestellt im Z-Park

x) in der Nacht vom 09.03.1943 zum 10.03.1943 Bw ausgebrannt und Lok schwer
beschädigt



Ganz ähnlich liegen die Verhältnisse bei TEL18-40. Hier sind nur das russische und das deutsche Zweitbuch bekannt, die aus gleicher Quelle stammen.



Betriebsbuchauszug der Elektrolokomotive E18 40/218 040:
========================================================
mechan.Teil: AEG Hennigsdorf 1939/5047
elektr.Teil: AEG Hennigsdorf 1939/ohne Nummer

Anlieferung: ..........
Abnahme: ..........

Russisches Betriebsbuch:
Rahmen: Germanija 1936 god Nomer 4011
Kessel: ohne Eintrag

Auf Buchdeckel: Brest-Litowsker Eisenbahn gestrichen und unleserliche Radierungen. TEL 18-40.

02.11.46 – 18.12.46 Werkstatt Brest H.U.

18.01.47 – 25.05.47 Werkstatt Workuta H.U. (TEL 18-40)
26.05.47 - ........ Depot Workuta
09.08.47 – 14.08.47 Depot Workuta Ausbesserung
........ - ........ Depot Workuta
02.10.47 – 09.10.47 Depot Workuta Ausbesserung
........ - ........ Depot Workuta
16.12.47 – 15.01.48 Depot Workuta Z.Ausbesserung
........ - ........ Depot Workuta
24.04.48 – 30.04.48 Depot Workuta Ausbesserung
........ - ........ Depot Workuta
18.09.48 – 16.10.48 Depot Workuta Z.Ausbesserung
........ - ........ Depot Workuta
13.01.49 – 20.01.49 Depot Workuta Ausbesserung
........ - ........ Depot Workuta
05.06.49 – 21.07.49 Werkstatt Workuta Z.U. (TEL 18-40)
22.07.49 - ........ Depot Workuta
13.10.49 – 20.10.49 Depot Workuta Ausbesserung
........ - ........ Depot Workuta
03.03.50 – 08.03.50 Depot Workuta Ausbesserung
........ - ........ Depot Workuta

Zweites deutsches Betriebsbuch:
mechan.Teil: AEG Hennigsdorf 1939/5047
elektr.Teil: AEG Hennigsdorf 1939/ohne Nummer

Anlieferung: ..........
Abnahme: 30.09.1960 Raw Dessau

Wiederaufbaulok aus Teilen von E18 40, E18 04 und E18 23 sowie dem Rahmen von E18 43.

Nur Betriebsbuchfragment vorhanden:

......52 – 30.09.60 Raw Dessau L 5 Generalreparatur
01.10.60 - ........ Bw Leipzig-West
06.10.60 – 13.10.60 Raw Dessau Garantiearbeiten
........ - ........ Bw Leipzig-West
31.12.60 – 06.01.61 Raw Dessau Garantiearbeiten
........ - ........ Bw Leipzig-West
06.02.61 – 20.02.61 Raw Dessau Garantiearbeiten (20.826 Km)
........ - ........ Bw Leipzig-West
11.03.61 – 17.03.61 Raw Dessau L 0 (35.000 Km)
........ - ........ Bw Leipzig-West
27.06.61 – 08.07.61 Raw Dessau L 0
........ - ........ Bw Leipzig-West
25.09.61 – 06.11.61 Raw Dessau L 0
........ - ........ Bw Leipzig-West
11.04.62 – 18.04.62 Raw Dessau L 0
........ - ........ Bw Leipzig-West
13.06.62 – 20.07.62 Raw Dessau L 2 (171.968 Km)
........ - ........ Bw Leipzig-West
27.07.62 – 08.08.62 Raw Dessau L 0
........ - ........ Bw Leipzig-West
01.09.62 – 11.09.62 Raw Dessau Garantiearbeiten
........ - ........ Bw Leipzig-West
26.04.63 – 02.05.63 Raw Dessau L 0 (266.816 Km)
........ - ........ Bw Leipzig-West
06.11.63 – 19.12.63 Raw Dessau L 3 (316.934 Km)
........ - ........ Bw Leipzig-West
30.12.63 – 07.01.64 Raw Dessau L 0
........ - ........ Bw Leipzig-West
05.10.64 – 05.10.64 Raw Dessau L 0
........ - ........ Bw Leipzig-West
31.10.64 – 31.10.64 Raw Dessau L 0
........ - ........ Bw Leipzig-West
27.02.65 – 02.03.65 Raw Dessau L 0
........ - ........ Bw Leipzig-West
20.04.65 – 23.04.65 Raw Dessau L 0
........ - ........ Bw Leipzig-West
19.07.65 – 20.08.65 Raw Dessau L 2 (496.247 Km)
........ - ........ Bw Leipzig-West
20.12.65 – 23.12.65 Raw Dessau L 0
........ - ........ Bw Leipzig-West
04.07.66 – 24.08.66 Raw Dessau L 0
........ - ........ Bw Leipzig-West
24.11.66 – 31.01.67 Raw Dessau L 4 (587.755 Km)
01.02.67 - ........ Bw Halle-P
07.02.67 – 04.03.67 Raw Dessau Garantiearbeiten
04.03.67 – 04.03.67 Raw Dessau Garantiearbeiten
........ - ........ Bw Halle-P
17.03.67 – 23.03.67 Raw Dessau Garantiearbeiten (590.055 Km)
........ - ........ Bw Halle-P
29.08.67 – 15.09.67 Raw Dessau Garantiearbeiten (624.025 Km)
........ - ........ Bw Halle-P
25.04.68 – 27.06.68 Raw Dessau L 2 (675.755 Km)
........ - ........ Bw Halle-P
11.09.68 – 28.09.68 Raw Dessau Garantiearbeiten
........ - ........ Bw Halle-P
09.05.69 – 31.08.69 Raw Dessau L 0
........ - ........ Bw Halle-P

29.08.69 abgestellt (713.755 Km)
03.04.70 Z-Lok
15.05.72 ausgemustert
04.07.72 - 14.04.73 zerlegt Raw Dessau

Lok hat bei Probefahrt am 29.08.1969 auf Bahnhof Großkorbetha schweren Auffahrunfall mit
E11 004, E42 073 und E42 126 erlitten. Lokrahmen an beiden Führerständen stark verbogen
und hat auf gesamter Länge Verzug, Führerstand vorn zerstört, Laufdrehgestell vorn total
verzogen, Lenkerbügel verzogen, Pufferbohle hinten aufgebogen und stark beschädigt.
Reparatur nicht mehr möglich. Ersatzteilspender für E18 31, Gesamtlaufleistung seit
Wiederinbetriebnahme 813.558 Km (so!). Teile zum Umbau der Lok E18 31 ausbauen. Achsen
und Fahrmotore für E18 31 ausbauen und Achsen von E18 31 anbauen.

Bauartänderungen:

18.12.46 W.Brest Umbau auf 1524 mm Spurweite
25.05.47 W.Workuta Speisetransformator geändert, Lüftung für Trans-
formator und Fahrmotore geändert, Drehgestelle ge-
ändert, automatische Mittelpufferkupplung ange-
baut, Matrossow-Bremse angebaut, Doppelton-Signal-
pfeife angebaut, Führerstandsheizung geändert und
verstärkt, Kälteschutzeinrichtungen angebaut,
Stromabnehmer geändert, Schmieranlage geändert,
Schaltung zur Ansteuerung der Fahrmotore geändert
21.07.49 W.Workuta Beleuchtungsanlage geändert und dritte Streckenla-
terne angebaut, Schmiereinrichtung geändert
20.08.65 Raw Dessau SA 14 Hauptschalter DAT 14 eingebaut
SA 18 Überspannungsableiter eingebaut
31.01.67 Raw Dessau SA 21 NH-Sicherungen für Batteriestromkreis ein-
gebaut
SA 41b Austausch der Sicherungen gegen NH-Siche-
rungen

Betriebsbögen und Anlagenteil und Aktenstücke:

01.10.60 – 31.01.67 Bw Leipzig-West
01.02.67 – 30.08.69 Bw Halle-P



Kommen wir nun zu E42 19. Das oben ganannte "Ellok-Archiv" schreibt auf Seite 131, ich zitiere: "Durch Kriegsereignisse gingen die E42 16 und E 42 19 verloren, wärend die restlichen (E42 15, E42 17 und E42 18) nach Ende des zweiten Weltkrieges als Reparationsleistung an die UdSSSR abgegeben wurden." Und auch hier schrieb anschließend ein Autor vom anderen ab. Und auch hier gibt es keinerlei Quellennachweis. Woher nahmen 1971 oder gar früher die Herren Bäzold und Fiebig ihre Erkenntnisse? Die Antwort sind sie uns schuldig geblieben.

Nein, durch Kriegsereignisse ging die E42 19 eben nicht verloren. Nehmen wir an, sie stand wirklich im Sudetenland. Dann wurde sie wie alle in die Tschechoslowakei abgefahrenen schlesischen Ellok Beute der sowjetischen Truppen. Wie in allen Zählzonen wurden auch in der Tschechoslowakei im September und November 1945 von den Sowjets Lokzählungen vorgenommen und mindestens deren Beutelok (gekennzeichnet mit T = Tofej = Beute) mit den typischen Zählzeichen versehen. Aufschluß könnten wenn dann nur gute Lichtbilder geben. Die Sowjets haben alle deutschen Ellok in Schlesien und im Sudetenland abgefahren, teils direkt nach Russland, teils über das Raw Dessau in der sowjetischen Zone Deutschlands. Ausnahmslos alle.

Von E42 19 lässt sich der Daseinsweg bis 1945 leidlich an Hand verschiedener Akten von RVM Berlin, RZA Berlin und anderen einschließlich vieler Bauartänderungen rekonstruieren. Ein deutsches Betriebsbuch fehlt wie bei fast allen schlesischen Ellok. Das russische Betriebsbuch befindet sich im Archiv der Maschinenhauptverwaltung Moskau und konnte am 13.10.2011 (endlich nach erteilter Genehmigung) neben vielen anderen Büchern eingesehen werden. Im Gegensatz zu den E18 ist TEL42-19 eindeutig die Ursprungslok E42 19. Sie war zunächst nach Umbau auf Gleistrombetrieb in Mineralnaja Woda Elektritschnaja (Orshonikidse-Eisenbahn später Wladikawkas-Eisenbahn) und ab 1949 im Depot Moskau Leningradskaja Sortirowotschnaja (Oktober-Eisenbahn) eingesetzt. Hier ging sie als Versuchslok Nummer 16 über auf die Moskauer Eisenbahn (Moskowskaja Okruschnaja Scheljesnaja Doroga). Man beachte auch hier die Vielzahl der Bauartänderungen.



Betriebsbuchauszug der Elektrolokomotive E 42 19:
=================================================
mechan.Teil: AEG Berlin 1925/2665
elektr.Teil: AEG Berlin 1925/2665

Anlieferung: ...12.1924 als preußische EP 219
Abnahme: 22.01.1925 EAW Lauban

Halle 219, ab Werk Breslau 219.

Verwendung bereits angearbeiteter Triebdrehgestelle: Es wurden verwendet 11 Drehgestelle
der angearbeiteten AEG-Lok ES 4 bis 13 und 4 Drehgestelle der angearbeiteten MSW-Lok ES
14 bis 17.
Einkammer-Druckluftbremse Bauart Knorr mit Zusatzbremse, Spindelhandbremse,
Scherenstromabnehmer Bauart AEG Berlin mit Bügeltrenner, fremdbelüfteter Öltransformator mit
getrennten Wicklungen und Doppellüfter, Steuerung mit elektromagnetischen Schützen
handbetätigt mit Schaltwalze, 15 Fahrstufen, kompensierte Reihenschlußmotore mit 16 Polen
und Wendepolen fremdbelüftet, Hülsenpuffer Bauart Siegen mit Ringfeder, 2 Luftverdichter.

13.01.25 - 22.01.25 EAW Lauban Abnahme-Untersuchung
...05.25 - ........ Bw Niedersalzbrunn
...09.25 - ........ Bw Dittersbach
23.10.25 - 07.11.25 Raw Lauban Ausbesserung
08.11.25 - ........ Bw Dittersbach
31.01.26 - 05.03.26 Raw Lauban F 3
06.03.26 - ........ Bw Dittersbach
12.05.27 - 31.05.27 Raw Lauban F 2
01.06.27 - ........ Bw Dittersbach
04.05.28 - 22.05.28 Raw Lauban F 2
23.05.28 - ........ Bw Dittersbach
23.10.28 - 27.10.28 Raw Lauban F 1
28.10.28 - ........ Bw Dittersbach
03.01.29 - 04.03.29 Raw Lauban F 4
05.03.29 - ........ Bw Dittersbach
24.10.30 - 05.11.30 Raw Lauban F 2
06.11.30 - ........ Bw Dittersbach
07.04.31 - 25.05.31 Raw Lauban F 3
26.05.31 - ........ Bw Dittersbach
30.06.32 - 19.07.32 Raw Lauban F 2
20.07.32 - ........ Bw Dittersbach
22.11.34 - 02.01.35 Raw Lauban E 4
03.01.35 - ........ Bw Dittersbach
13.02.36 - 04.03.36 Raw Lauban E 2
05.03.36 - ........ Bw Dittersbach
14.08.37 - 02.09.37 Raw Lauban E 2
03.09.37 - ........ Bw Dittersbach
12.02.38 - 01.04.38 Raw Lauban E 3.1
02.04.38 - ........ Bw Dittersbach
12.03.39 - 07.04.39 Raw Lauban E2 E0
08.04.39 - ........ Bw Dittersbach
13.05.40 - 01.06.40 Raw Lauban E 2
02.06.40 - ........ Bw Dittersbach
03.10.40 - 23.10.40 Raw Lauban E 2
24.10.40 - ........ Bw Dittersbach
10.11.40 - 15.11.40 Raw Lauban E 0
16.11.40 - ........ Bw Dittersbach
28.12.41 - 21.01.41 Raw Lauban E 0 Unfall
22.01.41 - ........ Bw Dittersbach
07.05.41 - 30.06.41 Raw Lauban E 4
01.07.41 - ........ Bw Dittersbach
30.06.42 - 24.07.42 Raw Lauban E 2
25.07.42 - ........ Bw Dittersbach
03.08.43 - 24.08.43 Raw Lauban E 2
25.08.43 - ........ Bw Dittersbach
13.11.43 - 26.01.44 Raw Lauban E 3
27.01.44 - ........ Bw Dittersbach
18.11.44 - 01.12.44 Raw Lauban E 0
02.12.44 - ......45 Bw Dittersbach

Russisches Betriebsbuch:
Rahmen: A.E.G. Berlin Germanii 1926 god Nomer 2665
Kessel: ohne Eintrag

Auf Buchdeckel: Brest-Litowsker Eisenbahn gestrichen und Oktober Eisenbahn und Moskauer
Eisenbahn und unleserliche Radierungen. TEL 42-19 geändert in Nomer 16 geändert in EL 42-19.

20.11.46 – 02.02.47 Werkstatt Brest H.U.

03.03.47 – 18.05.47 Werkstatt Baku H.U.!
23.05.47 - ........ Depot Mineralnaja Woda Elektritschnaja
08.08.47 – 18.08.47 Depot Mineralnaja Woda Ausbesserung
........ - ........ Depot Mineralnaja Woda Elektritschnaja
24.09.47 – 01.10.47 Depot Mineralnaja Woda Ausbesserung
........ - ........ Depot Mineralnaja Woda Elektritschnaja
02.01.48 – 23.01.48 Depot Mineralnaja Woda Z.Ausbesserung
........ - ........ Depot Mineralnaja Woda Elektritschnaja
07.04.48 – 01.05.48 Depot Mineralnaja Woda Z.Ausbesserung
........ - ........ Depot Mineralnaja Woda Elektritschnaja
07.11.48 – 15.04.49 Werkstatt Moskau Chowrino H.U.!
16.04.49 - ........ Depot Moskau Leningradskaja Sortirowotschnaja
02.08.49 – 12.08.49 Depot Moskau Leningradskaja Ausbesserung
........ - ........ Depot Moskau Leningradskaja Sortirowotschnaja
16.09.49 – 24.09.49 Depot Moskau Leningradskaja Ausbesserung
........ - ........ Depot Moskau Leningradskaja Sortirowotschnaja
13.01.50 – 08.02.50 Depot Moskau Leningradskaja Z.Ausbesserung
........ - ........ Depot Moskau Leningradskaja Sortirowotschnaja
04.04.50 – 12.04.50 Depot Moskau Leningradskaja Ausbesserung
........ - ........ Depot Moskau Leningradskaja Sortirowotschnaja
27.07.50 – 06.08.50 Depot Moskau Leningradskaja Ausbesserung
........ - ........ Depot Moskau Leningradskaja Sortirowotschnaja
12.12.50 – 08.01.51 Depot Moskau Leningradskaja Z.Ausbesserung
........ - ........ Depot Moskau Leningradskaja Sortirowotschnaja
23.03.51 – 31.03.51 Depot Moskau Leningradskaja Ausbesserung
........ - ........ Depot Moskau Leningradskaja Sortirowotschnaja

Bauartänderungen:

31.05.27 Raw Lauban Stellkeilschrauben der Stangenlager der Treib- und
Kuppelstangen genormt
04.03.29 Raw Lauban Haupttransformator umgebaut und mit 2 Anzapfungen
800/1000 Volt für Zugheizung versehen, elektrische
Führerstandsheizung angebaut, Fußboden in den Füh-
rerständen aus Riffelblech eingebaut, Scheren-
stromabnehmer Einheitsbauart SBS 9 angebaut, Luft-
verdichter Einheitsbauart angebaut, Bezeichnung
der Ülleitungen der Pre?schmierung, Entwässerungs-
nuten im Deckel des Bremszylinders angebaut,
Bremsgehängeträger verstärkt, Einlassöffnungen der
Schmierpilze der Stangenlagerschmiergefäßdeckel
ohne Wulst angebaut, Kronenmuttern an den Stell-
keilschrauben der Stangenlager, an den Schmierge-
fäßen und an den Luftabsperrhähnen durch gewöhn-
liche Muttern ersetzt, Geschwindigkeitsmesser Bau-
art Deuta-Werke Berlin angebaut
25.05.31 Raw Lauban wegabhängige Sifa angebaut, Sandfallrohre 35 mm
lichter Weite mit Tropfringen angebaut, Stangenla-
gereingüsse durch Stege ohne Seitenstege befestigt
und Schmierstifte für Stangenlager geändert, Fein-
stellereinrichtung umgebaut, Fahrplanbuch- und
Zettelhalter der Görlitzer Blechwaren-Fabrik Wil-
helm Wöhler GmbH in Görlitz Löbauer Straße 5 ange-
baut, Abschrägung der Achslagergleitplatten mit
Neigung 1:60, Rotgußgleitplatten der Achslager nur
0,5 mm gegen die Achsschenkel abgedreht, versuchs-
weise zusätzliche Lüfterjalousie am Vorbau rechts
und links eingebaut
02.01.35 Raw Lauban Zughaken und Kupplungen aus hochwertigem Baustoff
angebaut, 4 Luftabsperrhähne Bauart Ackermann an-
gebaut, Schrauben und Sicherungen der Achslager-
unterkästen geändert, Druckschrauben und Seiten-
zapfen der Achslagerunterkästen geändert, Schmier-
polster der Achslager auf Gestellen mit verzinktem
Eisendraht und mehr Saugfäden am Schmierpolster
angebaut, Lagerschalen der Treib- und Kuppelstan-
gen mit Kontrollkreisen versehen, Rotgußschilder
an Rahmenwangen mit Aufschrift "Hier anheben" an-
gebaut, Rückschlagventil für Luftleitung angebaut
04.03.36 Raw Lauban Batteriehauptschalter geändert
02.09.37 Raw Lauban gelbe Glasscheibe für Signallampe beigegeben, Sig-
nalfackelbehälter mit 3 rot leuchtenden Magnesium-
fackeln und Fackelstil mit Anzündvorrichtung bei-
gegeben, Notbeleuchtungseinrichtung mit Lichtpat-
ronen und 2 Aufsteckvorrichtungen angebaut
02.02.47 W.Brest Umbau auf 1524 mm Spurweite
18.05.47 W.Baku Haupttransformator stillgelegt, Hauptschalter auf
Schnellschaltwirkung umgebaut, beide Fahrmotore
ständig in Reihe geschaltet, Schalttafeln geän-
dert, Gruppenschalter für Anfahrwiderstände ein-
gebaut, elektropneumatische Schaltschütze für
Fahrmotore angebaut, Matrossow-Bremse angebaut,
Drehgestelle geändert, automatische Mittelpuffer-
kupplung angebaut, Stromabnehmer Schleifleisten
geändert, Ankerwicklungen der Fahrmotore geändert
und Kompensationswicklung eingebaut, Isolation
der Fahrmotore verbessert
15.04.49 W.Moskau Chow. Herrichten als Versuchslokomotive, vereinfachte
Mittelpufferkupplung umgebaut, Matrossow-Bremse
umgebaut, Beleuchtungsanlage geändert und Mittel-
scheinwerfer Bauart TE angebaut, Signalpfeifen ge-
ändert, Motorgenerator Bauart EW 12/1500 und Kom-
pressor Bauart TW-130 (aus Baureihe WL 19) ange-
baut, elektrische Schaltung nach Ingenieur D.D.
Sachartschenko geändert für 1500 Volt Gleistrom-
betrieb mit ungeglätteter Speisespannung, Haupt-
transformator und Hauptschalter stillgelegt und
als Ballastgewicht belassen, schnellwirkender
Hauptschalter Bauart WL 19 eingebaut, 2 elektro-
pneumatische Hauptschalter Bauart WL 19 eingebaut,
Anfahrwiderstände neu angebaut, Apparate für
Hilfsmaschinen und Heizung Bauart WL 19 eingebaut,
Gruppenschalter Bauart WL 19 für Anfahrwiderstände
eingebaut, neue Schalttafeln mit Drucktasten für
Hilfsstromkreise angebaut, Gruppensteller mit 12
Stellungen (1 bis 10 für Anfahr- und Fahrwider-
stände, 11 für normale Erregung bei Zugfahrt, 12
für geschwächte Erregung bei Zugfahrt), 2 Motor-
Generatoren für 220 Volt Wechselspannung eingebaut



Nachdem sich mitten in meiner Arbeit ein hannöver'scher Forentroll bemerkbar gemacht hat (und dabei das Wort Geil verwendete, das wohl besser in einem Hinterhof-Sexkino aufgehoben wäre), möchte ich mit E77 05 fortsetzen. Von dieser Lok ist kein Betriebsbuch oder anderes Dokument bekannt. Im Generalverzeichnis der Trophäenlok von 1945 (fortgeschrieben bis 1949) findet man nur die Angabe TEL 77-05 Berlin AG 1925 god Nomer 32 und den Standort Mineralnaja Woda.

Herr Markus H. schreibt im bereits mehrfach zitierten Artikel bei DSO: "Besonders einsetzten möchte ich mich für Herrn Bäzold, DDR-Ellokspezialist, der leider 1996 verstorben ist.In allen seinen Veröffentlichungen ("Ernst Joachim" als Pseudonym, weil er sonst im Westen nicht hätte veröffentlichen können) "Elektrische Lokomotiven DRG, DB und DR" und Bäzold/ Rampp/ Tietze "Elektrische Lokomotiven deutscher Eisenbahnen" schreibt er immer,dass es einen 15 kV 16 2/3 Hz Wechselstrombetrieb auf der Strecke (Kotlas)-Koshwa-Workuta mit E 44 gab.Woher er sein Wissen bezog, ist leider nicht bekannt.Er weilte manchmal in der UDSSR (siehe das legendäre Foto von E 77 05 1960 in Babuschkin)."

Nanu? Wie geht denn dies? User dtlwinkler schrieb bei DSO doch, E77 seien nicht umgespurt worden, dies sei eine Erfindung von Walluhn? Eigenartig. Nun soll eine E77 in Babuschkin gesichtet worden sein. Babuschkin liegt bei Moskau und über 1000 Kilometer östlich von Brest-Litowsk. Ist die Lok nach Babuschkin geflogen? Spätestens an diesem Widerspruch wird klar, welchen Unsinn Eisenbahnfans mitunter zu Papier - besser zu Tastatur - bringen. Die Sichtung von Babuschkin ist für mich sehr glaubwürdig. Allerdings gibt es bislang keine Erklärung, wie und warum die Lok nach hier kam. Unter Umständen liegen die Verhältnisse wie bei E42 19, und E77 05 wurde ebenfalls eine Versuchslok auf der Moskauer Eisenbahn. Russland ist für immer neue Überraschungen gut!

Bezüglich Karaganda muss ich hier und heute passen. Gut möglich, dass in der Tat einige deutsche Ellok etwa von Workuta oder Mineralnaja Woda noch nach dort kamen. Im Betriebe dürften sie auf der Karganda-Eisenbahn wohl nicht gestanden haben.

Und auch gegenüber Rakow - in der Tat ein Fachmann auf seinem Gebiet - sollte man ein wenig Vorsicht walten lassen. Nicht alles wusste er und was er wusste, dies durfte er nicht lückenlos schreiben. Auch Fachbücher unterlagen der Zensur.

Lassen wir uns uns überraschen, was die Lokfans außer Trollerei zu sagen haben. Vermutlich wenig oder garnichts.

von Ulrich Walluhn - am 02.04.2015 19:05
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