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Eisenbahnforum Ulrich Walluhn
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Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Ulrich Walluhn

Elektrolok E41 117 und Nachdenkliches

Startbeitrag von Ulrich Walluhn am 19.04.2015 14:06

Vor wenigen Tagen kam ich in den Besitz einer vollständigen Kopie des Betriebsbuches der DB-Ellok E41 117, einer der typischen Nachkriegsellok der Wirtschaftswunder-Jahre. Ich wurde sehr nachdenklich. Bisher kannte ich von E41 nur Abschriften (mehr schlecht als recht) und Teilkopien, die aus nicht mehr als dem Deckblatt und den Standortseiten bestanden. Typische Fan-Kurz-und-Schnell-Kopien eben. Und nun hatte ich eine E41 in vollständiger Form in der Hand. Während die bisher bekannten Fan-Kopien meist noch mit 5 oder 6 handschriftlichen Zeilen "Bauartänderungen" garniert waren - meist in Form von reinen Äußerlichkeiten, maximal Ausrüstung mit Zugbahnfunk oder Steckdose für Gepäckwagen - fand ich hier ein ganzes Arsenal an Änderungen im elektrischen aber auch mechanischen Teil vor, wie ich es von einer Neubaulok E41 überhaupt nicht erwartet hätte. Die Änderungen übertreffen jene der Reichsbahn E42 bei weitem. Wer hätte dies gedacht!

Noch nachdenklicher machten mich die Ereignisse der letzten Tage und Wochen. Da versuchen doch (erneut) einige alte und jüngere Herrschaften von Schild und Schwert der Partei außerhalb der Eisenbahn (oder doch auch innerhalb?) in meinem Erfurter Umfeld Angst und Schrecken zu verbreiten. Dabei müssen doch gerade sie wissen, dass ich unerschrocken meinen Weg gehe und dergestalt "Maßnahmen" keine Einschüchterungen bei mir hervorrufen. Die Herrschaften verbrauchen nur völlig unnütz Steuergeld in Form von - eigentlich überflüssiger - Beschäftigung für die polizeilichen Ermittlungsorgane. Flankiert werden die abstrusen Ereignisse (erneut) von einem kleinen Schreiberling im Kölner Schülerforum, einem sogenannten "Betriebseisenbahner", der vor Tagen meinte, ich sei ein Rabulist und meine Ausführungen zum Lokomotivbestand am 31.10.1925 seien nichts als Lug und Trug. Nun brauchen wir über die Un-Kultur des Kölner Forums nicht weiter zu sinnieren. Anstand wird dort mitunter alles andere als groß geschrieben. Interessant aber bleibt die Äußerung allemal. Wieder einmal traut sich der eigentliche Urheber dieser Zeilen nicht aus der Deckung und benutzt einen (bekannten) Strohmann, wie schon Ende 2014. Das Wort Rabulist ist allerdings schon lange aus der Mode gekommen. Offenbar fand der Hintermann vor lauter aufschäumender Wut auf die Schnelle keinen anderen Begriff.

Ein Rabulist ist ein geschickter Wort- und Satzverdreher, der durch falsche Aneinanderreihung von Wahrheiten und Teilwahrheiten eine Aussage schafft, die nichts mehr mit der Realität (also dem eigentlichen Sachverhalt) zu tun hat. Ich sei also ein Rabulist. Ausgerechnet ich - so würde Viktor Klemperer an dieser Stelle sagen. Ein geschickter Rechtsverdreher, ein Rabulist also, scheint eher unser Hintermann mit Jurastudium (mehrmals durchs zweite Staatsexamen gefallen und dann von seinem Übervater gnädigst durchgewunken um größere Peinlichkeiten zu vermeiden) zu sein. Ich hingegen beherrsche die Juristerei überhaupt nicht, ergo tauge ich zu einem Rabulisten mitnichten.

Ein Intimus unseres jura-affinen Hintermannes übt sich gerade im Kölner Forum in Fortsetzungsromanen. Die Reisen des Prinzen zu Schaumburg und dessen Bespannungsnotizen. Hoffen wir, dass nicht ähnlich der Seifenoper "Sturm der Liebe" der ARD am Ende 2877 oder gar 3158 Folgen zu verbuchen sind. Ha! Ich stelle mir vor, ich würde diese Bespannungsnotizen in das genannte Forum bringen. Es wären mit Sicherheit gleich 10 bis 15 Leute zur Stelle, die von Fälschung und Erfindung schrieben. An "Beweisen" würde es auch diesmal bestimmt nicht fehlen: Bw Leipzig-West und Halle-P gab es 1922 gar nicht! Richtig, es hieß Bw Leipzig Hbf. I und Halle I. Beim Bw Görlitz befanden sich keine Ellok, sondern beim Bw Schlauroth. Über die "falschen" Loknummern möchte ich erst gar nicht berichten. Die Bespannungsnotizen würden den Zusatz "erfunden vom Thüringer Kujau" ernten. Schöne verrückte Eisenbahnfan-Welt.

Doch, eine Lok möchte ich aus den Bespannungs-Notizen des Prinzen herausgreifen, die P8 Erfurt 2554. Von dieser Maschine haben wir aus gut 1500 Akten soviel Informationen, dass sich belegen lässt, dass diese Lok am 09.11.1922 noch gar nicht beim Bw Magdeburg Hbf. beheimatet gewesen sein kann. Sie verließ am 06.07.1922 das Werkstättenamt Meiningen nach allgemeiner Ausbesserung und gelangte zum Heimat-Bw Zeitz. Hier wird sie am 01.12.1922, am 01.04.1923 und ab 11.07.1923 (nach erneutem Aufenthalt im EAW Meiningen) nachgewiesen. Erst am 14.11.1925 wird die Lok zum Bw Magdeburg Hbf. umgesetzt. Man sollte also den Aufzeichnungen, die jetzt im Kölner Schülerforum eingestellt werden, mit großer Vorsicht begegnen. Wir kennen weder die exakte Herkunft, noch wissen wir wirklich die wievielte Abschrift der Abschrift hier dem Leser dargeboten wird. Dennoch möchte ich das Gesamtwerk des Prinzen von Schaumburg nicht nach unten ziehen oder in Kujau-Manier verreißen, sondern als Ganzes durchaus würdigen, wenn auch einzelne Zeilen fragwürdig oder falsch sind.




Betriebsbuchauszug der Elektrolokomotive E41 117:
=================================================
mechan.Teil: Friedrich Krupp Essen 1959/3910
elektr.Teil: AEG Berlin-Grunewald 1959/ohne Nummer

Anlieferung: 17.11.1959
Abnahme: 04.12.1959 Raw München-Freimann
Probefahrt: 26.11.1959 München-Kiefersfelden und zurück Leer
27.11.1959 München-Salzburg und zurück Last
01.12.1959 München-Neufahrn und zurück Last
Gen-Urkunde: 11.12.1959 Mainz
Vertrag mechan.T.: 21.3644/21.016 vom 05./10.03.1958
Vertrag elektr.T.: 21.3641/77.014 vom 12./14.03.1958
Beschaffungspreis: 335.614,- DM mechanischer Teil
564.467,- DM elektrischer Teil
900.081,- DM insgesamt

Lok hat Gummiring-Federantrieb, Höchstgeschwindigkeit 120 km/h, Länge über Puffer 15.660 mm,
Radstand 10.500 mm, Drehzapfenabstand 7.300 mm, Drehgestellachsstand 3.200 mm,
Treibraddurchmesser 1.250 mm, Stromabnehmer Bauart SSW/Dolzler DBS 54 (Scherenstromabnehmer
mit Pendelwippe, 2 Schleifstücken und Druckluftantrieb), Hauptschalter Bauart BBC DBTF 20 i 200 (Druckluft-
schnellschalter), Transformator Bauart BBC TUDBm 2210 (Kerntransformator) mit Kühlung Bauart OFU und
Niederspannungsklemmen 66, 132, 165, 187, 209, 231, 253, 286, 330, 374, 418, 473, 528, 599, 792, 990
Volt und Hilfsspannungsklemmen 209 und 132 Volt, Stromteiler Bauart BBC T 132 Dr DB FU, 4 Fahrmotore
Bauart BBC ABEM 6651 (Reihenschluß-Motore mit 10 Polen und 50 Bürsten in Parallelschaltung) mit Eigen-
und Fremdkühlung, Zahnräder ungefedert mit Schrägverzahnung 7 Grad Evolvente (Kleinrad Baustoff 18 CrNi 8,
Großrad Baustoff 15 CrNi 6) mit Übersetzungsverhältnis 1:3,6087, Niederspannungsschaltwerk Bauart NU 28 r
mit Stufenwähler und 4 Lastschaltern und wahlweise Nachlaufsteuerung mit Stellmotor oder Handantrieb mit 28
Spannungsstufen (16, 33, 66, 99, 123, 148, 162, 176, 187, 198, 209, 220, 231, 242, 255, 269, 288, 308, 330,
352, 374, 396, 420, 445, 473, 500, 530, 561 Volt), Druckluftbremse Bauart Knorr (Kbr), Zusatzbremse Bauart
Knorr, Spindelhandbremse, 2 Geschwindigkeitsmesser Bauart Deuta EMG 13, 2 Luftpfeifen und 2 elektrische
Schlagglocken, Sandstreuvorrichtung (Sandtreppen) KM mit 8 Sandstreudüsen, Beleuchtung 125 Volt,
Lademaschine Bauart EG 10 Bauform 3 Firma Kaiser mit 1000 Watt, Batterie Type 2 Pz 30 mit 30 Ah,
Zugheizung mit 729 und 990 Volt, Führerstand mit 2 elektrischen Heizöfen mit Stabheizkörpern mit 2 x 3,8 KW
Leistung. Sicherheitsfahrschaltung Bauart BBC, Zugsicherung Bauart Indusi Siemens & Halske 54.

17.11.59 – 04.12.59 AW München-Freimann Abnahme und Verwiegung
04.12.59 – 11.03.60 Bw Koblenz-Mosel
12.03.60 – 28.09.60 Bw Saarbrücken Hbf.
29.09.60 – 14.10.60 AW Opladen E 0/G und Endabnahmeprüfung (88.000 Km)
15.10.60 – 08.02.61 Bw Saarbrücken Hbf.
09.02.61 – 10.02.61 AW Opladen E 0
11.02.61 – 23.05.61 Bw Saarbrücken Hbf.
24.05.61 – 27.05.61 AW Opladen E 0 (144.000 Km)
28.05.61 – 16.04.62 Bw Saarbrücken Hbf.
17.04.62 – 17.04.62 AW Opladen E 0 URD (288.000 Km)
18.04.62 – 22.10.62 Bw Saarbrücken Hbf.
23.10.62 – 31.10.62 AW Opladen E 0/D2 (378.000 Km)
01.11.62 – 05.05.63 Bw Saarbrücken Hbf.
06.05.63 – 10.05.63 AW Opladen E 0 (465.000 Km)
11.05.63 – 25.11.63 Bw Saarbrücken Hbf.
25.11.63 – 05.12.63 AW Opladen E 0 (539.000 Km)
06.12.63 – 27.04.65 Bw Saarbrücken Hbf.
28.04.65 – 29.04.65 Bw Kornwestheim E 1/U (743.000 Km)
30.04.65 – 21.07.65 Bw Saarbrücken Hbf.
22.07.65 – 06.08.65 AW Opladen U 2 (775.000 Km)
09.08.65 – 18.06.67 Bw Saarbrücken Hbf.
19.06.67 – 19.06.67 Bw Würzburg U 1/U (1.015.000 Km)
20.06.67 – 10.02.69 Bw Saarbrücken Hbf.
11.02.69 – 21.02.69 AW Opladen U 0 (1.454.000 Km)
22.02.69 – 14.10.69 Bw Saarbrücken Hbf.
15.10.69 – 15.10.69 Bw Saarbrücken Hbf. U 0
16.10.69 – 28.12.69 Bw Saarbrücken Hbf.
29.12.69 – 29.12.69 Bw Saarbrücken Hbf. U 0
30.12.69 - 09.08.70 Bw Saarbrücken Hbf.
10.08.70 – 10.08.70 Bw Würzburg U 1/U
11.08.70 – 12.10.70 Bw Saarbrücken Hbf.
13.10.70 – 02.11.70 AW Opladen U 3 (2.099.000 Km)
03.11.70 – 05.11.70 Bw Saarbrücken Hbf.
06.11.70 – 06.11.70 AW Opladen Garantiearbeiten AW (2.199.000 Km)
07.11.70 – 18.07.72 Bw Saarbrücken Hbf.
19.07.72 – 19.07.72 Bw Würzburg U 1/U
20.07.72 – 20.06.74 Bw Saarbrücken
21.06.74 – 21.06.74 Bw Würzburg U 1
22.06.74 – 07.10.74 Bw Saarbrücken
08.10.74 – 08.10.74 Bw Saarbrücken U 0
09.10.74 - 12.06.75 Bw Saarbrücken
04.07.75 – 10.07.75 AW Opladen U 2 (2.729.000 Km)
11.07.75 – 15.10.75 Bw Saarbrücken
16.10.75 – 16.10.75 Bw Saarbrücken U 0
17.10.75 - 17.02.76 Bw Saarbrücken
18.02.76 – 18.02.76 Bw Würzburg U 1
19.02.76 – 09.08.76 Bw Saarbrücken
10.08.76 – 17.08.76 AW Opladen U 0 (2.859.000 Km)
18.08.76 – 30.07.78 Bw Saarbrücken
31.07.78 – 31.07.78 Bw Würzburg U 1/U
01.08.78 – 22.07.79 Bw Saarbrücken
23.07.79 – 23.07.79 Bw Köln-Deutzerfeld U 1
24.07.79 - 29.09.79 Bw Saarbrücken
30.09.79 – 30.09.79 Bw Saarbrücken U 1
01.10.79 - 31.08.80 Bw Saarbrücken
01.09.80 – 19.09.80 AW Opladen U 2/7 (3.485.000 Km)
20.09.80 – 28.07.82 Bw Saarbrücken
29.07.82 – 29.07.82 Bw Köln 2 U 1
30.07.82 – 06.11.83 Bw Saarbrücken 1
07.11.83 – 07.11.83 Bw Saarbrücken 1 U 1
08.11.83 - 11.09.85 Bw Saarbrücken 1
12.09.85 – 08.10.85 AW Opladen U 3.0 (4.115.000 Km)
09.10.85 – 21.06.86 Bw Saarbrücken 1
22.06.86 – 22.06.86 Bw Saarbrücken 1 U 1
23.06.86 - 27.10.86 Bw Saarbrücken 1
28.10.86 – 29.10.86 AW Opladen U 0.3 (4.245.000 Km)
30.10.86 – 09.07.87 Bw Saarbrücken 1
10.07.87 – 10.07.87 Bw Darmstadt E 1 URD
11.07.87 – 22.11.88 Bw Saarbrücken 1
23.11.88 – 23.11.88 Bw Saarbrücken 1 U 1
24.11.88 – 14.06.89 Bw Saarbrücken 1
15.06.89 – 15.06.89 Bw Darmstadt E 1 URD
16.06.89 – 27.06.90 Bw Saarbrücken 1
28.06.90 – 28.06.90 Bw Saarbrücken 1 E 1
29.06.90 - 17.07.90 Bw Saarbrücken 1
17.07.90 – 10.08.90 AW Opladen E 0.3
20.08.90 – 06.11.90 Bw Saarbrücken 1
07.11.90 – 13.11.90 AW Opladen E 0.3
07.11.90 – 08.07.91 Bw Saarbrücken 1
09.07.91 – 09.07.91 Bw Saarbrücken 1 E 1
10.07.91 - 16.03.92 Bw Saarbrücken 1
17.03.92 – 27.03.92 AW Opladen U 2 (5.105.000 Km)
28.03.92 - ........ Bw Saarbrücken 1

10.02.95 Z-Lok
20.10.95 ausgemustert

Bauartänderungen:

04.12.59 Raw M-Freimann Schloßverriegelung an allen Einsteigtüren ange-
baut, Anpassungsdose auf Führerstand 1 für Ein-
stellbereich 150 Km geändert
14.10.60 AW Opladen Anfahrleuchte mit 40 Watt Lampe ausgerüstet
2132 Flehbl/k vom 14.08.1958
Befestigung der Stromabnehmer geändert
2110 Fle(s)ke 320 vom 01.07.1959
neue Schutzkappen für Nachschmierung angebaut
2102 Flemf/k 6651 vom 09.03.1959
Fahrschalter geändert
2104 Flemff/k vom 22.04.1959
Nockenhilfssachalter Type 134 angebaut
2132 Fleofn/Ke(k) vom 11.08.1959
Bürstenhalter am EKS 200 und ESK 209-1 geändert
2102 Flemb/k 200 vom 21.08.1959
SRFa-Relais geändert
2132 Fler/k(b) vom 21.08.1959
Befestigung der Strombänder geändert
2132 Fleschb/k 20 vom 23.10.1959
4 Änderungen am Druckluftantrieb ausgeführt
2104 Flestl/k vom 13.10.1959
Zughakenführung geändert, Stromabnehmer mit Hut-
muttern versehen, Befestigung der Strombänder (WSP
20 Schütz) geändert
10.02.61 AW Opladen Lastschalter auf Bauart Araldit umgerüstet, 12-
Punkte-Programm laut Verfügung BZA München Flestl/
k vom 29.10.1960 ausgeführt (Änderung am Lüfter-
motor)
31.10.62 AW Opladen Dachrinnen entrostet und gestrichen
10.05.63 AW Opladen SA 3.054 Filterumbau am Druckluftmotor ausgeführt
SA 3.652 Schutzabdeckung der Klemmstellen der
Fahrmotorkabel geändert
06.08.65 AW Opladen Dachanstrich neu ausgeführt
SA 2.042 Sammelschalter für Zugspitzensignal und
Buchfahrplanleuchte angebaut
SA 3.063 Umlenkblech für Ölabscheider angebaut
SA 3.067 Sicherung an der Handbremszugstange ange-
baut
SA 3.069 Abdeckung am Bremsspindelblock geändert
SA 3.078 Stützplatte zur Zugeinrichtung angebaut
SA 3.113 Schmierrohr am Bremsspindelblock entfernt
SA 3.076 Überstromrelais umgebaut
SA 1.060 Abblendvorrichtung eingebaut
10.07.75 AW Opladen SA 2.186 Manometer für Druckminderungsventil und
Wartungseinheit von De Limon angebaut
SA 2.187 Spannelemente an verstärkter Wählerwelle
mit tenifergehärteten Kegelrändern ver-
sehen, Kontakt- und Isolierstücke im
Wähler ausgewechselt, Kontaktträger aus-
gewechselt, Drehzapfenlager mit Exzenter-
buchsen versehen, Isolation für die
Durchführungsbolzen zum Stufenwähler ver-
bessert, Zwischenstück mit Ablaßhahn am
Stufenwähler angebaut
SA 9.229 gehärtete Kegelräder am Antriebsgetriebe
angebaut, Lastschalterwelle mit Vierkeil-
welle, Abschirmung und 4 Nockenscheiben
versehen, Schwungmasse nachgearbeitet
SA 9.227 isolierte Halter an den Lichtbogenkammern
angebaut
SA 9.228 gehärtete Hohlwelle am Steuerschaltwerk
angebaut, Nockenschalter Bauart BBC gegen
Bauart Siemens ausgetauscht, Grundplatte
zum besseren Austausch abgeändert, Hub-
magnetlager aus Kunststoff angebaut
17.08.76 AW Opladen SA 1.203
SA 2.210
19.09.80 AW Opladen SA 3.267 Fußnische ausgekleidet
Oberspannungswandlerfuß mit Dichtmasse vergossen,
SAB in Bremsanlage eingebaut
08.10.85 AW Opladen SA 1.253 Stirnwandaufstieg angebaut
SA 3.278 Belüftung für Ölkühler geändert
27.03.92 AW Opladen Innenanstrich neu ausgeführt

Betriebsbögen und Anlagenteil und Aktenstücke:

Am 04.12.1959 Verwiegung im AW München-Freimann:
I II III IV
16,93t 16,92t 16,91t 16,93t

Antworten:

Nachdenkliches zum Nachdenklichen

Soeben habe ich - wie regelmäßig geschehend - das Kölner Schülerforum besucht. Fand ich doch prompt die "Bespannungsnotizen des Prinzen Teil 9", und zwar hier:

Bespannungsnotizen Teil 9

Nun allerdings frage ich mich wirklich...., nein ich frage mich natürlich nicht. Die verrückte Eisenbahn-Fan-Welt zeigt sich abermals von ihrer "allerbesten" Seite. Und es erhebt sich erneut die Frage, welcher Mechanismus hier zur Entfaltung kommt, der eigentlich gestandene Mannsbilder jenseits der 50 (60) dazu bewegt, verbal buchstäblich zu spätpubertären Halbstarken zu mutieren. Nun habe ich mir erklären lassen, dass es bei Briefmarkensammlern und Überraschungs-Ei-Fans nicht anders ausschaut. Ob mich dies beruhigt, ich weiß nicht. Eher nicht. Armes Deutschland.

Der Hauptautor, mit Klarnamen schreibend, also Herr Andreas Knipping meint, ich zitiere: "Wenn ich hätte raten sollen, wer wohl eine Präsentation des historischen Dokuments zum Anlass dafür nehmen würde, im Internet gegen meine Person zu hetzen, dann hätte ich sicher eine Idee gehabt, wer sich diese Mühe machen würde. Inzwischen weiß ich, dass ich mit dieser Idee richtig gelegen hätte. Alle Leser wissen selbstverständlich: ich (sic!) glänze hier nicht mit einem literarischen Produkt, bei dem man mir Fehler der Recherche vorwerfen könnte, sondern ich zeige ganz einfach eine Quelle, für deren Richtigkeit bis zur letzten Ziffer ich selbstverständlich keinerlei Haftung übernehmen kann oder je beansprucht habe. In welcher Weise der Prinz 30 Jahre vor meiner Geburt und 70 Jahre vor Beginn meiner Freundschaft mit ihm seine Aufzeichnungen bei Nacht und Regen produziert hat und sie von irgendwelchen Schmierzetteln oder Notizbüchern in sein Bespannungstagebuch übertragen hat, weiß ich nicht und werde ich auch nicht mehr erfahren. Ein sachgerechter Vorschlag: Hier weiterlesen sollte einfach nur, wer damit irgendetwas anfangen kann. Nicht jeder muss sich dafür interessieren und nicht jeder muss an die Erinnerung glauben, hinter welcher Lokomotive ein inzwischen 14-jähriger (sic!) in der Epoche gerade eben stabilisierter Währung durch Schlesien fährt."


Liebwerther Herr Knipping, nach einem Doppelpunkt schreibt man das erste Wort mit einem Großbuchstaben. Es muss 14-Jähriger heißen. Und zum Glauben geht man in die Kirche. Historiker wissen. Auch fährt der Fahrgast nicht hinter der Lokomotive (her), sondern im Waggon. Der Fahrgast fährt streng genommen gar nicht, er wird gefahren.

Liebwerther Herr Knipping, warum immer diese (theatralischen) Überteibungen? Niemand hetzt gegen Sie. Und ich stelle lediglich fest. Nein, Sie zeigen keine Quelle, Sie zitieren lediglich daraus. Sei es drum. Und verstanden haben Sie - Herr Knipping - meine obigen Ausführungen auch nicht, oder Sie wollten sie bewusst nicht verstehen. Letzteres dürfte aufgrund Ihres Intellektes eher der Fall sein.

Ich habe lediglich dargestellt, wie mit zweierlei Maß gemessen wird. Von mir hätte man sofort Kopienbeweise der Bespannungsnotizen eingefordert. Mir hätte man unverzüglich "Fälschung und Erfindung" vorgeworfen und zwar a) anhand der nicht stimmigen Lokomotivnummern und b) aufgrund der keinesfalls stimmigen Bw-Bezeichnungen Leipzig-West und Halle-P bzw. Görlitz.

Bemerkenswert, wie dem Hauptautor sofort "Scherri" zur Seite springt. Neinnein, die Bw-Bezeichnungen sind doch gar nicht wichtig, jeder weiß ja was gemeint ist.... Ich zitiere Scherri: "Das es den einen oder anderen stört, dass der Prinz als Bw kurz Leipzig-W notiert hat? Jedenfalls wird das Bw Leipzig W in den Aktenvorgängen zum elektrischen Betrieb der damaligen Zeit auch so genannt, manchmal einfach nur Bw Leipzig - es gab dort ja nur eins für Ellok. Komplizierte Nennungen wie Bw Leipzig Hpt.Bhf West I oder Bw Leipzig Haupt-Bhf. West habe ich bisher nicht gefunden, auch wenn das ggf. amtlich so hieß." Na lieber Scherri, die Aktenvorgänge möchte ich gern mal sehen. Vielleicht würden auch schon die Aktenzeichen und Archive genügen. Komplizierte Nennungen nicht gefunden.... Na, dies scheint wohl eher daran zu liegen, die damaligen Rbd-Archive Halle, Magdeburg und andere nie persönlich aufgesucht zu haben.

Lieber T.S. (Scherri): Der elektrische Betrieb in Deutschland, insbesondere bei den Rbd Halle, Magdeburg und Breslau litt 1922-1928 nicht am Mangel elektrischer Lokomotiven. Er befand sich schlichtweg damals noch immer in einem Erprobungsstadium und war so gestaltet, jederzeit durch reinen Dampfbetrieb ersetzt werden zu können. Man betrat an vielen Stellen gleichzeitig technisches Neuland. Erst 1924 endeten Inflation und Nachkriegszeit. Und erst jetzt war es uneingeschränkt möglich, auf die (leidigen) Ersatzbaustoffe der Kriegs- und Nachkriegszeit vollständig zu verzichten.

Und wieder sprangen die Autoren an wie der berühmte Hund auf die ebenso berühmte Wurst. Es wird mit zweierlei Maß gemessen. So und nicht anders. Dies war mir wichtig herauszuarbeiten.

von Ulrich Walluhn - am 08.05.2015 10:36
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