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Eisenbahnforum Ulrich Walluhn
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Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Ulrich Walluhn

Die alte Betriebswerkstatt Erfurt

Startbeitrag von Ulrich Walluhn am 25.06.2015 15:12

Ein seltenes Foto aus dem Jahre 1890 (Bildurheber unbekannt) zeigt als einzige mir überhaupt bekannte Aufnahme die alte Betriebswerkstatt der Thüringischen Eisenbahn mit dem zum 01.05.1874 eröffneten und später erweiteren Ringlokschuppen. Dieser hat am Ende seines Daseins 28 Lokstände. Wir erkennen auf dem Foto die beiden Schuppengiebelwände, es ist ein Halbrundschuppen typisch preußischer Bauart. Die auch erkennbare mittlere Trennwand steht heute noch, nur muss man wissen wo. Der Schuppen wurde 1890 beginnend abgebrochen und im späteren Bahnbetriebswerk Erfurt-P an der Weimarischen Straße wieder aufgebaut. Die sparsamen Preußen! Das Dach fehlt bereits. Wir sehen in das Schuppeninnere und die dort abgestellten Lokomotiven. Darunter rechts eine ältere Cn2-Güterzuglok der Thüringischen Bahn mit hoch überhöhter Stehkesseldecke. Das Gebäude ganz rechts am Rande auf Höhe des Lokschuppens steht heute noch (Herrenbreitengasse). Der Schuppen selbst befindet sich an der sogenannten Karthause (das Gelände diente nach 1920 lange Zeit als Signal- und Fernmeldewerk SFW Erfurt). Vor dem Schuppen erkennen wir die ersten Erdaufschüttungen zur Hochlage des Hauptpersonenbahnhofes. Davor wiederum der bereits hergestellte Umfluth-Graben (Flutgraben). Ebenfalls ganz rechts im Bild die Löberstraße stadteinwärts.

Der Fotograf befindet sich in Höhe der späteren Schillerstraße. Im Bildvordergrund die spätere Parkanlage zwischen Löber- und Puschkinstraße. In Bildmitte hinten sehen wir das Erfurter Wahrzeichen: Mariendom und Sankt Severi Kirche. Ganz rechts hinten das alte Erfurter Gasmometer (hier stehen heute die berühmt-berüchtigten Hochhäuser am südlichen Juri-Gagarin-Ring).


Am 01.10.1894 eröffnet die neue Betriebswerkstatt Erfurt an der Weimarischen Straße, und die Anlagen an der Karthause sind Vergangenheit.

Heute erinnert überhaupt nichts mehr an die einstigen Bauwerke und ihr Umfeld. Das gesamte Stadtbild ist völlig verändert. Und wer weiß denn heute noch, dass einst an der Löberstraße, der Karthause ein großer Dampflokschuppen stand?

Ich will in einigen Monaten versuchen, dieses Foto in einem neuen Eisenbahngemälde einzuarbeiten.

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