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Eisenbahnforum Ulrich Walluhn
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Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 11 Monaten
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Ulrich Walluhn

Mein drittes neues Eisenbahnbild

Startbeitrag von Ulrich Walluhn am 30.06.2015 15:42

Mein drittes erst gestern vollendetes Eisenbahnbild zeigt die G7-Verbundlok ERFURT 4668 der Betriebswerkstatt Erfurt kurz vor dem Ausgang aus erster äußerer Untersuchung am 02.08.1909, also Ende Juli 1909 in der Hauptwerkstatt Erfurt. Dahinter sehen wir angedeutet Lok ERFURT 4666 der Betriebswerkstatt Weißenfels (Ausgang aus erster äußerer Untersuchung am 12.08.1909) bei Ausführung des Standprüfverfahrens. Alle Zylinderhähne sind voll geöffnet, der Dampf strömt mit Kesseldruck ab.





Lok ERFURT 4668 ist im November 1906 von Ferdinand Schichau in Elbing unter Fabriknummer 1511 geliefert. Sie steht zunächst kurz der Betriebswerkstatt Artern (vermutlich für die Strecke Artern-Reinsdorf-Karsdorf-Naumburg) zur Verfügung, gelangt jedoch schon bald nach Erfurt. Hier ist sie im Frühjahr 1909 Vergleichslok zur ERFURT 4417 mit Brotan-Röhrenkessel. Am 30.08.1914 rückt die Lok in den Kriegsdienst ein und steht nun der Heeresbahnverwaltung West zur Verfügung. 1915 ist sie wieder in der Heimat-Direktion, jetzt bei der Betriebswerkstatt Gerstungen. 1918 schließlich finden wir die Verbundlok in Meiningen und anschließend im Bereich der Militär-Eisenbahn-Direktion 5. Nach Kriegsende verbleibt sie in Litauen, gelangt schließlich zur Eisenbahndirektion Königsberg und 1923 zum Bw Memel. Noch im gleichen Jahr wird die nach Polen abgegeben (die Gründe sind unklar). Spätestens 1928 zeichnet man sie hier in Tp 2-143 um. 1939 schließlich gelangt sie kriegsbedingt erneut in deutsche Hände und wird später zu 55 763 in zweiter Nummernbesetzung. 1945 steht die Lok bei der Rbd Danzig und wird alsbald von den sowjetischen Truppen beschlagnahmt und nach Osten abgefahren. Später erscheint sie in sowjetischen Beständen als TP-763. Und da hier noch längst nicht alle Erkentnisse aufgearbeitet sind, kann es sein, dass ich mit Daten aus dieser Zeit später ergänzen kann. Das polnische und deutsche Betriebsbuch ist leider nicht bekannt.

Bauartänderungen zur ERFURT 4668 sind in den bekannten Akten nur wenige nachgewiesen. Wir finden sie wie immer im "Lebenslauf".

Insgesamt betrachtet haben wir eine Lok, die große Geschichte miterlebt hat, mehrmals unruhige Zeiten und insgesamt 5 (!) Besitzerwechsel. Außer diesem Gemälde in Größe A4 ist nichts von ihr überliefert. Das Bild entstand zwischen dem 23. und 28.Juni 2015.

Von der Königlichen Hauptwerkstatt Erfurt sehen wir ganz links einen Teil des ersten Bauwerkes von 1846/47. Die Wand mit den Rundbögen steht noch heute als Ruine an dieser Stelle. In der Mitte die am Ende des Zweiten Weltkrieges zerbombten Aufarbeitungswerkstätten mit Dreherei und Gelbgießerei. Ganz hinten rechts die sogenannte große Richthalle mit nachträglich angehobenem Dach, innenliegender Schiebebühne und leistungsfähigem Portalkran zum Heben der Fahrwerke und Kessel. Vorn im Bild eine einfache Kreuzungsweiche, deren Reste noch heute im Boden liegen. Auch die große Richthalle hat die Zeiten überdauert und war zuletzt Bestandteil des Bahnpostamtes. Das Gebäude steht seit über 20 Jahren leer und ist in beklagenswertem Zustand. Wie lange alles noch ruinenhaft erhalten sein wird, steht in den Sternen. Eine vollständige neue Bebauung des gesamten Areals ist angedacht. Spätestens dann wird nichts mehr an die Königliche Hauptwerkstatt Erfurt mit ihren einst über 100 Ausbesserungsständen für Lokomotiven erinnern.

Der Zeichner des Bildes steht symbolisch am Fuße der Auffahrrampe zum hochgelegten Hauptpersonenbahnhof. In seinem Rücken befindet sich die (neue) Kesselschmiede, die in Kürze Bestandteil eines weiteren Bildes sein wird.




Erf 4668 ...11.06 Anlieferung (AI 360) für 61.520,- RM (Schichau 1906/1511)
55 763 II. ........ Abnahme
Geliefert mit Dampfbremse und einfacher Handbremse am Tender.
neu Bw Artern
03.06.07 Bw Erfurt
01.07.07 Bw Erfurt
10.08.08 MI Erfurt
01.03.09 - ...04.09 Bw Erfurt Vergleichslok zu 4417 Brotan
........ - 14.06.09 Bw Erfurt
15.06.09 - 02.08.09 WI Erfurt Ä.U. (Vfg.No.6320/09)*)
03.08.09 - ........ Bw Erfurt
16.09.09 Bw Erfurt
24.06.10 - 04.10.10 WA Erfurt allg. und Unfallausbesserung
05.10.10 - ........ Bw Erfurt
30.10.10 Bw Erfurt
08.02.11 Bw Erfurt
22.08.11 Bw Erfurt
01.07.12 Bw Erfurt
05.03.12 - 06.06.12 WA Erfurt I.U. EK 686A (Vfg.No...../12)**)
07.06.12 - ........ Bw Erfurt
30.11.12 Bw Erfurt
........ - 17.01.13 WA Erfurt allg.Ausbesserung (Vfg.No.251/13)
25.01.13 - ........ Bw Erfurt
28.03.13 Bw Erfurt
20.04.14 Bw Erfurt
01.07.14 Bw Erfurt
17.07.14 Bw Erfurt
30.08.14 - ........ KED Saarbrücken Reserve für Heeresverwaltung
02.03.15 Heeresbahnverwaltung West
17.03.15 Heeresbahnverwaltung West
30.04.15 Heeresbahnverwaltung
03.07.15 Heeresbahnverwaltung
28.10.15 Bw Gerstungen im WA Meiningen
........ - 17.12.15 WA Meiningen Ä.U.
18.12.15 - ........ Bw Gerstungen
01.04.16 Bw Gerstungen
10.04.16 Bw Gerstungen
01.07.16 Bw Gerstungen
10.02.17 Bw Gerstungen
01.09.17 Bw Gerstungen
21.12.17 MA Eisenach
........ - 22.11.18 WA Meiningen I.U. (Vfg.No.3147/18)
26.11.18 - ........ Bw Meiningen
12.18 Bw Meiningen
08.01.19 Bw Meiningen
01.04.19 an MED 5 verliehen
15.04.20 Bw Erfurt verliehen an Litauen
01.08.20 MA Erfurt verliehen an Litauen
........ - 16.02.21 WA Königsberg Ä.U. (Vfg.No.1837/21)
28.02.21 - ........ Bw Wilna
01.07.21 MA Erfurt verliehen an Litauen
30.07.21 an Litauen verliehen
01.02.23 ED Königsberg
01.04.23 ED Königsberg
08.08.23 Bw Memel an Litauen
23 an Polen, später PKP Tp 2-143
*) Fußtritte unterhalb der Laternen angebaut (VI.D.11012 vom 06.07.1907),
Versetzen der Kopflaternen außerhalb des Öffnungsbereiches der Rauchkammertür
(VI.D.11012 vom 06.07.1907),
Verstärkung der Exzenter- und Schieberschubstangen (VI.D.11012 vom 06.07.1907)
**) an beiden Längsseiten des Stehkessels äußere Reihe der Deckenanker auf 30 mm Durchmesser verstärkt
(VI.D.1937 vom 03.03.1911)

Antworten:

Mein drittes neues Eisenbahnbild nochmals überarbeitet

Ich habe des dritte Eisenbahnbild nochmals überarbeitet, weil ich schlicht einige Details vergessen hatte. Dem vorausgegangen war vor einigen Tagen eine nochmalige Besichtigung vor Ort. Ich konnte eine Zaunlücke nutzen, um auf das seit Jahren versperrte Gelände zu gelangen und auch die Rückseite der östlichen Richthalle nochmals intensiv inspizieren. Die Oberlichter dieser Richthalle bestanden natürlich nicht aus einer Glasscheibe, sondern aus einzelnen kleinen Gläsern in Metallrahmen. Auch waren die Wände des mittleren alten Hufeisengebäudes nicht verputzt, sondern sie bestanden aus blanken unverputzten Klinkersteinen. Nun hat das Bild seine endgültige Form erhalten.





von Ulrich Walluhn - am 22.07.2015 14:10
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