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Zimmerpflanzendoktor Forum
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Fips, Saskia

Selbstgezogene Keimlinge sterben ab

Startbeitrag von Fips am 03.04.2002 11:13

Neuerdings bin ich ein bisschen experimentierfreudig und ich hab versucht, selber Pflanzen auszusäen bzw. Balkonblumen erst mal im Zimmer vorzuziehen. Ich hab dies extra in Torftöpfchen versucht, weil ich Angst vor dem Pikieren hatte. Gekeimt haben die Samen bis jetzt auch brav, nur sterben sie mir immer wieder ab, sobald sie die ersten Keimblätter bzw. das nächste Blätterpaar haben. Die Bei den für den Topf bestimmten niedrigen Sonnenblumen ist zuerst das 2. Blattpaar aufgegangen, danach ist das erste gelb geworden und knapp die Hälfte der Pflanzen ist abgestorben. Ich hab versucht, Husarenknöpfe (Zwergsonnenblumen) auszusäen, die jetzt nur ganz dünne, feine Triebe mit etwa 3 Blattpaaren haben und kaum noch wachsen. Quasi über Nacht sind in einem der 3 Torftöpfchen alle Triebe verwelkt. Bei den Passionsblumen hat es erst mal fast 6 Wochen gedauert, bis sie überhaupt gekeimt haben, da aber nur die Samen in einem von 3 Töpfchen mit je 3 oder 4 Samen. Umso größer war die Freude, als sich die Triebe dann wirklich schön entwickelt haben - bis sie eben wieder ca. 5 cm groß waren. Innerhalb eines halben Tages waren wieder 2 der 4 Triebe welk und haben sich nicht mehr erholt. Mache ich etwas falsch oder habe ich einfach kein Händchen für sowas???
Die einzigen Keimlinge, die bis jetzt noch nicht abgestorben sind, sind die von einer Sonnenblumenart, die bis zu 2 Meter hoch werden sollte. Jetzt sind sie etwa 15 cm hoch, haben sich aber bei einer Höhe von etwa 7 - 8 cm schon hingelegt und stehen einfach nicht. Bei so dünnen Stielen (ca. 2 mm dick) hat Aufbinden wohl auch keinen Sinn. Wie soll ich die jemals auspflanzen, wenn sie jetzt schon zu schwach sind, ihr eigenes Gewicht zu tragen???
Hat jemand Erfahrung mit der Anzucht aus Samen???

Antworten:

Hallo Fips!
Ferndiagnosen bei Keimlingen sind schon schwer...aber probieren wir's einfach aus: Welche Erde hast Du benutzt und wo stehen die Torftöpfe? Hast Du ihnen denn ein wachstumsfreudiges Klima geschaffen? Hast Du sie in einem Mini-Glashaus stehen oder wenigstens in durchsichtige Plastiktüten eingehüllt um die Luftfeuchtigkeit und Wärme zu erhalten? Und wann hast Du sie gesät?

Ich habe letztes Jahr Irisches Klee auf Moos gezogen. War eine Heidenarbeit hat auch prima funktioniert, nur mußte ich sie nach draußen in den Garten setzen, weil sie eine derartige Luftfeuchtigkeit brauchten, die ich im Zimmer nicht hinbekommen konnte. Also ich würde Dir raten, nur Pflanzen zu säen, die für's Zimmer geeignet sind. Der Zeitpunkt ist ebenfalls extrem wichtig. Und viel Luftfeuchtigkeit!!!

Falls Du nen Garten hast, kannst Du versuchen die Sonnenblumen rauszupflanzen, obwohl es wahrscheinlich noch ein bisschen zu früh sein könnte ( kommt auf die Sorte an, weiß ich leider nicht auswendig ). Auf dem Balkon überleben die ebenfalls ( Meine Oma hat jedes Jahr welche auf ihrem ). Ich würde sie in jedem Falle aus den Torftöpfen heraus in größere Töpfe pflanzen. Und stützen kannst Du sie trotz ihrer dürren Stengel. Einfach mit einem leichten Baumwollfaden an einen Holzstab binden. Oder Du besorgst Dir diese ineinander zu steckenden Abstützstäbe. Die helfen in jedem Fall!!!

Noch Fragen?

Ich bin überzeugt, daß es an der Luftfeuchtigkeit und/oder fehlenden Wärme liegt. Du schaffst das schon! Hab etwas Geduld und probiere es auch weiterhin! Nur Mut!

Liebe Grüße

Saskia.

von Saskia - am 03.04.2002 17:28
Hallo Saskia!
Also die Töpfchen standen jetzt schon an mehreren Orten, als es noch kühler war direkt auf dem Fensterbrett im Erker (Südwestfenster), dann auf dem Tisch im Erker (ca. 1 m vom Fenster weg), jetzt am Boden vor der Balkontüre, auch ca. 1 m von der Balkontüre weg. Ich hab normale Einheitserde genommen, allerdings vorgedüngte, mit der ich aber sonst relativ gute Erfahrungen gemacht habe. Abgedeckt habe ich sie nicht, weil ich das schon öfters versucht habe und mir jedes Mal die Erde verschimmelt ist. Eines der ersten Torftöpfchen habe ich nach etwa 4 Wochen in ein Mini-Gewächshaus gestellt, allerdings kein professionelles, sondern eines ohne Boden vom Flohmarkt, das ich auf Karton gestellt habe, dort haben dann auch genau diese Samen gekeimt. Daraufhin habe ich die anderen beiden Töpfchen auch hineingestellt, mit denen ist bis heute noch nichts passiert (ca. 8 Wochen, davon etwa 4 im Mini-Gewächshaus). Als die ersten Passionsblumen gekeimt haben, hatte ich allerdings das Gefühl, dass die Triebe trotz größerer Luftzufuhr fast verwelken und hab das Töpfchen herausgestellt, diesmal an ein Süd-Ost-Fenster, an dem ich immer gute Erfahrungen gemacht habe. Und dort sind dann 2 der 4 Triebe verwelkt.
Weil eben von den Passionsblumen nur ein paar einzelne gekeimt haben und sie scheinbar gleichmäßig warme und feuchte Bedingungen haben sollten, hab ich diese in einem Plastik-Lasagne-Behälter neu angesät, diesmal das Substrat wirklich nur leicht besprüht, Frischhaltefolie mit Löchern darübergemacht und die Schale auf den Fußboden (leicht warmer Parkett durch Fußbodenheizung) gestellt. Das Klima dürfte passen, das Substrat bleibt ständig feucht und es bildet sich Kondenswasser. Das hat fast 2 Wochen funktioniert, bis sich über Nacht wieder eine Schimmelschicht gebildet hat.
Gesät habe ich glaub ich Mitte Februar, die Sonnenblumen Mitte März, beide Male bei zunehmendem und aufsteigendem Mond, außerdem noch beim Zeichen Zwilling für Blüte - weil halt gerade alles gepasst hat. Daran darf es also nicht mehr liegen. Die Luftfeuchtigkeit lag in den ersten Wochen eher sogar über 55%, jetzt wo es wärmer ist und ich das Fenster öfters offen habe zwischen 50 und 55%.
Die Sonnenblumen wollte ich eigentlich nur deshalb vorziehen, damit sie wenigstens eine kleine Chance gegen die Schnecken haben, die bei mir in Massen vorkommen. Wenn ich sie jetzt auspflanze, gebe ich ihnen überhaupt keine Chance, zumal auch die Nächte immer noch sehr kühl sind (um die 0°C). Aber ich werde versuchen, sie aufzubinden.
Übrigens hab ich auch noch eine gute Nachricht, die Kapuzinerkresse, die ich gesät habe, sieht ziemlich gesund aus und wächst sogar. Vielleicht geb ich ja doch noch nicht alles auf.
Lg
Fips

von Fips - am 04.04.2002 10:46
Hallo Fips!
Bezüglich der Keimlinge würde ich sagen, daß Du sie eventuell zu früh ausgesät hast und sie nicht warm genug standen. Klar, Fußbodenheizung ist schon warm, aber die warme Luft steigt ja auf und man sollte die Kraft der Sonnenstarhlen im Frühjahr nicht unterschätzen, sie erwärmt die Erde schon ziemlich stark. Und den Standort würde ich nicht verändern, denn die Lichtverhältnisse können sehr unterschiedlich sein, auch wenn sie für unser Auge nicht so direkt wahrnehmbar sind. Der Erker hört sich doch eigentlich ganz gut an.
Abdecken ist sehr wichtig!!! Wenn die Pflänzchen groß genug sind, kannst Du sie ja wieder entfernen. Aber das hast Du ja getan. Zumindest bei den Passionsblumen. Wahrscheinlich war es denen dann zu kalt und deswegen haben sie mit Blattwurf reagiert.

Bezüglich des Schimmels würde ich einfach auf zuviel Feuchte bei zu wenig Wärme tippen. Ansonsten weiß ich auch nicht. Ich hatte nie Schimmel auf der Erde. Kenne das nur von Freunden. Vielleicht fragst Du nochmal separat im Forum...
Das mit dem Mond finde ich prima, daß Du darauf achtest. Ich lasse mir z.B. nur bei Löwe-Mond die Haare schneiden...

Du hast doch eigentlich nen Garten, oder? Dann kannst Du Dir ja ein kleines Frübeet bauen. Da kommen dann auch keine Schnecken rein. Und gegen Schnecken habe ich schon viel von Hausmitteln gehört. Die kann man nämlich einsammeln und dann in Nachbars Garten...äh...besser nicht. Aber wenn Du mal im Netz mittels Suchmaschine nach Schneckenbekämpfung suchst, solltest Du schon fündig werden.

Also Kopf hoch und weiterkämpfen.

Alles Gute

Saskia.

von Saskia - am 04.04.2002 17:26

Mein Garten

Hallo Saskia!
Ja, einen Garten hab ich schon, der ist sogar riesig, aber da hab ich erst mal mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Ich hab mein Haus erst im letzten Sommer gekauft, und der Vorbesitzer hat den Garten etwa 6 Jahre lang verwildern lassen. Im letzten Jahr hat mein Vater erst mal die gröbsten Arbeiten erledigt, d.h. das über 1 m hohe Unkraut (Brennesseln, wilde Himbeeren, Efeu, wilde Sträucher und was weiß ich noch was sonst), das die anderen Pflanzen schon teilweise erstickt hat, auszureißen und einige viel zu hohe Bäume, die scheinbar beim Hausbau ohne Rücksicht auf die spätere Größe viel zu dicht gepflanzt wurden, zu fällen. Zumindest sieht der Garten jetzt wenigstens teilweise zivilisiert oder sagen wir wenigstens übersichtlicher aus. Ich hab dann im Herbst noch ein paar Pflanzen gesetzt und drücke die Daumen, dass in diesem kalten Winter nicht alles erfroren ist. Das wird sich dann demnächst zeigen. Das nächste Problem ist immer noch das Unkraut, das natürlich schon wieder nachkommt, ich hab auch schon angefangen, es mit der Wurzel zu entfernen, aber dafür bräuchte ich wahrscheinlich den ganzen Sommer (brauche so etwa 2 Stunden für einen m², wenn ich es gründlich mache). Wenn man aber nur am Wochenende Zeit hat (ich bin leider nicht nur Hausfrau, sondern arbeite ganztägig), da auch noch auf schönes Wetter angewiesen ist, die Hitze im Sommer aber nicht gut verträgt und ziemliche Rückenprobleme hat, ist es schon mal fast unmöglich. Das nächste Problem sind die Schnecken, die in dieser Gegend überhaupt sehr zahlreich sind, aber das werd ich ja heuer sehen sehen. Aber um die 2 mal täglich abzusammeln, fehlt mir wirklich die Zeit. Meine eigenen Erdbeeren hab ich jedenfalls aufgegeben. Das vermutlich größte Problem ist aber der Boden, denn mein Haus liegt an einem relativ steilen und sehr nassen Hang. Der Boden ist daher völlig lehmig. Die Humusschicht ist nur etwa 5 cm dick, darunter kommt so dichter und schwerer Lehm, dass man kaum mit einem Spaten durchkommt. Also keine Arbeit für eine (relativ schmächtige und untrainierte) Frau. Nur die kleine Rasenfläche (ca. 30 - 40 m²) ist eben, allerdings total moosig, weil das Wasser durch die Lehmschicht nicht ablaufen kann. Mein Vater hat ein ca. 50 cm tiefes Loch gegraben, um zu sehen, wie lange es dauert, bis das Wasser abläuft. Nach einem Regen ist das Loch jedenfalls 2 Tage lang komplett voll, halten tut es sich über 1 Woche!!! Eine Drainage wäre die einzige Möglichkeit, da müsste aber alles von Hand gemacht werden bzw. der Schotter eimerweise über eine schmale Gartentreppe hochgetragen werden, weil die Lage für Baumaschinen nicht zugänglich ist. Ich kann das jedenfalls nicht und meinem 70-jährigen Vater kann ich das auch nicht zumuten. Abgesehen davon fehlt mir dafür momentan auch das Geld. Als Sofortmaßnahme werde ich es demnächst mit vertikutieren versuchen, um wenigstens den Rasen wieder ein bisschen in Schuss zu bekommen, und diese Prozedur dann eventuell 2 mal jährlich wiederholen. Mal sehen, was das bringt.
Du siehst, bevor ich hier richtig ans "gärtnern" denken kann, ist erst mal noch einiges zu tun, dieser Garten ist echt eine Lebensaufgabe. Heuer begnüge ich mich mit dem einfachen, ich werd auf einem kleinen Stück Rasen an der Grundgrenze, das sich zum Mähen nicht rentiert, eine Schmetterlingswiese ansäen und ein kleines Beet vor der Haustüre jäten und in Schuss bringen. Außerdem werde ich mitten in den Rasen ein paar Tulpenzwiebeln pflanzen, das sieht super aus, wenn die wie zufällig als Inseln mitten in einer Wiese kommen. Ein paar Lilienzwiebeln hab ich schon gepflanzt, ich werd dann noch versuchen, Ringelblumen, Kapuzinerkresse und vielleicht Ziergräser direkt auszusäen (falls ich es schaffe, an den vorgesehenen Stellen das Unkraut noch vor dem Herbst zu entfernen "g"). Aber ich denke, viel mehr ist heuer nicht drin. Zumal ich auch noch gar nicht weiß, welche versteckten Pflanzen da noch kommen, ich kenne den Garten ja erst seit dem Sommer...
Ja, und ein Problem hab ich noch völlig außer Acht gelassen: Ich hab leider noch keine 10-jährige Pflanzen-Erfahrung, sondern hab mir meine allererste Zimmerpflanze erst letzten Sommer kurz nach meinem Einzug gekauft. Vom Garten reden wir gleich gar nicht. Es wird also schon noch seine Zeit dauern, bis ich richtig was zustande bringe oder mich an größere Projekte wie ein Frühbeet oder eigenes Gemüse wage, aber dafür hab ich meine Freude mit Pflanzen endteckt und mache zumindest im Zimmer schon Fortschritte (wenn ich dich auch immer wieder um Rat fragen muss). Mein Ziel ist momentan, einen relativ pflegeleichten Garten aufzubauen, vorwiegend mit winterharten Stauden, aber doch auch ein paar schönen Sommerblumen. Mal sehen, was daraus wird und wieviele Jahre das dauert.
Liebe Grüße,
Fips

von Fips - am 05.04.2002 08:48

Re: Mein Garten

Hallo Du Fleißige!
Aus dem Garten kann man doch prima was machen! Ich habe leider keinen und bisher nur etwas Gemüse und Wildblumen Erfahrung von dem Garten meines Vaters. Ich würde Dir ja gerne helfen ( ich mag es, im Garten zu arbeiten ) aber ich glaube nicht, Daß Du in Köln wohnst, oder?
Ich habe mal gelesen und auch von einem Experten im Fernsehen gehört, daß es günstig ist, im Garten ein Stück "wild" zu lassen. Dadurch kann man nützliche Insekten und auch Vögel anlocken. Und auch Schmetterlinge!
Leider kann ich Dir zu Deinem Garten nicht weiterhelfen, aber ich habe noch ein paar andere Webseiten zum Thema Garten gefunden. Wenn Du magst, kannst Du ja mal reinschauen:
[www.mein-schoener-garten.de]
[www.gartenhomepage.de]
[www.gartenfreunde.de]
[www.gartenwelt-natur.de]

Denn dieses Forum hier ist ja hauptsächlich für Zimmerpflanzen gedacht und auf dem Gebiet wirklich spitze.

Also weiterhin viel Glück und bis bald!

Saskia.

von Saskia - am 07.04.2002 13:42

Re: Mein Garten

Hallo Saskia!
Danke für das Angebot, aber von Köln bis Österreich für ein paar Stunden Gartenarbeit ist es doch ein bisschen weit.
"Wild" ist übrigens bei meinem Garten sehr zutreffend. Immerhin habe ich (bzw. mein Vater) es geschafft, dass man jetzt nicht mehr Urwald dazu sagen kann. Aber Wildnis trifft immer noch zu. Und lockt nicht nur Schmetterlinge, sondern auch tausende Spinnen an... aber das Thema hatten wir ja schon mal.

von Fips - am 08.04.2002 10:55
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