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Informationen zum Thema:
Forum:
Zimmerpflanzendoktor Forum
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren
Beteiligte Autoren:
Saskia, Holger

Ist mein Oleander noch zu retten?

Startbeitrag von Holger am 21.05.2003 13:49

Hallöchen zusammen,
ich habe letztes Jahr einen etwa 60 cm hohen selbstgezogenen Oleander geschenkt bekommen. Damals sah er auch noch kerngesund aus und hat auch schön geblüht. Doch die Überwinterung scheint er irgendwie nicht vertragen zu haben. Jedenfalls sind sämtliche unteren Blätter abgefallen, so daß nur noch die Spitzen grün geblieben sind. Doch es kommt noch schlimmer: Kurz nachdem ich ihn rausgestellt hatte, wurde der Arme auch noch von Spinnmilben befallen, die ihm schwer zugesetzt haben. Die Milben sind zwar erfolgreich bekämpft worden, doch nun hat sich ein häßlicher Rußtau auf den Blättern und Stielen breit gemacht, der sich auch nicht mehr abwaschen läßt. Alles in allem sieht der Oleander mittlerweile übel zugerichtet aus: Drei absolut kahle lange Haupttriebe und nur sehr wenige völlig schwarze Blätter an den Spitzen (etwa 9 Spitzen). Leider sind auch die Triebe völlig schwarz und ungesund verbogen und es sieht nicht gerade danach aus, als würde er sich erholen. Auch kommen keine neuen Ansätze von den großen Hauptstämmen.
Kann ich meinen Oleander noch irgendwie retten? Würde es helfen bzw. ist es überhaupt möglich, ihn quasi restlos runterzuschneiden, auch wenn dann keine Blätter mehr vorhanden wären? Ich frage deshalb nach dem Schneiden, weil das den positiven Nebeneffekt hätte, den Oleander wieder buschiger zu bekommen (ein Hochstämmchen war von mir nämlich nicht beabsichtigt und danach sieht er momentan aus).
Ich würde mich jedenfalls sehr freuen, wenn mir jemand helfen könnte.
Viele Grüße,
Holger

Antworten:

Hallo Holger!
Ich würde das Zurückschneiden probieren. Du hast ja nichts zu verlieren und in meiner Literatur stand "..gelegentlich kräftig zurückschneiden." Am besten alles, was schwaz ist, entfernen. Aber bitte sei vorsichtig, die Pflanze ist giftig. Hast Du die Wurzeln schon kontrolliert? Sie liebt zwar Wasser im Untersetzer im Sommer, aber ich weiß nicht, ob sie kalte Füße verträgt. Und im Winter kannst Du sie hell, luftig und frostfrei stellen und weniger gießen.
Der Rußtau kommt wahrscheinlich vom Spinnmilbenbekämpfungsmittel. Was hast Du denn benutzt? Ich würde bei Schädlingen eher zu Alternativen greifen. Es bekommt der Pflanze wesentlich besser und verstopft die Blattporen nicht.

LG

Saskia.

von Saskia - am 21.05.2003 22:51
Hallo Saskia,
erstmal danke für Deine Antwort.
Gespritzt habe ich mit "Celaflor Pflanzenspray Hortex Neu" (Wirkstoffe: 0,2% Natur-Pyrethrum (25%ig); 0,15% Piperonylbutoxid (als Ölformulierung)). Das hatte ich vorher schon einmal bei meinem blattlausbefallenen Geißblatt benutzt, der das Mittel bestens vertragen hat (aber das hat wahrscheinlich wenig zu sagen). Die Wurzeln scheinen meines Erachtens in Ordnung zu sein. Ich habe ihn im April umgetopft und da sahen die Wurzeln gut aus.
Zum Schneiden: Macht es einen Unterschied, ob ich nur die schwarzen Spitzen abschneide oder ob ich den Schnitt gleich ganz unten ansetze? Wenn ich nämlich nur die Spitzen abschneide und er tatsächlich wieder kommen sollte, würde er trotzdem etwas hmm sagen wir kläglich aussehen (ein paar Triebe an über 50cm langen komplett kahlen Haupttrieben). Treibt ein gesunder Oleander eigentlich auch ohne Schnitt von unten aus den Hauptstämmen aus oder bildet sogar ganz neue Haupttriebe?
Grüße,
Holger

von Holger - am 22.05.2003 08:03
Lieber Holger,
ich bin leider kein Oleanderexperte, da ich mich mehr mit Zimmerpflanzen beschäftige. Solange Du nichts Fauliges am Wurzelballen riechst und die Stengel nicht weich sind, ist erst einmal alles okay. Es lag wahrscheinlich am eingesetztem Gift. Ich würde bei Schädlingsbefall auf Schädlingsfrei Naturen von Celaflor zurückgreifen. Gegen Spinnmilben hilft z.B. auch regelmäßiges Abduschen und einwöchiges Eintüten. Hier im Forum gibt's dazu eine Menge Tipps. Einfach mal danach suchen oder direkt per Eintrag nachfragen. Wir sind eigentlich alle sehr hilfsbereit.:-)

Nach meiner Erfahrung kannst Du das Zurückschneiden nach Gutdünken machen. Dabei unbedingt auf Hygiene achten (ich übergieße meine Gartenschere vor und nach Gebrauch immer mit kochendem Wasser und lasse sie dann abkühlen. So werden keine Bakterien übertragen. Das ist z.B. bei faulen Pflanzenteilen sehr wichtig.) und falls die Pflanze "blutet" kannst Du sie mit Holzkohlepulver verarzten. Man schneidet übrigens am besten ca. wenige Milimeter über einem Blattansatz schräg von ihm ab, wo sich ein sogenanntes schlafendes Auge (=Triebknospe) befindet. Wenn die Stengel grün sind, dürften sie ohne Probleme neu austreiben, obwohl es für einen Rückschnitt schon ein bißchen spät ist. Das sollte man normalerweise im März tun. Aber ich würde es jetzt trotzdem so schnell wie möglich machen. Am besten schneidest Du jeden Stengel über dem von der Wurzel aus ersten Auge ab. Wichtig ist, dass Du im grünen Teil bleibst und nicht im holzigen Bereich abschneidest. Wieviel Du abschneidest liegt an Dir. Ob die Pflanze wieder austreibt kann ich zwar nicht versprechen, aber ich drücke beide Daumen und versuchen lohnt sich.

LG & viel Erfolg
Saskia.

von Saskia - am 23.05.2003 22:06
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