Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Zimmerpflanzendoktor Forum
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
markus, Saskia, Heike

elefantenbaum stirbt

Startbeitrag von markus am 09.03.2004 10:14

hi leute!
ich hab vor 3 jahren einen elefantenbaum (8 Jahre, wunderschön) geschenkt bekommen. kurz darauf hatte er wolläuse die ich nur mühsam wegbekam und die pflanz sehr schwächte. er verlor bis auf 2 triebe nach und nach alle blätter, sie gingen einfach aus, obwohl sie noch grün waren. ich glaubte schon er hat sich erholt, als das ausgehen sich einstellte, aber gestern bemerkte ich wie die blätter sich rot verfärbten und als ich am stamm kratzte musste ich feststellen das er unter der obersten schicht zu faulen beginnt. an manchen stellen ist ein weiß flauschiger saum, an andere stellen sind richtig faulig
ich glaub nicht das ich ihn zuviel gegossen habe, außerdem hab ich unten im topf steine als drainage eingelegt.

gibts da noch eine chance, wenn ja bitte welche!

Antworten:

Hallo Markus,
leider bedeutet Fäule immer, dass zuviel gegossen wurde. Der Elefantenfuss kann auch mal ohne Wasser auskommen, da er sehr viel in seinem dicken Stamm gespeichert hat. Die Erde kann also ruhig mal richtig trocken werden. Und wenn er idealerweise sonnig steht, trocknet die Sonne auch schon mal die Erde aus, womit er sehr gut zurechtkommt. :-)
Da sich die Fäulnisbakterien rasend schnell ausbreiten und die gesamte Pflanze befallen, solltest Du alles Faulige sofort entfernen. Da der Stamm befallen ist, kannst Du versuchen die Seitenarme abzuschneiden und in wenig Wasser zu bewurzeln. Das klappt natürlich nur, wenn diese nicht von Fäulnis befallen sind und Du sie wirklich nur in circa einem halben Zentimeter Wasser stehen hast, bzw. den Stamm alle paar Tage mit Wasser beträufelst. Ich benutze dazu Stilles Wasser (sind Mineralien drin und kein Kalk). :-)

Eine Drainageschicht bringt nur wirklich etwas, wenn mal Wasser im Untertopf für längere Zeit stehen bleibt (natürlich unterhalb der untersten Erdschicht - ansonsten kommt das Wasser ja doch an die Wurzeln). Sie hilft nicht, wenn man regelmäßig mit wenig Wasser gegossen hat und die Erde konstant feucht ist. Auch das kann zu Fäulnis führen. Es kommt ebenfalls auf den Standort an, denn der Elefantenfuss mag es sonnig und sehr warm. Das Badezimmer z.B. wäre der schlechteste Ort für ihn. Die Küche ist ebenfalls ungeeignet, da auch hier hohe Luftfeuchtigkeit herrscht (Wäsche/Kochen etc).

Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen und wünsche viel Glück beim Retten!
LG
Saskia.

von Saskia - am 09.03.2004 18:30
vielen dank für die rasche hilfe!!

ich hab mich anscheinend etwas ungenau ausgedrückt: es ist "nur" ein seitenarm betroffen, die anderen sind trocken, haben aber die ganzen blätter verloren und bekommen auch keine mehr.
was mir noch aufgefallen ist: am blatt anfang sind so kleine schwarze körnchen, sieht wie der kot von kleinen tierchen aus, kann aber keine entdecken.

fazit: ich soll also den betroffenen seitenarm abschneiden, die schnittfläche mit baumharz abdecken??? ca. Ø 6 cm.

und warum haben meine blätter keine kraft, sie werden bei der blattwurzel schon gelb???

vielen dank für die unterstützung

lg markus

von markus - am 10.03.2004 14:35
Hallo Markus,
den betroffenen Seitenarm samt fauligen Stellen entfernen und im Müll entsorgen. Dabei auf Hygiene achten, denn Fäulnisbakterien sind hochansteckend (für die Pflanze) und verbreiten sich gerne auf gesundem Gewebe. Die offene Wundstelle kannst Du entweder mit keimfreier Erde (nicola hat einen wunderschönen Artikel diesbezüglich verfasst: AW1 auf Blumenerde - Backofen) versorgen oder mit Kohlepulver bestreuen. Baumharz würde ich nicht verwenden, da es luftdicht abschließt.
Wie fühlt sich denn der Grundstamm an? Ist er fest und trocken? Riech mal an der Erde. Riecht es normal nach nichts oder eher komisch, vielleicht sogar faulig? Ich würde Dir raten, den gesamten Elefantenfuß jetzt umzutopfen (wann hast Du ihn das letzte Mal umgetopft?) und dabei die Wurzeln zu kontrollieren. Sie dürfen weder matschig weich und verfault noch vertrocknet und hohl sein. Normalerweise sind die Wurzeln weiß. Sollte dies nicht der Fall sein, sofort alle befallenen Wurzeln abschneiden, den gesamten Ballen gut abduschen und soviel Erde wie möglich entfernen. Versuche so wenige gesunde Wurzeln, wie möglich dabei zu verletzen. Falls Du zu übermäßigem Gießen neigst, topfe den Elefantenfuß in Kakteenerde. Die ist durchlässiger, speichert weniger Feuchtigkeit und der E. verträgt sie gut. Ein Tontopf unterstützt das Atmen der Wurzeln und den Feuchtigkeitsaustausch erheblich und ist wünschenswert.:-)
Wie sieht denn denn Elefantfuß nach dem Entfernen des Seitenarms aus? Hat er wirklich alle Blätter verloren? Falls das der Fall ist solltest Du ihn zusätzlich radikal zurückschneiden, damit der Hauptstamm wieder austreibt. Also alle Seitenarme abschneiden.
Die kleinen schwarzen Kügelchen stammen wahrscheinlich noch von den Wollläusen und auch der Blattwurf ist wohl eine Spätreaktion der Pflanze auf diese Schädlinge. Womit hast Du sie denn bekämpft? Auf Gift reagiert die Pflanze meistens auch erst Monate später. Bist Du sicher, dass alle Läuse entfent sind? Nur dann hat die Pflanze eine Chance sich zu erholen.

LG
Saskia.

von Saskia - am 10.03.2004 21:08
Hallo Markus,

ich hatte letzten Winter ein ähnliches Problem und dachte schon, ich müsse meinen 6 jährigen Elefantenfuss beerdigen. Meiner hatte nur während drei Wochen, in denen ich in den Ferien war, ein ständig nasses Wurzelwerk, aber das hat gereicht! Er wurde immer weniger und als mir auch kein Forum so richtig zu helfen wusste, leitete mich der Mut der Verzweiflung.

Schneide nun zuerst den Seitenarm ab, der von der Fäulnis befallen ist. Bei 6 cm würde ich die Stelle auf jeden Fall abdichten (Baumharz, Kerzenwachs).
Dann lass die Erde völlig abtrocknen (vier Wochen). Danach nimmst Du ihn aus Topf und Erde und siehst Dir einmal die Wurzeln genau an (meiner hatte fast keine mehr, die Erde unter dem Fuss war noch immer total feucht und roch unangenehm).
Dann entfernst Du die Erde möglichst vollständig (abspülen mit Wasser) und pflanzt ihn in Kakteen-Erde. Jetzt giesst Du für zwei Wochen gar nicht. Danach kannst Du damit wieder anfangen.
Meiner bekommt nur alle vier Wochen reichlich Regenwasser, danach muss er eine Durststrecke überstehen. Zwischenzeitlich besprühe ich ihn jeden zweiten Tag.
Er verbrachte den letzten Sommer auf der Terrasse, nachdem ich ihn langsam an die Sonne gewöhnt hatte, an einem vollsonnigen Platz. Da wurde er dann wöchentlich gegossen.

Im Herbst habe ich die Wurzeln erneut kontrolliert. Sie waren gewachsen wie verrückt. Der Topf war wieder gut durchwurzelt und die Seitenarme, von denen er drei komplett verloren hatte, hatten sich prächtig erholt.

Ich hoffe Du hast auch so viel Erfolg.

Ich drücke Dir beide grünen Daumen,


Heike

von Heike - am 10.03.2004 21:09
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.