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Forum:
elweb
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Bernd Degwer, Michael Rieken, Peter Reutegger

Abstimmung zu Elektrofahrzeugkonzepten

Startbeitrag von Bernd Degwer am 16.09.2001 19:35

Hallo Leute,
zum üben und auch aus Interesse an euerer Meinung habe ich mal eine Abstimmung zum Thema Elektroautos ins Netz gestellt!
Hier möchte ich mal testen welches Konzept eines geschlossenen Elektromobil (PKW) euch am besten gefällt! Auch nicht mehr gebaute Fahrzeuge sind hier genannt um zukünftigen Hersteller die Möglichkeit zu bieten "alte" Fahrzeugkonzepte zu übernehmen!
Jeder kann nur eine Stimme abgeben! Zur bstimmung geht es durch den link unter dieser Nachricht!

Danke fürs mitmachen sagt...


Bernd Degwer
Zur Abstimmung

Antworten:

Hallo Bernd, Hallo Elistis
Ich liebe solche Diskussionen, deshalb wird es diesmal etwas länger.
Ich beschäftige mich beruflich mit dem Einkauf und Vertrieb von qualitativ hochstehenden Produkten in einem Randgebiet der Sportbranche. Zu unseren Kunden zählen mehrheitlich Spitzenleute mit grosser Erfahrung und interessanten eigenen Ideen. Das Sortiment wird im Team ausgewählt und zusammengestellt. Schon da prallen unterschiedliche Präferenzen aufeinander mit dem Resultat, dass unser Angebot in den letzten Jahren immer vielseitiger und zT. teurer wurde.
Steht dann der Kunde vor diesem Sortiment, stellt sich heraus, dass man noch viel differenzierter denken und beschaffen könnte. Die Details des einen Produktes sollten mit denen des Anderen kombiniert werden, erst dann ist es optimal.
Also: der Ferrari mit 400 PS, genügend Platz für den Transport der Polstergruppe, geländegängig, sparsam, und für 10'000.- zu kaufen.
Aber; ein jeder, der ein Produkt produziert, muss sich die eigenen Präferenzen setzen und sich ein Kundensegment aussuchen, das er optimal zu bedienen gedenkt. Dies gehört zu den ökonomischen Gesetzen und die, welche sich nicht daran halten gehen unter. Einer meiner Leitgedanken ist: " jeden Vorteil kaufe ich mit einem Nachteil ein !". Danach zu leben und zu konsumieren ist heute deshalb so schwierig, weil uns eingeredet wird, dass prinzipiell alles machbar ist. Nur wollen wir nicht glauben, dass dies mit Geld verbunden ist.
Wie GM und FORD beweisen, ist es absolut machbar, ein LEM zu bauen, das 140 Kmh rennt, eine Reichweite von mehreren hundert Kilometern hat und den Komfort einer Mittelklasselimousine beinhaltet. Aber wer will das bezahlen ? Wir reden von Stinkern und beneiden sie um die Fahrleistungen. Wir bauen Heizungen und stärkere Motoren in unsere El's. Ich versuche den Geräuschpegel meinem Stinker konkurrenzfähig zu machen. Einige von uns haben ihren täglichen Stress damit, dass sie im Verkehr ein Hemmschuh sind.
Bleibt doch einfach konsequent, seid ein wenig pragmatisch und steht mit Stolz zu Eurer Überzeugung; wir sind langsam, ineffizient, spartanisch; aber zukunftsweisend.
Übrigens meine ich, dass die Jungs von CityCom ihre Sache recht gut machen. Zu dem Preis, den wir bezahlen wollen, gibt es unter Berücksichtigung der Ökonomie, nichts Besseres.
Ich habe diesbezüglich meine Meinung schon gesagt. Der SAM wird nie für 12'000.- verkauft werden können. Andere neue Konstruktionen, wie der EVO und Aero, sind zu teuer und nur für gut Betuchte. Das Twike ist viel zu teuer und eher ein Kultobjekt. Einer der Besten, Horlacher, beschränkt sich auf die Entwicklung von wunderbaren Prototypen und verdient derweil das Geld mit Teilen für die Grossindustrie.
Aber: auch ich bin ein Träumer, schon ein bisschen schizophren und mit dem was er hat, nie zufrieden !!
Deshalb, liebe verständnisvolle Grüsse
Peter

von Peter Reutegger - am 20.09.2001 11:31

Elektrofahrzeugkonzepte

Hallo Peter,

das hört sich alles an, als ob es nichts zu verbessern gäbe bzw. als ob sich es nicht lohnt, etwas zu verbessern. Woher diese Resignation?
Ich bin davon überzeugt, das wir am Beginn einer Renaissance der Elektrofahrzeuge stehen! Warum: Auch die Automobilindustrie weiß, dass fossile Brennstoffe nur noch kurz- bis mittelfristig so billig verfügbar sind und stürzt sich jetzt auf die Brennstoffzelle. Ob das der richtige Weg ist, wird die Zukunft zeigen. "Abfallprodukt" dieser Entwicklung werden elektrische Maschinen sein, die sich für mobile Traktionsanwendung eignen (hohes Drehmoment, niedrige Drehzahlen und gutes Leistungsgewicht, hoher Wirkungsgrad). Solche Maschinen gibt es derzeit am Markt so gut wie garnicht (mit einigen, teuren Ausnahmen).
Der Hauptnachteil gegenüber den "Stinkern" (Reichweite und Geschwindigkeit) wird durch Entwicklungen aus anderen Bereichen gemildert. Die Batterietechnik hat sich wegen leistungshungriger Kleingeräte wie Notebooks stark verbessert. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann endlich Lithiumsysteme auch für Elektrofahrzeuge eingesetzt werden. (Die Zebra-Hochtemperaturbatterie ist eine weitere Option.)
Was die Marktsituation betrifft, glaube ich, dass es eine große Nachfrage nach Pendlerfahrzeugen gibt. Ich jedenfalls bin auf der Suche danach und habe für mich beschlossen, dass mein nächstes Auto elektrisch angetrieben wird (schon allein aus dem Grund, weil ich demnächst selber Strom produziere). Deshalb betrachte ich auch mit größter Freude die Neuigkeiten aus der Schweiz (SAM und TWIKE.ME). In Deutschland, der "Automobilerfindernation", ist man sich scheinbar zu Schade für derartige Innovationen. Bei den großen Automobilherstellern ist vermutlich auch deshalb kurzfristig nichts zu erwarten, weil sie einfach viel zu sehr auf Blech fixiert sind und das ist so einfach und schnell nicht zu ändern. Das bedeutet allerdings auch, dass Elektrofahrzeuge zunächst in teuren Kleinserien den Markt erreichen. Aber die Kostensituation wird sich durch steigende Betriebskosten von Autos mit Verbrennungsmaschinen zugunsten von effizienten Elektrofahrzeugen entwickeln.
Betrachtet man große Umbrüche in der Technikgeschichte, so geschehen Änderungen nicht, weil jemand eine geniale Idee hat, sondern weil das Umfeld und die Zeit dafür einfach reif für Änderungen war. Die technische Evolution gehorcht genau den gleichen Gesetzen wie die biologische. Es wird ständig durch Erfindungen, Innovationen, Kombinationen eine technische Variabilität oder Produktbandbreite produziert ("Genpool"), die unter dem Selektionsdruck des Marktes und der Kunden immer neue Arten hervor bringt. (Monopole sind hier sehr hinderlich.) Den Selektionsdruck sehe ich immer stärker in Richtung emissionsfreier, effizienter Fahrzeuge drängen. Wir stehen sicher noch am Anfang dieser Entwicklung, das sagte ich eingangs bereits, aber wer Augen hat zu sehen und Ohren hat zu hören, dem sind die Zeichen der Zeit nicht entgangen. Dem Elektrofahrzeug gehört die Zukunft ... und das ist gut so!

Elektrische und hoffnungsvolle Grüße
Michael "R" Rieken

von Michael Rieken - am 20.09.2001 14:28

Re: Elektrofahrzeugkonzepte

Hallo Peter, Hallo Michael, Hallo alle,

Ihr hab ja beide Recht, ich kann auch mit den Nachteilen des EL leben! Die Alternativen im Bereich E-Mobil sind mir auch alle zu teuer.
Das EL ist gut für den Zweck für den ich es brauche, Berufspendeln!
Alles andere mit der Familie wird im Passat erledigt.
Erst wenn der 4-Sitzer als E-Mobil unter 30.000DM zu kaufen ist werde ich den Passat wohl austauschen (können)!

Gruß
Bernd
www.degwer.de


von Bernd Degwer - am 20.09.2001 17:55
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