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vor 9 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 9 Jahren, 8 Monaten
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wolfram_f4, R.M, Sascha Meyer, chrisko, Halreuther, M.Sinisa, Tomfe

Reichw./Kapazität/Verbrauch Akkutypen im City EL

Startbeitrag von wolfram_f4 am 01.11.2008 12:33

Hallöle,

ich habe jetzt hier schon viel rumgesucht, aber bisher immer noch ein schwammiges Bild im Reichweitenvergleich (das ist ja nunmal unser Mass der Dinge) Blei/NiCad/LiFePo:

(Anmerkung: Alles mal im Beispiel für 48V im FactFour)

Fangen wir mal mit Blei an:
Aus meinem betagten 48V/100Ah-Champion-Stückelsatz (s.o.) mit 116 kg Gewicht hole ich z.Zt. unter günstigen Bedingungen ca. 60 km heraus.
Der Verbrauch liegt bei solchen Fahrten ziemlich genau bei 5 kWh/100 km
also mit 48V bei gut 1 Ah pro km
Also kann ich ihnen bis zur Strombegrenzung (42V) z.Zt. ca. 65 Ah entnehmen.

Bei NiCad (8 x Saft 5-100 MRE)
wird sich der Gewichtsunterschied (106 kg=10kg gespart) nicht grossartig bemerkbar machen. Ich würde also einfach weiterhin mit einem Verbrauch von grob 1 Ah pro km, also 5 kWh/100km rechnen.
Da man hier aber angeblich die volle Kapazität von 100 Ah entnehmen kann, müssten hier also die 100 km Reichweite zu schaffen sein.
Wenn die Akkus "trainiert" sind, soll man ja sogar über 110 Ah rausholen können, also rechnerisch gar Reichweiten bis 120 km schaffen können.

Bei LiFePo (Thundersky 90 Ah)
liegt man bei nur 45 kg Gewicht, aber man sollte ihnen ja auch nicht mehr als 75% entnehmen.
Mit diesen effektiv 67 Ah hätte ich ja also kaum mehr entnehmbare Kapazität als bei meinen alten Blei-Akkus, trotzdem wird von Reichweiten über 100 km berichtet (CC-Angabe: 100-120 km)
Um diese Reichweite zu erreichen, würde man ja mit einem Verbrauch von ca. 0,56 - 0,67 Ah pro km, also 2,7 - 3,2 kWh/100 km fahren
Liegt das einzig am Gewicht?
Die Gewichtsersparnis liegt ja bei 60-70 kg. Bekommt man dadurch den Verbrauch tatsächlich um durchschnttlich 40% reduziert??


Und zum Abschluss die "Gretchenfrage":
Womit kommt man denn nun in der Praxis tatsächlich weiter:
100 Ah Saft NiCad oder 90 Ah Thundersky LiFePo??

Lt. meinen Recherchen hier müsste es eigentlich auf dasselbe hinauslaufen ... mit Vorteilen im Anschaffungspreis, der Lebensdauer, der Robustheit, der Sicherheit und insbes. der Erprobtheit für NiCad???
Einzig mir bekannte Vorteile der LiFePos liegen in Volumen (48V passen kmpl. in den Motorraum) und Gewicht (Schonung der Mechanik im EL).
Passt das so ungefähr als Gesamtfazit??

Antworten:

Hallo

Bei der Reichweite kommt es massiv auf die Fahrweise an 1Ah/km ist nicht gerade sparsam gefahren, du kannst den F4 mit 0,5 bis 0,7 Ah/km fahren.

Ich hab mit den kleinen 80AH Champions 80 km geschafft, mit den 100AH sollten dann 100 km drinnen sein.

Du hast dann aufgrund der geringeren Geschwindigkeit eine C3 Entladung und das macht sich bei den Bleiern natürlich bemerkbar.

Der Reichweitenvorteil ist beim F4 mit Nicd nicht so groß wie man denken würde, da macht sich die begrenzte Drehzahl des Perm bemerkbar, schwungholen ist nahezu unmöglich.

100 km sollten trotztem möglich sein, das geht aber auch mit Thrige und Kette, wenn die Akkus mal so tausend Zyklen hinter sich haben geht mehr bis zu 130 km im flachen.

Die Lithiums sind aufgrund der besseren Spanungslage im Vorteil da man mit geringeren Strömen zurechtkommt, die 100 km sind möglich, man sollte dann halt keine große Lebensdauer erwarten, am Längsten halten die Lithium wenn man zwischen 90 und 50% ladezustand bleibt.


Gruß

Roman

von R.M - am 01.11.2008 13:28
Hallo Roman,

Zitat

Bei der Reichweite kommt es massiv auf die Fahrweise an 1Ah/km ist nicht gerade sparsam gefahren, du kannst den F4 mit 0,5 bis 0,7 Ah/km fahren.


Das ist richtig. Es ist sicherlich ein wenig mehr rauszuholen. Aber es ist ja nicht nur die Fahrweise, sondern auch das Gelände.
Ich fahre diese Strecke im Flachland mit 60 A-Strombegrenzung. Mit 17/70 Übersetzung habe ich dann mit Fahrgeschwindigkeit 50-55 km/h eine durchschnittliche Stromaufnahme von meist nur 30-40A. Leider habe ich auf dem Rückweg (gerade auf dem letzten Stück) eine gut 15 km lange Steigung von 300 Höhenmetern. Das zehrt dann natürlich ... zumal ich eben nochmal 25 kg für den 4. Akku und 10-20 Kg Lader zusätzlich im Heck hatte. Steigung und Gewicht sind halt genauso reichweitekillend wie der Bleifuss ;-)


Fazit ist aber also, dass man im Zweifelsfall trotz des höheren Gewichts mit 100 Ah NiCads eher weiter kommt als mit leichten 90 Ah LiFePos????!!!!!!!!!!!!!!!!!

von wolfram_f4 - am 01.11.2008 14:22
Hallo

Die Reichweitenangaben kommen natürlich immer unter Optimalbedingungen zustande, ich bin bei den 80km mit den Bleiern meist mit 30bis 35 km/h unterwegs gewesen auf topfebener Strecke, dazu war die Strecke noch symetrisch.

Lithium sind leichter und haben ein bessere Spannungslage und sind blilliger als Nicd, die Nicd haben eine höhere entnehmbare Kapazität sind schlechter in der Spannungslage, dafür sind sie extrem langlebig und können sehr schnell geladen werden.

Kommt also drauf an was man will.

Blei würde ich bei den Preisen für Lithium überhaupt nicht einsetzten, schließlich kosten sie nicht mehr als 2 Bleisätze und das BMS ist eine einmalige Investition, nachteilig ist nur der geringe Ladestrom und der Preis des BMS von CC das man wohl nehmen muß um Garantie zu bekommen.

Gruß

Roman


von R.M - am 01.11.2008 15:08
Zitat

bei den 80km mit den Bleiern meist mit 30bis 35 km/h


Also dann bist Du ja wahrsch. mit 10-20A Fahrstrom unterwegs gewesen?!
Das gilt nicht!! ;-) ;-) ;-)
Ich finde, Vergleiche sollte man unter Durchschnittsbdingungen antreten, mit zumindest leicht wechselhaftem Gelände, ab und zu einer Ampel und imho auch 50 km/h ;-) ;-)
Unter solchen Bedingungen scheinen mir bei verhaltener Fahrweise knapp 1 Ah pro km realistisch?!

Gero hat ein imho wirklich ausgereiftes BMS/Boardcomputer-System für LiPos entwickelt. Allerdings ist das wohl auch ganz grob in der CC-Preisklasse, und mir schon irgendwie fast zu professionell für meinen City-EL. Selbsteinbau ist hier für mich wohl leider kaum möglich.

In welchem Fahrspannungsbereich bewegt man sich eigentlich bei 8 Saft-Blöcken?
Bei 4 x Blei hat man ja 51-42 V

von wolfram_f4 - am 01.11.2008 17:05
Hallo

Unter Last knicken die ganz schön ein, los gehts etwa bei 50V und aufhören sollte man so bei 40V immer bei 50A Entladestrom gemessen, mit 10 bis 20A kann man sich aber noch ein paar km im Schneckentempo bewegen bis der DCDC abschaltet.

Wenn du Bleiakkus mehrfach am Tag mit hohen Strömen lädst sind die wesentlich steifer als die Nicd

Man darf sich einfach durch den Spannungseinbruch nicht verrückt machen lassen, so 4V sind da bei 120A durchaus drinnen.

Ladezustand kann man durch Spannungsmessung unter definierter Last relativ genau bestimmen.

Mit 30A ist man schon relativ gut unterwegs wenn man die Durchschnittsgeschwindigkeit betrachtet, Ampeln gibts bei mir im Umkreis von 20 km genau eine, und ein Befälle von 20m auf 1000m reicht durchaus um sich mit 45 km/h und 20 A zu bewegen.

Ich komm mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 45 km/h und 400m Höhenunterschied so etwa 85 bis 90 km weit.

Gruß

Roman

von R.M - am 01.11.2008 17:59
Zitat

Ich komm mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 45 km/h und 400m Höhenunterschied so etwa 85 bis 90 km weit.


Wenn sich das auf 100 Ah entnehmbare Kapazität bezieht, passt das ja genau ins Bild, dann man bei "normaler", aber verhaltener Fahrweise ungefähr 1Ah (hier: 1,14 Ah) pro km verbraucht.
Ich nehme an, dass Du bei gleicher Fahrweise im Flachland mit Deinen Safts dann wahrsch. auch an 100km-Marke heran kämest?!

Einzig demoralisierend finde ich die starken Spannungseinbrüche unter Last, da ich aus diversen Gründen gerade überlege, die 48V Blei durch nur 42 V NiCad zu ersetzen.
Dass ich dann mein neues 17 Motorritzel, welches ich in den Bergen echt heiss und innig zu lieben gelernt habe, vergessen kann, ist klar, aber selbst mit dem 19er wird es dann bei 42 V bei diesen Spannungseinbruchen sehr langsam werden, und bei der 21/70-Übersetzung dreht der Perm dann wohl doch arg langsam, und wird im Sommer am Berg ekelig heiss.
Da man die NiCads ja auch leer fahren muss, wird man dann hinterher bei 35 V und 19/70-Übersetzung nur noch schleichend voran kommen :-( :-(

Verwendest Du für die NiCads noch die Original-CC-Spannungsbegrenzung, nur auf 40V runtergedreht?

von wolfram_f4 - am 01.11.2008 19:11
Hallo

Ich habe die Übersetzung sogar auf 19/70 erhöht, Berge mit etwas flacherer Steigung komme ich jetzt sogar schneller hoch da der Motor noch im Bereich maximaler Stromaufnahme dreht.

Ich habe die Unterspannungsbegrenzung auf 40V runtergedreht, kann sie aber auch ganz abschalten um die Akkus leerzufahren.

Das mit dem Spannungseinbruch ist zwar lästig aber nicht wirklich problematisch, ich baue aber gerade an einem Wandler der die Spannung unabhängig von der Last konstant hällt und auserdem noch die Motorspannung um 15V erhöht, dann dürfte wieder eine kürzere Übersetzung möglich sein.

Momentan suche ich noch einen Kühlkörper für das Ganze so etwa 80cm lang und 40 cm breit.

Das Ganze hat im Schnitt etwa 100W Verlustleistung und verinngert die Reichweite so etwa um 2 km allerdings kann ich dann mit der 17/70 Übersetzung etwa 75 km/h fahren.

Gruß

Roman

von R.M - am 01.11.2008 22:13
Hallo.
Ich habe noch alten Thrige und schaffe mit 48V Nicad selbstverständlich 100km .Mein Rekord war 120km. Wichtig ist dass bei Fahren der Verbrauch (A) nict die Geschwindigkeit (km/h) übersteigt. Also, wenn ich 55km/h fahre, der verbrauch nich höher als 55A wird .Logisch, oder?
Auch wichtig: Luftdrück ist bei 5.0 Bar und die Nicads sind gut in Form.
Grüße, Sinisa

von M.Sinisa - am 01.11.2008 22:24
Moin,

die von Euch angegebenen KM-Reichweiten rollen mir die Fussnägel hoch ;o))

Von Hartmut weiss ich ja, dass er im Münsterland mal locker 20km ohne auch nur einmal anzuhalten fahren kann. Wo Ihr andren die Reichweiten fahrt ist mir nen Rätsel.

Bei mir siehts im Alltag leider ganz ander aus.

Stadt - Großstadt - Berufsverkehr - Stop 'n' Go - am Berg anfahren... etc

Ich komme mit gut Glück innerstädtisch mit den 100AH Safts und 48V maximal 65km weit.
Wenn ich auf Tour gehe und es ausserhalb mal rollen lassen kann, kam ich bisher im
Höchstfall auf 88km. Wobei ich ehrlicherweise zugeben muss selten unter 100A anzufahren - wo bleibt sonz der Spass ?

Die Diskussion hier lässt sich leider nicht nur auf die Akkutypen beschränken, man sollte fairerweise auch das Fahrprofil berücksichtigen.
Beim häufigen Anfahren im Berufsverkehr wirkt sich das Fahrzeug (bzw. das Akkugewicht) viel mehr auf die erzielbare Reichweite aus - als aufm Land wo ich einmal beschleunige und denn mit 50-60km/h laufen lasse. Ist die Masse einmal beschleunigt kostet es quasi nix mehr die am Rollen zu halten.

Meine Erfahrungen basieren auf meinen beiden EL's, die beide gleich eingesetzt werden. Beide fast ausschliesslich Stadtverkehr (Lev / Köln / Bergisches Land)
Um in der Stadt im Berufsverkehr überleben zu können muss ich bei 48V mit ca. 100A anfahren um nicht die Bremse zu sein. Dass das nicht grade energiesparend ist - klar.
Da macht sich mein "kleines" EL mit 25kg Lithium-Akkus deutlich besser als das "grosse" mit 105kg NC's. Beim Anfahren brauch der Kleine viel weniger Strom - würde dementsprechend auch viel weiter kommen - wenn die Kapazität gleich wäre.
Die Lithiums haben ca. 50AH bei 43,2V.
Wenn ich mit dem Lithium-EL mit Kickdown anfahre hat selbst nen 48V NC-EL mit Perm im Anzug keine Schnitte - und das mit Thrige und Riemen ! Das Ding feuert los wie der Teufel - bei 120A Strom. Im Vergleich dazu verhält sich das NC-EL als ob das jemand hinten mit nem Gummiband festhält ;o))

Übrigens die Gero-TS-Fahrer haben meines Wissens 16 TS dabei, was keinen 48V entspricht, sondern 51,2 V - nur mal so am Rande.
Dementsprechend :
NC >>> 4,8 kw nutzbar (100%) >>> 105kg
TS >>> 3,2 kw nutzbar (70%) >>> 53kg

Der Vorteil der TS würde sich also viel eher im Stadtverkehr rausstellen als aufm platten Land. Hier können die Ihren Gewichtsvorteil beim ständigen Beschleunigen ausspielen.
Im Münsterland dagegen würde die NC's deutlich weiter fahren.

So - genug philosophiert....

Grüße - Thomas

von Halreuther - am 02.11.2008 08:34
Da geb ich dir recht. Jeglicher Reichweitenvergleich scheitert schon daran, dass zwei verschiedene Fahrstile verglichen werden.
Ich schaffe es, mit Standzeit von 12 Stunden, schlechtem, kaltem Wetter und offenem C-Feld meine LPF´s in 40 Kilometern bei Last unter die 3 Volt zu bringen. Ich koennte natuerlich auch nur 30 km/h fahren und kaeme dann sicher 150 Kilometer weit. Wenn ich immer schoe ne flache Strecke im Kreis fahre, ohne Ampeln, Verkehr, Sonnenschein..

Ich hab uebrigens 15 Zellen drin, auch von Gero. Aber stimmt schon, er verbaut gerne 16.

Mir gefaellt der Komentar von Sinisa sehr gut. Er hat geschrieben, man solle seinen eigenen Ampereverbrauch dahingehend steuern, dass er mit der gefahrenen Geschwindigkeit korreliert. Das ist eine Botschaft, die man an alle weitergeben sollte, die mit ihrer Reichweite nicht gluecklich sind.


Viele Gruesse aus dem Saarland, Sascha

von Sascha Meyer - am 02.11.2008 09:46
Hallo Roman,

seit ich mein Motorritzzel von 21 auf 17 getauscht habe, bin ich auch sehr glücklich. Es ist ein ganz anderes Gefühl am Berg, und auch beim Anfahren an der Ampel komme ich mit 60-80A locker mit den schwerfälligen PKW mit - 100A Anfahrstrom, wie Thomas es meint, brauche ich maximal, wenn ich wirklich am Berg anfahren muss.
Auch ist meine Reichweite grösser geworden, was natürlich auch an etwas langsamerer Fahrt (mit dem 17er-Ritzel sind bei 48V ja max. 57 km/h möglich) liegen kann. Obwohl ich das nie ordentlich gegeneinander getestet habe, denke ich aber auch, dass der Perm in dem höheren Drezahlbereich einfach noch einen besseren Wirkungsgrad hat.

Zitat

ich baue aber gerade an einem Wandler der die Spannung unabhängig von der Last konstant hällt und auserdem noch die Motorspannung um 15V erhöht


Das wäre inbes. für Perm-Fahrer natürlich eine megageniale Sache, zumal man, wenn man mit 55-60 km/h klar kommt, dann ggf. sogar mit den 6 Saft-Blöcken im Motorraum klar kommen kann, ohne sich Kindersitz oder Fahrerfussraum zuzubauen. Oder aber man ist mit 48V und kleinem Ritzel einfach schneller, spritziger und wirtschaftlicher unterwegs.

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Entwicklung, und hoffe ja völlig uneigennützig ;-) dann auf eine Serienproduktion :-) :-)

von wolfram_f4 - am 02.11.2008 11:35
Moin Thomas,

danke für den ausführlichen Vergleich aus einer Hand!

Es bleibt also dabei, dass NiCads und Lithiums in puncto Reichweite generell sehr dicht beieinander liegen, und vielmehr in puncto Fahrprofil ihre Vorzüge zeigen.

Aber es ist ja nicht nur das Anfahren, wo das Gewicht eine Rolle spielt. Mit "Münsterland" liegst Du nämlich daneben. Ich wohne an der Grenze zum Sauerland, direkt am Haarstrang.
Und wenn ich nach Hause will, kann ich Sinisas guten Rat unmöglich befolgen. Da brauche ich schon über 15 km 60-80A, um mit ca. 40-50 km/h den Berg hochzukommen.
Auch hier (auch wenn die Steigung eher flach ist) würde sich natürlich eine Gewichtseinsparung bemerkbar machen.

... und ... liegt den der Fahrspass wirklich in der Beschleunigung? ;-) Sind wir über die Zeiten nicht hinaus? ;-) ;-)

@Sinisa
Zitat

Luftdrück ist bei 5.0 Bar und die Nicads sind gut in Form

Das gilt aber nicht nur für NiCads. Mit 5 Bar sind sogar meine alten Bleier in besserer Form ;-) :spos:
Aber Du hast Recht: Man sollte insbes. vor längeren Fahrten den Luftdruck kontrollieren. Für meine Standard-Kurzstrecken gönne ich mir gerne etwas niedrigeren Reifendruck - zumal ja auch die gesamte EL-Karosserie durch die Federwirkung weicher Reifen etwas geschont wird. Aber vor meiner letzten Langstrecke hatte ich auch vergessen, den Reifendruck zu erhöhen, und mich dann gewundert, irgendwann in die Strombegrenzung gekommen zu sein :rolleyes:

von wolfram_f4 - am 02.11.2008 12:11
Zitat

Ampereverbrauch dahingehend steuern, dass er mit der gefahrenen Geschwindigkeit korreliert


Hi Sascha,

Du hast doch auch mal den Perm gefahren.
Liegt es ggf. am Perm, dass ich diesen Rat nicht ganz verstehe?

Am Berg muss ich ja, je nach Steigung, eh mit höheren Strömen fahren, aber im Flachland liege ich mit dem Strom eigentlich immer deutlich unter der Fahrgeschwindigkeit.

Die Höchstgeschwindigkeit wird ja beim Perm durch das Verhältnis Achsen-und Motor-Drehzahl bestimmt. Bei meiner 17/70-Übersetzung fahre ich im Flachland mit 57 km/h Höchstgeschwindigkeit, also auch mit voll durchgetretenem Strompedal, mit meist weit unter 40A.

Ich nehme an, das ist beim Thrige anders, und er schluckt "bei Vollgas" richtig Strom?

von wolfram_f4 - am 02.11.2008 13:30
Hallo Wolfram,
hast schon recht, das kommt dir sicher seltsam vor. Beim Perm mit entsprechend eingestelltem Strombegrenzer regelt selbiger gut runter, sodass man im Verhaeltnis Geschwindigkeit zur eingebrachten Stromstaerke eh nicht ins Kippen kommt.

Ich hab meinen Strombegrenzer recht offen (auf 150 Amps) eingestellt. Beim Anfahren bzw bei Bedarf saeuft mein Thrige wie ein Rudel durstiger Ochsen. Wenn ich 80 Sachen fahren will, muss ich zur Erhaltung der Geschwindigkeit auf ebener Strecke etwa 60-80 Ampere investieren. Damit bin ich noch immer im Sinisa´schen Rahmen. Bei leichter Steigung und insbesondere beim Beschleunigen kann man halt sehr leicht richtig derb Strom verbraten. Es ist halt fraglich, ob man an einer Steigung unbedingt mit 60 rauf will oder ob 45 km/h nicht doch ausreichend sind. Der Unterschied ist deutlich. Wenn ich sowohl beim Beschleunigen als auch bei der Bergfahrt im Sinisa´schen Bereich bleibe, spare ich wirklich extrem Strom und habe eine deutlich bessere Reichweite.
Die Differenz zwischen offenem und geschlossenem Compound-Feld ist ebenfalls krass.

Wenn ich schnell fahren will, geb ich richtig Strom und fahre ausserhalb der Ortschaften mit offenem Feld. Will ich aber Strecke fahren, dann fahre ich mit geschlossenem C-Feld und bewege mich auch beim Anfahren immer im Sinisa´schen Rahmen. Es entwickelt sich bei mir gerade zu einer Art Sportart, bei der ich versuche, mit immer weniger Energie immer effizienter zu fahren. Mit 30 Ampere kann man in ner Ortschaft mithalten. Mit 40 kann man die 60 km/h oft aufrechterhalten.

Ich weiss, es ist ne Glaubenssache, ob es nicht sinnvoller ist, recht schnell auf die Wunschgeschwindigkeit zu beschleunigen, als selbige Geschwindigkeit erst in 4 Minuten zu erreichen. Am Berg siehts genauso aus. Klar, Schwung nehmen muss man. Aber dann wirds interessant. Faehrt man eher mit 45 Sachen langsamer den Berg rauf als schnell mit 60?
Irgendwo liegt da ne Grenze. Ein sicherlich interessantes adiabatisches Diagramm waer schoen.

Wichtig ist das Fazit von Sinisa: Man muss den EL-Fahrern eine gewisse Grundfahrweise vermitteln und vor allem bei denen mit Reichweitenproblemen nicht nur die Akku- und Ladetechnik ueberpruefen, sondern auch das eigene Fahrverhalten.

By the way, habt ihr schon gehoert, die Probleme mit dem MEG-Lader sind auch nach dem Wegknipsen der stoehrenden Kondensatoren nicht weg. Die Auslieferung der Akku-Packs ist bis auf weiteres gestoppt! Zuerst muss MEG mal den Nachweis bringen, dass diese nicht schon wieder kaputtgeladen werden. Wir haben mittlerweile bei 11 ELs Reichweitenprobleme.


Viele Gruesse aus dem Saarland, Sascha

Viele Gruesse aus dem Saarland, Sascha

von Sascha Meyer - am 02.11.2008 13:58
Hallo "Jungs"
bin heute mal wieder 50 Km gefahren (zum Schwimmen)und
nachdem ich hier die dicken Diskusionen zum Thema
Reichweite gelesen habe, möchte ich dann auch meinen Senf
dazugeben : Also Beckum - Bad Waldliesborn 25 Kilometer einfache
Strecke , Ampeln 3, Berge kaum , schätze mal so 2 - 5 % Steigung,

Geschwindigkeit 55 Km/h , Batt Temp.15 Grad

Verbrauch 36,8 Ampere also ca. 0,7 Ampere pro Km

Gruß Tom(fe) aus Beckum.

von Tomfe - am 02.11.2008 16:08
Meine Maxwerte:

NiCd, 36V, Thrige, Riemen:

max ca. 75-78 km Flachland, Vollgas, direkt nach Ladung (wichtig)

Bei kühleren Temperaturen und einigen steigungen (wohne allerdings nicht im Gebirge) war aber auch schonmal bei 65 km Schluss

von chrisko - am 03.11.2008 07:59
Meine Maxwerte:

NiCd, 36V, Thrige, Riemen:

max ca. 75-78 km Flachland, Vollgas, direkt nach Ladung (wichtig)

Bei kühleren Temperaturen und einigen steigungen (wohne allerdings nicht im Gebirge) war aber auch schonmal bei 65 km Schluss


von chrisko - am 03.11.2008 08:01
Zitat

NiCd, 36V, Thrige, Riemen:max ca. 75-78 km Flachland, Vollgas


Moin Chrisko,

das ist ja echt Hammer für 36V und Riemenantrieb!

Mit 75 km hast Du einen Verbrauch von 1,3 Ah pro km. Auf 48V umgerechnet ist das dann weniger als 1 Ah pro km. Und das bei "Vollgas"?????
Weisst Du zufällig, mit welchen Anfahrströmen (Strombegrenzung) und welchen durchschnittlichen Fahrströmen (grob) Du dabei unterwegs warst??

@ Hi Tom,

Mit 0,7 Ah bei Deinen 51V wären es bei 48V (man muss ja eine Vergeleichsgrösse haben) 0,75 Ah.
Bei 67 Ah entnehmbarer Kapazität käme man damit also ca. 90 km weit.
Wie ich Dich kenne, bist Du ja wahrsch. auch eher verhalten gefahren? 55 km/h ist ja auch nicht Deine Höchstgeschwindigkeit.

Nach allen Infos, die ich bisher gesammelt habe, scheinen die NiCads in puncto Reichweite ja doch die Nase vorn zu haben, weil man zwar durch das höhere Gewicht mehr verbraucht, aber die grössere real entnehmbare Kapazität diesen Mehrverbrauch doch mehr als kompensiert.

Für den Fact Four wäre Deine Idee mit nur 36V SAFT 5-100 im Motorraum (für mich) eigentlich eine super, weil auch saubere Lösung.
... wäre da nicht der Perm:
Mit 36V hat man nur die Wahl zwischen kriechen mit 40-45 km/h (19er Ritzel - die Reichweite wäre natürlich genial, wenn man damit in der Ebene mit kleinsten Strömen fährt, und an jedem leichten Gefälle in die Rekuperation kommt)
oder den Motor mit dem 21er-Ritzel als Backofen zu missbrauchen :-(:-(:-(


von wolfram_f4 - am 03.11.2008 09:34
Zitat
wolfram_f4
... und ... liegt den der Fahrspass wirklich in der Beschleunigung? ;-) Sind wir über die Zeiten nicht hinaus? ;-) ;-)


Hehe, man merkt, dass Ihr nicht in der Stadt fahrt...

Bei uns im Kölner Raum wirste nachmittags unter 55 km/h in der Stadt ganz einfach getötet !
Zumindest geben einem die Autos, die einem mit 5cm Abstand auf der Pelle hängen den
unmissverständlichen Hinweis darauf.
Grade eben hat ein ÖPNV-Gelenkbus mit ca. 10cm Abstand hinter mir an der Ampel gehalten,
weil der auf einer innerstädtischen Strasse mich nicht überholen konnte -
obwohl ich 55 km/h auf der Uhr hatte.

Wenn Du im Berufsverkehr nicht zügig mitbeschleunigst hast Du keine Freunde inner Stadt.

Von daher relativiert sich der Hang zum beschleunigen - egal was es an Strom kostet - schliesslich willst Du ja heile nach Hause.

Bisschen überspitzt, aber so kommts einem vor.

Grüße - Urban-Thomas

von Halreuther - am 03.11.2008 16:06
Hi Städter ;-)

ich gebe Dir recht, und es liegt nicht an Deiner Person :-), sondern an der Sache, dass ich dies nur sehr ungerne tue :-(
Auf der Strasse herrscht halt Krieg, und Recht hat der, der am besten gerüstet ist.
Ich bin neulich nach einem halben Jahr EL mal wieder einen Ford Transit gefahren, und obwohl sowieso lahm und auch von mir fast provokativ Diesel-sparend gefahren, wurde ich doch nach dem El fahren ungewohnt respektvoll behandelt.

"Die Ritter trugen früher 30 kg Blech, um sich vor dem bösen Feind zu schützen, heute sind es durchschnittlich knapp 1,5 Tonnen."
... das nennt sich Evolution ;-) :-( :-(

von wolfram_f4 - am 03.11.2008 16:20
Da geb ich dir recht. Du kannst mit nem Lambo mit 30 Sachen durch das Dorf schippern, da kaeme keiner auf die Idee, zu draengeln. Aber fahr mal auf der Landstrasse mit 80 Sachen durch ne 70er-Zone. Da wird oft weit links gefahren in der vagen Hoffnung, das kleine Dingsbums voraus ueberholen zu koennen. Scheint eine heilige Mission zu sein, so ein schmales EL unbedingt ueberholen zu muessen.

Viele Gruesse aus dem Saarland, Sascha

von Sascha Meyer - am 03.11.2008 17:16

"Selbstversuch"

Hi,

so, habe heute selbst nochmal die Mittagspause für einen kleinen Test genutzt:

53 km (2x26,5) über Land, wechselhaftes Gelände, aber nur eine wirklich heftige Steigung, 6 Ampeln, 2x Ortsdurchfahrt mit Kreisverkehr

"Im Test": Mein EL ;-) mit 116 kg Bleiakkus (25 kg mehr als üblich), + Zusatzladung: Hinweg: 10kg/Rückweg 38 kg (also mit meinen 84 kg völlig überladen)
Perm-Motor mit 17/70 Übersetzung und 48 V
Akkutemp. bei Fahrtbeginn: 11° C

Fahrgeschwindigkeit: grösstenteils zw. 50-55 km/h, aber eigentl. immer zw. 45-60 km/h (wg. durch Spannung begrenzte Maximaldrehzahl des Motors (57 km/h) und ECU auf 80 A also fast immer Bleifuss)

Fahrstrom in der Ebene (viel Ebene gab es nicht): bei 55 km/h um ca. 30 A

Verbrauch (primärseitig-230V) gut 2,2 kWh (gemessen mit Verbrauchsmesser von Conrad)

=> 0,88 Ah pro km bei leicht hügeligem Gelände, Überladung und Vollgas (=ca. 55 km/h)

Da es sowohl Verluste im Lader, als auch alleine durch die Akkuerwärmung gibt (waren immerhin 10°), wird es natürlich noch etwas weniger sein.
BTW: Hat jemand eine Ahnung, wie starke diese Verluste ins Gewicht fallen?)


von wolfram_f4 - am 03.11.2008 20:21
Strombegrenzung ist auf ca. 100 A eingestellt, leider hat ein DC Wandler schaden meine Stromanzeige gehimmelt, aber die Sinisiasche Regel kann ich auch gut nachvollziehen :-)

von chrisko - am 03.11.2008 22:20
Ich habs gestern mal strickt durchgehalten. Ich bin 60 Kilometer gefahren und hab den FidEL vergangene Nacht auf der Arbeit rumstehen gehabt. Heut morgen ist zwar die Steifgkeit nicht so doll, aber ich wuerd mich trauen, weitere 40 Kilometer zu fahren..

Viele Gruesse aus dem Saarland, Sascha

von Sascha Meyer - am 04.11.2008 07:49
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