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Erster Beitrag:
vor 8 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 8 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Josef Fenk, Bernd Schlueter, EL-HP

Cityel Einfach Reku Messergebnisse

Startbeitrag von Josef Fenk am 19.07.2009 19:33

Cityel Einfach Reku Messergebnisse

Hallo Cityel-Experten u. andere,

heute habe ich zufällig die Diskussion vom September 2007 zu Rekuperation unter folgenden Stichworten gefunden

"Re: Einfache Rehkuh?//Re: Magnetzündung//Wer hat die Anschlussbelegung der Reku-Box"

Friedel, Bernd u. Carsten hatten sich da intensive unterhalten.

Meine Messergebnisse von 1998 mit meinem Cityel möchte ich hier kurz vorgestellen. Vielleicht interessiert es einige.
Was habe ich dazu gemacht:
1. Die Leitung von F9 zum Compound Wicklungsanschluß E2 habe ich aufgetrennt. Die F9 Leitung ging an den Ruhekontakt eines extra Relais.
2. Der Relais-Arbeitskontakt ging an den ( + ) Pol von 5St 7Ah Bleigel Akkus, die in Reihe geschaltet waren.
3. Der Umschaltkontakt des Relais war verbunden mit E2.
4. Der ( - ) . Pol der 5 Akkus war verbunden mit dem Anschluß D1E1.
5. Über einen Zusatzschalter von Zündschalter zum Mittenanschluss des Vor-/Rückschalters sorgte ich dafür, daß das VORWÄRTS Relais eingeschaltet blieb.

Über einen Schalter konnte ich das Relais am Compoundanschluß E2 einschalten zum Bremsen.
Bei stehendem Cityel wurde der Strom durch die Compoundwicklung gemessen.
Zellenspg (V)_____Strom (A)
24_____________1,46A
36_____________2,16A
48_____________2,9A
60_____________3,7A

An meinem Hausberg ca. 70 m Höhendifferenz, ca. 8° Steigung mit schönem Auslauf wurden dann die Tests durchgeführt.

Habe ich das Relais beim Abwärtsrollen dann eingeschaltet, sodaß 60V an der Compund Wicklung lagen dann konnte eine Bremswirkung festgestellt werden, jedoch musste das Cityel > 50kmh fahren. Unter der Geschindigkeit trat keine Bremswirkung auf. Die Bremswirkung war nicht abrupt, aber doch deutlich zu spüren.
Überrascht war ich dann nach dem Auslauf, dass der Curtis kein Gas mehr annahm. Erst als ich den Vorwärtsschalter auf "aus" u. die Zündung abgestellt hatte und alles von neuem einschaltete funktionierte der Curtis wieder.
Die Versuche hatte ich ca. 10xmal durchgeführt, immer mit den gleichen Ergebnissen.
Der Curtis scheint ev. eine Sicherheitslogik zu enthalten, die den Curtis auf stand-by geschaltet hat, sobald durch die Invers Dioden zwischen Drain u. Source der MOS-Fets ein Strom floß.

Unter 50kmh war keine Bremswirkung, da die Spannung zwischen Bat+ und D1E1&M- ist dann kleiner als die Akkuspannung ist. Erst wenn durch die höhere Geschwindigkeit die Spannung größer als Ubat+0,7V (für die FET Invers Diode) ist , beginnt Strom in die Akkus zu fließen u. eine Bremswirkung setzt ein.

Wie groß die max. Spannung sein darf, die man an die Compound Wicklung legen darf weiß ich nicht. Eben habe ich die Drahtstärke der Compound Wicklung an einem zerlegten Thrige bei mir gemessen. Diese betragt 0,6mm CuL Drahtdurchmesser. Bis zu welchem Strom bzw. Spannung man mit dieser Drahtstärke gehen kann muß ich noch herausfinden.
Sicherlich kann man durch noch höhere Spannung über der Compound Wicklung den Einsatz der Bremswirkung etwas zu niedrigerer Geschwindigkeit verschieben.
Um bei noch niedrigeren Geschwindigkeit und Spannung eine Bremswirkung zu bekommen, müßte zusätzlich zwischen Bat+ und D1E1 ein p-Kanal Fet Puls Breiten geschaltet werden, z.B. mit 20 kHz , sodaß die Fly-back Abschaltimpulse über eine Diode (ev. die Invers Diode des Curtis) in den ( - ) Pol der Akkus einspeisen würden.

Viel Spaß beim lesen wünscht J. Fenk

Antworten:

Josef, Du kannst die Einfachreku ganz einfach verbessern. Du brauchst lediglich an die Serienfeldwicklung, die hat 4,5 Milliohm, eine einzige Blei- oder Nicadzelle anschließen. Dann fließen bei der Nicadzelle 200 Ampere durch die Feldspule und ebenso viele Ampere laden Deine Fahrbatterie. Sprich, aus 1,2 Volt Entladung mit 200 Ampere werden 36 bzw 50 Volt und 200 Volt Ladestrom. Das was in der einen Zelle verbraucht wird, findest Du nachher zusätzlich in der Fahrbatterie wieder!
Toll, dass Du getestet und gemessen hast! Meine wesentliche Erweiterung hat, da bin ich mir sicher, noch niemand ausprobiert! Vor allem ist diese Reku sicher, setzt schon (relativ, 30 km/h) weich ein, sofern man bei 200 Ampere von "weich" sprechen kann. Mit einer Bleizelle solltest Du nicht gleich voll drangehen, der Strom wäre zu hoch, die benötigt einen Vorwiderstand. Als Vorwiderstand reichen eine etwas längere Zuleitung, der Relaiskontakt und, auch der Innenwiderstand der Zusatzbatterie.
Anhand des Schaltplanes solltest Du Dich vergewissern, dass der Strom keine verbotenen Wege gehen kann. Man kann ja nie wissen, ob nicht Änderungen in der Schaltung vorgenommen wurden. beim Kewet war das jedenfalls eine ziemliche Frickelei. Ansonsten ist der Fahrmosfet gut abgesichert über die eingebaute Diode und die Rückschlagdioden (ich vergesse immer den Fachbegriff) sind reichlich dimensioniert.
Auf jeden Fall mit Schalten in den Rückwärtsgang und der Gefahr des Blockieren des Motors durch ungebremste Selbsterregung hast Du dann nichts anm Hut. Der Strom kann abgesehen von den wenigen Ampere, die Du gemessen hast, nicht höher werden als der Strom, den Du in die Serienwicklung zufütterst.
Der Zusatzstrom fließt in der gleichen Richtung wie Dein Fahrstrom! Kleiner Nebeneffekt: Mit dem Zusatzstrom kannst Du starke Steigungen sehr langsam und trotzdem energiesparend erklimmen! Die Kohlen werden stark entlastet!! Miss mal!

von Bernd Schlueter - am 19.07.2009 20:43
Hallo Bernd,
Deine Idee mit der zusätzlichen Serienfeldwicklung ist interessant. Vorerst werde ich jedoch nicht dazu kommen das zu testen. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, würdest Du im Bremsfall mittels eines zusätzlichen Leistungsrelais z.B. ein NiCd Zelle parallel zur Serienfeldwicklung schalten, d.h.
der ( + ) Pol der NiCd Einzel Zelle würde über den Leistungsschaltkontakt des Zusatzrelais mit dem Punkt A2&D2 des Cityels verbunden werden u.
der ( - ) Pol der NiCd Einzel Zelle würde über den Leistungsschaltkontakt des Zusatzrelais mit dem Punkt D1E1&M- verbunden werden. Die bisherigen Leistungs Relais blieben im Vorwärts Betrieb. Der Curtis müsste am Gaspedal Eingang Sicherheitshalber abgeschaltet werden, sodaß ja kein Einschalten des Curtis auftritt.
Um den Aufwand mit Relais und NiCd zu vermeiden, könnte man auch ein Schaltnetzteil einsetzen, mit getrennter Sekundärseite und natürlich mit Spezialkern, sodaß aus den den ca. 40V der Fahrbatterie eine Spannung mit 1,2V /200A (ca. 200W) erzeugt würde. Falls das Schaltnetzteil noch steuerbar wäre, könnte man einfach den Bremsstrom einstellen.
Leider braucht man eine NiCd Zelle und ein Leistungsschaltrelais zusätzlich für diese Anordnung.
Falls man es aufbauen würde, was müsste man machen, damit der Curtis nicht immer abschaltet, wie von mir oben beschrieben? Dafür habe ich leider noch keine Lösung!

Grüße J. Fenk

von Josef Fenk - am 20.07.2009 10:24

Re: Cityel Reku mal anders

Tach zusammen,
ich verfolge das Thema Reku nun schon eine ganz Weile.

Würde es von der Reku her nicht auch funktionieren, wenn ich das Nebenschlußfeld bei eingeschalteten Fahrschützen, aber ohne Curtisansteuerung, im Reku mit einer umgekehrten potentialfreien Spannung füttere??



von EL-HP - am 20.07.2009 11:54

Re: Cityel Reku mal anders

Das Durchschalten der Mosfettransistoren ist der Reku sehr schnuppe, da nur noch die Substratdiode wirksam wird, wie heißt das Ding noch mit Namen? Wenn man vom Fahrpedal geht, fallen die Relais ab, dann geht auch die Reku nicht mehr. Es reicht ja auch, nur 20 Ampere auf die Serienfeldspule zu geben, dann gibt es eben nur 20 Ampere Rekustrom. Dafür reichte eine Batterie von nur 0,1 Volt.
Wichtig ist mir dabei, dass der Rekustrom nie höher als der zusätzlich eingespeiste Feldstrom wird, der vom Motor (jetzt Generator) erzeugte Strom wirkt der Felderregung entgegen. Das System ist eigenstabil. Ähnlich wie das Verhalten eines xenonvergifteten Cernobylreaktors zu einem unvergifteten mit negativem Voidkoeeffizienten. Bei der Mittnacht-Eat-Stoll oder auch den meisten anderen Rekus gibt es im Störfall eine selbsterregte Blockade des Motors. Hier nie!

Nicht ganz klar ist, wie die Überwachungselektronik reagiert, da kann alles mögliche eingebaut sein. Beispielsweise, dass man erst den Zündschlüssel umdrehen muss, weil ein dem System unbekannter Betriebszustand eingetreten ist. Siehe Josefs Erfahrung bei den geringen Rekuströmen nur mit Hilfe des Compoundfeldes.
Das da Schlimmeres passiert, kann ich mir nicht vorstellen.
Mein Saxo würde mir einen solchen Eingriff möglicherweise mehr verübeln, da das Feld von einer völlig getrennten Elektronik angesteuert wird. Wäre ja auch blödsinnig, diese beinhaltet ja schon die volle Reku, ohne die gutartige Gegenwirkung des generierten Stromes.
Ich halte deshalb gerade das Cityel für prädestiniert für die Einfachreku.
Habe leider keines zum Test.
Test: einfach ein normales 2,5 er Netzkabel über zwei 40 Amperesicherungen parallel zur Feldwicklung legen und von Hand an eine Zelle legen. das Schlimmste, was passieren kann, dass die Sicherungen schmelzen. An keiner Stelle wird der Strom höher steigen als die Sicherungen zulassen. Man kann auch eine 12 Volt-Batterie nehmen und den Strom über Scheinwerferbirnen fließen lassen. Der Rekustrom wird um das gleiche Maß steigen. bei den geringen Strömen allerdings erst bei den Geschwindigeiten, bei denen Josef gemessen hat. Lässt man höhere Ströme fließen, setzt die Reku schon deutlich früher ein, gutartig.

Kleiner Vorsichtshinweis: Sollte ungewollt das Fahrrelais abschalten, gibt es einen Abreißfunken, der aber von den reichlich bemessenen Blockkondensatoren abgefangen wird. Da hätte ich keinerlei Bedenken. Vom erzwungenen Umschalten in den Rückwärtsgang und ähnliche Scherzen, wie es die Eat-Stoll macht, bitte ich dabei zu verzichten!!
Genau darum ging es mir ja dabei: gefährliche Betriebszustände zu vermeiden.

Die Eat-Stoll erzeugt ein dauerndes Relaisgeklapper beim Bremsen und Weiterfahren, das die Elemente beansprucht. Viele bauten das Geklapper wieder aus, weil sie Unheil fürchteten. Es soll schließlich schon verbrannte Relais in Cityels gegeben haben. Das Kabelgewirr ist zudem nicht unerheblich und nicht jeder tut sich leicht beim Einbau.

von Bernd Schlueter - am 20.07.2009 13:33

Re: Cityel Reku mal anders

Verwirr sein..... Verwirr sein...

das heisst mit dem Nebenschlußfeld kann ich bei der Reku garnichts anfangen, zwecks
Rekusteuerung??



von EL-HP - am 20.07.2009 19:36

Re: Cityel Reku mal anders

Natürlich wird das Compoundfeld voll eingeschaltet, aber mit dem alleine und dem eigentlich falsch gepolten Hauptschlussfeld hast Du eben nur die schwachen Ergebnisse, die Josef gemessen hat!
Das Hauptschlussfeld schiebt, ohne, dass Du Strom in der benötigten Richtung aufprägst, bis 50 km/h das Compoundfeldeinfach beiseite. Auch, wenn Du die Compoundwicklung mit 200 Watt, 60 Volt und 3,7 Ampere, belastest.
Bei der Eat-Stoll wird das Hauptschlussfeld in der richtigen Richtung umgepolt, mit allen negativen Begleiterscheinungen, insbesondere einem hohen Schaltungsaufwand.Dabei ist doch bloß ein aufgeprägter Strom bei weit unter 1 Volt Spannung erforderlich, um ohne weiteren Aufwand eine überaus gutmütige Reku, die auch schon bei weit geringerer Geschwindigkeit einsetzt, zu erzielen.
Ich verstehe nicht, warum das nicht einmal jemand ausprobiert. Ich würde eben nicht nur die Compoundfeldwicklung mit dieser Aufgabe belasten, die brennt nämlich irgendwann einmal durch.

Ich habe übrigens etwas unklar ausgedrückt: Bei meiner Einfachstreku fällt praktisch keine Spannung ab, denn meine Zusatzspannungsquelle muss lediglich den in der falschen Richtung fließenden Ladestrom kompensieren.

Josef, Du hast also schon eine Menge ausprobiert. Dass die Sicherheitslogik beim umgekehrten Stromfluss das Wiederanfahren verriegelt, ist sicherlich eine sehr wichtige Erkenntnis dabei. bei den unterschiedlichen Kewets passiert so etwas ebenfalls. Möglicherweise tritt das aber nicht ein, wenn der Feldstrom in der richtigen Richtung aufgeprägt wird?

Ein weiterer Punkt: ich würde mich scheuen, beispielsweise das Hauptfahrrelais zwecks Reku zu manipulieren. Um die Reku, die ja ganz ohne Curtis auskommt, zu ermöglichen, kann man das Relais durch eine kräftige Diode plus Sicherung , die "Überspannungen" in die Batterie ableiten, überbrücken. Denn offensichlich kommt es ja bei Josefs Schaltung zum Ausschalten des Sicherheitskreises. Das sollte nicht passieren können. Zündschlüssel aus und wieder ein, das wäre einfach untragbar. So etwas machen nur Zitronen, meine beispielsweise, bisher vier mal auf 10.000km.

Gerade hat das update hier versagt...neuer Versuch

von Bernd Schlueter - am 21.07.2009 08:43

Substrat-Dioden Stromfluss vermeiden durch Leistungs-Schottky Dioden parallel

Bernd, die MOSFET im Curtis haben ja die Substrat Diode als Invers Diode. Mi typ. 0,7V unter Massepatential beginnen diese zu leiten, wenn die Spannung von dem als Generator arbeitetenden Thrige die Batteriespannung um +0,7V übersteigt. Vielleicht könnte man das Abschalten der Sicherheitslogik vermeiden, wenn man parallel zu den Curtis FETs einige Leistungs-Schottky Dioden mit 0,3V schalten würde, d.h. Kathode der Schottky Diode an M- und Anode an B.- des Curtis. Die andere Alternative wäre ein weiteres Relais um den Anschluß M- des Curtis weg zu schalten. Das mit dem Relais geklappere gefällt mir aber nicht, deshalb habe ich auch schon bei meinem Cityel gleich ziemlich am Anfang auf Dauer -Ein geschaltet, damit es nicht immer geklappert hatte wenn ich aufs oder vom Gas ging.

Grüße Josef

von Josef Fenk - am 22.07.2009 09:03
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