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elweb
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Sven Salbach, laase, wolfgang dwuzet, Andi aus Bad Essen, Christian s, thegray, lange, Horst Hobbie, R.M

Rostschutz am El

Startbeitrag von laase am 08.02.2016 23:41

fassen wir mal zusammen: der Batteriekasten ist aus dünnstem Blech, einfach zusammengepunktet und original nicht grundiert und nur kurz "mit Farbe übergeblasen". Nach Säurenebel und auch Zeit, Salz und Feuchtigkeit ist bei vielen von uns nicht mehr viel vom Kasten übrig. Bei einem von euch fiel sogar schon ein Akku durch die Winkelschienen.
Den Zeitpunkt des notwendigen Austauschs oder der Überarbeitung kann man mit einer Motorraumverkleidung (inkl. Radkästen!) und dem Vermeiden des Fahrens auf gesalzten Straßen hinausschieben, aber irgendwann kommt er trotzdem.
Hier habe ich kurz skizziert, wie ich einen Batteriekasten bearbeiten würde, wenn ein Verzinken nicht klappt.
Meinen Batteriekasten hatte ich nach dem Reparaturschweißen zum Verzinker bringen lassen, der ihn mit dem Verweis auf zu geringe Materialstärke ablehnte. Vorher hatte er ihn aber leider trotzdem noch in irgend so ein Säuren oder Laugenbad getaucht, daß er hundserbärmlich rostig aussah. Er stand noch einen Tag im Regen auf dem Hof des Transporteurs so daß ich davon ausging, daß alles abgewaschen sei.
Habe dann also
- zwei Wochen elektrisch getrocknet
- 2x mit Hammerite Rostumwandler bearbeitet (Acrylbasis - damit also gleichzeitig grundiert)
- erneut getrocknet --> alles war tiefschwarz
- 2x mit "Metallschutzlack schwarz" (Rostschutzfarbe von Lidl, ähnlich Hammerite) gestrichen
- nochmal getrocknet
Dann mit guter Taschenlampe festgestellt, daß braune Blasen durchdrücken, wahrscheinlich vom Verzinkerbad.
- Alles mit Owatrol nachbehandelt (gepinselt), an schlecht erreichbaren Stellen mit Owatrol Spray
- getrocknet
- eingebaut
- Einbaublessuren erneut mit Owatrol behandelt
- getrocknet
- Fußschienen (Winkeleisen) mit Mike Sanders Hohlraumfett eingerieben (kalt sehr schwer zu verarbeiten!)
- restlichen Kasten mit "Fluid-Film A" (Schafwollfett) eingerieben, schwer erreichbare Stellen mit Dose "Fluidfilm AS-R" eingesprüht.
Ihr merkt schon: ich bin zwischendurch (mehrere Nächte Recherche zu Korrosionsschutzerfahrungen) ein wenig vom ursprünglichen Weg abgekommen.
wenn ich noch mal zurück dürfte, würde ich den Kasten JETZT so bearbeiten:
- Schweißen
- Strahlen
- Ballistolspray statt Rostumwandler
- abwischen und nur kurz trocknen
- 1x Owatrol als Grundierung (sollte restliches Ballistol gut binden)
- 1x Kunstharz-Metallschutzlack mit ca. 20% Owatrol als Anstrich, deckend
- gut trocknen
- Rückwand und schwer erreichbare Stellen mit Fluidfilm A einreiben/sprühen
- einbauen
- Fußschienen und Rest mit Fluid Film A einreiben, inklusive aller Schrauben
Die Gründe:
1. Ballistol geht gut in die Poren, schneidet auch hier gut ab
2. Owatrol verbindet sich hervorragend mit rostigen Untergründen, auch wenn diese etwas ölig sind
3. Owatrol läßt sich "naß in naß" mit Kunstharzlacken überlackieren, besonders dann, wenn diesen auch noch etwas Owatrol beigegeben ist
4. Gegen Rost hilft ohne besondere Nachpflege, also dauerhaft, nur Fett. Nur dieses legt sich fortdauernd immer wieder in neu entstehende Haarrisse und Spalten und schließt die Oberfläche so gegen das Eindringen von Feuchtigkeit ab.
5. (Ballistol und )Fluidfilm auch daher, weil sie beim Verarbeiten mit dem Lappen, Spray, Hautkontakt etc. sehr angenehm waren, auch wenn Mike Sanders "obendrauf" allein schon wegen der steifen Konsistenz vielleicht noch einen Tick haltbarer wäre.

Wenn ich eine Sprühlanze hätte, würde ich auch das Querstabirohr innen mit Mike Sanders behandeln. So habe ich nun aber Fluidfilm AS-R Spray und mache es damit.
Wenn mir das ganze Fett am Querstabi u.ä. zuviel Dreck angezogen hat, wische ich es vielleicht irgendwann einmal ab und wachse. Am Battkasten werde ich jedenfalls NICHTS dergleichen tun, da ist mir fettiger Dreck lieber als unterrosteter Lack.
Einzulagernde Teile, dreckiges Werkzeug und der verharzte Gleitlagerbolzen am Thrige-Riemenspanner werden ab jetzt mit Ballistol verwöhnt. Letzteres auch, weil es im Unterschied zu WD40 nicht verharzen kann.
Freue mich auf eure Kommentare und Erfahrungen!
Womit behandelt ihr zB das "blühende Leben" unter den abblätternden Pulverlackschichten von Bremsträgern und Felgen?
Viele Grüße, Lars

Antworten:

ich schwöre ja auf universellen Sprühöl z.B von Reichelt.
WD40 ist gänzlich ungeeignet, vom Ballistol bin ich auhch nicht wirklich begeister

von Sven Salbach - am 09.02.2016 10:09
wie gesagt Rost und Lackreste grob entfernen u Sprüh- Seilbahnfett drauf auch auf felgen ankerplatten u so

von Christian s - am 09.02.2016 10:49
Zitat
wie gesagt Rost und Lackreste grob entfernen u Sprüh- Seilbahnfett drauf auch auf felgen ankerplatten u so

seilBAHNfett ??? :confused:

von Andi aus Bad Essen - am 09.02.2016 11:30
[oldtimer-foren.de]
Auzug eines users:
Mit Erstaunen habe ich diesen Thread gelesen und möchte nun als Restaurator u.A. für technisches Kulturgut auch meinen "Senf" dazu geben:

Seit es Drahtseile gibt, werden diese gefettet. Das Fett schützt vor Rost und vorzeitigem Verschleiß. Dabei steht der wasserabweisende Rostschutz an erster Stelle, verzinkte Drahtseile gibt es nämlich noch nicht so lange. Daher muß das Fett besondere Eigenschaften aufweisen. Es muss nicht nur die Oberfläche schützen, welche ständig mechanisch belastet wird, es muss auch extrem kriechfähig zu sein, damit es in den letzten Hohlraum eines eng anliegenden Seilgeflechts eindringen kann. Und das ganze nicht nur bei dünnen Seilchen, sondern auch bei "beindicken" Strängen mit mehreren tausend dich aneinandergepressten Drahtseilfäden.

Genau diese Eigenschaften (wasserabweisend, schützend vor Rost, kriechen in Hohlräume, Haftung trotz mechanischer Belastung) soll aber auch ein Oldtimer Konservierungsfett haben, damit es in feinste Spalten und unter Rostflocken kriechen kann.

Und genau aus diesem Grund wird Drahtseilfett tatsächlich bereits seit vielen Jahrzehnten erfolgreich im Rostschutz von techischen Maschinen aber auch Fahrzeugen eingesetzt. Übrigens viele Jahrzehnte bevor Mike Sanders gebohren wurde. Was für einen Langzeittest wollt ihr denn noch?

Seilbahnfett ist übrigens nur eine andere Bezeichnug für Drahtseilfett. Es lässt sich mit diesem Namen in den alpinen Landstrichen halt einfacher an den "Seilbahn"-Mann bringen. (Ähnlich wie es hier im Baumarkt "Festerfarbe" gibt)

Vielleicht sollte ich neue Etiketten drucken und mit einem neuen Oldtimer- Hohlraum- und Unterbodenschutz- Programm an die Fachpresse gehen. Natürlich mit mindestens 350% Aufschlag.

von Horst Hobbie - am 09.02.2016 13:22
ah... danke

von Andi aus Bad Essen - am 09.02.2016 13:25
hallöle,
da ich als ehemaliger oldtimerfreak (bis zu dem zeitpunkt als ich das erste city-el an mir vorbeifliegen sah)
schon hier oder in anderen threat speziell zu mike sanders geraten habe,
und mich gestern telefonisch mit einem bekannten (gleichzeitige diplom-chemiker und abarth-freak) unterhalten hab,, der sich die unterschiede von seilbahnfett zu mike sanders mal genauer unter die lupe genaommen hat,
kann und muß ich hier bestätigen
spart euch den mike, kauft euch das seil...
unterschied sind im nicht zu berücksichtigenden bereich
bye wolle

von wolfgang dwuzet - am 09.02.2016 17:54
Hallo

Der Korb ist kunststoffbeschichtet und das hält schon mal 10 Jahre, was bei mir kaputt gegangen ist hat nichts mit Rost zu tun sondern mit Überlastung des Materials im Bereich der Stoßdämpferaufnahme.

Ansonsten hilft ganz einfaches Öl und Fett gegen den Rost, ich hab Vaseline grossflächig auf dem Metall verteilt überall wo sich Dreck und Feuchtigkeit festsetzen können.

Wichtig ist einzig das Teil ab und zu mal gründlich anzuschauen, wenn man den Korb alle 5 Jahre mal ausbaut und gründlich reinigt und die Stellen die abblättern nacharbeitet.

Gruß

Roman

von R.M - am 09.02.2016 18:13
@Sven: wie genau heißt das Spühöl? Von Reichelt ELEKTRONIK, dem Versender?
@Christian, Horst: Welche Seilfette verwendet ihr genau? (Marken, Bezeichnungen!) Werden die Felgen dadurch nicht über kurze Zeit in schwarze Klumpen verwandelt, weil das fett sämtlichen Straßendreck anzieht, bis es gesättigt ist?
@Wolfgang: Welches Seilfett hat Dein Bekannter untersucht?Mike Sanders ist ja momentan eher hart wie 5J alter Kunsthonig, Fluidfilm A und das oben im Link beschriebene Seilfett dagegen eher flüssiger als zB Eierlikör. Kann man das überhaupt seriös mit "kaum ein Unterschied" vergleichen? Schon die Viskosität wäre in meinen Augen dann ja ein gewaltiger Unterschied?! Oder verglich er Mike Sanders Fett bei 120°C mit Seilfett bei 20°C?
@Roman: Vaseline würde ich gefühlsmäßig auch eher in die Ecke von Fetten einordnen, da Minerölprodukt und von der Wirkungsweise eher abdeckend und nachfließend (=Fett) als eindringend und unterwandernd (=nidrigviskoses Öl). Hast Du Deinen Korb 2005 selbst beschichten lassen? Oder war der original kunststoffbeschichtet? Ich empfinde 10J nicht gerade als viel. Habe gerade auch bei KS-Beschichtungen schlechte Erfahrungen und bin daher die Meinung, daß sich gerade dort die Feuchtigkeit an der erstbesten Stelle reinzieht und sich dann unter der Plastikfolie so richtig schön "entwickeln kann", ohne daß man es sofort merkt. Irgendwann beult die große Blase, reißt am Rand und fällt danach bald als "Rostlappen" ab ...
Ich staune immer wieder über meinen Citroen Ami6 Bj66, da gibt es zwar viele kleine Mini-Rostpickelchen weit unter 1mm Dm, aber der Lack sitzt da ansonsten fest drauf, ohne das irgendwas unterrostet wäre. Deshalb lackiere ich da auch nichts; das wird nur mit Lackpolitur behandelt und gut ist. Vom Unterboden oder Rahmen des Wagens spreche ich dabei natürlich nicht ... ;-)

von laase - am 09.02.2016 21:21
ja das Standardöl das es eigentlich bei jeden Elektronik versender gibt
[www.reichelt.de]

Caramba hat auch ein vergleichbares.
WD40 ist vie zu dünnflüssig und verflüchtigt sich viel zu schnell, nicht mal als rostlöser bin ich von WD40 begeistert..kann den Hype der darum gemacht wird,nicht verstehen, habe alle Muttern entweder so oder auch mit WD 40 nicht heile abbekommen...
Wenn Überhaupt hat es mehr gebarcht, etwas Kupferpaste auf den Gewindestummel zu schmieren, wenn man die Mutter schon etwas bewegt bekommen hat

von Sven Salbach - am 09.02.2016 21:36
apropo
[www.oldtimer-markt.de]

von Sven Salbach - am 09.02.2016 21:39
Hallo Lars ! Marke weiß ich nicht schon weggeworfen... ich kaufs in der Landmaschinenwerkstatt ..
Und Ja , der straßendreck macht die Felgen zu dreckig gesprenkelten klebrigen Monstern. man kann nie mehr ohne schwarze Finger schrauben. Ich verstecke die Felgen deswegen hinter den netten bunten Plastikradkappen

von Christian s - am 10.02.2016 11:31
hallo laase,
welches seilfett genau, kann ich (im moment) nix sagen,
jedoch zu seinem "versuchsaufbau"
mike sanders auf 120 grad erhitzt, und dann auf etwa 25grad warmes stahlseil durchmesser 25mm und auf gefalztes lochblech aufgebracht,
seilfett bei 25 grad aufgebracht,
drei tage einziehen lassen,
seil gekappt, seilfett fast bis mittelpunkt durchgefettet,
mike sanders nur etwa 8-10mm eingezogen,
würde jedoch bei dauerhafter bewegung weiterziehen,
beim lochblech war der falz ausreichend unterwandert
anschließend hat er das alles noch einige zeit im salznebel gelagert,
beide lochbleche zeigten keinen rostbefall die stahlseile ebenso
somit ähnlche schutzeigenschafte,
jedoch einfachere verarbeitung des seilfettes,
demgegenüber steht bei sanders jedoch das es wesentlich weniger schmutzaufnehmend ist...
bye wolle

von wolfgang dwuzet - am 10.02.2016 18:43
also zu dieser Fettdsauerei..muss ich noch sagen, das mein Korb lackiert...wie geleckt aussieht...
Von daher reicht eine vernüfntige LAckierung völlig aus, wenn keine Säure im Spiel ist

Anbei meine Arbeiten von damals, relatiev weit unten kommen die ganzen Bilder


http://www.mysnip.de/forum-archiv/thema-363-237014/Batteriekorb+ausgebaut___+was+muss+geaendert+werden+fuer+Lithium.html

das war 2008

von Sven Salbach - am 10.02.2016 18:48
hmm..merkwürdig, irgendwie fehlen die ganzen Teile wo alles lackiert wurde?! finde ich nirgend im elweb..schade

von Sven Salbach - am 10.02.2016 19:02
Moin.
Seilbahnfett und fluid Film sind relativ dünnflüssige Produkte. Die verwende ich nur in Holmen wo sie nicht ohne weiteres weggespült werden können.Dort können sie schön kriechen.. Mike Sanders oder Time Max produkte sind nach verarbeitung relativ fest. Die verwende ich am Unterboden da sie fast nicht weggespült werden können. Die beiden produktgruppen zu vergleichen halte ich nicht für sinnvoll.

von lange - am 11.02.2016 20:46

Re: Rostschutz am El .... einen hamwa noch!

Also für die die keine Vorstellung haben das Drahtseil Fett ist einmal aufgebracht extrem Zäh hat etwa die Qualität von Honig das die Nacht draußen in der Kühle stand und leicht auskristalisiert ist - das besteht dann auch den "klassischen Werbefilmtest von Patex":joke:

Das wird nicht so schnell weg gewaschen auch im warmen Sommerregen auf der Autobahn.

Wer noch von früher einen alte Dose Kettenfett zum aufsprühen für die Motorradkette hat ist fast genauso gut bedient - hängt das Zeug erstmal an der Hand oder Kleidung ----- hihi viel Spaß.

von thegray - am 12.02.2016 12:20
Jungs - Danke!

von laase - am 15.02.2016 17:35
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