Nagelneue CroMo Welle eingelaufen (Vulkolan-Kupplung)

Startbeitrag von inoculator am 31.03.2016 10:41

Moin zusammen,

Vorweg: Nein, Wolle's Kupplung ist nicht unmittelbar "schuld" daran.

Nach knapp 8000km ist meine neue Welle (CroMo) auf der rechten Seite an den Lagersitzen der Ankerplatte etwa 0,25mm im Durchmesser eingelaufen.
Die Einlaufspuren sind konisch.

Die Ursache könnte in der Montagemethode der Vulkolan Kupplung liegen.

Daher hier mal die Frage:
Wie befestigt Ihr die Kupplung auf der Welle?
Wo sind U-Scheiben und wieviel N nehmt ihr, um die Radmutter festzuziehen?

Gruss

Carsten

Antworten:

Carsten, ich kann Dir drauf keine Antwort geben, nur soviel: Ich würds an der eingelaufenen STelle mal mit Fühlerlehrenblechstreifen probieren.
Mein Beileid!

von el El - am 31.03.2016 11:25
Hallo Konstantin,

genau das habe ich heute morgen als temporäre Lösung gemacht.
Als Ausgangsmaterial habe ich 13 x 0,125mm Streifen.
Diese werden zuerst schräg auf Länge geschnitten -also beide Enden etwa 45°, so daß später eine Überlappung der Schnittstelle entsteht.
Dann wird der Blechstreifen in eine 15mm U-Scheibe gelegt und mit der Flamme heiß gemacht.
So wird er etwas kleiner rundgebogen, als die Welle und er legt sich glatt in die Vertiefung.
Dann werden die 13mm noch auf Maß geschliffen, da die Eingelaufene Stelle immer etwas schmaler ist, als das Lager selber.

Diese Methode funktioniert bei allen frei zugänglichen Laufflächen.
Und damit komme ich zu dem Problem, bei den beiden Sitzen der Ankerplatte.
Hier sind zwei Einlaufspuren durch eine Nase getrennt. Es ist nahezu unmöglich, auf beide Flächen ein Blech zu legen und beide Lager darüber zu schieben, ohne daß nicht das vordere Blech verrutscht und das Lager verklemmt.
Daher kann ich leider nur das Innere Lager -also jenes, was zur Fahrzeugmitte liegt; mit einem Blech unterlegen.
Der Rest muss mir Muskelschmalz auf der Radmutter so verpresst werden, daß sich die Lager der Ankerplatte und des Rades gegenseitig stützen.
Da passt nach aktuellem Stand die Kupplung dann nicht mehr zwischen.

Ich glaube ich lasse mir die Welle Oberflächensintern. So mit 4 Millionen Shore oder so... sollen doch die Lagerschalen einlaufen, aber doch nicht die Welle ;-)

Gruss

Carsten

von inoculator - am 31.03.2016 11:44
Es ist leider eine Unsitte, die Wärmebehandlung zu Spät in den Fertigungsprozess einzubauen. Dabei entstehen dann oft mangelhaft behandelte Bereiche mit beispielsweise Abkohlungen oder anderen Fehlern. Solche Stellen laufen dann schnell ein. Auch die Wurfpassung an meiner Achse ist nicht Zielführend.
Ich hatte übrigens den gleichen Schaden an meiner HA. Ebenfalls rechts mit Steg in der Mitte und zwei tiefen Einlaufmarken. Habe den Steg seinerzeit vor dem Auffüttern entfernt. Heute würde ich die Lager aufkleben, aber dafür ist es bei unseren beiden Achsen nun zu spät. Für einen Tag habe ich mir mit einer U-Scheibe auf der Innenseite beholfen. Dadurch kam ein Lager auf den Steg und eines in den intakten Bereich der Welle. Das hilft aber sicher nicht länger, als bis zum Wochenende. Hatte bei meiner Welle kurz überlegt, ob ich auf M14 Radmutter runter gehe und eine gehärtete Hülse auf die Abgedrehte Welle aufschrumpfe. Hat sich aber bei mir hoffentlich bald erledigt.

von Richard - am 31.03.2016 14:42
Hallo

Genau wie ich befürchtet habe ohne härtbares Material gehts nicht. ich bleib also bei meinem C45.

Radmutter wird mit 100 Nm festgezogen.

Die Kupplung wird einfach auf die Welle gesteckt wenns nicht passt kommt Eisenpulver gefülltes Epoxy zum Einsatz, eine Seite Einfetten dann gehts auch wieder ab.


Gruß

Roman

von R.M - am 31.03.2016 19:07
"Eisenpulver gefülltes Epoxy"
soso, noch eiern der mein Prinzip der Auftragsklebung nutzt :-)

von Sven Salbach - am 31.03.2016 21:19
irgendwie muss es dafür eine andere Ursache geben, egrade rechts it das ganze sehr ungewöhnlich..
Ich habe auch die CroMo Welle drin, ohne Probleme!
Hast Du mit 100nm angezogen?
Sind die Lager wirklich!! i.O1 ichv ermute eher die Lager werden das Problem sein..
HAst Du die Mutter mal nach 1000km oder so nachgezogen? War die geringfügig gelockert? Dann Loctide verwenden oder neue Mutter!

von Sven Salbach - am 31.03.2016 21:21
Hallo

Nachdem sich mit dem Zeug sogar Presswerkzeuge fertigen lassen gehts problemlos, ist allerdings keine richtige Klebung mehr das ist ehr so wie feuchter Sand.

Gruß

Roman

von R.M - am 31.03.2016 21:27
sag ich ja :-) hält erstaunlich lange
Hat damals auch super geklappt im eingebauten Zustand.-)
[www.mysnip.de]





von Sven Salbach - am 01.04.2016 05:40
"...Hat sich aber bei mir hoffentlich bald erledigt....."

Richard??? Du machst mir angst... wieder ein EL-Fahrer weniger?!?

Oder hast Du eine Lösung für ein anderes Fahrwerk?!?

Ich hatte gehofft, Deine Instandhaltung mit dem Aufschweißen, abdrehen und Richten einer C45 Welle beglücken zu dürfen *duckwech* ;-)

Gruss

Carsten

von inoculator - am 01.04.2016 07:32
Moin,

ich vermute, daß da mein Problem lag:
Die Radmutter hatte keine 100Nm.

Ich habe zwischen Radlager und Kupplung keine Distanzringe verwendet, so daß keine kraftschlüssige Verbindung zwischen Kuppungsträger und Radlager zustande kam.
Dadurch liefen Ankerplattenlager und Radlager frei nebeneinander.
Offensichtlich ein Todesurteil für die weichen Lagersitze (siehe Beitrag von Richard weiter oben).

Die Frage wäre jetzt, ob man nach dem Aufschweißen und Abdrehen die Welle nachhärten kann, ohne einen Mikroriss zu riskieren, er einem später den Wellenstumpf abschert?!?

Gruss
Carsten

von inoculator - am 01.04.2016 07:36
Geiles Werkzeug!!!

Sven, Du hast mich da echt positiv überrascht.
Das jetzt mit einem Hartmetallplättchen versehen, und man könnte im eingebauten Zustand aufschweißen und abdrehen!!

Sehr gut!!

Gruss

Carsten

von inoculator - am 01.04.2016 07:37
"Das jetzt mit einem Hartmetallplättchen versehen"

ist doch :-) Alles im eingebauten Zustand und den angepasten Edelstahlborher als Plättchen :-)
In der Mitte siehst Du einen HArten Bohrer der entsprechend zurecht Geschliffen wurde :-)
Obendrauf habe ich ein Gewinde Geschnitten zur Höhenverstellung :-) Etwas feineres Gewinde wäre aber besser gewesen.
Der Schlitten konnte also bewegt werden und der Bohrer bzw das Abdrehwerkzeug :-) Höhenverstelbar.

von Sven Salbach - am 01.04.2016 07:52
Ah... das konnte ich auf den Bildern nicht so erkennen.

Auf jeden Fall eine tolle Konstruktion!

von inoculator - am 01.04.2016 08:07
ja und hat funktioniert :-)
Das ganze wurde an die Blattfeder geschraubt damit es einem nicht aus der Hand schlägt..Gaspedal auf niedriger Drehzahl mit einem Stein blockiert :-) und dann ging es nur noch darum den Schlitten zu ziehen und den Bohrer bei jedem Durchgang etwas abzusenken :-)

von Sven Salbach - am 01.04.2016 08:09
Sven :spos:

Carsten hm - also grundlegend sind ja legierte Sachen immer empfindlicher als.... an welches "Aufschweissen" hattest du den gedacht beim Elektroschweißen bekommst du am Rad der Schweisszone immer einen Übergang...

Also vielleicht gibt es in deiner Ecke einen der es im Plasmaspritzverfahren macht ?

von thegray - am 03.04.2016 22:31
Hallo Sven
Gute Idee, das im eingebauten Zustand überholen zu können, bei manchen Els muss ja mittlerweile alles raus. Vielleicht kannst Du das Drehwerkzeug kleiner, leichter und steifer bauen, ich hätte da ein paar Ideen.
Gruß
andreas

von andreas Andreas - am 06.04.2016 22:35
" Drehwerkzeug kleiner, leichter und steifer bauen"
Ich wüßte leider spontan nicht, wie..
Groß ist es ja jetzt schon nicht, es passt ja schon fast in die Hand...
Es muss ja zumindest so groß sein, das man es z.B. an der Blattfeder verschrauben kann, damit es einem nicht aus der Hand gerissen wird wärend der Motor dreht.....safety first...
Leichter?..naja..wenn ich es nochmal bauen würde, würde es noch schwerer werden, da mir der Schlitten zu Hakelig war, aber dafür fände ich auch noch eine andere Lösung, evtl..
Aber mal eben nachbauen?!..das war bei mir mehr Verzweiflung, weil ich keine Lust hatte, bei Winterlichen Temperaturen die Achse auszubauen, gerade wo bei mir unten links/rechts etc.. Verkleidungsteile abzubauen sind..nervig....
Aber das Foto ist evtl ein Anreiz wie man es machen könnte..
Ich stelle nachher nochmal Fotos von allen Seiten rein..wie gesagt..Verbesserungspotential gibt es natürlich, aber dafür das es der erste Entwurf war, bin ich seh zufrieden :-)

von Sven Salbach - am 07.04.2016 05:53
Hallo Sven
Ich verstehe, die Blattfeder stört, sonst hätte man den Schlitten von unten direkt an die Lagerböcke montieren können, dann wird das alles viel steifer.
Habt ihr diese Klebemasse irgendwie verpresst, damit keine Lufteinschlüsse entstehen?
Gruß
andreas

von andreas Andreas - am 07.04.2016 19:54
? Wie von unten an die LAgerbücke?
Also eigentlich geht es nur, weil die Blattfeder da ist :-)
Somit ist es viel einfacher finde ich, da man bereich einen Fixpunkt direkt unter der Achse hat :-)

von Sven Salbach - am 08.04.2016 07:57
hello,
muß mich hier mal kurz dazwischenquetschen,
hab gerade auf sommerräder gewechselt,
und mußte meine VA-platte samt Vulkolan nach nunmehr fast 35000km
erstmals tauschen, das vulko zeigte deutliche spuren,
die VA scheibe konnte ich auf der achse um etwa 100grad verdrehen,
war schon ziemlich rundgeluuutscht,
trotzdem nix an der welle zu bemerken.....
bye wolle
PS: hat jemand ne reinbscheibe rumfliegen, die er gar nicht braucht?????

von wolfgang dwuzet - am 08.04.2016 15:44
Wolle, Du kannst eine Dünnschnitt-Flexscheibe nehmen, zuerst bis aufs Maß verbrauchen, dann innen aufarbeiten. Die Dicke paßt ganz gut, sie ist etwas rauer, greift besser.
lg Konstantin

von el El - am 08.04.2016 16:12
hy konstantin,
neeeeeeeeeee nicht nochmal
genau so hatte ich es zwei winter lang,
vorher mit der reibscheibe null verschleiß am vuloklan,
und die edelstahl war auch noch iO,
vermute also sehr stark, das die flex nix gut

von wolfgang dwuzet - am 08.04.2016 17:41
Uuuuups! Tut leid, wenns auf meine Idee hinaus verreckt sein sollte!:-(

von el El - am 08.04.2016 19:17
neneneee
weißt doch
nur versuch mach kluch
das fällt unter
langjährige entwicklungsarbeit

von wolfgang dwuzet - am 09.04.2016 07:28
Hi Carsten,
wenn Du nicht schon einen anderen Plasmaspitzer gefunden hast: Firma Berolina Metallspritztechnik (Thread mit "Berolina" suchen) hat das zu meiner vollen Zufriedenheit gemacht. Motorlagerbock vom Thrige konnte sogar dran bleiben! Die haben auf meinen Wunsch hin auch die Passung eine Stufe "verschärft" so dass Ich die Bremsankerlager dann mit Hülse und Radmutter regelrecht aufpressen mußte. Bei der Passung ist da nie wieder was eingelaufen. Bei der originalen "Wurfpassung" (leider) kriegste im Repfall zwar die Bremsankerplatten leichter runter, dafür sind die Sitze aber auch zwingend auf die 100Nm Anzugsmoment angewiesen. Selbst dann keine 100%ige Sicherheit gegen Einlaufen. ...
Viele Grüße, Lars

von laase - am 14.04.2016 06:36
kann man so nicht auch die Bremstrommeln wieder aufarbeiten?
Was kostet sowas wohl mit aufspritzen und ausdrehen?

Oh, besser nicht..
"-Aufarbeiten ihrer Bremstrommel durch Einziehen eines neuen Stahlrings und ausdrehen auf Maß:
pro Bremstrommel ca. 320 Euro"

von Sven Salbach - am 14.04.2016 06:40
Autsch....
Danke für den Hinweis, aber das (Berlin) ist mir ein wenig weit weg:
[www.metallspritztechnik.de]

Und wie Sven schon geschrieben hat, sind die Preise der Firmen sehr extrem.
Für den kleinen Privatie kaum zu stemmen -siehe auch meine Anfrage nach Bürstenhalter f+r den Thrige.

Gruss

Carsten

von inoculator - am 14.04.2016 06:59
Sven, haste den Preis (Bremstrommel) von Berolina?
Würde mich wundern, denn die drei Lagersitze auf meiner Welle haben seinerzeit 120Euro gekostet.

von laase - am 14.04.2016 17:04
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