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elweb
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Erster Beitrag:
vor 8 Monaten, 3 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
Ulrich Reeg, Rued, laase, inoculator, Sven Salbach, Christian s, Helixuwe

Zweitakt-Thrige mit Zündaussetzern?

Startbeitrag von Ulrich Reeg am 27.11.2016 11:36

Mein olles Mini-El-City fährt zwar, aber es zeigt zwei unschöne Effekte. Hier kommt deshalb ein Rätsel für Motor- und Curtis-Chopper-Spezialisten:

1.) Es "zieht unten raus" nicht mehr (Zweitakter?). Genauer: Der Batteriestrom steigt erst mit der Motordrehzahl an und erreicht >90A (und damit halbwegs brauchbare Beschleunigung) nur ab ~30km/h.

2.) Wenn man dann mit "viel Gas" weiter beschleunigt, gibt es mit voller Compound-Wicklung bei ~40km/h (ohne sind es ~50km/h) zwei bis drei "Zündaussetzer": Strom und Anzug fallen ab. Der Schütz ist dabei nicht zu hören. Nach diesem Ruckeln beschleunigt es weiter. Der "Ruckelbereich" scheint mir mit dem der höchsten Stromaufnahme überein zu stimmen.

Mein El hat einen Kettenantrieb 14/76. Der Thrige-Motor läuft in "Kürten-Schaltung", die Compund-Wicklung kriegt Saft. Kohlen & Kollektor sind zwar alt, aber leichtgängig, kaum verschlissen und sehen wie geleckt aus. Ladegerät und Kapazitätsmesser gibt es nicht mehr. Der Strombegrenzer ist abgezogen. Beide Streifensicherungen habe ich ausgebaut und überprüft.
Ich fürchte deshalb, dass der schwarze Kasten die Ursache beherbergt. Für Ideen und Vorschläge, wie ich der Sache beikommen könnte, wäre ich dankbar.

Grüße
Ulrich

Antworten:

einen schwarzen kasten von jemandem ausleihen u probieren obs mit diesem gleich ist . ich vermute der ist schuld

von Christian s - am 28.11.2016 06:58
Tausch mal den Poti unten am Pedal. Oder prüfe dessen Verbindungen.
Ich fahre mit der gleichen Verschaltung und Technik mit meinem Mini und hatte das Problem jedenffalls auch schon. Bzw. habe es heute auch noch, aber gewollt. So halten die Reifen länger und der Anfahrstrom ist passabel. Nur zum Anfahren am Berg oder Bergauf sowieso kommt eine Poti-Taster Schaltung dazu welche diesem Effekt den Garaus macht. Ist jedenfalls recht spaßig wenn man langsam bis 10 km/h beschleunigt und dann den roten "Turboknopf" drückt. Da presst es einen dann schlagartig in den Sitz. Die Idee mit dem Taster hatte ich aus der Not heraus da man das Pedal nie feinfühlig genug betätigen konnte um bei 52 Volt nicht immer Gummi auf der Sraße zu lassen.
Gruß Uwe

von Helixuwe - am 28.11.2016 07:07
Hi,

das beschriebene Phänomen deutet auf die Kohlen hin.
Auch wenn Du schon geprüft hast, schaue noch einmal genau nach.
Und zwar nach der Einsinterung der Kupferbänder und ob der Federdruck hoch genug ist.
Schaue auf den Kupferbändern mal nach Brandmarken, ob die eventuell mit dem Gehäuse in Kontakt gekommen sind.

Curtis schließe ich aus. Der kann nur "0" und "1", demanch: entweder kaputt (0) oder nicht (1).

Fahrpoti ist im Rahmen des Möglichen, deckt sich aber nicht mit dem "Ruckeln".

Hope it helps.

Gruss
Carsten

von inoculator - am 28.11.2016 12:23
Bei einem Curtis hatte ich während des Beschleunigens eine "Pause", danach gings weiter, das Phänomänen war reproduzierbar - Schrott. Bei einem anderen Curtis hatte ich auch Aussetzer während des Anfahrens, danach Totalausfall. Das war dann auch mein letzter gebrauchter, habe nun einen neuen drin und es ist Ruhe.

von Rued - am 28.11.2016 15:20
Kann ich bestätigen: Curtisse kennen mitunter mehr Zustände als nur 0 und 1. Wäre ja dann auch gar zu einfach für den Fehlersuchenden!
Meiner zeigte mindestens 1 Jahr lang eine Feinfühligkeit gegenüber der Spannung am KSI (key switch input; wenn zu niedrig, dann traten mehrere komische Effekte ein, fuhr aber noch irgendwie).
Kurz vorm "Ende" gab es dann immer länger andauernde Aussetzer. Ein Blick ins Innere zeigte dann kaputte Elkos, durch den Elektrolyt zerstörte Leiterbahnen, eine mehrfach durchgeychmorte Treiberstufe für die Mosfetsund eine (!) kaputte Diode. Weis nicht mehr genau, aber ich glaube, es war nicht mal ein Mosfet kaputt. Müßte ich nachschauen.
Viele Grüße, Lars

von laase - am 30.11.2016 07:41
Hier: [nadanet.de] kann man Kohlen & Kollektor sehen. Alles ist leichtgängig und lose Kabels hab ich nicht gefunden.

von Ulrich Reeg - am 02.12.2016 16:31
Das Poti hab ich mit einem altmodischen analogen Ohmmeter (Drehspulinstrument) geprüft, um mögliche Aussetzer zu finden, den Endwert von 5kOhm zusätzlich mit dem besten verfügbaren Digitalmultimeter gemessen: Scheint OK. Ich muss aber wohl zu Sicherheit nochmal direkt am Curtis nachmessen.
Leider habe ich kein Ersatz-Fahrpoti zum Ausprobieren und mein "Testkästchen" (ohne Rückzugsfeder) ist mir auf der Straße zu gefährlich.

von Ulrich Reeg - am 02.12.2016 16:39
Das wäre zweifellos die beste Lösung. Problem ist nur: Woher nehmen?
Hat vielleicht jemand so was zu verkaufen?
Vermutlich leider nicht, weil die Teile sich wohl oftmals verabschieden. Meinen hat Bernd Kürten, als er noch aktiv war, schon mal repariert. Er hat damals danach was von "erhöhtem Widerstand" gemurmelt.

von Ulrich Reeg - am 02.12.2016 16:45
hmm..also nach reiflicher Überlegung....vermute ich das mit der Strombegrenzung im Controller was nicht stimmt...Stichwort Kondensatoren ist bereits gefallen..
Also ich tippe auf den Curtis
Auf Höchstgeschwindigkeit kommst Du vermutlich nach wie vor?
Wenn Du ganz sachte beschleunigst gibt es vermutlich keinerlei Auffälligkeiten, erst wenn die Elkos belastet werden indem Du stärker beschleunigst?

Leider habe ich auch gerade keine spontante Idee für einen einfachen Test...außer Curtis raus und starke Last dran...(Problem Nr.1, evtl ein Kabeltrommel?)
Dann über einnen einfachen Spannungsteiler bzS trombegrenzer Widerstand einen Kopfhörer oder LAutsprecher dran..und es sollte die Tuckern....dann weiß Du es...falls Du ein Oszi ahst ginge das natürlich auch, aber das fände ich jetzt langweilig ;-)

von Sven Salbach - am 02.12.2016 17:00
Hallo Sven,
genau so ist es: Mit "wenig Gas" ruckelt nix.
Ich habe ein Digitalvoltmeter eingebaut, dass ich an den Hauptshunt schalten kann. Da sieht man, dass der Batteriestrom erst mit der Geschwindigkeit ansteigt. Grobe Faustregel: km/h * 3 = A
Die Aussetzer kommen, wenn sich der Strom bei ~40km/h (bzw. 50km/h ohne Compound-Wicklung) der 120A-Grenze nähert. Da er bei höheren Geschwindigkeiten wieder abfällt, ruckt danach nix mehr.

Bevor der Punk losging lief das Ding wohl ~5km/h schneller. Ich denke, dass der Motor über den gesamten Drehzahlbereich weniger Strom bekommt als früher. Bei der Endgeschwindigkeit wäre mir das Wurscht, aber beim Anfahren behindere ich so den Verkehr.

An alle: Ich hätte evtl. auch Interesse einen "toten" Curtis zu kaufen, den ich zur Reparatur schicken und dann gegen meinen austauschen könnte.
Eine Curtis-Reparatur scheint mir der wirtschaftlich vernünftigste Weg zu sein, das El wieder zum normalen Fahren zu kriegen.

von Ulrich Reeg - am 03.12.2016 11:48
Wie günstig soll denn die "wirtschaftliche" Reparatur ausfallen, wenn du für ca. 200 Euro einen neuen kriegst? Kannst ja mal abklopfen, was die üblichen Verdächtigen fürs Reparieren aufrufen :hot:

von Rued - am 05.12.2016 10:02
Hi Ulrich,

hmm... jo, soweit ich auf dem Bild erkennen kann, ist zumindest kein grober Fehler drin.
Allerdings gibt es eine Auffälligkeit, bei der ich mir nicht sicher bin, ob das eine Reflektion ist, oder tatsächlich das Laufbild der Kohlen.
Schau mal genau in der Mitte es unteren Bildes.
Siehst Du die unregelmäßige Laufspur mit dem leichten Einschluss zwischen den Lamellen?
Das passt zu den Wärmespuren am Schild an den beiden "oberen" Kohlen.

Da läuft irgendwas nicht rund und erzeugt erhöhten Abrieb.

Schmeiß den Thrige mal aufgebockt an den Curtis und schau nach Lauffeuer und unrundem Lauf der Kohlen.

Ob das allerdings Dein Anfahrproblem erklärt, glaube ich aktuell nicht. Starkes Bürstenfeuer hätte noch andere Merkmale hinterlassen.

Gruss
Carsten

von inoculator - am 05.12.2016 11:20
Hallo Rued,
natürlich wäre eine Reparatur für 180,- bis 250,-€ bei 200€ Neupreis grober Unfug. Ich habe bisher nur Preise von ~400-700€ gefunden. Allerdings hatte ich mich bisher noch nie mit dieser Frage beschäftigt.
Woher bekommt man denn ein Neuteil für schlappe 200?
Grüße
Ulrich

von Ulrich Reeg - am 05.12.2016 12:25
Hi Ulrich,
nochmal kurz Deinen "Fall" durchgeschaut: um alle Eventualitäten auszuschließen würde ich an Deiner Stelle
1. neues Gaspoti einbauen (von mir aus auch "Handgas"; ist ja nur für einen kurzzeitigen Test)
2. nach dem Einstellwert des Potis auf der Strombegrenzerplatine schauen. Es kann sein, daß der bei Dir niedrig ist und die Regelung auf Grund von Wackelkontakten mal drauf "anspringt" (langsames Anfahren) und mal nicht (Ruckler, evtl im Zammhang mit Poti)
Hast Du noch eine Platine vor 3006? Dann ist es ein ziemlich kleines Poti mit (Metallgehäuse?), Rechtsdrehung erhöht den Begrenzungsstrom. Mitte oder leicht rechts davon ist wohl ziemlich ok, wenns bei Dir links der Mitte steht, würde das meine Vermutung bestätigen.
Wenn Du jetzt schon ein DVM am Shunt hast, kannst Du ja gut sehen ob und auf welchen Battstrom Deine Begrenzerplatine begrenzt. Probier mal, ob si h beim Drehen was verändert! Möglichst NICHT über 110A!
Viele Grüße, Lars

von laase - am 06.12.2016 07:34
Zitat
laase
1. neues Gaspoti einbauen (von mir aus auch "Handgas"; ist ja nur für einen kurzzeitigen Test)
2. nach dem Einstellwert des Potis auf der Strombegrenzerplatine schauen. Es kann sein, daß der bei Dir niedrig ist und die Regelung auf Grund von Wackelkontakten mal drauf "anspringt" (langsames Anfahren) und mal nicht (Ruckler, evtl im Zammhang mit Poti)


#1 muss ich noch sicherheitshalber abarbeiten. (Messen mit einem ollen Zeiger-Ohmmeter hat keine Wackelkontakte gezeigt.)

#2 Ist erledigt: Abziehen der Strombegrenzerplatine hat keinerlei Veränderung bewirkt. (Ob die solange ich das El fahre jemals funktioniert hat ist zweifelhaft.)

von Ulrich Reeg - am 06.12.2016 12:17
vielleicht sonst irgendwo ein wackler? Potileitung? KSI key switch input am Curtis (=Sicherheitskreis)? Versorgungsspannung (Polbrücken etc)? mmmhh

von laase - am 06.12.2016 17:22
Guckst du bei Ebay, der aktuelle Nachfolger hört auf die Bezeichnung 1204M5203. Den habe ich auch und der wird immer wieder so günstig angeboten. Schau mal in meine Beiträge, habe ich ausführlich drüber berichtet.

von Rued - am 07.12.2016 09:42
Hallo Sven,

bisher habe ich den Fehler zwar nicht beheben können, aber nachdem das El (dank Richard mit getauschter Motorkonsole) seit einer Weile wieder fährt, habe ich ihn ausgiebig beobachten können. Ich denke dass Du mit der Strombegrenzung Recht hast!
Ich sehe zwar nicht den Motor- sondern nur den Batteriestrom aber der macht folgendes: Beim Anfahren ist er sehr niedrig (~30A). Dann steigt er mit der Geschwindigkeit. Wenn ~120A erreicht werden, treten die Ruckler auf. Bei höherer Geschwindigkeit sinkt der Strom wieder, und es läuft alles glatt.

Da ist wohl leider eine neue Motorsteuerung fällig: Schaun mer mal.

Danke für die Hilfe.
Ulrich

von Ulrich Reeg - am 17.03.2017 10:18
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