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Erster Beitrag:
vor 4 Monaten, 1 Woche
Letzter Beitrag:
vor 4 Monaten
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R.M, H.Hobbie, Michael Hu, wolfgang dwuzet, el El, Michael Bosshard, laase, Richard, Peter End., Jan-EL

Löten oder Pressen

Startbeitrag von Michael Bosshard am 13.07.2017 15:03

Hallo zusammen

Was macht ihr mit einem Ringkabelschuhe und NSGAFÖU 25mm2? Wird der bei euch gelötet oder gepresst oder beides?

Danke für eure Meinung

Antworten:

Gelötet und Schrumpfschlauch drüber als Knickschutz.
Zum pressen hab ich kein passendes Werkzeug.

von Jan-EL - am 13.07.2017 16:00
trotz vieler Meinungen pressen sei besser , so bin ich doch einer der Löten für besser hält. Sogar ein Doppelter Schrumpfknickschutz mit Vaseline Schmierer :-)...

von H.Hobbie - am 13.07.2017 16:54
Hallo

Vernünftig pressen ist besser und eine Hydraulikpresse kostet nicht die Welt.

Gruß

Roman

von R.M - am 13.07.2017 18:22
ich bin über 7 ´Jahre und über 70.000 km im El unterwegs und nicht einmal bis jetzt liegen geblieben, und du Roman :-) ???

von H.Hobbie - am 13.07.2017 18:28
Hallo zusammen,
es heißt ja nicht umsonst Presskabelschuh.
(Ja es gibt auch Lötkabelschuhe (nicht in der Energietechnik) und Schraubkabelschuhe)
In der Energietechnik wird nur gepresst.
Beim verlöten kann das Kabel, wenn es Vibrationen ausgesetzt wird, abbrechen. Ich verpresse nur und anschließend ein Stück Schrumpfschlauch drüber. Wenn man welchen mit Heißkleber verwendet, gibt es eine wasserdichte und isolierende Sache, die hält.
Kabel die an der Lötstelle gebrochen sich habe ich leider schon viele gesehen. Das blöde ist nur, oft erkennt man das nicht gleich, da sich der Bruch meistens unter der eigendlichen Aderisolierung befindet.
Warum ?
Ganz einfach das Flexible Kabel wirkt wie ein Docht und zieht das Lötzinn unter die Isolierung.
Nicht zu Vergessen, zu jedem Kabelschuh muß das passende Presswerkzeug verwendet werden. Es gibt da nämlich gewisse Maßunterschiede.
Siehe: [www.klauke.com]

mit sonnigen Grüßen

von Michael Hu - am 13.07.2017 18:44
na da will ich doch meine gabelschuhbehandlung auch kundtun,
doppelt genäht hällt besser,
also erst press ich dann löt ich, dann schrumpf ich, neee nicht ich,
der schlauch:joke: dann:rolleyes:
ach ja dann fließt der strom
bye wolle,
PS: seitdem ich am thrige hochflexkabel hab is auch nix mehr passiert,

von wolfgang dwuzet - am 13.07.2017 18:46
Hallo Wolle,
das ist das was ich schon immer gesagt habe. Nehmt gescheites Material dann hält das auch. Die paar Mark mehr sparen richtig viel Ärger und Peinlichkeiten.
Ich habe, nachdem ich mein El gekauft habe die Kiste gleich auf Hochflexibel (Schweißerleitung) und gescheite Querschnitte (25 statt 10 Quadrat) umgebaut. Das Ergebniss waren bei 36V und 60A doch glatt 3V mehr am Steller......................
mit sonnigen Grüßen

von Michael Hu - am 13.07.2017 18:57
hy michael,
neeeeeeeee,
gekost ham die nix,
:rolleyes: doch zwei bier und ne bockwurscht:joke:
wozu hat man schließlich beziehungen, und arbeitete als lagerist/einkäufer...
aber ich stimme dir zu, die hochflex sind unverwüstlich, und durch nix zu ersetzen,
ich hab nur noch eine normalleitung drin, aber die liegt bewegungslos herum...
bye wolle
ABER hochflex keinesfalls löten, sonst ende flexilände

von wolfgang dwuzet - am 13.07.2017 19:32
Ich mach mir solche Kabelschuhe aus Resten von 1/2" Klimakupfer selbst, die sind ja deppert was die sich für sowas zu verlangen trauen, ich vercrimpe sie mit dem Stemmeisen und einer Kombizange, danach kommt noch etwas Lötzinn in das mit der Lötlampe erwärmte Kupfer. Dazu bohre ich ein kleines Loch (1mm) und fülle den verbleibenden Hohlraum vom Ort, wo der Ring hinkommt bis zum Schuhende aus, also von innen nach außen, danach kommt ein Schrumpfschlauch drüber, erst ganz am Schluß bohre ich den Ring (sonst kommt das Zinn da wieder raus).
EDIT: Ja ich mach das auch bei Hochflex so.

von el El - am 13.07.2017 20:36
Hallo Konstantin,
Da ich halt ein Stromer bin, und schon genug gesehen habe, bin ich in einigen Dingen kein Freund von Bastellösungen.
Ich habe schon Anlagen gesehen wo ein schlecht angeschlossener Draht von 1,5 Quadrat, der mit 10A Abgesichert war, einen schönen Schmorbrand ausgelöst hatte.
Ja, Kabelschuhe kosten Geld, aber ein abgeschmorter Akkuanschluß ist nicht billiger.
Und wir reden beim EL ja von 100A und je nach dem von deutlich mehr. Ich kann mit 50A schön Bleche Schweißen.............
Ich möchte aber nicht als Oberlehrer verstanden werden. Jeder soll es so machen wie er es für richtig erachtet. Ich gehe halt den Weg den ich als Lehrling beigebracht bekommen habe und der mich bis jetzt vor Schaden bewahrt hat. Beruflich lache ich über 100A da darf es schon in den Bereich von kA gehen.
mit sonnigen Grüßen

von Michael Hu - am 13.07.2017 21:02
Mein Kabel "NSGAFÖU 25mm2" welches ich rumliegen habe, gilt das als flexibel?

Ich habe damals (fühle mich als Märchentante) in der Lehre auch gelernt, dass man das nur verpressen darf.

von Michael Bosshard - am 13.07.2017 21:20
Hallo

Nach etwas suchen habe ich es doch noch gefunden. VDE sagt:
"Lötverbindungen sollten in Leistungsstromkreisen vermieden werden. Ist dies
nicht vermeidbar, müssen die Verbindungen so gestaltet sein, daß ein Fließen
des Lötmittels, mechanische Belastung und Temperaturerhöhung im Fehlerfall
berücksichtigt sind." (DIN VDE 0100 Teil 520; als Anmerkung zu Abschnitt 526
"Elektrische Verbindungen"; Ausgabe Januar 1996)

Also unabhängig davon würde ich niemals flexible Adern im El löten.
Wie wollt ihr denn 25qmm löten ohne die Isolierung zu beschädigen? Dazu hat Zinn bzw. Sn/Pb-Lot einen höheren Übergangswiderstand als eng verpresstes Kupfer. Dieser wird sich mit der Zeit durch verschiedene Einflüsse immer weiter erhöhen und das Lot mit der Zeit bei hoher Belastung irgendwann zum schmelzen bringen. Wenn die Verbindung vom gelötetem Kabelschuh zur Anschlussstelle nicht absolut in Ordnung ist entstehen ja alleine dadurch schon schnell Temperaturen die das Lot weicher machen, bzw. sogar schmelzen lassen.
Zu selbstgebastelte Kabelverbinder möchte ich mich hier lieber nicht äußern.

Achja, für sowas nimmt man (der Elektriker) auch keine Ringkabelschuhe sondern Rohrkabelschuhe. Mit 25qmm und 8er Loch kostet einer in der Bucht teilweise weit unter 2€. Und eine entsprechende Zange hat wohl jeder kleine Elektro-Handwerksbetrieb und verleiht die für wenig Geld in die Kaffeekasse gerne.
Da braucht"s nichts hydraulisches.

mfG
Peter

von Peter End. - am 14.07.2017 09:36
Zangen für den Hausgebrauch bekommt man schon um 25€. Wenn da ein Stammtisch zusammen schmeißt.... Ist natürlich keine Profiqualität, aber wer macht schon hunderte Kabel.

von Richard - am 14.07.2017 09:49
Hi Peter,
"Übergangswiderstand ... Lot zum Schmelzen bringen": das kenne ich genau anders herum: die Pressverbindung hat auf Dauer einen höheren Übergangswiderstand und wird heißer. Erst recht, wenn schlecht gepresst wurde.
Grund: beim Pressen leitet nur eine Linie am Einzeladerumfang den Strom zum Kabelschuh ab, beim Pressen und danach Löten gibt es diese "Stromübergangsmöglichkeiten" natürlich auch, aber zusätzlich werden alle Zwischenräume mit leitendem Material gefüllt. Macht geringeren Übergangswiderstand vom Kabel zum Schuh. Und das auf Dauer! Da wird dann auch nichts heiß und entlötet sich von selbst. Es kommt auch so gut wie keine Feuchtigkeit rein.
Im Gegensatz zum "nur Pressen": Es ist nämlich eine idealisierte Darstellung, daß dort keine Veränderung der Materialoberflächen stattfindet. Beim schlechten Pressen etwas mehr, beim guten (mit sehr hohem Druck) etwas weniger, kommt Luftfeuchtigkeit in die Kontaktlinie zwischen Einzelader und Kabelschuh. Mindestens das blanke Kupfer der Einzeladern korrodiert immer mehr und läuft schwarz an, je nach Oxidationsstufe auch grün. Wenn das erst einmal begonnen hat, geht die Erhöhung des Übergangswiderstands (= Verringerung der "tragfähigen" Kontaktpunkte) immer weiter, zu merken an der starken Erwärmung bei entsprechender Stromstärke.

Es ist ja nicht so, daß die Industrie presst, weil sie das für die bessere Verbindung hält, sondern weil es
a) billiger
b) schneller
c) weniger aufwändig und
d) besser automatisierbar usw
ist. Unter d) fällt auch, daß man das Pressen jedem Hiwi übertragen kann, während eine gute Lötverbindung an einem 25qmm Kabelschuh einiger Löterfahrung bedarf. Damit zB eben NICHT das Lötzinn das halbe Auge bedeckt und beim Anziehen dann ein "wegfließendes" Material eine tickende Zeitbombe darstellt, was die zukünftige Anpresskraft dieser Verbindung angeht. Außerdem passiert es ungeübten Brachiallötern natürlich schneller, daß das Zinn nicht richtig in den Schuh reinfließt, sondern sich, wie vorher schon beschrieben, stattdessen weit in das Kabel hochzieht, wo es dann zum Bruch führen kann. Das passiert aber nicht, wenn der Lötrand bis zu 2..3mm vom Kabelschuhende aufhört und das abgehende Kabel vom einrm guten Schrumpfschlauch gestützt wird. Natürlich darf auch kein "Lötwasser", Lötfett oder sonstiges saures Flußmittel verwendet werden, sondern nürnb das in Elektroniklötzinn enthaltene SW32 oder besser.
Achtet mal drauf: bei den Kabelbäumen günstiger Autos sind die dicken Massekabelschuhe einfach nur gepresst. Bei Mercedes (jedenfalls bei denen die ich kenne), verpresst und nachträglich verlötet! Die scheinen da auch mehr Angst vor der Mängelstatistik der 6-8 jährigen Fahrzeuge zu haben, als davor, daß irgendwann mal ein gelötetes Massekabel brechen könnte. (Denn Massefehler sind üble Fehler. ...)
Und klar, eine 160qmm Quetschverbindung im Mittelspannungsbereich lötet keiner mehr nach, weil es praktisch nicht mehr geht. Deshalb würde ich das Löten bei über 50qmm auch in kein Lehrbuch reinschreiben, sondern nur nich, daß die Quetschstelle eben so gut wie möglich vor Feuchtigkeit geschützt werden muß, zB mit fett- oder gelartigen Füllmitteln.
Einen hab ich noch: schneidet mal eine 60 Jahre alte Kfz- Litze längs auf. Die Einzeladern drin sind immer schwarz. Nicht so jedoch an einer Lötstelle, die ist immer noch intakt. Wenn nun einer meint "schön, Lot noch da, aber Kabel dahinter ab", dann lag das entweder am damals leider oft verwendeten Lötfett, oder aber an einer ungenügenden Schwingungsentlastung.
Die nur gepressten Kabelschuhe aus der Zeit kann man aber ALLE in die Tonne treten. Kein unverlöteter 60 Jahre alter Kabelschuh am Anlasser hat weniger als 1V Spannungsabfall, wenn da die 100A drübergehen.
Von den roten, blauen und gelben Quetschverbindern aus dem Zubehörhandel reden wir besser gar nicht. Unverlötet ist das der letzte Schund und wirklich nur dort anwendbar, wo es nicht so drauf ankommt. Das gilt erst recht, wenn die Litze zu klein für den Schuh ist oder keine 1A Zange verwendet wird.
Viele Grüße, Lars

von laase - am 17.07.2017 19:57
Hallo

Eine gute Pressung ist luftdicht, rate mal warum im Flugzeugbau nicht gelötet wird.

Gruß

Roman

von R.M - am 18.07.2017 19:08
vielleicht sollten die anfangen zu löten damit weniger abstürzen wegen Kabelbrände und schlechte Übergänge usw...?

von H.Hobbie - am 18.07.2017 20:30
Was bin ich froh, daß unsere Fahrzeuge keinen Verbrennermotor haben. Löten oder Pressen? Das ist ja fast wie wenn man in einem Verbrennerforum die Frage nach dem richtigen Motoröl lostritt..

von el El - am 19.07.2017 15:56
Hallo

Schlechten Übergang bekommt man beim Löten, nicht beim Pressen. denn richtig verpresst ist Luftdicht und das Material fließt.

Gruß

Roman

von R.M - am 19.07.2017 21:20
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