Erfahrungen mit Aerex BW 175 / BM 300?

Startbeitrag von steebo am 23.01.2010 17:37

Hallo,
wir sind noch auf der Suche nach der richtigen Haustechnik für unser PH. Sehr häufig sind in Beispielen die o.g. Komponenten verbaut. Nun meine Fragen:

1) Die Geräte gibt es schon seit einigen Jahren - entsprechen sie noch dem aktuellen Stand der Technik (WRG "nur" 78%)?

2) Reicht das aus, um ca. 140m2 wirtschaftlich mit Restheizung und Warmwasser zu versorgen (nur 2 Bewohner, die tagsüber aushäusig sind)?

Vielen Dank für Eure Rückmeldungen!
Steffen

Antworten:

Hallo Steffen,
grundsätzlich ist es wohl in Ordnung den Restwärmebedarf eines Passivhauses mit einer Wärmepumpe zu erzeugen.
Informiere Dich aber vorher über den Stromtarif für Wärmepumpen. Bei Kosten von über 18cent /kwh ist es fast preiswerte einen kleinen Flüssiggastank (gibt es schon ab 400ltr) und eine preisgünstige Gas-Therme einzubauen. Rechne bitte nicht mit der vom Hersteller angegebenen besten Wärmezahl von 4 oder gar noch höher ( 1kWh Strom = 4 kWh Wärme) Bedenke bitte das alle Wärmepumpen einen elektr. Heizstab haben. Hier wird dirket geheizt also Wärmezahl 1! Daher würde ich über das jahr immer mit einer Wärmezahl von 3 rechnen. Allerdings ist selbst das abhängig von der benötigten Vorlauftemperatur (siehe weiter unten) !!

Ich persönlich halte allerdings wenig von der Beheizung des Hauses mittels Luft. Dies ist sicher sinnvoll, wenn je Bewohner nur 30qm Wfl vorhanden sind. Das resultiert aus folgender Überlegung:
Für die Bewohner benötigt euer Haus 60cbm/h also 30cbm pro Stunde pro Person.
Nun müsst Ihr aber für die Beheizung des Gebäudes das 0,4-Fache des Gebäudevolumens oder 1cbm/qm Wfl , was in etwa auf das gleiche heraus kommt, ins Haus strömen lassen. Bei euch also 140cbm Luft die ganztägig, auch während eurer Abwesendheit, ins Haus strömen. Dies Luft muß für die Heizung erwärmt werden und durch die hohe Luftwechselrate besteht die Gefahr, das die Luft zu trocken wird.
Kleine Heizkörper oder kleinen Flächen mit Fußbodenheizung tuns hier sicher auch. Zumal dann die Wärmepumpe, wenn es denn eine werden soll, durch die niedrigen Temperaturen im Vorlauf sicher effektiver arbeitet als bei der Zulufterwämrmung.
Temperaturen bei -10 Gard also voller Heizlast:
Luftheizregister: 55 Grad C
Fußbodenheizung 25-30 Grad C

Hier funktioniert die Wärmepumpe sicher optimaler mit der FbHzg.

DIe Lüftungsanlage kann tagsüber auf ein Minimalbetrieb geschaltet werden, wenn ohnehin keiner anwesend ist. Dadurch erhält sich die Luft ein Mindestmaß an Luftfeuchtigkeit. Unsere Klimadaten (Lufttemp / Feuchte) findest Du im Internet unter www.degwer.de unter "Passivhaus " und dann "Raumklima"!

Gruß
Bernd Degwer
www.degwer.de




von Bernd Degwer - am 01.02.2010 19:59
Hallo Bernd,

nochmal danke für die ausführliche Antwort - das sind auch genau unsere Bedenken - wir tendieren daher evtl. auch zu einer Entkoppelung von Lüftung- und Heizungsleistung.

Gruß aus dem hohen Norden,
Steffen

von steebo - am 01.02.2010 20:25
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