Passivhausfenster, U-Wert

Startbeitrag von Thomas Hansen am 04.02.2004 15:05

Im Rahmen unseres Hausbaus wurden uns Kunststofffenster angeboten, die einen Uw- Wert von 0,74 aufweisen. Sie haben dabei die Besonderheit, dass der Ug-Wert für das Glas bei 0,5 und damit besonders gut liegt (Dreischeibenisolierverglasung mit Abstand je 12 mm, gefüllt mit Krypton), der Uf-Wert für den Rahmen jedoch bei 0,96 und damit auffällig schlecht. Es handelt sich dabei um einen Rahmen von Thyssen , System Prestige. Wie sind solche Fenster zu beurteilen, bei denen die U-Werte derart auseinanderfallen? Kann der U-Wert des Rahmens durch Überdämmung des Blendrahmens verbessert werden?
Die Fenster sind i.ü. nicht zertifiziert, stammen von der Firma ecco form in Mülheim, verwenden Glas der Firma Fandel und haben einen g-Wert von 52%. Der Scheibeneinstand liegt bei 21 mm.
Wer hat Erfahrung mit derartigen Fenstern oder mit Rahmen der Firma Thyssen Polymer?

Antworten:

Hallo Thomas Hansen,

leider habe ich noch kein Passivhaus mit diesen Fenstern gesehen. Der Gesamt U-Wert von 0,74 hört sich zunächtst erst einmal gut an.
Wenn Sie jedoch einmal auf den Seiten das Passivhausinstitutes die zertifizierten Fenstersysteme ansehen, ( [www.passiv.de] ) dann werden Sie sehen, dass der U-Wert immer bei einer Verglasung mit Ug=0,7 geprüft wurden. Auch die Größe des Fensters ist mit 1,23m X 1,48m immer gleich. Hier wurde dann immer ein Gesamt-U-Wert von unter 0,8 erreicht.
Der von Ihnen genannten Rahmen müsste sicherlich deutlich überdämmt werden, damit er im Passivhaus nicht zur Wärmebrücke wird.
Der einfache Zusammenbau von passivhaustauglichen Komponenten macht noch lange kein Passivhaus. Hier muss sorgfältig geplant und dimensioniert werden.
So wie Sie sich Gedanken über das Zusammenspiel von Fenster und Rahmen machen, ist Ihnen dies aber sicherlich bekannt.
Am einfachsten können Sie die unterschidlichen Rahmen und Glasscheiben im PhPP (Passivhaus-Projektierungs-Paket) im Arbeitsblatt "Fenster" testen. Wenn Sie hier unterschiedliche Rahmen und Gläser einbauen werden Sie schnell sehen wie stark sich der Energiebedarf ändert. Auf jeden Fall würde ich versuchen einen guten G-Wert von über 53% einzubauen. Das Fenster ist schließlich Ihre "Energiefalle".
Bei den von Ihnen angefragten Fenstern würde ich auf jeden Fall eine sehr gute Rahmenüberdämmung mit Materialien WLG 025 einplanen. Dies macht dann aber sicher den günstigeren Preis wieder zunichte.
Ich würde hier lieber unterschiedliche Fenstersysteme anfragen und die Preise dann vergleichen. Letztendlich orientiert man sich ja doch bei vergleichbaren Materialien am Preis.

Gruß
Bernd Degwer

von Bernd Degwer - am 04.02.2004 20:00
Die genannten Fenster haben wir für unser Projekt auch erwogen, aber man braucht doch eine ganze Menge Reserve in der Passivhaus-Berechnung, damit man auch mit so relativ schlecht gedämmten Rahmen den Standard insgesamt schafft. Bei uns hätte es zum Beispiel nicht hingehauen. Aber wenn die Ausrichtung gut ist, der Baukörper kompakt und die einzelnen Fenster groß, warum nicht? Eine Falle gibt es da aber noch: Für die Zertifizierung werden die Fenster ja in einer bestimmten Normgröße getestet. Größere Kuststofffenster haben oft zusätzliche Metallverstärkungen, die noch erhebliche Wärmebrücken darstellen können. Hier kann die Thermographie helfen, so etwas zu erkennen.

von Volker Degenhardt - am 05.02.2004 08:26
Hallo,

wir sind derzeit immer noch am rumdoktern, um die richtigen Fenster für unser Passivhaus zu finden. Wir hatten über das PHPP Fenster mit einem Glas-Wert von 0,7 und einem g-Wert von 60% eingegeben und kommen damit beim Energiekennwert gut hin. Das Problem ist jetzt allerdings, in der Praxis einen Hersteller zu finden, der auch Fenster mit diesen Werten liefern kann. Bisher haben wir nur Fenster mit einem g-Wert von 53% angeboten bekommen.

Wir würden gerne entweder den Rehau Clima-Design Rahmen (U-Wert 0,7) oder VEKA Topline Plus (U-Wert 0,7) in Verbindung mit dem St. Gobain Glas clima top solar (g-Wert 60%) verwenden. Doch diese Kombination ist nicht zertifiziert.

Ich frage mich nun, ob das wirklich ein Problem darstellt. Denn bei sachgerechtem Einbau der Schreiben durch den Fensterbauer sollte das Konzept doch trotzdem funktionieren - Zeritifkat hin oder her.

Gibt es hierzu irgendwelche Meinungen?

Beste Grüße
P. Müller

von Petra Müller - am 19.10.2004 08:34
Hallo Frau Müller,

ein Zertifikat ist gut, aber in der von Ihnen genannten Kombiination gibt es halt keine Zertifizerung.... Das sollte Sie aber nicht abhalten diese Kombination so bei Ihnen zu verwenden. Grundsätzlich gilt zwar, "Die bloße Zusammenstellung passivhausgeeigneter Komponenten macht noch kein Passivhaus" , aber muß deswegen der Hersteller seine Fenster mit allen Gläsern zertifizieren??
Hier kann man getrost höherwertig werten.... Solange bei den gewählten Scheiben eine Passivhaus-Eignung nachgewiesen werden kann, spricht nichts gegen den Einbau.
ACHTUNG! Ich schreibe bewußt "Eignung" und nicht "Zertifizierung", denn alle Hersteller haben Ihre Produkte nicht zertifizieren lassen und die Fenster sind deswegen nicht unbedingt schlechter. Das Zertifikat kostet Geld und auch hier müssen halt Hersteller von kleineren Stückzahlen immer aufpassen das Ihre Produkte nicht zu teuer werden.
Einzig der Hersteller könnte Probleme haben, wenn die Scheiben einen anderen Abstand haben und somit die gesamte Scheibe eine andere Tife haben, als die üblichen Scheiben. Hier wird es dan wohl einen kleinen Auftreis geben.

Gruß
Bernd Degwer

von Bernd Degwer - am 20.10.2004 18:23
Die Fenster von Thyssen Polymer, sind wie in den Vorkommentaren beschrieben durch den genannten Ramendämmwert nur sehr bedingt Passivhausgeeignet. Größenverhältnisse und das gesamt Konzept müssen aus der Reserve gelockt werden.
Wir können hierzu eine zusätzliche u-Wert Vergleichsberechnung um die entsprechnden Unterschiede darzulegen liefern.
Wir sind Thyssen-Polymer System Verarbeiter und stellen diese gedämmten Prestige Fenster her.
Da wir aber auch nicht mit den Ergebnissen zufrieden waren, haben wir dieses System konsequent weiterentwickelt und eine PHI zertifiziertes Fenstersystem erstellt.
Wir können Ihnen Fenster mit dem gewohnten Komfort in Passivhausstandard liefern!!
Details können Sie unter:

www.passivhausfenster.de

nachlesen. Die erzielten u-Werte und die Blowerdoor Messungen können alle mit besten Werten vorgewiesen werden.
Bei Bedarf erstellen wir selbstverständlich gerne ein Angebot.
Zu den Verglasungssystemen bleib noch zu sagen, das wir 4 eigens von uns zertifizierte Verglasungsvarianten in unserem Lieferprogramm haben. Bei interesse werde ich gerne hier näher darauf eingehen.

Mit Gruß aus Speyer
Mathias Häußler

von Häußler Mathias - am 19.11.2004 00:14
Der Thread ist zwar schon etwas älter, aber genau deswegen ist das vielleicht interessant was ich gefunden habe. Auf den Seiten von [www.fensterhandel.de] kann man sich den Preis von Passivhausfenster ausrechnen lassen. Wir haben erst vor kurzem neue Fenster eingebaut und wir hatten uns da auch zuerst mal erkundigt.

Gruß Marie

von Whimsood - am 25.09.2013 08:13
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