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Passivhausnetz Forum
Beiträge im Thema:
2
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
Bernd Degwer, Petra Müller

Wärmepumpe

Startbeitrag von Petra Müller am 16.06.2004 06:41

Hallo

bzgl. des Energiekonzeptes für unser Passivhaus sind wir irgendwie etwas ratlos. Es gibt ja viele verschiedene Möglichkeiten, wie man die Brauchwassererwärmung und die Restheizung hinbekommt.

Zur Zeit überlegen wir neben der Solaranlage und der Wärmerückgewinnung eine Wärmepumpe für die Brauchwassererwärmung im Winter zu installieren sowie einen normalen Ofen als "Restheizung" (sprich ohne separaten Wasserkreislauf).

Hat hier jemand Erfahrungen mit Wärmepumpen und kann ggf. sogar eine empfehlen?

Danke und Gruß
P. Müller

Antworten:

Hallo Frau Müller,

wenn ich alles richtig verstanden habe wollen Sie einen Kaminofen in Ihr Passivhaus einbauen. Schon in "normalen" Häusern führt aber der Betrieb eines Kaminofens zu einer teilweise zu hohen Raumtemperatur. Überlegen Sie sich bitte: Ein Passivhaus hat einen Heizwärmebedarf von ca. 10 Watt je Quadratmeter. Wenn Sie nun einen 11KW Kaminofen in Ihrem Passivhaus betreiben könnten Sie damit 1100qm Wohnraum beheizen. Das wird sicherlich zu heiß im Haus. Selbst bei einem kleineren 8kW Modell wären es dann immer noch 800qm. Auch benötigen Sie einen raumluftunabhängigen Kaminofen da man eine Zuluftöffnung für den Kamin benötigt die zu groß wäre um diese im Passivhaus einzubauen. An einer seperaten Zuluftöffnung würde im Jahr mehr Wärme verloren gehen, als Sie mit dem Kamin gewinnen.
Wenn Sie sich für einen wasserführenden Kaminofen entscheiden, können Sie sich sicher das Geld für eine Wärmepumpe sparen. Hie können Sie als Notheizung einfach einen Elektroheizstab in den vorhandenen Solarspeicher einabuen. Der Heizstab kostet incl. Regelung ca. 300 EUR.
Wir haben in diesem Winter mit dem Heizstab insgesamt ca. 1000kWh elektr. Energie verbraucht, der Rest kam aus dem Kaminofen. Wenn eine Wärmepumpe in der Anschaffung incl. installation 5000,-EUR kostet, und diese dann 10 jahre hält, haben sie für die 1000kWh pro Jahr ca. 500,- EUR jährliche Anschaffungskosten für die Wärmepumpe. Dazu kommen noch die Energiekosten für die Wärmepumpe! Denn für die 1000kWh benötigt die Pumpe auch mindesten 300kWh elektrischen Strom!

Lassen Sie sich bitte unbedingt vor Baubeginn ordentlich beraten! Später ist es meist zu spät. Die zuerst gesehenen hohen Kosten für einen raumluftunabhängigen Kaminofen sparen aber an anderer Stelle viel Geld ein!
Auch sonst sollten Sie vor Baubeginn unbedingt ein genaues Heizungskonzept haben. Spätere Nachbesserung kosten immer meher Geld! In der Planungsphase kann man am meisten Geld sparen!

Gruß
Bernd Degwer
www.bau-energieberatung.de

von Bernd Degwer - am 20.06.2004 13:46
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