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Forum:
Passivhausnetz Forum
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Matthias, Bernd Degwer, Petra Müller

Erfahrungen / Nachteile mit Passivhaeusern

Startbeitrag von Matthias am 09.03.2006 10:10

Hallo,

wir sind gerade in der ganz fruehen Planungsphase fuer ein Eigenheim und waegen die Vor- und Nachteile verschiedener Loesungen (Fertig/Massiv, Passiv/Niedrigenergie, ...) ab.

Die Vorteile von Passivhaeusern sind hinlaenglich bekannt (Raumklima, niedrige Energiekosten, ...). Mich wuerde jedoch auch interessieren, welche *negativen* Erfahrungen und Argumente aus praktischer Erfahrung mit Passivhaeusern aufgetreten sind. Mit anderen Worten: Welche Nachteile oder Problemchen im Gegensatz zu einem "gewoehnlichen" Haus die praktische Erfahrung darin gezeigt hat.

Mir bekannt sind bisher die erhoehten Baukosten und das Problem der "gleichmaessigen Erwaermung" (schwierig, z.B. das Schlafzimmer weniger zu erwaermen als das Wohnzimimer).

Wuerde mich ueber jedes Feedback freuen.

Matthias

Antworten:

Hallo Matthias,

... ja, sicher gibt es auch Nachteile. ... nun müsste eigendlich meine Frau weiter schreiben, ich will aber mal versuchen Ihre Äußerungen wieder zu geben:

1. Wenn man im kalten Winter ins Haus kommt, fehlt Ihr der Heizkörper zum schnellen aufwärmen der Hände.

2. Für das Bad bzw. die Dusche gilt das gleiche, daher sollte man im Bad unbedingt eine schnell reagierende Zusatzheizung haben. Wir haben das über eine elektr. Fußbodenheizung direkt unter den Fliesen (im Kleberbett) realisiert. Ein Handtuchheizkörper mit einer Elektroheizpatrone erfüllt aber sicher den gleiche Zweck. Dann braucht man in der Bauphase nur an der entsprechenden Stelle eine Steckdosen einplanen.

zu 1. und 2. Es ist nicht so, als wenn man hier frieren müßte, es fehlt einfach die direkte Strahlungswärme die man aus dem alten Haus kannte. Wir haben ja einen Kaminofen und der ist, mit seinen 70 Grad Oberflächentemperatur, wirklich sehr angenehm warm. Jedoch machen wir den hauptsächlich abends an.

3. Wenn man die Luftwechselrate zu hoch berechnet, bzw. einstellt dann wird die Luft durch das ständige lüften in der kalten Jahreszeit schnell zu trocken. Hier helfen nur viele Pflanzen oder ein Raumluftbefeuchter. ... oder die Lüftungsanlage wird mit einem entsprechendem Programm gefahren, das dem Luftmengenbedarf entspricht.

4. Bei der Gestaltung des Baukörpers und er Fassade ist man schon eingeschränkt! (Rankgitter an der Fassade; Erker; Dachgaben).

5. Erst dachten wir uns, dass das abendliche Feuermachen lästig wird. Seid nun bereits 3 Wintern sind wir es aber immer noch nicht leid. Das anzünden des Kaminofens bedeutet für mich immer noch "Feierabend" und hat immer noch etwas von "kleinem Luxus" . Die abende mit einem Buch vor dem Kaminofen möchte ich nicht missen...

Ja, jetzt habe ich mich selbst erwischt. Ich habe zwar Probleme aufgeführt, aber doch auch gleich wieder Lösungen angeboten..... Also wirkliche Probleme gibt es nicht. Kurzum: Wir würden wieder genauso bauen. Einzig ein paar Veränderungen bei der Raumaufteilung würden wir berücksichtigen.

Gruß
Bernd Degwer


PS: Ach ja ein Problem gibt es doch noch: ständig muß man in Foren Fragen beantworten ;-) ... ich mache das aber gerne! Wieso fragt eigendlich niemand die anderen Bauherren: "Wieso haben Sie kein Passivhaus gebaut" .... immer muß man sich für seine Vernunft rechtfertigen, aber die unvernünftigen Bauherren befragt keiner... (ein nicht ganz so ernst zu nehmender Nachsatz)

von Bernd Degwer - am 09.03.2006 12:04
Hallo,

danke fuer die schnelle Antwort. Das sind genau die Art von "tagtaeglichen" Problemen die mich interessiert haben.

> PS: Ach ja ein Problem gibt es doch noch: ständig muß man in
> Foren Fragen beantworten ;-) ... ich mache das aber gerne!
*g*

> Wieso fragt eigendlich niemand die anderen Bauherren: "Wieso
> haben Sie kein Passivhaus gebaut"
Weil man dann genau die Geruechte und Halbwahrheiten hoert, die ich vermeiden moechte, indem ich Leute frage, die tatsaechlich damit Erfahrung haben.

Wenn man andererseits Passivhaus-Firmen fragt, bekommt man natuerlich auch keine umfassende Antwort auf meine Frage.

Also, danke nochmals fuer die schnelle Antwort.

Matthias

von Matthias - am 09.03.2006 12:10
Hallo,

im Februar kam eine Sendung über Schweizer-Passivhäuser bei 3sat. Da haben die auch behauptet, das eine Person im Haus das Haus schön warm hält..... sitzend am Klavier.

Na, aber am Samstag wird es bei mir sicher schön warm, da feier ich meinen 40 Geburtstag mit fast 60 Gästen. Bei 100Watt X 60 Personen = 6kW wird es wohl eher etwas zu warm....

Wenn wir zu 5 Personen im Wohnzimmer sind wird es hier tatsächlich wärmer.

Gruß
Bernd

von Bernd Degwer - am 09.03.2006 12:29
Hallo,

wir sind am 20.01.2006 in unser Passivhaus eingezogen. Der einzige Nachteil ist für mich die trockene Raumluft. Somit müssen wir halt mit Luftbefeuchtern leben, da unsere Viessmann-Lüftungsanlage leider keine automatische Steuerung der Luftfeuchtigkeit zulässt.

Und wir haben aufgrund unserer Innenarchitektur ein gewisses Temperaturgefälle innerhalb des Hauses. Im EG ist die Temparatur ca. 2-3 Grad geringer als im OG und im DG. Das liegt allerdings daran, dass wir ein komplett offenes Haus haben mit einer Höhe von EG bis Dach von gut 12 Metern.

Petra Müller

von Petra Müller - am 14.03.2006 14:39
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