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Beiträge im Thema:
2
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Erwin

Mein Gott,warum hast Du mich verlassen ?

Startbeitrag von Erwin am 02.07.2004 14:32

Hallo Freunde !

Die Worte des Psalms 22 , also Jesu Worte: 2 „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen“ bedeuten analog zu Pkt.1 u. 2 Gesagtem folgendes :
es ist ein Aufruf in 2 Ebenen:
der 1.Teil des Psalms beschreibt das Gefühl der Gottverlassenheit ,

der 2. Teil die Ebene der Heilsgewißheit ( 28 Alle Enden der Erde sollen daran denken / und werden umkehren zum Herrn: / Vor ihm werfen sich alle Stämme der Völker nieder.
29 Denn der Herr regiert als König; / er herrscht über die Völker.
30 Vor ihm allein sollen niederfallen die Mächtigen der Erde, / vor ihm sich alle niederwerfen, die in der Erde ruhen. [Meine Seele, sie lebt für ihn; /
31 mein Stamm wird ihm dienen.] Vom Herrn wird man dem künftigen Geschlecht erzählen, /
32 seine Heilstat verkündet man dem kommenden Volk; / denn er hat das Werk getan. )


Das bedeutet: es kommt hier zum „switch-Point“ von Wirklichkeit und Wahrheit: die in höchster Not empfundene ( irrtümliche, scheinbare = auf der Ebene der Wirklichkeit ) Gottverlassenheit am Ende der Wirklichkeit „switcht um“ ins totale Gegenteil : in die Heilsgewißheit.

Der 1. Teil des Psalms , also der Ruf der Gottverlassenheit, ist als sprachliche Verstärkung des 2. Teiles, nämlich der Heilsgewißheit in dieser Weise so dargestellt .
Die Worte sind somit sprachlicher Ausdruck des maximalen Aufrufs an Gott in der Hoffnung auf Erfüllung der Heilsgewißheit, entsprechend den Polen christlicher Spiritualität : Aufmerksamkeit und Wahrnehmung der ungeschönten Wirklichkeit der Welt einerseits und Hoffnung auf Erlösung andererseits .
Jesus beruft sich darauf, dass das Vertrauen der Väter auf diesen Gott nie enttäuscht wurde, und reiht sich in die Schar der so Hoffenden ein. Wir können also sagen, dass Jesus im Psalm 22 zwar die Empfindung der Gottverlassenheit zum Ausdruck bringt, dabei aber ganz auf diesen Gott vertraut und nicht etwa in Verzweiflung verfällt, und schließlich damit endet, dass sich dieses Vertrauen als begründet erweist und in Lob verwandelt. Jesus hielt im Glauben und Vertrauen an seinen Vater fest an der Hoffnung und legte sein Leben ganz in die Hand des Gott.
Liebe Grüße
Erwin

Antworten:

...ähnliche Betrachtungsweise auch bei Folgenden :

In der orientalischen Sprache kann eine Darstellung aus 2 gegensätzlichen , aber im Kontext stehenden Teilen bestehen, die den Zweck haben, daß der 2., wesentlichere Teil sprachlich besonders hervorgehoben wird:
ZB:

1.) „Schwert ( oder Feuer )“ der Liebe : die Liebe wird durch den 1. gegensätzlichen („Kriegsausdruck“ ) Teil besonders hervorgehoben.

2.) Fluchpsalmen : ( zB. Psalm 109 ) : Bei Flüchen im Orient ist der Hintergedanke der, dass die erhoffte Hilfe für verzweifelte und unterdrückte Fromme dadurch ganz scharf zum Ausdruck kommen soll. Es ist ein Aufschrei, der im 1. Teil eine „Verwünschung der Feinde“ ( 9 Seine Kinder sollen zu Waisen werden / und seine Frau zur Witwe.) beinhaltet,
im 2. Teil dann die eigentliche Anflehung um Hilfe enthält ( 26 Hilf mir, Herr, mein Gott, / in deiner Huld errette mich! )
was wieder im Kontext bedeutet, daß durch den 1. Teil der 2. Teil, die eigentliche Bitte um Hilfe sprachlich stark betont werden soll.
LG Erwin

von Erwin - am 02.07.2004 14:33
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