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Forum:
der-Drugstore
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Chris G, mami-maus, AngelikaSt, Edda, Sabine (hinky)

Cafe Holunder kritisch betrachtet

Startbeitrag von Sabine (hinky) am 28.09.2001 18:57

Hallo,

der folgende Beitrag verschwand gestern aus dem Cafe Holunder. Darum stelle ich ihn hier noch einmal zur Diskussion:

Liebe Grüße,
Sabine

---------- schnipp ----------
Da Herr Schmidt es angemessen findet, andere Foren kritisch zu betrachten, wird er sicherlich so fair sein, auch Kritik an seinem Forum zuzulassen. In diesem Sinne mein folgender Beitrag:

Eine Mutter berichtet hier von diversen erfolglosen Therapien, bis dann endlich ADS diagnostiziert wurde. Mit Ritalin haben sich die Probleme deutlich gebessert, was nach den vorangegangenen Therapien nicht der Fall war.

Herr Schmidt antwortet zunächst, dass er den geschilderten konkreten Fall nicht kennt und deshalb aber auch nichts darüber aussagen kann. Dann behauptet er, dass man in den meisten Fällen kein Ritalin geben braucht sondern die gleichen Ergebnisse auch mit Familientherapie erreichen kann. Das impliziert übrigens, dass seiner Meinung nach im geschilderten konkreten Fall wahrscheinlich auch kein Ritalin nötig gewesen wäre.

Entweder kann man allgemein etwas über Fälle aussagen die man nicht kennt, oder man kann es nicht. Da sollte Herr Schmidt sich auf eine klare Linie festlegen. Wenn er zu einem konkreten Fall nichts sagen kann, obwohl er schon einige Informationen hat, woher nimmt er dann die Berechtigung, über alle anderen Fälle in diesem Land sein Urteil zu abzugeben? Das geht gar nicht!

Nun steht die Mutter mit der Unterstellung da, sie hätte eine Familientherapie nötig gehabt. Dass sie sich darüber ärgert, ist klar.

Nicht, weil es ihr nicht in den Kram passt, dass sie Fehler in der Erziehung gemacht hat. Schließlich macht jeder Fehler in der Erziehung, auch die Eltern, die wohlerzogene Kinder haben. Sie ärgert sich darüber, dass sie anders (schlechter) behandelt wird als die Eltern der artigen Kinder. ADS-Kinder sind nämlich schwer erziehbar, im Gegensatz zu normalen Kindern. Und die Familienverhältnisse sind in Mitleidenschaft gezogen durch die anstrengenden Kinder, nicht umgekehrt. Das letzte, was eine solche Mutter jetzt braucht, ist jemand, der ihr sagt, was sie im Einzelnen alles falsch gemacht hat und welche schlechten Einflüsse der elterliche Streit über das Kind auf das Kind hat.

Ein guter Psychologe wird erst einmal die Mutter wieder aufbauen, ihr versichern, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihr bestes gegeben hat. Er wird ihr Training anbieten, damit sie ihre Kompetenzen weiter optimiert. Er wird sie über ADS aufklären um die Last des Versagens von ihren Schultern zu nehmen. Und er wird sich um das Kind kümmern und schauen, wie dem zu helfen ist.

Die Mutter ärgert sich über noch mehr, nämlich, dass der von ihr und dem Arzt ihres Vertrauens eingeschlagene Behandlungsweg aus der Ferne angezweifelt wird. Und sie ärgert sich darüber, dass ADS und die Schwierigkeiten, die es mit sich bringt, nicht gesehen werden - von jemandem, der ein ausgebildeter Fachmann ist.

Während sie nun ihren Ärger verspürt und bevor sie ihm womöglich Ausdruck verleiht, bekommt sie zu lesen, dass "Erziehungs- und Familienprobleme häufige und vielfach nachgewiesene Ursachen für Verhaltensstörungen beim Kind sind", dass es "vielen Eltern nicht gefällt, weil es ja bedeutet, dass man am eigenen Verhalten etwas Grundsätzliches ändern müsste" und dass "das Etikett ADS plus Ritalin die Situation rettet".

Bilde ich mir das nur ein, oder sind das schon wieder Anspielungen, versteckte Vorwürfe? Oder sind diese Sätze Vorbeugung vor Widerspruch? Hat die Mutter überhaupt noch eine Chance zur Gegenrede oder ist sie schon mundtot?
Die Erziehungs- und Familienprobleme sind Fakt, die hat sie ja schon geschildert. Wenn sie jetzt auf dem ADS ihres Kindes beharrt, versteckt sie sich dann wirklich hinter dem Etikett ADS und outet sich als Mutter, der es nicht gefällt, am eigenen Verhalten etwas zu ändern? Nein, denn sie hat doch etliche Therapien gemacht!

Es stimmt also nicht, dass die Mutter sich hinter dem bequemen Etikett ADS plus Ritalin versteckt. Wer so etwas behauptet, kränkt die Betroffenen!

Sollte jemand anderes sich jetzt bemüßigt fühlen, in diese Diskussion einzugreifen, um der Mutter beizustehen, dann bekommt er zu lesen, dass es ADS als nosologische Einheit nicht gibt usw.

Dazu möchte ich jetzt nur folgendes anmerken:
Es gibt Leute, die in einem Haufen Fakten eine Struktur erkennen können, ein Muster, ein System, ein Prinzip. Es gibt andere Leute, für die bleiben diese Fakten ohne Zusammenhang. Ich frage mich gerade, wer klüger ist ...
---------- schnapp ----------

Antworten:

Hallo zusammen,
möchte mal nur kurz anmerken, ich meldete mich zum 1. Mal im Café mit einem Mail, das diesen Beitrag von Sabine unterstützen sollte. Leider wurde ich kurzerhand mitgelöscht, bzw. die Beiträge von Sabine und mir verschwanden noch in derselben Nacht.....

Nun denn, die Funktion "Copy" ist manchmal gar nicht so schlecht, hat den Nachteil, man nimmt mal das Schlimmere im Menschen an, aber ich werde mir's nun wohl auch angewöhnen müssen....;-)

Viele Grüsse, Chris G

von Chris G - am 30.09.2001 17:28
hallo chris g.

ich habe ihn soll ich ihn hier reinsetzen ,wenn du es mir erlaubst.


gruss mami-maus

von mami-maus - am 30.09.2001 18:28
Ja aber gerne, schon weil ich selber gerne wissen möchte, was ich denn nun tatsächlich so Böses geschrieben habe........,

Danke!
Viele Grüsse, Chris G

von Chris G - am 30.09.2001 19:14

Re: Cafe Holunder kritisch betrachtet kopie die von chris g.

Autor: Chris G
Datum: 28.09.01 02:48

Hallo Sabine, auch hallo an Café Holunder-Besucher,

Ich habe mir nun lange Zeit Beiträge verkniffen, weil ich der Meinung
war, ich tue mir das einfach nicht
mehr an........
Aber wie es so kommt, nun denn mein erstes Mail hier.......
Sabines Beitrag möchte ich nicht nur unterstützen, sondern voll
unterstreichen!
Es kommt mir mittlerweile etwas seltsam vor, Psychologen, Therapeuten
welcher Art auch immer,
machen Front gegen Ritalin......

Ich möchte nach unseren Erfahrungen behaupten, eben dies, die
"Nichtakzeptanz" bzw. Ablehnung der
"Existenz" des Begriffes ADS von den Psychologen hat mehr geschadet als
genutzt......

Unser Psychologe/Kinderpsychiater hat mein Kind nicht als ganzes
gesehen, sondern nur "ein"
Problem unter ihren vielen versucht zu behandeln. Ohne zuerst ADS zu
berücksichtigen. Nach der
externen Diagnose bot er sich zwar an, die Therapie meistern zu können,
gab aber nach einigen
Monaten auf, da sich das grösste Problem, das Bettnässen, sich nun mit
Hilfe von Ritalin erledigt
hatte, und er ausserdem mit der Introvertiertheit unserer Tochter nicht
weiterkommt, kurzerhand war der
Fall erledigt für ihn......

Und erzählen sie mir nun nicht, das sei ein nicht kompetenter
Arzt......, dieser Arzt ist Chef einer
Klinik.......

Ich, wir als Eltern stehen nun etwas hilflos da, wir müssen nämlich
selber Therapeut spielen......, denn
inzwischen, mit den Jahren ist meine Tochter so etwas wie
therapieallergisch geworden......, ich wäre
immer noch froh, würde ich jemanden finden, der uns helfen könnte, aber
momentan macht meine
Tochter nicht mehr mit in dieser Beziehung, das einzige, was uns bleibt
ist im Moment, mit Hilfe von
Ritalin habe ich die Gelegenheit, verschiedenes mit meiner Tochter
diskutieren zu können,
Lösungsmöglichkeiten aufzeigen zu können, auch die Gelegenheit dazu
haben, dies oder jenes
ausprobieren zu können........
Und unsere Tochter nimmt die Tabletten ohne Zwang und freiwillig, sie
selbst hat das Gefühl, sie kann
sich besser kontrollieren damit und hat deswegen weniger Probleme mit
der Umwelt.
Das Ziel ist und bleibt, für uns und für sie, dass wir möglichst bald
mit dern Tbl. aufhören können¨!

Aber leider Gottes hat da nun die Psychotherapie versagt, bzw. die
Therapeuten.......! Freud ist nicht
alles und hat manchmal gar nichts zun mit manchen Problemen!

"ADS: anders denken sie"........, wenn dies nicht akzeptiert wird, bzw.
die Therapie nicht unter diesem
Aspekt angeglichen wird an die speziellen Bedürfnisse,
ist was auch immer für die Katz'.......

Chris G

von mami-maus - am 30.09.2001 19:32
Hallo,

warum Herr Schmidt die Beiträge gelöscht hat, wird wohl sein kleines Geheimnis bleiben. Ich denke, solches Gebahren spricht für sich selbst...

Unliebsame Beiträge zu löschen, missfällt mir allerdings in allen Foren. Wir sind doch erwachsene Menschen und können uns selbst ein Urteil bilden. Und bei Herrn Schmidt und seinem Cafe Holunder fällt das nicht besonders schwer :-)

Grüße von Edda

von Edda - am 30.09.2001 20:34
Wow!

Hat jemand diesen Beitrag ins Selbsthilfeforum gestellt? Wenn nicht sollten wir es schleunigst tun -
Alle Achtung Sabine, selten einen so Klasse Beitrag gelesen!

Gruß
AngelikaSt

von AngelikaSt - am 02.10.2001 09:06
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