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der-Drugstore
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
ama, claudia, der Babysitter, Sabine (hinky), Angelika (TanteGela), rupert

Bewegung&Spiele statt Rita

Startbeitrag von rupert am 01.06.2002 19:40

Hallo

Da steht mal wieder was ins Haus.

http://www.hobbythek.de/archiv/330/vorschau.html

"Immer mehr Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft haben gesundheitliche Probleme und chronische Erkrankungen. Mit viel Spass und ohne Nebenwirkungen hilft Spielen, Krankheiten zu behandeln oder gar zu vermeiden -zum Beispiel beim sogenannten 'Zappelphilipp-Syndrom' der hyperaktiven Kinder."

Also dann macht mal!

LG

rupert

Antworten:

WDR zur Reklameschleuder verkommen

Beschwerden bitte an: hobbythek@wdr.de

Zum Beispiel deswegen:

http://www.hobbythek.de/tips.html

Niem (richtig Neem, lateinisch azidirachta... ) ist eine ziemlich gefährliche Angelegenheit: Inder benutzen sie sogar zur Abtreibung. Sie ist also HOCHWIRKSAM!

ama

http://www.ariplex.com/ama/ama_werb.htm
(über Reklame als Dienstleistung)

von ama - am 02.06.2002 03:47

Re: Bewegung&Spiele statt Rita

Hallo zusammen,

Spielen als Allheilmittel für das Zappelphilippsyndrom hinzustellen, ist natürlich Quatsch. Trotzdem ist m. E. ein Körnchen Wahrheit dran. Bei unserem Kind achten wir z.B. sehr darauf, dass er ausreichend Spiel- und Bewegungsfreiraum bekommt. Wir merken einen deutlichen Unterschied im Verhalten, wenn er z. B. mal ein paar Tage weniger draußen war und sich austoben konnte. Dann wird die Wohnung deutlich zu eng. ;-). Ganz krass ist es, wenn er bei einem bestimmten Freund zu Besuch war. Dort wird die Zeit grundsätzlich vor irgendeinem Kasten verbracht. Computer, Playstation oder Fernsehen. Bestenfalls läuft alles gleichzeitig. Anschließend ist mit ihm überhaupt nichts anzufangen und er braucht zuhause mindestens 2 Stunden, um wieder beizukommen.

Ich habe vor einigen Jahren einen Filmbeitrag gesehen, den ich sehr interessant fand. Es ging dabei um Kinder, die sich nicht oder nur schwer konzentrieren konnten und eine Therapie verordnet bekamen. Der leitende Psychologe berichtete über seine Therapieform . Das erste, was er den Kindern besorgte, war ein paar Stelzen. Er hatte während seiner Therapeutentätigkeit festgestellt, dass Kinder, die massive Konzentrationsprobleme hatten, zumeist auch kein Gleichgewichtssinn und Körpergefühl entwickelt hatten. Sie haben dann bei ihm erst einmal gelernt, auf Stelzen zu laufen und ihren Gleichgewichtssinn zu trainieren. Die Konzentrationsfähigkeit wurde dadurch auch merklich gesteigert und die Leistungsfähigkeit in der Schule verbessert. Weiterhin war auch auffällig, dass sein Klientel vorwiegend aus Stadtkindern bestand, die sich natürlich nicht so frei draußen bewegen können, wie Landkinder.

Kurzum, ich denke, dass es sich sicherlich begünstigend oder negativ auswirken kann, wenn ein ADSler viel oder wenig "Spielraum" für sich zur Verfügung hat. Für die Entwicklung ist es sicherlich besser, wenn Zeit und Platz zum Toben, Erobern und freies, phantasievolles Spiel da ist. Ich selbst war ein ausgesprochenes "Draussen-Kind". Niemand hat uns vorgeschrieben, was und mit wem wir spielen und das war auch gut so. Ich habe nur dann drinnen gespielt, wenn es wirklich nicht anders ging und ich möchte diese Zeit auf keinen Fall missen. Mittlerweile gibt es ja auch Tendenzen, das für die Kinder heute wieder mögich zu machen, z. B. durch Waldkindergärten. Man hat festgestellt, dass diese Kinder wesentlich ausgeglichener sind und seltener krank werden, als andere.

Liebe Grüße

Claudia

von claudia - am 02.06.2002 10:37

Re: Bewegung&Spiele statt Rita

Hallo zusammen!

Und das Ganze unter der Leitung von Rangar Yogeshwar???????
Kann ich fast nicht glauben, denn grade o.g. ist doch der Crack, was das Darstellen wissenschaftlicher Hintergründe in normaler Sprache angeht.
Leider habe ich die Sendung nicht gesehen, aber der eine Satz über die Zappelphilippe läßt bei mir den Hut hochgehen.
Es ist doch wohl überhaupt keine Frage, dass Kinder spielen und toben müssen, dass man mit ihnen schaukelt, blödelt, vorliest und kuschelt.

Jetzt stellt sich mir nur die Frage, WARUM haben mein Onkel (weit über 60, ein absolutes Draußenkind) und weitere Mitglieder unserer Familie (nie vor PC etc. gesessen) die ganze Palette an ADS-Symptomen?
Bislang ist nur unser Sohn getestet, und obwohl er viel Raum bekommen hat-draußen und drinnen- um seiner Kreativität und Bewegung Platz zu geben, hat er ADS+H

Mein Fazit: SCH***-Theorie der Hobbythek-Macher

Angelika (TanteGela)

von Angelika (TanteGela) - am 02.06.2002 10:52

Brechreiz Fernsehen

>Angelika (TanteGela) 
>02.06.2002 12:52

>Und das Ganze unter der Leitung von Rangar
>Yogeshwar??????? Kann ich fast nicht
>glauben, denn grade o.g. ist doch der
>Crack, was das Darstellen
>wissenschaftlicher Hintergründe in normaler
>Sprache angeht.

Der labert, was das Zeug hält. Wenn ich den nur sehe, wird mir schlecht. Der Brechreiz wird nur noch übertroffen von dem der Figuren des WDR-Computerclubs.

ama

h t t p : / / w w w . v a t i k a n . o r g / f o l t e r . h t m l
(über adäquate Gegenmaßnahmen)

von ama - am 02.06.2002 11:04

Re: Bewegung&Spiele statt Rita

Hallo Angelika,

natürlich ist es eine völlig undifferenzierte Theroie und als solches auch unhaltbar. Trotzdem kann man leider auch beobachten, dass es diese Selbstverständlichkeiten, wie Spielen, Toben usw. nicht mehr unbedingt gibt. Mir ist das bereits im Kindergarten bei meinen "Mitmüttern" aufgefallen, dass immer mehr reguliert wird. Angefangen davon, dass bei einigen Kindern grundsätzlich nur mit einem Kind und nie mit mehreren gespielt werden durfte. Spontanes Spiel ging fast gar nicht, alles nur nach telefonischer Verabredung. Die Kinder haben auch mehr Termine. Klavier, Chor, Ballett, Sport, usw und die Mütter karren ihre Kinder von einem Termin zum nächsten. Die Frühförderung artet bisweilen zum Managerterminplan. Das hat sicherlich nichts !!! mit ADS als solches zu tun, wirkt sich aber negativ aus.

Liebe Grüße

claudia

von claudia - am 02.06.2002 11:10

Re: Bewegung&Spiele statt Rita

Liebes Forum,

ich habe mal ganz genau gelesen, was da steht.

Ich lese "Mit viel Spass und ohne Nebenwirkungen hilft Spielen, Krankheiten zu behandeln ...". Daran kann ich noch nichts Verwerfliches finden, ihr wohl auch nicht. Spaß und Lachen ist immer gut und gesund. Besonders den AD/HS-Kindern tut richtiges Spielen gut, ist unbedingt notwendig für ihre Entwicklung und hilft, das Risiko von Komorbiditäten zu reduzieren.

Dann geht es leider theoretisch weiter "... oder gar zu vermeiden ...". Hier fehlt der Nachweis der Behauptung, so allgemein ist das aber bestimmt falsch. Mit Spielen kann ich z.B. Masern/Mumps/Röteln _garantiert_ nicht vermeiden. Auch AD/HS ist nicht durch Spielen zu heilen.

Und dann wird es suggestiv "-zum Beispiel beim sogenannten 'Zappelphilipp-Syndrom' der hyperaktiven Kinder.". Es gibt _kein_ medizinisches Syndrom, das so heißt, wir dürfen also raten, was gemeint ist. Das Wort "hyperaktiv" weist darauf hin, dass es die unruhigen, zappeligen Kinder sind. Leider ist das eine schwammige Umschreibung, die auch auf AD/HS-Kinder zutrifft, aber eben auch auf viele andere Kinder.

Ich hoffe, dass die Sendung nicht dazu führt, dass etliche Eltern/Pädagogen verunsichert werden und AD/HS mit Hyperaktivität anderer Ursache verwechseln. Sowas führt womöglich dazu, dass Kindern notwendige Therapien vorenthalten werden in der irrigen Annahme, Spielen á la Hobbythek würde genügen.

Wir haben hier mal wieder ein schönes Paradebeispiel von unpräzisem Journalismus, Instant-Recherchen und publizistischen Allgemeinplätzen. Schade, die Hobbythek hatte ich bisher in besserer Erinnerung.

Liebe Grüße,
Sabine

von Sabine (hinky) - am 03.06.2002 11:46

Re: Bewegung&Spiele statt Rita

Hallö,

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"Immer mehr Kinder und Jugendliche in unserer Gesellschaft haben gesundheitliche Probleme und chronische Erkrankungen. Mit viel Spass und ohne Nebenwirkungen hilft Spielen, Krankheiten zu behandeln oder gar zu vermeiden -zum Beispiel beim sogenannten 'Zappelphilipp-Syndrom' der hyperaktiven Kinder."
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Ich möchte hier mal anmerken das ich während der 1. Ausbildung jederzeit die Möglichkeit bekam mich körperlich zu betätigen, auch außerhalb von Arbeitsaufträgen um dann wieder konzentriert weitermachen zu können.

Unsere Hypies im Kindergarten bekommen ebenfalls diese Möglichkeit. Auf diese Weise konnte bei einem tatsächlich auf die Behandlung von Medikamenten verzichtet werden. Die Eltern wissen das es diese Möglichkeit gibt und ggf. zurückgegriffen werden kann, wenn es massive Probleme in der Schule gibt. (und die wird es geben)

Allerdings kann man das obige Zitat nicht generalisieren. Es kommt auf den Einzelfall an.


Bis denn
der Babysitter

von der Babysitter - am 03.06.2002 13:46
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