langer text, thema fällt mir nicht ein ;)

Startbeitrag von OF-line am 18.09.2002 15:59

hallo,

da meine „schreibe“ sowohl in form und inhalt inzwischen einige male gelobt wurde und meine gedankengänge als interessant und nachdenkenswert bezeichnet wurden, möchte ich auf einen zusammenhang verweisen, der mir gerade aufgefallen ist.

dieser zusammenhang könnte einige gründe liefern, sich weiterhin vehement gegen die unsachlichen anwürfe von ad(h)s- und „ritalin“-kritikern sowie die übermäßige präsenz iher argumentationen in den medien zu wehren und warum es nötig ist, dass statt dessen mehr über fundierte untersuchungen und meinungen wirklicher experten an die öffentlichkeit kommt.

diese leute verbreiten oft genug gezielte desinformation, welche vielleicht nicht ausschließlich bei laien einen eindruck hinterläßt. je öfter eine auch noch so abstruse sichtweise oder nicht belegbare „studie“ etc. veröffentlicht wird, desto mehr leute werden sich davon beeinflussen lassen. nicht jeder hat die zeit oder genügend interesse, sich umfassend zu informieren. dies geht nicht nur denjenigen so, die nicht persönlich damit konfrontiert sind, sondern auch eltern, erzieherinnen, lehrer etc. werden so mehr über kritik statt über sachliche aufklärung hören. eine folge davon ist, dass eltern auch bei einer dringend nötigen medikation wegen ihrer ängste und zweifel diese entweder verweigern oder sich ihre unsicherheit auf das kind überträgt, was eine sinnvolle behandlung weiter erschweren kann. weiterhin führt es zu ablehnenden reaktionen aus dem umfeld der familie, welche den betroffenen eltern sehr bekann sein dürften.

aber auch ärzte, psychologen oder studenten entsprechender fachrichtungen kommen dadurch eher mit den meinungen der kritiker in berührung. auch diese haben nicht immer die zeit, sich umfassend mit dem thema auseinander zu setzen. aus dem schluss „ad(h)s = modediagnose -> wird viel zu oft diagnostiziert -> medikamente werden nur aus bequemlichkeit gegeben“ und den weiteren kursierenden gerüchten, fehlinformationen, stimmungsmache etc. folgt dann wohl oft die weigerung, sich mit ad(h)s überhaupt befassen zu wollen.

andererseits: nun begeben sich eltern oder selbst betroffene erwachsene auf die suche nach einem kompetenten arzt oder psychologen. das ergebnis ihrer suche ist wohlbekannt, meist beginnen sie damit eine regelrechte „diagnoseochsentour“, oft genug müssen sie erst mal einige ärzte konsultieren, bis einer dabei ist, der sich wirklich auskennt. von totaler ablehnung bis hin zu „sofort medikamente verschreiben“ ist anscheinend alles drin, wobei letzteres genau so kontraproduktiv ist wie das erste.

nach abschluss der diagnose beginnt dann der „behandlungsmarathon“. fehlende begleittherapien (oder mit fahrtwegen von xxx km) bzw. wartezeiten von teilweise bis zu 2 jahren können je nach wohnort schon mal vorkommen. als „sahnehäubchen“ zeigen sich dann noch eventuell mangelnde kooperation der schulen, was bis hin zu geradezu sabotage einzelner lehrer gehen kann.

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hier mache ich erst mal schluss damit und hoffe, dass es verständlich genug ist, was ich andeuten will, auch wenn ich meinen gedanken jetzt nicht ganz ausführlich ausbreiten konnte. es kann auch sein, dass ich mich in einzelheiten irre, für konstruktive kritik wäre ich dann natürlich dankbar.

so, jetzt bin ich mal gespannt, ob und welche reaktionen ich bekomme (ja, schlagt mich, nein, aua, nicht ganz so fest, aua). ;) ;) ;)

tschüssi
renate

Antworten:

Hallo Renate,

auf jeden Fall hast du Recht, die Kritiker gehen nach dem Motto "nicht kleckern sondern klotzen" vor. Und da Wiedererkennen Freude macht, auch wenn der Sachverhalt falsch ist, gedeihen so die Gerüchte um ADS auf das allerbeste *hmpf*.

Was ist dagegen zu tun?

Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung - eine regelrechte Sysiphusarbeit, aber wir müssen ebenso, wenn nicht sogar ein wenig mehr klotzen als diejenigen, die ADS ablehnen. Bei der Wahl der Mittel schwanke ich allerdings zwischen meiner anerzogenen Fairness und den Methoden der Gerüchtemacher.

Schau dir z.B. HRS an, unermüdlich kämpft er wie Don Quichotte in allen Foren, wo er noch schreiben darf. Er verlässt sich nicht darauf, dass jemand zufällig seine Webseite findet, sondert streut gezielt seine Desinformationen unter die unsicheren Frager. Und er ist nicht zimperlich in der Wahl der Mittel, wenn es darum geht, Andersdenkende unmöglich zu machen. Mir hat er schon so einiges nachgesagt, was ihm eine Verleumdungsklage hätte einbringen können.

Oder schau dir Hüther an. Er stellt eine wilde Theorie in den Raum, beweist nichts, tut so, als ob er Ahnung hätte und viele Leute glauben es, weil er so uneigennützig wirkt. Ganz nebenbei verdient er am Verkauf seiner Bücher.

Wie also begegnet man den ADS-Kritikern angemessen?



von Sabine (hinky) - am 20.09.2002 19:38
hallo,

habe vorhin schon so eine schöne antwort auf deine frage gebastelt, und als ichs abschicken wollte, war das forum down :hot: :hot: :hot: :hot:

also, neuer versuch.

mir fallen dazu einige sachen ein: wohlüberlegt, strategisch und taktisch geschickt, bestens informiert, möglichst nicht als einzelkämpfer sondern als geschlossene (nicht zerstrittene) gruppe (die optimaler weise einige experten verschiedener fachrichtungen als mitglieder hat), verbal auf hohem niveau, gelassen, cool :cool: :cool: :cool: :cool: :cool: (notfalls auch arrogant).

fällt jemand noch was ein? oder ist was falsches dabei?

ganz wichtig ist wohl noch, dass man sich nicht zu voreiligen reaktionen provozieren lassen darf ;) . :rp: :rp: :rp: :rp: :rp:

tschüssi
renate



von OF-line - am 20.09.2002 22:24
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