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Das Apollo Projekt Forum
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
PeterPan, Toni, Stephan

Notfallpläne

Startbeitrag von PeterPan am 13.01.2006 21:51

Gab es eigentlich für die Ausfahrten mit dem Rover Notfallpläne im Falle eines Defektes? Wenn das Teil in maximaler Entfernung zur Fähre in ca. 5 km Entfernung seinen Geist aufgegeben hätte, wäre ein Rückmarsch zu Fuß möglich gewesen?

Antworten:

ZITAT aus Missionen "Apollo 14":

Der zweite Ausflug am nächsten Tag war das Ziel der obere Rand des Cone Kraters, der einen Durchmesser von 300 m hat und 40 m tief ist. Durch die anstrengenden EVAs im tiefen Mondstaub waren beide Astronauten dann um 50 min hinter ihrem Zeitplan. Beide gerrieten auf einen Umweg und mußten vor Erreichen des Kraters umkehren.
ZITAT Ende

Schlußfolgerung für mich daher, daß die max. mögliche Entfernung mit dem Lunar Rover vom LM für den Fall eines technischen Defektes am LR dementsprechend abgestimmt war.


Grüsse

Toni

von Toni - am 14.01.2006 10:20
ZITAT aus Missionen "Apollo 14":

Der zweite Ausflug am nächsten Tag war das Ziel der obere Rand des Cone Kraters, der einen Durchmesser von 300 m hat und 40 m tief ist. Durch die anstrengenden EVAs im tiefen Mondstaub waren beide Astronauten dann um 50 min hinter ihrem Zeitplan. Beide gerrieten auf einen Umweg und mußten vor Erreichen des Kraters umkehren.
ZITAT Ende

Schlußfolgerung für mich daher, daß bei den J- Missionen A15-17 die max. mögliche Entfernung mit dem Lunar Rover vom LM für den Fall eines technischen Defektes am LR dementsprechend abgestimmt war.


Grüsse

Toni

von Toni - am 14.01.2006 10:23
Hallo Toni,

dass sich die Astronauten freiwillig einem möglichen Ausfall des LR ausgeliefert hätten bezweifle ich auch.

In dem tollen Apollo Lunar Surface Journal sind ja Routenpläne der zurückgelegten Fahrten samt Maßstab abgelegt. Also wenn sie 5 Kilometer vom Lander entfernt waren, hätten sie wohl ganz fix im Hops-Galopp zu Fuß zurückkehren müssen in der Hoffnung, sich nicht auch noch zu verirren:

[www.hq.nasa.gov]

Wie schnell konnten die Astronauten eigentlich laufen/hoppsen ?

von PeterPan - am 14.01.2006 11:46
Hallo Peter,

Bei den Traverse-Maps von Apollo 15 und 16 ist auch zu sehen, daß die max. Entfernung vom LM nie mehr als 5 km betrug.
Bei Apollo 14 entfernten sich die Astronauten zu Fuß um die 2 km vom LM bis knapp an den Rand des Cone-Craters, als man sich entschloß, umzukehren.

Es gibt einige EVA- Sequenzen mit laufenden (Charlie Duke) und hopsenden Astronauten (Gene Cernan), aber die Horizontalgeschwindigkeit ist schwer abzuschätzen.
In einer Notlage käme es darauf an, möglichst ökonomisch voran- und somit zurückzukommen


Gruß

Toni

von Toni - am 15.01.2006 00:14
Hi :-)

also, ich denke, dass es auch für einen Rover-Crash oder Ausfall bestimmt einen Notfallplan gab (so wie für fast alles während den Missionen). Geht mal in "Magnificent Desolation", müsste auch hier in Deutschland in den IMAX laufen und ist das neueste Werk von Tom Hanks. Ist mega stark gemacht und vermittelt ca. 45 Minuten lang die Eindrücke der Astronauten auf dem Mond aus deren Perspektive, in 3D. Darin kommt auch ein Rover-Crash vor.

Werde aber mal meinen "Kontakt" in USA befragen, welcher selbst am Lunar Rover Vehicle mit gearbeitet hat. Ausserdem kenne ich den Projektleiter des Lunar Roving Vehicle mittlerweile ganz gut und kann ihn diesbezüglich auch mal anmailen. Denke, dass beide mir Infos über evtl. Notfallpläne geben kann. Melde mich dann wieder.

Viele Grüße bis dahin!


Stephan
www.SpaceDreamStudios.com


von Stephan - am 15.01.2006 11:56
Zitat
Stephan
Geht mal in "Magnificent Desolation", müsste auch hier in Deutschland in den IMAX laufen und ist das neueste Werk von Tom Hanks. Ist mega stark gemacht und vermittelt ca. 45 Minuten lang die Eindrücke der Astronauten auf dem Mond aus deren Perspektive, in 3D. Darin kommt auch ein Rover-Crash vor.


Hallo Stephan,

das heißt Mission Mond 3D (von Tom Hanks). Aber ich glaube Tom Hanks wurde da nur Marketingzwecken eingespannt. Ich habe den Film gesehen und er hat mir nicht besondes gefallen. Es war überhaupt nicht so klar (vor allem nicht für Kids, die einen großen Teil der Zielgruppe ausmachten) was Simulation und was Realität war. Da wurden z.B. echte Apollo-Panoramen gezeigt und mit Fantasiesimulationen vermischt, nämlich mit dem besagten Rovercrash. Der hatte dann einen Rechtsdrift hingelegt und kam gerade noch oben an einem Krater zum Stehen und die Astronauten mussten zurücklaufen (was aber nur in zwei oder drei Einstellungen angedeutet wurde). Und gerade nach diesem Film habe ich mir die Gedanken gemacht wie es "wirklich war". Dort wurde ja nur von Notfallplänen gesprochen, dass sie nicht in Anspruch genommen werden mussten - aber mit keiner Silbe davon wie diese aussahen.

Ich finde die Originalaufnahmen der Landung von Apollo 17 spannender - da bin ich mir sicher dass es keine Simulation ist:

[www.hq.nasa.gov]



von PeterPan - am 15.01.2006 20:48
Zitat
Toni
Bei Apollo 14 entfernten sich die Astronauten zu Fuß um die 2 km vom LM bis knapp an den Rand des Cone-Craters, als man sich entschloß, umzukehren.


Hallo,

ich habe mal nachgemessen und komme auf 1,25 km "Luft"linie (2 km zu Fuß können das schon sein). Gemessen habe ich hier:

[www.hq.nasa.gov]

Ich wußte bis jetzt nicht dass sich die Astronauten zu Fuß so weit weg trauten. Ich dachte bisher immer sie ließen die Fähre nicht aus den Augen. Wenn sie also zu Fuß so weit weg marschierten dann kann ich mir eine Rückkehr über 5 km bei Ausfall eines Rovers schon vorstellen.

von PeterPan - am 16.01.2006 00:29
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