Neuen RAV "einfahren" ?

Startbeitrag von Hilli am 21.05.2002 17:16

Hallo,

ich habe da mal eine Frage zum "einfahren" des Fahrzeuges. Macht man das heute noch, d.h. ca. 2000 km mit wechselnden Geschwindigkeiten, nie ueber 4000 U/min usw. ?
Nach ca. 400 km konnte ich nicht wiederstehen und habe mal Vollgas probiert. Ergebnis: V max nach Tacho 190 km/h. Kommt mir ein bischen wenig vor (ne,ne, rasen will ich auf Dauer nicht) aber interessieren tut einen das doch.
Wie sind denn so Eure Erfahrungen? Wird ER noch schneller, geht der Spritverbrauch noch etwas zurueck (saueft im Moment wie ein "Loch" !) oder wie habt Ihr ueberhaupt Eure neuen Fahrzeuge eingefahren ?

Freue mich sehr ueber Eure Meinungen bzw. Erfahrungen :D

Greetings
Hilli

Antworten:

Hallo Milli!

Hab voriges Jahr nen neuen Avensis gekauft und in der "Einfahrzeit" keine
besondere Rücksicht genommen. Ist allerdings ein Automatik.
Aber trotzdem, ab und zu wurde mal der Overdrive rausgenommen und die
Automatik durchgeschaltet - hat er mir nicht übel genommen!
Interessant hat sich der Verbrauch entwickelt:
Alles auf reinen Berliner Stadtverkehr bezogen,
die ersten 1000 km 12,6 l
von 1000 bis 3000 km 11,2 l
danach weiter runter auf jetzt ca. 10 l, wohlgemerkt reiner Stadtverkehr,
der 1,8 l Motor mit 128 PS.
Also beim Verbrauch wird sich bei Deinem RAV sicher noch einiges tun.
Unser 99er RAV 4 mit Automatik nimmt ca. 10 - 12 l. Bei sehr viel Landstrassen-
anteil war er auch schon unter 10 l.

Viel Freude an deinem Raffie wünscht Dir

Kojak

von kojak - am 21.05.2002 17:53
Hallo Hilli,

ich habe bei meinem im Juni ca. ein Jahr alten RAV 4 (3 Türer) schon darauf geachtet, daß ich die ersten 1000 km möglichst nicht über 3000 U / min gekommen bin. Nicht nur weil dies in der Betriebsanleitung steht, sondern auch aus Vernunftsgründen. Ich denke es ist nachvollziehbar, daß sich Maschinenteile erst einmal einschleifen müssen. Auch ein Ölwechsel nach ca. 5000 - 7000km, damit der Abrieb entsorgt wird ist bestimmt nicht zum Nachteil. Mein Verbrauch nach ca. 7500 gefahrenen Kilometern liegt bei durchschnittlich 10,6 Liter/100 km.

Gruß Peter

von Peter - am 21.05.2002 19:10

Ja

Hallo Hilli,

lt. Betriebsanleitung bestehen für den RAV Einfahrvorschriften. Mein Händler hat mir außerdem einen ersten Oelwechsel nach 3.000 km nahegelegt, dafür gab es auch einen Gutschein zum Angebotspreis.

Der Verbrauch sinkt i.d.R. etwas innerhalb der ersten paar tausend km.

Vmax: Ich nehme an, Du hast einen 150 PS Benziner? Was dachtest Du denn, wie schnell der fährt? Lt. Herstellerangabe ist bei 185 km/h Schluss. Ein BMW X5 kann natürlich schneller, hat aber auch ein paar PS mehr unter der Haube und ist getriebe- und aerodynamikmäßig optimiert, kostenmäßig übrigens auch.

Viel Spass noch mit Deinem RAV

Richie

von Richard - am 22.05.2002 05:43

Re: Neuen RAV

Hi Hilli,

190 km/h sind doch nicht schlecht für eine fahrende "Wand". Nach ca. 3000 KM konnte ich
meine " Wand " ( 150PS - 5-Türer limeted ) mit ein wenig Mühe und Rückenwind bis auf 210 km/h laut Tacho bringen. Das war mal ganz nett, ist aber als Dauerfahrzustand sehr anstrengend und nicht sinnvoll. ( aber geil ).
Der Verbrauch liegt bei viel Stadtfahrt bei ca. 11 - 12 Liter, wenn meine Frau fährt 10 - 10,5 Liter je 100 km.

Die ersten 2000 KM habe ich den Motor nur bis 3500 U/min gefahren. Ich war mir auch nicht sicher, wie man das richtig macht.
Ein Bekannter von mit arbeitet bei Toyota. Der sagt: Neuwagen / 100 KM auf Autobahn warmfahren, dann volle Pulle, aber immer schön gleichmäßig.

Gruß Mänes

von maenes - am 22.05.2002 06:16
Hallo Hilli,

Einfahren
Ein penibles Einfahren ist bei heutigen Motoren nicht mehr nötig. Allerdings empfehlen die Hersteller anfangs kein extremes Hochdrehen und kein Dauervollgas.

Auch mein Händler hat bei 2500/3000 km einen kostenlosen Ölwechsel angeboten (im Gegenzug muss Fragebogen ausgefüllt werden), damit soll der Abrieb vom Einfahren entfernt werden.

Höchstgeschwindigkeit
Der RAV4 hat eine ganz nette Tacho-Voreilung, echte 185 kmh müssten laut Tacho ca. 203-205 kmh sein. Keine Angst, das tut er. Allerdings spielen wegen des "cw-Wertes einer Ikea-Schrankwand" die Windverhältnisse eine grosse Rolle.

Verbrauch
Im Schnitt sollten es so 10-10,5 l/100 km sein, die sich auf der Autobahn beliebig steigern lassen und beim Spazierenfahren im Sommer kommt man sogar auf unter 9 l/100 km.
Siehe auch die lustigen, teilweise heftigen Diskussionen beim Thema Benzin oder Diesel.

Gruss Dieter

von Dieter - am 22.05.2002 08:24

Tachovoreilung

Ein ADAC-Artikel zur Info:

Tachometer

Fertigungstoleranzen der Anzeigegeräte, aber auch Einflüsse von Fahrzeugbauteilen, welche dem Geschwindigkeitsanzeiger Drehzahl-Informationen liefern, führen zu Ungenauigkeiten der Geschwindigkeits- und Wegstreckenanzeige.

Am weitesten verbreitet sind auch heute noch Wirbelstrom-Instrumente. Ein fest mit der Welle verbundener Dauermagnet erzeugt ein Magnetfeld. Durch die bei der Drehung entstehenden Wirbelströme erfolgt eine Mitnahme einer ihn umgebenden sogenannten "Aluminium-Glocke", mit welcher der Zeiger des Gerätes fest verbunden ist. Häufigste Fehlerursachen: Bruch oder Geräusche der Tachowelle, abgenützte Ritzel der Welle.

Seit einigen Jahren kommen, vorwiegend in Fahrzeugen der Oberklasse, elektronische Systeme zum Einsatz. Für die Abnahme der Drehzahl-Information verwendet man hier Geber-Systeme unterschiedlicher Technik (Induktivgeber, Reedkontakt oder Abreißoszillator). Diese Technik erlaubt die Kombination mit Bordcomputern, die Anzeige kann sowohl über ein Zeiger-Instrument als auch mit Flüssigkeitskristall-Anzeige erfolgen. Fehlerquellen der mechanischen Übertragung sind hier ausgeschlossen, die Anzeigegenauigkeit wird durch diese Technik wesentlich verbessert.

Faktoren, die die Anzeigegenauigkeit beeinflussen

Abgesehen von Fertigungstoleranzen der Anzeigegeräte selbst spielen Einflüsse, die mit der Erzeugung der Drehzahl-Information zu tun haben, eine ganz wesentliche Rolle. Es beginnt mit der Präzision der Reifenfertigung: Beim Abrollumfang ist ein Toleranzbereich von + 1,5 % bis - 2,5 % vom Nennmaß zulässig. In der selben Größenordnung ergibt sich bereits eine Geschwindigkeitsabweichung am

Instrument (je kleiner der Reifenumfang desto schneller dessen Drehzahl, desto mehr zeigt auch der Tacho an). Der Abrollumfang verändert sich naturgemäß auch über den Reifenverschleiß: 3 mm weniger können 1 % Abweichung bedeuten, auch der Reifenluftdruck sowie der "Schlupf" zwischen Reifen und Fahrbahn können meßbare Abweichungen ergeben.

Gesetzliche Vorschriften

Trotz der Vielzahl der genannten Ungenauigkeitsfaktoren darf ein Tachometer aber nie weniger als die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit anzeigen (wichtig für die Einhaltung von Geschwindigkeits-Beschränkungen). Der notwendige Toleranzbereich der Anzeige muß also nach "oben" verlagert werden, d.h. Tachometer zeigen in aller Regel mehr als die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit an. Dem hat allerdings der Gesetzgeber Grenzen gesetzt und zwar:

· Bei Fahrzeugen, die vor dem 01.01.91 erstmals zugelassen wurden, darf die Anzeige in den oberen beiden Dritteln, mindestens aber ab 50 km/h, um bis zu 7 % des Skalen-Endwertes höher liegen. Wenn eineSkala mit bis zu 220 km/h eingebaut ist, dann darf also bei jeder Geschwindigkeit über 50 km/h die Voreilung bis zu 15,4 km/h betragen.

· Für Fahrzeuge mit Erstzulassung ab 01.01.91 gilt eine neue EG-Richtlinie, welche unabhängig vom Skalenendwert, eine grundsätzliche Tachovoreilung von 10 % zuzüglich 4 km/h zuläßt. Bei 50 km/h darf der Tacho dann bis zu 9, bei Tempo 130 aber bereits bis zu 17 km/h :-( voreilen. Die detaillierten Vorschriften sind in der Richtlinie 75/443/EWG festgelegt.

· Zur Anzeigegenauigkeit des Wegstreckenzählers existieren keine ECE-Richtlinien. In der Bundesrepublik ist aber weiterhin der § 57 der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) gültig, welcher die maximal zulässige Abweichung auf 4 % beschränkt.

Tachometer-Prüfung / Justierung

Die Praxis zeigt also, daß mit einer mehr oder weniger großen Voreilung zu rechnen ist - eine Auswertung von Messungen auf den ADAC-Prüfständen brachte bei Tachoanzeige 100 km/h Abweichungen zwischen 5 und 11 km/h. Die beste Möglichkeit, Klarheit über die Anzeigegenauigkeit des eigenen Fahrzeuges zu bekommen, besteht dann auch darin, in den ADAC-Prüfzentren bzw. bei den mobilen Prüfdiensten eine Messung bei 30, 50 und 100 km/h vornehmen zu lassen.

Diese Prüfung kann man auch selbst durchführen. Man benötigt dazu eine Stoppuhr und eine ebene Autobahnstrecke, auf der man ohne Gefährdung anderer gleichmäßige Geschwindigkeiten fahren kann, denn die Tachonadel darf sich während der Messfahrt über die Distanz von einem Kilometer nicht merklich bewegen. Am besten überläßt man das Betätigen der Stoppuhr und das Peilen auf die blauen Kilometertafeln am Autobahnrand einer Begleitperson. Um langwieriges Rechnen zu sparen, kann man die Zeit, die zum Durchfahren eines Kilometers benötigt wird, in der untenstehenden Tabelle, Spalte "sec" suchen; daneben findet man die tatsächliche Fahrgeschwindigkeit in km/h. Wichtig: Vor Beginn der Messfahrt Reifenluftdruck kontrollieren! Der Tachometer-Hersteller VDO bietet in seinen Niederlassungen eine Justierung an, vorrangig aber nur bei Geräten aus eigener Produktion.

sec km/h sec km/h
72,0 50,0 58,0 62,1
71,0 50,7 57,0 63,2
70,0 51,4 56,0 64,3
69,0 52,2 55,0 65,5
68,0 52,9 54,0 66,7
67,0 53,7 53,0 67,9
66,0 54,5 52,0 69,2
65,0 55,4 51,0 70,6
64,0 56,3 50,0 72,0
63,0 57,1 49,0 73,5
62,0 58,1 48,0 75,0
61,0 59,0 47,0 76,6
60,0 60,0 46,0 78,3
59,0 61,0 45,0 80,0

sec km/h sec km/h
44,0 81,8 33,0 109,1
43,0 83,7 32,5 110,8
42,0 85,7 32,0 112,5
41,0 87,8 31,5 114,3
40,0 90,0 31,0 116,1
39,0 92,3 30,5 118,0
38,0 94,7 30,0 120,0
37,0 97,3 29,5 122,0
36,0 100,0 29,0 124,1
35,5 101,4 28,5 126,3
35,0 102,0 28,0 128,6
34,5 104,3 27,5 130,9
34,0 105,9 27,0 133,3
33,5 107,5 26,5 135,8

Und tschüss

Richie

von Richard - am 22.05.2002 11:12
Hi!
Für den RAV gelten keine anderen Regeln als für andere Autos. Zumindest für Benziner.

Bei meinem BMW hab ich das so gehalten: Die ersten 1000 km nicht mehr als 2/3, maximal kurzzeitig 3/4 des Volltempos.

Danach langsam gesteigert - und noch vor dem ersten Ölwechsel mehrmals Vollgas.

Hintergrund ist: Die Kolbenringe müssen langsam - und damit gleichmäßig eingeschliffen werden. Aber nicht zu langsam, sonst bleibt der Wagen lahm, daher vor erstem Ölwechsel mal Gas geben.

Was deutlich zu spüren war: Sprit- und Ölverbrauch gingen mit der Zeit drastisch zurück. Von anfangs 14,5 auf 11,5-12 Liter (Autobahnfahrt). Ist ja auch klar: Wenn die Kolben weniger Reibung haben, läuft es leichter (und schneller).

Allerdings: We gleich losprügelt, riskiert, dass die Reibung (und damit der Druck) zu schnell bzw. zu stark abnimmt, das geht auf die Laufleistung.

Gruß

von conlupo - am 24.05.2002 17:45
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