Angst

Startbeitrag von Prisca am 05.12.2000 19:19

Ich muß gestehen ich habe nicht wirklich viel Ahnung von dem was ich hier eigentlich mache, aber ich habe mich einfach dazu durchgerungen es auszuprobieren.
Mein Thema heißt Angst, weil sie allgegenwärtig ist, dein ständiger Begleiter, du bist ihr Gefangener der dich mit Wasser und Brot am Leben erhält.
Eigentlich hat dies nichts mit Poesie zu schaffen, dochh auf einem skurilen Weg wird die Angst doch eigentlich auch in der Poesie gebraucht.

Antworten:

RE: Angst

Hi,
wenn Du mit uns (im moment eher mir) darüber reden magst, gerne.
Angst ist auf jeden Fall teil der Poesie! Poesie ist auch Teil der Angst.
Mir hilft es zum Beispiel mich in form von Poesie auszukotzen! Sorry für den Audruck. Versuchs doch einfach mal in der Dichterstadt dieses Landes.
Welche Art von Angst steht Dir denn gegenüber?

Beagol

von Beagol - am 05.12.2000 20:20

RE: Angst

In meinem Fall scheint es so als wäre die Angst allgegenwärtig, eigentlich sollte ich mich freuen, die Angst ist mir bist jetzt immer treu geblieben, aber gerade die will ich um jeden Preis loswerden, in der Hoffnung endlich frei zu sein.
Ich kann sie nicht in eine Sparte stecken, daß ich beispielsweise Angst vor Spinnen habe, gehört zu den wenigen Dingen vor denen ich nicht Angst habe. Ich stimme dir völlig zu beim Auskotzen und du mußt dich auch in keinem Fall für diese Wortwahl entschuldigen, ich selbst fühle mich im Moment zum Kotzen.

von Prisca - am 05.12.2000 21:06

hi prisi!!

wie hast du dich denn hierher verirrt?

als einer, den die eigne angst früher beinah aufgefressen hätt, kann ich nur sagen...angst is eine enge...zu wenig platz für pralles leben in einem drin...und das, was eigentlich leben will, kann nicht sein, da es erstickt wird und so nur als angst fühlbar ist...

von dryoghurt - am 05.12.2000 23:27

RE: Angst

Du scheinst ja den anderen Gefühlen keine Chance zu lassen. Oder sehe ich das falsch.
Zitat: Angst fressen Ali auf!
Ich hab mich Hals über Kopf in einen neuen Beruf gestürtst, mir ne neue Wohnung genommen, mit meiner Freundin Schluss gemacht. Puuuuuuh da hatte ich auch Angst, daß alles den Bach runter geht.
Ich hab auch heute noch Angst, daß ich die z.B. Prüfung nicht schaffe. usw....
Aber, ich habe einen Vorteil! ich weiß, wovor ich mich fürchte. Das hilft mir dabei, gegen diese Ängste was zu tun.
Bei Dir ist das denke ich noch nicht so der Fall. Also versuch mal rauszubekommen, was dich einschnürt. Nen unsichtbaren Feind zu bekämpfen ist nämlich weit aus schwieiger, als einen Feind den man in und auswendig kennt!

Beagol

von Beagol - am 06.12.2000 12:56

bekämpfen?

was aus einem kommt, kann man bekämpfen, so lange es eine bestimmte größe nicht übersteigt...

tut es das, bekämpft man unweigerlich sich selber...

mit sich frieden zu schließen...seine zerisseneheit kitten...die eigene gegensätzlichkeit annehmen...

sonst läuft man gefahr, dem inneren "feind" im äußeren leben hinterherzuhetzen...

von dryoghurt - am 06.12.2000 17:14

RE: hi prisi!!

Schön, das du mich so nennst, weiß nicht wie ich mich so verirren konnte, vor allem mit diesem Namen!!!!
Du sprichst mir aus der Seele denauso ist es, ich kann sie aber nicht verteiben, die Angst, wir kämpfen, wir kämpfen ständig, aber oft scheint es eben, als würde ich verlieren.

von Prisi - am 06.12.2000 18:46

RE: Angst

Ich versuche die Ursache meines feindlichen Bewohners herauszufinden, aber das ist nicht einfach.
Eigentlich paßt es mir nicht so wirklich mich hier in den Mittelpunkt manöviert zu haben, können wir nicht einfach das Thema wechseln?!

von Prisi - am 06.12.2000 18:56

RE: bekämpfen?

Wie erkenne ich die Größe? Es ist doch in mir selber, da muß ich doch unweigerlich einen Teil von mir selbst bekämpfen, nämlich den den es gilt zu vernichten!
Das sind zwar alles schöne Worte und es steckt sicher viel Wahrheit darin, aber das genaue wie kann mir doch niemand sagen, ich weiß es gibt kein Einheitsrezept, jeder muß seinen eigen Weg suchen...
nur wirklich finden und den Weg dann tasächlich zu leben ist nicht so einfach, du mußt die Kraft haben sich soviel zu widersetzen, ich habe Kraft, ich habe vielleicht mehr Kraft als die Menschen die mein Leben begleiteten und sich dann zurückzogen, weil sie nicht mehr konnten, ich jedoch bin immer noch da und kämpfe nur werde ich immer einsamer und frage mich wofür ich kämpfe, nur um der Gesellschaft zu dienen und nicht vielleicht eine Sünde vor Gott zu begehen?!

von Prisi - am 06.12.2000 19:06

RE: Angst

1. gibte hier keinen Mittelpunkt
2. können wir das Thema wechseln wenn Du es wünscht! müssen wir aber nicht! Und ob Dir damit geholfen ist?????

Beagol

von Beagol - am 06.12.2000 20:01

worte

können einem da auch wenig helfen...

mir haben da ventile geholfen: schreien,weinen...

aber wie du schon sagst, rausfinden musst dus eh selber...

von dryoghurt - am 06.12.2000 23:34

RE: Angst

angst vor der unerträglichkeit der gedanken
angst vor dem erneuten verdrängen
angst vor dem bodenlosen loch
angst vor dem erzählen
angst vor den eigenen gedanken
angst vor enttäuschungen
angst vorm mißtrauen
angst vorm vertrauen
angst vor dem wissenden Blick
angst vor dem schwach sein
angst vor menschen
angst vor sich selbst
angst vor der angst
meine grösste angst..
angst vor der angst!
angst vor mir selber...
...ich habe einfach angst.
Angst soll schützen,
aber sie tut es nicht.

von Tom - am 09.12.2000 09:17

RE: verlieren

hi Du!
ich habe viel Angst,oft zu oft.
ich habe es mal so versucht.
wenn ich bade habe ich angst vor der angst.angst das sie hochkommt.
gedanken, bilder, gefühle. ich blase sie auf und habe angst.
ich versuche sie nun vorher aufzublasen damit sie nicht mehr durch die
türe passt.ich will nicht mehr verlieren.
greetz
lancelot oder einfach Tom

von Tom - am 09.12.2000 09:25

RE: Angst

Mir geht es schlecht, ich hasse dieses beschissene Gefühl, wenn er die Macht über mich und meinen Körper ergreift und ich ausgeliefert bin. Ich hasse ihn, ich möchte schrein, weine, kotzen, ich will aber nicht schwach sein. Ich will endlich als das Individuum akzeptiert werden, das ich bin.

von Prisi - am 09.12.2000 18:12

RE: Angst

schreien weinen kotzen...

das hab ich glaub ich 10000000mal gemacht in den letzten 10 jahren...

und es tut gut!
und lässt die angst sich verwandeln in gefühle...die nicht mehr weh tun...



von dr.yoghurt - am 09.12.2000 19:51

RE: Angst

oh mann, das kommt mir so bekannt vor,.......*grübel*
Tom

von Tom - am 10.12.2000 00:14

RE: Angst

hi Dr, yo.

es heisst weinen reinigt die seele,.. wie kann es sein wenn keine mehr da ist?.
die seele stirbt zuerst, dann der körper und dann der geist.
sie kann heilen aber die narben bleiben. ich schreie nicht mehr in den wald hinaus. ich weine nicht mehr alleine.und ich kotze nicht mehr.
aber die angst bleibt und es sind schreckliche gefühle,....
cu
Tom


von Tom - am 10.12.2000 00:30

was du meinst

ist, glaub ich, die lust verloren zu haben...vielleicht von allem das schlimmste..keine kraft, keine lust mehr zuhaben auf all die scheisse, die in einem drinnen sitzt...

in so einem zustand lass ich mich einfach fallen, total fallen, mach gar nichts mehr, stell mich gleichsam tot...
so sammelt man kräfte...findet ein kleines stückchen lust wieder, an dem man anknüpfen kann...und ein stück tod kann sich vorsichtig in kleinen schritten wieder zu leben verwandeln...

von dr.yoghurt - am 10.12.2000 11:02

RE: was du meinst

hi
wenn ich fallen würde, tiefer als tief dann wäre ich tot.
jeden tag der neue krampf. jeden tag ein neuer kampf.
ich mag nicht mehr kämpfen, ich will frei sein.
ich will nur leben.
Tom

von Tom - am 10.12.2000 23:03

RE: worte

ich schreibe, rede, tippe.....
aber niemand versteht mich.
ich weine und verstehe mich.


von Tom - am 10.12.2000 23:05

yep!

das meinte ich...

es istz überhaupt gut, sich selber zu verstehn...sos chön es auch sein kann, verstanden zu werden...im zweifel ist es besser, sich selber zu verstehn, da kommt man einfach auf die besten lösungen...auch wenns der härtere weg dorthin is...dafür aber auch der dauerhaftere

von dr.yoghurt - am 11.12.2000 10:40

RE: was du meinst

das glaubt man in diesen momenten...dass es einen umbringen würde...ich bin mittlerweile überzeugt davon, dass man alles in sich ertragen kann, wenn auch nur in kleinen schritten sukzessive...die seele lässt immer nur so viel zu, wie sie auch aushalten kann, sie hat schon ihre selbstschutzmechanismen, die nicht dumm sind...

kämpfen is wirklich auch für mich nix...
wir leben in einer gesellschaft, die so stolz auf die "kämpfer" und "leister" ist...
aber man selber kanns zum glück ja anders machen...

und krämpfe können sich lösen...man muss nur loslassen...rauskommt bei mir dann eben zb ein schreien...oder ich schreibe was...
zb die gedichte auf meiner hp...die sind teilweise auch in solchen phasen entstanden...

www.dryoghurt.x2.nu, wenn du sie mal lesen möchtest...


von dr.yoghurt - am 11.12.2000 10:48

Den Arsch!

Springen!
Tanzen!
Lachen!
Mit Freunden raus!
In die Sonne starren!
Ins Gras fallen lassen!

Trinken!
Essen!
Sich verschlucken!

Was tun!
Loslegen!
Den Arsch hochkriegen!

Leute Das kann doch nicht so schwer sein!

doch ists!
Wenn ich dran denke, wie lange ich gebraucht hab!
Und noch hab ich nicht ales hingekriegt, aber das Wichtigste wohl!
Den Arsch hoch kriegen!
und wieder hinfallen!
und wieder den Arsch hoch kriegen
und wieder hinfallen
und wieder den Arsch hoch kriegen

Beagol


von Beagol - am 12.12.2000 08:29

RE: yep!

Wenn nur ich mich selbst verstehen kann, bin ich am Ende ganz allein und sehr einsam und das kann meiner Meinung nach nicht die Lösung sein, mit einem Wort bedeutet sie Egoismus.

von Prisi - am 13.12.2000 20:47

RE: Den Arsch!

Scheint mir eine sehr einseitige Bewegung.

von Prisi - am 13.12.2000 20:49

RE: was du meinst

"Was einen nicht umbringt, macht einen stärker", so ein Dreck, wenn es mich getötet hat ist es sowieso zu spät. Die Seele ist das empfindsamste Stück unseres Ganzen, aber irgendwann ist der Punkt an dem sie sich nicht mehr zu helfen weiß. Ihre stillen schreie werden ignoriert, auch als sie lauter wird geht man darüber hinweg und als es zu spät ist hat man sich einer Gesellschaft zu stellen, die mit einer kranken Seele nichts anzufangen weiß.
Ich will fallen tief fallen, endlich falle, aber wenn ich es zulasse, stehe ich wieder am Anfang und muß wieder von neuem kämpfen.

Es ist zu wenig, das zerschlagen von Tellern, das Schreien, das Malen, das Weinen... das Ventil, es läßt sich nicht öffnen, es rührt sich nicht.

Frei wird nur das Extreme, das was niemand sehen will...

von Prisi - am 13.12.2000 21:09

allein sein

muss aber nicht bedeuten, einsam zu sein...

allein...all-eins mit sich
ausserdem glaub ich, sich selbst zu verstehn ist die erste voraussetzung dafür, andere verstehn zu können...
denn wie soll man andern helfen, wenn man ned amal sich selber helfen kann...

gesunder egoismus ist für mich eher die voraussetzuzng dafür, auf andere zugehn zu können, ohne dabei ein selbstzerstörerisches helfer-syndrom auszuleben

von dr.yoghurt - am 14.12.2000 00:00

wenns

so einfach wär, hätten ja nicht so viele menschen probleme...

seh das ja in meiner unmittelbaren umgebung *seufz*

es erfordert natürlich zeit und geduld und nochnmal zteit und wieder geduld und kreativität, um einen weg durch das labyrinth des eigenen egos zu finden...wo dann das schreien selber befreit...und gar nicht mehr verstanden werden muss...

das sieht ja bei jedem anders aus...

garantie auf heilung gibts für niemand
aber 1000 und eine neue abzweigung in der straße des lebens...

von dr.yoghurt - am 14.12.2000 00:06

RE: Den Arsch!

Nun , Du kannst ja auch ein wenig mit dem Arsch wackeln *g*

:-)

Beagol

von Beagol - am 15.12.2000 14:59

RE: was du meinst

so mach ich das auch......
so sehr das.....
ich denke.... ich kann nicht mal einen finger heben.....
ich streike.....kämpfe nicht ....lass mich fallen....
es bleibt viel wichtiges liegen.....
aber hätt ich mich antreiben lassen ....
hätt es mich glaube ich umgebracht.....
und aus diesem verharren .....stillhalten.....
fühlen, treiben lassen......
regen sich dann doch immer wieder die lebensgeister
neue ...mit neuen ideen.....mit neuem willen.....
erst im absolutem stillstand finde ich die kraft für neue taten...




von cat - am 15.12.2000 19:25

RE: Angst

Vielleicht paßt diese Umschreibung ganz gut.
Ich stelle es einfach einmal in den Raum.
Es ist so als ob man ein Auto fahrt, langsam wird es beschleunigt, es wird immer schneller und schneller und plötzlich zieht jemand die Handbremse, nur ganz kurz, einmal hoch und runter.
Was passiert, man verliert die Kontrolle und gerät ins schleudern und man hat keine Chance etwas dagegen zu tun, jedes Lenken ist zwecklos, man ist zu schnell und es schleudert dich in alle Richtungen, du bist ausgeliefert.

von Prisi - am 15.12.2000 23:13

RE: Angst

bei mir ist es wie achterbahnfahren,.. wenn es abwärtsgeht, der magen und kreislauf wegsackt. der zustand hält mitunter 2-3 std an,... einfach in ein grosses loch fallen, in diesen momenten würde ich am liebsten sterben.
greetz
Tom
der gerade mitten in einer panikattake steckt

von Tom - am 15.12.2000 23:55

yep :)

den körper gewähren lassen...
nicht zwingen

kein kampf
kein krampf

wenn nix mehr geht
einfach hinlegen und
gar nichts tun...
bis die kräfte
die ideen
wiederkehren

von dr.yoghurt - am 16.12.2000 00:47

RE: Angst

das auto fährt mit dir
statt du mit ihm...

dabei ist ja das auto
in dem fall ein teil von dir...

der körper und die seele
gehören zusammen
eben nicht
wie ein auto, aus dem man aussteigen kann...

von dr.yoghurt - am 16.12.2000 00:50

RE: Angst

Es ist ein Vergleich, aber aus einem fahrendem Auto kann ich zwar aussteigen, aber wie ich daraus hervortrete ist eine andere Sache.
Nicht immer sind Körper und Seele eins, sonst hätten wir doch diese Dinge nicht, mit denen wir uns versuchen anzufreunden oder sie zu vertreiben.

von Prisi - am 16.12.2000 12:48
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