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Informationen zum Thema:
Forum:
BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN BREMERHAVEN
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Ulf Eversberg, Hans Wenzel, Frank Willmann, Michael Frost, Anke Krein

Von lärmenden und stinkenden Transporten und anderen Schweinerein!

Startbeitrag von Anke Krein am 08.01.2006 14:54

Ich schließe mich an dieser Stelle den guten Wünschen von Hans-Richard für das neue Jahr an! Und lieber Hans, das Lächeln, das du uns allen für´s neue Jahr gewüscht hast, ist mir leider schon am ersten Tag im neuen Jahr vermiest worden.
Es fing bereits vor Weihnachten an, mit den Beschwerden von Anwohnern über die Schwertransporte vom Norden in den Süden oder umgekehrt, auf jeden Fall immer quer durch die Stadt. Da hatten zuerst die Leute in der Busse Straße protestiert und dann sind die Langener auf die Barrikaden gegangen. Die waren völlig entnervt von den Sandtransporten, haben mobil gemacht, eine große Demo organisiert mit Zeitung und allen drum und dran. Kurz vor Weihnachten meldete sich einer der Teilnehmer und erzählte mir, dass einer seiner "Demo-Kollegen" von den Anwälten der Fa. Grube eine Unterlassungserklärung erhalten habe, die er unterschreiben müsse. Er hätte in dem Zeitungsbericht falsche Messergebnisse über den Lärm wieder gegeben. Das fand ich ja schon total daneben, aber gleich im neuen Jahr wieder ein Anruf aus dem Süden der Stadt: Hier hatten sich Anwohner über den Gestank aus dem Weser-Mischwerk beschwert. Im Sommer wurde in einem Zeitungsartikel darüber berichtet und kurz vor Weihnachten noch ein Leserbrief geschrieben und veröffentlicht.
Na, du kannst dir schon denken Hans, was passiert ist. Derselbe Initiator, dieselben Anwälte und noch ´ne Unterlassungserklärung, kannst du dir so etwas vorstellen? Da gehst du zu einer Demo weil du vor lauter Krach keine Ruhe mehr bekommst, oder du einen Leserbrief schreibst und dich beschwerst weil du Tag und Nacht (außer am Sonntag) so was ähnliches wie´n Teergeruch im Schlafzimmer und auf der Terasse hast und - Zack bekommst du vom Anwalt eine Unterlassungserklärung zugestellt mit der Androhung einer Klage, wenn du diese Unterlassungserklärung nicht unterschreibst, ja da geht´s gleich richtig zur Sache!
"Getoppt" wird das dann alles noch dadurch, dass in diesem Falle, also hier im Süden der Stadt, in dieser Unterlassungserklärung auch gleich noch die Ehefrau mit in "Anspruch" genommen wird und auch etwas unterlassen soll, von dem sie aber gar nix weiß, weil sie hat ja gar keinen Leserbrief geschrieben! (ja und selbstwenn!!)
Also Hans, ich weiß ja nicht was du dazu sagst, aber ich habe schon ein ziemlich mulmiges Gefühl und finde das wirklich ganz unglaublich und irgendwie schlägt mein Demokratieverständnis Alarm!! Und was ist denn nun mit dieser, im Grundgesetz verankerten freien Meinungsäußerung?
Die Presse weiß natürlich auch davon und hat bisher nichts dazu gesagt. Kann es sein, dass wir auch schon "berlusconisiert" sind oder werden?
Gruß Anke
P.S. ich muss wohl nicht extra betonen, dass ich diesen Text mit meinem Anwalt "abgestimmt! habe, sozusagen prophylaktisch!?

Antworten:

Och Jo, so isses, und darum braucht frau/man jeden Tag ein Lächeln, genau desterwegen.

Es gibt in dieser Stadt einen Clan der sich die Stadt zur Beute gemacht hat. Und jeder der diesen Clan am zerfleddern der Beute stört muss mit Konsequenzen rechnen. Und da ist der Maulkorb für Bürger nur der Anfang.

Es ist von den daran interessierten erfolgreich verhindert worden das eine nicht kontrollierte Konkurrenz wegen des CT 4 Projektes im Carl Shurz Bereich angesiedelt wurde - die hätten nämlich nach CT 4 in der Stadt und der Region mitgeboten. Und das darf nicht sein.

Die Empfindlichkeit scheint aber recht hoch zu sein weil schon seit geraumer Zeit Beschwerden über den "TEERÄHNLICHEN" Geruch aus Wulsdorf kommen. Nun schlägt das Imperium (Grube,BARAB, Weser Mischwerk u.s.w.) zurück. Aber das sollte niemanden erschrecken und daran hindern die letzlich einfach nur rücksichtlosen und dummen Praktiken dieser Unternehmen öffentlich zu kritisieren.

von Hans Wenzel - am 09.01.2006 09:05
Dann solltet ihr als Grüne den Wortlaut des Leserbriefs doch einfach als Pressemitteilung übernehmen, verbreiten und somit das Interesse der Firmen weg von "schwachen" Einzelpersonen hin zu euch als Partei/Fraktion lenken.

Verlangt vom Umweltamt Messungen und Untersuchungen, beauftragt selbst ein unabhängiges Institut mit Messungen von Lärm, Schadstoffen in der Luft usw. Die Untersuchungsergebnisse veröffentlicht ihr dann in einer nicht zu übersehenden Zeitungsannonce. Dagegen sollen Grube & Co. dann gern klagen - ihr erwartet sie lächelnd vor Gericht.

Nicht jammern, sondern HANDELN!

von Michael Frost - am 09.01.2006 15:33
Hallo Michael, das Jammern ist nicht mein Ding und auf Messungen hin arbeiten wir. Aber das Übernehmen von Leserbriefen ist eine gute Idee, passt ja auch in diese Diskussion hier.
Wir gehen auch direkt auf Leserbriefschreiber zu oder sie kommen zu uns und wir bieten so gut es geht Hilfe an.
Aber das Recht aller BürgerInnen sich in Leserbriefen - die sicherlich emotional und nicht juristisch glatt geschrieben sind - zu äussern ist unglaublich wichtig. Da sehe ich auch eine Verantwortung bei der Zeitung, einmal ein faires Podium zu bieten und dann auch für einen gewissen Schutz für die SchreiberInnen zu sorgen. Keine Ahnung ob das geschieht. Unsere "Oligarchen" haben jedenfalls eine Übermacht an juristischer Vertretung, an Erfahrung, an Möglichkeit Meinung zu "machen". Unfair aber Realität. Wenn ich mit Leuten spreche erfahre ich oft ihr Gefühl der "Ohnmacht" gegenüber dem "Imperium", das Gefühl ungerecht behandelt zu werden und niemand hört einem zu wenn man sich beschwert.....
Unser Forum bietet auf jeden Fall auch eine Möglichkeit sich zu äussern. Schade, dass das noch so wenig genutzt wird.

Zurück zu den Messungen:
die spannendste Aussage war diejenige, die ich hier so wie ich sie verstehe wiedergebe:
Verkehrsbeschränkungen können wir nicht durchführen, weil wir keine Überschreitungen der Grenzwerte gemessen haben, Grenzwertüberschreitungen haben wir nicht gemessen, weil wir gar nicht messen.
Wir messen nicht, weil wir dazu keinen Anlass sehen.
Genial geradezu, nicht wahr?
Wenn dann auf Druck der Presse Verkehrsbeschränkungen angekündigt werden, wiederspricht sich das?

Soviele Fragen und immer noch kein Stück Torte......
bis dann
Ulf

von Ulf Eversberg - am 09.01.2006 17:02
@Ulf: "Unser Forum bietet auf jeden Fall auch eine Möglichkeit sich zu äussern. Schade, dass das so wenig genutzt wird." Bitte vergrössern und an die Fraktion verteilen - Danke.

@ALLE: Michaels Vorschlag hat es in sich. Leserbrief in einer Pressemitteilung verwenden und dazu erklären das sich Bürger dieser Stadt nach Meinung der Firma GRUBE schon fast kriminell verhalten wenn sie ihre Meinung äussern. Klar ist: alle Firmen aus dem Imperium GRUBE haben so oft juristische Probleme das sich der Herr GRUBE leicht einen Juristen halten kann. Und der wird gern zeigen wie heldenhaft er gegen Meinungen vorgehen kann.

So, nun aber nochmal zu dem auslösenden Problem. Die Verkehrsführung , besonders die des Schwerlastverkehrs, und ganz besonder die gar nicht vorhandene Planung oder die nicht sichtbaren Lösungen. Die banale Tatsache das wir mit aller Kraft immer mehr Verkehre IN die Stadt lenken ohne darauf Rücksicht zu nehmen dass Stadt nicht nur Wirtschaftsraum sondern, oh Wunder, auch Lebensraum ist.

von Hans Wenzel - am 10.01.2006 08:12
Hallo Hans,
schön von dir was zu lesen.
kennst du den Kommentar von Herrn Grube, zuletzt hat er den am 21.12.05 bei Buten und Binnen propagiert oder schon agitiert?!
Ich füge das Gesülz nochmal aus einem anderen Forumsbeitrag an:

"na nun wissen wir es endlich von herrn grube persönlich: wir "wohnen nun mal nicht in einem kurort - sondern in einer hafenstadt und da muß der geneigte bürger" schon mal "maul halten" und lärm, dreck und was herr grube sonst noch so will und für eine hafenstadt typisch ist schlucken.
schließlich ist bremerhaven ja keine stadt in der man/frau lebens- und wohnqualität erleben soll. sondern eine ...... ja was den eigentlich - stimmt eine stadt in der herr grube für meine und deine rente sorgt.

soviel zum Thema Lebensraum aus Sicht des Oligarchen.

Wer`s nicht glaubt, steht inzwischen auch auf dem einen ode anderen grauen LKW, der diese Stadt im Auftrag der Rente befährt.Anke Krein schrieb:

Viele Grüße aus der liebenswerten Stadt
Frank Willmann

von Frank Willmann - am 11.01.2006 10:44
(Alb-)Traum nach zuviel Zeitungslektüre:

Dufthauchende Trecker die unablässig für unsere Renten durch die Stadt schleichen, an Mediterranen Ruinen entlang, queren sie die Cherbourger Str. (nach dem verkleinerten Dubai-Hotel, dem Miniatureiffelturm im Speckenbütteler Park, noch eine kleine Berliner(Lärmschutz) Mauer) unter der Abgas-saubere LKWs unhörbar nach Osten rasen. Ein Oberbürgermeister lauscht den süßen Klängen der Rammen die sich am Takt von „Muß i' denn zum Städtele hinaus“ versuchen, ungestört von den Menschen, die längst das Weite suchten, nur ein Baustadtrat sucht einsam mit seiner Abrissbirne nach historischen Gebäuden……


(Achtung: Satire!)

von Ulf Eversberg - am 16.01.2006 09:23
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