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Das Weltknotenforum
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Erster Beitrag:
vor 17 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 17 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
badhofer, steyr, Jochen, Michael Hellmanzik, Martin V

Mug

Startbeitrag von Martin V am 01.04.2000 11:53

Geschrieben von Martin V am 01. April 2000 13:53:56:
Mug



Mug dehnte sich aus. Vorerst noch klein und unkenntlich wars sein Grössenwahn zu wachsen. Mug hatte als hochentwickelter Organismus eine eindeutige Hautgrenze, die ihn vom Rest des Universums, in dem er sich ausdehnte trennte.

"Da bin ich, und da der Rest" ward seine Maxime. Nur Mugs, also hochentwickelte Organismen mit einer eineindeutigen Hautgrenze können solch eine Maxime aussprechen. Dann gab es da noch Menschen in diesem Universum. Diese Organismen waren Mug sehr ähnlich. "Da bin ich, und da der Rest" sprachen die Menschen. Aber diese konnten sich nicht ausdehnen. Die Menschen nahmen nur einen kleinen Platz im Universum ein. Aber das genüngte. Während Mug sich nun in alle Richtungen ausdehnte dachte er nach. "Da bin ich, und da der Rest. Ich brauche den Rest. Der Rest bin zwar nicht ich, aber er prallt unweigerlich auf meine Hautgrenze, und meine Hautgrenze prallt unweigerlich auf den Rest. Gäbe es den Rest nicht, so könnte nichts mehr auf meine Hautgrenze prallen. Was wird dann aus mir?" fragte sich Mug, in der seltsamen Gewissheit, dass in seiner Frage der Tod steckt. Mug wurde sich während seiner immerwährenden Ausdehnung bewusst, dass er seine Hautgrenze nur durch sich und den Rest definieren könne. Er bräuchte beides um zu sein. "Der Rest muss ich auch sein. Wie kann das, was ich nicht bin, notwendig für das sein, was ich bin?" Mug wurde während seiner Ausdehnung immer unruhiger. "Warum habe ich dem, was ich nicht bin, also den Rest, fast nie meine volle Aufmerksamkeit geschenkt?" Mug erkannte, dass wenn er beiden Seiten seine volle Aufmerksamkeit geschenkt hätte, er sich und den Rest den gleichen Wert hätte beimessen müssen. Und dann müsste seine innere Hautgrenze verschwinden, und somit wäre seine Existenz beendigt. Während Mug diesen Gedanken folgte, stiess er nach unbestimmter Zeit an die Grenzen des Universums. Sein Körper füllte alles aus. Er enthielt auch menschliche Organismen. Die Menschen erkannten dies und folgten fortan der Maxime :"Ich und der Rest namens Mug". Eines Tages folgte ein menschlicher Philosoph ähnlichen Gedanken wie Mug. Und er publizierte seine Entdeckung, und ein kollektiver Aufschrei erklang unter den Menschen. "Wir brauchen Mug! Wenn Mug stirbt, was geschieht dann mit uns?" Ein Physiker antwortete der ängstlichen Masse:"Keine Angst, wenn Mug stirbt, dann ist da immer noch ein Rest, nämlich das Universum, indem sich Mug ausdehnte. Solange Mug lebt, enthält er uns und das vorherige Universum, aber wenn er stirbt, muss noch lange nicht das Universum sterben. Da gäbe es immer noch einen Rest für uns Organismen. Und da wir uns nicht wie Mug ausdehnen, steht uns nicht sein Schicksal bevor. Wir werden weiterleben!" Während sich die Menschen über ihr Üblerleben Gedanken machten, ging es Mug sehr schlecht. Er war krank. "Ich will meiner Maxime folgen..da bin ich, und da der R.." Mug strengte sich wirklich an, aber er konnte den Satz einfach nicht beenden. ":Da bin...und da..." Unter aller Aufbietung seiner Kraft und seines unbändlichen Lebenswillens versuchte Mug nochmals seine Maxime auszusprechen:"Da..und da." Nein, nochmal, also da...da...da...wo?" Mug vergass plötzlich das Und.":Dadadadada" stammelte er. Einen Menschen mögen diese Stammellaute an ein Kleinkind erinnern. Es ist ja in der Tat der Fall, dass ein Kleinkind noch nicht so recht die Maxime:"Da bin ich und da der Rest" wahrzunehmen vermag. Aber stirbt das menschliche Kind deswegen? Musste Mug jetzt sterben? Seine Hautgrenze veränderte sich. Sie lösste sich auf. Es gab nichts anderes mehr, was Mug nicht selbst schon war. Der Rest tritt in Mug ein. Da gab es kein Aussen mehr, dass seine Hautgrenze bilden könnte. Mugs Einsicht, dass er auch nicht er selbst ist, kam zu spät. Hätte er es gewusst, er wäre sicherlich nicht weiter expandiert. Aber Mugs Grössenwahn hatte die Oberhand. "Dadadada......." Stille. Mug lag im sterben. Mug sah aus wie ein Fötus. Die Zeit schien für ihn vor und zurückzulaufen, doch an beiden Enden erwartet ihn das Ende. Die Hautgrenze ward nicht mehr. Alles hatte denselben Wert. Es gab kein Innen und kein Aussen mehr. Mug wusste plötzlich alles, und dieses Wissen wurde zu Nichtwissen. Tod. Ein Blitz fuhr in diesen Moment durch die Menschlichen Hautgrenzen. "Mug exisiert nicht mehr!" schrien aufgeregte philosophisch menschliche Hautgrenzen. "Jetzt geht es mit uns zu Ende! Wir haben keinen Rest mehr, wir werden uns auflösen!" Der Physiker sprach:"Habt ihr denn vergessen, dass Mug unser Universum für seine Hautgrenze völlig einnahm? Nur Mugs Universum, und somit er selbst sind nun Tod. Aber wir haben immer noch unser Universum. Liebe Menschen, solange wir noch unsere Maxime aussprechen können, wird uns kein Leid geschehen. Versucht es!" Und alle stimmten kollektiv ein:"Hier bin ich, und da der Rest". Während nun grosse Erleichterung die Menschen durchfuhr, dachte sich ein kleiner Philosoph insgeheim:"So dürften wir wohl alle ein eigenes Universum sein." Der Physiker dachte sich insgeheim:"Warum ereilt unser Universum nicht dasselbe Schicksal wie Mug?"
Mug wurde wiedergeboren und blieb aus eigener Entscheidung ein Fötus.


by MV - absolute Rohform ;o)















Antworten:

Geschrieben von badhofer, steyr am 01. April 2000 20:53:48:
Als Antwort auf: Mug geschrieben von Martin V am 01. April 2000 13:53:56:
Hallo Martin

Eine absolute Topp-Geschichte.
Ich werde Dir da einiges dazu schreiben. Speziell zum letzten Satz fällt mir jede Menge ein. Dazu ein schnelles (auch nicht ausgereiftes) Beispiel:
Ein Volk lebt glücklich hinter einer Mauer und hat alles, was es zum Leben braucht. Das einzige, was das Leben trübt, ist, daß niemand weiß, was sich hinter der Mauer verbirgt. Jetzt fängt das Volk an, eine Methode zu entwickeln, wie man hinter diese Mauer sehen kann. Eine Menschenpyramide hilft dabei, die Höhe der Mauer zu überwinden. Während dieser Zeit machen sich die Menschen sorgen, ob sie denn noch gebraucht werden, nachdem sie hinter die Mauer gesehen haben. Nach jahrelanger Arbeit kann das Volk einen Blick hinter die Mauer werfen, und sieht, hinter der Mauer ist nichts sehenswertes oder wissenswertes. Dann leben alle wieder genauso weiter wie vorher, nur mit dem Wissen, das es hinter der Mauer nichts gibt, was wissenswert ist. Die Moral von der Geschichte: Am Ende wird wieder alles so sein, wie am Anfang. Nur mit dem Unterschied, das man dann weiß, das es nicht notwendig ist, etwas zu wissen.



















von badhofer, steyr - am 01.04.2000 18:53
Geschrieben von Michael Hellmanzik am 02. April 2000 14:18:00:
Als Antwort auf: Mug geschrieben von Martin V am 01. April 2000 13:53:56:
Hallo Martin V,
Deine Mug-Geschichte ist sehr interessant! Entschuldige zunächst bitte die Frage nach dem Urheber der Geschichte. Warst Du es?
Alles Liebe
-micha-
P.S. Sven, solange Herr Badhofer seine Ziel nicht offenlegt, hat es ohne einen Bezugspunkt keinen Sinn mit Ihm zu diskutieren. Er antwortet ja nicht einmal auf die Ihm gestellten Fragen.
















von Michael Hellmanzik - am 02.04.2000 12:18

Eines Tages merkten sie, dass alles nur ein Spiel aus Licht und Schatten ist

Geschrieben von Jochen am 10. April 2000 10:53:22:
Als Antwort auf: Re: Mug geschrieben von badhofer, steyr am 01. April 2000 20:53:48:
... ihre Vorstellungen von Mauern hinter denen es etwas interessantes geben könnte, und dass alles, was die Aussenwelt betrifft gar nichts konkret erfassbares ist, sondern nur Licht und Schatten ist, ein Energiefluss, der es ermöglicht, sich selbst wahrnehmende Welten entstehen zu lassen, in denen Wesen Egoillusionen (Zellwände) entwickeln.
Sie merkten, dass die Vorstellung von Raum und Zeit ein selbsterschaffenes Modell ist sich eine Welt vorzustellen, die eigentlich nur aus Licht und Schatten (Gravitation) besteht -> Schlussendlich einfach Energie ist, welche sich in selbstorganisierter Rückkopllung als Wesen in Welten wahrnimmt.
E = mc2

Enegie = Masse x Raum

Gegenwart = Vergangenheit x Zukunftsperspektiven
Die Gegenwart des ewigen Bewusstseins.

Die Illusion der Hautgrenze (Ego), lässt die Illusion getrennter Teile entstehen. Diese Hautgrenze definiert sich durch Vergangenheit, und projeziert eine Zukunft. Die Zukunftsperspektiven (c2) kolabieren zu nur einer möglichen Zukunft. Die eigentlich 2-Dimensionale Zukunft und die 1-Dimensioanle Vergangenheit erbigt die Illusion des 3-Dimensionalen Raums mit Massezentren.
auch noch nicht ausgereift, aber wer weiss....
viele Grüsse

Jochen



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von Jochen - am 10.04.2000 08:53

Re: Eines Tages merkten sie, dass alles nur ein Spiel aus Licht und Schatten ist

Geschrieben von badhofer, steyr am 10. April 2000 16:28:03:
Als Antwort auf: Eines Tages merkten sie, dass alles nur ein Spiel aus Licht und Schatten ist geschrieben von Jochen am 10. April 2000 10:53:22:
Kannst Du etwas zu dem ersten Absatz (im Anschluß an das Vorwort) mit der Überschrift: „Der erste und wichtigste Grundsatz“ sagen von der Seite:


Das Für und Wider mit einer Ausnahme















von badhofer, steyr - am 10.04.2000 14:28
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