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Das Weltknotenforum
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Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Christian Bickel, Ingo Krabbe, Kay S

Möglichkeit

Startbeitrag von Christian Bickel am 23.10.2000 19:12

Geschrieben von Christian Bickel am 23. Oktober 2000 21:12:09:
Gibt es eine "Möglichkeit"?

Wie steht man zu dem "Beweis" von Diodoros Kronos: 1. Alles Vergangene ist notwendigerweise wahr. 2. Aus Möglichem folgt nicht Unmögliches. 3. Es gibt Mögliches, das weder wahr ist noch wahr sein wird.

Da die ersten beiden Sätze evident sind, ist der 3. Satz falsch, mithin seine Negation wahr. Also 4. Nichts ist möglich, was weder wahr ist, noch wahr sein wird.

Darüber wurde in der Antike heftig diskutiert, weil man daraus die Determination ableiten zu müssen glaubte.
Gruss Christian















Antworten:

Geschrieben von Kay S am 23. Oktober 2000 23:00:02:
Als Antwort auf: Möglichkeit geschrieben von Christian Bickel am 23. Oktober 2000 21:12:09:

Gibt es eine "Möglichkeit"?
Wie steht man zu dem "Beweis" von Diodoros Kronos:

1. Alles Vergangene ist notwendigerweise wahr.


Ja, man spürt hier den Chronos. Eine Philosophie für Konservative,

Kuratoren, Museumswächter, Staatsbeamte, Borgesianer... Vielleicht

ist die Wahrheit, das Wahren, ohne die Vergangenheitsform nicht

zu denken.


2. Aus Möglichem folgt nicht Unmögliches.


Das Unmögliche ist der Schatten. Der folgt immer.


3. Es gibt Mögliches, das weder wahr ist noch wahr sein wird.


Eben bestand noch die Möglichkeit nichts zu schreiben ( bestand sie?).

Das ist Vergangenheit, die nun absichtlicherweise wahr wird, durch den gedruckten Kommentar bewahrt wird.

Da die ersten beiden Sätze evident sind, ist der 3. Satz falsch,

mithin seine Negation wahr. Also 4. Nichts ist möglich, was weder

wahr ist, noch wahr sein wird.


Das Gegenstück zum Möglichen ist das, was spurlos verschwindet.

Es ist noch nicht einmal vergangen ,denn das Fortgehen selbst ist verschwunden.

Darüber wurde in der Antike heftig diskutiert, weil man daraus

die Determination ableiten zu müssen glaubte.


Aus der Notwendigkeit aus der Not muss immer die Determination abgeleitet

werden. Da gibt es einige, die so einen Schluss für "analytisch", durch den Begriff selbst bedingt, halten würden. Nicht etwa, dass etwas an der Voraussetzung falsch wäre, nur müssen muss man nicht mehr - oder doch ?


Gruß

Kay


















von Kay S - am 23.10.2000 21:00
Geschrieben von Ingo Krabbe am 24. Oktober 2000 13:42:56:
Als Antwort auf: Möglichkeit geschrieben von Christian Bickel am 23. Oktober 2000 21:12:09:
>Gibt es eine "Möglichkeit"?

>Wie steht man zu dem "Beweis" von Diodoros Kronos: 1. Alles Vergangene ist notwendigerweise wahr. 2. Aus Möglichem folgt nicht Unmögliches. 3. Es gibt Mögliches, das weder wahr ist noch wahr sein wird.

>Da die ersten beiden Sätze evident sind, ist der 3. Satz falsch, mithin seine Negation wahr. Also 4. Nichts ist möglich, was weder wahr ist, noch wahr sein wird.
Bei der Frage um das Wort "Möglichkeit" den Begriff falsch ( "... ist der 3. Satz falsch ..." ) ist zumindest problematisch. Es sind alle drei Sätze wahr,

wenn der Begriff "Möglichkeit" existiert. Ist der dritte Satz falsch, wie Du

sagst dann sollten wir "Möglichkeit" aus dem Sprachschatz streichen und nur

noch von "Wahrheit" sprechen.
CU INGO

















von Ingo Krabbe - am 24.10.2000 11:42
Geschrieben von Christian Bickel am 24. Oktober 2000 16:36:33:
Als Antwort auf: Re: Möglichkeit geschrieben von Ingo Krabbe am 24. Oktober 2000 13:42:56:
>>Gibt es eine "Möglichkeit"?

>>Wie steht man zu dem "Beweis" von Diodoros Kronos: 1. Alles Vergangene ist notwendigerweise wahr. 2. Aus Möglichem folgt nicht Unmögliches. 3. Es gibt Mögliches, das weder wahr ist noch wahr sein wird.

>>Da die ersten beiden Sätze evident sind, ist der 3. Satz falsch, mithin seine Negation wahr. Also 4. Nichts ist möglich, was weder wahr ist, noch wahr sein wird.

>Bei der Frage um das Wort "Möglichkeit" den Begriff falsch ( "... ist der 3. Satz falsch ..." ) ist zumindest problematisch. Es sind alle drei Sätze wahr,

>wenn der Begriff "Möglichkeit" existiert. Ist der dritte Satz falsch, wie Du

>sagst dann sollten wir "Möglichkeit" aus dem Sprachschatz streichen und nur

>noch von "Wahrheit" sprechen.

>CU INGO

Das ist nun wieder übertrieben, das Kind mit dem Bade ...

Denn das Wort bedeutet ja auch (nach Aristoteles) die Potenz, daß etwas überhaupt Wirklichkeit werden kann.
Gruß Christian

















von Christian Bickel - am 24.10.2000 14:36
Geschrieben von Christian Bickel am 24. Oktober 2000 16:50:39:
Als Antwort auf: Re: Möglichkeit geschrieben von Kay S am 23. Oktober 2000 23:00:02:
>Gibt es eine "Möglichkeit"?

>Wie steht man zu dem "Beweis" von Diodoros Kronos:

>1. Alles Vergangene ist notwendigerweise wahr.

>Ja, man spürt hier den Chronos. Eine Philosophie für Konservative,

>Kuratoren, Museumswächter, Staatsbeamte, Borgesianer... Vielleicht

>ist die Wahrheit, das Wahren, ohne die Vergangenheitsform nicht

>zu denken.
Seit wann haben wir eine Philosophie für Kuratoren usw?
>2. Aus Möglichem folgt nicht Unmögliches.

>Das Unmögliche ist der Schatten. Der folgt immer.

>3. Es gibt Mögliches, das weder wahr ist noch wahr sein wird.

>Eben bestand noch die Möglichkeit nichts zu schreiben ( bestand sie?).

>Das ist Vergangenheit, die nun absichtlicherweise wahr wird, durch den gedruckten Kommentar bewahrt wird.

>Da die ersten beiden Sätze evident sind, ist der 3. Satz falsch,

>mithin seine Negation wahr. Also 4. Nichts ist möglich, was weder

>wahr ist, noch wahr sein wird.

>Das Gegenstück zum Möglichen ist das, was spurlos verschwindet.

>Es ist noch nicht einmal vergangen ,denn das Fortgehen selbst ist verschwunden.

>Darüber wurde in der Antike heftig diskutiert, weil man daraus

>die Determination ableiten zu müssen glaubte.

>Aus der Notwendigkeit aus der Not muss immer die Determination abgeleitet

>werden. Da gibt es einige, die so einen Schluss für "analytisch", durch den Begriff selbst bedingt, halten würden. Nicht etwa, dass etwas an der Voraussetzung falsch wäre, nur müssen muss man nicht mehr - oder doch ?
Das ist nicht sicher.
Was rückwärts in der Zeit gilt, muß nicht vorwärts auch gelten.

Ich schreibe gerade dazu einen längeren Text, den ich dann auf meiner Site einstellen will. Hier poste ich, um zu sehen, ob ich nicht einen fundamentalen Gedanken vielleicht übersehen habe.
Gruss Christian

















von Christian Bickel - am 24.10.2000 14:50
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