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vor 16 Jahren, 2 Monaten
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Martin V

esse est percipi ?

Startbeitrag von Martin V am 23.11.2000 21:01

Geschrieben von Martin V am 23. November 2000 22:01:42:
Hi,



Mich interessiert Eure Meinung zu Berkeleys Text. Ich sehe diesen Text aus einer neutralen Perpektvive. Mir geht es um die Reaktionen. Danach folgt eine erläuterung aus SWR2 zu Berkeleys Gedanken. Im Anschluss ein etwas neueres Beispiel dieses Themas, dem sich auch Gerdard Roth zuwendet. Man möge Vergleiche ziehen...



Berkeley:
§ 1. Jedem, der einen Blick auf die Gegenstände der menschlichen Erkenntnis wirft, leuchtet ein, daß sie teils den Sinnen gegenwärtig eingeprägte Ideen sind, teils Ideen, welche durch ein Aufmerken auf das, was die Seele leidet und tut, gewonnen werden, teils endlich Ideen, welche mittels des Gedächtnisses und der Einbildungskraft durch Zusammensetzung, Teilung oder einfache Vergegenwärtigung der ursprünglich in einer der beiden vorhin angegebenen Weisen empfangenen Ideen gebildet werden. Durch den Gesichtssinn erhalte ich die Licht- und Farben-Ideen in ihren verschiedenen Abstufungen und qualitativen Modifikationen, durch den Tastsinn perzipiere ich z. B. Härte und Weichheit, Hitze und Kälte, Bewegung und Widerstand, und von diesem allem mehr oder weniger hinsichtlich der Quantität oder des Grades. Der Geruchssinn verschafft mir Gerüche, der Geschmackssinn Geschmacksempfindungen, der Sinn des Gehörs führt dem Geist Schallempfindungen zu in ihrer ganzen Mannigfaltigkeit nach Ton und Zusammensetzung. Da nun beobachtet wird, daß einige von diesen Empfindungen einander begleiten, so geschieht es, daß sie mit einem Namen bezeichnet und infolge hiervon als ein Ding betrachtet werden. Ist z. B. beobachtet worden, daß eine gewisse Farbe, Geschmacksempfindung, Geruchsempfindung, Gestalt und Festigkeit vereint auftreten, so werden sie für ein bestimmtes Ding gehalten, welches durch den Namen 'Apfel' bezeichnet wird. Andere Gruppen von Ideen (collections of ideas) bilden einen Stein, einen Baum, ein Buch und ähnliche sinnliche Dinge, die, je nachdem sie gefallen oder mißfallen, die Gefühle des Hasses, der Freude, des Kummers usw. hervorrufen.
§ 2. Aber neben all dieser endlosen Mannigfaltigkeit von Ideen oder Erkenntnisobjekten existiert ebensowohl auch etwas, das sie erkennt oder perzipiert und verschiedene Tätigkeiten wie wollen, sich einbilden, sich wiedererinnern an ihnen ausübt. Dieses perzipierende tätige Wesen ist dasjenige, was ich Gemüt, Geist, Seele oder mich selbst nenne. Durch diese Worte bezeichne ich nicht irgend eine meiner Ideen, sondern ein von ihnen allen ganz verschiedenes Ding, worin sie existieren, oder, was dasselbe besagt, wodurch sie perzipiert werden; denn die Existenz einer Idee besteht im Perzipiertwerden.
§ 3. Daß weder unsere Gedanken noch unsere Gefühle noch unsere Einbildungsvorstellungen außerhalb des Geistes existieren, wird ein jeder zugeben. Es scheint aber nicht weniger evident zu sein, daß die verschiedenen Sinnesempfindungen oder den Sinnen eingeprägten Ideen, wie auch immer sie miteinander vermischt oder verbunden sein mögen (d.h. was für Objekte auch immer sie bilden mögen), nicht anders existieren können als in einem Geist, der sie perzipiert. Dies kann, glaube ich, von einem jeden anschaulich erkannt werden (an intuitive knowledge may be obtain'd of this, by any one), der darauf achten will, was unter dem Ausdruck existieren bei dessen Anwendung auf sinnliche Dinge zu verstehen ist. Sage ich: der Tisch, an dem ich schreibe, existiert, so heißt das: ich sehe und fühle ihn; wäre ich außerhalb meiner Studierstube, so könnte ich seine Existenz in dem Sinne aussagen, daß ich, wenn ich in meiner Studierstube wäre, ihn perzipieren könnte, oder daß irgend ein anderer Geist ihn gegenwärtig perzipiert. Es war da ein Geruch, heißt; er wurde wahrgenommen; ein Ton fand statt, heißt: er wurde gehört; eine Farbe oder Gestalt: sie wurde durch den Gesichtssinn oder durch den Tastsinn perzipiert. Dies ist der einzige verständliche Sinn dieser und aller ähnlichen Ausdrücke. Denn was von einer absoluten Existenz nichtdenkender Dinge ohne irgend eine Beziehung auf ihr Perzipiertwerden gesagt zu werden pflegt, scheint durchaus unverständlich zu sein. Das Sein (esse) solcher Dinge ist Perzipiertwerden (percipi). Es ist nicht möglich, daß sie irgend eine Existenz außerhalb der Geister oder denkenden Wesen haben, von denen sie perzipiert werden.
§ 4. Es besteht in der Tat eine auffallend verbreitete Meinung, daß Häuser, Berge, Flüsse, mit einem Wort, alle sinnlichen Objekte eine natürliche oder reale Existenz haben, die von ihrem Perzipiertwerden durch den Verstand verschieden ist. Mit wie großer Zuversicht und mit wie allgemeiner Zustimmung aber auch immer dieses Prinzip behauptet werden mag, so wird doch, wenn ich nicht irre, ein jeder, der den Mut hat, es in Zweifel zu ziehen, finden, daß es einen offenbaren Widerspruch in sich schließt. Denn was sind die vorhin erwähnten Objekte anderes als die sinnlich von uns wahrgenommenen Dinge, und was perzipieren wir anderes als unsere eigenen Ideen oder Sinnesempfindungen? - und ist es nicht ein vollkommener Widerspruch, daß irgend eine von diesen oder irgend eine Verbindung von ihnen unwahrgenommen existieren sollte?
§ 5. Wenn wir diese Annahme gründlich prüfen, so wird sich vielleicht herausstellen, daß sie sich schließlich auf die Lehre von den abstrakten Ideen zurückführen läßt. Denn kann wohl die Abstraktion auf eine größere Höhe getrieben werden als bis zur Unterscheidung der Existenz sinnlicher Dinge von ihrem Perzipiertwerden, so daß man sich vorstellt, sie existieren unperzipiert? Licht und Farben, Hitze und Kälte, Ausdehnung und Figuren, mit einem Wort, die Dinge, welche wir sehen und fühlen, was sind sie anderes als verschiedenartige Sinnesempfindungen, Vorstellungen, Ideen oder Eindrücke auf die Sinne, und ist es möglich, auch nur in Gedanken irgend eine derselben vom Perzipiertwerden zu trennen? Ich für meine Person könnte ebenso leicht ein Ding von sich selbst abtrennen. Ich kann in der Tat vermöge meines Denkens solche Dinge voneinander abtrennen oder gesondert auffassen, die ich vielleicht niemals durch die Sinne in solcher Trennung perzipiert habe. So stelle ich mir den Rumpf eines menschlichen Körpers ohne die Glieder vor oder den Geruch einer Rose, ohne an die Rose selbst zu denken. Insoweit, das leugne ich nicht, vermag ich zu abstrahieren, wenn anders der Ausdruck Abstraktion hier noch im eigentlichen Sinne gilt, wo es sich nur darum handelt, solche Objekte gesondert zu denken, welche in der Tat voneinander getrennt existieren oder wirklich eins ohne das andere perzipiert werden können; aber meine Fähigkeit zu denken oder vorzustellen erstreckt sich nicht weiter als die Möglichkeit einer realen Existenz oder Perzeption. So unmöglich es mir ist, ein Ding ohne seine wirkliche Wahrnehmung zu sehen oder zu fühlen, ebenso unmöglich ist es mir hiernach, irgend ein sinnlich wahrnehmbares Ding oder Objekt gesondert von seiner sinnlichen Wahrnehmung oder Perzeption zu denken.
§ 6. Einige Wahrheiten liegen so nahe und sind so einleuchtend, daß man nur die Augen des Geistes zu öffnen braucht, um sie zu erkennen. Zu diesen rechne ich die wichtige Wahrheit, daß der ganze himmlische Chor und die Fülle der irdischen Objekte, mit einem Wort alle die Dinge, die das große Weltgebäude ausmachen, keine Subsistenz außerhalb des Geistes haben, daß ihr Sein ihr Perzipiertwerden oder Erkanntwerden ist, daß sie also, so lange sie nicht wirklich durch mich erkannt sind oder in meinem Geist oder im Geist irgend eines anderen geschaffenen Wesens existieren, entweder überhaupt keine Existenz haben oder im Geist eines ewigen Wesens existieren müssen, da es etwas völlig Undenkbares ist und alle Verkehrtheit der Abstraktion in sich schließt, wenn irgend einem ihrer Teile eine vom Geist unabhängige Existenz zugeschrieben wird. Um sich hiervon zu überzeugen, braucht der Leser nur durch eigenes Nachdenken den Versuch zu machen, in Gedanken das Sein eines sinnlich wahrnehmbaren Dinges von dessen Perzipiertwerden zu trennend.
§ 7. Aus dem Gesagten folgt, daß es keine andere Substanz gibt als den Geist oder das, was perzipiert. Zum vollständigeren Erweis dieses Satzes aber möge in Erwägung gezogen werden, daß die sinnlichen Qualitäten Farbe, Figur, Bewegung, Geruch, Geschmack und ähnliche sind, d.h. die durch die Sinne perzipierten Ideen. Nun ist es ein offenbarer Widerspruch, daß eine Idee in einem nicht perzipierenden Dinge existiert; denn dasselbe, was perzipieren ist; dasjenige also, worin Farbe, Figur und die ähnlichen Qualitäten existieren, muß sie perzipieren; hieraus ist klar, daß es keine nicht denkende Substanz oder kein nicht denkendes Substrat dieser Dinge geben kann.
§ 8. Aber, sagt ihr, obschon die Ideen selbst nicht außerhalb des Geistes existieren, so kann es doch ihnen ähnliche Dinge, deren Kopien oder Ebenbilder sie sind, geben, und diese Dinge existieren außerhalb des Geistes in einer nichtdenkenden Substanz. Ich antworte: eine Idee kann nur ,einer Idee ähnlich sein, eine Farbe oder Figur nur einer anderen Farbe oder Figur. Wenn wir auch noch so wenig auf unsere Gedanken achten, so werden wir es unmöglich finden, eine andere Ähnlichkeit als die zwischen unseren Ideen zu begreifen. Außerdem frage ich, ob diese vorausgesetzten Originale oder äußeren Dinge, deren Abbilder oder Darstellungen unsere Ideen sein sollen, selbst perzipierbar sind oder nicht. Sind sie es, dann sind sie Ideen, und wir haben erreicht, was wir wollten; sagt ihr dagegen, sie sind es nicht, so gebe ich jedem Beliebigen die Entscheidung anheim, ob es einen Sinn hat zu behaupten, eine Farbe sei ähnlich etwas Unsichtbarem, Härte oder Weichheit ähnlich etwas Untastbarem usw.
§ 9. Einige machen einen Unterschied zwischen primären und sekundären Qualitäten: unter den ersten verstehen sie Ausdehnung, Figur, Bewegung, Ruhe, Solidität oder Undurchdringlichkeit und Zahl; mit dem anderen Ausdruck aber bezeichnen sie alle übrigen sinnlichen Qualitäten, wie z. B. Farben, Töne, Geschmacksempfindungen und so fort. Sie erkennen an, daß die Ideen, welche wir von diesen Qualitäten haben, nicht die Ebenbilder von irgend etwas sind, das außerhalb des Geistes oder unperzipiert existiert; sie behaupten aber, unsere Ideen der primären Qualitäten seien Abdrücke oder Bilder von Dingen, die außerhalb des Geistes existieren in einer nichtdenkenden Substanz, welche sie Materie nennen. Unter Materie haben wir demgemäß eine träge, empfindungslose Substanz zu verstehen, in welcher Ausdehnung, Figur und Bewegung wirklich existieren. Aber es geht aus dem schon Gesagten deutlich hervor, daß Ausdehnung, Figur und Bewegung nur Ideen sind, die im Geist existieren, daß eine Idee nur einer Idee ähnlich sein kann, und daß demgemäß weder sie selbst noch auch ihre Urbilder in einer nicht perzipierenden Substanz existieren können. Hieraus ist offenbar, daß eben der Begriff von dem, was Materie oder körperliche Substanz genannt wird, einen Widerspruch in sich schließt.
§ 10. Diejenigen, welche behaupten, daß Figur, Bewegung und die übrigen primären oder ursprünglichen Qualitäten außerhalb des Geistes in undenkenden Substanzen existieren, erkennen gleichzeitig an, daß von Farben, Tönen, Hitze, Kälte und derartigen sekundären Qualitäten nicht dasselbe gilt; sie behaupten, diese sind Sinnesempfindungen, die nur im Geist existieren und von der verschiedenen Größe, Struktur und Bewegung der kleinen Teile der Materie abhängig sind oder veranlaßt werden. Sie halten dies für eine unzweifelhafte Wahrheit, für die sie Beweise, die keine Widerrede zulassen, zu führen vermögen. Wenn es nun aber gewiß ist, daß diese sog. ursprünglichen Qualitäten untrennbar mit den anderen sinnlichen Qualitäten vereinigt sind und sogar nicht in Gedanken von ihnen abgesondert werden können, so folgt offenbar, daß sie nur im Geist existieren. Ich bitte aber einen jeden nachzudenken und zu erproben, ob er durch irgendeine Abstraktion des Denkens die Ausdehnung und Bewegung eines Körpers ohne alle anderen sinnlichen Qualitäten denken kann. Ich für meine Person sehe deutlich, daß es nicht in meiner Macht steht, die Idee eines ausgedehnten und bewegten Körpers zu bilden, ohne ihm zugleich eine Farbe oder eine andere sinnliche Qualität zuzuschreiben, welche anerkanntermaßen nur im Geist existiert. Kurz, Ausdehnung, Figur und Bewegung sind undenkbar, wenn sie von allen anderen Eigenschaften durch Abstraktion gesondert werden. Wo also die anderen sinnlichen Eigenschaften sind, da müssen sie auch sein, d. h. im Geist und nirgendwo anders.
§ 11. Ferner sind anerkanntermaßen Größe und Kleinheit, Raschheit und Langsamkeit nur in unserm Geist, da sie völlig relativ sind und sich ändern, so wie die Gestalt oder Lage der Sinnesorgane sich ändert. Die Ausdehnung demgemäß, welche außerhalb des Geistes existiert, ist weder groß noch klein, die Bewegung weder rasch noch langsam, d. h. diese Ausdehnung und diese Bewegung sind überhaupt nichts. Aber, sagt ihr, sie sind Ausdehnung im allgemeinen und Bewegung im allgemeinen. So zeigt sich, wie sehr die Annahme, daß es ausgedehnte, bewegbare Substanzen außerhalb des Geistes gibt, von jener seltsamen Lehre der abstrakten Ideen abhängt. Und bei dieser Gelegenheit kann ich nicht umhin zu bemerken, wie sehr die vage und unbestimmte Vorstellung einer Materie oder körperlichen Substanz, zu der die neueren Philosophen durch ihre eigenen Voraussetzungen gedrängt werden, jenem antiquierten und so viel verlachten Begriff einer 'materia prima' gleicht, den man bei 'ARISTOTELES und seinen Anhängern findet. Ohne Ausdehnung kann Solidität nicht gedacht werden. Ist demnach gezeigt worden, daß Ausdehnung nicht in einer nichtdenkenden Substanz existiert, so muß das gleiche von der Solidität wahr sein.
§ 12. Daß die Zahl durchaus ein Produkt des Geistes ist, auch wenn man zugeben würde, daß die anderen Qualitäten außerhalb des Geistes existieren, wird einem jeden einleuchten, der bedenkt, daß dasselbe Ding eine verschiedene Zahlbezeichnung erhält, wenn der Geist es in verschiedenen Beziehungen betrachtet. So ist z. B. dieselbe Ausdehnung 1 oder 3 oder 36, je nachdem der Geist sie im Verhältnis zu einer Elle (einer engl. Elle von 3 Fuß) oder zu einem Fuß oder zu einem Zoll betrachtet. Die Zahl ist so augenscheinlich relativ und vom menschlichen Verstand abhängig, daß es kaum zu denken ist, daß irgend jemand ihr eine absolute Existenz außerhalb des Geistes zuschreiben kann. Wir sagen Ein Buch, Eine Seite, Eine Linie; diese alle sind gleich sehr Einheiten, obschon einige von ihnen mehrere der anderen enthalten. Und in jedem Betracht ist es klar, daß die Einheit sich auf eine besondere Kombination von Ideen bezieht, die der Geist willkürlich zusammenstellt.
§ 13. Ich weiß, daß einige der Meinung sind, die Einheit sei eine einfache oder unzusammengesetzte Idee, die alle anderen Ideen in unserem Geist begleitet. Ich finde nicht, daß ich irgend eine solche Idee habe, die dem Worte Einheit entspräche, und ich denke doch, daß es, wenn ich sie hätte, nicht fehlen könnte, daß ich sie fände; es müßte vielmehr mein Geist mit ihr am allervertrautesten sein, da sie ja, wie behauptet wird, alle anderen Ideen begleiten und durch alle Weisen der äußeren und inneren Wahrnehmung (sensation and reflexion) perzipiert werden Soll. Um alles auf einmal zu sagen: sie ist eine abstrakte Idee.
§ 14. Ich füge hinzu, daß in derselben Weise, wie neuere Philosophen beweisen, daß gewisse sinnliche Eigenschaften keine Existenz in der Materie oder außerhalb des Geistes haben, das gleiche auch von allen anderen sinnlichen Eigenschaften bewiesen werden kann. So wird z. B. gesagt, daß Hitze und Kälte nur psychische Affektionen sind und durchaus nicht Abdrücke von wirklichen, in den körperlichen Substanzen, durch welche sie angeregt werden, existierenden Wesen; denn derselbe Körper, welcher einer Hand als warm erscheine, erscheine einer anderen als kalt. Warum sollen wir nun nicht ebensowohl schließen, daß Figur und Ausdehnung nicht Abdrücke oder Ähnlichkeiten von in der Materie existierenden Eigenschaften sind, da sie demselben Auge von verschiedenen Punkten aus oder von demselben Punkte aus Augen von verschiedener Struktur verschieden erscheinen und daher nicht Bilder von etwas außerhalb des Geistes unwandelbar Bestimmtem sein können? Ferner wird bewiesen, daß Süßigkeit nicht wirklich in dem wohlschmeckenden Dinge ist, weil ohne Veränderung dieses Dinges die Süßigkeit sich in Bitterkeit umwandelt, z. B. beim Fieber oder einer anderweitigen Beeinträchtigung des Gaumens. Ist es nicht ebenso vernunftgemäß zu sagen, daß Bewegung nicht außerhalb des Geistes stattfindet, da, wenn die Aufeinanderfolge von Vorstellungen im Geist rascher wird, die Bewegung anerkanntermaßen, ohne daß irgend eine Veränderung in irgend einem realen Objekt stattgefunden hat, langsamer zu sein scheinen wird?
§ 15. Kurz, wenn jemand jene Argumente recht erwägt, von denen man glaubt, daß sie deutlich erweisen, daß Farben und Geschmacksempfindungen bloß im Geist existieren, so wird er finden, daß sie mit gleicher Kraft dasselbe von der Ausdehnung, Figur und Bewegung darzutun vermögen. Doch muß zugegeben werden, daß diese Argumentationsweise nicht sowohl beweist, daß es keine Ausdehnung oder Farbe in einem äußeren Objekt gibt, als vielmehr nur, daß wir nicht durch die Sinne erkennen, welches die wahre Ausdehnung oder Farbe des Objekts ist. Aber die vorhergehenden Argumente zeigen deutlich die Unmöglichkeit, daß überhaupt irgend eine Farbe oder Ausdehnung oder sinnlich wahrnehmbare Eigenschaft irgend welcher Art in einem nichtdenkenden Substrat außerhalb ,des Geistes existiert, oder vielmehr die Unmöglichkeit, daß es irgend etwas derartiges wie ein äußeres Objekt gibt.
§ 16. Prüfen wir jedoch noch ein wenig die herrschende Ansicht. Man sagt, Ausdehnung sei ein Modus oder ein Akzidens der Materie, und diese sei das Substrat, welches jene trage. Nun möchte ich gern, daß mir erklärt würde, was unter dem der Materie zugeschriebenen Tragen der Ausdehnung zu verstehen ist. Sagt ihr, ich habe keine Idee von der Materie und kann dies daher nicht erklären, so antworte ich: mögt ihr auch keine positive Idee der Materie haben, so darf doch zum mindesten eine negative euch nicht fehlen, wenn ihr überhaupt irgend einen Sinn mit dem Worte verknüpft; obschon ihr nicht wißt, was sie ist, so muß doch vorausgesetzt werden dürfen, daß ihr wißt, in welcher Beziehung sie zu ihren Akzidentien steht und was unter ihrem Tragen derselben zu verstehen ist. Offenbar kann das Wort "tragen" hier nicht in seinem gewöhnlichen oder buchstäblichen Sinn genommen werden, wie wenn wir sagen, daß Säulen ein Gebäude tragen; in welchem Sinne ist es denn nun zu verstehen?
§ 17. Prüfen wir das, was die sorgfältigsten Philosophen selbst unter dem Ausdruck materielle Substanz zu verstehen erklären, so finden wir, daß sie bekennen, keinen anderen Sinn mit diesen Lauten zu verknüpfen als die Idee eines Wesens (eines Etwas, eines Seienden) überhaupt, zusammen mit dem relativen Begriff seines Tragens von Akzidentien. Mir scheint diese allgemeine Idee abstrakter und unbegreiflicher als alle anderen zu sein, und was das Tragen von Akzidentien betrifft, so kann dies, wie vorhin bemerkt worden ist, nicht in dem gewöhnlichen Wortsinn verstanden, muß also in einem anderen Sinne genommen werden, der unerklärt bleibt. Demgemäß gelange ich, wenn ich die beiden Teile oder Seiten der Bedeutung der Worte materielle Substanz betrachte, zu der Überzeugung, daß damit gar kein bestimmter Sinn verbunden ist. Doch warum sollen wir uns noch weiter bemühen mit der Erörterung dieses materiellen Trägers (Substrats) von Figur, Bewegung und anderen sinnlichen Qualitäten? Setzt er nicht voraus, daß sie eine Existenz außerhalb des Geistes haben? Und ist dies nicht ein direkter Widerspruch und durchaus unbegreiflich?


Literatur: George Berkeley, Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis, Hamburg 1976


SWR2:
Berkeley wollte dem aufkommenden Materialismus entgegenwirken, und dabei ging er erst einmal durchaus von der Sinnenerfahrung aus, wenn er sagte: "Sein ist Wahrnehmen". Der Mensch ist ein Wahrnehmender. Doch dann machte er aus dem Empirismus etwas überraschend Neues: eine Lehre von Wahrnehmung, die das wahrnehmend-denkende Ich hinter sich läßt - eben so wie die Lehre von der Unbezweifelbarkeit der materiellen Wirklichkeit. Dabei ging er von dem aus, was er "Ideen" nannte, nämlich Gedanken oder Bewußtseinsinhalte, die durch die Sinneserfahrungen erzeugt werden. Das wahrnehmende Wesen könne "Gemüt", "Geist", "Seele" oder auch "Ich" genannt werden - und das ist keine Idee, sondern der Ort, in dem sich Erfahrungen in Ideen verwandeln. Und "die Existenz einer Idee besteht im Wahrgenommen-Werden."
Das mag noch guter, einfacher Empirismus sein, doch dann geht Berkeley einen entscheidenden Schritt weiter, wenn er sagt, daß das Wahrnehmen - diese Tätigkeit des Geists - das Wahrgenomme als sein eigenes Produkt erkennt. Nichts, so lautet die Konsequenz, existiert außerhalb der Wahrnehmung. Nur sie ist erst einmal wirklich, sonst kein Ding. Dazu schreibt Berkeley:
„eine auffallend weit verbreitete Meinung, daß Häuser, Berge, Flüsse, mit einem Wort: alle sinnlichen Gegenstände eine natürliche oder reale Existenz haben. Mit wie großer Zuversicht und Zustimmung aber man dieses Prinzip auch immer behaupten mag, so wird doch ... jeder, der den Mut hat, es in Frage zu stellen, bemerken, daß es einen offenbaren Widerspruch in sich schließt. Denn was sind die erwähnten Gegenstände anderes als die Dinge, die wir mit den Sinnen wahrnehmen? Und was nehmen wir anderes wahr als unsere eigenen Ideen oder Sinnesempfindungen?“



So lautet dann die Quintessenz der Überlegungen: Das Sein der Dinge ist ihr "Wahrgenommenwerden" - die Ergänzung der Einsicht, daß Sein gleich Wahrnehmen ist. Und aus diesen Grundüberlegungen leitet Berkeley nun die These ab, daß Materie nicht wirklich sein kann. Mit dem Wort "materielle Substanz" könne kein bestimmter Sinn verbunden sein.



„Sollen wir uns weiter bemühen, dieses materielle Substrat als Träger von Gestalt, Bewegung und anderen sinnlichen Qualitäten zu erörtern? Setzt das nicht voraus, daß sie eine Existenz außerhalb des Geistes haben? Und ist dies nicht ein direkter Widerspruch und völlig unbegreiflich?“
So bleibt zuletzt nur die Schlußfolgerung, daß dem Materiellen, der Materie kein wahres Sein zukomme: Es handelt sich allemal um Konstrukte der Wahrnehmung, und diese Wahrnehmung ist Selbstwahrnehmung der Person. Damit ist entschieden in Frage gestellt, was für Descartes und die beginnende Naturwissenschaft unumstößlich war: daß nämlich ein Subjekt in der Welt Objekten begegnet, die es in der Distanz von sich erkennen kann.



Doch damit hatte Berkeley noch immer nicht sein Ziel erreicht: den Glauben zu retten oder zu verteidigen. Er mußte einen Schritt weitergehen - und der lag nahe. Wenn es nämlich stimmt, daß Sein "Wahrgenommenwerden" ist, dann gilt das auch für das Sein des wahrnehmenden Menschen: Er ist als Wahrnehmender selber "Wahrgenommenwerden". Die Antwort des Descartes: Das "Ich denke" sei unbezweifelbar, wird fragwürdig. Könnte es nicht sein, daß etwas im Ich denkt - ein Etwas, das in ihm ankommt, das das Ich als Instrument für seine Artikulation benutzt? Man mag es Weltseele nennen oder Weltgeist. Berkeley, der Theologe, sprach von Gott. Und der allein ist wirklich.
Menschliches Dasein wie weltliche Dinge sind wirklich nur als Wahrnehmungen Gottes - man kann sagen: Spiele Gottes auf der Bühne, die sich dieser Gott selber bereitet hat. Wenn einer denkt, dann denkt er als Gedanke Gottes, wenn einer wahrnimmt, dann nimmt er als Wahrnehmung Gottes wahr. So übersetzte Berkeley ins Fromme das Wort des Prospero, wir seien aus solchem Stoff wie der zu Träumen.



Diese Extremposition - konsequent aus dem Geist des Empirismus und des Glaubens entwickelt - konnte das Jahrhundert nicht auf sich beruhen lassen. Denn sie hätte die prinzipielle Unmündigkeit des Menschen behauptet, während Mündigkeit sich an wirklicher Welt bewährt. So tat Kant Berkeley recht lapidar mit der Feststellung ab, was der Erfahrungen nenne, seien nur "Einbildungen". Doch der Gedanke von der Unwirklichkeit des Wirklichen war nun einmal gedacht - und der kehrt beispielsweise in dem Satz wieder, mit dem, ein Jahrhundert nach Berkeley, Arthur Schopenhauer sein Hauptwerk "Die Welt als Wille und Vorstellung" eröffnete: Die Welt ist meine Vorstellung.
Neuere Überlegungen:
Erzähler: Eine Schleuse, eine Pumpstation, eine Fähre. Feuer ! Feuer achtmillionen Mal ! Hokus pokus. Ein Bild ensteht in Deinem Kopf !
Regie:Geräuschblock:Schleusentore öffnen/ Wellen /Pumpen / Blitzeinschlag.
2.Sprecherin: (links Stimme aus dem Schalltoten) Und wenn alles nur Einbildung wäre ?
Erzähler: Was ?
2.Sprecherin: (links Stimme aus dem Schalltoten) Alles.
Erzähler: Das zum Beispiel, was wir hören ?
2.Sprecherin: (links Stimme aus dem Schalltoten)Wenn das nur Einbildung wäre?
1.Sprecherin: Titelansage: "Gaukeleien der Sinne - Über die Weltbildmaschine im Kopf" von Karlheinz Knuth
2.Sprecherin:(links Stimme aus dem Schalltoten) Hier ---- Hier ist "Innen".
Regie: Ein paar Schritte(ebenfalls im Schalltoten) von links bis zur Mitte
2.Sprecherin: (links, Stimme aus dem Schalltoten) Von hier bis hier. Hier bin ich.
1.Sprecherin: (rechts, und Außenatmo, sich verändernd Stadt/Land)) Hier ist außen. Hier überall. Hier ist außen. Draußen.- Außerhalb.
2.Sprecherin :(links, Stimme aus dem Schalltoten) Ich weiß, da wo die Sonne aufgeht
Erzähler: Das ist schon die allererste Gaukelei.
1.Sprecherin: (rechts) "Tatsächlich gibt es hier draußen....
2.Sprecherin:(links, Stimme aus dem Schalltoten) (fällt ein)...Wo die Städte sind, die Landschaften, die Häuser, die Wohnungen, der Tisch, das Bett und...
1.Sprecherin: (rechts) Nichts (setzt neu an):. "Tatsächlich gibt es hier draußen weder Licht noch Farben, es gibt lediglich elektromagnetische Wellen, es gibt da draußen weder Schall noch Musik, es gibt nur periodische Schwankungen des Luftdrucks, hier draußen gibt es weder Wärme noch Kälte, es gibt nur Moleküle, die sich mit mehr oder minder großer mittlerer kinetischer Energie bewegen..."
Regie: Von rechts:(Geräusche der universalen Sprache der Elektroden) verwandeln sich auf dem Weg nach links in Musik: Stockhausen "Gesang der jungen Männer" (entfernt, leise)
2. Sprecherin: (links, Stimme aus dem Schalltoten) ...Wo die Städte sind, die Landschaften, die Häuser...?
Erzähler: Nichts. 2.Sprecherin :(links, Stimme aus dem Schalltoten) Nichts. Keine Stadt, keine Landschaft...
Erzähler: Nichts.
2. Sprecherin: (links, Stimme aus dem Schalltoten): Was ist da ?
Erzähler: Wo ?
2. Sprecherin: (links, Stimme aus dem Schalltoten): Das da !
Erzähler: Der Stuhl ?
2. Sprecherin: (links, Stimme aus dem Schalltoten): Nichts ?
Erzähler: Nein.- Nicht so, jedenfalls, wie wir es erleben.Obwohl jeder- fast jeder im täglichen Leben davon ausgeht , daß die "äußere" Wirklichkeit so ist, wie wir sie sehen, hören, fühlen, schmecken und tasten.. Ein naives Weltbild. Philosophen bezeichnen es als "naiven Realismus".
2.Sprecherin: (links, Stimme aus dem Schalltoten) Wenn da nichts ist - warum stoße ich mich an dem Stuhl oder laufe nicht gegen den Schrank, und stürze nicht vom Balkon?
Regie: Geräusche der universalen Sprache der Elektroden
Zitator: "Weil wir im Laufe der Jahrmillionen gelernt haben, wie ein Blinder durch den Wald zu gehen", so jedenfalls erklärt es Paul Watzlawick, Prof. für Psychotherapie, Stanford University und Forschungsbeauftragter am Mental Research Institute in Palo Alto/Kalifornien: Regie: Leise entfernt baut sich eine akustische Idylle auf: Waldatmo, Vogelgezwitscher, Plätschern eines Baches...


1.Sprecherin:" Ein blinder Wanderer, der den Fluß jenseits eines nicht allzu dichten Waldes erreichen möchte, kann zwischen den Bäumen viele Wege finden, die ihn an sein Ziel bringen. Selbst wenn er tausendmal liefe und alle die gewählten Wege in seinem Gedächt-nis aufzeichnete, hätte er nicht ein Bild des Waldes, sondern ein Netz von Wegen, die zum gewünschten Ziel führen, eben weil sie die Bäume des Waldes erfolgreich vermeiden. Aus der Perspektive des Wanderers betrachtet, dessen einzige Erfahrung im Gehen und zeitweiligen Anstoßen besteht, wäre dieses Netz nicht mehr und nicht weniger als eine Darstellung der bisher verwirklichten Möglichkeiten, an den Fluß zu gelangen. Angenommen der Wald verändert sich nicht zu schnell, so zeigt das Netz dem Waldläufer, wo er laufen kann, doch von den Hindernissen, zwischen denen alle diese erfolgreichen Wege liegen, sagt es ihm nichts, als daß sie eben sein Laufen hier und dort behindert haben. In diesem Sinn »paßt« das Netz in den »wirklichen« Wald, doch die Umwelt, die der blinde Wanderer erlebt, enthält weder Wald noch Bäume, wie ein außenstehender Beobachter sie sehen könnte. Sie besteht le-diglich aus Schritten, die der Wanderer erfolgreich gemacht hat, und Schritten, die von Hindernissen vereitelt wurden."
Regie: Atmo endet.
Erzähler: Nur selten.- meistens nicht - meistens gelangt das "Außen im Original"- wie es Konrad Lorenz, einer der Väter der Verhaltensforschung und Nobelpreisträger in seinem Buch: "Die Rückseite des Spiegels" nennt- (157) - meistens gelangt dieses "Außen im Original" nicht über die Sinnesorgane bis zur Ebene unseres Erlebens nach Innen:
Zitator: " Was uns optisch oder auch akustisch von unseren Sinnen präsentiert wird, ist immer schon das Ergebnis von höchst komplizierten Verrechnungsvorgängen."
Erzähler: Gaukeleien., die versuchen aus den Sinnesdaten Wellenlänge, periodische Schwankungen des Luftdrucks, Bewegung der Moleküle eine Umgebung zu konstruieren, die es möglicht macht, dort zu leben. Aber dazu bedarf es eines Konzeptes, wie Kant sagt:


1.Sprecherin:"Konzeptualisierung"
Erzähler: Nach der die Sinnesdaten ausgewertet, interpretiert, integriert werden können oder wie es in der gegenwärtigen Psychologie heißt :


1.Sprecherin:Es bedarf eines mitlaufenden Weltmodells in das die aktuellen Sinnesdaten eingefügt werden bzw. auch von dem sie aus verworfen werden können.
Erzähler: Das mitlaufende sogenannte Weltmodell ist eine Art Weltbildmaschine...
Regie: Musik verwandelt sich wieder zurück/ Geräusche der Weltbildmaschine (bestehend aus altmodischen Geräuschen und Musik gespielt mit historischen Instrumenten)
Erzähler: Eine Weltbildmaschine aus der früh- und vormenschlichen Zeit, aus der Zeit der frühen Säuger, vor 100 Jahrmillionen gefertigt. Regie: Geräusch dieser uralten Weltbildmaschine
Erzähler: Und im Laufe der Evolution darauf abgestellt, momentane Aufgaben zu lösen . In der Zeit der Jäger war es zum Beispiel überlebenswichtig, rasch und gut ein Wild zu erkennen, zu erlegen und zu planen, wie man den Winter überlebt. Daher stammen unsere "Vorurteile". Es sind ererbte Erfahrungen aus Zeiten, die von unseren Urvorfahren unter Lebensgefahr in den Bäumen gemacht wurden. Wer konnte die Entfernung zum nächsten Baum oder Ast richtig einschätzen ? Die das nicht konnten haben sich beim Sprung den Hals gebrochen. Und so deuten wir heute noch Bilder dreidimensional, und können das schon, wenn wir auf die Welt kommen. Eine von sehr vielen Fähigkeiten. Nur - der Urwald ist nicht mehr unser Lebensrevier. Da kann es passieren, daß die Weltbildmaschine beziehungsweise die Logik des Zentralen Nervensystems manchmal eben mit dem alten Konzept überfordert wird.
Regie: Geräusch dieser uralten Weltbildmaschine
Erzähler: Für Prof.Dr. Rupert Riedl, Zoologisches Institut der Universität Wien sind es Interpretationshilfen:
Zitator: " Es sind Interpretationshilfen, die für die Lösung der Lebensprobleme des Säugetiers adaptiert wurden und lange schon bevor unser Bewußtsein hell geworden war. Heute beginnen wir zu verstehen, daß von unseren Sinnen überhaupt nur jene Reize das Gehirn erreichen, welche durch geeignete Verschaltung zu geeigneten Reaktionen führen, also bereits längst interpretiert sind, Deutung erfahren oder, wie wir uns ausdrücken, einen Sinn haben..."
Erzähler: Heißt es in Riedles Buch : "Die Spaltung des Weltbildes" ( S.23) Für Konrad Lorenz ist die Apparatur des Informationsgewinns nach den gleichen Prinzipien gebaut sind, wie jene, welche die Fluchtreaktion des Pantoffeltierchens bewirken, zwar sehr viel komplexer, aber
Zitator: "...Die Leistung unseres Erkenntnisapparates gleicht in dieser Hinsicht dem, was ein roher und primitiver Robben- oder Walfischfänger über das Wesen seiner Beute weiß, nämlich nur das, was für seine Interessen praktisch von Belang ist. Dieses wenige aber, was zu wissen uns die Organisation unserer Sinnesorgane und unseres Nervensystems gestattet, hat sich in äonenlanger Erprobung bewährt. Wir dürfen ihm vertrauen -so weit es reicht."
Erzähler: Bis wohin ? Und dahinter ? Hinter dem Erkenntniszaun ? Was ist da, was wir nicht, hören, fühlen, schmecken, tasten können. Ist da nicht etwas neben dem Tisch auf dem das Radio steht ? Da ist etwas zwischen "Himmel und Erde". Geister ? Strukturen und Landschaften unbekannter Schönheit ? Vielleicht sogar eine andere Welt ? --Aber - wir können es nicht sehen, nein, wir können es nicht hören, nein, auch nicht fühlen, nicht schmecken, vielleicht uns nicht einmal vorstellen oder--- ist es:--- entsetzlich, und es ist besser, es nicht mitzubekommen ?
Regie: Entfernt Musik
Erzähler: Weil es für uns "Wal- und Robbenfänger" nicht überlebenswichtig ist, müssen wir es weder sehen, noch hören, also überhaupt nicht wahrnehmen, wir haben auch kein Organ dafür.


1.Sprecherin:" Unsere Artentwicklung war nicht gezwungen, solche Anpassungen zu entwickeln. Für all diese Wellenlängen, auf die unser Empfangsapparat nicht abgestimmt ist, sind wir selbstverständlich taub und wir wissen nicht, wir können nicht wissen, wie taub."
Regie: Von rechts:(universale Sprache der Elektroden) verwandelt sich auf dem Weg nach links in Musik: Stockhausen "Gesang der jungen Männer" (entfernt, leise)
Erzähler: Also folgerte schon damals Arthur Schopenhauer:
Zitator: "Die Welt ist meine Vorstellung" - dies ist eine Wahrheit, welche in Beziehung auf jedes lebende und erkennende We-sen gilt; wiewohl der Mensch allein sie in das reflektierte, abstrakte Bewußtsein bringen kann: und tut er dies wirk-lich; so ist die philosophische Besonnenheit bei ihm einge-treten. Es wird ihm dann deutlich und gewiß, daß er keine Sonne kennt und keine Erde; sondern immer nur ein Auge, das eine Sonne sieht, eine Hand, die eine Erde fühlt; daß die Welt, welche ihn umgibt, nur als Vorstellung da ist, d.h. durchweg nur in Beziehung auf ein anderes, das Vorstellende, welches er selbst ist." -
Erzähler: Wenn das so ist, geht es uns dann nicht wie denen, die in einer unterirdischen Höhle leben ?
Regie: Atmo Höhle Zitator ".... In dieser Höhle wären wir von Kindheit an gewesen und hätten Fesseln an den Schenkeln und am Halse, so daß wir uns nicht von der Stelle rühren könnten und beständig ge-radeaus schauen müßten..." Erzähler: Was wäre dann ? Platon antwortet in einem Gleichnis. Im siebenten Buch des "Staates" heißt es :
Zitator:" Oben in der Ferne sei ein Feuer, und das gäbe ihnen von hinten her Licht. Zwischen dem Feuer aber und diesen Gefesselten führe oben ein Weg entlang. Denke dir, dieser Weg hätte an einer Seite eine Mauer, ähnlich wie ein Gerüst, das die Gaukler vor sich, den Zuschauern gegenüber, zu errichten pflegen, um darauf ihre Kunststücke vorzuführen."
Erzähler: "Ja, ich denke es mir so."
Zitator: "Weiter denke dir, es trügen Leute an dieser Mauer vor-über, aber so, daß es über sie hinwegragt, allerhand Ge-räte, auch Bildsäulen von Menschen und Tieren aus Stein und aus Holz und überhaupt Erzeugnisse menschlicher Ar-beit. Einige dieser Leute werden sich dabei vermutlich unterhalten, andere werden nichts sagen."
Erzähler: "Welch seltsames Gleichnis! Welch seltsame Gefangene!"
Zitator : " Haben nun diese Gefangenen wohl von sich selber und voneinander etwas anderes gesehen als ihre Schatten, die das Feuer auf die Wand der Höhle wirft, der sie gegenübersitzen?"
Erzähler: "Wie sollten sie! Sie können ja ihr Leben lang nicht den Kopf drehen!"
Zitator: "Ferner: Von den Gegenständen, die oben vorübergetragen werden? Doch ebenfalls nur ihre Schatten?"
Erzähler: "Zweifellos"
Zitator: "Und wenn sie miteinander sprechen können, so werden sie in der Regel doch wohl von diesen Schatten reden, die da auf ihrer Wand vorübergehen."
Erzähler: "Unbedingt."
Zitator: "Und wenn ihr Gefängnis auch ein Echo von der Wand zurückwirft, sobald ein Vorübergehender spricht, so werden sie gewiß nichts anderes für den Sprecher halten als den vorüberkommenden Schatten."
Erzähler: "Entschieden nicht."
Zitator: "Überhaupt, sie werden nichts anderes für wirklich halten, als diese Schatten von Gegenständen menschlicher Arbeit."
Regie: Atmo Höhle endet/Weltbildmaschinengeräusche.
2. Sprecherin: (links, Stimme aus dem Schalltoten)"Jeder von uns glaubt von sich selbst, daß er direkt in der Welt, die ihn umgibt, lebt, ihre Gegenstände und Ereignisse genau fühlt und in einer realen und gegenwärtigen Zeit lebt."
Erzähler: " ...Das sind Illusionen der Wahrnehmung ".John C. Eccles, Nobelpreisträger zitiert in seinem Buch : " Das Ich und sein Gehirn" Mountcastle (312,Popper):


1.Sprecherin:"..., jeder von uns begegnet der Welt mit einem Gehirn, daß mit dem, was »draußen« ist, über wenige Millionen gebrechliche sensible Nervenfasern ver-bunden ist. Diese Spezialnerven, die sogenannten Neuronen sind unsere einzigen Informationskanäle. Aber diese sensiblen Nervenfasern sind eben keine high-fid-elity Empfänger. Sie sind Fabulierer. Sie sind niemals vollkommen glaubwürdig, sie erlauben Verzerrungen zwischen dem »Außen« und dem »Innen«. Empfindung ist eine Abstraktion, nicht eine Replikation der realen Welt."
Erzähler: Jeder von uns lebt wie in einer unterirdischen Höhle oder wie es der Kybernetiker und Philosoph Heinz von Förster nennt:
1. Sprecherin: "Jeder von uns lebt innerhalb des Gefängnisses seines eige-nen Gehirns."
Erzähler: Ausgebreitet - wäre es nicht größer als die Platte eines Eßtisches für 6 Personen. Dünn allerdings - dünner als die dazu passende Tischdecke. Die - muß man sich vorstellen - müßte in tausend Falten zusammengeknüllt unter unsere Schädeldecke gestopft werden und würde die anderen Teile des Gehirns umwölben .Fertig . Das ist unser Gefängnis .Dort drinnen sind wir mit unserer Weltbildmaschine eingesperrt.
Regie: Geräusche der uralten Weltbildmaschine
Erzähler: Während das Gehirn nur zwei Prozent der Körpermasse ausmacht, verbraucht es aber im Durchschnitt 2o Prozent der gesamten Energie. Zehnmal mehr, als ihm zukommt. Gleichzeitig lebt es wie von der Hand in den Mund. Es besitzt keinerlei Sauerstoff und Zuckerreserven. Sollte die Sauerstoffversorgung für nur wenige Minuten ausfallen - entstehen bereits nicht wieder gutzumachende Schäden.
Regie: Geräusche der uralten Weltbildmaschine


1.Sprecherin: Vom Gehirn gehen Millionen gebrechliche sensorische Nervenfasern aus, die in Gruppen auf einzigartige Weise dazu geschaffen sind, die energeti-schen Zustände der Welt um uns herum zu sammeln:
Erzähler: Hitze!
1. Sprecherin: Licht!
Zitator: Kraft!


1.Sprecherin:Und chemische Zusammensetzungen!
Erzähler: Das ist alles, was wir von draußen empfangen. Unsere bunte, vielfältige Welt -- ist eine Welt im Hirn. Dort werden neurale Landkarten von der äu-ßeren Welt entworfen. Von unserer Position und Orientierung . Von Ereignissen in dieser äußeren Welt -- mit Hilfe von Nervenzellen . Massen von Nervenzellen. Mehr Nervenzellen als ein Land Einwohner hat, mehr als ein Kontinent Einwohner hat, mehr Zellkörper als Menschen auf der Erde leben.. - Unser Milchstraßensystem umfaßt in etwa soviel Sterne am Himmel. Eine ganze Milchstraße aus Nervenzellen ist in jedem einzelnen Kopf, um dort den Kosmos zu konstruieren. Unseren. Deinen, meinen .
Regie: Aus den Geräuschen der Weltbildmaschine baut sich eine Musik auf.
Erzähler: Winzige Zellen, sogenannte Neuronen sind die Bausteine des Gehirns. Von ihren Zellkörpern ragen sehr viele lange und dünne, röhrenförmige Fortsätze, die sogenannten Dendriten. Ragen - wie die kahlen Äste eines Herbst-baumes, eng verzweigt nach oben, zur Seite, nach vorne und nach hinten. Empfangsbereit
Regie: Arbeit der uralten Weltbildmaschine
Erzähler: Gesendet aber wird mit dem sogenannten Axon, einer Nervenfaser, die vom Zellkörper aus nach unten hängt, gebündelt mit anderen Nervenfasern zu dicken weißen Nervensträngen .Die Nervenzellkörper dagegen sind schlicht grau
Regie: Arbeit der uralten Weltbildmaschine
Erzähler: Was wir sinnlich mitbekommen, bringt unsere Nervenzellen zum Feuern. Millionen Nervenzellen feuern ihre Signale, Ihre Erregung. Manchmal sind es Milliarden Zellen die glechzeitig feuern. Feuer!
Regie: Leise gleichzeitig mit dem Geräusch der Weltbildmaschine:Wiederholung des Textes" Tatsächlich gibt es hier draußen weder Licht noch Farben, es gibt lediglich elektromagnetische Wellen, es gibt da draußen werden Schall noch Musik, es gibt nur periodische Schwankungen des Luftdrucks, hier draußen gibt es weder Wärme noch Kälte, es gibt nur Moleküle."
Erzähler: Die Repräsentation der Welt, wie sie uns erscheint.Das ist kein starres Programm, eher wie eine Schwingung... wie ein aufblitzendes Lichtermeer unter der Schädeldecke.. Als ob alle Einwohner von Tokio und NewYork plötzlich in millisekundenschnelle miteinander Lichter einschalten würden. Feuer ! Oder die von Kleinkleckersdorf und NeuDelhi gleichzeitig.- Vorstellbar nur in unvorstellbaren Größenordnungen. Jede einzelne der Milliarden, Milliarden Nervenzellen hat mindestens tausend, vielleicht sogar zehntausend Schaltungsmöglichkeiten zu anderen. Das ergibt so unvorstellbar viele Kombinationsmöglichkeiten - mehr - als es Atome im Weltall gibt - Feuern. Gaukeln - damit wir denken, es sei so wie wir sehen, fühlen, tasten, schmecken, hören :
2.Sprecherin:(links im Schalltoten) Ich höre ein Musikstück . Ich sehe einen blühenden Baum vor meinem Fenster, ich schmecke den Geschmack von Nougat, ich spüre die Dornen der Rose und rieche deren Duft und den Gestank einer Mülldeponie .
Erzähler: Feuern auch wenn Gedanken aufblitzen, Erinnerungen wach werden.. Feuern. Ein Zeittakt bindet verschiedene aktive Hirnareale- und in dieser kurzfristiger Übereinstimmung besteht die Repräsentation des Außen. Unseres Außens. Feuer ! Regie:(unterlegen) Schalterknacken Stereophon, erst einer, dann mehrere an verschiedenen Stellen rechts und links:(Aufzählung von allen))Denken, folgern, grübeln, empfinden Schmerz, reden, lachen, weinen, ärgern uns, schlagen, fliehen, reden, schweigen,, können Autofahren, Satelliten bauen, Gene manipulieren, schießen, töten .Die Aufzählung gleichzeitig von mehreren gesprochen- geht über in Schalterknacken - geht über in Geräuschblock
Erzähler: Feuer !
1. Sprecherin: (Stereophon, einzeln, mehrere aus allen Richtungen "feuert" Erstens, erstens, erstens, erstens ...
Erzähler: Dieser Vorgang der Erregungsübertragung spielt sich elektrisch ab: Eine elektrische Welle läuft außen entlang der Nervenfaser, der Sendeantenne, bis zu einer sogenannten Synapse, der Übergangsstelle zu einer benachbarten Empfangs-antenne.


1.Sprecherin: (Stereophon, einzeln, mehrere aus allen Richtungen):Zweitens. Zweitens, zweitens...
Erzähler: ...Aber da jede hochgradig verzweigte Nervenzelle wie ein Stromkabel von einer isolierenden Hülle umgeben ist, kann die elektrische Welle nicht zum Nachbarn überspringen. Sie muß anders weitergeleitet werden. Chemisch.
Regie: Geräuschblock
Erzähler: Da ist eine Schleuse, eine Pumpstation und eine Fähre.
Regie: Geräuschblock
Erzähler: Innerhalb und außerhalb der Zelle, getrennt durch die iso- lierende Hülle, befinden sich elektrisch geladene Kalium-- und Natriumteilchen in unterschiedlichen Konzentrationen.
1.Sprecherin:Im Ruhezustand ist die Innenseite ist um siebzigtausendstel Volt negativer geladen ist als die Außenseite.
Regie: Geräuschblock in der Reihenfolge: Schleusentoröffnen / Wellen / Schleusentor / Pumpen / Blitzeinschlag.
Erzähler: Um ein Nervensignal zu erzeugen oder weiterzuleiten - wird dieser negative Spannungszustand geändert . Die Schleusen in der Isolierhülle, die die Nervenfaser umgibt, öffnen sich.
Zitator: Das erste Schleusentor öffnen!
Erzähler: Sofort fließen elektrisch geladene Natriumteilchen in die Nervenfaser. Das Spannungsverhältnis verändert sich, wird positiv. Die elektrische Welle schwillt an - wird zum Wellenberg. Eine tausendstel Sekunde später öffnet sich schon Schleuse Num-mer zwei.
Zitator: Das zweite Schleusentor öffnen!(in die Montage aufnehmen, immer schneller werdend bis zum Übergang zu einem rasenden Geräusch: "Das nächste ! - das nächste !")
Erzähler: Die elektrische Welle flacht ab - wird Tal. Auf - ab.- Auf - ab Während sich in den Schleusenbereichen nebenan die Vorgänge wiederholen, pflanzt sich die Spannung in Wellenform fort. Die Pumpanlagen befördern die Natrium- und Kaliumteilchen zurück. Ruhezustand wieder. Inzwischen hat die elektrische Welle die Synapse, den Übergangspunkt erreicht. Schlägt dort ein . Wie ein Blitz Wie Ballons zerplatzen kleine Bläschen und schütten ihren chemischen Inhalt, die sogenannten Botenstoffe, zwischen die Isolierhülle der Sendeantenne und der Empfangsantenne der anderen Nervenfaser. Nur eine vorübergehende Verbindung, um die Erregung auf die Nachbarnervenzelle zu übermitteln. Überbrückung wie durch eine Fähre. Feuern, feuern, feuern bis sich schließlich ein vielmillionen großer Zellverband ver-ständigt hat, so schnell wie man denken kann und sich im Kopf die Welt abbildet.


Regie: Uralte Weltbildmaschine/Musik
Erzähler: Elektrisch- chemische Konstruktionen. Das ist alles.
Regie:Wiederholung:"Tatsächlich gibt es hier draußen weder Licht noch Farben, es gibt lediglich elektromagnetische Wellen..." /
2.Sprecherin: (links Stimme aus dem Schalltoten) -Und - und -wenn das nun auch wieder Einbildung ist ?
Erzähler: Kaum. 2.Sprecherin: (links Stimme aus dem Schalltoten) Warum nicht ?
Erzähler: Weil Messungen mit High-tec-Geräten, die wesentlich sensibler als unsere Sinne sind, -- das beweisen. Was würde passieren, wenn die Höhlenmenschen plötzlich erkennen müßten, daß das Leben außerhalb ihrer Höhle, außerhalb ihres Gefängnisses... -, wenn da alles ganz anders ist ? Wenn ein Höhlenmensch die Chance hätte, herauszukommen ?
Zitator: " Was wird der dann wohl sagen, wenn man ihm erklärt: bis dahin habe er nur eitlen Tand gesehen; jetzt sei er der Wahrheit viel näher und sähe besser; denn die Gegenstände hätten höhere Wirklichkeit, denen er jetzt zugewendet sei! Und weiter, wenn man auf die einzelnen Gegenstände hinzeigt und ihn fragt, was sie bedeuteten. Er würde doch keine einzige Ant-wort geben können und würde glauben, was er bis dahin gesehen, hätte mehr Wirklichkeit, als was man ihm jetzt zeigt"
Erzähler: "Weit mehr."
Zitator: "und zwingt man ihn, das Licht selber anzusehen, so schmer-zen ihn doch die Augen. Er wird sich umkehren, wird zu den alten Schatten eilen, die er doch ansehen kann, und wird sie für heller halten als das, was man ihm zeigt."
Erzähler: "Ja, das wird er tun".
Zitator: "Und zieht man ihn gar den rauhen steilen Ausgang mit Gewalt hinauf und läßt nicht ab, bis man ihn hervor ins Sonnenlicht gezogen hat, so steht er doch Qualen aus, wehrt sich unwillig und, ist er oben im Licht, so hat er die Augen voller Glanz und kann kein einziges von den Dingen sehen, die wir wirklich nennen."
Erzähler: "Nein, wenn es plötzlich geschieht, nicht."
Zitator: "Er muß sich an das Licht gewöhnen, wenn er die Gegen-stände oben sehen will. Zuerst wird er wohl am besten die Schatten erkennen, später die Spiegelungen von Menschen und anderen Gegenständen im Wasser, dann sie selber. Weiter wird er die Himmelskörper sehen und den Himmel selber, und zwar besser bei Nacht die Sterne und den Mond, als bei Tage die Sonne und ihre Strahlen."
Erzähler: "Freilich".
Zitator: "Schließlich wird er in die Sonne selber sehen können, also nicht bloß ihre Spiegelbilder im Wasser und anderswo hier unten erblicken, sondern sie selber oben an ihrem Ort. Er wird ihr Wesen begreifen."
Erzähler: "Unbedingt."
Zitator: "Und dann vermag er den Schluß zu ziehen, daß sie es ist, die Jahreszeiten und Jahre hervorbringt, die über die ganze sichtbare Welt waltet und von der in gewissem Sinne alles, was man sieht, ausgeht."
Erzähler: "Es ist klar, daß er hierhin zuletzt gelangt."
Zitator: "Nun weiter! Wenn er jetzt an die alte Wohnung zurückdenkt und an die dortige Weisheit und an seine Mitgefan-genen, so preist er sich doch glücklich über den Wechsel und bedauert jene."
Erzähler: "Gewiß." Zitator: "Und wie denkt er über die Ehrungen und Lobsprüche und Geschenke, die man da unten voneinander erhielt? Nämlich dann, wenn einer die vorbeikommenden Schatten recht genau erkannte und sich am besten einprägte, welche zuerst, welche nachher und welche zu gleicher Zeit zu erscheinen pflegten, wodurch er denn die in Aussicht stehenden gut erraten konnte. Wird es ihn noch danach verlangen? Wird er die Leute beneiden, die unten in Ansehen stehen und die Fracht in Händen haben? Oder wird es ihm so ergehen wie es bei Homer steht? Das heißt, wird er weit lieber Ackerknecht bei einem armen Manne sein und alles aushalten wollen, als jenen Wahn teilen und jenes Leben führen?"
Erzähler: "Ja, ich glaube, er erträgt lieber alles, als daß er jenes Leben führt."
Regie:Ende der Höhlenatmo/
Erzähler: Gerhard Roth, Professor für Verhaltensphysiologie und Direktor des Instituts für Hirnforschung, Bremen :


1.Sprecherin:"(Roth 125) " Wahrnehmungsinhalte wie der Ort und die Bewegung eines Punktes, die Orientierung einer Kante, der Umriß und die Farbe einer Fläche genauso wie das Erkennen einer Person oder einer Melodie hängen zwar mit Umweltereignissen zusammen, welche die verschiedenen Sinnesorgane erregen. Aber die entstehenden Konstruktionen sind nicht willkürlich, sondern vollziehen sich nach Kriterien, die nicht nur angeboren, sondern auch frühkindlich erworben wurden und auch auf späterer Erfahrung beruhen. Insbesondere sind sie nicht unserem subjektiven Willen unterworfen. Dies macht sie in aller Regel zu verläßlichen Konstrukten im Umgang mit der Umwelt." Erzähler: Wenn das Gehirn ein überlebensförderndes Verhalten erzeugen soll, muß hinreichend Verläßliches über die Umwelt erfahren werden.


1.Sprecherin:" Da ist erstens die Modalität des Reizes, d.h. ob er visuell, auditorisch oder somatosensorisch ist ?"(Roth108)
Erzähler: Haben wir gesehen, gehört, geschmeckt oder getastet, wenn ja wo ?


1.Sprecherin:"Dann die Qualität innerhalb einer Modalität, dies können bei der visuellen Wahrnehmung zum Beispiel Farbe oder Helligkeit sein, bei der auditorischen Wahrnehmung etwa Lautklang oder Tonhöhe.
Erzähler: Und außerdem :


1.Sprecherin: " Die Intensität eines Reizes, wie dunkel oder wie hell, wie leise wie laut, stark oder sanft ?"
Erzähler: Und die Zeitstruktur: Wann beginnt ein Reiz ? Erkennen, ob er kurz oder lang andauert, ob er periodisch oder aperiodisch ist oder ob er irgendein anderes erkennbares Zeitmuster aufweist .


1.Sprecherin:" Zusätzlich haben viele Reize einen bestimmten Ort. Wo ? Auf der Körperoberfläche oder im Seh- oder im Hörraum."
Regie: Stockhausen "Gesang der jungen Männer" (entfernt, leise)
Zitator: Hören !
Erzähler: Am Anfang war das Wort, aber das Wort ist eine elektromagnetische Welle, nichts als eine zeitliche Änderung im Schalldruckverlauf.- Und angetrieben durch diesen akustischem Reiz, durch diese "belanglose" Schalldruckkurve organisiert sich unser zentrales Nervensystem so, daß der beruhigende Klang einer vertrauten Stimme oder das Erlebnis einer Sinfonie entsteht.


1.Sprecherin: Prof.Dr. Manfred Euler, Hannover, in einem Artikel über Biophysik und Erkenntnistheorie über die Gaukelei des Hörens ::
Zitator "Das menschliche Ohr, normalerweise hat man die Vorstellung, das Hören funktioniert so ähnlich wie das Mikrofon. Schallwellen, die ankommen, versetzen das Mikrofon in Mitschwingen und dann wird dieses mechanische Signal in elektrische Signale übertragen. Diese Sichtweise, diese einfache Mikrofontheorie des Hörens gewissermaßen, die hat sich als falsch erwiesen."
Erzähler: Sondern wie spielt sich der Vorgang "Hören" ab ?
Zitator:" Das Ohr macht in der Tat etwas, was sehr viele Systeme in der Natur betreiben: Die Selbstorganisation. Im Ohr ist ein mechanischer Rückkopplungsprozeß eingebaut , der die Schallwellen, die von außen kommen, verstärkt. Dieser Rückkopplungsprozeß arbeitet nicht linear --- er gaukelt neue Frequenzen vor - die es nicht gibt.
Erzähler: Ein konstanter Ton:
Regie:( 36.22 T O N )


Zitator: Den hören wir so, wie er zu sein scheint. Wenn man einen zweiten, aufgleitenden Ton dazugibt, dessen Frequenz ansteigt...
Regie:36,37 T O N a n s t e i g e n d
Zitator: " wenn wir beide Töne gleichzeitig auf das Gehör geben, dann hören wir zunächst mal beide Töne getrennt .- Dann hören wir diesen Superpositionseffekt, diese Überlagerung von Tönen . Das ist ein linearer Effekt . Aber-- jenseits der Superposition hören wir neue Effekte. Diese neuen Effekte entstehen tatsächlich in unserem Gehör . Das sind neue Töne, die aus der "nicht-linearen" Überlagerung von diesen beiden sinusförmigen Tönen erzeugt werden."
Regie:37.16 T O N -37.26 (Tonende)
Zitator: "Wenn ich drei oder vier Töne spiele, die in der Frequenz aufwärts gehen, werden Sie im Hintergrund eine Frequenz hören, die runter geht..."
Regie:- T O N +43,44 Ausklang


Erzähler: Das menschliche Ohr kann siebentausend verschiedene Tonhöhen auseinanderhalten, das sind etwa achtzig mal so viel, wie ein Klavier Tasten hat. Es ist besser. Auch was den wahrgenommenen Frequenzbereich angeht. Das Ohr kann zehn Oktaven wahrnehmen, das Auge- vergleichsweise- nur eine. Aber - so wie das Ohr Frequenzen hört, die gar nicht vorhanden sind, gibt es bei dem Auge Effekte, daß man Linien sieht, die gar nicht vorhanden sind. Gaukeleien.
Regie:Geräuschblock/Musik
Erzähler: Aber unsere Alltagsbewältigung verläßt sich zum großen Teil auf unsere Sehfähigkeit. Nur - Das ist keine Fotografie. Das ist keine Filmerei. Da ist auch keine Leinwand im Kopf, kein Monitor vor dem die grauen Männchen sitzen und die Außenwelt betrachten und mir sagen, daß ist Tante Edeltraut mit ihrem neuen Mann, dem reichen Gemüsehändler.
Regie: Wiederholung des folgenden Zitats/ ...hier draußen weder Licht noch Farben, es gibt lediglich elektromagnetische Wellen, es gibt da draußen weder Schall noch Musik, es gibt nur periodische Schwankungen des Luftdrucks, hier draußen gibt es weder Wärme noch Kälte, es gibt nur Moleküle, die sich mit mehr oder minder großer mittlerer kinetischer Energie bewegen..."eingebettet in die Geräusche der Weltbildmaschine
Erzähler: Das Gehirn bildet nicht die Umwelt ab, das Abbild des Geschehens muß konstruiert werden. Und konstruiert wird eine außerordentlich vielfältige Welt, obwohl die Sinnesrezeptoren nur auf bestimmte physikalische und chemische Ereignisse reagieren können.
1. Sprecherin: ".Beim Sehen sind dies die Lichtstärke, also die Zahl der Lichtquanten pro Zeiteinheit und die Wellenlänge des auf einen einzelnen Photorezeptor oder einen Verband von Photorezeptoren einfallenden Lichts. Nichts anderes können Photorezeptoren dem Nervensystem über die sichtbare Welt signalisieren" (Roth 114) Erzähler: Was wäre, wenn uns die Photorezeptoren statt des Frühlings - Wellenlängen, statt des Winters nur periodische Schwankungen des Luftdrucks oder nur Moleküle, die sich mit mehr oder minder großer mittlerer kinetischer Energie bewegen signalisieren würden ?
Regie:Weltbildmaschine
Erzähler: Oder wir würden die Welt um uns herum wie durch ein Mikroskop sehen? Wabbernde Minibläschen, die sich verschmelzen, sich teilen, sich abstoßen - statt einer Stadtlandschaft, statt derAuslagen in einem Schaufenster, statt des Autos vor der Tür...? Oder plötzlich die vielen Millionen Bakterien, Viren und Parasiten auf unserer eigenen Haut erkennen?
Regie: Weltbildmaschine
Erzähler: Natürlich ist es vorstellbar, daß in unserem Kopf eine andere Realität entsteht, einfach dadurch, wenn ich Sinnesorgane anschließe, deren Bandbreite eine andere, eine größere ist oder zumindest außerhalb derjenigen liegt, die unseren natürlichen Sinnesorganen entspricht. Heinrich v. Kleist fand die Vorstellung, durch eine Welt von Erscheinungen zu irren, unerträglich:
Zitator: "Wenn alle Menschen statt Augen grüne Gläser hätten, so würden sie urteilen müssen, die Gegenstände, welche sie dadurch erblicken, sind grün und nie würden sie entscheiden können, ob ihr Auge ihnen Dinge zeigt, wie sie sind..."
Regie:Weltbildmaschine/Musik/Geschwindigkeitsgeräusche
2. Sprecherin: (links Stimme aus dem Schalltoten) Ich sehe. Ich sehe doch alles.
Erzähler: In jedem Augenblick trifft Licht von unterschiedlicher Intensität und Wellenlänge auf die Netzhaut unserer Augen.
2. Sprecherin: (links Stimme aus dem Schalltoten) Ich sehe. Ich sehe aber...
Zitator: "Der Übergang von der physikalischen und chemischen Umwelt zu den Wahrnehmungszuständen unseres Gehirns stellt einen radikalen Bruch dar. Die Komplexität der Umwelt wird vernichtet durch ihre Zerlegung in Erregungszustände von Sinnesrezeptoren. Aus diesen muß das Gehirn wiederum durch eine Anzahl von Mechanismen die Komplexität der Umwelt, soweit sie für das Überleben relevant ist, erschließen" Prof. Gerhard Roth, Direektor des Instituts für Hirnforschung, Bremen. ( 115)
Erzähler: Licht von unterschiedlicher Intensität und Wellenlänge bombardiert die Fläche aus Zapfen und Stäbchen .Millionen, Millionen, Millionen. Die mehrschichtige Netzhaut. Hundert Millionen Die von draußen kommende Lichtenergie wird zerteilt, zersplittert von Myriaden punktförmiger Zellen:
Regie: Montage aus dem Text gesprochen von allen, nacheinander, gleichzeitig: "Feuern,!"-- " stumm", --"feuern im Stakkato"...
Erzähler: Auf dem Kopf stehend. Die zersplitterten, zerfetzten Wellenlängen werden zu elektrische Impulsen.
Regie: Jagende Geräusche
Erzähler: Links jagt durch den o-beinig geformten Sehnerv nach rechts zum primären visuellen Cortex der hinteren Gehirnhälfte. Rechts durch den o-beinig geformten Sehnerv zum primären visuellen Cortex der linken hinteren Gehirnhälfte.Von vorne nach hinten durch den Schädel in das Areal des Hinterkopfs., wo jede Zelle Informationen aus einem bestimmten Bereich des Gesichtsfelds empfängt, verwertet und ein Bild von der Umwelt vorgaukelt. Wie präzise ? Semir M.Zeki, Prof. für Neurobiologie in London, schreibt in einem Aufsatz im Spektrum der Wissenschaft :
Regie: Jagende Geräusche
1. Sprecherin: "Die visuellen Reize, die das Gehirn in Form von Nervenimpulsen erreichen, stellen keinen eindeutig definierten Code dar, der nur entschlüsselt werden müßte." Erzähler: Die Reize müssen korrigiert werden. Zum Beispiel ...
1. Sprecherin: "...Wenn sich die Wellen-länge des Lichts mit der Beleuchtung ändert, das von einer Oberfläche reflektiert wird,-- muß das Gehirn trotzdem dieser Oberfläche eine gleichbleibende Farbe zuordnen."
Erzähler: Oder...
1. Sprecherin: "... Das Bild, das die gestikulierende Hand eines Redners auf unsere Netzhaut wirft, wandelt sich in jedem Augenblick; dennoch erkennt das Gehirn darin unbeirrt eine Hand."
Erzähler: Auch über die wahre Größe eines Gegenstandes läßt es sich nicht täuschen, obwohl dessen Netzhautbild mit zunehmender Entfernung immer kleiner wird.
1. Sprecherin: "...Die Aufgabe des Gehirns ist es also, aus dem sich immerzu ändernden Datenfluß die konstanten und objektiven Merkmale des betrachteten Gegenstandes herauszufiltern. Wahrnehmung ist untrennbar mit Interpretation verknüpft. Um festzustellen, was es sieht, kann das Gehirn sich nicht damit begnügen, die Netzhautbilder zu analysieren, sondern muß aus sich heraus die visuelle Außenwelt rekonstruieren. Das Geheimnis dieser biologischen Maschinerie ist eine komplizierte Arbeitsteilung. Anatomisch zeigt sie sich darin, daß bestimmte Regionen und Teilregionen der Hirnrinde auf einzelne visuelle Funktionen spezialisiert sind."
Regie: Jagende Geräusche, sehr viele Stimmen die sich überlagern etc.
Erzähler: Fünfzig Zentren spezialisierte Sehzentren, die alle mit der Deutung von unterschiedlichen Aspekten der sichtbaren Außenwelt beschäftigt sind.


1.Sprecherin:Bewegung eines Objekt..
Zitator: Farbe eines Objekts


1.Sprecherin:Andere Systeme sind für die Form zuständig, wie ist die Lage im Raum ? Stehend, liegend ? Winkel, Form...?
Erzähler: Das Ergebnis ist keine Fotografie. Kein Abbild zum Beispiel eines Baumes, - denn dieser Baum wird überlagert mit eigenem Wissen, mit Erinnerungen...- wo Opa immer gefesselt wurde beim Indianerspiel, Erfahrungen, Gefühlen, weil...
Regie: Jagende Geräusche
1.Sprecherin: "... Für jedes Netzhautneuron, das über den sogenannten seitlichen Kniehöcker des Thalamus auf unsere visuelle Hirnrinde projiziert wird,-- projizieren gleichzeitig hundert andere Neuronen, die aus anderen Teilen des Nervensystems stammen- auch auf diesen seitlichen Kniehöcker. Der ist also nicht nur eine Schaltstelle für Projektionen der Netzhaut . Zu ihm konvergieren viele andere Nervenfasern mit vielfältigen Effekten, welche das überlagern, was zur Hirnrinde weitergegeben wird."
Erzähler: Der chilenische Neurologe Humberto Maturana vergleicht den einzelnen Impuls mit einer einzelnen Stimme, die zu einer großen Familie hinzukommt, die gerade in einer heftigen Diskussion ist, was zu unternehmen sei. Das Ergebnis aber ... Der erreichte Konsens über die zu unternehmende Aktionen ist nicht Ausdruck dessen ist, was die Familienmitglieder im einzelnen erkannt und vorgebracht haben. Durch die Überlagerung der einzelnen Impulse wird interpretiert . Angereichert. Mit Wissen versehen . Mit Erfahrungen. Mit Wünschen. Mit Gefühlen...
Zitator: ". Ich denke, mein Bild vom Hirn..."
Erzähler: heißt es in dem Buch: "Wie kommt die Welt in den Kopf " von U.Schnabel und A. Sentker:
Zitator: "...mein Bild vom Hirn hat sich dahingehend entwickelt, daß ich mir so etwas wie ein tausendköpfiges Orchestra vorstelle. Es spielt oder konstruiert -die Musik der Realität."(132)
Regie: Jagende Geräusche/Weltbildmaschine/Musik/ Plötzlich fällt ein Stereokanal aus /
Erzähler: Fällt eines der visuellen Areale aus - ergeben sich sehr unterschiedliche Sehbehinderungen..


1.Sprecherin: Ausfall :Farberkennung
Erzähler: Die Betroffenen können nicht nur keinerlei Farben sehen und unterscheiden, sondern sich auch keine Farbe mehr vorstellen.


1.Sprecherin: Ausfall :Bewegungserkennung Erzähler: Bewegte Objekte werden nicht erkannt.- ein stehendes Objekt ja, aber sobald es sich bewegt, ist es verschwunden, nicht mehr zu sehen. Andere können Formen nicht identifizieren, wenn die Formen sich nicht bewegen.Um solche Formen erkennen zu können, behelfen sie sich damit, ihren Kopf hin und her zu bewegen. Andere können nur noch Farben sehen, sie versuchen dann anhand der Farbe den Gegenstand zu erraten.


1.Sprecherin: Die Farbe Blau.
2. Sprecherin: (im Schalltoten) Das muß das Meer sein. Regie: Meereswellen /Übergang zur Weltbildmaschine
2.Sprecherin: (links Stimme aus dem Schalltoten) Ich höre und sehe und schmecke und rieche und taste das Meer
Regie:Verwandlung des Gerä














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