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Informationen zum Thema:
Forum:
Red Blue Devils Poeten Forum
Beiträge im Thema:
14
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Zuschauer, Tschum, Goofy, Betty Bossi

@ tschum

Startbeitrag von Zuschauer am 05.12.2003 16:53

vielleicht hast du mein posting nicht mehr gelesen... wollte nur nochmals nachhaken, warum fünf mal hesse so schlimm ist ;)

Antworten:

Doch, ich hab's schon gelesen, wusste nur nichts Gescheites zu sagen. Aber wenn du jetzt nachhackst, dann ist es deine Verantwortung.

Ich kenne von Hesse nur gerade ein Werk. Es ist also nicht mein Urteil. Aber ich weiss von einigen DeutschlehrerInnen, dass sie versuchen, in den Prüfungen so weit wie möglich um Hesse herumzukommen, was eben deshalb nicht einfach ist, weil die jungen Menschen oft auf Hesse stehen. Ich glaube, es hängt damit zusammen, dass diese LehrerInnen in ihrer Jugend auch für Hesse geschwärmt haben, aber im fortgeschritteneren Alter etwas Mühe bekommen haben mit dem schwärmerischen Pathos von Hesse. Wenn nun SchülerInnen kommen und genau davon ganz begeistert sind, fällt ihnen das erstens auf die Nerven und zweitens haben sie ja aufgrund der eigenen Geschichte Verständnis dafür und möchten sie die Begeisterung auch gar nicht in sauertöpfischer Manier dämpfen. Also versuchen sie, diese Situation zu vermeiden, wo immer es geht.

Verstehst du jetzt, dass mich die Vorstellung amüsiert, wie dein Prof hastig die Regeln ändert, wenn du mit dem Vorschlag 5 x Hesse kommst?

von Tschum - am 05.12.2003 20:11

Re: @ Zuschauer

Übrigens warte ich darauf, dass du dich in die Diskussion über Zwyssig hier unten einmischt. Es gäbe für dich gerade doppelten Anlass.

von Tschum - am 05.12.2003 20:16
Bei dieser Gelegenheit stellt sich die Frage, wie eigentlich die "Leitplanken" unserer CH-Lehrer sind, was die Vermittlung von Literatur an die Schüler betrifft.

Es geht da nicht nur um "Hesse". Beispiele gibt es zur Genüge ... Hier wurde diverse interessante Literatur erwähnt ...

Die Frage ist, kann ein Lehrer individuell bestimmen, was zur Diskussion in der Klasse kommen soll ?

Oder sind die "kantonalen Regeln" (ja der Kantönli-Geist) massgebend, was ein Lehrer mit seinen Schülern diskutieren darf ?

In meinem Jahrgang hatten wir einen sehr belesen Deutsch-Lehrer. Er durfte aber nicht z.B. über den 2. Weltkrieg Infos geben. Wir wussten von dieser Zeit nix, obwohl wir 1945 geboren wurden.

Erst im Internat, 1960, wurden wir über diese Greueltaten aufgeklärt.

Jahre später habe ich dann mit meinem Lehrer von Birsfelden über dieses Thema gesprochen. Er musste wirklich den "Schnabel halten". Deshalb unterrichtete er uns über die "Pfahlbauer und Römer" bist zum geht nicht mehr. War allerdings auch interessant. Insbesondere die Entwicklung der Römer ....

Mein Sohn ist nun bereits 27 Jahre "jung". Was der von der Grundschule mit auf seinen Lebensweg erhalten hat, stimmte mich sehr nachdenklich ... Aber wir haben da etwas nachgeholfen ...

von Betty Bossi - am 05.12.2003 20:45
Da hatte ich es gut, weil ich in die Minerva ging in Basel und meine Deutsch und Geschichtslehrer sehr aufgeschlossen waren gegenüber der Welt. In der Realschule wurde offen über den Fichenskandal gesprochen, es wurde Franz Hohler gehört und im Gymnasium erzählte unser Geschichtslehrer, der als junger Mann quer durch Afrika reiste, über die Tyrannei eines Moputu. Ganz offen bezeichnete er Moputu als Verbrecher. Diese Lehrer brachten mich auf einen Jean Ziegler.



von Goofy - am 05.12.2003 21:06

Bitte löschen

Gelöscht

von Goofy - am 05.12.2003 21:07

Bitte löschen

gelöscht

von Goofy - am 05.12.2003 21:08
also unsere lehrer haben autonom bestimmt, was gelesen wurde. und ich muss sagen, im grossen und ganzen haben sie das gut gemacht. insbesondere der französisch-lehrer...



von Zuschauer - am 05.12.2003 21:12

Re: @ Zuschauer

ich muss gestehen, ich habe die meldung schnell zur kenntnis genommen, weitere postings jedoch nicht gelesen - dies eben, weil die liebe zeit im moment mein knappstes gut ist. ich überfliegs mal...



von Zuschauer - am 05.12.2003 21:14
hehe, ja, ich verstehe es. nun, bei mir brauchts wohl in dem fall noch eine weile, bis ich von hesse die nase voll habe. aber vielleicht kenne ich ihn einfach zu wenig... ;)


von Zuschauer - am 05.12.2003 21:17
Ich habe zur Kenntnis genommen, die Zeit fehlt dir. Aber wenn du wieder welche hast: Das mit dem Französisch-Lehrer interessiert mich ausgesprochen, aus bestimmten Gründen ...

von Tschum - am 05.12.2003 22:22
Liebe Betty

Ich glaube, dass die Freiheit der LehrerInnen fast unbeschränkt ist. Pronographisches vielleicht und Rassistisches sicher ausgenommen. Aber sonst muss der Lehrer, die Lehrerin entscheiden, was das im Moment für eine bestimmte Lerngruppe nützlich ist - und was ihm oder ihr selbst wirklich so wichtig ist, dass er oder sie es auch mit Herzblut vertreten kann. Ich glaube, Herzblut ist das Entscheidende. Sonst kommt bei den SchülerInnen gar nichts an.

von Tschum - am 05.12.2003 22:27
wenn dich etwas speziell interessiert, dann nehme ich mir auch die zeit...



von Zuschauer - am 05.12.2003 22:29
Sali Tschum

Danke für Deine kompetente Antwort, die ich sehr schätze.

LehrerIinnen haben es wirklich nicht einfach.
Deine Einstellung zu diesem Thema finde ich echt gut.

Wie auch immer, lieber Tschum, man kann es nie allen Recht machen ...

von Betty Bossi - am 06.12.2003 04:37
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