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vor 13 Jahren, 7 Monaten
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atzge

Bild:Die Helden von Bern gedopt?

Startbeitrag von atzge am 30.03.2004 22:12




Unsere Weltmeister von 1954 – sie sind Deutschlands größte Helden, auch 50 Jahre danach. Doch plötzlich fällt ein dunkler Schatten auf das „Wunder von Bern“. Das ARD-Magazin „Report“ berichtet über einen schlimmen Verdacht: Fritz Walter, Helmut Rahn und alle anderen sollen gedopt gewesen sein. Es ist der ungeheuerlichste Vorwurf der Fußball-Geschichte. Der ehemalige Platzwart des Berner Wankdorf-Stadions fand verdächtige Ampullen, nach 50 Jahren bricht er jetzt sein Schweigen

Walter Brönnimann enthüllte: „Ich habe nach dem Finale beim Putzen leere Ampullen unter Wasserablauf-Gittern gefunden.“

Brönnimann übergab die Ampullen der Schweizer Lebensmittelfirma Wander und wurde um absolutes Stillschweigen gebeten.

Der frühere DFB-Arzt Prof. Franz Loogen (84) gibt zu, dass gespritzt wurde: „Ich habe den Spielern Vitamin C injiziert, das sollte die Ausdauer fördern. Man kann keinen Effekt messen, aber die Spieler glaubten dran.“

War es wirklich nur Vitamin C? Auch ZDF-Historiker Guido Knopp (56) beschäftigt sich in einer Dokumentation (wird am 27.4. im ZDF ausgestrahlt) und einem Begleitbuch (erscheint am 26.4.) mit Dopinggerüchten.


Mit-Autor Sebastian Dehnhardt (35) gestern zu BILD: „Die Spieler waren Opfer der Sport-Politik. Sie tun mir Leid. Sie waren Soldaten, die Befehle empfangen haben. Das empfinde ich als menschenunwürdig.“

Aber: Die Spritzen-Idee kam von einem Spieler. Helmut Rahn, der Schütze des legendären 3:2, hatte auf einer Südamerika-Reise im Frühjahr 1954 gesehen, wie sich Spieler mit Spritzen behandeln ließen. Loogen: „Das wurde in der Mannschaft heiß diskutiert.“

Der Arzt erzählte den Spielern, dass Ratten nach Vitamin-Spritzen bis zu drei Stunden länger schwimmen können. Der DFB entschied sich für die Injektionen.

Mit fatalen Folgen?


Die ersten Krankmeldungen gab es drei Monate nach dem WM-Sieg. Fritz Walter, Helmut Rahn und Heinz Kubsch erwischte es als Erste – Gelbsucht!


Bei Max Morlock wurde sogar eine stärkere Form, die Schwarzsucht, diagnostiziert. Im Winter 1954/55 mussten zeitweise bis zu acht Spieler zur Kur nach Bad Mergentheim. Die Helden von Bern sollten danach nie wieder zusammen in einer Mannschaft spielen.


Mannschaftsarzt Loogen: „Ursache könnte eine nicht erkannte Gelbsucht eines Spielers gewesen sein. Möglich, dass über nicht sterilisierte Spritzen ein Krankheitskeim mit injiziert wurde.“


Das Problem: Der Abkocher des Arztes, den er aus einer alten Sowjet-Praxis hatte, erreichte nicht die nötige Temperatur, um die Erreger abzutöten.


Mysteriös in der Gelbsucht-Affäre bleibt auch der Tod von Werner Liebrich und Richard Herrmann. Beide starben an Leberzirrhose. Herrmann hatte übrigens nie Alkohol getrunken. Bemerkenswert auch, dass Herberger die beiden Söhne Hermanns in seinem Testament bedachte.


Dreckige Nadeln, Gelbsucht, Dopinggerüchte. DFB-Boss Gerhard Mayer-Vorfelder (71) reagierte gestern empört: „Man kann kein Jubiläum feiern, ohne dass negative Sachen rausgekramt werden. Ich gehe davon aus, dass alles rechtens war.“


BILD meint: Die Weltmeister von Bern. Sie werden Helden bleiben. Trotz aller Dopingvorwürfe.

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