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atzge

«Hoffe, wir jubeln alle in Thun und dann in Basel» BaZ

Startbeitrag von atzge am 26.04.2004 07:20




Der FC Basel muss sich mit dem zehnten Titelgewinn in seiner Vereinsgeschichte in Geduld üben. Nach dem 5:1 von YB gegen Wil hätte dem FCB auch ein Sieg gegen den FCZ nichts genützt. Nach dem gestrigen 1:1 (Tore durch Petrosjan und Smiljanic) reicht nun ein Sieg in Thun.



Nicht sein Tag. FCB-Goalgetter Christian Gimenez konnte seine Chancen gegen den FCZ nicht verwerten. Foto Stefan Holenstein

Basel. Wie ein Boxer kam Christian Gimenez daher, in einen blauen Bademantel gehüllt, die blauen Zehen in blauen Badelatschen, und mit einem Blick, der sein persönliches Wochenende spiegelte: Wieder nichts mit dem Titel, wieder kein Sieg und schon wieder kein persönlicher Torerfolg. «Es fehlten die entscheidenden Millimeter», klagte der Argentinier, wissend dass die Partie seines FCB gegen FCZ nicht 1:1 ausgegangen wäre, hätte er eine seiner Chancen genutzt.


«Er hat schon so viel für uns getan», sagte da Boris Smiljanic tröstend, «also dürfen wir ihm nicht böse sein.» Der Verteidiger übernahm den Part des Torschützen, was möglich war, «weil mich bei diesem Corner Filipescu ausnahmsweise mal nicht am Trikot zog».
Nebenan erklärte Daniel Gygax in einer ersten Stellungnahme, der FCZ habe «die gleich gute Mannschaft wie der FCB. Nur haben wir das erst in diesem Frühjahr gezeigt.» Eine Einschätzung, die Gimenez nicht so recht passen wollte. «Wir haben 36 Punkte Vorsprung, da sollte er besser zurückhaltend sein mit solchen Aussagen.»


Fehlende Durchschlagskraft


Den Sieg gegen den einstigen Abstiegskandidaten vergab der FCB gemäss Trainer Christian Gross «wegen der fehlenden Durchschlagskraft auf den letzten 25, 30 Metern». Gimenez bescheinigte er «Ladehemmungen», herrührend «womöglich aus den Vertragsverhandlungen mit dem FC Basel». Das erstaunte, zumal in den Augen des Spielers (Vertrag bis 2005) die Gespräche mit dem Arbeitgeber noch nicht einmal im Anfangsstadium sind.
Einen anderen Grund für den ausbleidenden Erfolg ortete Gross bei der Ansetzung von Schiedsrichter René Rogalla aus Wallisellen (ZH). «Ich bin kein Freund von ihm», erklärte Gross, «ich verstehe seine Ansetzung durch Schiedsrichterobmann Werner Müller nicht. Rogalla hat uns schon in St. Gallen krass benachteiligt (das aberkannte Tor von Oliver Kreuzer im Frühjahr 2000; Red.), und in der Pause habe ich ihm gesagt, er solle mutig und mit Zivilcourage pfeifen.» Allerdings gab auch Gross zu, dass sein Team die Partie trotz des Schiedsrichters hätte gewinnen können, gewinnen müssen.


Neues aus der Gurken League


Im Hinblick auf den Titelgewinn änderte der verpasste Sieg jedoch nur wenig. Auch so hat der FCB am kommenden Wochenende erstmals in dieser Saison die Möglichkeit, aus eigener Kraft die letzten Zweifel aus der Welt zu schaffen. Womöglich wird er sogar Meister, ohne gespielt zu haben. Dann nämlich, wenn YB am Samstag in Aarau verliert. «Einen Skandal» nannte FCZ-Trainer Lucien Favre die Tatsache, dass es die Swiss Football League nicht schaffe, diese zwei Partien gleichzeitig anzusetzen. Am Samstag jedoch kann in Thun nicht gespielt werden, weil auf dem Lachen ein Leichtathletik-Anlass über die Tartanbahn geht. Um es mit Murat Yakin zu halten - es ist dies eine weitere spezielle Geschichte aus der helvetischen Gurken League.
Gross gab sich in dieser Frage pragmatisch. Natürlich sei es schön, «spielend» Meister zu werden, «aber entscheidend ist doch, dass wir Meister werden». Sprachs und kündigte flugs «aufgemachte Flaschen» an für den Fall einer YB-Niederlage im Brügglifeld. Vielleicht hofft Hans-Peter Latour auf dieses Szenario, denn so sehr er dem FCB den Titel auch gönnen mag, «so sehr brauchen wir noch ein paar Punkte in dieser Saison. Spannend ist die Meisterschaft sowieso nicht mehr, und der Titel der Basler soll ruhig noch ein bisschen erdauert sein.»
Die aber haben am Sonntag ihr grosses Ziel konkret vor Augen; eine Aussicht, die nochmals die nötige Spannung ins Team bringen sollte. «Ich hoffe, wir jubeln alle in Thun und danach in Basel», erklärte Gimenez. Dann schlurfte er zurück in die Kabine, schleppend wie sein FCB auf dem Weg zum mathematisch gesicherten Titelgewinn. Michael Martin

Tor-Flaute
nach der Pause


Stadion: St.-Jakob-Park. - 27 804 (verkaufte Tickets: 30 008).
Schiedsrichter: Rogalla.
Einwechslungen: Basel: 69. Guerrero für Rossi. - Nicht eingesetzt: Meili (ET), D. Degen, Duruz, Barberis, Rum. - Zürich: 30. Yasar (für Muff). 71. Cesar (für Di Jorio).
Verwarnungen: 13. Gygax, 38. Filipescu, 45. Martic, 78. Nef .


Bemerkungen: Basel ohne Yakin, Rapo, Quennoz (alle rekonvaleszent) und Ergic (noch nicht im Aufgebot). Zürich ohne Keita (gesperrt), Buess, Stanic, Abdi und Bastida (alle verletzt). - 15. Zuberbühler lenkt einen Schuss von Gygax an den Pfosten. - 30. Muff mit Leistenbeschwerden ausgeschieden.

Antworten:

Viel Ballbesitz, aber wenig Entschlossenheit ganz vorne BaZ






Einziger Basler Torschütze. Boris Smiljanic traf nach einem Corner Mario Cantaluppis. Foto Holenstein

Basel. 70 Prozent Ballbesitz, ein Dutzend guter Torchancen für den FC
Basel und zwei vermeintliche «Penaltyszenen» - doch am Ende gabs nur ein 1:1 gegen den FC Zürich. Der FCB war nicht schlecht, es fehlte ihm aber - nicht zum ersten Mal in diesem Frühjahr - an Form, Klasse und Spannung, um gegen einen auf Konter ausgerichteten Gegner die Lücken zum Erfolg zu finden. Oder wies der Basler Trainer Christian Gross auszudrücken pflegt: «Es fehlte an der Entschlossenheit auf den letzten 25 Metern.»





Die Taktik


Gross nominierte den argentinischen Offensiv-Dreizack und dahinter jene optimale Besetzung, die er in diesen Wochen aufs Feld schicken kann. Der FCZ versuchte es mit einer Spitze (Muff), dahinter mit einer Dreierreihe (Gygax, Petrosjan, Di Jorio), zwei «Scheibenwischern» vor der Abwehr (Chihab und Schneider) sowie der wieder vom Rumänen Filipescu stabilisierten Vierer-Abwehrreihe. Die Zürcher arbeiteten, sie verkürzten dem ballführenden FCB-Spieler den Handlungsspielraum - und sie waren nach der Balleroberung schnell mit dem Gegenangriff zur Stelle.





Die erste Halbzeit


Der FCB war ganz offensichtlich besser bereit als zuletzt in Aarau - das schon am Vorabend angeeignete Wissen, auch mit einem Sieg gegen den FCZ nicht vorzeitig Meister werden zu können, hemmte diesmal nicht. Die Basler waren von Beginn an das bessere Team, das allerdings die Führung verpasste und sie dem Gegner überlassen musste - eine schöne und schnelle Kombination über Nef, Muff und Petrosjan brachte die FCB-Defensive ins Ungleichgewicht. Der Ausgleich folgte fünf Minuten später: Smiljanic verwertete einen Eckball Cantaluppis als Höchst-Steigender. Es hätte zu jenem Zeitpunkt ebenso sein können, dass der Basler Innenverteidiger nicht mehr auf dem Platz steht. Ein frontales Tackling Smiljanic? gegen Petrosjan bewegte sich zumindest im rotgefährdeten Bereich. Später gabs nochmals Aufregung: Matic hatte in der Mauer einen Freistoss Cantaluppis mit der Hand abgewehrt, unerkannt von Schiedsrichter Rogalla (allerdings auch klar ausserhalb des Strafraums). Und in der Nachspielzeit der ersten Hälfte schien es so, als würde Filipescu Chipperfield vor dem Kopfball zu Boden drücken.





Die zweite Halbzeit


Die Überlegenheit der Basler blieb bestehen, doch es scheiterte Delgado, es verpasste Gimenez, es gelang Rossi kein Tor - und mit zunehmender Spieldauer verstrickten sich die Basler immer mehr im engmaschigen Zürcher Abwehrnetz. Statt wie in den ersten 45 Minuten die Wege über die Flanken zu suchen, liefen sie nun zu oft auf die Gegenspieler auf, begaben sich in die Enge, in der es wenig Auswege gab. Gimenez hatte die besten Gelegenheiten, doch seine Abschlüsse landeten im Aussennetz (74.) oder wurden durch einen (korrekten) Offsidepfiff (75.) wertlos. Wäre nur schon Gimenez in Torform, der FCB wäre gestern als bequemer Sieger vom Platz gegangen. Doch währenddem die üblichen Verdächtigen in der Super League ihre Treffersammlung Wochenende für Wochenende ausbauen (Chapuisat und Nuñez trafen am Samstag gleich je viermal), wartet der Argentinier seit drei Partien auf einen Einschuss. Dazu kommt als genereller Eindruck, dass die Wahrscheinlichkeit beim FCB, offensiv einen zweiten Ball zu verwerten, weiterhin kleiner ist als jene, einen Konter ablaufen zu müssen. Am Ende musste der FC Basel sogar noch kurz um seinen Punkt zittern: Marc Schneider war nach einer Freistossvariante über Filipescu und Chihab sieben Meter vor dem Tor frei zum Schuss gekommen, traf aber nicht.





Die Einzelkritik


Zuberbühler war mit einer starken Abwehr an den Pfosten zur Stelle, als Gygax nach 15 Minuten Erinnerungen ans 0:1 im Frühjahrs-Hinspiel wach lassen werden wollte - und er hatte auch ansonsten mit dem neuen Nike-Ball wenig Probleme. In der Innenverteidigung geriet Zwyssig häufiger in (auch selbst verschuldete) Drucksituationen als sein Partner Smiljanic. Atouba machte auf links sein bestes Spiel dieses Frühjahrs, trieb das Team gerade in der zweiten Halbzeit immer wieder nach vorne. Auch der früh mit einem «Turban» versorgte Philipp Degen machte eine ansehnliche Partie.


Im Mittelfeld war Chipperfield auf halblinks der auffälligste Basler Akteur. Cantaluppi war ordentlich, Huggel verhalten. Delgados Künste hinter den Spitzen waren zu oft zu brotlos, sein Stil zu wenig effizient. Offensiv war Rossi der Fleissigste, er war bei vielen aufregenden Szenen zumindest Mitautor, er war (im Gegensatz zu Gimenez) oft anspielbar - doch just er war jener, der nach einer Stunde als Erster gehen musste. Sein Ersatz Guerrero brachte wenig neuen Schwung ins Geschehen.
Daniel Schaub



von atzge - am 26.04.2004 07:23
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