Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Red Blue Devils Poeten Forum
Beiträge im Thema:
20
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Captain Sky, atzge, Betty Bossi, Mahatma, Faninho, Kopfschüttleropoulos, Tuborg_home, Tuborg, Tschum, Spitzkick, Mätzli

Alex Frei belastet den SFV schwer! jetzt gehts rund!

Startbeitrag von Mätzli am 14.07.2004 21:08

[www.swisstxt.ch]

Wenn es stimmt, dass Frei von Anfang an die Wahrheit sagen wollte und "auf Befehl" gelogen hat ist die Führungsspitze des SFV geliefert, die einen wegen Anstiftung der Lüge, die anderen wegen Unwissen- resp Unfähigkeit. Die UEFA soll massiv verstimmt sein. Die Zeit der Osterhasen und Männi Weber Double ist vorbei.

Macht mal reinen Tisch! René C. Jäggi for President!

Antworten:

Muahahaha !

Eine Soap Opera schlimmer als Dallas. Nur : Bei Dallas gabs nur einen Trottel (Cliff Barnes), beim SFV scheints jedoch NUR Trottel zu geben :D



von Tuborg_home - am 14.07.2004 21:09

Uss dr BaZ



Alex Frei belastet den SFV schwer

Der Berufungssenat des Europäischen Fussballverbandes (Uefa) hat gestern im Fall Alex Frei Zeugen angehört, aber noch kein Urteil gefällt. Vermutlich wird der des Spuckens Angeklagte heute gesperrt.



Angeklagter und Anwalt. Fussballer Alex Frei (rechts) berät sich in Nyon mit seinem Rechtsbeistand André Gross. Foto EQ Images

Nyon. Kurz vor 17 Uhr kam Bewegung in die von dicken Mauern abgeschirmte Geschichte. Alex Frei verliess «Court 1» am schmucken Sitz der Uefa am Genfersee. Draussen wartete das Taxi. Kameras surrten, Fotoapparate klickten, ein paar Fragen. «Alex, wie wars?» Keine Antwort. Verloren blickte der Schweizer Nationalspieler auf sein Handy, stieg dann mit tief gesenktem Kopf in den schwarzen Wagen. Fort war er. Es war der Spuk nach dem Spucken. Der einst so redselige angriffslustige Stürmer verteidigte seine Gefühle tief hinter einer Fassade des Schweigens.


Frei war aufgewühlt; das war ihm anzusehen. Der Tropfen Speichel, den er Steven Gerrard gestern vor vier Wochen in den Nacken gepustet hatte, ist im Verbund mit seiner der Öffentlichkeit aufgetischten Unwahrheit wie eine Welle auf ihn zurückgeschwappt. Der Baselbieter wird an den Folgen seines Fehlverhaltens schwer zu tragen haben, wobei der Berufungssenat der Uefa, der den Fall gestern zu beurteilen hatte, sein Strafmass erst heute verkünden will. Angerufen worden war die Instanz von Gerhard Kapl, dem Disziplinarinspektor der Uefa. Der Österreicher verlangte nach dem Auftauchen neuer belastender TV-Bilder von SF DRS fünf Spielsperren; eine mehr als üblich bei so genannten «Spuckattacken», weil Frei die Tat anfänglich geleugnet hatte.


Stets zugegeben


Erschienen war der Spieler in Nyon kurz vor 14 Uhr in Begleitung seines Berner Anwaltes André Gross. Dessen Ziel war, das Strafmass Freis mit den Behauptungen zu mindern, sein Mandant habe zwar im Affekt gespuckt, ohne aber jemanden treffen zu wollen. Zudem habe er, Frei, gegenüber dem Schweizerischen Fussball-Verband (SFV) schon an der EM stets zugegeben, gespuckt zu haben. Er sei jedoch in der Folge vom SFV angehalten worden, der erstinstanzlichen Vernehmung in Lissabon fernzubleiben, damit er gegen Frankreich spielberechtigt sein werde. Dies war eine überaus brisante Aussage, nachdem die SFV-Oberen mit Ausnahme des Kommunikationsdirektors Pierre Benoit stets betont hatten, sie seien von Frei angelogen worden. Die Konsequenz von André Gross: nur eine Spielsperre gegen seinen Klienten.
Zur Verteidigung des Angreifers hatte Gross acht Zeugen vorladen lassen. Nicht erscheinen konnten die beiden Spieler Stéphane Chapuisat und Jörg Stiel, die eine schriftliche Aussage machten, die je nach Inhalt für beide Seiten von Bedeutung sein könnte. In Nyon präsent waren sechs Vertreter des SFV: Ralph Zloczower, der Präsident; Peter Gilliéron, der Generalsekretär; Pierre Benoit, der Kommunikationschef; Ernst Lämmli, der Delegierte für die Nationalmannschaft; deren Assistenztrainer Michel Pont sowie Peter Stadelmann, der Präsident der Swiss Football League. Frei und Anwalt sowie alle SFV-Vertreter verliessen Nyon kommentarlos. Was es ausserhalb des Sitzungszimmers zu sehen gab, war Lämmlis Wut auf gewisse Medien und der stumme Abgang des tief getroffenen Fussballers.


Schwierige Aufgabe


Dass sich der Berufungssenat so viel Zeit bei der Urteilsfindung nimmt, ist bei einem derartigen Disziplinarfall selten. Der Grund, so Peter Limacher, der Senior Manager im Uefa-Disziplinarwesen, liege in den «komplexen Aussagen von Alex Frei gegen den Verband». Limacher sprach von «Behauptungen, die den SFV stark belasten». Konkreter wurde er nicht. Der SFV seinerseits hatte in einem Brief an die Uefa wegen des tadellosen Leumunds von Alex Frei um milde Strafe gebeten. Doch zwischen den beiden Parteien steht nun Aussage gegen Aussage. Der Berufungssenat hatte eine schwierige Aufgabe, der Wahrheit wenigstens nahe zu kommen. Diese Instanz hatte sich zu Beginn der Verhandlung auf einen Antrag des Spielers für zuständig in der Angelegenheit erklärt. Der SFV wollte den Fall (erfolglos) nochmals erstinstanzlich behandeln lassen.
Folgt der Senat jetzt auch Freis Version der Geschichte, wird es an Inspektor Kapl liegen, allenfalls auch eine Untersuchung gegen den SFV einzuleiten. «Falls sich Anhaltspunkte disziplinarischer Verfehlungen aus dem Fall Frei ergeben, ist ein weiteres Verfahren denkbar», erklärte Limacher. Dies sei jedoch im Moment eine hypothetische Diskussion. So warten neben Frei auch die Verantwortlichen des SFV gespannt auf das Urteil und seine Begründung.
Wird der Verband nicht belangt, dann bedeutet dies, dass sein bester Stürmer rund die Hälfte aller Qualifikationspartien für die WM 2006 gesperrt fehlen wird. Ob Frei nach dem Aufeinanderprallen von gestern in Nyon überhaupt jemals wieder für die Schweiz spielen wird, ist eine andere Frage.
Das wäre der Höchstpreis, den der SFV und sein Stürmer für die gemeinsame Überforderung im Umgang mit der unsäglichen Spuckgeschichte zahlen müssten. Gemessen an der Schwere des Vorfalls ist das kaum mehr zu fassen. Hätten sich alle Beteiligten in dieser Affäre vor dem gestrigen Termin für ihre Fehler gegenseitig entschuldigt (der eine fürs Spucken, die anderen für ihre Taktik, nichts zu sagen) - alle hätten sie heute einen schöneren Tag.
Alex Frei übrigens wird heute 25 Jahre alt. Michael Martin



von atzge - am 15.07.2004 00:01

Uss em Bligg


Fall Frei: Urteil vertagt





Alex Frei: Der Verhandlungsmarathon geht weiter.
FOTO: KEYSTONE


NYON – Fünf lange Stunden brüteten die Uefa-Richter am Mittwoch über dem Fall Alex Frei. Doch das Urteil ist noch immer nicht aus dem Ei geschlüpft.

Am Donnerstag soll es nach einer weiteren Sitzung aber endlich soweit sein. Für Geburtstagskind Frei (geboren am 15. Juli 1979) und die Funktionärsriege des Schweizer Fussball-Verbands SFV bedeutet dies eine weitere Nacht zwischen Hoffen und Bangen.
Nach Informationen von SF DRS sollen Freis Aussagen in krassem Widerspruch zur Version der geladenen SFV-Vertreter gestanden haben. Das Schmierentheater geht also munter weiter...

Der Nationalmannschafts-Delegierte Ernst Lämmli geriet vor den TV-Kameras in Rage und bestritt erneut alle Vorwürfe, von der Spuckattacke auf den Engländer Steven Gerrard gewusst zu haben.

«Ich habe noch nie in meinem Leben gelogen. Für mich war es immer klar, wie es ist. Aber die Wahrheit will ja gar niemand wissen», so Lämmli, dem – wie seinen Funktionärskollegen – ebenfalls ein Uefa-Verfahren droht. NIE, muahahahaha, und scho hesch es wieder g'macht, du Wolf im Schafspelz!!!!

Hauptdarsteller Alex Frei verliess den Uefa-Hauptsitz dagegen wortlos – in Begleitung seines Anwalts. Sein Berater und Onkel Martin Frei kündigte aber für Donnerstag eine Stellungnahme an.



von atzge - am 15.07.2004 02:46

Re: Uss em Bligg

Die maichte Liege fange a mit "Wenn ych ganz ehrligg bi,...".

No nie glooge, Alex? Vermuetligg hesch au no nie e Ball vor de Fiess ka! Tststs... was für e lächerliggs Laietheater :rolleyes:

Aber villicht git's jo e Happy-End, wenn am Schluss e baar Funktionär durch öbbis bessers ersetzt wärde ;-)



von Kopfschüttleropoulos - am 15.07.2004 07:29

Schweizer Fernseh SFDRS und die übrigen Medien.

Das Schweizer Fernseh ist das schlimmste für mich. Sie haben mit der Ausstrahlung, nachdem der Fall abgeschlossen war, den ganzen Rummel überhaupt verursacht.

Soll mir keiner sagen, dass sie die Bilder erst hinterher und zufällig entdeckt haben.

Oder der Scheiss mit der Informationspflicht. Sie zensurieren täglich und strahlen täglich tausende von Bilder nicht aus und setzten sogar Sendungen ab.

Zudem sind sie mit den Fussballverband eine Partnerschaft/Beziehung eingegangen. Sie durften dabei sein, intimes miterleben und filmen und da sein, wo sie sonst gar nie dabei sind. Sie sind eine Beziehung eingangen und haben ihren Partner hintenherum ein Messer in den Rücken gestossen.

Und alle anderen Medien lechzen und machen geil mit. Tagelang, über Wochen.

Dabei müsste man genau so hartnäckig und intensiv über Tage und Wochen diskutieren
- darf das Fernsehn überhaupt dass
- wie sind sie zu den Bildern gekommen
- wer hat wann, was gewusst (und gesagt)
- wieso wurden die Bilder erst nach dem Urteil ausgestraht
usw.

Für mich hat SFDRS ganz hässlich gespielt und alle übrigen Medien haben dies gedeckt.

Das Schweizer Fernseh würde ich überall rauswerfen.



von Mahatma - am 15.07.2004 07:38
tra tra trallala de chasperli esch weder do :-)

von Faninho - am 15.07.2004 07:38
Mätzli schrieb:

______________

Macht mal reinen Tisch! René C. Jäggi for President!

______________

Das schwebt mir schon seit Jahren vor....jetzt wäre die Gelegenheit; aber dafür bräuchte es die Solidarität unter den Vereinen und eine gemeinsame Vorgehensweise.

von Spitzkick - am 15.07.2004 09:39

Re: Uss em Bligg




ähäm, weniger Kopfschüttle, denn kasch uffmerggsamer lääse, wärte Ouzokonsumänt. ;-)

Dä wo do zem beschte gäh hett er heb no nie glooge, isch dr Lämmli.



von atzge - am 15.07.2004 11:02

Re: Uss em Bligg

Upsalaaaaa...! :D

Jä em Lämmli
glaub-ys nämmli! ;-)



von Kopfschüttleropoulos - am 15.07.2004 11:10

Re: Schweizer Fernseh SFDRS und die übrigen Medien.

Das verstehe ich jetzt gar nicht, liebe grosse Seele.

Was soll daran so unglaubwürdig sein, wenn die TV-Verantwortlichen sagen, dass Techniker von ihnen am Tag, an dem das erste Urteil erging, die Bilder der Hintertorkamera entdeckt haben? (Es scheint mir logisch, dass die Fernsehleute versuchen, von Schweizer Matches alle Bilder durchzusehen, um interessante Szenen zu finden, schliesslich mussten sie jeden Tag irgend etwas senden.) Dass diejenigen, welche diese Bilder entdeckten, sie dann anderen zeigten, weil es halt wirklich eine aktuelle Diskussion war? Dass dann schon so viel Leute davon wussten, dass man die Bilder nicht mehr vertuschen konnte? Und warum soll es nicht stimmen, dass die Verantwortlichen in Portugal dann zuerst Rücksprache hielten mit den Verantwortlichen in Zürich, und dass die erste Verhandlung vor der Uefa dann schon vorbei war, als beschlossen wurde, die Bilder freizugeben? Mir leuchtet das durchaus ein und ich habe noch überhaupt keinen Anhaltspunkt gefunden, warum das nicht so sein sollte. Vor allem sehe ich auch kein Motiv für das absichtliche Verzögern, das du den Fernsehleuten offenbar vorwirfst.

Absolut nicht einverstanden bin ich mit dir, wenn du postulierst, die Fernsehleute hätten wegen ihrer Partnerschaft mit der Fussball-Nationalmannschaft die Bilder unterdrücken sollen. Ich rechne es ihnen hoch an, dass sie sich nicht kaufen liessen und dass sie das Prinzip der Informationspflicht höher einschätzten. Hut ab! Ich begreife nicht, wie du hier so für die Korruption plädieren kannst.

Dass die SFV-Verantwortlichen ihre Wut am Fernsehen auslassen, finde ich schon tiefstes Niveau. Man schlägt wie üblich den Boten, der die schlechte Nachricht bringt.




von Tschum - am 15.07.2004 11:48

Re: Schweizer Fernseh SFDRS und die übrigen Medien.

Sorry Mahatma, aber für mich sind das billige Verschwörungstheorien.

Es geht nicht darum, Wer Was Wann entdeckt hat (und da verweise ich übrigens auf Tschum), sondern darauf, dass die SFV-Spitze von Anfang an (offenbar) den Spieler gezwungen hat, zu lügen. Und damits auch richtig lustig hoch zu und her geht, haben sich die Verantwortlichen des SFV seither gegenseitig überboten mit Dummheit, Dreistigkeit, billigen Ausreden, Weiterlügen und völlig-das-Gesicht-verlieren.
Ich gehe schwer davon aus, dass Lämmlis gestriger geistiger Totalschaden im Sportpanorama nicht die letzte Peinlichkeit war, mit der sich unser nationaler Verband Lächerlich macht in dieser Sache...



von Tuborg - am 15.07.2004 12:04

Re: Schweizer Fernseh SFDRS und die übrigen Medien.

Unter der Annahme, dass SF DRS die Bilder wirklich erst nach der ersten Verhandlung entdeckte, finde ich das Verhalten mehr als richtig, es zeugt für mich sogar von einer gewissen Courage, die Bilder trotz der von dir angesprochenen Partnerschaft zu zeigen (BTW von der BaZ würde ich mir ähnliches wünschen, doch die lässt sich "kaufen" und wird so zum Sprachroh des FCBs)...

von Captain Sky - am 15.07.2004 16:12

Re: Schweizer Fernseh SFDRS und die übrigen Medien.

Sali Captain

Dein Studium läuft ja in Sachen "Medien etc.".

Mich würde es interessieren, wie die Empfehlungen der Profs in solchen Belangen sind.

Danke für eine Antwort.

Dir persönlich wünsche ich weiterhin viel Erfolg.

von Betty Bossi - am 15.07.2004 16:39
Das war mir bewusst, dass man unterschiedlicher Meinung sein kann. Selbstverständlich lasse ich diese auch.

Ich glaube nicht, dass die Bilder erst nach der Verhandlung entdeckt worden sind, auch nicht, dass es zufällig geschah. Das war ja das Hauptthema rund um die Schweizer Nationalmannschaft.

Wenn sie die Bilder schon vor der Verhandlung kannten, dann dürfen sie sie hinterher nicht mehr ausstrahlen. Dann haben sie den Zeitpunkt verpasst. (Natürlich kann man hier anderer Meinung sein).

Wenn sich das Fernsehen verpflichtet fühlt, die Bilder (nachträglich) auszustrahlen, dann ist das ein Widerspruch zur ihrer täglichen Zensur oder zum Nichtausstrahlen von Sendungen und Beiträgen.

@Tuborg, von Verschwörung steht überhaupt nichts. Das eine ist das Verhalten von SFDRS. Das andere ist das Verhalten von SFV. Ich finde auch, dass der Fussballverband dringend erneuert werden sollte. Und das schon lange. (Wahrscheinlich müssen wir uns bis nach der Euro 2008 vertrösten).

Vielleicht noch etwas. Wenn SFDRS ein unabhängiges Medium sein will, dann dürfen sie so Filme wie der "FC Schweiz" gar nie machen. (Die Initiative kam vom Fernsehen). Der Konflikt ist bereits vorprogrammiert.



von Mahatma - am 15.07.2004 17:43

Re: Idée "Leutschenbach" ...

Zürichs gewaltigster Dachschaden
Thomas Widmer

Warum über den Regen schimpfen? Das meiste geht doch daneben. Aber bei «Meteo», dem Wetterbericht vom Dach, verlernen selbst Sonnenstrahlen das Strahlen.

«Meteorologia» bedeutet laut Wörterbuch des Altgriechischen erstens «Lehre von den Himmelskörpern» und zweitens «Lehre vom Wetter». Die beiden E sind Kurzvokale, was Thomas Bucheli, Sandra Boner, Jolanda Eggenberger und Christoph Siegrist allerdings missachten: «Willkommen bei Meeeteo», tönt es jeden Abend knapp vor acht vom SF-DRS-Hochhausdach. Man kann dies als flagrante Falschaussprache abtun. Man kann es jedoch auch als Beharren auf der Autonomie einer Sendung interpretieren, welche mit dem Wetter und dessen Vorhersage in einen eher lockeren Zusammenhang treten will.

Ohnehin verhält es sich ja so: Auf «Teletext» können wir uns in ungefähr dreissig Sekunden ein Bild machen, ob in den kommenden Tagen die Sonne scheint, Regenwolken aufziehen oder gar Hagelschlag droht. «Meteo» vermittelt dieselbe Information in gut drei langen Minuten und muss also noch von anderem handeln als vom Wetter allein. Nämlich: von seinen Wettermenschen.

Wobei beide Gegenstände in Konkurrenz treten können. Wie am 28. Juni. Als Sandra Boner an jenem Montagabend feststellt, dass auf der Alpensüdseite bald «Schwitzen angesagt» sei, verfehlt die Botschaft so manchen Zuschauer, weil der grübelt, ob eine rosa Bluse wirklich zu einem rostroten Haarschopf passt. Tage zuvor wollte ein Gewitter die junge Solothurnerin ins Verderben reissen: Flehentlich blickte sie in die Wohnstuben, derweil das Donnergrollen schnell näher kam und der Wind an ihr rüttelte; einmal mehr wollte man sie retten. Was zeigt: «Meteo» ist Entertainment nach dem Prinzip des Involvement.

«Meteo» ist die Schweizer Reality-Soap. Nehmen wir wieder den letzten Monat. Einmal (11. Juni) düst ein Flugzeug so tief über Zürich-Nord, dass dem Zuschauer das Hören vergehen will; Jolanda Eggenberger, bedrängt, kämpft unverdrossen. Dann wieder (17. Juni) fasziniert auf Eggenbergers Gesicht, als die Kamera zoomt, nachhaltig ein pickelartiger, von der Maske nicht sauber bewältigter Hauthöcker. Von subtilem Humor Anfang Juni auch der Einstand des Neuen, Christoph Siegrist, der in den ersten Tagen noch nicht die optimale Distanz zu jenem roten Konsolenknopf in Teletubbies-Übergrösse verinnerlicht hat, auf welchen die Moderatoren immer dann drücken müssen, wenn das eine Diagramm vom nächsten abgelöst werden soll. Echt komisch, wie Siegrist ruckartig den Oberkörper knickt, um doch noch an den Knopf zu gelangen.

Die ganze, wie es Cicero gesagt hätte, Humanitas bildet sich da ab, das seelische Totalspektrum von Versagensfurcht bis Verkündigungsherrlichkeit. Ein Erfolgsgeheimnis des Formats liegt ganz gewiss in der Differenzierung der Charaktere. Über den Chefmeteorologen Thomas Bucheli möchten wir Bücher schreiben. Er ist ein begnadeter Jovialistiker, der jederzeit eine Jugendherberge leiten könnte, ein Mann exakt in der Mitte zwischen landschaftlicher Rauheit und urbanem Schliff, ein aufgekratzter Vorhersager unserer Badefreuden und mitleidvoller Zerstörer unserer Barbecue-Träume, ein Hochdruckclown und Tiefdrucktröster, ein Zeremonienmeister der Isobaren, ein Klimadidakt und Neoschamane, ein persönlicher Bote Petri im Vögele-Casual-Look. Bucheli stellt uns kein Problem, er ruht sympathisch in sich selber, wäre er eine Rechnung, er ginge auf mit Rest Null.

Silbenschlucker der S-Klasse

Christoph Siegrist wiederum, der Frischling im Trainerjäckli, blickt treuherzig wie ein Kirchenbasarspendensammler in die Kamera; mehr können wir über ihn noch nicht sagen. Umso mehr, als sein Vorgänger Alex Rubli, der neuerdings bei Meteo Schweiz die internationale Zusammenarbeit leiten darf, eine so prägende und plagende Figur war. Rubli, ein Mensch, aber auch ein Zustand. Ein Chnuschti, Bäri, Knorz, ein Schlurfer und Stolperer und Tollpatsch, ein notorischer Nuschler und Fistler, ein Silbenschlucker der S-Klasse; «meine Berechtigung zu moderieren kommt von der Sachkompetenz und nicht vom schauspielerischen Talent her», erkannte er sich einmal in einem Interview selber.

Jolanda Eggenberger ihrerseits ist die Steife und Unverbindliche, die asthmatisch nach Luft Japsende, die tapfer grinsende Verhasplerin; legendär ihr verunglückter Satz im Februar des letzten Jahres, als sie mit Pudelmütze und Schal vor die Kamera trat: «Und auch heute lockte das prächtige Winterwetter zahlrei-reuche Reute auf die Pisch... Pisten.»

Last, but not least Sandra Boner. Sie wirkt verschupft wie ein Deutschschweizer Au-Pair-Girl am ersten Abend in Vully, das kraft seiner verschattet geschminkten Augenpartien wie eine stille Lehrtochter mit einem Problem, wirkt, als hätte man sie mit fiesen Drohungen vor die Kamera gemobbt, wo sie in Notwehr den so genannten Madeleine-Hirsiger-Argot anwendet, ein den Weiten des Espace Mittelland entstammendes Abschreckungsidiom mit dem Willen zum Hochdeutschen: «Höitä und moorggen ist das Wetter seehr schöön.»

Boner, diplomierte Ergotherapeutin, ist die Herrin der Neologismen à la «Wolkendeckel». Die Herrin der idiomatischen Variation: «Die Temperaturen verhalten bei 22 Grad.» Die Herrin der gewagten Metapher: «Um die Mittagszeit geht’s dann allen Wolken an den Kragen.»

Selig sind die Talentarmen, denn ihrer ist das Himmelreich? Es dürfte angebracht sein, weniger zu polemisieren und mehr zu analysieren, denn immerhin behandeln wir die meistbeachtete Permanentsendung von SF DRS. Ein Faszinosum. Ein Quotenwunder, wenn nicht gar Quotenmysterium. Fragen wir also ganz seriös: Wie behandelt «Meteo» seinen Gegenstand, das Wetter?

Die Grammatik kollabiert

Eine bemerkenswerte Sache. Wir erkennen nicht weniger als die Rückgängigmachung der Aufklärung. Die alten Griechen erblickten am Firmament wie auf einer Kinoleinwand göttliches Tun und Treiben. Zeus war der Wettermacher, setzte freilich eine Handvoll seiner olympischen Kolleginnen und Kollegen als Franchisenehmer einzelner Phänomene ein, Helios zum Beispiel oblag die tägliche Steuerung des Sonnenwagens und Zephyr die periodische Anlieferung lauer Brisen. Im Mittelalter noch sah man im Falle wetterlicher Unbill Dämonen und den Teufel am Werk; so wähnten die Leute in und um Luzern, dass der Pilatus verhext sei und hinter dessen Fallwinden und wilden Gewittern der untot umgehende Jesusrichter Pontius Pilatus stehe; sechs Geistliche, die 1387 den Berg hochkraxelten, wurden mit Haft bestraft, weil sie Stürme hätten auslösen können.

Erst allmählich begannen die Menschen die Erscheinungen der Natur zu rationalisieren, Galilei ertüftelte das Thermometer, Torricelli das Barometer, Ferdinand II., Grossherzog der Toskana, das Hygrometer, und Alexander von Humboldt kreierte 1817 die Isothermenkarte, das erste Abbild des realen Klimas. Alles wurde versachlicht, verdinglicht, verwissenschaftlicht; eine Abtötung des mythischen Denkens im Geiste der Neuzeit.

«Meteo» geht den umgekehrten Weg und wandelt das abstrakt waltende Wetter wieder in handelnde Subjekte um. Freilich, denn wir leben in einem agnostischen Zeitalter, kommt es nicht zur Restauration der alten Götter; vielmehr werden die Phänomene selber animiert. Ein paar Juni-Belege: «Das Tief schaufelt viele Wolken Richtung Alpen», sagt Jolanda Eggenberger – wir stellen uns einen Strassenarbeiter im Godzillaformat vor. «Die Sonne boxt sich durch», sagt Sandra Boner – wir drücken ihr (der Sonne, nicht Boner) die Daumen, dass sie im Infight nicht zu viel einstecken muss. «Das Wetter macht nicht auf Sommer», sagt Thomas Bucheli – wir fragen uns, wieso es dauernd so mies gelaunt ist. «Das Tief hat eine Kaltfront im Gepäck», sagt Christoph Siegrist – wir wüssten gerne, ob es mit dem Zug oder mit dem Flugzeug anreist.

«Am Mittwoch ist im Norden die Sonne die Nummer eins», sagt Sandra Boner. Klingt irgendwie nach Kopernikus.

Jedes anrückende Tief ein Heer finsterer Orks. Über dem Ländchen tobt Tag für Tag eine tolkieneske Abwehrschlacht der Sonne gegen ihre Widersacher. Bucheli und sein Team inszenieren das manichäische Gegeneinander 365 Mal im Jahr. Und tragen es uns, im Kumpelton gestikulierend, an; ein Riesenkontrast zur Vorhersage etwa der ARD-«Tagesschau», bei der eine kühle Stimme aus dem Off speditiv ein paar Karten kommentiert. «Meteo» wurde Anfang neunziger Jahre vom Schaffhauser Jörg Kachelmann dynamisiert, den wir in Anlehnung an den Grosskritiker Marcel Reich-Ranicki einen Grossmeteorologen nennen wollen. Legendär die Verkuppelung des E mit dem U, der Meteorological Correctness mit der Strassensalopperie, des Wissenschaftlichen mit dem Boulevardesken, die Kachelmann gelang, als er eines Tages sprach: «Es flöckelt Zucker auf unsere Flachlandtannen.»
Eine Ikone der Fernsehmoderne gar sein Ausspruch: «Morn schiffets.»

1995 ging Kachelmann, Bucheli übernahm. Und seit 2002 sendet «Meteo» vom Dach. Die Wiederauferstehung jenes mit Windfahne und Wasseruhr ausgestatteten «Turms der Winde» im alten Athen, der Mutter aller Wetterstationen? Ein historisches Zitat? Eventuell. Sicher hat der Outdoor-Modus seine Nachteile. Wir meinen damit nicht die Ästhetik, meinen also nicht jenes im Geiste der Wetterfestigkeit konzipierte Schaltpult mit den erwähnten roten Knöpfen und dem an eine Stauwerkszentrale gemahnenden grünen Robusttelefon, Retrodesign pur, das an die japanischen Science-Fiction-Filme der sechziger Jahre anklingt. Sondern wir sprechen von den Problemen, welche die Witterung selber bringt. Regnet es, sammeln sich die Tropfen auf der Kamera, so dass der Moderator verschwimmt; prasselt es auf seinen transparenten Plastikschirm, ist er schlecht zu hören. Steigt die Windstärke auf gegen 60 Stundenkilometer, muss der Moderator gar angeseilt werden. Und berechtigterweise vermummt er sich im Winter zur Unkenntlichkeit.

Einmalig: Im Schweizer Fernsehen kompliziert man sich freiwillig die Arbeit, die im Studio einfacher wäre.

Dass all die Umwelteinflüsse fatal ablenken, begriffen als erste jene Witzbolde, welche Sandra Boner in deren Anfängen mit einem Feuerwerk irritierten. Moderieren ist die Kunst, alle möglichen Dinge vom Lächeln über die Armhaltung bis zur Sprechtechnik simultan zu kontrollieren. Beim Schweizer kollabiert im Falle der Überforderung zuerst die Grammatik. Dann stammelt Jolanda Eggenberger: «Am recht sonnigsten ist es im Wallis und Tessin.» Sandra Boner: «Morgen erwarten wir den erste Hitzetag.» Christoph Siegrist: «Das Hoch gewinnt an Überhand.» Thomas Bucheli: «Der Resten dieser Front erkennen wir morgen Vormittag an den Ostalpen.»

Schatz, komm, wir schauen das Wetter

Wie gelockert dagegen die in Mundart vortragenden Wetterleute auf Tele Züri daherkommen; man übersteht sie ganz ohne seelische Verkrampfung infolge forcierten Mitleidens. Doch noch einmal zurück auf die Sonnenseite unseres Themas. Eine zweite Frage im Sinne des angewandten positiven Denkens: Welche poetischen Strategien machen die Sendung einzigartig? Vor allem jener der eigentlichen Begrüssung der Zuschauer vorangestellte, zum «Meteo»-Markenzeichen avancierte, möglichst dramatisch gehaltene Einstiegssatz. Wenn uns Sandra Boner erscheint und uns sogleich mit glockenheller Stimme zuruft: «Die Schweiz wird vom Sommer überrollt», dann sehen wir uns in eine Panzerschlacht katapultiert. Und wenn Sandra Boner loslegt: «Nur noch 12 Grad, und es regnet. Mein Wetter ist das nicht», dann packt uns dies persönliche Bekenntnis; wieder einmal fühlt nicht die Moderatorin mit dem Zuschauer, sondern der Zuschauer mit der Moderatorin.

Andererseits sind die «Meteo»-Leute bemüht, sich in Volkes Spassbestrebungen einzuklinken. Noch einmal Boner: «Eines ist sicher: Die Sonne dominiert. Und eins ist auch sicher: Alle Gartenpartys und Strassenfests haben an diesem Wochenende Wetterglück.» Wir registrieren, derweil uns die Vorfreude packt, gern die szenig-avantgardistische Pluralform. Ein weiteres mit Verve eingesetztes Stilmittel ist der Pleonasmus: «Die Temperaturen machen einen riesigen Temperatursturz», sagt Christoph Siegrist; hat das nicht Kraft? Mindestens so viel Kraft wie Sandra Boners lyrisch-erotisches Diktum:«Sommerwetter und Wochenende fallen aufeinander.»

Die Zahlen zeigen, dass «Meteo» fast täglich in der Publikumsgunst obenausschwingt. Beispielsweise an einem kommunen Mittwochabend wie dem 30. Juni. 391000 Menschen schauen sich da um 19 Uhr «Schweiz aktuell» an. Ab 19.30, während der «Tagesschau», sind 738000 Menschen dabei. Worauf die Kurve um 19.53 in «Meteo» kulminiert, 820000 Menschen. Um dann zum «Landarzt» hin wieder auf die halbe Höhe zu sacken. Wir stellen uns vor, wie es gegen 19 Uhr 50 zehntausendfach durch die Wohnstuben des Landes tönt: Schatz, komm, wir schauen schnell das Wetter! «Meteo» gehört zum Grundschatz gemeinhelvetischer Ritualität.

Umso mehr, als die Sendung garantiert familienkompatibel ist. Nachdem wir in der «Tagesschau» wieder einmal von einer Geiselenthauptung in Irak oder 14 durch eine Bombe zerfetzten Menschen in einer israelischen Einkaufsstrasse Kenntnis nehmen mussten, ist das Herannahen einer Kaltfront von der Biskaya her, welche eventuell die Nullgradgrenze auf 1400 Meter drücken könnte, kein Aufreger. «Meteo» dauerliefert uns den harmlosen Gesprächsstoff. Eine Dosis Pädagogik, wenn uns Thomas Bucheli wieder einmal den Regenbogen erklärt, nehmen wir gern in Kauf. Das Wetter ist schliesslich nicht weniger als der kleinste gemeinsame Nenner unserer dezentral sich auffächernden Freizeitgesellschaft von Wanderfanatikern und Harley-Davidson-Freaks, Snöbern und Surfern, allein erziehenden Müttern mit Dreiradkinderwagen und Salsatanzkurs-Pärchen, städtischen Kickboardern und ländlichen Gülleausträgern. Unsere kollektive Emotionsplattform.

Frank Elstner fällt vom Stuhl

Und seine Auguren – notabene Cervelatpromis ex officio – sind sozusagen unantastbar. Der Blick begründete seine Kampagne «Holt die Wetterfeen vom Dach!» im Frühjahr 2003 mit der Diagnose «Sie schlottern und sie stottern» akkurat. TV-Profi Kurt Felix doppelte korrekt nach, sämtliche seiner ausländischen Freunde inklusive Frank Elstner fielen beim Ansehen dieses «Laienspiel-Entertainments» vor Lachen vom Stuhl. Und auch als der nach Deutschland abgewanderte Jörg Kachelmann, die Tatsache aufgreifend, dass bei «Meteo» die Männer Meteorologen sind und die Frauen Nicht-Meteorologinnen – als Kachelmann kundtat, «Meteo» sei doch nicht dazu da, «den Schweizern zu zeigen, dass es in unserem Land gut aussehende Frauen gibt», da hatte er völlig Recht.

Und doch bewirkten all die Anwürfe nichts. Aber warum sollten sie auch? Nach Visionierung sämtlicher Juniausgaben von «Meteo» auf Videokassette formulieren wir in humorloser Nüchternheit die wahre Idée Suisse: Im nationalen TV wird der Streber nach Perfektion sozial auffällig und nicht der Schwachtalentler; wir Zuschauer haben über die Jahrzehnte gelernt, uns im Mittelmass einzurichten. Wer mit Jan Hiermeyer und Ursula Hürzeler und Beat Antenen und Raymond Fein und Alenka Ambroz und Kurt Siegenthaler und dem Quizmaster Stephan Klapproth leben konnte und obendrein mit Matthias Hüppi, der kann auch mit Sandra Boner und Jolanda Eggenberger leben. Für diese Art von Gemütsabstumpfung vor dem Gebührenfernsehen sei hier in Abwandlung des Herbert-Marcuse-Wortes von der repressiven Toleranz der Begriff «depressive Toleranz» eingeführt.

(c) 2004 by Die Weltwoche, Zürich - E-mail: webmaster@weltwoche.ch

von Betty Bossi - am 15.07.2004 18:42

Re: Idée "Leutschenbach" ...

krass welche probleme es in der schweiz gibt :rolleyes:

ich sehe meteo sehr gerne, auch wenn ich zugeben muss das der bucheli der einzig brauchbare meeeeteorologe ist und sich die andern zu langsam verbessern.

aber da gibts doch tatsächlich schlimmere sachen über die man so viel worte verlieren könnte, oder nicht?

von Faninho - am 16.07.2004 07:00

Re: Schweizer Fernseh SFDRS und die übrigen Medien.

Nun, grundsätzlich denke ich, ist es immer schlecht, wenn man Medienschaffenden droht, wie das zBs Lämmli gemacht. Auch wenn ich dazu keine wissenschaftlichen Studien kenne, denke ich, dass das zu einem Solidarisierungseffekt unter den Medienschaffenden führt, so nach dem Motto "der will einem Kollegen seine journalistische Freiheit einschränken, davon sind wir (Medienschaffenden) alle betroffen".
Bezeichnend dafür ist auch, dass ich Hüppis Aussage, Lämmli hätte auch vom Spucken Freis gewusst, erst mitbekommen habe, als Lämmli mit Klage drohte. Sollte er nun Hüppi wirklich verklagen, wird der Fall Frei und die Rolle der SFV-Funktionäre spätestens beim Gerichtstermin nochmals ein riesen Thema sein. Dies wäre dann wohl überhaupt nicht im Sinne des Aargauer Stumpenrauchers.
Sonst gehen die Meinung an der Uni eigentlich immer in Richtung proaktive Information der Medien, was hier ja sicher nicht gemacht wurde.

Grundsätzlich ist die Beziehung Medien-Sport(-Funktionäre) wie viele Beziehungen mit Medien, eine interdependete Beziehung: Die Medien möchten einerseits möglich exklusiv über den Sport berichten und geben sich dafür zum Teil auch in eine gewisse Abhängigkeit, die Sportfunktionäre sind gleichzeitig auch von den Medien abhängig, da diese ja über den Sport berichten sollen (schon nur wegen den Sponsoren etc.).
Glückglicherweise ist es dabei meistens so, dass die Medien in guten Zeiten ganz im Sinne des Partners berichten (und evtl. zum Teil auch etwas ihre Neutralität verliehren), in Krisensituationen aber dann aber dies nicht mehr tun.
So rechne ich es wie schon erwähnt Urs Leutert hoch an, dass er die Bilder zeigte.

Zu guter Letzt spielt bei diesem ganzen Theater wohl auch eine Rolle, dass Skandalisierung und Personalisierung in den Medien immer wichtiger werden. So hätte wohl Slozchofer (oder wie auch immer der sich schreibt) damit rechnen müssen, dass wenn etwas schief geht, er als Delegationsleiter am Ende der Kopf ist, auf den alle einprügeln. Ein gewisses Skandalisierungspotential hat er wohl ausserdem auch selbst geliefert, in dem er in einer veritablen Wohnung im Hotel wohnte, Ferien machte (und das den Medien auch zeigte), bei Problemen dann aber nicht angemessen reagieren konnte.

So, das wären so meine Ansichten. Evtl. nicht immer ganz wissenschaftlich und auch nicht ganz neu. Sicher nicht so strukturiert wie in einem Besinnungsaufsatz an der Uni, aber ich hab ja schliesslich "vorlesungsfreie Zeit". Hoffe trotzdem, dass es einigermassen deine Frage beantwortet...
(Wobei du die meisten Dinge wohl schon selbst weisst, du surfst und liest ja relativ viel im Netz und so weit weg sind die Dinge, die du liest, auch nicht von den Unierkenntnissen. Dies ist zu mindest mein Eindruck, wenn ich die ausgewählten Artikel jeweils lese, die du mir schickst. An dieser Stelle übrigens nochmals Danke für diesen Service!)

von Captain Sky - am 16.07.2004 11:38

Re: Schweizer Fernseh SFDRS und die übrigen Medien.

Sali Captain

Ich danke Dir für die umfassende Antwort auf meine Frage. Hat mich gefreut, dass Du Dir Zeit genommen hast. Dein Bericht ist sehr lesenwert. Ich habe eigentlich eine derartige Antwort von einem "richtigen" (angehenden) Journalisten erwartet.

Solche Leute braucht die Medienwelt. Nochmals alles Gute für Deine persönlichen Ziele.

Wenn ich wieder mal was im Netz finde, was Deine Interessensgebiete betrifft, so sende ich Dir dies gerne. Absolut kein Problem für mich.

von Betty Bossi - am 16.07.2004 12:05

Re: Schweizer Fernseh SFDRS und die übrigen Medien.

Danke fürs Feedback und für die weiteren Berichte. Dass es für dich kein Problem ist, habe ich noch fast angenommen ;-)
Ich wollte mich trotzdem wieder einmal bedanken, in letzter Zeit habe ich ja nicht gerade damit geglänzt :-)

von Captain Sky - am 16.07.2004 12:12
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.