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vor 13 Jahren, 10 Monaten
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Betty Bossi

Berlin: Logen in der Super-Arena

Startbeitrag von Betty Bossi am 01.08.2004 12:12

Berliner Zeitung, Samstag, 31. Juli 2004

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In der Super-Arena bleiben viele Logen leer
Das neue Olympiastadion ist fertig. Firmen müssen sparen, Hertha BSC bekommt das zu spüren
Hartmut Augustin

Das Olympiastadion ist nach vier Jahren Umbau jetzt fertig. Rund 250 Millionen Euro wurden dafür ausgegeben. Fans und Experten sind sich einig, dass sich das Ergebnis sehen lassen kann. Am Wochenende wird die Arena mit einer Show und Fußballspielen offiziell eröffnet.

Der Hauptnutzer, der Fußballverein Hertha BSC, bekommt zu spüren, in welch schwieriger Si-tuation Berlins Wirtschaft ist. Die Logen und Business-Seats - eine wichtige Einnahmequelle für den Verein - lassen sich schlechter vermieten als erwartet.

Wer erheblich mehr als den normalen Eintritt bezahlen will, kann sich eine Loge mieten, in der Platz für zehn oder 20 Gäste ist. Vor allem Unternehmen nehmen diese Offerte an. Je nach Größe sind für die holzgetäfelten Räume mit Tisch, Stühlen, Schränken und einem Flachbildschirm pro Saison 80 000 bis 100 000 Euro fällig. Die Logen und die dazugehörigen Plätze im Stadion sind dann während der Spiele von Hertha BSC zugänglich. Für andere Veranstaltungen muss extra bezahlt werden.

Die Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp), nach deren Plänen das Stadion umgebaut wurde, hatten ursprünglich 24 Logen vorgesehen. Daraufhin intervenierte Hertha BSC und verlangte im Jahr 1999, dass hundert Logen eingebaut werden müssten.

Ein Platz am Büfett

Die Architekten änderten ihre Pläne und letztlich wurden 84 Logen gebaut und eingerichtet - hauptsächlich mit Steuergeld. Für die neue Saison der Fußballbundesliga, die in einer Woche beginnt, konnten aber lediglich 52 vermietet werden. Der Rest steht leer und wird nach Angaben des Geschäftsführers von Hertha BSC, Ingo Schiller, während der Spiele nicht genutzt. Ähnlich sieht es mit den so genanten Business-Seats auf der Haupttribüne aus. Neben einem Platz im Stadion bekommt der Gast dort noch einen Platz am Büfett. Kosten pro Platz und Saison: zwischen 3 500 und 5 000 Euro. Von den 4 000 Sitzen sind laut Schiller derzeit 2 700 vergeben.

Der Hertha-Geschäftsführer zeigt sich dennoch zufrieden. "Für Berlin ist diese Bilanz ein Beispiel für eine gelungene Vermarktung, die man sonst nicht findet", sagte er am Freitag. Zum Vergleich: In der AOL Arena des Hamburger Sportvereins sind ständig alle 50 Logen und 2 100 Business-Seats vermietet. Dort gibt es sogar Wartelisten für Interessenten.

Schiller ist sich sicher, dass spätestens in 18 Monaten alle Logen und Business-Seats im Stadion vergeben sind. Er räumte aber auch ein, dass die Vermarktungsbedingungen in Berlin schlechter sind als in Hamburg. "Die Wirtschaftskraft in Hamburg ist überhaupt nicht mit Berlin vergleichbar. In Hamburg ist das alles natürlich viel einfacher", sagte Schiller.

In der Schalke-Arena in Gelsenkirchen wurde ein anderer Weg gewählt. "Dort wurden nur so viele Logen eingerichtet wie vermietet werden können", sagte der Sprecher von Walter Bau, Alexander Görbing, dessen Firma das Berliner Olympiastadion umgebaut hat. In Gelsenkirchen sei aber Platz vorgehalten worden - für den Bau weiterer Logen. "In Berlin war das nicht möglich. Im Bauvertrag war die komplette Einrichtung aller Logen vorgesehen", so Görbing.

Auch er glaubt, dass künftig noch mehr Logen vermietet werden können. "In der vergangenen Saison war das Stadion noch eine Baustelle und Hertha BSC kurz vor dem Abstieg. Das war sicherlich nicht förderlich für die Vermarktung", sagte Görbing.



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