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vor 13 Jahren, 11 Monaten
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Rotblau, Betty Bossi, Tschum, Captain Sky, Don Daniel, atzge, Spitzkick, Kopfschüttler, Mätzli, Mahatma, luki77

Spuckaffäre / Schlussbericht mit Bauernopfer

Startbeitrag von Mätzli am 31.08.2004 12:10

Das glaub ich nie im leben, was der Fässler rausgefunden hat. Benoit soll alleine informiert gewesen sein. Hier der Text:


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Spuck-Affäre
Benoit ist der Sündenbock







KLOTEN – Der Untersuchungsbericht um Alex Freis Spuck-Affäre ist da. Resultat: Pierre Benoit ist der Sündenbock, die Verbandsspitze führungsschwach!

Dr. Ulrich Fässler, Rechtsanwalt und ehemaliger Regierungsrat, hat heute seinen Untersuchungsbericht veröffentlicht. An jenem Ort, der durch das Swissair-Grounding weltberühmt geworden ist – im Balsberg in Kloten.
Die wichtigsten Punkte im Bericht: Die Verbandsspitze hätte in der Spuck-Affäre «schneller und professioneller handeln können und müssen». Die offizielle Delegation des SFV sei nicht auf die EM vorbereitet gewesen, es gab Kompetenzkonflikte und Führungsfehler. Die Wahrheit hätte die Verbandsspitze aber nicht gekannt.

Alex Frei hatte Kommunikationschef Pierre Benoit gebeichtet, dass er im England-Spiel Steven Gerrard angespuckt habe (was von DRS-Bildern nach dem Uefa-Freispruch bewiesen worden war). Die beiden wollten die Sache geheim halten. Ab diesem Zeitpunkt seien die beiden – so stehts im Untersuchungsbericht – «Gefangene ihrer eigenen Strategie gewesen». Frei war intern und extern zum Lügen verurteilt. Benoit kam in einen unlösbaren Konflikt zwischen der Absprache mit Frei und seinen Verpflichtungen als Kommunikationschef des SFV. «Eine grobe Loyalitätsverletzung gegenüber seinen Chefs», meinte Fässler.

Pierre Benoit trägt für die verhängnisvolle Entwicklung der Spuckafffäre die Verantwortung. Doch auch die Verbandsspitze habe grosse Fehler gemacht, sei während des Aufenthalts in Portugal nicht vorbereitet gewesen: Keine Pflichtenhefte, keiner habe in der kritischen Phase intensiv mit Alex Frei geredet, auch nicht nach Veröffentlichung der verhängnisvollen TV-Bilder. Diese hätten, so Fässler, von SF DRS medienrechtlich und nach eigenen publizistischen Leitlinien zwingend gezeigt werden müssen.

Angesichts des Verhaltens von Pierre Benoit sei eine gute und glaubwürdige Kommunikation durch den SFV gar nicht mehr möglich gewesen. Das Misstrauen der Medien sei laufend grösser geworden und auch die Auftritte des SFV-Präsidenten Ralph Zloczower konnten das Vertrauen nicht wieder herstellen. Die Medien, insbesondere SF DRS, wurden zunehmend zum Feind gestempelt.

Fazit des Berichtes: Es sind Symptome für Schwächen und Probleme in den Bereichen Führung, Teamverhalten, Kommunikation und Kompetenzabgrenzungen zu erkennen. Dr. Fässler sagt auch, wo Handlungsbedarf bestehe.

Die Pflichtenhefte, Zuständigkeiten und Kompetenzen im Zentralvorstand und im technischen Bereich seien zu prüfen. Ebenfalls als notwendig erachtet es Ulrich Fässler, dass künftige Einsätze von Delegationen bei grossen Anlässen sorgfältig geplant würden: Es brauche Programme, Aufgabenzuteilungen und Pflichtenhefte. Das Kommunikationskonzept sei zu überprüfen und auch auf ausserordentliche Situationen auszurichten.

Weiter wird dem SFV in Fässlers Schlussbericht empfohlen, den Zentralvorstand mit neuen Kräften zu ergänzen. Auch über die weitere Zusammenarbeit mit Kommunikationschef Pierre Benoit müsse der SFV kurzfristig entscheiden.

Der Verband will sich noch heute zum Fässler-Bericht äussern. Trotz dieses miesen Zeugnisses ist kaum anzunehmen, dass die Verbands-Herren an Rücktritt denken. Sie wollen ihr «Leistungsheft» noch mit der Durchführung der Euro 2008 schmücken...

Und was passiert mit Pierre Benoit? Er wurde vor zwei Wochen bereits in den Innendienst zurückversetzt. Vorläufig bis nach den beiden WM-Qualispielen gegen die Färöer und Irland am 4. und 8. September. «Und das bleibt vorläufig so», wie ein SFV-Sprecher heute bekanntgab.

Antworten:

Das ist business as usual.



von Rotblau - am 31.08.2004 12:28
Das floss eine reichliche Abgangsentschädigung, und die Gnomen verbleiben im Amt.

von Spitzkick - am 31.08.2004 12:30
U. fässler ist ein Happelmann.

Was mich interessieren würde, ob er mit A. Frei geredet. Frei hat sich ja am Anfang geweigert, bei diesem Theater mitzumachen.

Gespannt bin ich auch auf das weitere Vorgehen / Verhalten. Das wird man ja in Bälde sehen.



von Mahatma - am 31.08.2004 15:00
Na die Hauptsache ist doch, die berühmtesten Hasenzähne der Nation bleiben im Amt.....



von luki77 - am 31.08.2004 18:18
Dein Beitrag ist noch viel schlimmer als das, was in Portugal abgelaufen ist. Nur weil Herr Fässler nicht das veröffentlicht, was du gerne gehört hättest, nennst du ihn einen "Happelmann". Offenbar gingen dir die Argumente aus.

In meiner Zeit als Fussballer und vor allem als Trainer habe ich einige Dinge miterlebt, gegen die das Theater in Portugal nicht der Rede wert ist. Ich war 3 x an einem Turnier im Ausland. Bei allen drei Turnieren hatte ich kein Szenario für den Fall eines Zwischenfalls à la Portugal. Ich hätte auch imnprovisieren müssen. Und ich behaupte nun einmal, dass bei mindestens 95% aller Teams, die im Ausland einen Sportanlass bestreiten, für solche Zwischenfälle keine Vorbeugemassnahmen getroffen wurden.

Weiter behaupte ich, dass mindestens 80% aller SFV-Funktionäre nicht besser gehandelt hätten. Es nützt also nichts wenn die SFV-Oberen zurücktreten, denn was nachkommt, ist kaum besser.

Ich sehe die Sache nicht so eng. Für mich ist nur Köbi Kuhn derjenige, der versagt hat. Ein Trainer hat einfach dafür zu sorgen, dass nach seiner Pfeife getanzt wird. Ich stelle fest, dass vor allem Journalisten und Fussballfans, die zum Teil selber noch nie Fussball gespielt haben, geschweige denn sonst etwas für den Fussball gemacht haben, alles besser wissen als die Leute, die sich zum Teil seit Jahrzehnten für den Fussball einsetzen.

Beim SFV Nordwestschweiz herrscht Mangel an Funktionären. Zwei Jobs sind ausgeschrieben. Kannst dich melden und den Laden von innen ausmisten. Viel Vergnügen.

[www.football.ch]

[www.football.ch]



von Rotblau - am 31.08.2004 20:44
Also wenn 80% nicht besser gehandlt hätten, sehe ich ein wenig schwarz...

BTW die Kontaktperson für die Jobs hat eine lustige E-Mailadresse...

von Captain Sky - am 31.08.2004 21:14

Frei, Lämmli, Kuhn

Lustiges Interview mit Zlozower (oder wie immer) im Tagi: Er findet es eine Frechheit, dass Fässler Dinge sagt (über die mangelnde Profesionalität der Delegationsleitung), die er ihm gar nicht in Auftrag gegeben habe...

Nach Lektüre der Zeitungen zum Fässler-Bericht bleibt für mich als Fazit:

Gelogen hat in erster Linie der Spieler Frei, offensichtlich hat er auch die Verbandsoberen angelogen, zusätzlich die Öffentlichkeit und die Uefa. Offensichtlich wurde er auch von gar niemandem dazu gedrängt, sondern hat das einfach so mit seinem Spezi abgemacht. Die Tatsache, dass er sich der Untersuchung nicht stellte, bestätigen das. Frei ist kein Kind mehr, also als erwachsener Mensch selbst für sich verantwortlich. Selbstverständlich kann jeder Fehler machen. Aber bis jetzt hat er sich nur für das Spucken, nicht aber für seine Lügereien entschuldigt. Meiner Meinung nach müsste der Verband noch Sanktionen gegen ihn ergreifen. Bisher wurde er erst für das Spucken von der Uefa bestraft. Schliesslich ist er derjenige, der das ganze Schlamassel für den SFV ausgelöst hat.

Als Hauptversager der Verbandsspitze bestätigt sich der gute Lämmli. Es war noch nie klar, wozu seine Funktiion eigentlich gut sein soll. In diesem Fall hätte er endlich mal was zu tun gehabt, sich aber offenbar damit zufrieden gegeben, dass Frei seine unwahrscheinliche Geschichte auftischte, und sich geflissentlich gehütet, derr Sache auf den Grund zu gehen. Aber er wird auch jetzt wieder zu selbstgefällig sein, seinen längst überfälligen Rücktritt einzugeben.

Eine peinliche Rolle spielte ganz offensichtlich auch Kuhn. Ein anständiger Trainer kann unterscheiden, was das kurzfristige Interesse seines Teams ist und was das langfristige Interesse des Sports ist, in dem er sein (nicht zu knappes) Geld verdient. Wenn man unfaire Spieler und Lügner schützt, schadet man seinem Team und seinem Sport. Hier hat Kuhn bewiesen, dass ihm der Sinn für Übergeordnetes abgeht. Ich würde behaupten, dass ein Mann vom Format eines Gross ganz anders reagiert hätte.

Zlozower (...) bringe ich ein gewisses Verständnis entgegen. Natürlich ist er ein autoritärer und von sich selbst überzeugter Kerl, unfähig, Fehler zuzugeben, natürlich war seine Delegation schlecht vorbereitet und hat schlecht reagiert, natürlich hat es ihm offenbar durchaus in den Kram gepasst, dass alle lügten, aber letztlich war es wirklich nicht seine Aufgabe, die Wahrheit herauszufinden, sondern ist er in einem solchen Fall auf ihre Pflichten erfüllende Funktionäre angewiesen.

Alle sind Opfer einer Stimmung in der Schweizer Delegation geworden, die gutschweizerisch selbstgefällig war, und konnten dann in der Krisensituation nicht richtig reagieren. Verständlich ist das schon, Konsequenzen müsste es trotzdem haben, sonst läuft das auch das nächste Mal einfach wieder so.

von Tschum - am 01.09.2004 06:19
Rotblau schrieb:

Zitat

In meiner Zeit als Fussballer und vor allem als Trainer habe
ich einige Dinge miterlebt, gegen die das Theater in Portugal
nicht der Rede wert ist. Ich war 3 x an einem Turnier im
Ausland. Bei allen drei Turnieren hatte ich kein Szenario für
den Fall eines Zwischenfalls à la Portugal. Ich hätte auch
imnprovisieren müssen.



Mit Verlaub, aber ych glaub, vo me Profi-Team an e-re jo nidd ganz so glaine Verastaltig dörft me scho e bitzeli mehr erwarte, als vo-me Hobbytrainer, wo mit sinere Mannschaft an e Turnierli fahrt...



von Kopfschüttler - am 01.09.2004 09:05

Re: Interview mit Fässler

[www.nzz.ch]

von Betty Bossi - am 01.09.2004 09:56
Mit Verlaub, aber ych glaub, vo me Profi-Team an e-re jo nidd ganz so glaine Verastaltig dörft me scho e bitzeli mehr erwarte, als vo-me Hobbytrainer, wo mit sinere Mannschaft an e Turnierli fahrt...

Richtig, es sollte so sein. Aber in der Praxis kaum zuverlässig durchführbar. Es gibt keine Gesetze, die das regeln. Und da Aussenstehende keinen Einfluss nehmen können (zum Glück, das wäre ja noch schöner), kommt es eben zu solchen Vorfällen.

Ich finde, man soll nicht den Fehler machen, von Verbänden und Vereinen diejenige Perfektion zu fordern, die man in der Politik fordern soll. Eine CH-Nati oder ein Profi-Fussballverein sind keine öffentlichen, sondern nur private Gruppierungen, die aber das Interesse der Öffentlichkeit mit sich zieht. Und diese Öffentlichkeit richtet grausam, siehe Beitrag von Mahatma.

Und hätte es denselben Vorfall in der CH-Badminton-Nati an einer EM in Finnland gegeben, keine Sau hätte es interessiert.



von Rotblau - am 01.09.2004 12:35
Die Badminton-Nati bekommt aber auch nicht so viel Geld von Sponsoren TV und so weiter (und kann so auch nicht so nobel einkehren)...

von Captain Sky - am 01.09.2004 12:39
In unserer Welt wird gelogen, betrogen, intrigiert, gedopt und und und.
Weshalb man aus der Spuckaffäre jetzt so eine Geschichte macht verstehe ich echt nicht. Ich halte das ganze für völlig unverhältnissmässig. Und wenn man die (mir unsymphatischen) Herren des SFV loswerden will, braucht man sie ja nicht mehr zu wählen, Ende der Diskussion.

Das sich die Herrschaften lächerlich und inkompetent verhalten haben sieht ein Blinder, dazu braucht es keinen Untersuchungsbericht.



von Don Daniel - am 01.09.2004 12:59
Sehe ich auch so!



von Rotblau - am 01.09.2004 15:00

Re: Interview mit Fässler

Besonders interessant die Bemerkungen zu Lämmli: Fässler sagt da ziemlich unverblümt, dass er ihm keineswegs glaubt, dass ihm aber die Beweise fehlen.

von Tschum - am 01.09.2004 15:00

E Värs




S Fazit vo däm Spugg-Skandal,
wird is brychtet ganz banal,
was uns blybbt isch nur dr Fruscht,
wiedermoll hett me's vertuscht.

Anstatt Ehrligkait- nur Lug,
guet durmischt mit bitz Betrug,
und dr räscht isch nur Unwisse,
aimoll mehr wird heftig bschisse.

No-ne-n-ässe, no-ne Sitzig,
ych find das scho lang nimm witzig,
Haasezahn gib ändlig ab,
styyg mol vo dim Treenli drab.

Inveschtier dye ganzi Kohle,
zu däm Nochwuggs sinem Wohle,
denn s sin dye wo mien go gingge,
loss mol syy das gratis dringge!



Grmphhhhh!



von atzge - am 02.09.2004 00:07

Re: E Värs

Bonjour Atzge

Vo Pfuus kai reed ...

Wir haben heute wohl den falschen Apéro genommen, nur so wegen "Einschlafstörungen" :-)

Dr Värs -wie immer- heerlig.

E Gruess vo Blätz.

So, nun muss ich endlich mal den Wellensittich "versorgen" ....

von Betty Bossi - am 02.09.2004 00:20
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