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vor 13 Jahren, 2 Monaten
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Betty Bossi

Assauer steht am Scheideweg

Startbeitrag von Betty Bossi am 19.09.2004 17:46

Assauer steht am Scheideweg

Kolumne von Patrick Krull

Um den Rausschmiss von Jupp Heynckes zu verstehen, müssen wir ein Profil von Rudi Assauer erstellen. Schalkes Manager ist ein Mann, der nach Gutsherrenart einen, nach dessen Selbstverständnis sogar seinen Klub führt. Spieler, Funktionäre und Trainer sind Marionetten, die Assauer nach Belieben für seine Zwecke tanzen lässt.


Er kann sich alles erlauben, weil quasi alle Kontrollmechanismen im Klub gleichgeschaltet sind. Wenn er sagt, es gehe allein um Schalke 04, dann meint er eigentlich, dass es nur um ihn geht. Wer Assauer verstehen will, der sollte sich einen eitlen, mittlerweile in die Jahre gekommenen Schauspieler vorstellen, der mit seiner Selbstinszenierung übertrieben hat und deswegen kaum noch einen Regisseur findet, der mit ihm zusammen arbeiten will.


Assauer ist nach wie vor der mächtigste Mann auf Schalke. Wer dahin kommen will, der muss einzig und allein zu ihm passen. Aber die Entlassung von Heynckes hat ihn geschwächt. An seiner Personalführung sind Zweifel aufgekommen, die er nicht ausräumen kann. Er hat Heynckes nach einer Mannschafts-Revolte entmachtet. Er, der Sonnenkönig, hat für seine Vasallen ein Bauernopfer gebracht, um Ruhe zu haben. Und die haben gemerkt, welchen Einfluss sie ausüben können.


Fakt ist, dass die Mannschaft eine Schattenregierung neben der von Assauer aufgebaut hat. Sie hat sich selbst konstruiert, sie wird sich selbst regulieren. Wenn das Team sich einig ist, wird es erfolgreich sein. Und es wird egal sein, wer der Trainer ist.


Assauer hat sich zunächst für zwei Nobodys als Mannschaftsverantwortliche entschieden. Kennen Sie Eddy Achterberg oder kommt Ihnen als Trainer von Schalke 04 Oliver Reck in den Sinn? Mir jedenfalls nicht. Doch auch das ist bezeichnend für Schalke im Jahr 2004: Eddy und Olli werden jeden Morgen bei Assauer antanzen - weil sie es eben mit sich machen lassen - und dem Zigarre rauchenden Herren hinter dem Schreibtisch zum Diktat zur Verfügung stehen müssen.


Assauer steht am Scheideweg. Entweder er akzeptiert endlich einen starken Trainer, der vollkommen unabhängig von ihm handeln darf. Oder er erklärt Schalke 04 für untrainierbar, zieht sich selbst den Trainingsanzug an und mimt den Übungsleiter.


Ich sehe nur Kölns Trainer Stevens, der mit ihm klar kommen könnte. Der geht zu Fuß von Köln nach Gelsenkirchen. Stevens hat die Gerüchte um seine Rückkehr nie dementiert.


Artikel erschienen am 19. September 2004



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