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Red Blue Devils Poeten Forum
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Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
atzge, Tuborg_home, Bahndämmler

«Das war ein extremer Kampf» (BaZ)

Startbeitrag von atzge am 01.10.2004 15:30






MLADEN PETRIC HATTE NUR WENIG SPASS AM 2:0 (1:0) GEGEN GROSNY



Der Basler Mittelfeldspieler Mladen Petric. Foto Keystone

INTERVIEW:FLORIANRAZ

Nach dem Spiel über Terek Grosny war FCB-Spieler Mladen Petric vor allem froh, die Gruppenphase des Uefa-Cups erreicht zu haben.

Er war vor der Pause einer der aktivsten im rotblauen Dress. Doch nach dem Wechsel liess die Leistung Mladen Petric’ ebenso nach wie die der gesamten Mannschaft.
baz: Wie viel Spass macht es, gegen einen derart defensiv eingestellten Gegner zu spielen?
Mladen Petric: Es macht nicht wirklich viel Spass. Das ganze Spiel war ein extremer Krampf. Es war sehr schwierig, weil die anderen wirklich nur hinten rein gestanden sind. Ich spiele auch lieber gegen Mannschaften, die mitspielen und nicht nur darauf aus sind, das Spiel zu zerstören.
Haben Sie einen Unterschied im Spiel Grosnys bemerkt, nachdem der FCB in Führung gegangen ist?
Ja, aber es war eigentlich genau umgekehrt, als dass ich es erwartet hatte. Ich hatte das Gefühl, dass Grosny bis zum 1:0 etwas mitspielen wollte. Nach unserem Tor sind sie dann noch defensiver gestanden als vorher.
Nach dem 1:0 hat der FCB aber auch kaum mehr über die Aussenpositionen gespielt.
Das stimmt. Wir sind mit dem Ball danach viel zu schnell in die Mitte gezogen.
Ein Problem der Mannschaft scheint derzeit darin zu bestehen, dass sie den Gegner selbst aufbaut, nachdem sie ihn eigentlich im Griff gehabt hatte.
Das sehe ich nicht so. Wie gesagt, Grosny hat sich nach unserer Führung noch mehr hinten reingestellt als zuvor.
Das Publikum hat während des Spiels gepfiffen, obwohl der FCB in Führung war. Verstehen Sie diese Reaktion?
In Basel erwarten eben immer alle Spektakel. Aber die Zuschauer müssen auch begreifen, dass wir immerhin im Uefa-Cup gespielt haben und beim Gegner viele gerade auch international erfahrene Spieler auf dem Feld gestanden sind.
FCB-Trainer Christian Gross hat vor dem Spiel kritisiert, dass die Wechselgerüchte um Philipp Degen Unruhe ins Team gebracht hätten. Wie sehr belasten solche Geschichten die Mannschaft wirklich?
Eigentlich gar nicht. Wir haben schon lange gewusst, dass mit Philipp etwas geht. Der FCB will ja schon seit einiger Zeit den Vertrag mit ihm verlängern, das zieht sich jetzt so hin. Aber das Ganze läuft sehr professionell ab und stört die Mannschaft wirklich nicht.
Sie liessen sich kurz vor Spielende auswechseln, warum?
Ich habe schon vor der Pause einen Schlag erhalten und habe die ganze zweite Halbzeit mit Schmerzen gespielt. Am Ende ging es dann nicht mehr. Ich war auch ausgepumpt und bin nur noch auf dem «Zahnfleisch» gelaufen.
Bemerken Sie eigentlich noch, dass Teile des Publikums Sie immer noch auspfeifen?
Nein, das geht an mir vorbei.
Dann würden Sie sich auch nicht wünschen, dass sich die Mannschaft oder der Trainer in der Öffentlichkeit vor Sie stellt?
Christian Gross hat das ja schon einige Male getan. Aber eigentlich ist mir das Ganze auch ziemlich egal. Die, die pfeifen wollen, sollen einfach pfeifen, wenn es ihnen Spass macht.
Haben Sie einen Wunschgegner für die nun folgende Gruppenphase des Uefa-Cups?
Mir ist es egal, gegen wen wir spielen. Nett wäre es natürlich auf Mannschaften aus England, Italien oder Deutschland zu treffen. Es sollten einfach nicht gleich drei oder vier Vereine aus Osteuropa sein.

Antworten:

FC BASEL?TEREK GROSNY 2:0 (1:0) (BaZ)






Stadion.
St.-Jakob-Park
15895 Zuschauer


Schiedsrichter.
Georgios Douros (Grie)


EINwechSlungen.
FC Basel:
65. Delgado für Rossi
85. Carignano für Gimenez
90. Barberis für Petric
FCTerek Grosny:
36. Terechin für
Adschinschai
67. Schipilow für Skokow
80. Masajew für Chomucha
Karten.
FCBasel:
35. Petric (Foul)


FCTerek Grosny:
27. Adschinschai (Foul)
48. Terechin (Foul)
Bemerkungen.
Bemerkungen: Basel ohne Ergic (krank), Sterjovski (wurde Vater), Rapo (nicht im Aufgebot).
Tore.
1:0 11. Rossi. Petric flankt flach und scharf, Rossi muss nur den Fuss hinhalten, um den Ball ins Tor abzulenken.
2:0 89. Kléber. Ein wunderbares Anspiel von Delgado in den Strafraum, und Kléber kann volley einschiessen. Kléber
Zuberbühler
Smiljanic
Yakin
P. Degen
Chipperfield
Huggel
D. Degen
Gimenez
Petric
Rossi Sawtschenko
Smarko
Gajsumow
Bokow
Lipko
Chomucha
Bulatow
Sirchajew
Skokow
Adschinschai
Fedkow MANGEL AN KREATIVITÄT. Der FCB trat zu Beginn so auf, wie er dies an Anlässen zu tun pflegt, die er als übergeordnet einstuft. Schnell, dynamisch, druckvoll ? er erarbeitete sich grosse Chancen und ging nach elf Minuten in Führung. Er hatte den Weg über die Flügel gefunden, im 4-1-4-1, in dem Julio Hernan Rossi auf der halbrechten Mittelfeldposition zunächst Matias Delgado ersetzte.
Dass man nach einer Führung eine Phase der Konsolodierung einlegen soll, ist unbestritten. Doch was der FCB fortan zu bieten hatte, war der Bedeutung des Ereignisses schlicht nicht mehr angemessen. Kaum anspielbare Mitspieler, daraus resultierend Ballverluste und ein aussichtsloser Hang zum Weg über die mittlere Achse ? es war phasenweise schmerzhaft, die Darbietung zu verfolgen. Es gab noch einen Torschuss seitens des FC Basel (26. Petric), ansonsten baute man den Gegner auf.
Wars der Druck der Ausgangslage, wars die Angst vor den Gegenstössen der Russen, wars die vermeintliche Sicherheit, es auch mit ein paar Prozent weniger schaffen zu können? Es gab keine Erklärung für diesen leidenschaftslosen Auftritt bis tief in die zweite Halbzeit hinein. Mehr Kreativität hatte Christian Gross von seinem Team gefordert, doch dieser Wunsch fiel im Verlaufe des Abends in ein ziemlich grosses Phantasieloch. Die Lage besserte sich erst, als sich Gross sehr spät entschied, seinen kreativsten Spieler doch noch aufs Feld zu schicken. Delgado rief mit seinem Auftritt in Erinnerung, dass es doch noch Überraschungsmomente geben kann im Spiel des FCB ? und mit ihm stieg auch die Lust der Mitspieler wieder. Gimenez hätte schon zwei Zuspiele seines Landsmanns verwerten können, doch erst in der letzten Minute fand sich in Kléber ein effizienter Abnehmer von Delgados Zuspielen. Es war das 2:0, es war die Qualifikation für die Gruppenphase, die ? so ist zu hoffen ? einen Qualitätsgewinn auch im Basler Spiel bringen wird.

Congratulations Stereo



von atzge - am 01.10.2004 15:33

Einzelkritik (BaZ)






pascal zuberbühler
l 6 l Stilsicher auf Flanken und mit einer enorm wichtigen Parade in der 51. Minute, als er im
1 gegen 1 Terechin stoppte.
philipp degen
l 5 l Wie gewohnt sehr laufstark auf der rechten Flanke, doch nur selten gelang ihm diesmal das Durchspiel mit seinem Bruder David.
Murat Yakin
l 5 l Terek hat das Pressing nicht erfunden, und so musste der Abwehrchef nur selten eingreifen, war aber stets solide.
boris smiljanic
l 5 l Stand selbst in offensiven Momenten mit der Basler Viererkette recht tief, um bei Gegenstössen nicht überrascht zu werden.
Kléber
l 6 l Mit wenigen defensiven Sorgen, aber diesmal auch selten ganz vorne anzutreffen – bis zu seinem Tor zum 2:0.
BENJAMINHUGGEL
l 5 l Defensiv konsequent, auch mal mit einem wichtigen taktischen Foul, nach vorne gabs in der ersten Hälfte einige schöne Anspiele in die Spitze.
david degen
l 6 l Als der FCB das Flügelspiel vernachlässigte, wurde es schwer für ihn. Er machte mit viel Laufarbeit das Beste daraus.
julio hernan rossi
l 6 l Er ist für dieses System wohl nicht ganz ideal, ist eher ein «Neuneinhalber»; er hatte jedoch beim wichtigen 1:0 den guten Instinkt.
MLADNPETRIC
l 6 l Eine starke erste Halbzeit mit der entscheidenden Vorarbeit zum 1:0. In der zweiten Hälfte war er zurückhaltender, bis Delgado kam.
SCOTTCHIPPERFIELD
l 5 l Kommt aus einer Verletzung, und das spürte man vor allem gegen das Ende. Ansonsten eine gewohnt gute Vorstellung.
CHRISTIANGIMENEZ
l 4 l Für einen Stossstürmer einfach zu wenig aktiv; ist erst anspielbar, wenn der Weg hinter die Verteidigung geschafft ist. Vergab drei Grosschancen.
CéSARCARIGNANO
l - l Zu kurzer Einsatz, um benotet werden zu können.
SEBASTIENBARBERIS
l - l Zu kurzer Einsatz, um benotet werden zu können.



von atzge - am 01.10.2004 15:34

Spieler des Tages (BaZ)






MATIASEMILIODELGADO
l 7 l Mit ihm kam nach 65 Minuten der Fussball zurück, die Basler fanden ihren Faden wieder, den sie längst verloren hatten. Drei finale Pässe in dieser kurzen Zeit ? zweimal vergab Gimenez alleine vor dem Tor, den dritten verwertete Kléber zum erlösenden 2:0 ? unterlegen den eindrücklichen Kurzauftritt des Argentiniers.



von atzge - am 01.10.2004 15:35

FCB - Wortmeldungen (BaZ)





«Ich muss schauen, was in den nächsten Tagen kommt. Ich fühle mich sehr wohl beim FC Basel. Aber ein solches Angebot muss man überdenken.»
Philipp Degen zu seiner Zukunft nach dem Angebot von Borussia Dortmund
«Wir haben souverän gespielt und kein Gegentor erhalten. Wir sind die einzige Schweizer Mannschaft, die im Europacup noch dabei ist. Für die Gruppenphase wäre der VfB Stuttgart ein toller Gegner.»
Benjamin Huggel

«Wir hatten heute einige junge Spieler auf dem Platz, hatten auch bei den Transfers im Sommer auf das Alter geachtet. Dieser Mannschaft gehört die Zukunft. Das Publikum muss wissen, dass wir nicht jeden Gegner mit ein paar Toren abfertigen können.»
Christian Gross



von atzge - am 01.10.2004 15:36

Re: FCB - Wortmeldungen (BaZ)

«Wir hatten heute einige junge Spieler auf dem Platz, hatten auch bei den Transfers im Sommer auf das Alter geachtet. Dieser Mannschaft gehört die Zukunft. Das Publikum muss wissen, dass wir nicht jeden Gegner mit ein paar Toren abfertigen können.»
Christian Gross

Da muss ich ihm für einmal zustimmen.

Die Erwartungshaltung in Basel ist einfach schon extrem hoch!
Die Wahrheit liegt doch irgenwo zwischen dem 8:1 gegen GayC und dem 0:1 gegen Aaarau...

von Bahndämmler - am 01.10.2004 17:09

Re: FCB - Wortmeldungen (BaZ)

Erstaunlich, wie souverän und abgeklärt Däge mit dem BVB-Angebot umgeht. Da ziehe ich den Hut 'vor.



von Tuborg_home - am 01.10.2004 19:18
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