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SMD

Hier der FC Basel, da der Rest der Liga

Startbeitrag von SMD am 20.02.2005 09:58

«SonntagsZeitung» vom 20.2.2005, Seite 37


Hier der FC Basel, da der Rest der Liga
Die Super League vor dem Start ins neue Jahr

ZÜRICH Die Vorrunde, die der FC Basel hinlegte, war nicht überragend: Sie beinhaltete 3 Niederlagen in 18 Spielen, und im Cup endete der Weg bereits im Sechzehntelfinal gegen Thun. Und doch dominierte der Meister die Liga. Sieben Punkte Vorsprung genügen, um die Konkurrenz in Ehrfurcht erstarren zu lassen. « An Basel führt kein Weg vorbei » , sagt YBTrainer Hans- Peter Zaugg, und Urs Schönenberger, der neue Coach in Thun, sieht den FCB über dem Rest der Liga thronen.

Mehr Spannung als das Meisterrennen verspricht der Kampf um Platz 2. Am Tabellenende hat sich nach dem endgültigen Aus von Servette eine neue Konstellation ergeben. Einen direkten Absteiger in dieser Saison wird es nicht geben. Für den Neunten geht die Meisterschaft unverändert in die Verlängerung.

Er bestreitet die Barrage mit Hin- und Rückspiel gegen den Zweiten der Challenge League.


Basel: Unangefochten

Der Ligakrösus hat sich Nationalspieler Patrick Müller geleistet, zudem Reto Zanni für die rechte Seite geholt, keinen Stammspieler abgegeben und für die neue Saison bereits den Thuner Baykal verpflichtet. Philipp Degen, der einen Vertrag bei Dortmund unterschrieben hat, wird sicher bis im Sommer bleiben. Fremd sind den Baslern personelle und wirtschaftliche Sorgen, und erwartet wird von ihnen nichts anderes als die Verteidigung des Titels. Das ist, nach dem Ausscheiden im Cup, das eine Ziel. Das andere, kurzfristigere, ist am Donnerstag gegen Lille die Qualifikation für die Uefa- Cup- Achtelfinals.

Trainer: Christian Gross ( seit Juli 1999). – Neu: Müller ( Mallorca), Zanni ( Thun). – Weg: Rapo ( Nyon), Preisig ( Concordia).


Thun: Platz 2

Noch im alten Jahr übernahm Urs Schönenberger das Amt von Hanspeter Latour, und gleich gab er zu verstehen, wie die Rückrunde verlaufen soll: « Mit dem vierten oder fünften Schlussrang begnügt sich keiner dieser Mannschaft. Nach dem Ausscheiden im Cup wollen wir erst recht den zweiten Platz verteidigen. » Schönenberger, zuletzt ein halbes Jahr ohne Klub, kann praktisch mit unverändertem Kader arbeiten. Der Abgang von Zanni wurde mit dem Zuzug von Pallas kompensiert.

Trainer: Urs Schönenberger ( neu). – Neu: Pallas ( Zürich).
– Weg: Zanni ( Basel), Dos Santos ( Schaffhausen).


Xamax: Letzter Mohikaner

Mit dem U- 21- Talent Xavier Margairaz verloren die Neuenburger eine dominante Figur an den FCZ. Und doch haben sie nach wie vor den Ehrgeiz, sich als letzter Mohikaner der Westschweiz in der Liga von der guten Seite zu zeigen. « Der FC Basel » , sagt Manager und Trainer René Lobello, « ist in dieser Liga unerreichbar, und es wäre nicht korrekt, Vergleiche zwischen dieser Mannschaft und uns anzustellen. Aber hinter Basel sind alle Möglichkeiten offen. Auch für uns. »
Trainer: Gianni Dellacasa ( It/ Juli 2004). – Neu: Buengo ( Fr- Ang/ Grenoble), Forschelet ( Fr/ Istres. – Weg: Margairaz ( Zürich), Jefferson, Tuti ( beide Br/?), Valente ( Meyrin).


FC Zürich: Mehr Qualität

Das Kader erfuhr einige Veränderungen: Der Georgier Wladimir Akhalaia kam aus Georgien, Xavier Margairaz aus Neuenburg und Daniel Stucki aus der Challenge League, dazu erhielt Giuseppe Rapisarda vom eigenen Nachwuchs einen Profivertrag. Remo Buess, David Pallas und Ursal Yasar, die in den Planungen des Trainers für die neue Saison keine Rolle mehr spielten, gingen. Die Qualität der Mannschaft müsste ausreichend sein, um im Kampf um Platz zwei einzugreifen. « Mit dem Kader bin ich ganz zufrieden » , sagt Trainer Lucien Favre, der sich letzten Sonntag mit dem FCZ für den Cup- Halbfinal gegen YB qualifiziert hat.

Trainer: Lucien Favre ( Juli 2003). – Neu: Akhalaia ( Georg/ Dynamo Tiflis), Margairaz ( Xamax), Stucki ( Concordia). – Weg: Buess ( Brisbane/ Au), Pallas ( Thun), Yasar ( Schaffhausen).


Youngs Boys: Korrektur

Der Isländer Gretar Steinsson ist der einzige Neue, den die Berner in der Winterpause holten. Der 23- jährige Innenverteidiger soll, so sagt es Hans- Peter Zaugg, « für die Zukunft aufgebaut werden » . Der Trainer, der seinen Vertrag bis 2008 verlängert hat, verlangt nach durchzogener, zeitweise schwacher Vorrunde eine deutliche Steigerung.

« Uns trennen nur vier Punkte von Platz zwei » , sagt er, « es muss unser Bestreben sein, diesen Rückstand wettzumachen – mit besserem Fussball. »
Trainer: Hans- Peter Zaugg ( Juli 2003). – Neu: Steinsson ( Isl/ IA Akranes). – Weg: Burki ( Wil).


Aarau: Träume

Die Zielvorgabe ist Platz fünf, aber sollte der Start glücken, hält Präsident Michael Hunziker nicht einmal Vorstoss auf den zweiten Rang nicht für ausgeschlossen. « Aber es braucht schon einen guten Start, wenn wir unser Saisonziel erreichen wollen » , sagt er, « die ersten drei Runden werden die Rückrunde prägen. » Hunziker glaubt zu wissen, welche Folgen ein Fehlstart mit Niederlagen gegen Xamax, Schaffhausen und Zürich hätte: « Dann ginge das Medientheater los. » Die Aarauer müssen bis Ende dieser Saison auf ihren Abwehrchef Harutyun Wardanyan verzichten.

Der Armenier fällt mit einem Kreuzbandriss noch monatelang aus.

Trainer: Andy Egli ( August 2004). – Neu: Stöckli ( Concordia), Fejzulahi, Inler ( beide Basel Nachwuchs). – Weg: Lopar ( Wil), Sesa ( Palazzolo/ It), Hasler (?)


Grasshoppers: Neubeginn

Der Verein, der vor Weihnachten Hanspeter Latour als neuen Trainer anstellte, hat eine Winterpause hinter sich, in der die finanzielle Not aufgedeckt wurde. Zu spüren bekamen diese Schwierigkeiten die Spieler, die Lohnreduktionen hinnehmen mussten. Nuñez war nicht bereit, auf Geld zu verzichten und wurde zu Atletico Madrid transferiert. Ganz verzichten mussten die Zürcher aber doch nicht auf Neue. Wjatscheslaw Hleb und Sahr Senesie wurden bis im Sommer ausgeliehen.

Trainer: Hanspeter Latour ( neu). – Neu: Wjatscheslaw Hleb ( WRus/ Hamburger SV), Senesie ( Sierra Leone- D/ Dortmund). – Weg: Ambrosio ( It/ Salernitana), Castillo ( Luzern), Nuñez ( Uru/ Atletico Madrid), Villarreal ( Arg/?).


St. Gallen: Aufholjagd

Der umstrittene Heinz Peischl blieb im Traineramt, und statt ihn zu entlassen, holte die Klubleitung vier neue Arbeitskräfte. Der serbische Mittelfeldspieler Goran Obradovic schlug ein neues Vertragsangebot aus und entschied sich, den Frühling mit Challenge- League- Spitzenklub Vaduz zu bestreiten. Festgehalten wird ungeachtet der schwachen Vorrunde am Saisonziel: einen besseren Meisterschaftsabschluss als im Vorjahr. Damals klassierte sich St. Gallen auf Rang 5.

Trainer: Heinz Peischl ( Ö/ Januar 2003). – Neu : Callà ( Servette), Gonzalez ( Par/ Guarani), Hassli ( Fr/ Servette), Lopez ( Chile/ Bandung, Indonesien). – Weg: Akwuegbu ( Nig/ Wacker Tirol), Obradovic ( Ser/ Vaduz).

Schaffhausen: Platz 8

Nach dem Aus von Servette hat Schaffhausen sein Ziel neu definiert. « Jetzt wollen wir mit allen Kräften Platz acht erreichen, das ist klar » , sagt Manager Christian Stübi, « und ich gehe davon aus, dass wir stark genug sind, um die Barrage zu umgehen. » Um den Ligaerhalt zu sichern, wurde das Kader mit vier neuen Spielern aufgewertet. Honoriert wurde die Arbeit von Jürgen Seeberger, der einen Vertrag bis 2006 erhielt
Trainer: Jürgen Seeberger ( D/ Juli 2000). – Neu: Grasser ( D/ Feucht), Miladin ( Kro/ Hajduk Split), Yasar ( Zürich), ( Thun), Dos Santos ( Thun). – Weg: Keiner.
PETER M. BIRRER

Antworten:

Kleine Schweiz

20. Februar 2005, NZZ am Sonntag

Kleine Schweiz

Vor Wiederaufnahme der Super League ist die Wetterlage alles andere als gut


Die Spitze der Swiss Football League ist Interessenvertreterin. Deshalb zeichnet sie ein rosarotes Bild vom Schweizer Klubfussball. Unlängst sprach sie von einer «Stabilisierung» der Liga, weil keine Rechtsfälle belasten und mehr Publikum als früher in die Stadien kommt. Irgendwann fiel doch noch der Satz, dass «die ganze Sache sehr fragil ist». Der Kollaps des Servette FC wurde erst in der anschliessenden Fragerunde zum Thema.

Vor der Wiederaufnahme der Super League ist die Wetterlage nicht gut - und zwar nicht nur, weil die Terrains zurzeit eher zum Langlaufen als zum Fussball laden und ein Spiel verschoben wird. Man muss es dick unterstreichen: Die Super League, noch nicht einmal zweijährig, wird nach dem Servette-Konkurs nur mit neun Teams beendet. Nach dem Tessin ist auch die Romandie mehr oder weniger von der Fussball-Landkarte verschwunden - zumindest bis zum Sommer. Dass auch in den gelobten ausländischen Ligen da und dort der Pleitegeier kreist, ist nur schwacher Trost.

Doch das Leben geht weiter. Es ist zwar ein Klub, aber nicht gleich jeder Reiz verschwunden. Der FC Basel kann sich (noch) mit dem Uefa-Cup unterhalten. Thun und Xamax möchten ihre gute erste Hälfte bestätigen. Der FCZ gibt sich wie immer der Hoffnung auf Besserung hin. Aarau will solid bleiben, und St. Gallen will solid werden. Der GC sucht mit einer Sparrunde neue Wege, und YB nähert sich äusserst vorsichtig dem neuen Stadion an. Die erste YB-Saison im Stade de Suisse ist ab August ein perfekter Gradmesser, um der Liga die Temperatur zu nehmen. Die Berner tasten sich gezielter an die Zäsur heran als die Genfer, aber sie erreichen die Basler nur im extremen und unwahrscheinlichen Erfolgsfall. YB predigt Vorsicht, wird aber einen heiklen Schritt vorwärts tun (müssen). Das ist die einzige Gegenströmung, der einzige Schub-Faktor. Sonst ist das Feuer hinter dem FCB kleiner geworden. In Genf ist es sogar erloschen.

bir.

von SMD - am 20.02.2005 10:00

Der doppelte Balanceakt

19. Februar 2005, Neue Zürcher Zeitung

Der doppelte Balanceakt

Der FC Basel international und in der Meisterschaft gefordert

fcl. Basel, 18. Februar

Spätabends, als die letzten Schneeflocken auf den Rasen im St.-Jakob-Park fielen, sassen die Spieler des FC Basel im Bauch des Stadions in der geheizten Kabine und dachten nach. Darüber, ob sich die Ausgangslage im Uefa-Cup nach dem 0:0 gegen Lille nun dramatisch verschlechtert hatte. Und sie kamen zum Schluss: Nein. Ein Stockwerk höher im Presseraum kommunizierte Trainer Christian Gross die Botschaft. Der Auftritt sei für ein Startspiel gar nicht schlecht gewesen. Das war die Innenansicht der Dinge.

Draussen allerdings hatte ein Teil der Zuschauer eine andere Optik. Kam ein Pass nicht an, wurden die Hände verworfen, geriet der Spielfluss ins Stocken, ging ein Raunen, später ein Aufschrei durch die Reihen. Es ist keine neue Erkenntnis, aber das Publikum stellt unverhohlen hohe Ansprüche an den Meister. Und wenn es sich nach durchzechter Fasnacht ins kalte Stadion setzt, dann sowieso. Dann kann es nicht verstehen, weshalb Gross das Dahinplätschern des Spiels nicht mit griffigen Massnahmen unterbindet. Warum Delgado als Spielmacher keine Chance erhalten hat oder Petric nicht früher ins Spiel eingreifen durfte und wieso niemand ein bisschen Vabanque gespielt hat und Risiken eingegangen ist. Die Antwort ist einfach: Der FCB muss einen Balanceakt vollführen, sowohl international als auch in der Meisterschaft.

Schon gegen Lille mussten die Basler zusehen, dass sie im Gleichgewicht bleiben. Die Substanz und die derzeitige Frühform des FCB sind nicht so, dass ein Gegner von der Cleverness der Franzosen nach Belieben beherrscht werden könnte. Deshalb wirkte das Team zögerlich und vorsichtig - Gross würde es überlegt oder routiniert nennen. Es ist ein Indiz für die Routine der Basler, dass sie die Prüfung schadlos bestanden und keinen Treffer hinnehmen mussten. Und es spricht für ihre in Europa gewachsene Reputation, dass sie selbst vom Zweitklassierten der französischen Spitzenliga in die Favoritenrolle gedrängt werden. Das ist nicht nur diplomatische Höflichkeit allein. Individuell war der FCB dem Gegner mindestens ebenbürtig. Er braucht sich im Uefa-Cup mit diesem Kader bestimmt nicht zu verstecken.

Der Seiltanz in der am Sonntag wieder startenden Meisterschaft ist ein anderer. An einem Ärmel zerrt die Genügsamkeit, am anderen die Überheblichkeit. Nichts wäre gefährlicher, als dem Irrglauben zu verfallen, der Titel sei schon gewonnen und der Pokal abholbereit. Niemand weiss das besser als Gross. Auch deshalb versucht er, das Kader ständig in Bewegung zu halten und die teaminterne Konkurrenz zu schüren. Die Verpflichtung von Patrick Müller fordert den nominellen Chef Murat Yakin heraus, jene von Reto Zanni eröffnet die Rivalität auf der rechten Seite. Es spricht für die langfristige Planung, dass der im Sommer bevorstehende Abgang von Philipp Degen (Borussia Dortmund) durch den Transfer von Zanni bereits abgefedert ist. Dass Gross den abwanderungswilligen Degen immer noch spielen lässt und Zanni auch in wichtigen Pflichtspielen die Gelegenheit einräumt, seine Rolle im Team zu finden, spricht für seine Weitsicht und dafür, dass der Trainer nicht nachtragend ist. Der forcierte Transfer des Zwillings nach Deutschland hatte ihn im Herbst zutiefst verärgert. Doch ist er unverändert bereit, dem Erfolg alles unterzuordnen und gegebenenfalls auch über seinen eigenen Schatten zu springen.

Die am Donnerstag bekannt gegebene Verpflichtung von Baykal vom FC Thun (Dreijahresvertrag) passt ebenfalls in dieses Konzept der internen Konkurrenz - herausgefordert wird Huggel, dem gegen Lille der Auftritt nicht wunschgemäss gelungen ist. Gross wendet sich in der Transferpolitik vermehrt auch an junge Spieler, nachdem er jahrelang in der Aufbauphase des FC Basel nur auf gestandene, sogenannt «fertige» Spieler gesetzt hat. Pikantes Detail am Rand: Der FCB kauft den Grasshoppers nicht nur die arrivierten Spieler weg (Smiljanic, Petric). Inzwischen scheint er sich auch darauf spezialisiert zu haben, den ursprünglich von GC abgeschobenen und dann vergessenen Nachwuchs (Baykal und Zanni) in den St-Jakob-Park zu holen.

von SMD - am 20.02.2005 10:01
Weitere Artikel zum Rückrundenstart in der Nati A:

[fcbforum.magnet.ch]

von SMD - am 20.02.2005 10:02
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