OT: Der Landhof geht in die Verlängerung (BaZ)

Startbeitrag von atzge am 30.06.2005 17:52





ANWOHNER UND NUTZER DES SPORTPLATZES KÄMPFEN GEGEN DIE GEPLANTE ÜBERBAUUNG



FCB-Stadion. Bis zum Bezug des St.-Jakob-Parks war der FC Basel Besitzer des Landhofs (Historisches Bild aus den Zwanzigerjahren). Foto Lothar Jeck

Michael Heim

Bis am Dienstag konnten Einsprachen zur Zonenänderung auf dem Landhof eingereicht werden. Unter den Opponenten befindet sich auch der WWF.

Der Kanton Basel-Stadt möchte auf dem Gebiet des ehemaligen FCB-Stadions Landhof bei der Mustermesse eine Überbauung mit 100 bis 120 Wohnungen errichten. Beim Baudepartement sind jedoch mehrere Einsprachen gegen das Projekt eingegangen. Darunter jene des WWFs, der IG Landhof, des Vereins zur Erhaltung des Landhofareals sowie mehrerer Anwohner. Das Baudepartement will sich dazu jedoch noch nicht äussern. «Es könnte sein, dass noch vereinzelte Briefe per B-Post eingehen», sagte Presseprecher MarcKeller gestern.
Bereits steht fest, dass der Grosse Rat noch einmal über die Zukunft des Landhofs entscheiden muss. Stützt er das Projekt erneut, so kommt es zu einer Volksabstimmung. «Wir werden wohl zusammen mit den Grünen das Referendum ergreifen», sagt Heinz Käppeli, Präsident der IG Landhof.

Grüne Oase. Die IG Landhof und der Verein zur Erhaltung des Landhofareals wehren sich gegen jede Umnutzung. Mirko Ulbl vom Verein erklärt, warum: «Der Landhof ist die letzte grüne Oase im oberen Kleinbasel. Zudem wird der Fussballplatz rege genutzt und es gibt in Basel schon heute zu wenig Fussballplätze.»

Ulbl kämpft nicht nur als Vereinsmitglied, sondern auch als Jugendarbeiter der evangelischen Kirche für den Erhalt der Anlage. Zwei mal pro Woche leitet er auf dem Landhof einen Jugendhort. «Die Kinder kommen aus dem ganzen oberen Kleinbasel hierher», sagt er. Im Schnitt seien es etwa 30 Kinder und Jugendliche, an guten Tagen bis zu 60.
Ulbls Traum wäre ein Freizeitzentrum anstelle der heutigen Tribüne. «So etwas wie der Landauer in Riehen», mit einem Restaurant, Bastelwerkstätten, einem Jugendtreff und Probelokalen für Bands. «Frau Regierungsrätin Schneider sagt immer, sie wolle inBasel Wohnungen bauen. Es gibt hier im Quartier aber auch andere Bedürfnisse.»
Ulbl zeigt sich enttäuscht vom Sportamt, das für den Platz zuständig ist. «Wir bekommen keine Unterstützung, im Gegenteil.» So habe ein Vertreter des Amts gesagt, man solle den Platz doch endlich überbauen. «Dabei machen wir hier genau das, was das Sportamt immer fordert. Wir holen die Jugendlichen zum Sport.»
Sportamt-Leiter Andrea Müller wehrt sich gegen die Vorwürfe. «Wenn wir die Wahl hätten, wäre ich auch für die Erhaltung des Fussballplatzes. Doch das geht nicht mehr.» Seine Aufgabe sei es nun, dafür zu sorgen, dass auch ohne Landhof Bewegung möglich sei. Einen Realersatz «eins zu eins» gebe es zwar nicht. «Aber wir prüfen Standorte für Neues», sagt er.

Nicht grundsätzlich dagegen. Auch der WWF hat eine Einsprache eingereicht. Zwar sei man nicht grundsätzlich gegen die Überbauung, sagt Jost Müller. Er will aber, dass erst ein klares Konzept zu den Grünflächen auf dem Stadtgebiet steht, bevor über den Landhof entschieden wird. Das fehle bis heute. Zwar habe der Kanton ein Freiraumkonzept, das «gar nicht schlecht sei». Zur angestrebten Menge der Grünflächen sage dieses jedoch nichts.

Müller kann sich gut vorstellen, dass sich der WWF an einem Referendum beteiligen wird. Vielleicht komme es aber gar nicht so weit: Die Chancen, dass sich die Gegner bereits im grossen Rat durchsetzten, seien «intakt», sagt er. Eher kein Problem sei die Pflanzen- und Tierwelt. Geschützte Arten habe es wohl keine auf dem Landhof. «Vielleicht ein paar Fledermäuse.» Dennoch fordert er ein Kurzgutachten, das «für wenig Geld» zu haben sei.
Das Überbauungsprojekt, das im Juli 2003 präsentiert wurde, sieht vier fünfeckige Wohngebäude vor. Es ist Teil des Aktionsprogramms zur Stadtentwicklung, das der Regierungsrat 1999 beschlossen hat und das innert 10 Jahren 5000 neue Wohnungen in Basel schaffen soll.
Siehe auch www.bd.bs.ch (unter «Planauflage Landhof») und www.landhof.ch

Antworten:

Mimpfeli (BaZ)



Geburtstagstafel auf der Insel und Zuckerfäden...


Mittwoch - Innocent ist für seinen Geburtstag auf die Insel gekommen. «Ich will auf keinen Fall ein grosses Tohuwabohu», rief er, noch bevor er sich aus seinem Teeny-Flitzer rausgestemmt hatte. «Am liebsten soll es keiner erfahren!»

Dann hat er einen Tag lang in der Gegend herumtelefoniert, um so ganz nebenbei zu erwähnen, dass er am Donnerstag zufällig Geburtstag habe...
Der Gute geht nun auch gegen 80. Wie die Monroe, wenn sies noch hätte erleben dürfen. Oder Graf Zeppelin.

O.k. Innocent feiert eigentlich seinen 70. Aber wenn man den hinter sich hat, hat man die runde 80 im Visier. Und das ist schon fast der Schritt in die Gruft.

Mein lieber Vater, der gegen die 90 schwankt, kann ein Liedlein davon trällern. Am Geburtstag hat er Innocent bereits um fünf Uhr morgens aus den Federn geschellt: «Nun gehts immer schneller... Dicker. Das Sensemännlein wetzt die Sichel, haha. Jahre sind ab 70 wie eine Mücke im Wind, zack. Und vorbei!»

«WEISST DU, WELCHE ZEIT JETZT IST?» - Das auf diese Art etwas unsanft geweckte Geburtstagskind verlor durch Vaters trüben Sensemann die Fassung.

«Es ist nie zu früh... und selten zu spät!», kalauerte der alte Herr in Basel. Und dann: «So ein junger Saicher wie du wird doch schon längst aus den Federn sein, nutze jede Minute, mein Guter. Es bleiben nicht mehr allzu viele - was macht mein Kind?» «Dein Kind hat mittlerweile auch den 58er auf dem Zähler und nimmt Pillen gegen Haarausfall», giftelte Innocent ungnädig.

Tatsächlich hatte sich das Kind auf leisen Sohlen in die Küche geschlichen, um Innocent einen Espresso ins Tässchen zu drücken. Daneben auf dem versilberten Tablett: ein Plattenwärmerkerzchen sowie ein Aufbackgipfel. Und dazu in zartem Sopran: «Auguuuuri per teee...» «Es ist noch nicht mal halb sechs», müffelte Innocent vorwurfsvoll. Dann schellte der Apparat wieder. Es war Liesel aus Salzburg: «Au mei... wo iss denn mei Hallodri, der Lausbueb, der tschepperte...?» Innocent verdrehte die Augen selig himmelwärts: «Jaa Lieselchen, mein süsses Zwetschgendatscherl... dei Hallodri hockt hier in der Heia und schön wärs, du wärst auch heiaheiada... hähä!» Dann zogen sie tonnenweise Zuckerfäden von der Insel bis Salzburg, dass selbst ein Salzfass an Diabetes erkrankt wäre. Und «Pusserl» hier. Und «Schmatzerl» da.
Und den Aufbackgipfel habe ich dann selber vertilgt...
Donnerstag - «Wir wollen keine Fete. Wir wollen ein trautes, kleines Festlein mit etwas Spaghetti und zwei, drei Tomätlein...» Das ist die Speisefolge, mit der er die ganze Insel zum Fest lockte und in Auftrag gab, den Wein selber mitzubringen.

KEIN WUNDER, HABEN DIE FRAUEN DES ORTS DIE SACHE SELBER IN DIE HAND GENOMMEN.

Sie haben alle Rinder geschlachtet und deren Ochsenschwänze mit kleinen Würfeln von Stangensellerie, Melanzani, Karotten und Lauch in Badewannen voll Rotwein gedünstet. Acht Stunden lang ist all das Fleisch auf seinem Gemüse im Ofen geschmort. Dann ist es ganz von alleine von den Knochen gefallen und gab so den herrlichen Inhalt für die Tortelli ab, welche Linda und Anna-Maria im Hof teigfingerlten.

Fische wurden geputzt. Tintenfische auf den Stein gehauen, Kaninchen wurden mit blühendem Oregano gefüllt und dem Speck aus Colonnata umwickelt. Junghühner kamen mit Salbei und Rosinen in den Bräter. Und in die Schweinefüsse wurden gehacktes Bauchfleisch, das mit jungen Pfefferschötchen, Rosmarin, Zucchini und Pinienkernen gewürzt worden war, eingefüllt und der «Zampone» dann neckisch mit Bast zugeschnürt.

Dicke Fettwolken stiegen zum Himmel, als die «Bombe», diese berlinerartigen Hefekugeln, im brodelnden Öl baden gingen. Ihr Innenleben ist ein Gedicht aus Holunder und Honig.

Als Höhepunkt wurden Hunderte von Spernocchi, diese scampiähnlichen Crustaceae, von geschickten Fingern aufgeschlitzt, im Weinsud 20 Sekunden blanchiert und schliesslich mit jungem Olivenöl, wenig Peperoncino und viel gehacktem Prezzemolo sowie dem Saft von jungen, grünen Zitronen angemacht.

Als der Bürgermeister Innocent dann vor die zehn Meter grosse Festtafel führte, welche die Weiber des Dorfs mit ihrem schönsten Kartontellern gedeckt und mit Mandelzweigen geschmückt hatten, da zeigte er sich doch gerührt: «Das geht aber tief, tief ins Herzlein...», sniefte er, «die guten, braven Leute. Wir wollen für sie doch eine Flasche vom Bessern aus der Cantina holen - hat es noch den Magdalener mit dem Kronkorken?»

Er geht gegen 80, aber immer noch denselben Weg...



von atzge - am 30.06.2005 17:53
KANN MICH NOCH GUT ERINNERN........................ :D



von HIGHLANDER - am 01.07.2005 07:11
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.