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Faninho, Betty Bossi

Das Chaos hat einen Namen

Startbeitrag von Betty Bossi am 02.08.2005 20:36

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Das Chaos hat einen Namen

Bundesligist Eintracht Frankfurt bringt viele Dauerkarten-Inhaber gegen sich auf / Verteilung und Preise in der Kritik
VON INGO DURSTEWITZ UND GEORG LEPPERT

"Auf geht’s, Eintracht, schieß ein Tor" (Heiko Rhode)
+ "Auf geht’s, Eintracht, schieß ein Tor" (Heiko Rhode)
Normalerweise lässt Thomas Wydlok nichts auf die Eintracht kommen. Der Gebäudemanager der FR ist eingefleischter Fan, der 39-Jährige hat das Rostock-Drama livehaftig verfolgt, rauschende Europapokal-Feste und tränenreiche Abstiege. Von Kindesbeinen an pilgert er hinaus in den Stadtwald, um die Frankfurter Kicker reüssieren zu sehen. Jetzt aber war er kurz davor, seiner Liebe die Gefolgschaft zu verweigern, weil er im Hickhack um seine beiden bestellten Dauerkarten fast die Nerven verlor. "Es ist jedes Jahr das gleiche Chaos", sagt er. "Ich habe mich tierisch geärgert."

Was war passiert? Wydlok gab seine beiden Dauerkarten auf der Gegentribüne ab (Stückpreis 604 Euro) und orderte zwei Saisontickets auf der Haupttribüne (388 Euro); die Eintracht stellte ihm alle vier Karten in Rechnung - schickte aber zunächst keine einzige. Ein langes Gezeter um Storno, Rücknahme und Faxbestätigungen begann. Wydlok wurde persönlich auf der Geschäftsstelle vorstellig und ließ sich auch nicht abwimmeln. Die Hartnäckigkeit wurde belohnt. In diesen Tagen löste sich alles in Wohlgefallen auf, die Rechnung ist storniert, am Montag sind die neuen Tickets eingetroffen. Die Prozedur hat beim bekennenden Anhänger aber Spuren hinterlassen. "Wenn die Eintracht noch ein paar Faxen gemacht hätte, dann hätte sie ihre Karten behalten können", sagt Wydlok.

Es handelt sich nicht um einen Einzelfall. Die Nerven lagen blank. "Nicht mal oberligareif" sei der Ticketservice, schimpfte ein Fan im Internet-Forum, andere schrieben gar von einem "Sauhaufen", und bei der Saisoneröffnungs-Feier am vergangenen Sonntag wurden Vereinspräsident Peter Fischer und Aufsichtsrat Herbert Becker von wütenden Fans bestürmt. Ein Anhänger stellte fest: "Wenn wir so spielen, wie auf der Geschäftsstelle gearbeitet wird, steigen wir hundertprozentig wieder ab." Der Grund für den Unmut: die späte Zusendung der Dauerkarten für die Bundesliga-Saison.

Bereits Mitte Juni hatten die meisten Fans ihre Karten bestellt. Wochenlang hörten die Anhänger danach gar nichts von der Eintracht. Manche bekamen vor ein paar Tagen immerhin ein Bestätigungsschreiben, aus dem hervorgeht, welche Plätze für sie reserviert sind. Andere bekamen andere Plätze als gewünscht zugewiesen. Doch die Karten ließen weiter auf sich warten. Unter den Fans ging die Angst um, beim ersten Saisonspiel gegen Leverkusen am Sonntag ohne Ticket dazustehen. Zumal telefonisch beim Ticketservice der Eintracht so gut wie nie jemand zu erreichen war. Eintracht-Chef Heribert Bruchhagen räumt Versäumnisse ein, wirbt aber um Verständnis: "Wir haben jetzt ein ganz neues Stadion, neue Preise. Da muss jeder Platz quasi neu bearbeitet und zugewiesen werden. Wir haben vier zusätzliche Kräfte eingestellt, aber es ist nicht so leicht. Wir haben mit der EDV große Probleme und tun uns sehr schwer."

Mittlerweile ebbt das Chaos ab, die meisten Dauerkarten sind zugestellt. Gestern teilte der Verein mit, einen neuen Rekord aufgestellt zu haben: 17 500, davon 7400 Stehplätze. Der Verkauf der Saisontickets ist gestoppt. Reibungslos läuft die Verteilung aber noch immer nicht. 350 Stehplatz-Dauerkarten-Bestellungen können erst zum zweiten Heimspiel gegen Nürnberg berücksichtigt werden, weil erst dann die letzten beiden Sitzplatzblöcke der Westtribüne in Stehplätze umgewandelt sind. Für das Spiel gegen Leverkusen hat die Eintracht bislang 34 500 Tickets an den Mann gebracht, 14 000 sind noch zu erstehen.

Teurer als in München

Für Unmut sorgten nicht nur die Verteilung der Karten, sondern auch die Preise. Die Eintracht erhöhte die Preise wie kein anderer Bundesligist, um fast 40 Prozent. Bei der teuersten Saisonkarte (736 Euro) nimmt sie den Spitzenplatz ein, sogar Bayern München (600 Euro) schlägt sie locker. Bruchhagen verteidigt die Preispolitik: "Wir haben auch mehr Kosten. Wir zahlen mehr als sechs Millionen Euro Pacht für das neue Stadion, im alten waren es 2,6 Millionen."

Die meisten Preise seien moderat geblieben, die Stehplatz-Dauerkarte ist ermäßigt für 99 Euro zu erstehen. "Bei uns haben 25 000 Menschen die Möglichkeit, das Spiel aus einer guten Position und zu vernünftigen Preisen zu verfolgen", sagt Bruchhagen. Oder ist die Eintracht eine Geisel des Vermarkters Sportfive? Bruchhagen verneint: "Ich stehe zu 100 Prozent hinter der Preispolitik von Sportfive. Um uns in der Bundesliga zu etablieren, sind diese Preise notwendig."

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Dokument erstellt am 02.08.2005 um 20:04:16 Uhr
Erscheinungsdatum 03.08.2005

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irgendwie müssen sie ja die tueren schweizer fussballer bezahlen :-)

von Faninho - am 03.08.2005 07:24
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