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atzge, optimus, Tuborg, Mahatma, Latteknaller, Spitzkick, Mätzli

Die Zeit der «Mode-Fans» ist vorbei (BaZ)

Startbeitrag von atzge am 07.01.2006 11:00





DER FC BASEL IST MIT DEM VERKAUF SEINER JAHRESKARTEN TROTZDEM ZUFRIEDEN



«Olé!» Die Muttenzerkurve bleibt auch in der Rückrunde voll - im Gegensatz zu anderen Sektoren des «Joggeli». Foto Keystone

PHILIPPLOSER

Die grosse FCB-Euphorie ist verflogen. Voraussichtlich 4000 Fans weniger als noch vor zwei Jahren werden eine Dauerkarte kaufen. «Erfolg macht satt», analysiert der Fanprojekt-Verantwortliche.

Abgekämpft sahen die beiden jungen Baselbieter aus. Abgekämpft, aber glücklich. Sie hatten vor dem Kassenhäuschen des St.-Jakob-Park übernachtet, zwölf lange Stunden in der Kälte ausgeharrt. Punkt 8.02 Uhr waren sie glücklich. Sie hielten ihre Tickets für die ersten Champions-League-Spiele des FC Basel in den Händen.
Das war vor gut drei Jahren. Wenn der FCB heute auf einen europäischen Gegner trifft, bleibt die Hälfte des Stadions leer: Den Sieg gegen das norwegische Team Trömso IL sahen nicht mal 15000 Zuschauer. «Durch den andauernden Erfolg werden die Ansprüche immer höher», sagt Fanprojekt-Leiter Marcus Meier, «Erfolg macht satt.» Das hat Auswirkungen auf den Verkauf der Jahreskarten. Noch vor zwei Jahren wurden 26000 Saisontickets abgesetzt, im laufenden Jahr ist der letzte Zwischenstand 21500. Die FCB-Verantwortlichen sind guter Dinge, dass die 22000-Marke geknackt werden kann.
Und: Sie sind mit der erreichten Zahl trotzdem ausserordentlich zufrieden. «Wir sind seit drei Jahren nicht mehr in der Champions-League gewesen. Wir haben einen stärkeren Rückgang erwartet.» FCB-Sprecher Josef Zindel kann noch nicht sagen, wie hoch die Zahl der verkauften Tickets sein wird. Über die Feiertage war die Geschäftsstelle geschlossen, bis Ende Jahr konnten Fans mit einem Vorverkaufsrecht ihre Karte erneuern: «Da wird noch einiges zusammenkommen», so Zindel überzeugt, und er zieht den europäischen Vergleich: «Wer jetzt jammert, tut das auf einem extrem hohen Niveau. In Strassburg, einem Verein der ersten französischen Liga, feierten sie kürzlich den Verkauf der 11000sten Jahreskarte» (vgl. Text unten).

Touristen. Trotzdem ist in den vergangenen drei Jahren in Basel ein Rückwärtstrend erkennbar. Wer abspringt, ist den Verantwortlichen beim Verein klar: die so genannten «Wechselfans». Es gibt auch weniger schmeichelhafte Bezeichnungen für die Art von Zuschauern, die nur in den guten Zeiten zu ihrem Verein halten: «Schönwetter-Fans», «Mode-Fans» oder schlicht «Touristen». Und weil das nicht nur die Verantwortlichen wissen, sondern auch die Fans, ist man im Fan-Forum des FCB über den Rückgang der verkauften Jahreskarten nicht weiter traurig: «Die Spreu trennt sich vom Weizen - umso erfreulicher, dass so viel Weizen übrig bleibt», schreibt beispielsweise Forumsteilnehmer «basic». Auch Ronnie Wirth, Präsident des Fanclub «Basilisk» und Chefredaktor des Fanclubmagazins «FussBâle», findet es nicht weiter bedauerlich, wenn die «Mode-Fans» künftig zuhause bleiben. So sei man eher «unter sich»: «Leute, die erst mit der Champions-League Fans wurden, haben eine geringere emotionale Bindung zum Verein, als Leute, die den FCB schon in der Nationalliga B erlebten.» Zudem glaubt Wirth, dass die nationale Dominanz des FC Basel viele Fans vom Matchbesuch abhält. «Wäre es spannender, würden mehr kommen.»

Und die würden vielleicht einen neuen FCB-Schal kaufen. Analog zum Wegbleiben der «Touristen», verzeichnet der Fan-Shop einen Umsatzrückgang. Sandra Ischi, in der Geschäftsleitung des «Permashop», der den FCB-Fan-Shop betreibt: «Die Fans haben schon alles. Und leider ist die grosse Euphorie vorbei.»

Antworten:

In Deutschland im Mittelfeld (BaZ)





FREUNDSCHAFTSSPIELGEGNER HSV VERKAUFT 28000 DAUERKARTEN

valentin kressler

Der FC Basel hat sieben Mal mehr Dauerkarten-Besitzer als der FC Zürich, der Tabellenzweite der Schweizer Super League.

Selbst mit seinen «nur» noch 21500 verkauften Dauerkarten würde der FC Basel in der deutschen Bundesliga im «Dauerkarten-Ranking» immer noch im Mittelfeld liegen. Dies sagt Kai Voerst, der beim Bundesliga-Tabellenzweiten Hamburger SV für das Ticketing verantwortlich ist. Im Hinblick auf die Rückrunde hat der HSV bis jetzt 28125 Dauerkarten abgesetzt. Dieser Vergleich ist deshalb von besonderem Interesse, weil der FCB am 17. Januar im spanischen La Manga ein Freundschaftsspiel gegen die Hamburger austragen wird.
Im Gegensatz zum FCB ist die Zahl der Dauerkarten-Besitzer beim HSV allerdings am Zunehmen. Für die Rückrunde konnten 2600 neue Karten verkauft werden. Mitverantwortlich dafür ist auch ein «Basler»: Timothée Atouba. Der Ex-FCB-Verteidiger gehört auch in Hamburg zu den Attraktionen. «Er ist sicher ein Grund dafür, dass sich die Mannschaft in den vergangenen Monaten sehr positiv entwickelt hat -und er trägt zur Unterhaltung der Zuschauer bei», sagt Voerst. Bei den Fans ist der Kameruner mittlerweile bereits der fünftbeliebteste HSV-Spieler, wie eine kürzlich durchgeführte Umfrage ergeben hat.

«Euphorie verflogen». In der Schweiz wären die anderen Vereine froh, sie hätten solche «Probleme» wie der FCB: Der FC Zürich etwa, der in der Super League mit acht Punkten Rückstand hinter den Baslern auf dem zweiten Platz liegt, setzt nur rund 3000 Dauerkarten ab. Aber auch hier ist die Tendenz laut dem Ticketing-Verantwortlichen Aldo Aeberhard aufgrund der guten Vorrundenresultate «leicht steigend». Für die Rückrunde rechnet er mit rund 200 neuen Dauerkarten-Besitzern.

Dass der Dauerkarten-Verkauf beim FCB dagegen rückläufig ist, vermag Aeberhard nicht gross zu überraschen: «Damit musste man rechnen. Die Rieseneuphorie, die das neue Stadion ausgelöst hat, ist mittlerweile wieder etwas verflogen.» Dies habe sich zum Beispiel im vergangenen Dezember beim Cuphit FCB gegen FCZ gezeigt, als «nur» 17000 Zuschauer den Weg in den St.-Jakob-Park fanden. «Vor zwei Jahren», so ist Aeberhard überzeugt, «wären zu einem solchen Spitzenspiel sicher noch 25000 Zuschauer gekommen.»



von atzge - am 07.01.2006 11:02

Re: Fans

Darüber wurde schon viel geschrieben. Wer die Zuschauerschwankung wirklich betrachten will, muss differenziert und genau hinschauen und einiges berücksichtigen. Viele Faktoren spielen zusammen.

Das ist für die Boulvardpresse und andere Medien nicht geeignet. Bei der nächsten kleinen Steigerung erzahlen sie dann vom neuen Boom.

Schauen wir was in den nächsten zwei Jahren alles passiert und wie die Fussballbegeisterung in Basel aussieht.



von Mahatma - am 07.01.2006 11:53
Auch der Preis spielt da eine Rolle, wenn man sieht wieviel man 2002(35Fr) für ein Einzelplatz im C4 gezahlt hat und wieviel es heute sind (50Fr),die Preise für Internationale Spiele können auch nicht verleugnen wie die Euforie mit teueren Preisen erdrückt wurde.(C4)

2001 UIC Aston Villa 33.- Fr

2002 CLQ MSK Zilina 55.-
2002 CLQ Celtic 55.-
2004 CLQ Inter Mailand 100.-
2004 CLQ Werder Bremen 100.-

+45.-
+45%

2002 CL Valencia,Liverpool,Moskau 55.-
2002/03 CL Manchster,Deportivo,Juventus 120.-

+65.-
+45%

2003 Uefa Malatyaspor 50.-
2003 Uefa Newcastle 60.-
2004 Uefa Terek Grosny 55.-
2004 UefaHeart's 80.-
2005 Uefa Lille 80.-

+30.-
+62.5%

2002 Cup 1/2Final 44.-
2005 CUP 1/8 Final Zürich 55.-!!!!
wieviel hätte der 1/2 Final gekostet???

Es ist ein Teufelskreis der Verein erhöht die Eintrittspreise es kommen weniger Leute der Imbissstand+Fanshop können weniger umsetzen,die Sponsoren geben weniger Geld weil Stadion nicht mehr ausverkauft(Verein weniger Attraktiv),also muss der Verein Sparen oder andere Mittel beschaffen heisst Eintrittspreis hoch!!!!



von optimus - am 07.01.2006 16:17
Merci für die Statistik. Das ist ganz klar ein Grund, die Preiserhöhung. Ich habe sie mal Preisoptimierung genannt. Der Boumerang kommt dann halt später, wenn die Delikatessen (Liverpool etc.) vorbei sind.
Positiv muss man an dieser Stelle anführen, dass der C4-Preis im Abo vernünftige CHF 27.50 pro Spiel kostet. Immer noch lieber die Einzeltickets hochschrauben wie bei der Jahreskarte.

von Spitzkick - am 07.01.2006 16:32
Für mich ist es die Identifikation mit dem Verein. Ehrliche Vereinspolitik gepaart mit einem "Wir Gefühl" wird honoriert. Querelen unter Fans, gepaart mit einer ständig profilloseren Manschaft, die zwar national meist genügt, aber bei höheren Aufgaben den Trostpreis abonniert, lässt den Durchschnittszuschauer kalt. Fussball= Emotionen.

Der FCB ist in einer undankbaren Situation, ja sogar am Scheideweg, vor allem, wenn Leute wie Delgado gehen sollten.



von Mätzli - am 08.01.2006 23:10

Re: Fans

Mätzli schrieb:

Zitat

... Querelen unter Fans ...

Das kann der FCB wenig beeinflussen.Es ist richtig und wichtig. Wir Fans sollten (auch) Sorge tragen.



von Mahatma - am 09.01.2006 07:19
Najo, stimmt Alles, aber mit den Jahreskarten hat dies nix zu tun. Die Jahreskarten sind aus meiner Sicht unglaublich günstig (490.-- im C4, und das seit 2002 unverändert). Gibt pro Spiel unter 30.--. Bei YB kostet dieser Platz 720.-- pro Jahr oder so.

Dass die Preise in letzter Zeit international ein paar Mal (Bremen, Inter, Lille) zu hoch angesetzt waren, ist sicherlich richtig. Andererseits gabs mit Grosny, Tromsö und Strasbourg auch einige Spiele, die recht günstig angeboten wurden, und da kam "keine Sau". Ich behaupte sogar, die Leute, die gegen Tromsö und Strasbourg da waren, sind genau die Leute, die auch das Doppelte bezahlt hätten. Hoffen wir mal, dass der FcB das nicht genauso sieht (bzw dass er es nicht merkt, dass es so ist ;) ). Auch fand ich die Preise beim FcZ-Spiel absolut ok. Cupfight mit KO-Risiko gegen den Ur-Erzfeind zum selben Preis wie eine NLA-Gurke gegen Aarau/Schaffhausen/Yverdon -> imho iO

Ich denke, de Rückgang hat eher damit zu tun, dass der Hype vorbei ist. Es ist kein Glamour mehr, im Stadion zu sitzen, sondern Fussball-Alltag.

Hab grad vorher im Joggeliforum folgendes Posting liegenlassen, welches mE auch hier passend ist.


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Einspruch.
Wir führen mit 8 Punkten Vorsprung die Tabelle an, sind im Frühjahr noch europäisch (wenn auch nicht mehr lange), haben die Chance zum ersten Titelhattrick der Vereinsgeschichte und werden diesen Frühling den Heimspielrekord "für die Ewigeit" aus den 70ern brechen.
Ich denke, hier von "nun ist der Erfolg weg" zu sprechen ist doch etwas vermessen.
Was weg ist, sind wie du erwähnt hast viele Identifikationsfiguren, die auch meine Sympathien genossen haben (Tum, Atouba, Beni, Lupo, halt doch Jimmy, Seba und jetzt wohl auch noch Rossi). Was auch weg ist, ist der Hype des Neuen, des Glitzernden, der einmaligen Kombination Double nach 22 Jahren Durst plus dann noch CL-Spiele, wie sie Basel wohl in 20 Jahren nicht mehr erleben wird.
Oder anders gesagt, bei deinem obigen von mir zitierten Satz müsste man "Erfolg" mE durch "Hype" ersetzen. Der Hype ist weg. Der aktuelle Erfolg ist "normaler Erfolg". Voraussehbar geworden, austauschbar. Die Mannschaft ist unterdessen auch in den internationalen Transferstrudel geraten (die Clubs haben wieder Geld, insbesondere Frankreich mit dem neuen TV-Vertrag, ist vom Niveau her auch ein Sprung, der eher zu machen ist als direkt nach E/Sp/I) und deshalb wohl auch in den nächsten Monaten/Jahren dauerhaft auf der Suche nach ihrem Gesicht. Siehe auch PSV Eindhoven. CL-Halbfinale und trotzdem 3 wichtige Spieler pro (Halb-)jahr weg. Das ist die natürliche Nahrungskette, wir tun nach unten nix Anderes als die grösseren Clubs bei uns auch. Dass der Spieler sich nicht weigert, in einer attraktiveren Liga zu spielen (und dort XY mehr an Zaster zu holen), leuchtet absolut ein.

Insofern ist nicht der Erfolg ausgeblieben, sondern die Normalität eingetroffen. Happy Landing.

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von Tuborg - am 09.01.2006 07:36


:spos:



von atzge - am 09.01.2006 10:31
Mit dem Glamour hast du recht,die Leute heutzutage finden Events meistens attraktiver wenn sie ausverkauft sind!Der FCB hat meiner Meinung den grössten Fehler gemacht als man die Zuschauerzahl den anwesenden Zuschauer angepasst hat.Dadurch wurde der Mhytos,an einem ausverkauften Spiel,dabei zu sein langsam demontiert.Wenn zwei Open Air's stattfinden beide ähnliche Landschaften haben und beide die gleichen Band's stellen,ich wette die meisten versuchen sich beim Anlass Ticket's zu holen an dem es nur noch wenige Ticket's hat!Alleine weil man der Ansicht ist, wenn alle hingehen muss es auch gut sein!!



von optimus - am 09.01.2006 20:47
optimus schrieb:

Zitat

Der FCB hat meiner Meinung den grössten Fehler gemacht als man die
Zuschauerzahl den anwesenden Zuschauer angepasst hat.

do isch für eimol nid dr FCB tschuld. chame sich by dr basler schuggerey bedangge. y würd au nid für lüt welle zahle (für d sicherheit) wo gar nid do sin, wenny dr FCB wär.



von Latteknaller - am 09.01.2006 20:50
Sicher wollte in der Boomphase jeder einen Stück vom Kuchen abbekommen.Und doch war das der Schlüsselpunkt,imho wäre eine langsame Steigerung der Sitzplatzauslastung sinnvoller gewesen als diesen Mytos"ausverkauft" zu verschenken.



von optimus - am 09.01.2006 21:58
Korrekt, es ging schon um die Verrechnung mit den Cops. Andererseits hat man wg 4000 Leuten pro Spiel (also 4000 x1.60 -> circa 6000.--) ein Drama gemacht. Optimus hat da schon recht, ein solcher Imagebilder wäre wertvoll gewesen - und mit 6000.-- pro Anlass aus werbetechnischer Sicht sehr günstig. -> Am falschen Ort gespart.



von Tuborg - am 10.01.2006 06:24
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