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Red Blue Devils Poeten Forum
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Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
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atzge, Tuborg, Latteknaller

Interview mit Alpay Özalan (Bligg)

Startbeitrag von atzge am 17.01.2006 12:30





PORTIMÃO – Ende November hatte Özalan Alpay (32) am Rande der Fifa-Befragung arrogant gewirkt. Jetzt die späte Einsicht: Der Prügel-Türke entschuldigt sich für seinen Ausraster in Istanbul. Der Täter und sein Opfer Marco Streller (24) sind gemeinsam mit dem 1. FC Köln im Trainingslager. BLICK setzte sich mit den beiden an einen Tisch.



Die «Kölner» Alpay und Streller («Ich bin nicht nachtragend») beim Interview mit BLICK im Trainingslager in Portugal.


BLICK: Özalan Alpay, haben Sie ein Problem mit Schweizern?
ÖZALAN ALPAY: «Selbstverständlich nicht. Ich hatte immer gute Kontakte zu Schweizern wie auch zu eurem Land. Kubilay Türkyilmaz und die Yakin-Brüder sind gute Kollegen. Mit Hakan habe ich sogar ein Jahr zusammen bei Fenerbahçe gespielt.» :D

Tut Ihnen Ihr Ausraster eigentlich Leid?
Alpay: «Ich habe einen Fehler gemacht und dazu stehe ich. Und ich weiss, dass ich dafür bestraft werde. Das akzeptiere ich. Es war wie ein Blackout. Ein Kurzschluss. Ich habe lange gebraucht, bis ich verstanden habe, was da passiert ist und habe es lange nicht verdaut. Aber an dieser Stelle möchte ich Marco noch einmal sagen, dass es nicht gegen ihn persönlich war.»

MARCO STRELLER: «Das weiss ich und wie gesagt: Ich hatte die letzten Tage Gelegenheit Alpi von einer anderen Seite kennen zu lernen. Er ist freundlich und offen. Deshalb schaue ich nach vorn und auf unser gemeinsames Ziel mit Köln – den Ligaerhalt.»

Özalan Alpay, was haben Sie gedacht, als Sie gehört haben, dass ausgerechnet Marco Streller Ihr neuer Kollege wird?
ALPAY: «Ich dachte: Wie kann das passieren?Ausgerechnet wir kommen zusammen, dabei gibt es doch hunderte von Teams. Das gibt es doch irgendwie gar nicht.»

Also doch Bedenken?
ALPAY: «Nein. Es gibt keine Reibungspunkte.»

Und bei Ihnen, Marco Streller?
STRELLER: «Ich bin nicht nachtragend. Und ein letztes Mal: Das Thema ist Schnee von gestern.»

Özalan Alpay, Marco Streller nennt Sie freundlich und offen. Die Bilder, die man am 16. November von Ihnen gesehen hat, zeigen ein anderes Bild. Haben Sie an sich gearbeitet?
ALPAY: «Privat bin ich eher ruhig. Ich schalte nur irgendwie im Spiel um. Ich muss lernen, dass Aggression zwar gut ist, aber nur, wenn es kontrollierte Aggression ist. Aber ich habe keinen Psychiater oder so was nötig.»

Wie lebt es sich mit dem Image eines Rüpels und Amoks?
ALPAY: «So wie ich bin, bin ich. Ich gehe im Spiel immer mit Leidenschaft ran und denke nur im Sinn der Mannschaft. Sie zweifeln? Ich habe vier Jahre in England gespielt und nur drei gelbe Karten kassiert…»

Sind Sie denn ein schlechter Verlierer?
ALPAY: «Ja, ich kann nicht verlieren! Wenn ich ein Spiel verliere, weiss meine Familie, dass sie mich gar nicht anzusprechen braucht. Das ist sicher so.»

Köln hat seit zwölf Partien nicht mehr gewonnen. Haben Sie seither nicht mehr mit Ihrer Frau gesprochen?
ALPAY: (lacht) «Nicht ganz. Aber in den letzten Monaten wäre sie gerne in die Türkei ausgewandert, glauben Sie mir...»

Wegen der Schweiz hat die Türkei die WM-Qualifikation verpasst. War diese Schmach der Auslöser Ihres Amoks?
ALPAY: «Es war sicher viel Frust dabei. Die Partie war für uns wie ein Finalspiel. Wir haben lange auf dieses hingearbeitet und die Emotionen gingen dementsprechend hoch.»

Wurden diese Emotionen durch die Fans und die unfairen Aktionen gegenüber den Schweizer Spielern am Flughafen angeheizt?
ALPAY: «Wir haben diese Dinge gar nicht so mitbekommen. Und wenn, dann nur über die Medien. Nein, wir haben uns selber so heiss gemacht. Heute muss ich aber sagen, dass wir damit ein Eigentor geschossen haben.»

Kurz nach dem Skandalspiel haben Sie in Hamburg mit dem Ellbogen zugeschlagen und wurden nachträglich gesperrt. Haben die Deutschen ein Vorurteil Ihnen gegenüber?
ALPAY: «Ich denke schon. Seit dem Schweiz-Spiel sicher. Und es beeinflusst auch die Gegner, die sich mehr erlauben können und viel provozieren. In Hamburg haben mich Gegenspieler vier Mal attackiert und es geschah nichts. Mein Check hatte eine Sperre zur Folge. Ich stehe dauernd im Fokus. In Hamburg war zum Beispiel über neunzig Minuten eine TV-Kamera nur allein auf mich gerichtet – das haben mir Scouts nachher erzählt.»

Fühlen Sie sich unfair behandelt?
ALPAY: «Damit muss ich leben. An meinem Spiel ändert sich dadurch nichts. Mir tut es nur für die Mannschaft Leid. Durch meine Sperren schwäche ich das Team.»

Deshalb hat Sie Präsident Overath auch zu sich zitiert. Wie war das Gespräch?
ALPAY: «Sehr gut. Trainer Latour hat Klartext mit mir gesprochen, aber auch gesagt, dass er mir gegenüber keine Vorurteile hegt, weil er Schweizer ist. Dann habe ich dem Präsidenten und auch Trainer Latour versprochen, aus meinem Fehler zu lernen. Und Versprechen halte ich. Aber darf ich auch etwas sagen – und es geht mir nicht um eine Strafminderung.»

Sprechen Sie…
ALPAY: «Was ich jetzt sage, gilt nur für mich. Denn ich kann nur für mich reden: Ich möchte der Schweiz gratulieren. Sie hat ein gutes Team und die Qualifikation ist verdient. Über den BLICK möchte ich mich deshalb hiermit beim Schweizer Volk entschuldigen. Was passiert ist, tut mir Leid. Und ich werde dafür von der Fifa bestraft. Das weiss ich und muss es akzeptieren.»

Antworten:

fussnote (BaZ)


aus dem fusifo


«Ich bin Opfer, nicht Täter»

Benjamin Huggel in der «Frankfurter Rundschau», Werner Ferrari im «Blick», Deutschland im Spiegel

GABRIEL VETTER
Man sollte von Benjamin Huggel eigentlich etwas mehr Biss erwarten dürfen, bei diesem sperrigen Unterkiefer im Gesicht. Da hatte der liebe Beni den Feind damals im Fussball-Morgarten Istanbul derart prächtig in den Hintern getreten und in die Flucht getrieben, und jetzt, zwei Monate später, sitzt der Beni in einer Frankfurter Hotellobby auf dem Ledersofa und stammelt: «Aber ich bin Opfer, nicht Täter!» Armer Beni Huggel. Jetzt hat dieser Kerli doch so ein schönes Geburtsdatum (7.7.77) und so ein schönes Internet-Tagebuch («Alle hier aufgeführten Kommentare werden ausschliesslich von mir persönlich verfasst und veröffentlicht. Somit wird meine Sichtweise über das angesprochene Thema wiedergegeben.»), und dann tut der so, als ob man ihm damals im Kindergarten ständig das Znünitäschli im Meitli-WC versteckt hätte. Tammisiech Beni, was bist du, ein Mann oder ein Münchensteiner? In Anbetracht der anstehenden Fifa-Urteile hätten wir von dir etwas mehr erwartet; eine flammende Verteidigungsrede, ein höhnisches Vernichtungspamphlet, halt etwas mit Rock’n’Roll, so was wie die Tiraden von Muhammad al Sahaf, diesem durchgeknallten Informationsminister Saddam Husseins während der Irak-Invasion. Das wär doch was, Beni: «Der Feind soll kommen! Wir werden die Fifa-Funktionäre schlagen wie arme Hunde, und wir werden sie attackieren von Süden und Norden und Westen und Osten und sie vernichten, und Gott wird ihre Mägen auf dem Grill der Hölle braten! Die Fifa ist ein einziges imperialistisches Lügengespinst, sie lügt und lügt und lügt! Die Fifa kontrolliert gar nichts, sie kontrolliert nicht einmal sich selber! Ich sage Ihnen: Es gibt keine Fifa in der Schweiz! Wir werden Sepp Blatter den Schafen zum Frass vorwerfen! Es gibt keinen Sepp Blatter!» Das wär doch was, lieber Beni Huggel. Denn wenn wir schon fallen, dann fallen wir mit der Gitarre in der Hand. Und mit Rock im Herzen.

gabriel.vetter@baz.ch

«fussnote» verarbeitet jeden Montag ein Zitat, das die Welt vielleicht nicht braucht.



von atzge - am 17.01.2006 12:47

Re: fussnote (BaZ)

atzge schrieb:

Zitat

...und dann tut der so, als ob man ihm damals im Kindergarten ständig das Znünitäschli im Meitli-WC versteckt hätte. Tammisiech Beni,
was bist du, ein Mann oder ein Münchensteiner?

:D

rest vom text :rolleyes:



von Latteknaller - am 17.01.2006 13:00

Re: fussnote (BaZ)

Ganz ganz schwacher Text. Fusifo-Niveau. Und das von einem, der fürs Schreiben bezahlt wird...



von Tuborg - am 17.01.2006 14:59
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