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vor 11 Jahren, 8 Monaten
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Zuschauer, Spitzkick, Tuborg_home, SMD

FCB: Eine grosse Nummer ohne Chance

Startbeitrag von SMD am 29.01.2006 12:09

«SonntagsZeitung» vom 29.1.2006, Seite 34


Eine grosse Nummer ohne Chance


Das Beispiel des FC Basel zeigt wieder einmal, wie schwer sich Schweizer Klubs auf dem internationalen Transfermarkt tun

BASEL Der Wohlfühlfaktor näherte sich langsam einem ansprechenden Wert. Das Leben in Basel wurde « von Tag zu Tag angenehmer » , und Patrick Müller sagte: « Wir haben alles, was wir brauchen. » Will heissen: Erfolg in der Schweiz, ein stattliches Salär – und die reiche Gigi Oeri als Vorgesetzte, die kürzlich erklärt hatte, das erstrebenswerte Ziel eines jeden Klubs müsse der Gewinn der Champions League sein.

Diese Woche erlebte der FC Basel wieder einmal am Beispiel von Müller, was für ein Leichtgewicht er im internationalen Vergleich abgibt. Als sich Olympique Lyon ein erstes Mal mit der Absicht meldete, Müller zu übernehmen, winkten die Basler ab und signalisierten: So machen Verhandlungen keinen Sinn. Als die Franzosen über Nacht ihr Übernahmeangebot auf 4,5 Millionen Franken anho- ben, kamen die Parteien aber ins Geschäft. Der FCB kassierte viel Geld, verlor aber seinen nächsten Nationalspieler nach nur einem Jahr und trotz einer vertraglich vereinbarten Zusammenarbeit bis Juni 2007. Im letzten Sommer war schon Philipp Degen nach Dortmund gegangen, hatte Benjamin Huggel bei Bundesligaaufsteiger Eintracht Frankfurt bessere Perspektiven gesehen, ein paar Wochen später setzte sich Christian Gimenez nach Marseille ab, vor ein paar Tagen ging Julio Rossi nach Nantes.

Mäkelä wurde in Basel erwartet, flog aber nach Edinburgh

Diese Abgänge passen ins Bild der Entwicklung und der erstaunlichen Fluktuation in Basel. Von den 14 Spielern, die am 18. März 2003 in der Champions League beim 2: 1 gegen Juventus zum Einsatz kamen, sind ein- zig Zuberbühler und Chipperfield noch dabei, dazu Murat Yakin, dessen sportliche Zukunft aber verletzungsbedingt höchst unklar ist. So führend und überlegen der FCB national ist, so wenig ist er im Stande, mit einem Budget von 30 Millionen Franken auf dem internationalen Markt eine bedeutende Rolle zu spielen. Die Suche nach neuem Personal verläuft zäh. Der 22- jährige Juho Mäkelä, ein treffsicherer finnischer Stürmer zwar, aber noch ein unbeschriebenes Blatt, war am Freitag in Basel erwartet worden, flog aber lieber von Helsinki nach Schottland, um in Edinburgh bei Hearts of Midlothian vorstellig zu werden. Dort regiert der Russe Romanow und ködert Neue offensichtlich mit wesentlich höheren Löhnen als Basel.

Das bestätigt neuerlich die These von Edmond Isoz. DerDirektor komder Swiss Football League sagt, dass der FC Basel mit seinem Budget nicht einmal zu den Top 100 der finanzkräftigsten Vereine in Europa zähle. Den reduzierten Stellenwert über die Grenzen hinaus erkannte auch die « Basler Zeitung » , die am Donnerstag ihren FCB als « kleinen Fisch » titulierte. In diesen Themenbereich passt eine andere Personalie. Welcher Schweizer Klub könnte es sich wie der französische Aufsteiger Le Mans leisten, Davide Chiumiento ( 21), der in seiner Karriere noch nicht allzu viel geleistet hat, 300 000 Franken jährlich zu zahlen?
Tararache wollte das Dreifache – und bekam es in Duisburg
In den meisten Fällen ist also das Geld entscheidender Faktor, die Schweiz zu verlassen. Auch Mihai Tararache ist ein treffendes Beispiel. Mit dem FC Zürich war er sportlich auf gutem Weg, aber er forderte für eine Verlängerung des auslaufenden Vertrages das Dreifache des bisherigen Gehalts von rund 400 000 Franken. Der FCZ winkte ab, dafür erklärte sich der stark abstiegsbedrohte Bundesligist Duisburg bereit, die Wünsche des Rumänen zu erfüllen. Duisburg kann einfach mehr zahlen – nur schon deshalb, weil ihm wesentlich mehr Geld vom Fernsehen zusteht. Die 36 Bundesligaklubs teilen sich ab mendem Sommer 420 Millionen Euro, die 28 Vereine der Swiss Football League werden sich laut neuem TV- und Marketing- Vertrag, der unterschriftsbereit sein soll, mit 12 Millionen Euro begnügen müssen. Eine Ausnahme in dieser Reihe ist Ricardo Cabanas, wobei es präziser wäre zu sagen: Noch ist er die Ausnahme. Der Captain der Grasshoppers erteilte Sunderland und Nürnberg eine Absage, obwohl er bei beiden ein Mehrfaches verdient hätte, und er zögert im Fall von Köln. Zum einen hofft er offenbar auf die WM, um da für Klubs mit grösserem Namen interessant zu werden. Zum anderen aber fühlt er sich GC tief verbunden. Spätestens am Dienstag wird sein Entscheid bekannt sein. Dann läuft die Transferperiode ab.


PETER M. BIRRER UND THOMAS SCHIFFERLE

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Sonntagszeitung's grosse Serie : Entdeckungen, die die Welt verändern

Lesen sie nächsten Sonntag : Die Basler Fasnacht dauert nur 3 Tage



von Tuborg_home - am 29.01.2006 15:09

Re: Cabanas zu Köln

Heute morgen wurde bekannt, dass Cabanas nun doch zu Köln geht.
[www.gcz.ch][tt_news]=2088&tx_ttnews[backPid]=116&cHash=02c7b6b17a

Gestern war Hp. Latour übrigens im WDR-Sport spätabends zum Interview eingeladen. Geblieben ist mir sein Satz:
'In erster Linie versuche ich selbstkritisch gegenüber mir selber zu sein'

von Spitzkick - am 30.01.2006 07:23

Re: Cabanas zu Köln

kannst auch selbstkritisch gegenüber deiner mannschaft sein ;)



von Zuschauer - am 30.01.2006 07:46
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