Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Red Blue Devils Poeten Forum
Beiträge im Thema:
1
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Betty Bossi

Bundesliga: Mehr TV-Geld für die Großen

Startbeitrag von Betty Bossi am 03.02.2006 12:22

Bundesliga
Mehr TV-Geld für die Großen

Frankfurt/Main - Der Poker um die Verteilung der TV-Millionen in der Fußball-Bundesliga ist beendet, die Großen bekommen künftig mehr Geld: Am Donnerstag wurden die 36 Profiklubs in Frankfurt/Main über das vom Ligavorstand am vergangenen Dienstag erarbeitete Modell informiert und das letzte Kapitel in dem seit Wochen schwelenden Machtkampf um den Verteilungsschlüssel für die kommenden drei Spielzeiten geschlossen. Das Leistungsprinzip hält demnach verstärkt Einzug, Erfolge zahlen sich in barer Münze aus. Ab der Saison 2006/2007 werden jährlich insgesamt 420 Millionen Euro verteilt.

Zwischen der 1. und 2. Liga werden die Einnahmen künftig im Verhältnis 78,5:21,5 geteilt. Dabei werden der aktuelle Tabellenstand sowie die vergangenen drei Spielzeiten im Verhältnis 4:3:2:1 bewertet. Dies bedeutet: die aktuelle Saison wird vierfach und damit am höchsten bewertet.

Davon könnte vor allem Rekordmeister Bayern München profitieren, der auf eine deutliche Erhöhung seines Anteils gepocht hatte, um international konkurrenzfähig zu bleiben. 23,3 Millionen Euro plus eine Meisterprämie von vier Millionen Euro (bisher maximal 16 Millionen) können die Bayern im Maximalfall einstreichen.

Die Bonuszahlung für den Champion wird aus dem Top der internationalen TV-Vermarktung (18 Millionen Euro) bestritten. Außerdem verschiebt sich die Auszahlung aus dem im Grundlagenvertrag mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) fixierten Solidartopf von 10,3 Millionen Euro zu Gunsten der Klubs, die Nationalspieler stellen. Sie erhalten statt 50 Prozent künftig 80 Prozent der Gelder. Durch das verabschiedete Modell und die gemachten Zugeständnisse dürfte das Ausscheren des Branchenprimus FC Bayern aus der zentralen Vermarktung ab dem Jahr 2009 wohl vom Tisch sein.

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge war jedenfalls zufieden: "Es geht nicht um Bayern München oder Eintracht Frankfurt, sondern um die Liga. Das Modell, das wir Dienstag erarbeitet haben, ist fair. Deshalb muss sich keiner beschweren. Der Kompromiss ist tragfähig für alle, der Leistungsgedanke wurde gefördert." Der Renommierklub sieht sich durch die höheren TV-Gelder auch für seine internationalen Ambitionen besser gewappnet.

"Vom Grundsatz her wollen in der Liga Leistung mehr belohnen. Wir wollen, dass unsere Klubs ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit erhalten können", sagte Ligapräsident Werner Hackmann im Anschluss an die rund zweistündige Sitzung in einem Frankfurter Hotel, der sich noch eine längere Zusammenkunft des Vorstandes anschloss.

Es gab allerdings keine Abstimmung der Klubs, vielmehr wurden die Vereinsvertreter lediglich durch eine Präsentation über das Modell des Vorstandes informiert. Viele machten anschließend beim Verlassung des Sitzungssaales keinen sonderlich glücklichen Eindruck.

"Vom Grundsatz her ist die Spreizung größer geworden. Ich halte das für problematisch für die Bundesliga. Diese Haltung gebe ich nicht auf", sagte Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen, einer der Chefkritiker einer Lösung, die vor allem die großen Vereine bevorzugt hätte: "Es geht um die Entscheidung, ob man international wettbewerbsfähig bleiben oder die Spannung in der Bundesliga erhalten will."

Bochums Aufsichtsratsboss Werner Altegoer sprach indes eine Satzungsänderung an und will künftig bei Entscheidungen von solcher Tragweite eine Abstimmung der Vollversammlung der Lizenzvereine einführen. "Es ist gut ausgegangen für diejenigen, die ohnehin schon reichlich haben", sagte Altegoer, "wir haben unseren Standpunkt dargelegt, aber was nützt das, solange die Statuten nicht geändert werden?"

Der verkündete Beschluss war ein Kompromiss - mit Zugeständnissen für die Arrivierten. "Die Kurve für die großen Vereine ist flacher ausgefallen als zunächst befürchtet", meinte Bruchhagen. Trotzdem: Die großen und erfolgreichen Vereine erhalten höhere Zuwendungen.

"Ich kann für meinen Verein nur sagen, dass wir mit dem Vorschlag des Ligaverbandes leben können. Die Schere sollte nicht weiter auseinander gehen. Ich habe allerdings auch Verständnis dafür, dass es Vereine gibt, die dies anders sehen", sagte der Mainzer Manager Christian Heidel.

Nachdem Rummenigge im Zuge der in der Bundesliga noch immer zentralen Vermarktung der TV-Gelder zuletzt sogar mit dem Gang vor das Bundeskartellamt gedroht hatte, halten auch die Bayern den Kompromiss für tragfähig. Noch sind allerdings andere Ligen in punkto TV-Gelder weit voraus.

Zum Vergleich: Allein der italienische Meister Juventus Turin erhält in den kommenden zwei Spielzeiten insgesamt 248 Millionen Euro aus der TV-Vermarktung. In Deutschland streichen die beiden Profi-Ligen für den Dreijahreszyklus insgesamt 1,26 Milliarden Euro ein.


Original-Artikel:
[www.stuttgarter-zeitung.de]

Antworten:

Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.