Serientäter stehen auf dem Schlauch (BaZ)

Startbeitrag von atzge am 20.02.2006 09:41





NACH MÜDEM 1:1 GEGEN SCHAFFHAUSEN BLEIBT DER FCBASEL IN 52 HEIMSPIELEN UNGESCHLAGEN



Vollversammlung. Der letzte Versuch von Mladen Petric, das Schaffhauser Bollwerk zu überwinden. Foto Keystone

Christoph Kieslich

Festtage klingen anders aus:Gestern hat Christian Gross mit seiner Mannschaft die Heimserie aus der Benthaus-Ära eingestellt. Das 52. Spiel des FCBasel im «Joggeli» ohne Niederlage, das 1:1 gegen den FCSchaffhausen, war jedoch eine Enttäuschung.

Immerhin:Furcht, die Serie könnte sogar reissen, beschlich Gross gestern nicht. Behauptete er hinterher jedenfalls und begründete es mit seiner bis auf den Gegentreffer sattelfesten Abwehr.
«Ich habe mich aufgeregt über den Ausgleich, das ist klar», sagte Gross, «aber solche Spiele gibt es eben, in denen man vergeblich anrennt.» So gefasst der Trainer klang, so langmütig nahm auch das Publikum das mühselige Geschehen zur Kenntnis. Selten in den vorangegangenen 51 Spielen dieser Rekordserie, die vor fast drei Jahren mit einem 2:0 gegen Servette ihren Anfang genommen hatte, tat sich die Heimmannschaft so schwer, war ihr Spiel so zusammenhanglos, und selten kam sie zu so wenig Torgelegenheiten wie gestern gegen Schaffhausen. Dabei konnte man ihr nicht einmal den Vorwurf mangelnden Engagements machen.

Schleichendes Gift. Keine 180 Sekunden waren verstrichen, als Daniel Majstorovic bei seinem ersten Super-League-Heimspiel sein erstes Tor für den FCB erzielte - in einer Art und Weise, wie es nicht das letzte gewesen sein muss:In einen mit dem Petric-Effekt getretenen Corner schraubte der Schwede seine 1,91 Meter in die Höhe, ungeachtet des sich an seinem Trikot festkrallenden Maric. «Vielleicht», sinnierte Gross hinterher, «fiel das Führungstor eine Spur zu früh.» In Tat und Wahrheit wirkte es wie ein schleichendes Gift, und das in einer Mannschaft, die zu sehr mit sich selbst beschäftigt schien, und in der zwei Spieler debütierten, deren Einfluss aufs Spiel gegen null tendierte.

Dem jungen Zdravko Kuzmanovic, der zum ersten Mal in einer Anfangsformation stand, und dem erfahrenen Koji Nakata nach seinem ersten Spiel im FCB-Dress wollte Gross keine Vorwürfe machen. Dass an den Flanken sowohl der verletzte Scott Chipperfield links wie der gelb-gesperrte David Degen rechts fehlten, «spürt man einfach», so Gross, der vor allem Degens «Druck und Pace» vermisste.

Mann und Maus. Die Korrekturen, die im Laufe des Spiels angebracht wurden, zeitigten auch nicht den erwünschten Effekt. Nach der Pause kehrte Gross vom Monaco-System (4-1-4-1) zum Rhombus zurück, doch vor allem Matias Delgado blieb gegen «mit Mann und Maus» (Trainer Jürgen Seeberger) und allen Stilmitteln (Schieben, Schubsen, Zeitschinden) verteidigende Schaffhauser wirkungslos. «Wir haben es versucht und versucht und versucht», stöhnte Torschütze Majstorovic, der selbst noch das 2:1 auf dem Kopf hatte: «Aber da wurde ich geschickt am Trikot zurückgezogen.»

Dass es alles andere als ein glanzvoller Nachmittag war, ändert aber nichts an seiner Geschichtsträchtigkeit. 41-11-0 - das sind die Koordinaten der «unglaublichen Heimserie» (Seeberger). Helmut Benthaus steht in seiner Zeit als Trainer zwischen 1968 und 1972 für die erste Serie der Ungeschlagenheit. 52 Spiele mit 40 Siegen und 12 Unentschieden bei einem Torverhältnis von 149:46 wurden damals festgehalten. Die Mannschaft von Christian Gross hat es nun gleichgetan, hat in 52 Spielen 41-mal gewonnen, 11-mal unentschieden gespielt und dabei drei Tore weniger erzielt, aber auch zwei weniger erhalten.

Glanzlicht. Am 12. August 1972 endete die erste grosse Serie mit einem 2:3 gegen Sion; nächsten Sonntag kann der FCB der Gegenwart gegen Yverdon eine neue Marke setzen. Mit einem Erfolgserlebnis aus Monaco im Rücken fällt es garantiert leichter, der Serie ein echtes Glanzlicht aufzusetzen.

Antworten:

wortmeldungen (BaZ)








«Ich bin froh, dass ich heute mein Debüt für den FCBasel geben durfte. Ich habe versucht, einiges für die Offensive zu unternehmen, wobei ich mit mir nicht völlig zufrieden bin. Ich muss weiter an mir arbeiten.»
Der japanische Nationalspieler Koji Nakata
«Ich habe immer wieder gerufen, dass es noch ein zweites Tor braucht. Ein zweites Tor ist dann ja auch gefallen, leider auf der falschen Seite. Darüber, dass wir den Rekord von 52 Spielen ohne Niederlage egalisiert haben, kann ich mich nicht richtig freuen. Vielmehr finde ich es enttäuschend, dass der FCZürich in der Tabelle näher an uns herangekommen ist.»
FCB-Verteidiger Boris Smiljanic
«Eigentlich ist es grotesk, dass wir mit einem Konter zu unserem Tor gekommen sind, obwohl wir zu diesem Zeitpunkt im Rückstand waren. Dieser Punkt ist für uns sicher wichtiger als für den FCB. Darum haben wir uns amEnde auch hinten eingeigelt, noch das Siegtor zu suchen, wäre vermessen gewesen.»
Marcel Herzog, der Baselbieter im Tor der Schaffhauser



von atzge - am 20.02.2006 09:42

Stumpfe Basler Waffen gegen tapfere Schaffhauser (BaZ)







Taktikwechsel. In einem 4-1-4-1 nahm der FCB die Partie in Angriff, mit jener (vorsichtigen) Grundordnung, die vier Tage zuvor im Europacup gegen Monaco bestens funktioniert hatte. Dass der Tabellenführer der Super League aber ausgerechnet gegen den Tabellenletzten von seinem gewohnten Rhombus abwich, überraschte einigermassen und wurde kontrastiert vom FCSchaffhausen, den Trainer Jürgen Seeberger im 3-4-3 aufs Feld schickte. Eine nominell offensive Ausrichtung, auch wenn sich die Flügelspieler Truckenbrod und Maric zurückfallen liessen und die Abwehr so oft zur Fünferkette wurde.
Der Auftakt gelang dem FCB nach Wunsch:Den ersten Corner von Petric setzte Majstorovic wuchtig mit einem Kopfballaufsetzer ins Tor. Danach sah es nach business as usual aus. Der Verdacht, dass dieses Tor womöglich zu früh fiel, dass der FCB sich nicht herausgefordert fühlte, viel mehr zu tun, erhärtete sich aber bald.
Ein Spiel ohne Rhythmus wurde nach einer halben Stunde neu lanciert durch einen Schaffhauser Konter in 4:3-Überzahl. Delgado war abgeblockt worden, und Zanni, der sich angeboten hatte, dadurch aus dem Spiel genommen - dass die rechte Basler Verteidigungsseite in diesem Moment jedoch völlig entblösst war, darf einem Team dieses Formats nicht passieren.
Als es endgültig in allen Basler Köpfen angekommen war, dass man zwei Punkte verlieren könnte, waren 85 Minuten vorbei. Erst in der Schlussphase inklusive fünf Nachspielminuten baute der FCB Druck auf. Doch er versuchte es mit stumpfen Waffen, und so landete auch der letzte von wenigen Versuchen, ein Freistoss von Petric in der 95. Minute, in den fangbereiten Armen von Goalie Herzog. So tapfer, wie der FCSchaffhausen sich gewehrt hatte, und so ungenügend, wie Basel in der Offensive spielte, geht die Punkteteilung in Ordnung.

cok



von atzge - am 20.02.2006 09:42

Unerwartetes Remis in Basel geholt (Schaffhauser Nachrichten)





Am Ende waren alle zufrieden. Der FC Basel konnte seinen Rekord egalisieren und Schaffhausen ein Erfolgserlebnis feiern.

von Matthias Dubach, Basel

Fussball - Die Ausgangslage war klar vor dem Anpfiff auf der Baustelle St.-Jakobs-Park in Basel. Der Erste spielte gegen den Letzten, zudem hatte die Heimmannschaft die Chance, mit einem Erfolg den Vereinsrekord von Heimspielen ohne Niederlage zu egalisieren. Dementsprechend motiviert startete der Leader der Super League in die Partie. Schon in der dritten Minute schienen sich die Prognosen zu bewahrheiten: Basel ging in Führung. Der neue Innenverteidiger Daniel Majstorovic, ein schwedischer Internationaler, köpfte einen Petric-Corner wuchtig in die Maschen. Den FCS-Spielern blieb nur das Nachsehen.

Durch den frühen Rückstand kamen bald Zweifel auf, ob sich FCS-Trainer Jürgen Seeberger mit seiner mutigen Aufstellung verspekuliert hatte. Denn der Deutsche liess seine Elf in der 3-4-3-Formation auflaufen. Er relativierte aber: «Das sah nur sehr offensiv aus, ausser den drei Stürmern waren aber alle anderen Spieler defensiv ausgerichtet.»

Seebergers Taktik geht auf

Im Laufe der ersten Halbzeit zeigte sich bald, dass Seebergers taktische Variante doch Erfolg versprechend sein könnte. Die Schaffhauser hielten die übermächtig scheinenden Basler in Schach und versuchten sich selbst in zaghaften Angriffsversuchen. Der FCB, welcher am vergangenen Mittwoch im Uefa-Cup den AS Monaco besiegt hatte, war vor allem bei Standardsituationen torgefährlich. Über die Flügel lief wenig, wie Basels Trainer Christian Gross nach dem Spiel bemängelte. Nach einer halben Stunde wurde die Hierarchie auf den Kopf gestellt, das Schlusslicht der Super League glich aus. Nach einem Ballverlust der Einheimischen schloss Rosemir Pires einen bilderbuchmässigen Konter mit seinem ersten Treffer im FCS-Dress ab. Enzo Todisco und Moreno Merenda hatten die sehenswerte Vorarbeit zum Ausgleichstreffer geliefert. Ernsthafte Sorgen um den Spielstand brauchte sich der FC Schaffhausen erst wieder kurz vor dem Pausenpfiff zu machen, als Boris Smiljanic nach einem Corner den Ball aufs Tor brachte. Daniel Tarone musste auf der Linie klären.

Abwehrschlacht nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel mutierte die Partie zur Abwehrschlacht für die Gäste aus Schaffhausen. Unter dem grossen Druck des Meisters musste sich der FCS auf das Verteidigen des Unentschiedens beschränken. Jürgen Seeberger wechselte im Laufe des zweiten Durchangs alle drei Stürmer (Todisco, Merenda, Rama) aus und brachte defensivere Spieler. «Wir verteidigten den Punkt mit Mann und Maus», gab der Trainer nach dem Spiel zu. Zu eigenen Chancen kamen die Gäste nicht mehr, FCB-Goalie Pascal Zuberbühler musste kein einziges Mal eingreifen. Doch auch der aktuelle Meister tat sich schwer. Das Bemühen der Offensivabteilung um Spielmacher Matias Delgado war zwar vorhanden, doch der FCS-Riegel war an diesem Nachmittag nicht mehr zu knacken. Auch die sechs Minuten Nachspielzeit reichten für den Tabellenführer nicht aus, um noch zu einem Vollerfolg zu kommen. Den Schaffhausern war jedes Mittel recht, um den Zähler in trockene Tücher zu bringen. So liessen sich die Schaffhauser Spieler bei der Ausführung von Freistössen und bei den Auswechslungen sehr viel Zeit, was das einheimische Publikum mehrmals zu einem gellenden Pfeifkonzert veranlasste.

«Der Druck war gegen Ende des Spiels enorm», erzählte Mittelfeldspieler Daniel Tarone, der mit dem gewonnenen Punkt sehr zufrieden war. «Wenn man in Basel nach einem Rückstand noch ein Remis erreicht, ist das beachtlich.» Tarone bezeichnete den Punkt als sehr wichtig, da auch die direkten Konkurrenten gegen den Abstieg, Aarau und Xamax, unentschieden spielten. Tarones Trainer freute sich ebenfalls über den Fakt, dass sein Team auf den Rückstand reagieren konnte. Sogar sein Gegenüber Christian Gross konnte mit dem Resultat leben, ihm fehlten immerhin sieben verletzte Spieler. Zudem schafften die Basler mit dem 1:1-Remis die angestrebte Egalisierung des Vereinsrekords.
Das Remis war das 52. Meisterschaftsheimspiel ohne Niederlage. Mit diesem Rekord steigt Trainer Gross in Basel Fussballhistorie auf den Thron des legendären Helmut Benthaus auf. Kulttrainer Benthaus blieb in den Siebzigerjahren 52-mal in Folge ohne Heimspielniederlage. Der einzige Unterschied war der, dass die heutige Super League als Nationalliga A geführt wurde.



von atzge - am 20.02.2006 09:45

Knapp am Fehlstart vorbei (BaZ)






EINE SPEKTAKULÄRE PARTIE NIMMT FÜR DEN FCCONCORDIA EIN GUTES ENDE



Grosser Jubel. Der Rückrundenstart ist dem FC Concordia geglückt. Foto Rolf Dürr

STEVENHÜRLIMANN


Die Basler gewinnen zum Rückrundenauftakt der Challenge League zu Hause gegen den FC Locarno mit 4:3 (3:1).

Richtig geniessen konnte den Erfolg am Ende niemand. Die Nerven lagen blank - zu viel stand für Spieler, Trainer und Funktionäre von «Congeli» in dieser Partie auf dem Spiel, einen zu nervenaufreibenden Verlauf nahm die Begegnung gegen den Aufsteiger aus dem Tessin.
Auf der Gegentribüne musste Marco Schällibaum, der nach seinem Verweis auf die Tribüne im letzten Vorrundenspiel gesperrt war, mitansehen, wie seine Mannschaft einen sicher geglaubten Sieg beinahe noch verspielte. Denn die Basler begannen gut, und ehe Locarno richtig ins Spiel gefunden hatte, lag das Heimteam bereits mit zwei Toren vorn.

Cordobas Auftritt. Zuerst liess sich der Tessiner Keeper von einer misslungenen Flanke Alessandro Iandolis in der nahen Ecke erwischen. Dann schnappte sich der neue Spielmacher David Cordoba an der Mittelinie den Ball, liess die gesamte Hintermannschaft des Aufsteigers stehen und leitete damit via Giuseppe Morello Ursal Yasars ersten Pflichtspieltreffer für Concordia ein. Gespielt war da gerade einmal eine knappe Viertelstunde. Doch wie aus dem Nichts ertönte plötzlich der Pfiff des Schiedsrichters, nachdem der Basler Innenverteidiger Josip Colina bei seinem Gegenspieler eingehakt hatte. Diese Penalty-Chance liess sich der Zweitletzte der Tabelle nicht entgehen, die Tessiner waren wieder dran und begannen an ihren ersten Auswärtssieg zu glauben.

Als dann aber der starke Morello noch vor der Pause den alten Vorsprung wiederherstellte, schien die Partie entschieden zu sein. Eine Unkonzentriertheit in der Hintermannschaft der Basler und ein neuerlicher Aussetzer Colinas - der auch noch den zweiten Penalty des Tages provozierte - ermöglichte dem Aussenseiter den Ausgleich. Der ansonsten so viel Ruhe und Sicherheit ausstrahlende Innenverteidiger wirke über die ganze Partie nervös.

Sieg erzittert. Im Gegensatz zu manchen Spielen in der Vorrunde vermochte das Team von Marco Schällibaum zu reagieren und die drei Punkte doch noch ins Trockene zu bringen: Die eingewechselten Edgar Yrusta und Abdou Moumouni stiegen zehn Minuten vor dem Ende gemeinsam zum Kopfball hoch und drückten den Ball über die Linie. Als Torschützen liessen sie sich zunächst beide feiern, doch es war Moumouni gewesen, der zuletzt am Ball war. Ein Fehlstart wurde dank des Togolesen also gerade noch verhindert, der budgetierte Sieg eingefahren. Die Neuverpflichtungen Cordoba und Yasar vermochten dabei zu überzeugen, Morello scheint nach einer durch- zogenen Vorrunde seinen Torinstinkt wieder gefunden zu haben. Was den Baslern jedoch trotz allem zu denken geben muss, ist das Verhalten in der Defensive.



von atzge - am 20.02.2006 09:53
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