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vor 11 Jahren, 8 Monaten
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Der andere Stürmer (NZZ)

Startbeitrag von atzge am 23.02.2006 09:03






Der Brasilianer Eduardo als Symbol der Veränderung im FC Basel

Am Donnerstag um 20 Uhr 45 Uhr spielt der FC Basel im Uefa-Cup-Sechzehntelfinal das Rückspiel gegen die AS Monaco (Hinspiel 1:0). Dem Brasilianer Eduardo fällt dabei eine wichtige Rolle zu.



fcl. Monte Carlo, 22. Februar

Es war wie so oft, wenn sich der FCB-Chef- Scout Ruedi Zbinden auf Reisen begibt, sich in einem Fussballstadion auf die Tribüne setzt, seine Fahndungsliste zückt und Spieler beobachtet, die für den FC Basel von Interesse sein könnten. Im konkreten Fall sah er sich eine ganze Mannschaft an, den OSC Lille, im Vorjahr Uefa-Cup-Gegner des Schweizer Meisters. Doch ins Auge stach Zbinden an jenem Abend etwas ganz anderes - ein Brasilianer, Stürmer in Toulouse, «gross und durchschlagskräftig», jemand mit Erinnerungswert. Noch sollten einige Monate vergehen, ehe Eduardo Adelino Da Silva nach Basel wechselte, aber sein Name fand bereits damals Aufnahme in Zbindens Notizbuch, und «als wir nach einem solchen Spielertyp gesucht hatten, kam Eduardo wieder an die Oberfläche», sagt er.

Aus Toulouse freigekauft

Im Frühsommer des letzten Jahres ging alles sehr schnell. Eduardo zankte sich mit der Vereinsführung in Toulouse. Er spielte weniger als gewohnt, «obwohl ich den Verein im letzten Saisonspiel gegen Marseille mit einem Tor in den letzten Minuten doch vor dem Abstieg gerettet habe», erzählt er. Eduardo eröffnete dem Präsidenten Sadran, er wolle den Klub «aus familiären Gründen» verlassen und in die Heimat nach Brasilien zurückkehren. Der Vertrag wurde aufgelöst. Doch in Toulouse sah man sich vor. Für den Fall, dass der Spieler doch in Europa bleiben und hier Fussball spielen sollte, hatten die Verantwortlichen Vorkehrungen getroffen. Als sich die Probleme in der Verwandtschaft überraschend rasch lösten, Eduardo ein Angebot aus der Heimat von Cruzeiro ausschlug und die Offerte des FCB eintraf, musste der Stürmer in die eigene Tasche greifen, um sich aus Toulouse loszukaufen. Der FC Basel soll für seine Verpflichtung kein Geld in die Hand genommen haben.

Anfang Februar verlängerte der 26-jährige Brasilianer den Vertrag mit Basel bis 2008, plus Option auf ein weiteres Jahr. Eduardo ist das Sinnbild für den veränderten Stil des FCB, er ist ein Symbol dafür, dass aus der Mannschaft von Trainer Christian Gross, die in der Champions- League-Saison 2002/03 als Überfalltruppe berühmt geworden war, ein anderes Team entstanden ist - «eines mit mehr Qualität, das gepflegteren Fussball spielt als früher» sagt Zbinden, «eines, das realistischer auftritt», ergänzt Gross. Mit Eduardo traf ein Spieler in Basel ein, der über grössere Fähigkeiten verfügt, als «nur» gross und kräftig zu sein. Ein Fussballer mit viel Gefühl im Fuss, ein Freiheitskämpfer, der sich im Strafraum angekettet fühlt, auf die Seiten ausbricht und sich, wie zuletzt, auch als einsamer Stürmer wohl fühlt.

Mit Scifo in Charleroi

Eduardo, aufgewachsen im Barrio Bangu in Rio de Janeiro, wurde schon im Alter von weniger als 20 Jahren ein Pendler zwischen den Kontinenten. Als er zum ersten Mal in Europa, in Spanien, ankam, wurde der Verein, zu dem er hätte transferiert werden sollen, gerade aufgelöst. Monate später suchte er die Chance erneut, in einem Camp für arbeitslose italienische Fussballer, wo er und zwei weitere Brasilianer durch seinen Manager Unterschlupf fanden. Die Zeit für einen Transfer drängte. Eduardo war 18-jährig Vater geworden. Die Mannschaft der Erwerbslosen spielte gut, in Turnieren gegen Serie-A- und B-Teams: Das Team aus Charleroi mit dem berühmten ehemaligen belgischen Nationalspieler Enzo Scifo, erst Mitspieler, später Trainer und Vizepräsident, wurde im Jahr 2000 auf Eduardo aufmerksam. Seine Eltern in Rio, der Vater ein Zimmermann, brauchten fortan nicht mehr zu arbeiten.

Zum totalen Glück Eduardos, der von der französischen Sportzeitung «L'Equipe» nach dem Uefa-Cup-Hinspiel gegen Monaco als «effektivster Spieler der Partie» beschrieben wurde, fehlen einzig die regelmässigen Tore. Weder in den drei Saisons in Charleroi (84 Spiele, 24 Goals) noch später in den zwei Jahren in Toulouse (8 Treffer in 57 Partien) fiel Eduardo als eiskalter Torschütze auf. Zbinden sagt, der FCB sei sich dieses Defizits bei der Verpflichtung bewusst gewesen. Und er ergänzt: «Wenn er jetzt auch noch Toreschiessen lernt, dann spielt er in einem Jahr nicht mehr in Basel.»

NZZ

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Re: Der andere Stürmer

Ein sehr ähnlicher Artikel ist schon letzte oder vorletzte Woche in einer Zeitung erschienen.



von Mahatma - am 23.02.2006 09:47

Heute serviert der «Garçon» in Monaco (Baz)

Heute serviert der «Garçon» in Monaco

AUCH DANK EDUARDO STARTET DER FCBASEL HEUTE IN MONACO (SF2 LIVE) IN GUTER AUSGANGSLAGE
Fürstliches Ambiente. FCB-Stürmer Eduardo gestern Abend beim Abschlusstraining im Louis II zu Monaco. Foto Keystone

FLORIAN RAZ, Monaco

Im Stade Louis II sind die Basler auf einen starken Auftritt des Brasilianers angewiesen, wollen sie nach ihrem 1:0-Heimsieg erstmals in der Clubgeschichte die Achtelfinals im Uefa-Cup erreichen (20.45 Uhr, SF 2 live).

«Teuflisch gut» war der Auftritt Eduardos beim 1:0 der Basler im Hinspiel des Uefa-Cup-Sechzehntelfinals gegen die AS Monaco; so hat es zumindest das französische Fachblatt «L’Equipe» gesehen. Ein Lob, das den Brasilianer allerdings nicht gross berührt: «In der Presse geht es so schnell, das nächste Mal werde ich vielleicht schon wieder in der Luft zerrissen.» Viel mehr Freude bereiten dürfte ihm da das nicht minder begeisterte Urteil seines Trainers. «Eduardo hat im Hinspiel eine hervorragende Leistung gezeigt», sagt Christian Gross. Und hofft, «dass ihm in Monaco ein ähnliches Spiel gelingt».
Eine Hoffnung, die er mit dem Spieler teilt, der allerdings keine allzu guten Erfahrungen mit dem Zwergstaat an der Côte d’Azur verbindet. Drei Mal ist Eduardo mit Toulouse bei den Monegassen angetreten, drei Mal musste er den acht Meter über dem Erdboden liegenden Rasen als Verlierer verlassen: «Jetzt hoffe ich, dass der Fürst ein erstes Mal sieht, wie ich als Sieger vom Feld gehe.» Etwas wird Fürst Albert ganz sicher sehen, sollte er heute Abend tatsächlich mit seinem rot-weissen Fan-Schal im Stade Louis II sitzen: Einen Eduardo, der im Basler Sturm mit generösem Einsatz und grosser Laufbereitschaft den Einzelkämpfer gibt.


Den Ball abschirmen. Eine Aufgabe, die wie geschaffen scheint für den 1,83 Meter grossen Angreifer, der von sich selber sagt, er müsse «ständig in Bewegung sein, sonst fühle ich mich unwohl». Und der mit seiner überdurchschnittlichen Technik und seinem muskulösen Körper den Ball perfekt abschirmen kann, bis seine Mannschaft nachgerückt ist. So, wie am vergangenen Mittwoch, als er zwei Gegenspieler beschäftigte, bis er David Degen mit perfekter Vorlage das einzige Tor des Hinspiels ermöglichte. Oder so wie beim Rückrundenstart gegen den FC Zürich, als er Mladen Petric lancierte, der zum 1:0 für den FCB traf. «Je suis le garçon», stellt Eduardo lachend fest. Ein Kellner also, der seinen Mitspielern nicht kühle Drinks, sondern Torvorlagen serviert. Sieben Assists verbuchte der 26-Jährige bisher in der Super League, zwei im Europacup.

«Kein Egoist». Gute Zahlen, mit denen seine Torausbeute (fünf in Liga und Uefa-Cup zusammen) noch nicht ganz mithalten kann, was auch mit seinem mannschaftsdienlichen Spiel erklärbar ist. Für Eduardo selber zählen Assists sowieso gleich viel wie selbst geschossene Tore: «Ich bin kein Egoist. Ich gehe nur in den Abschluss, wenn ich auch tatsächlich Chancen habe, ein Tor zu erzielen.» Diese Gelegenheiten werden wieder kommen, da ist sich Eduardo sicher: «Da lasse ich mich nicht verrückt machen.» Die Aussage unterstreicht sein gestärktes Selbstvertrauen, das auch mit der Vertragsverlängerung bis Juni 2008 zu tun hat, die er im Winter unterschreiben konnte: «Da habe ich gespürt, wie sehr mich der Trainer und der Club wollen.»

Wohl fühlt er sich in der Region Basel sowieso. Auch wenn er sich mit der deutschen Sprache kaum mehr wird anfreunden können: «Ich halte mich lieber ans Französisch und zerbreche mir nicht in Deutschstunden den Kopf.» Den benutzt er lieber, um im Spiel die richtigen Entscheidungen zu treffen: «Gerade in Monaco wird es wichtig sein, sehr überlegt aufzutreten, weil der Gegner in den ersten zwanzig Minuten enorm Druck machen wird.»
Das allerdings, ohne von den Rängen fanatisch unterstützt zu werden. «Monaco hat keine Fans», stellt Eduardo nüchtern fest. «Es wird im Stadion eine Stimmung herrschen wie damals in Belgrad.» Und an jenes - erzwungene - Geisterspiel haben die Basler gute Erinnerungen: Mit 2:1 gewannen sie vor leeren Rängen - ein Resultat, das heute mehr als komfortabel zum Weiterkommen reichen würde.



von Mayor - am 23.02.2006 09:52
atzge schrieb:

Zitat

- «eines mit mehr Qualität, das
gepflegteren Fussball spielt als früher» sagt Zbinden,
«eines, das realistischer auftritt», ergänzt Gross.

jetzt miesste mr no eins ha, wo goal schiesst...



von Latteknaller - am 23.02.2006 11:11
Zitat

jetzt miesste mr no eins ha, wo goal schiesst...





"Waschlos? Hesch öbbis gseit?"



von Tuborg_home - am 23.02.2006 21:58
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