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vor 11 Jahren, 7 Monaten
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Betty Bossi

Das war's wohl

Startbeitrag von Betty Bossi am 27.02.2006 10:04


Köln: Nach dem 0:3 gegen Bayer am Tiefpunkt - 27.02.2006 09:14

Das war's wohl

Trainer Hanspeter Latour (58) hatte Tränen in den Augen, die Fans flüchteten vorzeitig, Präsident Wolfgang Overath (62) und Manager Michael Meier (56) war ob der desolaten Leistung die Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben.

Schluss der Vorstellung: Lukas Podolski macht Feierabend.
Ausgerechnet mit einem 0:3-Derby-Debakel gegen Leverkusen ist Köln auf dem Tiefpunkt einer vom sich stets wiederholenden Versagen geprägten Spielzeit angelangt. 50 000 Zuschauer wurden Zeugen des gefühlten Bundesliga-Abstiegs. 18 Partien hintereinander ohne Sieg, das war’s dann wohl!
Wieder einmal hatten sie versucht, den "Befreiungsschlag" herbeizureden, sich ab Mittwoch eigens im Trainingslager eingeschworen. Doch vom optischen Aufwärts- trend unter dem neuen Coach Latour blieb nichts übrig. Letztlich passte sich nicht das Resultat der Leistung an, sondern die Leistung den Ergebnissen - wie so oft. Die Horror-Vorstellung traf Latour dennoch wie der Blitz: "Das schlechteste Spiel meiner Amtszeit, ich habe keine Erklärung." Manager Meier: "Ich bin kein Fantast. Wir haben gespielt wie ein Absteiger, so haben wir keine Chance." Die Frage nach seiner Zukunft im Abstiegsfall wurde Latour zigfach gestellt. Er beantwortete sie, wie bereits im Donnerstag-kicker, positiv. Meier wiederholte: "Der Trainer bringt so viel Engagement und Energie ein, dass es an ihm keinen Zweifel geben kann. Unabhängig von der Liga." Noch ist dieses Urteil haltbar. Das bleibt es aber nur, wenn der jüngste Auftritt sich tatsächlich als einmaliger Ausrutscher erweist. Ein Scheitern seines "Experiments" Latour wäre auch für Meier ein kapitaler Fehlstart. Kredit könnte er dann einzig mit einem direkten Wiederaufstieg zurückgewinnen.
Offiziell will soweit noch keiner denken. Weder Meier, noch Latour: "Der Trainer ist am meisten enttäuscht. Aber er hat die Pflicht, als Erster aufzustehen. Das tue ich." Angesichts der Kader-Verstärkungen ist Latours Bilanz von drei Pünktchen aus sechs Spielen erschreckend. Bei aller positiver Arbeit liegen auch seine Fehler auf der Hand. Zu lange brauchte er, um sein Personal richtig einzuschätzen: Die während der Vorbereitung eingespielte Formation lief in der Liga kein einziges Mal auf. Gegen Bayer griff er nicht ein, als seine Taktik fehlschlug (siehe Analyse Seite 46). Der vorgegebene "Spielaufbau" mit langen Bällen erwies sich zudem als äußerst unproduktiv.
Für Präsident Wolfgang Overath (62) gibt es nur eine Konsequenz: "Jetzt ist alleine die Mannschaft gefordert. Alle haben alles für sie getan. Auch der Trainer hat alles versucht. Erst der Erste, jetzt der Zweite." Hinweise auf die Verunsicherung der Profis lässt Overath als Alibi nicht mehr gelten: "Irgendwann muss der Punkt kommen, an dem die Mannschaft sagt: Jetzt ist Schluss! Sonst bräuchten wir ja gar nicht mehr anzutreten." Das, kündigt der Boss an, werde er den Spielern auch noch persönlich sagen: "Fürs Laufen brauche ich kein Selbstvertrauen. Aber das kommt nicht von alleine. Kaiserslautern hat es vorgemacht: Man muss Biss entwickeln. Denn entschieden ist noch gar nichts!" Der sprichwörtliche Mut der Verzweiflung - die letzte Chance. Nun, da es nichts mehr zu verlieren gibt.

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